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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grund m.

Bd. 9, Sp. 667
grund, m. , dialektisch auch f. gemeingerm. wort; fraglich ist das geschlecht von got. *grundus in grunduwaddjus, vgl. afgrundiþa; sonst meist masc.: ahd. grunt, crunt; mhd. grunt; as. grund; mnd. grunt meist f., selten m.; mnl. gront meist m., selten f.; ndl. grond; afries. grund, grond; ofries. grund; wfries. groun, grùwn; ags. grund; engl. ground; anord. grunnr m., grund f.;n. grund comm. gen.; schwed. grund; als dem german. entlehnt gelten lit. gruntas m., preusz. gruntan acc. m., grunte f., lett. grunts m., grunte f., poln. russ. slov. nlaus. grunt m. form und herkunft. 11) für das verständnis der vorgeschichte des wortes ist die zwiegeschlechtigkeit von höchster bedeutung. sie ist in gewissen nd. maa. zumal des nordens bis heute lebendig: slaa den pahl in'e gr.; de köh möten dat gras sach ut de gr. ut halen; ji sünd hier op frömde gr.; dagegen up'n gr. wahnt uns herrgott beim essen, wenn das beste auf dem boden der suppenschüssel liegt; ik mutt de saak op'n gr. kamen Mensing 2, 500 f.; doch ist die trennung zwischen 'erde' fem. und 'tiefe' masc. im schlesw.-holst. nicht rein; vgl. auch he bohrt hum in d' gr. er vernichtet ihn Lüpkes seemannsspr. 34; ähnliches gilt für Reuter: as wenn ich de ollsch ... in de grawe gr. rinne pedden müggt 2, 48; aber auch: as wenn einer en beker bet up de grund utdrunken hett 2, 431; bezeichnenderweise in der jüngsten bedeutung regelmäszig masc.: hadd woll keiner so'n gr. un ursak, sick mit sinen herrgott tau bereden 2, 24; dat hodd sinen gr. dorin dat 2, 150; en gr. utfünnig maken weswegen 2, 449; se müszt en gr. von jedes ding weiten 2, 265; auch in einigen westfäl. maa. erscheint das fem., und zwar abgesehen von der bedeutung 'talgrund' (s. u.) gerade wieder für 'erde, fuszboden' Woeste 86 ndr. im mnd. ist das wort durchweg fem. Schiller-Lübben 2, 158; 6, 145b, selbst in der jüngsten bedeutung: desse lögene erdichtet Reinke uth der grundt dat jg. glosse z. Reinke de vos 70, 9; ebenso allgemein nicht selten auch in älteren md. (besonders preuszischen) schriftwerken: und liezen in vertrinken und in die grunt sinken väterb. 37206; die (gestrandeten) brudre von der grunt sich intbrachin in der stunt Nic. v. Jeroschin preusz. chron. 24220. noch heute erscheint das fem. in einer ähnlich breiten geographischen ausdehnung, vom westfäl. bis an die untere Saale, aber auch im brandenburg. (s. zs. Brandenburgia 20, 240ff.), im preusz., im holstein., doch nur in einer ganz bestimmten bedeutung, als 'wiesengrund, talgrund', zumal in flurnamen; genaue nachweise bei A. Hübner grund als femininum, zs. f. vergl. sprachf. 51, 17 ff., dazu noch in'e gr. gehöft bei Sarau; die ganze siede gr. (Fehmarn 1709) Mensing 2, 501. diese verhältnisse lösen sich vermutlich in der weise auf, dasz das fem. für die bedeutung ursprünglich ist, in der es sich mundartlich am besten gehalten hat, das ist die bedeutung 'erdgrund, wiesengrund', dies anscheinend nur eine specialisierung von jenem. das wird bestätigt durch das anord., das neben dem masc. grunnr 'meeresgrund' ein vollentwickeltes fem. grund besitzt im sinne 'erdboden, feld', und zwar besonders auch 'der grüne grund, das tal durch das die flüsse flieszen'. das nord. und das deutsche fem. vereinigen sich demnach in einem germ. fem., dessen eigenthümliche bedeutung anscheinend die des erdbodens war. in allen germ. sprachen (vielleicht mit ausnahme des got.) hat das masc. früher oder später das fem. aufgesogen. allein das nd. hat in der periode des mnd. das fem. verallgemeinert; ob etwa auch im altsächs. schon, ist unentscheidbar, denn an gr. Hel. 2633, an hellia gr. 2601, ähnlich 2638; 5429 sind dem geschlecht nach indifferent. 22) von den nordischen formen fällt auch insofern licht auf die vorgeschichte des wortes, als sie erweisen, dasz im germ. mit der trennung von geschlecht und bedeutung auch eine formale sonderung verbunden war. das nebeneinander von anord. grunnr (nn < nþ) masc. und grund fem. weist auf germ. grunþu- masc. und grundu- fem., wenn man das wort nach dem zeugnis von got. *grundus zu den u-stämmen stellt. in den germ. einzelsprachen (auszer dem anord.) hat demnach eine vereinheitlichung nicht nur des geschlechts, sondern auch des wortstammes stattgefunden, worüber genaueres bei Hübner a. a. o. die germ. stammpaarung weist auf idg. ghntu- masc., ghṛntú- fem.; und dies endbetonte fem. der u- declin. wird wenigstens formal von got. *grundus repräsentiert. bei diesem ansatz wird die altbeliebte zusammenstellung von gr. mit ags. grindan 'mahlen' nach analogie von got. malma, nd. mulda zu malan (so gr. 2, 35 und neuerdings Grienberger Wiener sitz.-ber. 142, 8, 99) unmöglich; denn grindan führt nach lat. frendo, lit. gréndu 'reiben', grándu 'schrapen, kratzen' auf idg. ghrendh- zurück. aber auch die bedeutungsentwicklung bei malma, mulda, 'das zermahlene' zu 'sand, staub', läszt sich nicht vergleichen, 1) weil eine mit malma, mulda vergleichbare bedeutung 'erde' sich erst spät auf dialektisch beschränktem gebiet entwickelte (s. u. II A 2 c) und auch als 'erde' gr. gerade die fette, schwere, zusammenhaftende erde bezeichnet,wie auch sonst die vorstellung des massigen, räumlichen sich als bestimmend zeigt; 2) weil der begriff des unteren, der tiefe so stark an dem wort haftet, und zwar bis in junge gebrauchsweisen hinauf, dasz er von seinen ursprüngen kaum getrennt werden darf (das empfindet auch Franck etym. woordenb. 322 mit seinem ansatz 'unterste fläche'). da die germ. formen auch auf ghṛmtu- zurückgehen können, vielleicht nach der alten Fickschen ansicht (wb.3 3, 111) zusammenzustellen mit lit. gramzdùs 'tiefgehend' (vom schiff), lit. grimstù, gristi 'im wasser versinken', gramzdė 'gründling' (fisch). die auf grund der anord. form- und bedeutungstrennung wiederholt ausgesprochene ansicht, dasz sich in gr. zwei verschiedene idg. wörter vermengt haben (Falk-Torp 252b, Meringer Wiener sitz.-ber. 144, 6, 70), stützt sich auf das argument, dasz die bedeutungen 'meergrund' und 'erde' schwer miteinander zu vereinigen seien. aber nicht nur lat. fundus, auch das deutsche boden zeigt ein zusammengehen ähnlich sich sondernder bedeutungen. die sprachlichen schicksale von gr. und von boden haben sich, bei fühlbaren bedeutungsunterschieden, öfter gekreuzt und beeinfluszt (s. u. II A 1 a). 33) sonderformen. schriftsprachlich ist im ganzen die form grund sehr fest. o-formen finden sich, entsprechend dem stande der heutigen maa., gelegentlich auf schwäb., etwas öfter auf mfränk. boden: in sinem eignen grond dtsche volksb. 256, 33 Bachmann; der funf synne gront Muskatblüt 86, 43 Groote; vgl. 90, 8 (Trierer hs.); brochen Ardenberg abe inne den gront Limb. chr. 98, 18 Wyss; gront, ze gronde gemma gemm. (Cöln 1507) nach Diefenbach gloss. 