Gott eigenh Kleinschr ‘gott weis was’ GWBB21,59,22 Christiane 10.9.09
u ‘gott sey Danck’ GWBTgb 30.1.79
; einmal ‘Got’ GWB10,418 Nausikaa Plp
, öfter Zusammenschr ‘um Gotteswillen’; mehr als 1800 der 3100 Belege im Bereich der christl Religion (B4) u ein Viertel in dem der klass Antike (C1); im Alter oft ‘G. und (die) Natur’, darunter mehrf in natwiss Schriften. Die Entwicklung von G-s eigener Gottesvorstellung läßt sich wie folgt skizzieren1): Erschütterung der kindl Vorstellung eines väterlich liebenden Schöpfergottes durch das Lissabonner Erdbeben von 1755; schon in der Kindheit laut ‘Dichtung und Wahrheit’ die Ablösung eines extramundan u personal vorgestellten Gottes zugunsten eines gestaltlosen, in seiner Schöpfung zu verehrenden göttl Wesens; 1768/69 unter pietist Einfluß ‘erhascht’ vom christl Erlöserglauben, sagt sich G bis Mitte der 80er besonders in den Auseinandersetzungen mit Lavater u Jacobi endgültig vom Christentum los; ist ihm an Lavaters Christologie vor allem die Erlösungsbedürftigkeit des Menschen durch den einen Gottmenschen anstößig — wogegen er die Gottähnlichkeit jedes großen, schöpferischen Menschen behauptet — , so an Jacobi die zugunsten eines supranatural vorgestellten Gottes stark verkümmerte Rolle der Natur. Der von Jacobi verketzerte Pantheismus Spinozas, der die Göttlichkeit u Erkennbarkeit der Natur lehrt, leitet G bis zuletzt auch bei der wiss Forschung; die der Natur immanente, sich selbst regelnde Produktivität, die er gegen den Deismus u schon gegen Holbachs atheistischen Materialismus geltend machte, hat für ihn den Rang einer in den Erscheinungen sich abzeichnenden u ihre Entwicklung bestimmenden göttl Idee; diese bezeichnet als zu verehrendes ‘Urphänomen’ die Grenze der Erforschbarkeit der Natur u offenbart sich im Organischen als gestaltprägende schöpferische Kraft des morphol ‘(Ur-)Typus’. — Durch die gesetzmäßig sich regelnde Produktivität hat für G der Mensch selbst am Göttlichen teil, in der Erfahrung nämlich des ästhetisch u ethisch ‘Notwendigen’, die ihn über das Bedingte u Willkürliche seiner (geschichtl) Existenz zu erheben vermag (unter A1). Der oft synkretistisch anmutende Universalismus G-s läßt unter den Religionen mono- wie polytheistische Positionen dort gelten, wo sie sich mit seinem Credo berühren: die Götter der Griechen, in deren Skulpturen der Mensch vergöttlicht wird u in deren Tempeln er sich, statt auf ein Jenseits verwiesen zu werden, in sich selbst konzentriert findet; den Islam, dem zufolge Gott sich in der Natur offenbart u in menschl Abgesandten zum Menschen spricht; die reine u lebenstüchtige Naturverehrung der Parsen (B1) od die ihnen geistesverwandte Sekte der ‘Hypsistarier’; auch auf Sprache u einzelne Glaubensinhalte des Christentums kommt G immer wieder zurück, in vielen (insbes rollensprachl) Zitaten u Anspielungen od Adaptionen (etwa in Verwendung pietist Vokabulars für die Anrede an die Geliebte2) od in seiner Übs des Pfingsthymnus ‘Veni Creator Spiritus’, den G als “Appell an das Genie” auffaßt u sich in einer dynamisierenden Übersetzung zu eigen macht3). Im übrigen unterzieht er die Gottesvorstellungen oft soziolog, psycholog u gelegentlich ausgesprochen ideologiekrit Betrachtungen (A2). A
in allg, insbes philos u religonsvergleichenden Aussagen 1
in (approximativen wie affirmativen) Wesensbestimmungen u Fragen nach der Transzendenz, Existenz, Beweisbarkeit, Erkennbarkeit uä 2
in hist u funktionell-erklärenden Betrachtungen B
höchste (personale) Wesenheit einer monotheist Offenbarungsreligion 1
der in Sonne u Feuer verehrte Schöpfergott des von Zarathustra gestifteten Parsismus 2
Allah, der im Koran durch Mohammed Offenbarte 3
Jahve (‘Jehova’), durch Moses mit dem Volk Israel als Gesetzgeber verbunden 4
die christliche, in der Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Hl Geist sich entfaltende u offenbarende Gottheit a
in Nennung u Erörterung von (dogmatisch festgelegten) Eigenschaften wie (unerforschl) Weisheit, Erhabenheit u (unerschöpfl) Liebe b
in (volkstüml) Vorstellungen vom Himmelsherrscher mit eigenem Reich, Gefolge u teufl Widersacher c
als Schöpfer u Erhalter der Welt u des Menschen d
als vom Menschen (an)erkannte, verehrte od auch angezweifelte Macht e
bei mehr od minder starkem Zurücktreten des relig Hintergrundes C
in polytheist Vorstellung 1
Gottheit der griech(-röm) Antike, insbes als Mitglied der Homerischen Götterwelt 2
Gottheit einer sonstigen (indischen, nordischen, vorderoriental) Religion, Mythologie D
im Vergl u übertr 1
(hyperbol) für eine respekteinflößende Autorität, eine angebetete geliebte Person, Macht od ein höchstes Gut 2
mBez auf jds Selbstgefühl; überwiegend in wahnhaft od ekstatisch erhöhten Momenten sowie in der Phantasie 3
pejor od in krit Distanz: eigensüchtig od von einem beschränkten Standpunkt aus maßlos überschätztes Idol, Ideologie einer Gruppe od Epoche A
in allg, insbes philos u religonsvergleichenden Aussagen: metaphysisch als höchstes Wesen sowie als (problemat) Idee od als Ideologem; überwiegend Sg, öfter mit relativierendem PossPron 1
in (approximativen wie affirmativen) Wesensbestimmungen u Fragen nach (der Art) der Transzendenz, Existenz, Beweisbarkeit, Erkennbarkeit uä sowie nach der Rolle u Sicht des Menschen Was wär’ ein G., der nur von außen stieße, | Im Kreis das All am Finger laufen ließe! | .. Im Innern ist ein Universum auch
4) GWB3,73 Prooemion 15 Den teleologischen Beweis vom Dasein G-es hat die kritische Vernunft beseitigt; wir lassen es uns gefallen. Was aber nicht als Beweis gilt, soll uns als Gefühl gelten .. Sollten wir im Blitz .. nicht die Nähe einer übergewaltigen Macht, im Blüthenduft .. nicht ein liebevoll sich annäherndes Wesen empfinden dürfen? GWB42
2,211,6 MuR(808) [
betr die Annahme eines einheitl Bauplans der Tiere durch Geoffroy de Saint-Hilaire] Ich verfiel längst auf jenen einfachen Urtypus; kein organisches Wesen ist ganz der Idee, die zu Grunde liegt, entsprechend; hinter jedem steckt die höhere Idee; das ist mein G., das ist der G., den wir alle ewig suchen und zu erschauen hoffen, aber wir können ihn nur ahnen Gespr Kanzl Müller [7.?]5.30 Diese hohen Kunstwerke [
der Antike] sind zugleich als die höchsten Naturwerke von Menschen nach wahren und natürlichen Gesetzen hervorgebracht worden. Alles Willkürliche, Eingebildete fällt zusammen, da ist die Nothwendigkeit, da ist G. GWB32,78,2 ItR Ihm schwebte eine Art natürlicher Religion vor, wobei jedoch G. als Urquell des Schönen und kaum als ein auf den Menschen sonst bezügliches Wesen erscheint GWB46,61,18 Winckelm GWB5
2,398 War die Henne zuerst? 2 Gespr Eckerm 20.2.31 Gespr Kanzl Müller 28.3.30
uö als Korrelat od Ideal ethischen Verhaltens u Empfindens; im transzendentalphilos Sinne auch spezieller als Idee od Postulat der prakt Vernunft Ich für mich kann .. nicht an einer Denkweise genug haben; als Dichter und Künstler bin ich Polytheist, Pantheist hingegen als Naturforscher .. Bedarf ich eines G-es für meine Persönlichkeit, als sittlicher Mensch, so ist dafür auch schon gesorgt GWBB23,226,21 Jacobi 6.1.13 [
Randbem G-s in Kants KdU, zu §86] Gefühl von Menschenwürde objectivirt = G.
