[]schwan,
m. cygnus, name des bekannten wasservogels. II.
herkunft und form. I@11) schwan
ist augenscheinlich eine nominalbildung zu dem indogerm. verb. svénô
tönen, klingen, das in sanskr. svánati,
lat. sonĕre, sonare,
altir. sennaim
ich spiele auf der harfe, vorliegt; innerhalb des germ. gehört dazu die weiterbildung ags. swinsian
tönen. zu der bildung läszt sich sanskr. svánas
und svaná
geräusch, ton, lat. sonus,
altir. son
wort, vergleichen; s. Fick
3 3, 361.
41, 153. 2, 322. schwan
bezeichnet also den tönenden, ähnlich wie hahn
den sänger. der name kann mithin ursprünglich nur von der einen art, den wilden schwänen gelten, die allein töne von sich geben, s. unten II. 2. I@22)
daneben hat das germanische noch eine andere bezeichnung, die von der weiszen farbe ausgeht und ursprünglich wol die allgemeine war, mit dem slavischen gemeinsam: *alBetiz (
zu lat. albus),
erhalten in altn. álpt, álft Cleasby-Vigfusson 43
a (
danach das gewöhnliche wort im isl., während svanr
nur ein poetisches wort ist),
ags. ylfetu,
ahd. albiʒ,
m. f., auch alpiʒ, elbiʒ, -eʒ, elpiʒ, el(e)wiʒ Graff 1, 243;
mhd. elbiʒ, albiʒ,
m. Lexer
handwb. 1, 538;
auch im ältern nhd. (16.
jh.)
noch elbisz, elbs, ölbsch, ölb,
s. th. 3, 402;
slav. lebedĭ
und labud (
serb. labud,
cech. labut',
poln. łabdź,
kasch. łabdz),
vgl. Miklosich
vgl. wb. 162
a und dazu Fick
3 2, 308. 3, 28. Grimm
gramm. 3, 361. Müllenhoff
d. alterthumsk. 1, 2 (
die zusammenstellung mit albus
ist ziemlich allgemein angenommen; doch ist zu beachten, dasz dieses wort gerade den german. und slav. sprachen fehlt, dagegen beide ein wort *albis '
flusz'
gemeinsam haben; s. Miklosich 220
b f. könnte dies ursprünglich allgemein '
wasser'
bedeuten und das etymon zu *albeti-
enthalten?) —
ein unterschied der bedeutung zwischen schwan
und elbisz
ist nirgends erkennbar: cignus haiʒt ain elbiʒ oder ain swan. Megenberg 174, 8; der schwan wirt von unseren ein ölb oder elbs genennt. Gesner
vogelb. (1582) 217
b.
es werden auch beide wörter componiert: ein schwan œlbs,
s. Boecler
cynosura mat. med. (1731)
s. 721. I@33)
der name schwan
findet sich in allen german. sprachen mit ausschlusz des goth.: altn. svanr (
stark, gen. svans,
plur. svanir,
nur poetisch, s. 2) Cleasby-Vigfusson 606
a;
norw. svana,
f. und svon (
plur. svaner) Aasen 777
a;
dän. svane,
schwed. svan,
mundartlich auch svana,
f. (
plur. svänor
und sväner) Rietz 701
b;
ags. swan, swon,
m. Bosworth-Toller 943
a;
engl. swan,
vgl. Skeat 615
b;
as. suan
cygnum. Prud.-gl. 211,
s. zschr. f. d. alterth. 15, 521
a;
mnd. swân, swane,
m. Schiller-Lübben 4, 484. 6, 277
a, swone,
m. 4, 501
a;
nnd. swaan, swân,
m. Dähnert 475
b. Mi 90
a. Schambach 220
a, swâne,
f. Woeste 264
b (
s. unten 4,
c);
mnl. swane,
holl. zwaan,
f., vgl. Franck 1223;
ahd. swan
und swana (
f.?);
belegt suuana, albiʒ
cygnus, suuana
cygnus, suáne
cignus, suon
cicnum. Graff 6, 879;
mhd. swan, swane,
m. Lexer
handwb. 2, 1334:
cygnus .. swane, zwaen, zuan,
hochd. swan, schwan. Dief.
gl. 118
b;
cignus ein oler
vel swam, schan,
tignus swann, elbys, schwan, elbs,
cignitus eyn swanen l
d. nov. gl. 89
b;
olor ... swane,
hd. swann, swan, schwan, schwann, schwamm, swon, swaen, suaen, zwaen, swain.