252a; 353c. ebenfalls moderner ma. entsprechend zeigen westmd. texte gelegentlich gutturalisierung des auslautenden dentals: dasz sein fürnemen ... keynen grung auf im trüg Carbach Livius 47r. epithetisches e im nom. sg., seltener im acc. sg. verstreut bis ins 17. jh., natürlich vorwiegend obd., und zwar nur selten in der prosa: ein sehr starcker beweis und grunde Nigrinus von zäuberern (1592) 79; öfter in poetischer sprache: (die spur führte mich) in eynen ubertiefen grunde (: ich funde) H. Sachs 3, 824 Keller; bezeichnenderweise gerade bei poeten der beginnenden renaissance: da sein wir aber christen nur mit munde, das hertz ist weit hindan zu aller stunde, lähr ist der grunde Höck blumenf. 26, 13 ndr.; es ist zwar weit der grunde (: sie funde) Zinkgref ged. 17 ndr. in älteren schwäb. texten erscheint gelegentlich, in der sprache begründet, ein umlautloser plural: so vil der falschen grund (: er kund) H. v. Sachsenheim spiegel 177, 30; die neuen grundt zu der kirchen zimm. chron.2 2, 539, 36; du findest noch vil gar alter meür und grunt und thürn Sigmund Meisterlin in städtechron. 3, 51, 14. auszerschwäb. im obd. nur selten: mosige grunde Sebiz feldbau (1579) 149. anders, als rein graphische erscheinung versteht sich das fehlen des umlautzeichens in md. texten; häufig z. b. bei Luther: grebt die grunde 1, 148; drey starcke grund 6, 290. bedeutung. die bedeutungsgeschichte des wortes läszt sich schwer aufbauen, weil ihre wesentlichsten etappen in vorgeschichtliche zeit fallen. die auch auszerdeutsch altbezeugten verwendungen im sinne von 'tiefe' (s. u. I) und im sinne ron 'erde' (II) stellen offenbar die beiden cardinalen bedeutungsstränge dar. aber auch die bedeutung 'tal-, wiesengrund' (III), anscheinend auf der grundlage von II entwickelt, liegt schon im anord. vor; und die für die jüngere entwicklung wichtigste bedeutung 'fundament' (IV), von I nicht zu lösen, musz schon das got. gekannt haben. das subst. boden ist dauernd zu vergleichen, das bei fühlbaren bedeutungsunterschieden die schicksale von gr. des öfteren gekreuzt und beeinfluszt hat (s. u. II A 1 a). nach Jac. Grimm liegt der unterschied darin, 'dasz gr. mehr nach innen geht, boden die oberfläche bezeichnet' (th. 2, 211). das trifft mehrfach zu; doch erschöpft diese unterscheidung einer mehr räumlichen und mehr flächenhaften vorstellung die sache nicht. II. grund bezeichnet die feste untere begrenzung eines dinges. I@AA. grund von gewässern; seit ältester zeit belegbar: profundum (sc. mare) crunt ahd. gl. 1, 232, 18; latid thea odra (fisch) eft an gr. faran Hel. 2633. I@A@11) am häufigsten vom meer (in übereinstimmung mit dem anord. gebrauch): du weist daz mer unz ûf den grunt lobgesang auf die hl. jungfrau 56, 11 zfda. 4, 534; der tiefe grundt der see mit wässern ubergossen Opitz teutsche poem. 173 ndr.; wie wellen auf dem meer, desz grund erbebte Göthe 37, 31 W. dann von gewässern jeder art: auf dieses flusses gr. Dietr. v. d. Werder ras. Roland ges. 1 str. 25; kraut .., das auf dem grunde (des grabens) wucherte Storm 1, 93; der (brunnen) was so wislichen ergraben, daz die sunne rehte an den grunt schein Lucidar. 18, 11 Heidlauf. specialisierend kann der begriff der qualität des grundes hinzutreten: gr., darunter verstehet man die beschaffenheit des fluszbodens oder strombettes und die erdarten, woraus es bestehet Benzler 1, 179; Röding wb. d. marine 671—73 scheidet 'festen, harten, weichen, losen, faulen, scharfen, grünen, schülpartigen gr.' (vgl. composita wie sand-, stick-, schlick-, muddergr. u. a.); die karpfen sind gerne in leimichten, sandichten, schlamichten und lättichten gründen fischbüchl. 83; der grosse parsch leichet ... unten auf dem harten grunde 9; prägnant: grond (van een water) ... 'schlamm auf dessen grunde' M. Kramer nider-hoch-teutsch dict. (1719) 108b; ähnlich auch obd.: (das schiff) mer dan halbes in den griesse und grunt sancke Arigo decam. 123, 6 Keller. anders specialisiert meint gr. stellen geringer tiefe: 'untiefe' v. Alten 4, 477; diese tage ... sind die flachen gründe ... uns an unser fahrt ... verhinderlich gewesen A. Olearius persian. reisebeschr. 185; (die meerbusen) sind voll klippen und seichter gründe Niebuhr m. gesch. 3, 701; obd. auch ohne bezeichnende adjectiva: gr., ein fort, vadum, aquae minus profundus locus Henisch 1765; 'in engerer bedeutung werden im o. d., besonders am Bodensee, seichte stellen gründe genannt' Heinsius 2, 549. I@A@22) seit alters kann grund auch den dem boden nächsten theil des gewässers bezeichnen, also 'tiefe'; das ist der unterschied von meeresgr. und meeresboden; daher bei Diefenbach gloss. 572a talassus = meris teufe, grunt; der wâg vuort in (Alexander in dem glasgefäsz) in demo grunte Annolied 227 R.; die mutter (Thetis) in desz meeres grund sasz bey dem vatter zu der stund Spreng Ilias (1610) 8b; (die geister des waldstroms) streckten schneeweisze arme empor ..., ihn hinabzuziehen in den kühlen gr. E. Th. A. Hoffmann 5, 39 Gr.; vgl. zu halben grunde fischen, 'eine art der angelfischerey, wo die angeln zwischen der oberfläche und zwischen dem grunde gestellet werden' Krünitz 20, 250; so zumal auch bildlich: wie hurtig sie (die ursachen der ceremonien) ausz dem allertiefsten gr. der heil. schrift gefischt seien Fischart bienenk. (1588) 172b; der gr. des glückes ist so voller trübsand Lohenstein Armin. (1689) 1, 396b; denn nur der grosze gegenstand vermag den tiefen grund der menschheit aufzuregen Schiller 12, 7 G. I@A@33) plural: alsô geschiht oft under den wazzern, diu vest gründ habent, und sô ir gründ erhebt werdent, sô vleuzt daz wazzer auz K. v. Megenberg buch d. natur 113, 18 Pf.; später mehr md. und nd., soweit nicht eine specialbedeutung wie oben unter 1 vorliegt; namentlich poetisch: es sind die worte mit den winden geflohen zu des meeres gründen C. Stieler geharnschte Venus 39 ndr.; ihr, die ihr in den gründen seid, hört meinen seufzen zu, ihr fische Zesen verm. Helikon 2, 52; wie in der meere gründen des himmels bild sich dunkel malt E. v. Kleist 1, 53 Sauer; der sargfisch, der in den untersten gründen dieses wassers hausen soll Storm 2, 105; de stillen water hebben depe grunde Husemann spruchsamml. nr. 94, 4 W.; stille wateren hebben de dêpste grunden Doornkaat-Koolman 1, 702, und so überall auf nd. boden; dagegen stille wasser haben tiefen grundt Seb. Franck sprüchw. (1545) 1, 73a, doch auch tiefe gründ schöne weise klugr. (1548) 102b; anders: es ist kein wasser so tief, es hat gr. 160a. I@A@44) in fester verbindung mit verben: I@A@4@aa) transitive wendungen: und als sie den gr. spüreten, wurfen sie ire ancker ausz buch d. liebe (1587) 10a; gleych wie hie Jona aus dem schiff geworfen wird ... yns meer, da er keinen gr. fulet Luther 19, 217 W.; es kann hier nicht tief sein und wir müssen immer peilen und gr. suchen Fontane I 6, 352; da capt. Tuckey, bei 900 fusz ..., mit dem senkblei keinen gr. finden konnte Ritter erdk. 1, 272; der schiffmann wolte wohl