5) GWBN11,382 Plp Hat man jene drei erhabenen, unter einander im innigsten Bezug stehenden Ideen, G., Tugend und Unsterblichkeit, die höchsten Forderungen der Vernunft genannt .. GWBN3,207,18 FlH IV GWB25
2,248,3 Wj Plp GWBN10,206,1 HypothErdbildg
uö in pantheist Vorstellungen insbes G-s selbst; öfter hinsichtl der göttl Manifestation in der Natur u wiederholt mBez auf Spinozas Lehre (‘Deus sive natura’); einmal in der theol Tradition vom ‘Deus absconditus’ (in Berührung mit B4) u einmal in Anspielung auf die antike Formel ‘Hen kai pan’ bei meiner reinen, tiefen, angebornen und geübten Anschauungsweise, die mich G. in der Natur, die Natur in G. zu sehen unverbrüchlich gelehrt hatte GWB36,72,4f TuJ 1811 [
betr Jacobis Schr ‘Über die Lehre des Spinoza .. ’, 1785] Du erkennst die höchste Realität an, welche der Grund des ganzen Spinozismus ist, worauf alles übrige ruht, woraus alles übrige fliest. Er beweist nicht das Daseyn G-es, das Daseyn ist G. Und wenn ihn andre deshalb Atheum schelten, so mögte ich ihn theissimum .. preisen GWBB7,62,20 Jacobi 9.6.85 ‘Die Natur verbirgt G.!’
6) Aber nicht jedem! GWB42
2,211, 22 MuR(811) Was soll mir euer Hohn | Über das All und Eine? | Der Professor ist eine Person, | G. ist keine GWB5
1,87 ZXenNachl VII 52 Gespr(He2,543) Riemer 3.7.10 GWBFaust I 3454
uö hinsichtl der Relevanz von Glauben(sbekenntnissen) u Glaubenserwartungen; auch als rebellisch attackierte, im starken Selbstgefühl relativierte, negierte Macht od Wesenheit; vereinzelt in atheist Bekundungen [
Gretchen:] Glaubst du an Gott? [
Faust:] Mein Kind, wer darf das sagen: | Ich glaub einen G. [glaub’ an G. Faust 3427]! | Magst Priester, Weise fragen, | Und ihre Antwort scheint nur Spott | Über den Frager zu seyn GWBUrfaust 1119 [
betr Jacobis Schr ‘Wider Mendelssohns Beschuldigungen .. ’, 1785] Wenn du sagt man könne an G. nur glauben p. 101. so sage ich dir, ich halte viel aufs schauen
7) GWBB7,214,10 Jacobi 5.5.86 Jenes wunderliche Wort [
Spinozas]
8): Wer G. recht liebt, muß nicht verlangen, daß G. ihn wieder liebte .. erfüllte mein ganzes Nachdenken. Uneigennützig zu sein in allem .. war meine höchste Lust, meine Maxime GWB28,288,20f DuW 14 [
Prometh:] Ich kenne nichts Ärmeres | Unter der Sonn’, als euch, Götter! | Ihr nähret kümmerlich | Von Opfersteuern | Und Gebetshauch | Eure Majestät, | Und darbtet, wären | Nicht Kinder und Bettler | Hoffnungsvolle Thoren GWB2,76 Prometh 13 Da muß einer schon sehr gebildet sein, wenn er G. und den Teufel los sein will Gespr(He3
2,267) Riemer 24.5.28 GWB28,69,5 DuW 11
uö 2
in hist u funktionell-erklärenden Betrachtungen a
hinsichtl best mentaler, kultureller, polit ua Voraussetzungen, Einflüsse od Entsprechungen Die frühern Jahrhunderte hatten ihre Ideen in Anschauungen der Phantasie .. Die großen Ansichten des Lebens waren damals in Gestalten, in Götter gebracht; heutzutage bringt man sie in Begriffe Gespr(He2,62) Riemer 10.5.06 Antike Tempel concentriren den G. im Menschen; des Mittelalters Kirchen streben nach dem G. in der Höhe GWB48,214,3f MuR(1134) Eine besondre Religion, eine von den Göttern diesem oder jenem Volke geoffenbarte, führt den Glauben an eine besondre Vorsehung mit sich, die das göttliche Wesen gewissen begünstigten Menschen, Familien, Stämmen und Völkern zusagt GWB26,212,18 DuW 4 als es noch Könige gab, gab es auch noch Götter. Als Volksregiment schaltete, gab es keine persönliche Würde, nur Würde der Stelle. Und so kamen auch die Götter in Dekadenz .. Es war die Egalisierung bis in den Himmel gedrungen Gespr(He2,921) Riemer [1806—12] GWB26,214,9 DuW 4 GWB7,84,6 DivNot Despotie GWBN3,314,4u8 FlH V
uö speziell mBez auf Leistung u Entwicklung des Monotheismus Der Glaube an den einigen G. wirkt immer geisterhebend, indem er den Menschen auf die Einheit seines eignen Innern zurückweis’t GWB7,42,14 DivNot [
vermutlich Lektürenotiz od Exzerpt G-s] Das abscheuliche wohin das System der Einheit G-es führt. Das Absurde dass man ihm alle würdig gewordenen Nahmen (Prädicate) geb en muss GWB7,305 DivNot Plp GWB41
1,129,17 Geistesepochen Gespr(He2,939) Schopenhauer [1811—14]
uö b
als anthropomorphe, durch individuelle od kollektive Bedürfnisse gebildete Projektion, Konzeption; vereinzelt mBez auf ein Seelenvermögen od einen best Charakter Was der Mensch als G. verehrt | Ist sein eigenstes Innere herausgekehrt GWB53,353 Vs 1 Wohl sagst du daß der Mensch G. und Satan Himmel und Erde alles in Einem sey; denn was sind diese Begriffe anders als Conzepte die der Mensch von seiner eignen Natur hat GWBB5,108,19 Lavater [9.?4.81] Nur die Demuth schafft die Liebe | Nur die Liebe schafft den G. GWB5
2,415 Sind denn alle 3 [
der Hauptmann:] der Mensch ist ein wahrer Narciß .. er legt sich als Folie der ganzen Welt unter .. seine Weisheit wie seine Thorheit, seinen Willen wie seine Willkür leiht er den Thieren .. den Elementen und den Göttern GWB20,47,18 Wv I 4 GWB7,180,18 DivNot GWB3,288 ZXen IV 839 GWBN6,361,18 PoetMetam Gespr Eckerm 20.2.31
uö B
höchste (personale) Wesenheit einer monotheist Offenbarungsreligion, mit zentralen Attributen wie Allmacht, Allwissenheit u -gegenwart sowie Ewigkeit; als Schöpfer vom Geschöpf prinzipiell getrennt; meist ohne Artikel, vereinzelt ‘der einige/einzige G.’ uä 1
der in Sonne u Feuer verehrte Schöpfergott des von Zarathustra gestifteten (nach G eine Naturreligion kultisch überformenden) Parsismus; je einmal ‘Thron G-es ’ für die Sonne u ‘G-es Gleichnis’ für das Feuer Werdet ihr in jeder Lampe Brennen | Fromm den Abglanz höhern Lichts erkennen, | Soll euch nie ein Mißgeschick verwehren | G-es Thron am Morgen zu verehren
9) GWB6,241 Div Vermächtnis 69 Wichtig ist es .. zu bemerken, daß die alten Parsen nicht etwa nur das Feuer verehrt; ihre Religion ist .. auf die Würde der sämmtlichen Elemente gegründet, in sofern sie das Dasein und die Macht G-es verkündigen. Daher die heilige Scheu das Wasser, die Luft, die Erde zu besudeln GWB7,21,2 DivNot ÄltPerser Eine so zarte Religion, gegründet auf die Allgegenwart G-es in seinen Werken der Sinnenwelt, muß einen eignen Einfluß auf die Sitten ausüben GWB7,22,2 ebd GWB7,19,6 ebd GWB6,241 Div Vermächtnis 56
uö(ebd) 2
Allah, der im Koran durch Mohammed Offenbarte; von G wiederholt seiner Barmherzigkeit, der Unerforschlichkeit seiner Ratschlüsse u eines ihr entsprechenden (resignierten) menschl Gleichmuts wegen zustimmend zitiert (mehrf in Erläuterung von ‘Islam’), speziell als ihm gemäße Altershaltung (auch scherzh); vereinzelt hinsichtl der Bedeutung menschlicher (sprachgewaltiger) Mittlergestalten Der Stil des Korans ist, seinem Inhalt und Zweck gemäß, streng .. stellenweis’ wahrhaft erhaben .. Weßhalb es [
