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gottlob

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

gottlob

Bd. 8, Sp. 1384
gottlob , ausruf; interjektion, älter auch gottelob. zusammenrückung aus gott lob, dies verkürzt aus gott sei lob. als got(e) lob schon frühmhd., vgl. s. v. gott sp. 1098, zusammengeschriebenes gotelob um 1300 (s. u. 2 a). in zunehmendem masze zur formel und unverbindlichen floskel erstarrend, rückt das wort mehr und mehr aus dem vollgewichtigen in den religiös entleerten gebrauch. 11) noch mit dem charakter eines mehr oder weniger selbständigen ausrufs. 1@aa) verhältnismäszig selten als eigentlicher, von einem verbum des sagens oder denkens abhängiger ausruf: das war nicht lange, fand er (könig Ludwig) die Normannen: gottlob! rief er, seinen wunsch sah er (ahd.: gode lob sagêda, her sihit thes her gerêda) Herder 25, 492 S.; gottlob! rief er mir wieder zu Stolberg ges. w. (1820) 6, 100; der ... lehrjunge ... dachte ..., als er fertig war: 'gottlob!' Hebel w. 2, 128 Behaghel. hierher: se weet nix as idel gotlof von einer person, die immer im frömmelnden ton spricht Schütze Holst. 2, 58 und ähnl. redensarten bei Mensing schlesw.-holst. 2, 450. in der wechselrede, ohne unmittelbare verbale abhängigkeit: (fremder:) ah! ihr nennt euch Sophie? (Sophie:) ja. (fremder:) gottlob! Müllner dram. w. (1828) 1, 42. älteres gottlob sagen vereinzelt wohl geradezu umschreibend für 'gott danken': wann do Lya Judam geboren het do sagt sy gotlob ausz innerlicher lieb (vgl. 1. Mose 29, 35) Keisersberg granatapfel (1510) J 2c. 1@bb) als ausruf am kopf eines hauptsatzes: dasz man nicht anders gemeinet, ich würde sterben. aber gottlob, es ward besser Schweinichen denkw. (1878) 32. in jüngerem gebrauch recht häufig: gottlob! der wunsch ist nun gewährt Stoppe Parnasz (1735) 2; vgl. 5; 6; 89; dein nachbar ächzet an der gicht; gottlob! mich traf die plage nicht! Herder 27, 373 S.; na, gottlob, ich dachte schon, wir hätten wieder vergeblich gelauert W. Raabe hungerpastor (1864) 1, 8. seltener am satzende: sein appetit war trotz den tragischen umständen eher gröszer als kleiner geworden, gottlob Werfel geschw. v. Neapel (1931) 219. 1@cc) in gleicher funktion nicht selten auch einem dasz-satz vorangestellt: das vnglück wil gerühmet seyn, dasz man noch sagen musz, gottlob das nicht arger ist Petri d. Teutschen weiszh. (1605) M 6b; gottlob! dasz ich nicht schuldig bin! Stieler geharnschte Venus 43 ndr.; und so lieb ich Jesum Christum ... es war eine zeit, da ich Saulus war, gottlob dasz ich Paulus geworden bin Göthe I 37, 157 W.; gottlob, dasz sie mich verstanden haben, rief er mir entgegen Holtei erz. schr. (1861) 2, 13. 1@dd) mnd. elliptisch und versachlicht etwas ist nicht gottlob nicht so, dasz man gottlob sagen kann: se kofften dür und gheven na, ydt was nicht goddeloff, haha (Braunschweig 1490) städtechron. 16, 161; vgl. 213 22) vorwiegend als parenthetische interjektion im inneren zusammenhang einer satzaussage; so schon mhd. 2@aa) mit noch gefühltem religiösem bezug; so in älterem gebrauch vorwiegend, in jüngerem seltener: din bruder der ist nicht verkert ich habe in gotelob gelert, wie er vz valscheme lebene getreten ist vil ebene passional 289, 71 Hahn; was uns von des gnanten uwers bruders ... am vergangen sonnabent zu vesperzyd gotlob sere erfreüwelich inquam (1476) bei Steinhausen privatbr. d. mittelalters 1, 168; davon ich denn gottlob nicht krank ward Schweinichen denkw. (1878) 157; mit meinen kindern geht es gottlob ohne böse zufälle ab, und es soll hoffe ich in wenig tagen wieder gut stehen Schiller br. 7, 206 Jonas; um zwei, gottlob, und um die drei glänzet empor ein hahnenschrei Mörike w. 1, 162 Göschen. 2@bb) häufiger als unter 1 als religiös entleerte formel, etwa seit der mitte des 18. jhs., in getrennter schreibung so aber öfter schon früher belegbar (vgl. s. v. gott sp. 1098). wie formelhaftes gott sei dank (vgl. s. v. gott sp. 1099) im sinne von 'zum glück, glücklicherweise': ich mache jetzt, gottlob! keine falschen (reime) mehr Gleim briefw. 1, 80 Körte; ich weisz gottlob für diese ekelhaftigkeit kein deutsches wort Europa (1803) 2, 155 Fr. Schlegel; aus den nordischen substantiven bin ich gottlob seit gestern wieder ins land der adjectiva versetzt worden br. Grimm br. an Benecke 146 W. Müller; in den übrigen akten war herr Mischke (ein unmöglicher schauspieler) (gottlob!) wieder zuschauer (1902) Rilke br. 1899 -1902 (1931) 170. in gegensätzlicher korrespondenz zu leider: giebt es gleich leider! noch viele geistliche, welche dem kaiser hindernisse in den weg legen; so giebt es doch gottlob! auch selbst hohe geistliche, welche ihm gleichförmig denken und handeln Nicolai reise d. Deutschl. u. d. Schweiz (1783) 2, 614. 2@cc) gelegentlich in jüngerem gebrauch ironisierend oder sarkastisch: da lag in diesen dem scheine nach gewaltsamen anstalten und verbindungen oft ein vestes, bindendes, edles und groszherrliches, das wir mit unsern gottlob! feinen sitten ... fürwahr weder fühlen noch kaum mehr fühlen können Herder 5, 524 S.; vgl. 536; 549; bei uns sind gottlob! alle nationalcharaktere ausgelöscht! Herder 5, 551 S.; (Miller) (lacht voll bosheit:) gottlob! gottlob! da haben wir ja die bescheerung! Schiller 3, 410 G.; bis zum betteln habt ihr es, gottlob, bald gebracht A. v. Droste-Hülshoff ges. schr. (1879) 2, 283. in wortspielerischem scherz: hätte der liebe gott bei erschaffung der welt zu Goethe gesagt: 'lieber Goethe, ich bin jetzt gottlob fertig' H. Heine s. w. 3, 265 E.
5417 Zeichen · 111 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    gottlob