gerne anckern, allein er hatte keinen gr. Chr. Reuter Schelmuffsky 36 ndr.; man musz sich nicht tiefer herein lassen, als man gr. hat Kirchhofer schweiz. sprüchw. (1824) 179; der grund verlieren Martin-Lienhart 1, 278; rein nautisch-technisch: den gr. peilen 'messen' Kramer nider-hoch-teutsch dict. (1719) 108b; den gr. brechen die anker lichten Röding wb. d. marine 674; in übertragenem gebrauch namentlich gr. finden: ich habe nun den grund gefunden, der meinen ancker ewig hält Joh. Andr. Rothe in gr. Zinzendorfs samml. geistl. u. liebl. lieder (1725) 878a; wer sol dan richter sein? die ursach, nicht der wân. wol dem der solchen grund vergnüglich fünden kann Bellin hochd. rechtschreibung (1657) )( 2b; im wortspiel: wenn man selbst gr. gefunden hat und gr. sucht, so ist es höchst erfreulich, mit einem auf eignem gr. und boden gegründeten manne hin und wider zu sprechen Göthe IV 33, 323 W.; hier kreuzt schon die bedeutung 'fester boden' (s. u. II A 2 b) herein; noch deutlicher: so war der boden beschaffen, auf dem Savonarola festen gr. gefunden zu haben glaubte H. Grimm Michelangelo (1890) 1, 205. I@A@4@bb) unter den präpositionalen fügungen zunächst eine fülle nautischer wendungen, namentlich mit auf und an: damit so faren sie auf grundt S. Brant narrensch. 51, 302: die nordischen schiffe geriehten auf den seichten gr. Haller Alfred 37; wenn das schiff ... auf den gr. festgerät handelsgesetzbuch § 853 ist unursprünglich und tautologisch; das schiff wurde genöthiget, auf den gr. zu laufen, oder sich auf den gr. zu setzen Krünitz 20, 251; wenn das schiff auf gr. kommt Gödel deutsche seemannsspr. 181; das schiff stöszt sich oft an den gr. Stieler 710b; auf (an) den gr. stoszen stranden M. Kramer teutsch-ital. (1700) 573a; auf den gr. stoszen mit dem schiff frisch 379a; sich an gr. setzen subsido, pessum eo Garthius 718b; an den gr. rathen 'auf den gr. festzusitzen kommen' Bobrik 321; ein schiff vom grunde abbringen ib.; danach miszgebildet: ein schiff von dem grunde abhelfen Röding wb. d. marine 674; das schif ward bald hier, bald dort gegen den gr. geschmissen Zesen Assenat (1690) 552; öfter bildlich: so wird es doch noch auf gutem gr. gewündschter glückseeligkeit zu anckern kommen Schoch com. v. stud. leben (1657) h 1r; den, der auf den gr. deiner tugend geanckert Lohenstein Armin. (1689 f.) 1, 79b. I@A@4@cc) am entwickeltsten ist zu grunde. I@A@4@c@aα) unter den transitiven fügungen sind stehend zu gr. ziehen und senken: deine wellen heben sich hoch empor und haben mich ... fast zu grund hinab gezogen P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 378a; schon mhd. übertragen: der (sirenen) dônes vanc ze grunde zôch der sünden kiel K. v. Würzburg leich 1, 138; dasz ... das irdische gut nicht die seel beschwere und zu grundt ziehe W. Schaller theol. herold (1604) 288; gedachte wüllen werden das schiff bedecken, zu gr. sencken Krafft reisen 29 Hasler; eh als sein schwaches schiff sich auf dem mer verirt, ... gescheitert oder sonst zu grund versäncket wird Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch 210; anderes ist seltener: die (schiffe) wurden beide mit leuten und allem zu gr. gesegelt Wilw. v. Schaumburg 100; bohrten die jagd zu grunde Schnabel insel Felsenburg 51, 9 U.; dieser schiffer ... segelt mit vollem winde wider die höltzin brücke ... und leuft die brücke zu grunde Rätel Curäi chron. 47; die wendungen sind seit dem 18. jh. in starkem rückgang zu gunsten von in den gr. (s. u.d); doch vgl. noch: (der schlund) ziehet die frau mit den kindern zu grund Göthe 2, 37 W.; da zog die nymphe ihn zum grund Brentano 2, 150; stolzes schiff mit seidnen schwingen, führst mein boot zu grunde schier Eichendorf 1, 610; dass deren führer ... zwei galeonen zu grunde bohren musste Chamisso 2, 14. I@A@4@c@bβ) unter den intransitiven wendungen dominiert zu grunde gehen. mhd. noch selten, erst im 16. jh. reich entwickelt; ursprüngliche bedeutung 'im wasser untersinken': der mocht nye zugrunt gan, uncz in der engel gevie und in in die barken lie st. Stephans leben 3966 McClean; ein groszer wint treib das schiff ... auf ein pflock oder pfal, das es ... mit allem so darinn zu gr. gienge Kirchhof wendunmuth 2, 225 Ö.; dass die schwalben zu grunde giengen oder sich zu des meeres boden begaben und alda einschliefen Prätorius winterflucht d. sommervögel 65; die erde sey schwerer als das wasser, und dennoch schwimme ... sie in den allerhellesten wasser, und gehe nicht anders als sehr langsam zu grunde Leibnitz deutsche schr. 2, 339; weil ich aber das schwimmen ... gelernt hatte, so ging ich nicht zu gr. Ph. Hafner ges. lustspiele (1812) 1, 15. dasz von der bedeutung 'wassertiefe' auszugehen ist, bestätigt die alte formel zu gr. und scheitern gehen: schon bei Er. Alberus 62b pessum eo ich gehe zu gr., gehe zu scheittern; es musz eher alles zu gr. und scheitern gehen Dentzler 141b; noch heute im schwäb., vgl. Fischer 3, 871. indessen ist der ursprüngliche sinn der wendung früh zurückgetreten zu gunsten der bedeutung des verderbens, untergehens, die im 16. jh. ursprünglich an die wendung zu boden (d. h. auf den erdboden) gehen geknüpft ist (vgl.boden 5, th. 2, 212); zu gr. gehen hat im 18. jh. das erbe dieser formel angetreten, nachdem es lange in concurrenz mit ihr gelegen; daher auch die doppelwendung zu gr. und boden gehn, worüber unter II C 2 genaueres. die ablösung vollzieht sich auf breiterer front, ähnlich auch bei zu gr. richten, stürzen u. ä. (s. II B 1), zu welchen wendungen zu gr. gehen seit dem 16. jh. das intransitive gegenstück bildet. das lat. pessum ire mochte wie bei untergehn — interire den bedeutungswandel fördern; vgl. Singer zs. f. d. wortf. 4, 129. der übertragene gebrauch gilt für folgende hauptkategorien: von menschen; physisch, = sterben, doch meist mit dem nebensinn des kläglichen: dann sie vermeynet, dasz er in dem meer zu gr. gegangen Amadis 1, 92 lit. ver.; darumb, dass seine söne mit dem volck erschlagen worden, und er sie hülflos zu gr. hette lassen gehen buch d. liebe (1587) 341c; von thieren 'eingehen': ein schön gutschenpferd ..., welches zu gr. gangen, weil man die feigwartzen ... verabsaumet Hohberg georg. cur. 3, 165a; in älterer sprache öfter parallel mit sterben: er hat leider zu mir gesagt, dasz ich nur sey ein alter hund, musz sterben und baldt gehn zu grund Sandrub hist. u. poet. kurzweil 107, 34 ndr.; geistig: wie mancher jüngling von den herrlichsten anlagen ... für seine ganze lebenszeit zu grunde gieng Schubart leben 1, 50; vgl.: weil aber kein trost war dabey, ging seel und leib zu grunde P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 303; wirtschaftlich: aber sind sie keine wirthinn, so muss ihr mann zu grunde gehen Rabener s. schr. 6, 79; und sollten auch gleich zehn andre familien darüber zu gr. gehen B. Mayr päckchen satiren (1769) 110; vgl.te grond gaan 'arm werden' Lüpkes seemannsspr. 