gl. 395
b; —
vgl. zum ganzen Kluge
5 340
b. Weigand 2, 659. I@44)
die angeführten formen sondern sich in 3
gruppen: I@4@aa)
ein starkes masc. *swanaz,
das genau dem indogerm. worte für '
geräusch, ton' (
sanskr. svaná,
lat. sonus
aus *svonos,
ir. svon)
entspricht. es findet sich im altn., ags. und as. ausschlieszlich und scheint die ursprünglichste form zu sein. I@4@bb)
ein schwaches masc. *swanô,
wie es der bedeutung nach zunächst zu erwarten wäre, vielleicht indesz erst nachträglich an das reimwort hano
angeglichen oder auf vermischung des starken masc. und des schwachen fem. (
s. c)
beruhend; es ist nur im deutschen nachzuweisen. I@4@cc)
ein schwaches fem., das entweder eine selbständige nebenform zu a ist oder sein geschlecht der unter 2
angeführten andern benennung verdankt. es ist in den nordischen mundarten (
norw. schwed., s. 3)
verbreitet, findet sich aber auch ahd.; ebenso noch jetzt im rheinischen gebiete, holl. zwaan
s. o., in Westfalen swâne,
f. Woeste 264
b,
am Main und Rhein schwone Schm. 2, 634;
ebenso ursprünglich in Hessen, neuerdings meist masc.; doch das fem. noch in wirtshausnamen: eine schwane, zur schwane. Pfister 171
f.; ebenso bei Hebel 2, 167,
s. unten II, 6,
b (
s. auch swane
gulbis Nesselmann 717 ?) I@55)
sonst herrscht im nhd. durchweg das masc. schwan.
dagegen findet sich noch starke und schwache flexion nebeneinander, und zwar bevorzugt die ältere sprache im allgemeinen schwache bildung, während jetzt in mustergültiger sprache durchaus die starke (des schwans, die schwäne)
vorgezogen wird. die wörterbücher lassen den unterschied meistens nicht erkennen; folgende [] geben den plural an: schwan,
m. schwanen
cigno Kramer
dict. 2, 695
c; schwan, der,
plur. schwanen,
olor, cygnus Stieler 1953;
dagegen: schwan (der,
plur. schwäne) Steinbach 2, 533;
ebenso bei Adelung
und Campe. in der
litteratur herrscht die schwache bildung im 16.—18.
jahrh.; sie findet sich z. b. bei Eybe, Luther, Wirsung, Fischart, Spee, Opitz, Hohberg, Hoffmannswaldau, Grimmelshausen, Haller, Geszner, Wieland, Herder, Fr. Müller, Voss, J. v. Müller, J. Paul,
s. u. die belege. dagegen ist der plur. schwäne
zuerst bei Fleming
bezeugt, weiterhin bei Brockes, Günther, Ramler, Heppe, Döbel, Pestalozzi, Klinger, Houwald, Grillparzer, Platen, Alexis, Leuthold.
er taucht also im 17.
jahrh. auf und ist im 19.
allein herrschend (Holtei
gebraucht die mundartliche form schwane,
im reime auf plane).
manchmal finden sich beide formen bei demselben gewährsmann neben einander, so hat Döbel 1, 69
a schwäne,
dagegen 3, 98
a schwanen.
bei Hagedorn schwanen: der schwanen sterbelied, was star und älster schwatzen. 2, 12. Ramler
setzt dafür in seiner fabellese 1, 51 der schwäne sterbelied
ein; aber auch Hagedorn
selbst gebraucht diese form: wie sehr ist euch das schicksal hold, ihr schwäne, die ich fast beneide! 3, 40.
daneben im acc. sing. einen schwan (2, 124,
s. u.). Wieland
gebraucht im allgemeinen durchaus die schwachen formen, doch in seiner spätern zeit vereinzelt auch den plur. schwäne,
sogar unmittelbar neben schwanen: man sieht leicht, dasz Lucian mit dieser scherzhaften wendung im vorbeygehen der dîchter spottet, die vom gesang der eisvögel, grillen und schwanen so viel aufhebens machten, wiewohl die grillen in Jonien eben so eintönig zirpten und die schwäne auf dem Kayster keine lieblichern töne von sich gaben, als die unsrigen.
Luc. 3, 296.
ähnlich hat Luther
im acc. sing. einen schwanen 5, 302
b,
daneben in der bibelübersetzung den schwan,
s. unten; auch Stolberg
hat beide formen, s. d. belege. Göthe
schreibt in seinen jugendbriefen schwanen (
s. II, 4,
e),
später dagegen schwäne: was ist weiszes dort am grünen walde? ist es schnee wohl oder sind es schwäne? .. wären's schwäne, wären weggeflogen. 2, 51; die frei, zierlich-stolz sanfthingleitenden schwäne. 41, 206.
in andern fällen scheint eine vermischung beider flexionsweisen eingetreten zu sein in der weise, dasz der plur. schwach gebildet wird, der sing. dagegen starke formen zeigt, so in Schlegels
Shakespeare-übersetzung: ich bin das schwänlein dieses bleichen schwans, der klage-hymnen tönt dem eignen tod.
kön. Joh. 5, 7; so, wenn er fehltrifft, end' er schwanen gleich hinsterbend in musik.
kanfmann 3, 2.
vgl. auch dz zu eym schwan gehört,
cygneus. das von schwanen ist,
holorinus Dasypod.
