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Gott

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Campe
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Gott Der

Bd. 2, Sp. 425a
Der Gott, des — es, Mz. die Götter. 1) Ein Wesen höherer Art, mit hohen Kräften begabt, das als die Ursache der Veränderungen in der Welt, wie auch der menschlichen Schicksale betrachtet wird. Der rohe, sinnliche Mensch nimmt solcher Wesen viele an, von verschiedner Macht und Würde, Alter und Geschlecht, und weiset jedem seinen eigenen Wirkungskreis an. Gute, böse Götter. Die obern Götter, die untern Götter. Die Halbgötter, Himmelsgötter, Wassergötter, Flußgötter, Waldgötter, Höllengötter  Der Gott der Götter. Der Gott der Unterwelt. Der Gott des Feuers. Der Gott der Dichtkunst, Heilkunst, Beredtsamkeit  Die Göttinn der Schönheit, der Weisheit, der Gesundheit, der Zwietracht  Auch die hohen Engel, sowol des Himmels als der Hölle, werden bei den Dichtern Götter genannt. »— du bist uns wie ein Gott aus Wolken (deus ex machina) erschienen«, d. h. ganz unvermuthet, wie ein Gott auf der Schaubühne. Wieland. Dieses Ausdruckes bedient man sich, eine unerwartete aber erwünschte Hülfe in irgend einer schwierigen und mißlichen Sache oder Lage zu bezeichnen. Х Schön wie ein Gott, wie eine Göttinn. Vergnügt, selig  wie ein Gott. Ir Götter! Große Götter! ein Ausruf der Verwunderung, des Erstaunens  Uneigentlich, eine Person von vieler Macht, von großem Ansehen. So heißt 2 Mos. 4, 16 Moses »Aarons Gott.« »So bringe ihn Herr vor die Götter,« vor die Obrigkeit. 2 Mos. 21, 6. »Ir seid Götter und allzumahl Kinder des Höchsten.« Ps. 82, 6. Häufig werden besonders Könige und Fürsten die Götter der Erde genannt. Wie lange schwingt die rasende Megäre Die Fackel, Götter dieser Welt? Ramler. Dann, ein Gegenstand übertriebener, unvernünftiger Verehrung, wofür jedoch Abgott gewöhnlicher ist. Sich einen Gott aus etwas machen. »Denen (welchen) der Bauch ihr Gott ist.« Phil. 3, 19. I der scherzenden und leichten Schreibart kömmt auch das Verkleinungswort Göttchen vor. »Da es ihrer Eigenliebe oder Selbstliebe diesem unbekannten Göttchen oder Teufelchen schwer, wo nicht gar unmöglich wird, zurückzugehn.« Benzel=Sternau. 2) I engerer und vorzüglicher Bedeutung, der höchste, vollkommenste Geist, das höchste Wesen, welches der Grund aller Dinge oder der Schöpfer des Weltalls ist; ohne Mehrzahl und ohne Deutewort, wenn es nicht mit einem Beilegungsworte verbunden ist oder nicht in einer gewissen Beziehung von demselben geredet wird. Der ewige, allgütige und allweise Gott. Der Gott Abrahams, Iaaks und Jakobs. Auch wird es, den zweiten Fall ausgenommen, nicht umgeendet und nur zuweilen wird dem dritten und sechsten Falle das e angehängt. Gebet Gotte, was Gottes ist. Einen Gott glauben. An Gott glauben. Gott lieben und ihm vertrauen. Auf Gott vertrauen, bauen. Gott verehren, anbeten. Gott anrufen, ihn um Hülfe anflehen. Bei Gott schwören. Sich an Gott versündigen. Gott lästern. Bei Gott sein, sagt man von Verstorbenen, die man selig glaubt. Wißt ihr? — der Peter ist bei Gott! Werner. So sagt man auch von einem Verstorbenen: Gott hab' ihn selig, ihm die Seligkeit anzuwünschen. Die Liebe Gottes, sowol die Liebe Gottes zu den Menschen, als auch die Liebe der Menschen zu Gott. Die