das Buch] denn auch von den echten Verehrern für unerschaffen und mit G. gleich ewig erklärt wurde GWB7,35,16 DivNot [
nach Sure 2, 115] G-es ist der Orient! | G-es ist der Occident! | Nord- und südliches Gelände | Ruht im Frieden seiner Hände GWB6,10 Vs 1f DivSäng [
betr unerledigte Papiere] wo so .. viele Vorsätze und Untreuen keine Entschuldigung zulassen, sondern blos vergönnen im echten orientalischen Sinne an G-es Barmherzigkeit Anspruch zu machen GWBB27,71,2 WHumboldt 24.6.16 K eine vierte [
Art oriental Dichtungen] .. sie stellen die wunderbaren .. Fügungen dar, die aus .. unbegreiflichen Rathschlüssen G-es hervorgehen; lehren und bestätigen den eigentlichen Islam, die unbedingte Ergebung in den Willen G-es, die Überzeugung, daß niemand seinem .. Loose ausweichen könne GWB7,151,20 DivNot GWBB33,27,16 Zelter 3./11.5.20 GWBB27,123,10 Meyer 29.7.16 K GWBB31,160,6 Blumenthal 28.5.19
uö als neues Glaubensziel bzw polit Mittel des Propheten in G-s ‘Mahomet’-Fragment u in seiner Übs von Voltaires Trauerspiel [
Mahomet im Gebet:] Hebe, liebendes Herz, dem Erschaffenden dich! | Sey mein Herr du, mein G.! [
Dominus meus]
10) Du allliebender, du | Der die Sonne, den Mond und die Stern | Schuf, Erde und Himmel und mich GWB39,189,18 MahometFragm [
G üb die spirituelle Entwicklung seiner Propheten-Figur] Erst verehrt er die unendlichen Gestirne als eben so viele Götter .. das Gemüth .. erhebt sich [
dann] zu G., dem Einzigen, Ewigen, Unbegränzten GWB28,295,24 DuW 14 [
Mahomet zu Sopir:] Mit Unrecht tadelst du, | Daß ich mein Vaterland betriege. Nein, | Ich raub’ ihm seines Götzendienstes Schwäche, | Und unter Einem König, Einem G. [
sous un dieu], | Vereint es mein Gesetz GWB9,304 Mahomet 663 GWB39,191,17 MahometFragm
uö hinsichtl des (pflichtgemäßen) Verhaltens des Gläubigen sowie im Ausruf u in der Anrufung, einmal ‘G. Mahomets’; öfter in Aufnahme islam (lyrischer) Quellen, einmal iZshg mit dem Lebensgesetz von Diastole u Systole Und so haltet’s auch, ihr Hohen, | Gegen G. wie der Geringe, | Thut und leidet, wie sich’s findet, | Bleibt nur immer guter Dinge GWB6,86 Vs 10 DivBetrachtgn [
Seide zu Palmire:] Diesen Arm | Hat er erwählet .. | Ich schwöre G. [
Dieu], für sein Gesetz zu sterben GWB9,313 Mahomet 832 [
Winter zu Timur:] Hör’ es G., was ich dir biete! | Ja bei G. [
per Deum]! von Todeskälte | Nicht, o Greis, vertheid’gen soll dich | .. Kohlengluth vom Herde GWB6,138 Div Der Winter u Timur 29f GWB6,11 Div Im Atemholen 5 [
für: le dieu de Mahomet] GWB9,295 Mahomet 441
uö 3
Jahve (‘Jehova’), durch Moses mit dem Volk Israel als Gesetzgeber verbunden; mBez auf den jüd Stammvater (u seinen Charakter) einmal ‘der G. Abrahams’, auch: ‘der G. Mosis’; mehrf in Vbdgn wie ‘das (auserwählte) Volk G-es’ od ‘der G. der Hebräer’, einmal ‘der Herr G. Zebaoth’ (nach der alttestamentl Formel); einmal hinsichtl des Bildnisverbots Die Tafeln [
mit Ritualgesetzen] waren ein Zeugniß des Bunds mit dem sich G. ganz besonders Israel verpflichtete .. Gesetze .. die sie von allen Völkern auszeichnen GWB37,184,20 Zwo biblFragen da schon im Buch Josua .. der G. Abrahams nach wie vor den Seinen freundlich erscheint, wenn uns der G. Mosis eine Zeitlang mit Grauen .. erfüllt hat GWB7,180,14f DivNot [
Wilh zu Werner:] du [
wirst] dich vielleicht .. wundern, wenn du die Feinde des Volks G-es als Hauptpersonen meiner Stücke auftreten siehst GWB51,139,1 ThS II 4 GWB24,249,11 Wj II 3 GWB37,9 HöllenfahrtChristi 160 GWB51,142,9 ThS II 4 [
für: Dieu] GWB53,98 Racine,Athalie 47
uö in mehr od minder deutlicher (auch impliziter) Abgrenzung von christl Glaubensvorstellungen, insbes ‘der alte G.’, ‘der zornige/ein erzürnter G.’; einmal mBez auf eine überschwengl Danksagungsform Da ich .. ein dezidirter Nichtkrist binn, so haben mir dein Pilatus [
‘Pontius Pilatus .. ’] und so weiter widrige Eindrücke gemacht, weil du dich gar zu ungebärdig gegen den alten G. und seine Kinder stellst GWBB6,20,20 Lavater 29.7.82 [
betr ein schreckl Unwetter in G-s Kindheit] Der .. Sommer gab eine nähere Gelegenheit, den zornigen G., von dem das Alte Testament so viel überliefert, unmittelbar kennen zu lernen GWB26,43,22 DuW 1 ein alter blinder Betteljude [
von Jung-Stilling operiert] .. er dankte G. auf gut alttestamentlich, pries den Herrn und den Wundermann, seinen Gesandten GWB29,33,3 DuW 16 GWB7,329,19u28 DivNot
uö 4
die christliche, in der Dreieinigkeit von Vater, Sohn und Hl Geist sich enfaltende u offenbarende Gottheit; häufig mBez auf Bibelstellen u in redensartl od formelhaften Wdgn, oft im Vergl u Bild a
in Nennung u Erörterung von (dogmatisch festgelegten) Eigenschaften wie (unerforschl) Weisheit, Erhabenheit u (unerschöpfl) Liebe Heut früh haben wir alle Mörder, Diebe .. gefragt und konfrontirt .. es ist ein gros Studium der Menschheit und der Phisiognomick, wo man gern die Hand auf den Mund legt und G. die Ehre giebt, dem allein ist die Krafft und der Verstand pp. in Ewigkeit Amen GWBB4,286,12 Ch Stein 9.9.[80] Sobald wir dem Menschen die Freyheit zugestehen, ist es um die Allwissenheit G-es gethan; denn sobald die Gottheit weiß, was ich thun werde, bin ich gezwungen zu handeln, wie sie es weiß Gespr Eckerm 15.10.25 Sie haben Ehrfurcht vor G. .. da muß Sie seine Allgegenwart so sehr scheniren, als wenn der Churfürst immer um sie wäre. Ja wenn Sie nur ein ächtes Gefühl von der Allgegenwärtigen Liebe hätten GWBB1,279 Trapp [Jul? 70] K [Korr DjG
32,9,2] wenn Ihr eben so alt sein werdet als ich, sollt Ihr auch bekennen, daß G. und Liebe Synonymen sind GWB37,156,27 BriefPastors Gespr Kanzl Müller 23.3.30 GWBT4,413 v März 1812 GWB29,31,20 DuW 16
uö mBez auf die Trinität u ihre wechselnden göttl Gestalten in Vbdgn wie ‘der dreieinige G.’, ‘G. (der) Vater’, ‘G-es Sohn’ od ‘der gekreuzigte G.’ sowie ‘der Geist G-es’; einmal scherzh ‘Söhne G-es’ (nach Matth 4,5—8) [
üb die Rangordnung der christl Feiertage] Noch andre .. geben dem Fest, der Dreyeinigkeit den Vorzug dieweil der dreyeinige G. [
Deus triunus] die Quelle und Ursprung ist aller derienigen Güter, welche aus der G[
e]burth, Todt, Auferstehung, Himmelfahrt Christi und Ausgiesung des heiligen Geistes .. auf uns herabfliesen DjG
31,46,20 Labores juv [1758] [
Darstellung einer] Abnahme Christi vom Kreuz .... [
wobei] G. der Vater sich über dem Kreuze mit der Siegesfahne zeigt GWB49
2,51,10 Externsteine [