noch gröszere verwirrung herrscht bei J. Paul,
wo neben dem gen. plur. schwanen (
z. b. 4, 37. 21, 147)
auch schwäne (7, 121)
und im dat. sing. schwane (24, 21)
steht, s. die belege. I@66)
in zusammensetzungen hat sich dagegen die schwache stammform schwanen-
fast durchweg festgesetzt. nur einzelne zeigen daneben formen mit schwan-.
in der unten folgenden zusammenstellung ist der gleichmäszigkeit wegen überall die erstere zu grunde gelegt. I@77)
nicht selten sind, besonders in der ältern sprache, mit schwan
zusammengesetzte eigennamen, und zwar sowol orts-, wie personennamen. von ersteren führt Förstemann
altd. namenb. 2
2, 1419
folgende an: Svanebach (
belegt 1062), Swenabeke; Suanuburgon (938), Swanafeldum (8.
jh.), Suanse (8.
jh.), Suaningun (9.
jh.), Swanichendorf,
vgl. auch unten Schwanenfeld.
noch häufiger sind personennamen: Sueno (
hierher?), Suanucho, Suanila, Suanabald, Swanupraht, Swanebergh, Swaneburc, Swanager, Swanagarda, Suanehard, Swanahild, -hildis, -hilt, Swanaloug,
s. Förstemann
a. a. o. 1, 1132—4. J. Grimm
gramm. 2, 415. Schwanhild, Svanhvítr
in mythen und heldensagen, vgl. auch Swanwittchen
unter schwanenweisz.
am häufigsten ist Schwanhild,
es liegt auch zu grunde in dem ortsnamen Suanahiltadorf (982
u. ö.) Förstemann
a. a. o. IIII.
bedeutung. II@11)
im eigentlichen sinne, name des schönsten und gröszten schwimmvogels, anas cygnus Nemnich;
vgl. Oken 7, 481—4.
öcon. lex.2 2658
f. Behlen 5, 564
ff.; schwan,
cygnus, lat. olor, holor Dasypodius; schwan oder ölbsch (der)
olor, canorus ales, cygnus Maaler 365
d; schwan,
m. un cygne Hulsius 291
b;
olor .. ein schwan Corvinus
fons lat. 447
a; die schwanen
[] sind nicht allenthalben zu finden, halten sich gemeynlich an etlichen sondern feuchten wasserechten orten. Sebiz
feldbau 113; schwan, ist ein schöner wasservogel, welcher aber hier zu lande selten wild angetroffen wird, doch kamen
an. 1740. zur winterszeit viele dergleichen schwäne auf denen offenen gewässern hiesiger gegenden ..
an. Heppe
wohlred. jäg. 274
a;
mhd. swan: der swane vuor dem gestade bî.
Lohengr. 631; si (
die vögel) wâren grœʒer denn der swan. Ottokar
reimchron. 96176. II@1@aa)
der schwan
lebt auf dem wasser: ein schwan ist ein rechter wasser-vogel, dergleichen keiner gefunden wird. Colerus
hausb. (1680) 1, 486
a; von der schwanen wohnung. sie seyn gerne, wie gemeldt, in seen, teichen oder groszen flieszenden wassern, item in den schlosz- und stadtgräben. 486
b; unter denen hier bekannten wasservögeln sind die schwäne die grössesten. Döbel 1, 69
a;
sprichwörtlich: den schwanen und gänsen ists angeboren, dasz sie oben aufm wasser fliessen. Lehmann
bei Wander 4, 416; um den see (
Avernus) sind viele warme quellen, es ist falsch, dasz ihn die vögel meiden, er wird von schwanen beschwommen. J. v. Müller 14, 261; die blitze erleuchten schwanen, die unter lichttrunkenen nebeln auf den wellen schlafen. J. Paul
Tit. 1, 147; hier wohnen die Najaden, der keuschen nymphen chor, so mit den schwanen baden. Opitz 1, 61; man tadelt' einen schwan, der wasservögel könig. Hagedorn 2, 124; ihr schwanen auf dem see. Fr. Müller 1, 259; wie der schwan zürnend mit gewölbten schwingen durch die wogen schäumt. Stolberg 2, 47; so gehn zwei schwanen mit langsamen schritten an dem ufer des stroms, und sonnen ihr schimmernd gefieder.
insel 201, 291; wat voär rare swanen upt blaue water da sägelt! Voss
s. 107
Sauer (
idyll. 8, 92).
der zahme schwan
schwimmt, aber fliegt wenig (
dagegen der wilde, s. b): wahr ist es, dieser schwan fliegt wenig; doch er verfliegt sich nicht. er taumelt, wann er geht; allein, er schwimmt mit majestät. Hagedorn
a. a. o.; sieh, wie der edle, schöne schwan mit hohlem fittig prahlt. Stolberg 1, 410; schwäne waren es auch nicht, die aufflattern wollen, und die flügel wieder sinken lassen. Alexis
hosen12 6. II@1@bb)
man unterscheidet zahme
und wilde schwäne,
letztere sind zugvögel, über ihren gesang s. 2: es sind zweyerley schwanen, wilde und zahme oder gezähmte, und wohnen beyde in wassern, denn es sind wasservögel, die wilden findet man auff grossen seen und teichen, und können sehr starck fliegen, haben im flug ein geschrey schier wie die kranich. Colerus
hausb. 485
b; von den zahmen und wilden schwänen. Döbel 1, 69; am strande des meers, und sonderlich bey dem ausflusz unsers strohms, fand ich viel wilde schwanen ... als nun diese schwanen so grosz waren, dasz sie fliegen konten, richtete ich sie ab, zum luder.