Furcht Gottes, eigentlich die Furcht vor Gott, dann, die Ehrfurcht vor Gott und ein daraus fließendes sittliches Betragen. Das Wort Gott kömmt noch in vielerlei Verbindung vor, um allerlei Arten von Gemüthsbewegungen, Betheurungen, Wünschen  auszudrucken, welcher Gebrauch aber meist nur der Sprache des gemeinen Lebens eigen ist. (1) Einen hohen Grad des Schmerzens und der Betrübniß auszudrücken. Ach, daß sich Gott erbarme! Ach daß Gott! Gott sei's geklagt! Ach Gott! Gott welch ein Unglück! (2) Eine große Freude und Erkenntlichkeit gegen Gott zu bezeichnen. Ach Gott, wie freue ich mich! Ach Gott, wie schön! Gott sei Dank, gelobt  Gott Lob und Dank! (3) Einen Wunsch auszudrucken. Gott helf! oder helf Gott, ein Wunsch beim Niesen und ein Gruß für arbeitende Landleute  Gott gesegne es! beim Essen  Gott befohlen! Reisen Sie, gehen Sie mit Gott, beim Abschiede. Wollte Gott, daß es geschähe! Geliebt es Gott, wills Gott, so Gott will! für, wenn es Gott gefällt. Wenn es doch Gottes Wille wäre! Gott vergelte, belohne es Inen! Vergelt es Gott! Lohn' es Gott, Gottes Lohn! (4) Verwunderung und Bewunderung an den Tag zu legen. O Gott, was seh ich? Gott, wie groß und erhaben! Gerechter Gott! Allmächtiger Gott!  Hieher gehört auch der niedrige Ausruf: Gotts! Gotts tausend, verstümmelt in Potz, Potz tausend! der tausend! So auch das niedrige Gotts Blitz! 5) Abneigung vor etwas anzudeuten. Bewahre Gott, oder Gott bewahre! Behüte Gott, oder Gott behüte! welcher Ausruf auch noch anders gebraucht wird; z. B. ich wollte es etwas näher betrachten, aber Gott behüte! ich durfte mich nicht nähern. Um Gottes willen nicht! ja nicht. I entgegengesetzter Bedeutung sagt man: etwas um Gottes willen thun, es thun aus Liebe zu Gott, und nicht etwa aus eigennütziger Absicht; daher um Gottes willen im gemeinen Leben oft so viel heißt als umsonst. (6) Etwas zu betheuren. Bei Gott! Gott weiß es! (weiß Gott!) Gott ist mein Zeuge! So wahr Gott lebt! So wahr mir Gott helfe! Gott, strafe mich! oder Straf mich Gott! Gott verdamme mich!  So wird das Wort Gott noch in mehrern Formeln gebraucht oder vielmehr gemißbraucht, die aber keine besondere Erwähnung verdienen. Bei den Morgenländern sagt man ein Wind Gottes, für, ein starker Wind; ein Berg Gottes, für, ein großer, hoher Berg. So steht ein Berg Gottes. Ramler. Sprichwörtliche Redensarten: Gott giebts den Seinen im Schlaf, d. h. unerwartet, ohne ihr Zuthun. Wem Gott ein Amt giebt, dem giebt er auch Verstand, d. h. Kraft dasselbe zu verwalten. Er läßt den lieben Gott einen guten Mann sein, für, er lebt ruhig und unbesorgt, und kümmert sich um nichts, u. dergl. m. Bei den mit Gott zusammengesetzten Wörtern ist in allgemeinen zu merken, daß wenn ein Wort mit Götter zusammengesetzt ist, dabei an einen Gott oder an die Götter der Alten gedacht werden muß, wenn nicht überhaupt der Begriff des Herrlichen, Vortrefflichen, Erhabenen, oder von etwas Gott Ähnlichem  dadurch ausgedruckt werden soll. An das höchste Wesen hingegen oder an den Gott der Kristen ist in den meisten Fällen zu denken, wenn es mit Gott oder Gottes zusammengesetzt ist. I manchen Zusammensetzungen zeigt es aber auch eine Beziehung auf die Armen an, welchen man um Gottes willen Gutes thun solle.
6372 Zeichen · 85 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Gott