betr ein Werk Palestrinas] die sogenannten Improperien, die Vorwürfe, welche der gekreuzigte G. seinem Volke macht GWB32,296,10 ItR gottlob daß ich Paulus geworden bin .. Man fühlt Einen Augenblick, und der Augenblick ist entscheidend für das ganze Leben, und der Geist G-es hat sich vorbehalten ihn zu bestimmen GWB37,157,28 BriefPastors Da ich zu Wercke ging Ihnen .. ein .. Lied auf zu schreiben, kam der Herzog, und wir stiegen, ohne Teufel oder Söhne G-es zu seyn, auf hohe Berge, und die Zinne des Tempels, da zu schauen die Reiche der Welt GWBB4,296,15 ChStein 21.[9.80] GWB5
1,64 Sieh in diesem Zauberspiegel 8
uö ‘Finger G-es rechter Hand’ für den Hl Geist u sein (pfingstliches) Wirken Komm heiliger Geist, du Schaffender .. | Du Finger G-es rechter Hand [
digitus paternae dexterae], | Von ihm versprochen und geschickt, | Der Kehle Stimm’ und Rede gibst GWB4,330 Veni Creator Spiritus 10
in (skept) Betrachtung Christi als des Gottmenschen; auch: ‘Mutter G-es’ für Maria Christus ein G. vom Himmel kam, | Ein Mensch auf Erden wundersam; | Als G. und Mensch, als Mensch und G., | Anbetung ward ihm, Schand und Spott GWB53,25 Christus ein Gott 3 [
‘der Älteste’ der Päd Provinz zu Wilh:] Im Leben erscheint er [
Jesus] als ein wahrer Philosoph .. [
doch] verläugnet er nicht .. seinen göttlichen Ursprung; er wagt sich G. gleich zu stellen, ja sich für G. zu erklären GWB24,253,18 Wj II 2 da G. Mensch geworden ist, damit wir arme sinnliche Creaturen ihn möchten .. begreifen können, so muß man sich vor nichts mehr hüten, als ihn wieder zu G. zu machen GWB37,159,28 u 160,4 BriefPastors GWBB33,171,3 Schultz [22.8.20] K GWB34
1,161,14 KuARheinMain
uö b
in (volkstüml) Vorstellungen vom Himmelsherrscher mit eigenem Reich, Gefolge u teufl Widersacher; in Vbdgn wie ‘(der) G. im/vom Himmel’, ‘Reich G-es’, ‘(vor) G-es Thron/Richterstuhl’, ‘G. der Herr’ u ‘Herr(e) G.’, ‘Engel G-es’, ‘G. und Teufel’; mehrf iron u sprachkrit [
in Anspielung auf Gethsemane] Und ward der Kelch dem G. vom Himmel auf seiner Menschenlippe zu bitter, warum soll ich gros thun und mich stellen, als schmekte er mir süsse AA105,24 Werth
1 II~Werth
2 Denn wie geschrieben steht [
Matth 19,24]: es seie schwer, daß ein Reicher in’s Reich G-es komme, eben so schwer ist’s auch, daß ein Mann, der sich der .. modischen Art gleichstellt .. ein gefühlvoller Künstler werde GWB37,318,12 Falconet Am jüngsten Tag, vor G-es Thron, | Stand endlich Held Napoleon GWB5
1,141 ZXenNachl IX 794 [
Meph zu Faust:] Als G. der Herr — ich weiß auch wohl warum - | Uns, aus der Luft, in tiefste Tiefen bannte GWBFaust II 10075 Gespr Eckerm 31.12.23 GWB25
1,281,16 Wj III 15 GWB42
2,249,8 MuR(1043)
uö c
als Schöpfer u Erhalter der Welt u des Menschen α
hinsichtl der Genesis u allg mBez auf die erschaffenen Dinge u alle Kreatur; bes in Bewunderung von Schönheit u Harmonie öfter in Vbdgn wie ‘G-es Welt, Erde, (Erd-)Boden’, ‘unter G-es Himmel’, scherzh auch ‘G-es Kaserne’; mehrf ‘G-es Stadt’ uä für die Natur (u ihre göttl Ordnung) [
Faust vor dem Zauberspiegel:] Das schönste Bild von einem Weibe! | .. So etwas findet sich auf Erden? [
Meph:] Natürlich, wenn ein G. sich erst sechs Tage plagt, | Und selbst am Ende bravo sagt, | Da muß es was Gescheidtes werden GWBFaust I 2441 seit 3 Wochen wohnen wir auf dem Thüringer Wald, und ich führe mein Leben in Klüfften, Höhlen, Wäldern .. und weide mich aus in G-es Welt GWBB3,95,14 Herder 9.8.[76] [
Götz:] Ich erinnere mich .. wie der Landgraf von Hanau eine Jagd gab .. und das Landvolk all herbeilief .. und wie sie Theil nahmen an der Herrlichkeit ihres Herrn, der auf G-es Boden unter ihnen sich ergetzte! GWB8,115,7 Götz
2 III [
Nachtspaziergang am Main] Antoinette fand das alles paradiesisch schön und alle Leute so glücklich die auf dem Land leben, und auf Schiffen, und unter G-es Himmel GWBB2,61,1 Kestner [28.1.73] GWBB27,118,20 Zelter 22.7.16 GWB37,81,19 Ephem GWB16,77 Satyros 13
uö β
hinsichtl der Gottesebenbildlichkeit des Menschen (des daher höchsten Gegenstandes der bildKunst) sowie hinsichtl der (väterl) Fürsorge für Menschengattung u Individuum; öfter ‘Kinder G-es’ uä bzw ‘der liebe, grundgütige G.’ (auch scherzh); einmal in redensartl Umschreibung ‘Menschen, wie sie G. erschaffen hat’ hatten wir die Absicht [
in einer Preisaufgabe], auf die Herrlichkeit der äußern menschlichen Natur in jugendlichen Körpern .. aufmerksam zu machen; denn wo sollte man den Gipfel der Kunst finden, als auf der Blüthenhöhe des Geschöpfs nach G-es Ebenbilde GWB35,140,2 TuJ 1802 G. sandte seinen rohen Kindern | Gesetz und Ordnung, Wissenschaft und Kunst, | Begabte die mit aller Himmelsgunst, | Der Erde grasses Loos zu mindern GWB3,172 Parabol 2 Vs 1 [
Fastenpredigt eines Weihbischofs:] der Fall ist äußerst selten, daß der grundgütige G. jemanden die besondere Gabe verleiht acht Maaß trinken zu dürfen, wie er mich, seinen Knecht, gewürdigt hat GWB34
1,26,19 Rochusf GWBB8,353,13 Angelika Kauffmann [Feb? 88] GWB25
1,298,1 Wj III 18
uö spirituell als Quelle des Seelenfriedens u -heils, der Seligkeit u eines ewigen Lebens; öfter ‘der Friede G-es (ruht über jdm, kommt über jdn, wohnt in jds Brust, ist bei jdm eingekehrt)’, vereinzelt in Umschreibungen wie ‘zu G. eingehen’, ‘in G. ruhen’, ‘seine Seele G. zu Gnaden empfehlen’ (im beschwörenden Anruf), ‘jdm wird G. gnädig sein’ uä; oft iZshg mit Leiden, Mühen u Prüfungen (einmal im Gleichnis vom himml Ackersmann) Klopstock ist ein edler grosser Mensch über dem der Friede G-es ruht GWBB2,206,25 Sophie La Roche [20.11.74] [
der sterbende Valentin:] Ich gehe durch den Todesschlaf | Zu G. ein als Soldat und brav GWBFaust I 3775 Und mir wird G. gnädig seyn. NB. ich bin eine Zeit her wieder fromm, habe meine Lust an dem Herrn, und sing ihm Psalmen GWBB2,277,24 Lavater [3.]8.[75] [
Marie:] Wenn G. Unglück über uns sendet gleicht er einem erfahrenen Landmann der den Busen seines Ackers, mit der schärfsten Pflugschaar zerreisst, um es Himmlischen Saamen und Einflüssen zu öffnen GWB39,42,5 Götz
1 I GWB3,23 TrilogLeid Eleg 73 GWBFaust I 3764 A(MPaulowna 80) Promem 16.3.29 GWBB49,11,14 Meyer 20.7.31 K
uö d
als vom Menschen (an)erkannte, verehrte od auch angezweifelte Macht α
hinsichtl der Offenbarung u Verkündigung in der Schrift, der Natur, durch Propheten, Jünger od Wunder u Zeichen ua; öfter ‘Wort, Schrift, Bücher G-es’, mehrf ‘G-es (Hand und) Finger (erkennen)’, ‘Wink G-es’ uä; einmal ‘die schönste Offenbarung G-es’ für die Musik [
betr Angriffe gegen die Bibel in G-s Jugend] doch war man damals schon so weit, daß man .. als einen Hauptvertheidigungsgrund vieler Stellen .. willig annahm, G. habe sich nach der Denkweise und Fassungskraft der Menschen gerichtet GWB27,97,8 DuW 7 Parther, Meder .. entsetzen sich [