Simpl. 3 (1684), 674. II@1@cc)
am schwan
wird besonders sein weiszes gefieder hervorgehoben: ain swan. daʒ ist ain weiʒer vogel. Megenb. 174, 8; der schwan, mit seinen weissen federn und schwarzen fleische, ist als ein bild des falschen, von den opffern verworffen. Butschky
Pathmos 62; dô spürte er, daʒ ein wîʒer swan flouc ûf dem waʒʒer dort her dan und nâch im zôch ein schiffelî
n. Konrad v. Würzburg
schwanr. 107; der schwann ist weiszer, dan der schne.
fastn. sp. 555, 15; wolt gott, ich wär ein weiszer schwan! ich wolt mich schwingen über berg und tiefe tal. Uhland
volksl.2 143 (88, 8); sich üben dort mit schwimmen viel in schnee gefarbte schwanen. Spee
trutzn. 22, 176
Balke; im wâlle schwimmen dè schloweissen schwâne, ma' sìt' sè mît à wasserhîhndeln zieh'
n. Holtei
schles. ged. (1830)
s. 121.
daher vergleiche und wendungen wie die folgenden: weysser dann ein schwan sein,
anteire olores candore Maaler 365
d; weis wie ein schwan,
bianco, candido, come un cigno Kramer
dict. 2, 695
c; die jungfer ist weiszer, als ein schwan,
virgo anteit olores candore Stieler 1953; meine schafe sind weiss wie die schwanen im fluss. Geszner 2, 65;
[] wîʒer dann ein swane blanc. Albr. von Halberstadt 32, 245; sô schein diu lîch dâ durch wîʒ alsam ein swan.
Erec 330; swaʒ al die mîne fuorten an: daʒ was gar wîʒ alsam ein swan. Ulr. v. Lichtenstein 161, 20; sie übertreffen ja die schwanen selbst an weisze! Wieland 10, 171 (
urtheil des Paris); bey seines rückens glanz, der schwanen schamroth macht, scheint spiegelnd silber grau wie schlacken. 17, 25 (
Idris 1, 27); des nackens silber, gleich des schwans gefieder. Grillparzer
5 3, 11. II@1@dd)
daher sprichwörtlich das ist seltener dann ein schwartzer schwan,
questo è più raro ch'un cigno nero. Kramer
diction. 2, 695
c u. ähnl.; ein reiche fraw sey ein seltzamer vogel auff ertreich. und sey geleich einem schwartzen schwanen und einer weyssen kroen. Albr. v. Eybe 2
b; selten wir gesehen haben swartze swanen und weizze raben, noch seltseiner deuhte mich ein rihtere, der gerecht an allen sachen were. Hugo v. Trimberg
renner 8427; wer diese eilff soll zeigen an, wirts finden wie ein schwartzen schwan. Kirchhof
wendunm. 1, 125
Österley (1, 97); man helt, es sey ein solcher man so seltzam, als ein schwartzer schwan. Alberus
Esop 29
b (
fabeln 8, 138); ein freund, der es nicht anders sagt als meynt, ist so gemein, als wie ein schwartzer schwan, und wie die raben, die weisse flügel haben. Günther 955. II@1@ee)
im mittelalter wird der schwan
gejagt (
gebeizt)
und gegessen, s. A. Schultz
höf. leben2 1, 388. 481;
später seltener wegen seines schwer verdaulichen fleisches: und dis solt jr schewen unter den vogeln, das jrs nicht esset, den adler ... den schwan.
3 Mos. 11, 17,
vgl. 5 Mos. 14, 17; die wilden schwanen scheust man aus den flössen, oder fähet sie mit den hunden .. wenn man sonsten den schwan auff dem wasser schiessen wil, so musz es geschehen, wenn er den kopff unter dem wasser hat. Colerus
hausb. (1680) 1, 632
b; man brät und isset beyde geschlecht (
zahme und wilde, s. b), aber sie haben ein grob, hart, schwärtzligt fleisch, das nit wol zu verdauen ist. 485
b;
sprichwörtlich: ein schwan ist weiss unnd schön unnd hat ein ungeschmack (
auch schwartz, grob) fleisch. Lehmann
bei Wander 4, 417, 8. II@22)
besonders berühmt ist der schwan
wegen seines gesanges. dieser kommt indes nur dem wilden oder singschwan (
englisch hooper '
rufer'
genannt)
zu, der im norden der alten wie der neuen welt zu hause ist, beim beginne des winters aber in südlichere gegenden zieht. er unterscheidet sich vom gemeinen oder stummen schwan besonders durch die gewundene luftröhre, die in das gewölbte brustbein eintritt, und ihn befähigt, besonders beim fluge zwei trompeten- oder glockenähnliche töne auszustoszen, die einen mollaccord bilden und dadurch melancholisch klingen, s. Oken 7, 482
f. Müllenhoff
d. alterthumsk. 1,
s. 1—5.