    Grimm (DWB, 1854–1961) · +2 Parallelbelege

    gottlob , ausruf; interjektion, älter auch gottelob. zusammenrückung aus gott lob, dies verkürzt aus gott sei lob. als g…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    gottlob

    Goethe-Wörterbuch

    gottlob auch Großschr u ‘Gott Lob’ Gott sei Lob u Dank, als (satzwertige) Interjektion mit folgendem daß-Satz od als Par…

  3. modern
    Dialekt
    Gottlob

    Schweizerisches Idiotikon · +1 Parallelbeleg

    Gottlob Band 3, Spalte 994 Gottlob 3,994

  4. Sprichwörter
    Gottlob

    Wander (Sprichwörter)

    Gottlob 1. Besser Gottlob als Sogottwill. Das Zurücksehen auf ein glücklich vollendetes Werk ist wohlthuender als der Bl…

  5. Spezial
    gottlob

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    gott|lob interj. al sides laldé Idî!

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gottlob

6 Bildungen · 6 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von gottlob 2 Komponenten

gott+lob

gottlob setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

gottlob‑ als Erstglied (6 von 6)

gottloben

DWB

gott·loben

gottloben , vb. , wie das vorige im obd. sprachraum. 1) in trans. bedeutung ' beglückwünschen ', aber aus einer religiösen grundhaltung hera…

gottlobeⁿ

Idiotikon

gottlobeⁿ Band 3, Spalte 994 gottlobeⁿ 3,994

gottlobig

Idiotikon

gottlobig Band 3, Spalte 994 gottlobig -ö- 3,994

gottloblich

DWB

gottlob·lich

-loblich ( wenn nicht im sinne von ' gott angenehm ' zu ob. B 2 a) (1546) bei Fischer schwäb. 6, 2059 ; ( ca. 1766) österr. weist. 4, 200,

Gott Lob und

ElsWB

gottlob·und

Gott Lob un d ( auch e) Dank ! Ausruf der Freude, der Genugthuung Hi. Str. Z. Het s gschmeckt? — G. L. u. D.! Dü. Zss. gottserbärmlig, –li c…