beim Pfingstereignis], jeder glaubt seine Sprache zu hören .. er hört die großen Thaten G-es verkündigen GWB37,187,12 Zwo biblFragen [
die dankbare Wöchnerin:] Der Glückliche glaubt nicht, | Daß noch Wunder geschehn; denn nur im Elend erkennt man G-es Hand und Finger, der gute Menschen zum Guten | Leitet GWBHermDor II 52 Durch Sturm .. sei er [
Alexius] genöthiget worden, in Italien zu landen. Der heil. Mann habe hierin einen Wink G-es gesehen GWB19,282,27 BrSchweiz II GWBB37,192,14 Zelter 24.8.23
uö in (polem) Wendung gegen die Exklusivität der Bibel u der Rolle Christi zugunsten genialer menschl Schöpfungen; einmal ‘der Gesalbte G-es’ für einen bildenden Künstler Du findest nichts schöner als das Evangelium, ich finde tausend geschriebene Blätter alter und neuer von G. begnadigter Menschen eben so schön, und der Menschheit .. unentbehrlich GWBB6,36,22 Lavater 9.8.82 das kann ich nicht anders als ungerecht .. nennen .. daß du alle köstliche Federn .. der .. Geflügel unter dem Himmel, ihnen .. ausraufst, um deinen Paradiesvogel [
Christus] ausschlieslich damit zu schmüken .. was uns .. unleidlich scheinen muß, die wir uns einer ieden, durch Menschen, und dem Menschen offenbarten, Weisheit zu Schülern hingeben, und als Söhne G-es ihn in uns selbst, und allen seinen Kindern anbeten GWBB5,148,7 Lavater 22.6.81 GWBB2,156,7 Pfenninger 26.4.74 GWB37,149,26 Von dtBaukunst 1773 GWB23,66,12 Lj VII 6
uö β
im persönl Glaubensbezug meist als Gegenstand od Adressat des (ehrfürchtigen, ergebenen) Vertrauens, der Bitte u des Danks; öfter ‘jds, mein G.’ in Unterstreichung der Intimität od Exklusivität, oft, bes im 6. Buch der ‘Lehrjahre’ (SchöneSeele), im pietist Vokabular als ‘Freund, Vertrauter, Führer’ od in Formulierungen wie ‘G. suchen, finden’11) Der Abbé fuhr [
bei Mignons Beisetzung] fort: Mit einem heiligen Vertrauen war auch dieses gute, gegen die Menschen so verschlossene Herz beständig zu seinem G. gewendet GWB23,257,10 Lj VIII 8 [
Elisab:] Was ist heilig. Wenn ich mich erst putzen und in die Kirche gehn soll um mit G. und von G. zu reden. Wenn er nicht an ieder Kleinigkeit teil nimmt die mir wichtig vorkommt .. So ist er mein G. nicht GWB39,418 Götz
2 II ein für allemal sollte G. auch mein Vertrauter sein .... Ich .. bemerkte .. daß alles von der Beschaffenheit meiner Seele abhing; wenn die nicht ganz in der geradesten Richtung zu G. gekehrt war, so blieb ich kalt; ich fühlte seine Rückwirkung nicht .... Wenn ich G. aufrichtig suchte, so ließ er sich finden .... einst sagte ich ihr [
einer Freundin] .. entschieden .. ich brauche ihren [
geistlichen] Rath nicht; ich kenne meinen G. und wolle ihn ganz allein zum Führer haben GWB22,262,9 u 289,4 u 306,24 u 308,21 Lj VI SchöneSeele GWB22,283,1 u 314,6 ebd GWB35,171,5 TuJ 1804 GWB34
1,38,13 Rochusf
uö in (Stoß-)Gebet u Anrufung; öfter ‘zu G. (um etw) flehen’ od ‘sich (im Gebet) zu G. wenden’; vereinzelt formelhaft im Siegeschoral (‘Tedeum’) [
Cäcilie:] Fernando, sie [
die vergiftete Stella] lebt noch .. (Auf den Knieen, in der Nähe von Stella.) Höre mich! Erhöre mich, G.! Erhalte sie uns, laß sie nicht sterben! GWB11,194,9 Stella V wie .. viel Tage verthan .. G. helfe weiter. und gebe Lichter, dass wir uns nicht selbst so viel im Weege stehn .. und gebe uns klare Begriffe von den Folgen der Dinge GWBTgb 7.8.79 [
Kaiser vor den Fürsten:] Der Sieger, wie er prangt, preis’t den gewognen Gott. | Und alles stimmt mit ein .. | Herr G., dich loben wir! aus Millionen Kehlen GWBFaust II 10866 GWB11,180,25 Stella IV [
für: fare orazione a Dio] GWB43,329,3 Cell II 11
uö iZshg mit Glaubenszweifeln u -krisen, relig Verlassenheit od Lossagung; mehrf mBez auf das Problem der Theodizee (insbes des Knaben G nach dem Lissabonner Erdbeben), einmal in Zitierung eines Glaubensartikels Blumen .. sie versiegelten mir deine Liebe. Aber ach! diese Eindrükke gingen vorüber, wie das Gefühl der Gnade seines G-es allmählig wieder aus der Seele des Gläubigen weicht AA148,1 Werth
1 II~Werth
2 in dem schröklichen Augenblikke, da mein ganzes Wesen zwischen Seyn und Nichtseyn zittert .. Ist es da nicht die Stimme der ganz in sich gedrängten .. Creatur .. zu knirschen: Mein G.! Mein G.! warum hast du mich verlassen?
12) AA106,2 Werth
1 II~Werth
2 Der Knabe .. war nicht wenig betroffen. G., der Schöpfer und Erhalter Himmels und der Erden .. hatte sich, indem er die Gerechten mit den Ungerechten gleichem Verderben preisgab, keineswegs väterlich bewiesen GWB26,43,10 DuW 1 Solch ein Jammerbild am Holze [
Kruzifix]! | .. Salomo verschwur den seinen, | Meinen G. hab’ ich verläugnet GWB6,289 DivNachl Süßes Kind 44 GWB39,151,22 u 153, 1 Götz
1 V
uö γ
in Erörterung der Rolle von Konfessionen od Sekten u entspr theol Differenzen; öfter in Ablehnung (auch rollenspr) kath Glaubensinhalte, insbes im Vorwurf eines verkappten Polytheismus; einmal ‘der protestantische G.’ u vereinzelt im Luther-Zit In New- York sind neunzig verschiedene christliche Confessionen, von welchen jede auf ihre Art G. und den Herrn bekennt, ohne weiter an einander irre zu werden GWBN11,103,6 MuR(1181) Der Protestantismus hält sich an die moralische Ausbildung des Individuums, also ist Tugend sein erstes und letztes .. G. tritt in den Hintergrund zurück .. und von Unsterblichkeit ist bloß problematisch die Rede .. Der Katholicismus hat zum Hauptaugenmerk, dem Menschen seine Unsterblichkeit zuzusichern .. Ihr G. steht auch im Hintergrunde, aber als Glorie von gleichen, ähnlichen und subordinirten Göttern GWBTgb 7.9.07 [
betr FLStolbergs ‘Auserlesene Gespräche des Platon’, 1796f] schade, daß er kein Pfaff geworden ist, denn so eine Gemüthsart gehört dazu, ohne Scham und Scheu, vor der ganzen gebildeten Welt ein Stückchen Oblate als G. zu eleviren GWBB10,344,12 WHumboldt [3.12.95] GWB37,158,16 BriefPastors GWB40,325,3 Üb:JohFriedr zuSachs GWBB20,28,16 Jacobi 7.3.08
uö δ
im zeremoniell u institutionell geregelten Zusammenleben in Gemeinde, Ordensgemeinschaft, Kirche ua; vereinzelt ‘Kinder G-es’ iSv Gläubige od gute Christen, einmal ‘Stadt G-es’ für eine geistl Gemeinschaft (zugl mBez auf eine sakrale, gottbegünstigte Stätte) Ich hatte bisher nur den frommen Gesang gekannt, in welchem gute Seelen oft mit heiserer Kehle .. G. zu loben glauben, weil sie sich selbst eine angenehme Empfindung machen GWB22,341,14 Lj VI Schöne Seele [
Bruder Martin:] Armuth, Keuschheit und Gehorsam! Drey Gelübde .. Jämmerlichkeiten eines Standes der die besten Triebe .. aus missverstandner Begierde G. näher zu rücken verdammt näher zu rücken verdammt GWB39,12,18 Götz
1 I~GWB8,14 Götz
2 [
Bahrdt zu den Evangelisten:] Ihr kommt zur ungelegnen Zeit, | Muß eben in Gesellschaft nein. [