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Gott , des -es, plur. die Götter. 1. Ein jedes Wesen höherer Art, welches nach dem Lehrbegriffe der heidnischen Reli…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Gott

    Goethe-Wörterbuch

    Gott eigenh Kleinschr ‘gott weis was’ B21,59,22 Christiane 10.9.09 u ‘gott sey Danck’ Tgb 30.1.79 ; einmal ‘Got’ 10,418 …

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Gott

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +2 Parallelbelege

    Gott , s. Trinität .

  4. modern
    Dialekt
    Gott

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Gott es gabe: ‘darumb sie die gottesgoben der pfruonen niessent’ Str. 15. Jh. Brucker 43. ‘conscientziengelt oder sust g…

  5. Sprichwörter
    Gott

    Wander (Sprichwörter)

    Gott 1. Ach du grosser Gott, was lässt du für kleine Kartoffeln wachsen! – Frischbier 2 , 1334. 2. Ach Gott, ach Gott, s…

  6. Spezial
    Gott

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Gott m. (-es, Götter) 1 (Schöpfer) Dî m. , Idî m. , Chël Bel Dî m. 2 ‹mitol› dî (dîs) m. , divinité (-s) f. 3 (Abgott) d…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit gott

1.446 Bildungen · 1.401 Erstglied · 40 Zweitglied · 5 Ableitungen

gott‑ als Erstglied (30 von 1.401)

gott(e)leⁿ

Idiotikon

gott(e)leⁿ Band 2, Spalte 525 gott(e)leⁿ 2,525 M.

Gott(e)schrǟmer

Idiotikon

Gott(e)schrǟmer Band 3, Spalte 814 Gott(e)schrǟmer 3,814

Gott(e)sdiener

Idiotikon

Gott(e)sdiener Band 13, Spalte 203 Gott(e)sdiener 13,203

Gott(e)sdienst

Idiotikon

Gott(e)sdienst Band 13, Spalte 785 Gott(e)sdienst 13,785

Gott(e)sding

Idiotikon

Gott(e)sding Band 13, Spalte 515 Gott(e)sding 13,515

Gott(e)sfründ

Idiotikon

Gott(e)sfründ Band 1, Spalte 1304 Gott(e)sfründ 1,1304

Gott(e)sgnād

Idiotikon

Gott(e)sgnād Band 2, Spalte 661 Gott(e)sgnād 2,661

Gott(e)sgāb

Idiotikon

Gott(e)sgāb Band 2, Spalte 53 Gott(e)sgāb 2,53

Gott(e)shūs

Idiotikon

Gott(e)shūs Band 2, Spalte 1709 Gott(e)shūs 2,1709

Gott(e)shūslǖt

Idiotikon

Gott(e)shūslǖt Band 3, Spalte 1521 Gott(e)shūslǖt 3,1521

gott(e)shǖsig

Idiotikon

gott(e)shǖsig Band 2, Spalte 1710 gott(e)shǖsig 2,1710

Gott(e)stierli

Idiotikon

Gott(e)stierli Band 13, Spalte 1226 Gott(e)stierli 13,1226

Gott(e)stisch

Idiotikon

Gott(e)stisch Band 13, Spalte 1916 Gott(e)stisch 13,1916

Gott(e)swëlt

Idiotikon

Gott(e)swëlt Band 15, Spalte 1704 Gott(e)swëlt 15,1704

gott als Zweitglied (30 von 40)

abgott

DWB

abgott , m. idolum, götze. ahd. apcot pl. apcutir n., mhd. abgot n. und m., mit den entstellten nebenformen aptgot, appetgot ( Ben. 1, 557 )…

B(e)hüetiⁿs-Gott

Idiotikon

B(e)hüet-iⁿs-Gott Band 2, Spalte 513 B(e)hüet-iⁿs-Gott 2,513 u.

Berathdichgott

Wander

Berathdichgott Berathdichgott bricht keinem den Sack. – Brandt, Nsch., 48; Henisch, 281.

berggott

DWB

berg·gott

berggott , m. deus montanus: ire götter sind bergegötter. 1 kön. 20, 23 .

bigott

Pfeifer_etym

bigott Adj. ‘frömmelnd, scheinheilig’. Frz. bigot, seit dem 15. Jh. in derselben Bedeutung bezeugt und bereits im 17. Jh. als bigot ins Engl…

Dankigott

Idiotikon

Dankigott Band 2, Spalte 512 Dankigott 2,512 o.

doppelfagott

DWB

doppel·fagott

doppelfagott , m. franz. contrebasson, der unter das tiefste C geht, im gegensatz des chorfagottes oder choristenfagottes. geht er eine quin…

Fagott

Pfeifer_etym

Fagott n. tiefstes Holzblasinstrument mit geknicktem Blasrohr, zu Anfang des 17. Jhs. aus gleichbed. ital. fagotto ins Dt. übernommen. Die G…

Flußgott

Adelung

fluss·gott

Der Flußgott , des -es, plur. die -götter, in der heidnischen Götterlehre, der Schutzgott eines Flusses, oder vielmehr ein Fluß als eine Per…

Gnāde(n)gott

Idiotikon

Gnāde(n)gott Band 2, Spalte 521 Gnāde(n)gott 2,521

Gränzgott

Adelung

graenz·gott

Der Gränzgott , des -es, plur. die -götter, S. Adelung Gränzbild .