dieser schwanengesang war den alten Griechen aus eigner anschauung bekannt und wird bereits bei Homer und Hesiod erwähnt. ebenso kannten ihn die alten Germanen Englands und Skandinaviens; die belege stellt Müllenhoff
a. a. o. s. 1—2
zusammen. nachzutragen ist besonders das 8.
der Cynewulf
schen rätsel, vgl. zeitschr. f. d. alterth. 11, 462. 12, 246.
dagegen kennen die mittelalterlichen Deutschen den gesang des schwans
nur aus der antiken litteratur, meist in der sagenhaften fassung, dasz er nur singe, wenn er seinen tod nahen fühle. diese sage kennt ebenfalls schon das alterthum (
Martial s. Oken 7, 483);
anlasz dazu gab wol der erwähnte melancholische klang. zahlreich sind die zeugnisse aus der mhd. dichtung, s. mhd. wb. 2, 2, 761
a. Lexer
handwb. 2, 1334: swone, de is der naturen, want he starven schal, so singet he sotliken.
quelle bei Schiller-Lübben 4, 501
a; geschihet mir als deme swan, der singet als er sterben sal.
minnes. frühl. 66, 13; ich tuon sam der swan, der singet swenne er stirbet. 139, 15 (
vgl. die anm. s. 285
u. Wackernagel
altfranz. lieder s. 242
f.); dô kleites mit gesange ir ellende alsô lange, gelîcher wîse als der swane, sô er vâhet sterben ane. Albr. v. Halberst. 33, 509; man seit uns allen daʒ der swan singe swenne er sterben sol. Konr. v. Würzburg
goldene schmiede 976 (
vgl. s. li).
[] sobald man wieder beginnt selbst die natur zu beobachten, werden zweifel an dieser nachricht laut, da man den wilden schwan nicht kennt und daher die sage ohne weiteres auf den einheimischen stummen schwan bezieht: ain swan, daʒ ist ain weiʒer vogel und sprechent die maister, er sing gar schôn, aber daʒ hân ich nie gehœrt und hân ir doch vil gesehen. Megenberg 174, 8—10; Aristoteles ist .. auch der meynung, dasz die schwanen vor ihrem ende lieblich singen sollen .. doch halten etliche, als Athenaeus und andere mehr, nichts darvon, denn sie glauben nicht, dasz der schwan vor seinem end singen soll. so hab ich auch selber, weil es allhier auff der Spreu (
Spree) .. sehr viel zahme schwanen hat, fleissige nachforschung gehabt, bey den leuten, die zu ihrer wartung verordnet seyn, und kan keiner sagen, dasz er jemals einen schwanen vor seinem end hätte singen hören. Colerus
hausb. (1680) 1, 485 (
im folgenden ein erklärungsversuch);
seltsam ist die confusion beider schwanenarten bei Gesner
vogelb. 217
b f.: die schwanen habend etwan ein stimm wie der esel schreyet, aber kurtz, die nit weyt gehört wirdt, sagt Turnerus. sy singend das lieblichest gesang under allen vöglen: die stimm aber, als ich offt gehört hab, ist wie der gansz, sagt Cardanus. man schreybt, spricht Albertus, dasz dise vögel im Hyperborischen gebirg den sengeren nachsingind. aber in disen landen, als man gwüszlich erfaren hat, singt der schwan nit dann ausz schmertzen und leid: welches man mer ein jamergsang dann ein süsse melodey nennen mag. Hohberg 2, 344
a bringt den schwanengesang durch das zeugnis eines Norwegers wieder zu ehren. in der dichtersprache ist er stets heimisch und sehr beliebt geblieben: ein schwan der singt wenn er stärben wil. Maaler 365
d;
argutus olor der wolsingende schwan. Corvinus
fons lat. 447
a; der schwan stirbt mit singen und freuden. Steinbach 2, 533; wie sie (
die ungebornen seelen) der erde entgegen flogen, dehnte sich ein melodisches flöten durch das blau wie wenn schwanen über winternächte fliegen und in den lüften töne statt der wellen lassen. J. Paul
Qu. Fixlein 37; lauter schwingt sich der schwan, und lauter wehet die rose daher. Klopstock 1, 178; stürmischer schwingen sich adler nicht, und schwäne nicht tönender! Stolberg 1, 53; singend zieht der weisze schwan, ... wenn der winter kommt, nach süden. Müllner
schuld 1, 7; und durch unermeszne räume ziehn wie leichte morgenträume schwäne singend drüber hin. Houwald
leuchtthurm 1, 1; im wasser um die blume kreiset ein weiszer schwan; er singt so süsz, so leise, und schaut die blume
an. Geibel 1, 35.
in vergleichen: warumb lässest du mich unbesynnte ausz werffen mein haysse stymm geleich ainem schwanen. Wirsung
Calixstus S 5
a;
auch übertragen, im bilde: kinder (
der Medea),
den letzten, schwachen, sterbenden ton. mutter!