Johannes:] Das werden Kinder G-es sein: | Wir wollen uns mit dir ergetzen GWB16,108 Prol OffenbGottes 16 GWB11,135,14 Stella I GWB36,259,14 BiogrEinzh
uö metonym wohl für eine Monstranz GWB31,144,16 ItR ε
als Garant od Grundlage ethischer u rechtl Normen, der gesellschaftl Ordnung, spezieller Einrichtungen wie der Ehe sowie polit (insbes aristokrat, monarchischer) Herrschaftsformen; oft in (rechtsspr) Wdgn u Formeln wie ‘(es) vor G. und der Welt/und den Menschen (verantworten)’, ‘G-es Stimme’ (vernehmbar in ‘Volkes Stimme’), ‘(etw) bei G. bezeugen, schwören’, ‘von G. und Rechts wegen’; häufig als Bestandteil von Herrschertiteln (‘von G-es Gnaden’, speziell im Kopf von Reskripten), einmal devisenhaft ‘Nur seinem G., Gesetz und König treu’ Niemand gehört als sittlicher Mensch der Welt
an. Diese schönen allgemeinen Forderungen mache jeder an sich selbst, was daran fehlt, berichtige er mit G. und seinem Herzen GWB41
2,79,15 Üb:Palissot,Philos Nimm ja gleich wieder ein neues Loos: denn was du nun gewinnst, gehört von G. und rechtswegen dein GWBB20,79,14 Christiane 12.6.08 Unter dießen Umständten, von denen ich bey G. bezeuge, dass nichts falsch, noch übertrieben ist .. DjG
33,393,13 RAnw [17.11. 73] [
Gerichtsrat zu Eugenie:] Ein Mittel gibt es, dich im Vaterland | Zurück zu halten .. Große Gunst | Hat es vor G. und Menschen. Heil’ge Kräfte | Erheben’s über alle Willkür .... Der Ehstand ist es! GWBNatT 2086 Von G-es Gnaden Carl August, Herzog zu Sachsen A1,44,32 Reskr 15.1.79 K Gespr(He2,151) Riemer Nov 06 GWB16,372 Epimen 779 GWB13
1,101 Was wir bringen Halle [1814] Vs 150
uö e
bei mehr od minder starkem Zurücktreten des relig Hintergrundes α
in Ausrufen, redensartl Wdgn u (spontanen) Äußerungen insbes zum Ausdruck von Überraschung, Bestürzung, Erleichterung, auch der Ungewißheit od Beliebigkeit, eines Vorbehalts, resignierter Zustimmung ua: ‘o G.’, ‘heiliger G.’, ‘um G-es willen’, ‘G. (sei) Dank’, ‘weiß G.’, ‘so G. will’, ‘in G-es Namen’ uä; öfter elliptisch od (satzhaft) alleinstehend [
Graf:] Die kühne Reiterin ist, eben jetzt, | Von jener Felsenwand herabgestürzt. [
Hzg:] G.! GWBNatT 153 der Shawl und das Tüchelchen [
aus Karlsbad] .. sind, G. sey Dank! um vieles wohlfeiler als die Schätzung, die du mir schreibst GWBB21,331,6 Christiane 27.6.10 Ein Dutzend Disticha .. welche künftigen Mittewoch, geliebt es G., anlangen werden GWBB11,18,3 Schiller 30.1.96 Der Strengling und der Frömmling. | .. Muß ich wählen, so sei’s in G-es Namen die Tugend, | Denn ich kann einmal nicht lieben, was abgeschmackt ist GWB5
1,307 Tab vot 18f(893f) [
Neffe:] man verdirbt lieber seine Zeit mit Schwätzen, Tändeln .. und mit G. weiß was [
je ne sais quoi] GWB45,48,14 RamNeffe GWB11,55,19 Clav I 2 GWB11,139,5 Stella I
uö (eher) intensivierend, bekräftigend u beteuernd, zum Ausdruck der Entrüstung od allg eines hohen Grades; oft ‘bei G.’, ‘behüte G.’, ‘da sei G. vor’ uä Sie erlauben, versetzte Wilhelm, daß ich .. lächele .. [
Jarno:] Nein, bei G.! dieß ist mein völliger wohlbedachter Ernst GWB23,26,7 Lj VII 3 [
Luise:] Sie werden der gnädigen Gräfin nicht nachsagen daß sie schwach sei. [
Amtmann:] Behüte G., daß ein solcher Gedanke einem alten treuen Diener einfallen sollte! GWB18,32,18 Aufgeregten II 1 es regnete, was G. nur schicken konnte [
quanto Dio ne sapeva mandare] GWB43,285,8 Cell II 8 [
für: vertudieu; pardieu] GWB45,49,22 u 110,16 RamNeffe GWBB2,137,15 EJacobi [31.12.73] GWB16,30 JahrmPlund
2 445
uö β
in Grußformeln u (Segens-)Wünschen wie ‘G. sei mit/bei euch’, ‘G. segne, erhalte, geleite euch’, auch: ‘wollte G.’, ‘gebe G. (daß)’ uä; in Wdgn wie ‘G. befohlen’ u ‘gnade ihnen G.’ stärker zur Akzentuierung eines (kaum mehr zu verhindernden) Ernstfalls ein schlanker .. Mann .. rief schon von weitem .. Grüß euch G., Gevatter Garnträger! Dieser .. rief .. Dank euch G., Gevatter Geschirrfasser! Woher des Landes? GWB25
1,120,18u20 Wj III 5 Über die übrigen Sachen nächstens .. Sey unbesorgt. G. mit dir GWBB5,85,7 Lavater 16.3.81 Grüsse Lotten, und G. erhalt euch und die Kleinen GWBB3,180,5 Kestner 28.9.77 Wollte G. du bestimmtest deine Rückkunft [
aus Kochbg] denn ohne dich ist doch kein Leben GWBB7,104,23 ChStein 3.10.85 Die Unbehülflichen. | Sonst haben wir manchen Bissen erschranzt, | Nun aber G. befohlen! | Unsere Schuhe sind durchgetanzt, | Wir laufen auf nackten Sohlen GWBFaust I 4372 GWBB41,123,19 UPogwisch 12.8.26 GWB4,338 Freudig trete 2 GWB20,53,18 Wv I 4
uö(häufig) γ
in der Fügung ‘etw um G-es Willen tun/haben’ iSv gratis, ohne Belohnung Der Capellmeister der .. zu wohlthätigen Absichten um G-es willen spielen muß GWBTgb 29.7.07 Ein deutscher Autor, besonders ein theatralischer, soll alles um G-es willen tun; das bodenloseste Handwerk von der Welt Gespr(He2,540) Riemer 27.5.10 wer gibt gern Geld für’s Nothwendige? Jedermann wäre zufrieden, wenn er das Nützliche um G-es willen haben könnte GWB28,126,16 DuW 12 GWBB26,190,7 Voigt 18.12.15 Beilage
uö C
in polytheist Vorstellung einer meist eingeschränkten, in best Funktion wirksamen, kultisch verehrten göttl Wesenheit; überwiegend Pl, auch pauschal für das Pantheon einer best Religion; oft im Vergl 1
Gottheit der griech(-röm) Antike, insbes als Mitglied der Homerischen Götterwelt; vereinzelt ‘die Homerischen/die Epikurischen Götter’; oft mit Beinamen od in Anspielungen: ‘der Vater der Götter’, ‘der G. der Diebe’, ‘der süße kleine/der treffende/hinkende/delphische G.’ ua; mit Ausnahme von c überwiegend im dichterischen Werk od mBez darauf a
in allg Charakterisierungen od in Beschreibungen einzelner (individueller) Züge, der (olymp) Rangordnung u Genealogie, des Umgangs miteinander uä; öfter mit Epitheta wie ‘selig, ewig’ u ‘(ur)alt’ (auch für die Titanen) od in Reihungen wie ‘Götter und Halbgötter/Heroen’; im Sg auch geschlechtsneutral gebraucht Götter und gottähnliche Wesen sind gleich nach der Geburt vollendet: Pallas entspringt dem Haupte Jupiters geharnischt, Mercur spielt den diebischen Schalk, ehe sich’s die Wöchnerin versieht GWB49
1,112,17 Philostrat [
Pylad zu Iph:] Du weigerst dich umsonst; die ehrne Hand | Der Noth gebietet, und ihr ernster Wink | Ist oberstes Gesetz, dem Götter selbst | Sich unterwerfen müssen GWBIph
2 1682 [
Thetis zu Hera:] noch jetzt betrübt dich der Fehl des hinkenden Sohnes [
Hephaistos]. | Eilet er geschäftig umher .. unendlich Gelächter entsteht von den seligen Göttern Achilleis 206 [
Delos zu Leto:] wie gerne | Nähm’ ich den treffenden G. [ἑκάτοιο ἄνακτος] bei seiner Geburt auf! GWB4,323 Auf die Geb dApollo 59 Minerva’s Geburt. Sämmtliche Götter [θεοὶ] und Göttinnen siehst du im Olymp versammelt, sogar die Nymphen der Flüsse fehlen nicht GWB49