41, 68. von realen dingen; im 16./17. jh. besonders häufig von bauten (also deutlich berührt von der vorstellung grund = erdboden), entsprechend zu grunde richten u. ä. = solo aequare, urspr. von gebäuden (s. II B 1 b): prophetirt er, dass die helfenbeinen heuser zu grundt werden gehen Heyden Plinius 101; in solchem fürhaben gehet ein sturmwindt seinem hausz zu, als wollte es alles zu grunde gehen volksbuch v. dr. Faust 26 Braune; allgemeiner: was ist er (der komet), in dem trüben glanze? ein erdball, der zu grunde geht Gottsched gedichte (1751) 118; in älterer sprache häufig in einer heute erstorbenen verwendung 'ruiniert werden': hat er noch den verdrusz, dasz ihm dabei ein rock und überrock zu grunde gegangen Göthe IV 190 W.; (das geschirr wird verkauft) nach Carlsbad, wo bey so vielen gästen eine menge geschirr nöthig ist und vieles zu gr. geht 152; das Dach war schadhaft geworden ... und die malerei allmälig zu grunde gegangen H. Grimm Michelangelo (1890) 1, 75. von abstracten: seit alters gern angewendet auf politische, kirchliche, wirtschaftliche institutionen: wie mochten die mönich irgent zu grundt gen Jac. Strausz beichtbüchl. (1523) b 3b; würde der römische stul zu grundt gehen Zinkgref-Weidner teutsch. nation weish. 3, 38; Spanien, was daran (an den folgen des friedens) zu grunde gegangen Bismarck ged. u. erinn. 1, 190 volksausg.; daran geht jede dynastie zugrunde Fontane I 2, 157; durch eigennutzes schlund gehen viel handwerck zu grund Petri d. Teutschen weish. 2, 51b; wenn unsere heimische industrie nicht völlig zugrunde gehen soll G. Hauptmann weber (1892) 84; doch auch mannigfach sonst: mit dem msst zuolest cristenlicher glaub gantz und gar zuo gr. geen Berth. v. Chiemsee t. theolog. 106; ehe das die warheit ging zu grund Fischart 131 (v. 316) Kurz; aber erst seit dem 18. jh. in der heutigen reichen entfaltung: wenn seine redlichkeit nicht dabey zu grunde geht J. E. Schlegel 3, 459; unsere ehre ist zu grunde gegangen M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 1, 328; wie so manche edle kraft bei uns zu grunde geht, weil sie nicht genützt wird Hölderlin 2, 73 L.; mit dem gottesdienst ... ging ... die tradition und das herkommen zu grunde Herder 19, 184 S.; vor der allgewalt des willens geht zu grunde jedes recht Platen 1, 17 R.; gelegentlich verstärkungen: zu grunde untergehen perire funditus Basil. Faber thes. (1573) 280; es ging ouch darnach alles sin gut zegrund und verderbung Tschudi chron. helvet. 1, 39; seltene varianten: o wie vil jungen kumen also zuo gr. Wickram 2, 171 B.; ... die schiffe, risch! zu grund eilen in der höllen schlund Schupp schr. (1663) titelbl.b. sinken, ebenfalls bis ins 18. jh. sehr häufig: streitwägen, reuter und die ross verdarben alle und ertrunken, gleich wie die stein zu grunde suncken H. Sachs 15, 147, 6 K.-G.; da ... braut und breutigam in der sindflut zu grunde sanck Joh. Mathesius Sarepta (1571) 10a; so kan solches (gold) ... im wasser nicht so leichtlich schwimmen, sondern musz viel ehe zu grundt sincken L. Ercker mineral. ertzt (1580) 60a; da zuckt das schiff und sinckt zu grund Mörike 1, 154 Göschen; bildlich 'untergehen': ja die gantze welt (müszte) zu gr. sincken Fischart geschichtklitt. 94 ndr.; ich kam in jammer und in noth und sanck fast gar zu grunde P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 380a; wie zu gr. gehen kreuzt sich auch diese wendung mit zu grunde 'auf den (erd)boden'; und ein fall wie ein solcher mann steht und fällt nicht als ein einzelner mensch; die umgebung, die er sich geschaffen hat, trägt und hält ihn ... oder lässt ihn ... zu grunde sinken Göthe 40, 7 W. ist zu verstehen nach einem älteren: alszdan vergessend mehr zu trincken sah man die vier, wie fromme schaf, zu grund und auf die bäncke sincken, beschlieszend ihre freud mit schlaf Weckherlin gedichte 1, 506 F. fallen: seine (Pharaos) auszerweleten heubtleute versuncken im schilfmeer ..., sie fielen zu gr. wie die steine 2. Mos. 25, 5; dasz wir versincken oder zu gr. fallen werden Luther br. 3, 551 de Wette; sie versenckten es mit einem stein ..., domit es bald zuo dem grundt fiel Seb. Münster cosmogr. (1550) 160; nur bis ins 17. jh. häufiger; in der regel bedeutet zu grunde neben fallen 'auf den (erd)boden', s. u. II B 2. fahren: (die mannen Pharaos) descenderunt in profundum quasi lapis. tiefiu uuazer bedahten siu. si fuoren ce grunte also stein Notker 3, 361, 9 (2. Mos. 25, 5); übertragen: so ich sihe, das zucht, ehr, landt, gut, leib und seel bey ynen zu grundt faret Eberlin v. Günzburg 3, 151 ndr. sitzen: bisz man ... entlich wie ein schwer bley zu grundt sitzet und ersaufet Fronsperger kriegsbuch 3, 150a. I@A@4@dd) in den grund. bei transitiven verben hat in in moderner sprache zu verdrängt, mit dem es in älterer zeit hand in hand geht: indem wir alhier unser ancker in gr. bringen wolten A. Olearius orient. reise 62; die morn die gallee beraubten und in den grunt des meres senckten Arigo decam. 321, 26 K.; wie sie (die see) so manches schiff versenkket in den grund J. Rachel satyr. gedichte 52 ndr.; läuft sie (Nemesis) auf wogen einher, stürzet die schiff in den grund grafen Stolberg 4, 12; mit meeresschiffen wild gerungen, sie krachend in den grund gebracht Kerner lyr. ged. (1854) 385; 'ein schiff in den gr. bohren, d. h. es mit geschütz so beschieszen, dasz es zu grunde geht oder untersinkt' W. Hoffmann wb. der d. sprache 2, 708a; der ... corsar bohrete das ... schiff ... in gr. Happel akad. roman (1690) 1019; anders aufgefaszt: kein schiffer bohret selbst sein strandend schif in grund Lohenstein Cleopatra (1680) (v. 193); alle meine heroischen vorsätze hat die kleine hexe in den gr. gefahren Fr. Arndt bei E. M. Arndt schr. (1845 ff.) 1, 29; wo die jugend ... häufig die bedächtige breite treckschuite der philister in gr. segelt Brentano ges. schr. 5, 408; ebenfalls anders verstanden: am ende doch sich unversehens in den gr. segeln Fr. H. Jacobi w. 1, 20; bei intransitiven verben dagegen bevorzugt die moderne sprache zu; in älterer zeit ist in vorwiegend nd. und md.: itzt sinkt dein schief in grundt Gryphius sonn- u. feiertagssonette 19 ndr.; dat schip ghink in de grunt Lüb. chron. 2, 102 Grautoff (die übliche nd. ausdrucksweise); übertragen: darumb wirt es Teutschland gelten, das sorg ich, es mus ynn gr. ghen Luther 17, 1, 389, 23. I@BB. grund der hölle. das ältere scheint abgründe, das im Heliand neben grund, bei Otfr., im Tatian allein erscheint und sich bis ins nhd. gehalten hat: so müste Jona hie ynn abgrund der hellen faren Luther 19, 240; doch ist gr. auch obd. alt: tartarum hellagrunt ahd. gloss. 