Medea (
zu den Eumeniden). legt diesen ton meiner schwäne an sein (
Jasons) herz! Klinger 2, 233. II@33)
der schwan
in sage und dichtung. II@3@aa)
Zeus verwandelt sich in einen schwan, um Leda zu verführen: wie Jûpiter eines sich zeinem swanen verstalde unde Lêden valde. Albr. v. Halberstadt 15, 215; sie sieht's und denkt, ob Leda ihrem schwan mehr reitzungen gewiesen haben kann? Wieland 10, 138; frau Leda wuszte nicht wie ihr dabey geschah, und sah dem schwan, von dem sie nichts besorgte, und seinem scherz in unschuldvoller ruh, nicht ohne lust, mit süssem wunder zu: ... die schuld blieb auf dem schwan ersitzen: doch zeigte schon die that genüglich an, der schwan, der diesz gekonnt, sey kein gemeiner schwan. 193
f.; hier eine nackte Lede, dort vater Zeus mit ihr als schwan in einer liebesfehde. Hölty 25
Halm; die königin, sie blickt gelassen drein, und sieht, mit stolzem, weiblichêm vergnügen, der schwäne fürsten ihrem knie sich schmiegen. Göthe 41, 108 (
Faust II, 2), mein oheim meint, ich soll das lied nicht singen von Leda und dem schwan. Grillparzer
4 6, 36. II@3@bb) schwäne
als gespann der Venus oder des Amor: (
Amor) regiere löwen oder schwanen mit seinem rosenzaum. Wieland 5, 233;
[] zu jung, sich die lust des wechsels zu versagen, liesz sie (
Venus), die welt zu sehn ... bald da, bald dorten hin von ihren schwanen sich ziehn. 10, 21 (
grazien 1); ganz anders war das junge paar gestimmt, das Amor itzt mit seiner mutter schwanen davon zu führen schien. 22, 233 (
Oberon 5, 82). II@3@cc)
eine grosze rolle spielt der schwan
in der germanischen mythologie, s. besonders E. H. Meyer
s. 112.
er ist der vogel der walküren, sie verwandeln sich in schwäne (
vgl.schwanenhemd, -kleid) J. Grimm
kl. schriften 6, 140.
mythol.4 354—7. Kauffmann
myth. s. 59; schwäne
der nornen E. H. Meyer
s. 112,
seelen als schwäne
s. 63. 67.
ferner erscheinen die elfen als schwan.
in der modernen romantischen dichtung das zugthier der feen: er erinnerte sich, in seinen mährchen öfters solche flammende kugeln gefunden zu haben, aus denen allemahl eine fee auf einem diamantenen wagen, von sechs schwanen ... gezogen, hervorkam. Wieland 11, 87 (
Sylvio 1, 12); wie wird ihr da sie rückwärts schaut und sieht, an pferde statt, vier schwanen vor dem wagen, regiert von einem kind! 22, 234 (
Oberon 5, 80); die schwanen lieszen jetzt mit sinkendem gefieder allmählich sich bis auf die erde nieder. 23, 288 (12, 68). II@3@dd)
auf ähnlichen grundlagen beruht die im mittelalter verbreitete sage rom ritter mit dem schwan,
vgl. darüber W. Müller
Germ. 1, 418—440. W. Grimm
heldens. 389,
sowie unter schwan(en)ritter;
sie ist namentlich im schwanritter Konrads v. Würzburg
und im Lohengrin dargestellt: von Munsalvæsche wart gesant der den der swane brâhte.
Parz. 824, 29; des abtes heilic leben rein schuof daʒ im der swan in engels pilde erschein.
Lohengr. 772; endlich gibt das eine denkart, die alle erzälungen vom ritter mit dem schwan, von Joh. Mandevill u.
s. w. glaubt, erzählt, möglich findet. Herder 4, 359
Suphan. II@3@ee)
daher auch der schwan
als wappenthier: ein fürste fuorte sînen vanen: dar inne sah man einen swanen. Wolfram v. Eschenbach
Willeh. 386, 12; sîn helm der was gezieret mit einem swanen härmîn, snabel und füeʒe guldî
n. Wigal. 62, 26; von Prâbant nennet man den man unt vüert in dem panier einen wîʒen swan, daʒ selbe er vüert ûf helme und an dem schilte.
Lohengr. 5022; do was der segel auf dem kiel, der gegen in kam, himelblaw, und gieng ein schöner guldiner strich dardurch, yetwederhalb dem strich flugent drey weisz schwanen, recht als ob sy lebtent, als es der künig von Zisia von erb füren solt.