1,109,9 Philostrat Achilleis 385 GWBN11,155,22 MuR(1348) GWB49
2,10,12 MyronsKuh GWBIph
2 1714
uö als Sujet od Produkt des gestaltgebenden Dichters u bildenden Künstlers, auch hinsichtl der Rückwirkung auf den Glauben; in Berührung mit c einmal ‘ein G. aus der Maschine’ (im Vergl nach ‘Deus ex machina’) Dieß ist der Schädel [
Homers], in dem die ungeheuren Götter und Helden so viel Raum haben, als im weiten Himmel und der gränzlosen Erde GWB37,339,25 PhysiognFragm Die bildende Kunst ergreift die alten Fabeln .. Und so steigern sich wechselweis Einbildungskraft und Wirklichkeit, bis sie endlich das höchste Ziel erreichen: sie kommen der Religion zu Hülfe, und stellen den G., dessen Wink die Himmel erschüttert, der anbetenden Menschheit vor Augen GWB49
1,64,2 Philostrat GWB17,239,21 GrCoph V 7 GWB53,7 Vs 12 RömElegNachtr IV
uö b
im Umgang u Austausch mit den Menschen: dessen Schicksal willkürl od im Götterrat entscheidend, für od gegen ihn Partei ergreifend, durch Orakel, Seher, Zeichen zu ihm sprechend, sich mit ihm vereinend, ihn zu sich erhebend ua; öfter ‘Liebling, Freund, Verwandter der Götter’, einmal mBez auf Vergils Wort ‘Ab Iove principium’ Hippolütos Jüngling ungerecht durch einen G. [
Poseidon] verderbt GWB49
2,206,10 Philostrat Plp Athene .. tritt zu ihm [
Diomedes], stärkt ihn, öffnet ihm die Augen, die Götter [θεὸν] von den Menschen [
im Kampfgetümmel] zu unterscheiden GWB41
1,274,27 Ilias Ausz 5 Die Nachricht dieses Wunderschlafes verbreitete sich .. man hielt ihn für einen Liebling der Götter und verlangte von ihm Rath und Hülfe GWB16,508,28 Epimen Bem der Ödipus von Colonus, wo ein halbschuldiger Verbrecher .. doch zuletzt noch aussöhnend ausgesöhnt und zum Verwandten der Götter, als segnender Schutzgeist eines Landes eines eignen Opferdienstes werth, erhoben wird GWB41
2,249,21 Zu Aristot,Poetik GWB26,167, 18 DuW 3 GWBIph
2 315u1726 GWB13
1,72,8 Was wir bringen [1802]
uö im Glaubensbezug von Gebet u Anrufung, enthusiast Ergriffenheit od auch Lossagung; vereinzelt ‘vom G-e voll, begeistert, bewegt’ [
Iph:] O segnet, Götter, unsern Pylades | Und was er immer unternehmen mag! GWBIph
2 1382 [
Tänzerin in der Unterwelt] Gewaltsam erscheint sie hier, in einer mänadischen Bewegung .. sie könnte hier eben so gut eine Verzweifelnde, als eine von G. [
Dionysos] mächtig Begeisterte vorstellen GWBB22,366,6 Sickler 28.4.12 K [
Prometh:] Hat nicht mich zum Manne geschmiedet | Die allmächtige Zeit, | Mein Herr und Eurer? [
Merkur:] Elender! Deinen Göttern das, | Den Unendlichen? [
Prometh:] Göttern? Ich bin kein G., | Und bilde mir so viel ein als einer. | Unendlich? — Allmächtig? | .. Vermögt Ihr zu scheiden | Mich von mir selbst? GWB39,196 PromethFragm 1773 Vs 33 GWB49
1,147,9 PhilostratNachtr GWB11,391,2 Elp
1 II 1~GWBElp
2 819
uö c
in oft spielerischer Identifizierung, Vergleichung od neuheidnischer Einkleidung, insbes bei Figuren der Renaissance od in späterer (anakreont, klass) Rückbesinnung auf antikes Bildungsgut13) [
Tasso üb Antonio:] Er besitzt .. alles was mir fehlt. | Doch — haben alle Götter sich versammelt | Geschenke seiner Wiege darzubringen; | Die Grazien sind leider ausgeblieben Tasso 945 Sie umarmt ihn lächelnd stumm, | Und sein Mund genießt der Stunde, | Die ihm güt’ge Götter senden GWB1,51 Schadenfreude 15 sie [
Lucinde] blieb neben ihm [
Lucidor], die feierliche Scene des Wiedersehens .. erwartend. Anders war’s jedoch von den launischen Göttern beschlossen GWB24,163,10 Wj I 9 Wir erwarten Wernern .. Baggesen, Arnim, Brentano .. und wenn das Glück will, so muß uns von den zwölf großen und den zwölf kleinen Göttern diesen Winter keiner fehlen GWBB20,234,25 Eybenbg 4.12.08 GWBB28,336,4 Zelter 16.12.17 GWB27,395,13 DuW Plp GWBB2,83,17 Kestner [25.4.73]
uö in persönl Äußerungen insbes des vorklass G üb (geistigen) Beistand, Leitung, kreative Begabung, Verheißung ua [
betr Lavaters Ged ‘Durst nach Christuserfahrung’] Dein Durst nach Crist. hat mich gejammert. Du bis übler dran als wir Heiden uns erscheinen doch in der Noth unsre Götter GWBB3,131,14 Lavater 8.1.77 Ich dancke den Göttern dass sie mir die Gabe gegeben in nachklingende Lieder das eng zu fassen, was in meiner Seele immer vorgeht GWBB7,270,11 ChStein [25.4.81 Korr Fränkel
2 1,302] [
aus Rom] Mich hat der süße kleine G. in einen bösen Weltwinckel relegirt. Die öffentlichen Mädchen der Lust sind unsicher wie überall. Die Zitellen (unverheurathete Mädchen) sind keuscher als irgendwo GWBB8,314,8 CarlAug 29.12.87 GWB53,5 Vs 68 RömEleg Nachtr II GWBB2,53,8 Kestner [15.?1.73 Korr DjG
33,17,3] GWBB48,72,22 Zelter 4.1.31
uö 2
Gottheit einer sonstigen (indischen, nordischen, vorderoriental) Religion, Mythologie, oft kritisch hinsichtl ihrer Rolle u bildnerischen Gestalt; vereinzelt (zugl) iSv Götzenbild; je einmal ‘G. der Götter’ für den Weltschöpfer Brahma u ‘der hundertköpfige G.’ für Wischnu; auch im Balladentitel ‘Der G. und die Bajadere’ Die indische Lehre taugte von Haus aus nichts, so wie denn gegenwärtig ihre vielen tausend Götter .. alle gleich unbedingt mächtige Götter, die Zufälligkeiten des Lebens nur noch mehr verwirren GWB7,43,28 u 44,2 DivNot [
anläßl Münters Studie ‘Die Odinische Religion’] Von Kindheit auf .. mit den nordischen Legenden .. bekannt fiel mir .. der Zwiespalt gar bedenklich auf .. [
nämlich] Götter [
zu] verehren die sich unter einander selbst immer zum besten haben, von Zauber- und Naturkräften immer verhöhnt werden GWBB39,15,26 Münter [Mitte Nov 24?] K [
Sopir üb Palmire:] Sie kommt, in diesen Hallen mich zu sprechen, | Im Angesicht der Götter dieses Hauses [
nos dieux domestiques] GWB9,280 Mahomet 90 Barbaren hatten versucht | Sich Götter zu machen; | Allein sie sahen verflucht, | Garstiger als Drachen GWB3,250 ZXen II 313 GWB41
2,101,24 Die dreiParia GWBB4,281,19 ChStein 6.9.80 GWB3,10 PariaLegende 22 GWB1,227 Gott u Bajadere Titel
uö in relig Konkurrenz, Diffamierung u Überformung, Aufnahme od Duldung; mehrf ‘rechte/(jds) falsche, ausländische Götter’; auch in Berührung mit anderen Gottesvorstellungen [
Haman zu Ahasverus:] sie [
die Juden] .. | Verachten dein Gesetz, und spotten deiner Götter; | Daß selbst dein Unterthan ihr Glück mit Neide sieht, | Und zweifelt ob er auch vor rechten Göttern kniet GWB16,22 JahrmPlund
2275u277 [
Seide üb Sopir:] Hier betet er die falschen Götter an, | Die wir verfluchten [
des dieux que je déteste] GWB9,339 Mahomet 1397 römische Sieger! Den Göttern | Aller Völker der Welt bietet ihr Wohnungen an GWB1,237 Vs 63 RömEleg IV GWB2,136 Die Kränze 4 [