2, 329; nur sehr selten im absoluten casus: dirre tac ... der lûtirit alliz daz dir ist, himil und erde, und den grunt der helle speculum ecclesiae 68 Kelle; in den weitaus meisten fällen abhängig von präpositionen, und zwar zumeist nach verben der bewegung: thuo thiu seola quam Judases an grundgrimmaro helliun Heliand 5429; ähnlich 2601; sie vielen in der helle grunt Jansen Enikel 325 Str.; vgl. 754; 22699; und wurt er (der edle mensch) gezogen in den tiefen grunt der hellen Tauler predigten 33, 1 Vetter; du solst yn grundt der hel ... faren Luther 34, 1, 351; plural seltener: in der helle gründen muoz ich ân ende quelnde sîn K. v. Würzburg lied. 32, 269; geister in der hölle gründen Gerok auf eins. gängen 20 78; varianten: latid thea fargripononan grund faren hellie fures Hel. 2638; bisz das sie ... ym gr. des hellischen feuris ligen Luther 8, 679 W.; in des abysses grunde Heinrich v. Hesler apok. 6895; bis auf den gr. des Tartarus verfolgt Winckelmann 1, 159; ähnlich empfunden: syn (des vaters) flôk ... wärpet kinder in des todes gr. C. Schulze bibl. sprichw. 98. gelegentlich steht gr. prägnant für höllengr. (wie häufig im ags. Bosworth-Toller 491); die älteren belege wohl nicht zufällig von Niederdeutschen: und zoch sie mit im zu stunt in den grundelosen grunt Heinrich v. Hesler apok. 19306; de dar sytten an desser duster grunt schausp. d. mittelalt. 2, 43 Mone; die in dem schwefelvollen grund mit nie gedämpften schmerzen brennen Triller poet. betracht. 1, 112; gehaltvoller: als der grosze geist des grundes wollte überm lichte wohnen Brentano 3, 102. I@CC. grund von hohlräumen. I@C@11) dem vorigen am nächsten steht die anwendung auf klüfte, felskessel u. dgl.: ist ein tiefe zerspaltung im felsz on allen grundt 'ohne boden' geistlich strasz (1521) k 1a; ohne durch steilwände aufgehalten zu sein, gelangte ich ... bis in den gr. der enge (des Vomperloches) H. v. Barth nördl. Kalkalpen 469; gewöhnlicher von behältern aller art: was aber unten am grunde (der retorte) bleibet, ist ein grober rotter schwefel Thurneyszer m. alchymia (1583) 25; mich dünkt, am grunde (der weinflasche) bemerke ich etwas trübes Cronegk schr. (1771) 1, 101; so saufs gar ausz bisz auf den grundt Scheit Grobianus 1809 ndr.; dies die seit je übliche ausdrucksweise; selten mit anderer präpos.: nun hab ich bis zum grund getrunken den becher, den die hoffnung bot E. Scherenberg gedichte5 39; Wolfgangerl tauchte die feder ... bis auf den gr. des dintenfasses ein briefstelle bei Jahn Mozart 1, 31; dialektisch: wenn men uf -em gr. ist, so ist sparen z' spōt Staub-Tobler 2, 770; he gript dar henin, as wen dar kien gr. to krigen is brem. wb. 2, 553. der unterschied gegenüber dem ähnlich gebrauchten boden (th. 2, 210) liegt darin, dasz gr., mit räumlicher vorstellung, auch den unteren, dem boden nächsten theil des hohlraumes bezeichnen kann; dann als präpos. nicht mehr an, sondern in: im grund der urne, von tausend namen überdeckt, liegt tief der meine Göthe 4, 332 W.; im grunde des säckels 12, 152 W.; als sie starb, fand ich den ganzen gr. ihres kastens mit zugebundenen strümpfen zugestopft G. Freytag 4, 264; öfter von gebäuden: aus dem grunde (des turmes) steigt ein alter Schiller 2, 166 G.; ein fürchterlicher ort, der lebendige genug verschlungen hat, denn sie fallen in den gr. des castells hinunter Göthe 43, 362 W. daher zuweilen für 'gefängnis': sie verdiendt, dasz man sie alle vier in die gründt stecke Frischbier 1, 257 (a. 1618); grond staatsgefängnis luxemb. wb. (1906) 156; vielleicht ist auch an gr. 'fundament' zu denken. I@C@22) vielfach in anwendung auf theile des menschlichen oder thierischen körpers: das buch wirt, so du iz vrisses, honicsuze in dinem munde, bitter in des buches grunde Heinrich v. Hesler apok. 15388 Helm; seit dem nhd. meist als wissenschaftlicher terminus: fundus, der gr. ist der weitere und runde theil verschiedener behälter oder hölen, die sich in einen länglichen und engen hals endigen, z. b. der gr. der harnblase, der gebärmutter Blancard arzneiw. wb. 2, 52a; diszes säcklin hat zwey muntlöcher ... eins got gegen dem mittel der leber ... daz ander zuo dem gr. des magens Gersdorf feldtbuoch d. wundtartzney (1517) x 2b; vgl.magengr. 'fundus ventriculi, die blindsackförmige ausbuchtung der linken magenseite' Höfler 207a; (die gallenblase) wird eingetheilt in den hals (cervix), den körper (corpus) und den gr. (fundus) Sömmerring bau d. menschl. körpers 5, 143; der gr. oder die basis des schädels zeigt 4 ... knochen Oken allg. naturgeschichte 4, 28; gr., basis, die unterste fläche oder der unterste teil des bauchs, der spitze entgegengesetzt (bei der gewundenen schnecke, cochlaea spiralis) Illiger 280; gr., basis, die seite der muschel (testa biualuis), wo ein lederartiges band die beiden klappen ... miteinander verbindet 292; hierher wohl auch: die erst artzney und die erste reinigung machet dir ein frischen grundt und wunden, die gar leichtlich ... heilen Paracelsus chirurg. bücher (1618) 114a H. ebenfalls auf der vorstellung des hohlraumes beruht die anwendung auf die augen: ihr schwartzen augen ihr, in euren dunkeln gründen kan ich itzt glück und todt, itzt höll und himmel finden Hoffmannswaldau u. a. gedichte 2, 94 Neukirch; in ihren augen, im tiefsten grunde, rührte sich ihre seele Storm w. 1, 112. I@C@33) als feste formel: inn hundstagen schwümmt es (das salpeter) neün tag entbor, denn setzt es sich wider zu gr. Forer Geszners thierb. (1563) 25; hefen, mit dem einfachen kurtzen e, ist was sich im geträncke zu grunde setzet Gueintz deutsche rechtschr. (1666) 79; genauer: also setzt sich das metall an einem könig zu gr. des tigels Paracelsus opera (1616) 1, 904 b H.; heute meist prägnant: sich setzen; von hier aus übertragen, wird gr. 'dasjenige was sich in einer flüssigkeit auf den gr. oder zu boden setzt, z. b. der gekochte kaffee, der sich im topfe zu boden setzt' Heinsius 2, 550; vgl. Campe 2, 469; ähnlich schon im 17. jh.: gottes kelch ist bitter trinken, sonderlich der letzte grund Logau sinnged. 335 E.; eine vergleichbare concretisierung zeigt gr. 'ballast' Hulsius (1618) 143a; Jagemann (1799) 548. I@DD. in einigen fällen übertragenen gebrauchs liegt ganz allgemein die vorstellung der unteren begrenzung zu grunde, ohne dasz in jedem falle ein bestimmter sinnlicher ausgangspunkt bewuszt oder erkennbar wäre. I@D@11) seit alters in negativer form auf abstracta angewendet; z. th. noch mit bildlicher vorstellung: iudicia tua abyssus multa. dine urteilda michel abcrunde, daz chit ane grunt, uuanda sie nemag nieman ergrunden noh erfaren Notker 2, 125, 3 (ps. 35, 7); ir schœne was sô bodenlôs, daz man niht grundes drinne sach Konr. v. Würzburg Troj. 19721, vgl. 226; z. th. ohne deutlichen sinnlichen ausgangspunkt: Reinkens losheit hadde nene grunt (nhd.: 'war bodenlos') Reinke de vos 2128; weibes lyst hand kein gründ Keller erzähl. 309, 12. I@D@22) einige verbale fügungen: auf den gr. kommen bis zum untersten, zu den anfängen einer sache vordringen und dadurch zu ihrem verständnis gelangen. im 16./17. jh. häufig absolut 'die wahrheit ermitteln': kumpt man aber uf den grundt und würt der sachen oflich ynnen Murner schelmenzunft 33, 32 ndr.; nichts so tief verborgen, man kompt zuletzt auf den gr. Lehmann florileg. polit. (1662) 3, 240; offenbar wurde die wendung in älterer sprache mit gr. 