Wilhelm von Österreich 4
b. II@44)
figürliche gebrauchsweisen und redensarten. II@4@aa) schwarzer schwan
zur bezeichnung der seltenheit, s. 1,
d. II@4@bb) einen gans unter schwänen,
oder ein schwan unter gänsen
u. ähnl., um jemand zu bezeichnen, der unter seiner umgebung steht, oder sie übertrifft, überstrahlt, wobei bald an die gröszere schönheit des schwans (
vgl. das märchen vom häszlichen jungen entlein),
bald an seinen gesang gedacht wird; besonders sprichwörtlich: gansz unter den schwanen,
anser inter olores .. Saul inter prophetas. Henisch 1348, 43; die gans unter den schwanen. Stieler 1953; sie hatte sie noch nie gesehen, aber sie irrte sich so wenig, als wenn man unter einem schwarm gänse einen schwan sieht. Pestalozzi
Lienh. u. Gertr. (1790) 2, 203; sage ihr, ich sehe die hofcerkles nicht mehr, seit dem der schwan weggeflogen, dessen sich unsere gänse auch izt, nur noch mit neid erinnern (
dazu die anm.: Therese war vorigen sommer bei hof). 4 (1787), 3; was aber soll nun mir, o Nauwach, von dir ahnen, mir, der ich eine gans bin bey gelehrten schwanen, dasz du mein kinderspiel mit solchem eyfer liebst, und durch dein singen ihm erst seine seele giebst! Opitz 1, 39; ich zwar, der ich, recht zu sagen, eine gans bei schwänen bin. Fleming 324, 26
Lappenberg; vor allem aber schütze mich die ältere vor dieser schaar, die, neben deiner schönheit schwan, nur schlecht befittigt schnatterhafte gänse sind. Göthe 41, 191 (
Faust II, 3;
Phorkyas zu Helena). II@4@cc)
die beziehung auf den gesang tritt besonders hervor in dem sprichwort: nu lêrt de gans den swanen singen,
iam cecinisse docet argutos anser olores. Tunnicius 436 (
doch auch der schwan will den adler singen lehren. Wander 4, 417, 18; wenn der
[] schwan sein liedlein allein für sich singt, und fordert den adler nicht ausz, so bleibt er desto lenge mit frieden. Petri Bbb 2
b). —
so bezeichnet sich auch Luther
wortspielend als schwan, im hinblick auf Husz, dessen čechischer name '
gans'
bedeutet: S. Johannes Hus hat von mir geweissagt, da er aus dem gefengnis in Behemerland schreib, sie werden jtzt eine gans braten (denn Hus heisset eine gans) aber uber hundert jar, werden sie einen schwanen singen hören, den sollen sie leiden. 5, 302
b;
so auch bei andern: wurden sie beide (
Husz und Hieronymus von Prag) an eynem stock und pfal verprent, der eyn für eyn Bömische gans, der ander für eyn ent.
dazu am rande: aber den schwanen konten sie nit braten. Fischart
bienenkorb 12
b; denn zu der leute zeit, erwecket der rechte felsz
d. Martinum Lutherum, .. der ist der lauter schwan, darvon Huss zuvor vor 100. jaren geweissaget. Mathesius
Sar. 93
a. II@4@dd)
auch sonst werden menschen oft als schwan
bezeichnet, so jungfrauen wegen ihrer weisze und schönheit, besonders im nordischen, s. J. Grimm
kl. schr. 6, 140—1
und oben b. so auch: der schwan der zarten haut, des mundes rosen-laub. Günther 994. II@4@ee)
besonders aber dichter wegen ihres gesanges: schwanen,
etiam dicuntur poetae, quasi cantantes cygni. Stieler 1953;
so der schwan von Mantua,
Vergil, s. Wander 4, 417, 16; sind aber keine schwäne da? erscheint noch kein Homer zum singen? hat Schlesien kein Mantua, noch einen Maro vor zu bringen? Günther 140; was tröstete die seele für ... den hohn der stets boshaften kurzsichtigkeit, welche, beklatschend lüsterne bänkelsänger, taub scheint, sobald sie den gefühlstrunknen schwan hört? Platen 133
a.
vgl.: ach! wie sie schwebten um mich, die schwäne der gesänge von Hellas land! Stolberg 2, 79; aufsprang der knabe Gleim, war des traumes voll, der diese nacht, als Klopstock geboren ward, ihm einen schwan, der göttersprüche sprach, an das klopfende herz hinlegte. 173.
ähnlich auch: fahr hin du alter schwan! fahr hin, gesegnet seyst du für deinen letzten gesang und alles was du uns sonst gesagt hast. Göthe 15, II, 178
Weim. ausgabe (
paral. zu Faust 65); ich ... war im jammer, und klage ihnen das, in wunderschönen reimen, und dencke, ob sie denn wohl dich bedauern wird, und den unglücklichen schwanen durch ein briefgen trösten wird!
briefe 1, 193 (
vom 13.
februar 1769). —
vgl. ferner oben 2
und dichterschwan
theil 2, 1069. II@4@ff)
in freierer übertragung: mein groszer lehrer Dahore — dieser glänzende schwan des himmels, der vom zerknickten flügelgelenk an's leben befestigt, sehnend zu andern schwänen aufsah, wenn sie nach den wärmern zonen des zweiten lebens zogen. J. Paul
Hesp. 1, 120; denn gerade die flügel der phantasie waren an diesem sanften, steten schwane (
Liane) zu stark.