Zit s v Golgatha] GWBFaust II 12012
uö D
im Vergl u übertr für eine abgöttisch od gottgleich verehrte, geliebte Person, Sache 1
(hyperbol) für eine respekteinflößende Autorität, eine angebetete geliebte Person, Macht od ein höchstes Gut; einmal für den Genius künstlerischer Inspiration [
Epimeth:] Her! Schuldig, Tochter, oder schuldlos rett’ ich dich. [
Epimeleia, an seiner Seite niedersinkend:] .. O Vater du! Ist doch ein Vater stets ein G.! GWBPand 413 [
Gerichtsrat üb Eugenie:] So wendet, voll Vertrauen, zum Arzte sich | Der Tieferkrankte .. | Als G. erscheint ihm der erfahrne Mann GWBNatT 2046 Ich habe nur zwey Götter dich und den Schlaf. Ihr heilet alles an mir was zu heilen ist und seyd die .. Mittel gegen die böse Geister GWBB7,27,6 ChStein 15.3.85 [
Neffe:] will ich schreiben, so zerbeiß’ ich mir die Nägel, nütze die Stirn ab .. der G. [
le dieu] ist abwesend. Ich glaubte Genie zu haben .. GWB45,140,15 RamNeffe GWB30,160,22 ItR
uö hinsichtl der (gottverliehenen, vernunftbestimmten) Vorrangstellung, Machtfülle sowohl allg für den Menschen als Herrn der Schöpfung als auch speziell für den (Allein-)Herrscher, insbes in der antiken Vorstellung vom Gottkönig; auch in Vbdgn wie ‘der kleine G. der Welt’, ‘ein G. der Erde’ bzw ‘die Götter dieser Welt’ [
Meph zum Herrn:] wie sich die Menschen plagen. | Der kleine G. der Welt
14) bleibt stets vom gleichen Schlag .. | Ein wenig besser würd’ er leben, | Hätt’st du ihm nicht den Schein des Himmelslichts gegeben; | Er nennt’s Vernunft und braucht’s allein, | Nur thierischer als jedes Thier zu sein GWBFaust I 281 [
Polymetis:] Es preiße der sich glücklich, der von den Göttern dieser Welt entfernt lebt; er ehr’ und fürchte sie und danke still, wenn ihre Hand gelind das Volck regiert GWB11,396 Elp
1 II 3~GWBElp
2 1002 Sechs Begünstigte des Hofes | Fliehen vor des Kaisers Grimme, | Der als G. sich läßt verehren GWB6,267 Div Siebenschläfer 3 GWB21,108,11 Lj I 17
uö 2
mBez auf jds Selbstgefühl; überwiegend in wahnhaft od ekstatisch erhöhten Momenten sowie in der Phantasie; vereinzelt im Lebensgefühl des Sturm u Drang, in ‘Götz’ einmal auch in der Vorstellung vom Weltenschöpfer [
Tasso zur Przin:] Ist es Verirrung, was mich nach dir zieht? | Ist’s Raserei? .. | Ich fühle mich von aller Noth entladen, | Frei wie ein G., und alles dank’ ich dir Tasso 3273 [
Adelh:] Lass mich leben! .. ich umfass deine Füsse. [
Fememörder:] .. Ein Königliches Weib .. In ihren Armen würd ich elender ein G. seyn GWB39,183,20 Götz
1 V [
Faust, das Zeichen des Makrokosmos erblickend:] Ha! Welche Wonne .. | Ich fühle junges heil’ges Lebensglück | Neuglühend mir durch Nerv’ und Adern rinnen. | .. Bin ich ein G.? Mir wird so licht! | Ich schau’ in diesen reinen Zügen | Die wirkende Natur vor meiner Seele liegen GWBFaust I 439~GWBUrfaust 86 [
Satyros:] Selig, wer fühlen kann | Was sei: G. sein! Mann! | Seinem Busen vertraut, | .. frei | Wie Wolken, fühlt was Leben sei! GWB16,91 Satyros 261 GWB39,171,3 Götz
1 V GWB14,312 Faust I Plp 55 Gespr(He2,555) Bettina Aug 10
uö(selten) 3
pejor od in krit Distanz: eigensüchtig od von einem beschränkten Standpunkt aus maßlos überschätztes Idol, Ideologie einer Gruppe od Epoche; einmal ‘der G. der Welt’ für den korrumpierenden (molochsgleichen) irdischen Reichtum (nach 2.Kor 4,4) Moderecension. | Preise dem Kinde die Puppen, wofür es begierig die Groschen | Hinwirft, so bist du fürwahr Krämern und Kindern ein G. GWB5
1,245 Xen 277(822) alles Sollen ist despotisch .. Das Wollen hingegen .. scheint frei und begünstigt den Einzelnen .. Es ist der G. der neuern Zeit .. und hier liegt der Grund, warum unsre Kunst so wie unsre Sinnesart von der antiken ewig getrennt bleibt GWB41
1,61,13 Shakesp u kein Ende [
Sekretär, iZshg mit der Intrige gegen Eugenie:] Verlangst du Wohnung .. trefflich ausgestattet .. | Sie ist bereit .. [
Hofmstrin:] .. abscheulich naht sich mir | Der G. der Welt im Überfluß heran. | Was für ein Opfer fordert er? Das Glück | Des holden Zöglings müßt’ ich morden helfen GWBNatT 687 GWB5
1,172 Triumvirat 1 Gespr Eckerm 25.12.25 Gespr(He2,436) Riemer 8.4.09 uö
→ GWB
Abgott GWB
Berggott GWB
Christgott GWB
Diebsgott GWB
Donnergott GWB
Erdengott GWB
Fabelgott GWB
Familiengott GWB
Fliegengott GWB
Flußgott GWB
Frühlingsgott GWB
Halbgott GWB
Hausgott GWB
Herrgott GWB
Himmelsgott GWB
Judengott GWB
Jugendgott GWB
Kriegsgott GWB
Legendengott GWB
Liebesgott GWB
Meer- Mensch- GWB
Mit- GWB
Musen- GWB
Nachbar- GWB
National- GWB
Ober- GWB
Quell- GWB
Riesen- GWB
Schnee- GWB
Schreckens- GWB
Schutz- GWB
Sonnen- GWB
Todes- GWB
Traum- GWB
Unter- Vater- GWB
Volks- GWB
Wald- GWB
Wasser- GWB
Wein- GWB
Wellen- GWB
Welt- GWB
Zeitungs- GWB
Abgötter GWB
Abgötterei GWB
Vielgötterei GWB
vergöttern GWB
Vergötterung GWB
abgöttisch Syn zu A-C
GWB
Gottheit GWB
Wesen(das höchste W.) zu A1
GWB
Allumfasser GWB
Geist GWB
Weltgeist zu B
GWB
Schöpfer zu B2—4
GWB
h1n GWB
ein(der Eine) GWB
ewig(der Ewige) GWB
Herr GWB
hoch(der Höchste) zu B2
GWB
Allah GWB
ausbreiten(der Ausgebreitete) zu B3 GWB
Elohim GWB
Jehovah zu B4 GWB
Allmächtige GWB
barmherzig(der B-e) Vater zu B4a GWB
Christus GWB
Erlöser GWB
Geist GWB
Gottmensch GWB
Gottvater GWB
Heiland GWB
Logos Messias zu B4c Urquell Welt(en)GWB
schöpfer zu B4e
GWB
Erbarmer zu C1
GWB
Dämon GWB
deus GWB
himmlisch(die H-en) zu D1 u 3
GWB
Götze GWB
Idol zu D2
GWB
Gottheit 1) vgl die Artikel ‘Gott/Götter .. .’ u ‘Religion/Religiosität’ in GHb3 2) zu diesem “sinnlich-geistigen Minnedienst” vgl Maurer/Rupp, Dt Wortgesch3 2, 1974,177f 3) vgl Jb FDH 1973,186—189 4) Die Verse folgen weithin Giordano Brunos Komm zu seinem Ged ‘De Immenso’, vgl G-Kalender 1935,214—217 5) “eine .. Zusammenfassung der Zeilen, in denen Kant die moralische Gefühlsbezogenheit zum Göttlichen erläutert” (Gv Molnár, G-s Kantstudien, 1994,155; vgl 150ff u 357 6) eine Anspielung auf Jacobi, vgl FfA II 10,1125 7) zu beiden komplexen “Formen des geistigen Weltergreifens” u G-s Bezug auf Spinozas ‘Scientia intuitiva’ vgl HNicolai, G u Jacobi, 1965,166—170 8) Ethica, pars V, propositio 19; zur weiteren Tradition (Evangelium u Testamentum Johannis) vgl MBollacher, Der junge G u Spinoza, 1969,219—224 9) zu G-s Quelle (Sanson) vgl Div Wb s v Gott, Anm 22 10) eine von G aus dem Lat übs, refrainartig wiederholte Koranstelle (Sure 6,76ff) 11) vgl Langen 464f 12) nach Matth 27,46 13) zur Entwicklung seit Mitte des 18. Jh vgl DWb 4.1.5,1117f 14) Anspielung auf eine Leibnizsche Formulierung (“ .. comme un petit Dieu dans son propre monde, ou Microcosme”); vgl FfA I 72,169 u GJb 110 (1993),244f Horst FleigH.
F.