'wahrer sachverhalt' (s. u. IV B 4) zusammengebracht; daher, wie in jener bedeutung, oft mit wahr und recht: der goldschmidt hört wol weitläufig darvon (von der untreue seiner frau) sagen, kundt doch nye auf den rechten grundt kommen Lindener rastbüchlein 8 L.; dialectica ... lernt, wen einer ein ding nit kan oder wais, wie ers suechen .. sol .., damit er auf den wârn rechten gr. kum und die wârhait erforsch Aventin s. w. 4, 426, 12 L.; daher auch mit hinter: ich wil gleichwol der sachen noch ein wenig nachdencken, ... solte ich auch alsdann hinter den grundt kommen H. J. v. Braunschweig schausp. 271 H.; noch bei Frisch 379a auf keinen gewissen gr. kommen können certum invenire non posse; auch der gen. des attributs ist alt: also wenig mag auch der mensch auf den gr. philosophiae adeptae kommen Paracelsus opera (1616) 2, 399 H.; daneben in: die begierde ..., in diesen sachen auf einen beständigen gr. zu kommen Leibnitz deutsche schr. 1, 266. der gen. wird wie bei zu grunde liegen, legen (s. u. IV A 3 c, d) seit der 2. hälfte des 18. jh.s durch den dat. ersetzt; das object bilden meist allgemeine begriffe wie problem, ding, sache: (tempelherr:) ein problema. (patriarch:) dem ich tiefer doch auf den grund zu kommen suchen musz Lessing 3, 119 (Nathan 4, 2) M.; ich möchte wenigstens einigen dingen auf den gr. kommen Göthe IV 8, 243 W.; eine instruction Ferdinands, in welcher er herzog Georg auffordert, der sache auf den gr. zu kommen, wo sie ihren anfang und ursprung habe Ranke s. w. 3, 32; auch nd.: ik möt de sâk upn gr. kâmen, sä de stêrnkiker, do ful he in den sôd Lüpke seemannsspr. 9 (mecklenb.). —auf den gr. gehen; anscheinend jünger als das vorige; ebenso construiert: die menschen glauben oft in den urtheilen ... verschieden zu seyn, wo, wenn man auf den gr. geht, die sache ein bloszer wortstreit ist Gerstenberg recens. 164 F.; wen man wat ôrdenlîks leren un wêten wil, den mut man de sake up den gr. gân Doornkaat-Koolman 1, 702; etwas anders: Frida, de in allen dingen up den gr. gung Fr. Reuter 2, 252 S.auf den gr. sehen 'durchschauen', anknüpfend an den boden des gewässers; erst mit dem 18. jh. häufiger, daher meist mit dem dat. (s. o.); hat vor den vorigen die gröszere mannigfaltigkeit des ob jects voraus: mit der oper ... mag ich mich nicht abgeben, besonders weil ich diesen musikalischen dingen nicht auf den gr. sehe Göthe IV 19, 378 W.; unser gröszestes übel besteht darin, dasz niemand unserm staate auf den gr. sieht Dahlmann frz. revolution 6; wenn sie ihren bestrebungen auf den gr. sehen D. Fr. Strausz ges. schr. 3, xxii; älter: wenn man klar in dieser ganzen sache und auf den gr. sehen will M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 1, 336. — anderes seltener: man läszt sich nicht den klang, den leeren ton bethören, man forschet auf den grund Scheibe crit. musicus (1745) 603; der herzog von Gotha fragt bestimmt und auf den gr. Gleim briefw. 2, 364; dürft ich euch wohl ein andermal beschweren, von eurer weisheit auf den grund zu hören? Göthe 14, 95 (Faust 2042) W.; Herder wird dir geschrieben haben; er ist diesen sachen auf dem grunde Göthe IV 6, 231 W. I@EE. grund des herzens, der seele u. ä. war bisher der begriff der unteren begrenzung als bedeutungsinhalt oder -ursprung der wendungen ohne weiteres erkennbar, so tritt er hier fast völlig zurück zu gunsten der vorstellung des unteren, tief gelegenen bezirkes (vgl. die unterscheidung unter C 1). als solcher bezeichnet gr. des herzens sitz und quelle der geheimsten und tiefsten empfindungen, auch gedanken. I@E@11) herzens grund ist am ältesten, wenn auch nicht ganz so weit zurück zu verfolgen wie die bisherigen gebrauchsformen: so nimit er uon des herzzen grundedaz sovften mit dem munde Milstäter genesis 17, 14 Diemer. bis ans ende des 18. jh.s die weitaus häufigste zusammenstellung, dann z. th. verdrängt durch gr. der seele. plural selten, nur poetisch: das reuet mich von herczen grunden st. Stephans leben 1118 McClean; und wie ein freundlich sternlein blinkt ihm tief ins herz und wieder aus des herzens gründen ein klares blaues aug A. v. Droste-Hülshoff 2, 347 Schücking. I@E@1@aa) vergleichsweise selten ohne präpos.; doch zeigt dieser gebrauch die formel ausdrucksvoller; sie betont bald das verborgene, dunkle der empfindungen: nu kennet er ja unsers hertzen gr. (var. das heymliche ym hertzen) ps. 44, 22; vgl. wan eht got dem ist kunt aller hertzen sinne grunt H. v. Langenstein Mart. 202, 105; und (gott) erleucht deines hertzen grund mit seim tröstlich heylsamen wort H. Sachs 1, 173 K.; bald die wahrheit und echtheit: was nit von hertzen grundt kummet, ist schein und nit wesen Eberlin v. Günzburg 2, 155 ndr.; daher oft in parallele oder im gegensatz zum wort des mundes: dan wer anhebt tzu bitten 'vater unszer ...' und thut das mit hertzes grundt Luther 2, 83 W.; begehrt dein mundt ohn hertzens grundt, dasz man sich zu dir wende S. Dach 154 Ö.; wenn nun des menschen mund des herzens grund entdecket, und aus der red erhellt, was im gemühte stecket J. Grob dichter. versuchung (1678) 56; voller mund sagt des hertzen gr. Seb. Franck sprüchw. (1541) 2, 21a; trunkner mund verräth des herzens gr. v. Düringsfeld sprichw. 1, 270; bald ernst und tiefe: sein sünde, so er hett gethon ..., die im peinigt seins hertzen grund H. Sachs 18, 112 K.-G.; zuweilen in bewusztem bilde: Irekel diu viel im zehant tiefe in sînes herzen grunt K. v. Würzburg Partonopier 16549; du (gott) muost hút in den gr. mines herzen gesmelzet werden H. Seuse deutsche schr. 16, 8 Bihlmeyer. I@E@1@bb) mit vorliebe nach präpositionen, und zwar am häufigsten nach von und aus. nach verben des affects wiegt von weit vor: der von sînes herzen grunde bischof Ruodolfen was gram Ottokar steir. reimchr. 35917; freuet euch von gr. eueres hertzen V. Schumann nachtb. 106 Bolte; dasz sie in von gr. ires hertzen liebet Amadis 1, 43 K.; dass ... ich ... von gr. meines hertzens erschrocken Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 270; so hätte sie mich von gr. meines hertzens tauren müssen Grimmelshausen Simpl. 