Titan 4, 21. II@4@gg)
selten werden andere gegenstände als schwan
bezeichnet: der schwan des himmels, der mond, wogte fern vom Vesuve im hohen äther. J. Paul
Titan 4, 141. II@55)
ferner wird schwan
übertragen auf die federn oder daunen des schwans,
die eine beliebte bettfüllung bilden (
vgl.: endlich ... wurde sie ... in das weichste und prallste aller betten gelegt, wozu jemahls schwanen ihren flaum ... hergegeben. Wieland 35, 185);
meist im plur. der schwachen flexion (Weigand
nimmt hierfür ein fem. schwane
an. 2, 659): der aber dessen sinn gesetzte ruhe wieget, fragt er, wann er entschläfft, ob er auf schwanen lieget? Haller
alpen1 v. 10 (
später: auf eidern); sie, die in ihrem ursprünglichen glücke nicht selten auf schwanen und atlas zu hart zu liegen geklagt. Wieland 4, 87 (
Amadis 4, 6); schlaf (
subst.) auf schwanen, den zu stillen küssen Amor oft, die sorge niemahls, weckt. 9, 341; auch dich, o Rezia, floh, auf deinen weichen schwanen, der süsze schlaf. 22, 191 (
Oberon 5, 1); die sorge treibet ihn aus schwanen selbst heraus.
suppl. 1, 355 (
moral. br. 1, 120).
auch das ganze schwanenfell
mit den federn dran, als pelzwerk: als er sie die gartenstufen herniederschweben sah, in eine mantille von purpurrothem mit weiszem schwan besetzten sammt gehüllt. Gutzkow
ritter vom geist 2, 250. II@66) schwan
von andern dingen in festen übertragungen und technischen gebrauchsweisen. [] II@6@aa)
nachbildungen eines schwans: so lief ain schöns klainet im weg umbher, das ward ain guldiner schwan, mit edlem gestain versetzt.
Zimm. chron.2 2, 172, 18
Barack. II@6@bb)
über den schwan
als wappenthier s. oben 3,
e. daher auch die verwendung des schwans
als wirtshausschild, sodann auch übertragen für das wirtshaus selbst; gasthaus zum schwanen, er wohnt im schwanen
und ähnl.: was wer von nöten dem apotecker viel gelt umb das zuo geben, dasz wir selber vorhin haben und du ja so gut als er zuo kochen, wie du zum schwanen dientest, gelehrnet hast? Kirchhoff
wendunmuth 1, 141
Österley (1, 110); wie er nun geen Wurmbs für den hündern Schwannen (also haist die ain herrenherberg) kompt.
Zimmerische chron.2 1, 409, 39
Barack; schade ist's freilich, dasz er (
Schopenhauer) nicht noch lebt, um allerlei fragen an ihn zu stellen, denen er in seinem sybaritischen schmollwinkel im schwan zu Frankfurt am Main sorgfältig aus dem wege gegangen ist. Heyse
kinder der welt 1, 7.
merkwürdig ist, dasz in dieser bedeutung häufig das fem. begegnet (
s. I, 4): zwei metzger gehen mit einander auf's gäu, kommen in ein dorf, theilen sich, einer links an der schwanen vorbei, einer rechts, sagen, in der schwanen kommen wir wieder zusammen. Hebel 2, 167; das haus, das uns gegenüberliegt und aus allen fenstern lichte scheine auf das nasse pflaster wirft ... ist 'die schwane'. Ludwig 2, 108; und so warf der Fritz, nachdem er das mit all den andern aus dem saale der schwane gethan, sich selber zugleich aus dem alten, wüsten leben hinaus. 115. II@6@cc)
als blumenname, eine nelkenart bezeichnend: die hiesz er salamander ... Sylvander, schwan, Antiochus. Brockes 1, 192.
oder eine tulpenart: es sind verschiedne von den weiszen (
tulpen), die, wegen ihres schmucks und schimmers, schwäne heiszen, oft, durch die nachbarschafft der dunckelrothen, schö
n. 2, 47; an tulpen, fand ich volgende ... la belle Collmar, Sommerschoon, palais Royal, de witte schwan. 8, 65. II@6@dd) schwan,
etiam astrum est, hinc poetae lactea cygni sydera Stieler 1957. II@6@ee) der hungrige schwan,
ein magnetisches spielwerk, ein aus wachs gegossener schwan
mit einem verdeckten magneten im schnabel, den man auf das wasser setzt und nach einem stück brot, das man auf ein magnetisiertes messer gesteckt hat, schwimmen läszt. Jacobsson 6, 125
a. II@6@ff)
ähnlich der kluge schwan,
s. ebenda 276
b. II@6@gg)
in der alchymie ist der weisze schwan
der weisze körper, der durch die fortgesetzte digestion (
albification)
des schwarzen (
bei der bereitung des steins der weisen)
gewonnen wird. Düntzer
Göthes Faust2 (
Leipzig 1857)
s. 211.