Grüssdichgott

Wander

Grüssdichgott Ein Grüssdichgott ist besser als tausend Behütdichgott.

halbgott

DWB

halb·gott

halbgott , m. semideus, ahd. halbgot ( Graff 4, 151 ): semideus halbgot, halffgot Diefenbach 525 b ; gedachte ich .. den Herculem selbst zu …

hausgott

DWB

haus·gott

hausgott , m. lar; nl. huysgod lar, deus domesticus Kilian ; hauszgötter, penates Maaler 214 d .

Helfgott

Wander

helf·gott

Helfgott 1. Helpgod altîd, lang tô mit Flît. ( Lübeck. ) 2. Helpgod is gôd, lang tô vorn Dod. ( Lübeck. ) 3. Wie das Helfgott, so das Gotthe…

herrgott

DWB

herr·gott

herrgott , m. zusammenrückung von herr und gott ( vgl. unter herr sp. 1135), in folge dessen mit der betonung hérrgott, welche theilweise de…

jēgeri(s)gott

Idiotikon

jēgeri(s)gott Band 2, Spalte 519 jēgeri(s)gott 2,519

jēgerligott

Idiotikon

jēgerligott Band 2, Spalte 519 jēgerligott 2,519

jēregott

Idiotikon

jēregott Band 2, Spalte 519 jēregott 2,519

jēsesgott

Idiotikon

jēsesgott Band 2, Spalte 519 jēsesgott 2,519

kriegsgott

DWB

kriegs·gott

kriegsgott , m. Mars, Gradivus Stieler 686 ( noch Dasyp. 130 c der gott des kriegs, aber schon mhd. wîcgot wb. 1, 557 b , streitgot Megenber…

liebesgott

DWB

liebes·gott

liebesgott , m. Amor, Cupido. Stieler 686 ; ich will dich heraus putzen, du sollst mir in Wien wie ein kleiner liebesgott auftreten. Klinger…

meergott

DWB

meer·gott

meergott , m. deus marinus Frisch 1, 653 c ; meergötter, dii aequorei Stieler 686 ; kann der gewässerreiche meergott selbst mit seinen flute…

Sammirgott

Wander

sammir·gott

Sammirgott Sammirgott, es sind nicht bessere Heringe in der ganzen Stadt. So mir, sammir, semmir (so dir u.s.w.), eine gewöhnlich elliptisch…

schutzgott

DWB

schutz·gott

schutzgott , m. schutz gewährender gott: schutzgötter, tutelares dii Stieler 686 ; sie ging, und ein zurückfallender blick ihres auges nahm …

traumgott

DWB

traum·gott

traumgott , m. , früher auch, doch selten, träumegott G. Neumark Filamon (1648) 8 ; Herder w. 29, 306 S.; träumgott Aler dict. germ.-lat. (1…

Tröstdichgott

Wander

Tröstdichgott Er hat Tröstdichgott bekommen.

Ableitungen von gott (5 von 5)

gott(e)

DWB

gott(e) , f. , patin, s. gote , f.

ungott

DWB

ungott , m. , gegenstück zu gott, seitenstück zu abgott, aftergott, nichtgott, wahngott ( vgl. ungottheit, übergott; ungöttin). nl. ongod. S…

urgott

DWB

urgott , m. , ursprünglicher, höchster gott: als Zoroaster die alte Sabierreligion in die seinige reformirte, blieb licht der u. und die que…

vergotten

DWB

vergotten , verb. zu einem gotte machen, göttliche verehrung geben, aus dem substantiv gebildet, einfaches gotten nicht nachgewiesen. heute …

vergottung

DWB

vergottung , vergöttung , f. göttlichmachung: vergottung, apotheosis Dasyp. 11 d . Maaler 420 a ; andere vermengen gesetz und evangelion und…