2, 273 Keller; auch plastischer: lesset sie jetzt von grundt ihres hertzens manchen tiefen seuftzer faren Mathesius leichenreden 85; aus ist ungleich seltener: die thu ich aus gr. des herzens lieben A. v. Arnim 21, 125 Gr.; regelmäszig aber aus herzen gr.: und (er) was bekumbert usz hertzen grund Friedr. v. Schwaben 1271 J.; (Venus) erbarmet sich ausz hertzen grund Spreng Äneis 11a; ir schrecket mich ausz hertzen grund H. Sachs 6, 147 K.; sie thut all stund ausz hertzen grund mein gmüt alles erfreuen Forster fr. teutsche liedlein 29 ndr.; für bitten, danken, preisen u. ä. gilt dieselbe theilung: also das er von grunde sines herzen got sol bitten Tauler pred. 209, 29 Vetter; von grund des herzens preis ich euch Mörike 1, 128 Göschen; ich dancke dir gantz inniglich ausz grundt meines hertzens buch d. liebe (1587) 391a; das wir betten ausz hertzen grundt Nigrinus von zäuberern (1592) 59; neben sprechen, sagen herscht dagegen aus vor: und sprach us dem grunde sines herzen zuo mir Tauler pred. 187, 23 Vetter; ihr habet alzuviel mir itzt schon angethan, ihr augen, dasz ichs euch aus grund des hertzens sage Hoffmannswaldau u. a. gedichte 2, 16 Neukirch; er sagt dir aus dem grunde seines herzens prost zum heutigen tage! Raabe hungerpastor 1, 162; bei diesen verben in moderner sprache nicht mehr recht üblich, wie überhaupt der geltungsbereich der formel früher ausgedehnter war: sô si ûz herzen grunde ir friunde ein lieblich lachen tuot W. v. d. Vogelweide 27, 36; on allen zweyfell werden ir gesuntheit erlangen, so ir euch geloben von gr. euers hertzen Warbeck Magelone 966 B.; so schencke ich es euch hiemit von gr. meines hertzens Moscherosch gesichte (1650) 248; auszer bei verben nur beim adv. gern häufiger: das habe ich von grunde myns herzen begirlich und gern gehort privatbr. d. mittelalt. 1, 54 Steinhausen; ich will sie (die gelder) ihnen von gr. des herzens gern noch funfzehn jahr ... lassen Lessing 2, 146, 21 M.; von grunde des herzens gern Wackenroder herzensergieszungen (1797) 49; vgl.: alle ... verrichtungen ... von grundherzensgerne über sich genommen Fischer schwäb. 3, 872. —im grunde des herzens ist in älterer sprache ohne specifische färbung: diu wîsheit in des herzen grunde smecket rehte als in dem munde dem guom ein guotiu spîse tuot Lampr. v. Regensburg tochter Syon 2796; die bösen in irs hertzen grund stets wider mich gedenken Mich. Sachse bei Fischer-Tümpel 1, 15; später eingeschränkt auf das geheime, das man nicht zeigt oder sagt: wer im grunde seines herzens ein schalk ist, der zeigt es nie mehr, als in hektischen krankheiten Lavater handbibl. (1793) 2, 111; dazu hatte die Annemarie das mädchen ... im grunde ihres herzens doch noch zu lieb O. Ludwig ges. schr. 2, 198; ich weisz doch, dasz sie meinen schritt im grunde ihres herzens billigen Bauernfeld ges. schr. 4, 5. —bis auf den gr. des herzens, bildhafter empfunden: (sünden) die niht geriuwent zaller stunt hin abe unz ûf des herzen grunt W. v. d. Vogelweide 6, 12; si wurden paide da enzunt mit liebe untz in ir hertzen grunt H. v. Neustadt Apollonius 3534 S.; ähnlich: diu mir daz herze hât verwunt vaste unz ûf der minne grunt Tannhäuser 3, 126 S.; vgl.: (die situationen) beklemmen das hertz, sie beunruhigen die seele bis auf einen gewissen grad: aber sie kommen nicht auf den gr. Ramler einl. in d. schön. wissensch. 2, 46. I@E@1@cc) verschiedenartig verstärkt: ich bin in strenger lieb verwund gar tief in meines hertzen grund gen Rosmunda H. Sachs 17, 6 K.-G.; vgl. die schweren seufczen, die aus grunt und tief ires herczen kamen Arigo decam. 191, 37 K.; nach analogie der formel von ganzem herzen: also bit got von gantzem grunt dins hertzens Keisersberg bilgerschaft (1512) b 3b; es ist von gantzen hertzens grund mein bitt an euch zu diser stund Spreng Ilias (1610) 81b; im älteren nhd. recht gebräuchlich; vgl. ausz bitterem und von gantzem gr. seines hertzen Fortunatus 59 ndr.; solches wünsche eurer königl. mayt. ich aus innerstem grunde meines hertzen v. Chemnitz schwed. krieg 1 (1648) widmung 6; wenn der treugesinnte mund oft des herzens innern grund liesz entdeckt und offen schauen Gottsched gedichte (1751) 208; und tief bewegten gesänge des herzens innigsten grund Göthe 1, 49 W.; seltener: von gr. meines innersten hertzens ollapatrida 111, 37 Wiener ndr. I@E@22) grund der seele erscheint zuerst in der mystik des 14. jh.s (s. u. 6); doch bleiben die belege bis ins 18. jh. ziemlich selten: so mag in unser sele grund Cristus nit wol werden kunt Christus u. die minn. seele 2103; ich ... bit dich lieber herre, das du dich schliesest in den grunt myner sele der ewigen wiszheit betbüchlin (1518) 130b; ich bin auch ihnen wieder von grund der seelen hold Königsberger dichterkr. 50 ndr.; das es mir von grundt meiner seelen leydt ist El. Charl. v. Orleans 1, 2 M.; das andere wort heist ἐπιθυμεῖν, etwas von hertzen und von gr. der seele wünschen und begehren wohlgeplagte priester (1695) 9. in schwang kommt der ausdruck erst mit dem sturm und drang, mit der wiederentdeckung der seele. plural auch hier beschränkt auf poetischen gebrauch: doch schau hinab, in deiner seele gründen, was du hier suchest, wirst du dorten finden Bettine Günderode 1, 347. in manchen verbindungen tritt der gr. der seele für den gr. des herzens ein, ohne darum die ältere wendung ganz zu verdrängen: und soll ich, weil Leszing wiederum alles aus dem grunde der seele holt, soll ich ihn für einen spekulativen witzling halten? Herder 3, 11 S.; am häufigsten auch hier präpositional von, aus, im grunde der seele: ich wünsche von gr. meiner seelen Lessing 17, 146 M.; sie dauert mich von gr. der seelen, das gute kind H. L. Wagner theaterstücke (1779) 97; der patron war mir so recht im grunde meiner seele verhaszt Gaudy s. w. 2, 107; von gr. der seele gern Campe 2, 469; im innern grunde meiner seele Göthe 45, 231 W., auch modern dialektisch: ût de gr. fan mîn sêl Doornkaat-Koolman 1, 702. dagegen ist die seit dem ausgehenden 18. jh. reich verbreitete wendung auf den gr. der seele sehen in älterer sprache ohne parallelen; gr. des herzens in dieser verbindung bleibt vereinzelt: ha! barbarische Marwood, diese rede liesz mich bis auf den gr. ihres herzens sehen Lessing 2, 290, 23 M.; schon bei Wieland: er richtete sich auf, und sahe sie eine weile an, als ob er bis in den gr. ihrer seele schauen wollte Agathon (1766 f.) 1, 254; er glaubte bis auf den gr. ihrer seele zu sehen Göthe 23, 40 W.; öfter wird das auge als durchgangspunkt des forschenden blicks hinzugefügt: diesen fürchterlichen blick ... so kalt, so durchbohrend, so wild, als wollt er durch mein auge hindurch auf den gr. meiner seele schauen Tieck schr. 2, 311; das bild der seele als eines gewässers schwebt mehr oder weniger deutlich vor: wie auf dem gr. eines sees die fische muthwillig durcheinander spielen, so konnt ich deine gedanken spielen sehen auf dem klaren gr. deiner seele Bettine frühlingskranz (1844) 19; du würdest wähnen, in dieser klarheit müsse man bis auf den gr. der seele blicken können Stifter w. 1, 82 bibl. dtsch. schriftst. a. Böhmen. I@E@33) anderes seltener: welcher (arzt) nun grüntlich helfen will, der mus im gr. des gemüts anfangen Fischart podagr. trostbüchlein 18, 20 H.; o wie preis ich die sängerin drum, die, unter der muse schutz, mir den lieblichen grund ihres gemütes enthüllt Mörike 1, 100 Göschen. jung und nur poetisch: was ihr vernahmt, bewahrts in eures busens tiefem grunde Schiller 14, 47 G.; und in meines busens gründen schien ich mir mich selbst zu finden Grillparzer 4, 84 S. I@E@44) im mhd. kann auch grund allein den herzensgrund bezeichnen, wie es scheint, nur nach präpositionen; namentlich nach von: enbiute dir von grunde mit herzen und mit munde mînen küneclichen gruoz Konr. v. Würzburg Silvester 2575; daz si von grunde wolte senen zallen zîten sich ûf jenen Engelhard 1229; vgl. 6418; daz ir lerent von grunde got minnen Tauler pred. 59, 7 Vetter; vgl. 138, 28; er ... neig ir von grunde Seuse dtsche schr. 29, 24 Bihlm.; seltener nach anderen präpositionen: sîn leit gienc ir ze grunde und sîn vil strengez ungemach Engelhard 5190; nhd. vereinzelt ähnliches: ich sprach: 'bist du dann Jesus nicht?' und seufzet aus dem grunde Spee trutznacht. 4, 72 B.; ebenso verstärkt wie gr. des herzens: und begerent von ganzem grunde, das si in alleine minnen Tauler pred. 138, 32 Vetter; neur was du wilt, mein schöne Gret, ausz ganczen gründen, daz tün ich snell Osw. v. Wolkenstein 77, 33 Sch. I@E@55) mit dem vorigen steht offenbar eine verwendung in zusammenhang, die unter lockerung der bildlichen vorstellung zu einer bedeutung ähnlich wie 'gesinnung, sinn' führt; dann sind kennzeichnende adjectiva nötig. vorwiegend alem.: und hett gen ir (der amy) ain falschen grund H. v. Sachsenheim möhrin 1753; dasz auch hier an herzensgrund gedacht wurde, lehren fälle wie: drutz das kein meister schrib und nümer schriben kund so vil der falschen grund, als in irm hertzen was H. v. Sachsenheim spiegel 177, 30; du weist, das ouch erdichtet hand wider mich dises alles sand us falschem hertzen, argem grund schweiz. schausp. des 16. jh.s 2, 61 B.; das gegenstück ist alem. aus rechtem gr. 'ernstlich, mit überzeugung': wer zuo im kumpt und dienst begärt usz rächtem grund, wird von im gwärt ib. 3, 162; doch kann auch die bedeutung IV C 5 a hereinkreuzen: dieweil er an disem löuwen (einem kunstwerk) nichts, das er ausz rechtem gr. tadlen hette können, finden mocht Wetzel reise d. söhne Giaffers 88 Fischer; wer hoffen kan ausz gutem grund, der find sein trost zu aller stund Petri d. Teutschen weisheit 1 g 4b; dasz feinds mund redet nimmer ausz guten gr. Lehmann florileg. polit. (1662) 3, 97 (vgl. IV B 41); auch ohne adj.: ob man etwas uf mich seit, ... so bedenkend, us was gr. und herzen es kumme Zwingli dtsche schr. 1, 86; hab acht auf aigen leib und eer und wy dein grund in gott sich ker J. v. Schwarzenberg Cicero (1535) 3a; der bösen grund wend got zur stund Fischart 2, 291 Kurz; ir wurd irs gmals gemüt und grund entdeckt Thym Thedel v. Wallmoden 980 Zimmerm.; er was seins worts gedächtig, sein mund, sein grund eindrächtig Zinkgref-Weidner teutsch. nat. weish. 3, 25; bestymbt fals lerer dichten und piegen wol iren gr. auf heilige schrift, aber dieselb pflegen sy unrecht zeversteen B. v. Chiemsee teutsche theol. 114 R.; auch das nd. kennt gewisse wendungen, die ähnlich verstanden scheinen (vgl. nl. quaden grond mala mens, malus animus Kilian 163): weret sake ..., dat unser welk sodanen hat tohope hadden van herten, dat wy dar nene gude grunt (gute gesinnung, freundschaft) an maken konden pomm. geschichtsdenkm. 2, 75 Pyl; ik kan kinen gr. to dem minsken krigen 'ich kann kein vertrauen noch freundschaft zu dem menschen fassen' brem. wb. 2, 553. I@E@66) eine besondere rolle spielt grund in der sprache der mystik, die das tiefe, vieldeutige wort sehr liebt und oft mit seinen verschiedenen bedeutungsrichtungen spielt (nach Herm. Kunisch das wort 'grund' in der sprache der deutschen mystik des 14. und 15. jh.s [dissert. Münster 1929] 1, 15, 98 u. ö. ist gr. specifisch für Tauler); schillernd zwischen 'herzensgrund, innerstes geistiges wesen' und schlichtem 'sinn': wenne das ewig wort wirt gesprochen in den grunt der selen, und der grunt als vil bereitschaft und enphenglichkeit hat, das ... Tauler pred. 334, 14 Vetter; dieser tempel ist der überminnekliche inwendige grunt der selen 266, 8; die dritten empfiengent in ... in das verborgen abgrunde, in daz heimeliche rich, in den wunnenclichen grunt 92, 95; daz sich min herze und mine sele rehte al zuo male gegen dir uf tuon welle, und muos dir offenboren und sagen allen minen heimmelichen grunt Rulman Merswin buch v. d. zwei mannen 2 L.; er ... danket ire herzeklich usz einem demütigen grunde Seuse dtsche schr. 14, 24 Bihlm.; etlichú ... die hohen sinne der heiligen schrift ... verkerlich hain genomen nah ir selbs eigem und wilden grunde 4, 13; ähnlich auch von gott: súllen wir iemer komen in den grunt gotz und in das innigoste gotz, so müssen wir zuo dem aller minsten zem ersten komen in unsern eigenen grunt und in unser innigostes Tauler pred. 149, 34 Vetter. I@FF. der begriff des tiefen, unteren bezirkes (s. o. C 1, E anfang) kann so entgegenständlicht werden, dasz grund der bedeutung des abstractums 'tiefe' nahekommt. I@F@11) schon mhd. in präpositionalen fügungen recht entwickelt (manche von ihnen lassen auch an II A 1 b denken; doch zeigt sich die bedeutung 'erdboden' mhd. sonst nicht entfaltet): dâr zouh an der stunde di vedere (auf der wagschale) ze grunde Straszb. Alex. 7148 Kinzel; er seite im daz mære von obene hin ze grunde Gottfr. v. Straszburg Trist. 8239; din (gottes) wunder sich so wirret in höhe und an dem grunde Joh. v. Würzburg Wilh. v. Österr. 13691; ir schön gepär tuet mir ungemach von höch der schaitel überab den grunt Osw. v. Wolkenstein 1, 20 Sch.; vgl.daher auch (in dem mauerwerk) ein unheilbarer risz vom scheitel bis zum gr. klafft Scheffel 3, 235, wo bed. IV hereinspielt. I@F@22) von concretis ist gewöhnlich erde beigeordnet: do sprach der in dem throne saz und der erden grünt maz H. v. Neustadt gott. zuk. 1218 Singer; (er) wollte alle gründ am himmel und erden erforschen volksbuch von dr. Faust 13 Braune; in den stillen tiefen des meers, wohin kein senkblei reicht, in den verborgenen gründen der erde, wohin kein bergmann steigt Gerok psalmen 3, 397; wenn die dunkelheit schon aus den gründen der erde stieg Stifter w. 2, 318; in der regel plural; singularischer gebrauch der formel liegt auf einer andern bedeutungslinie, s. u. II A 1 a. vielfältig auch bei abstractis schon in alter sprache: wie wol der wisheit gruont hede beslozzen din (Jesu) muont H. v. Neustadt gott. zuk. 2147 S.; mîn sin was al der werlt ze tief, ... nu vindestu die hœhe und ouch die gründe (des sinnes) Wartburgkr. 33, 6; daz (liden) get hie uz dem grunde siner (gottes) unsprechenlichen minnen Tauler pred. 17, 26 Vetter; der (munt) mich tieflichen wunt gar in des todes grunt Osw. v. Wolkenstein 19, 20 Sch.; sogar: das im die lieb durch das marck trang zuo des endes grunt Friedr. v. Schwaben 1015 J.; in jüngerer sprache gern neben begriffen wie: das (sc. rad) die folgen böser that aus der zukunft finstern gründen ist bestimmet aufzuwinden Müller dram. w. (1828) 1, 55; und was noch ruhte in der zeiten grund Fr. Kind gedichte2 2, 151; in den tiefen gründen der ewigkeit L. Hofacker pred.16 894; die sehnsucht der creatur nach der reinheit ihres schöpfers, der sie sich im grunde ihres daseins verwandt ... fühlt Ranke s. w. 1, 198. oft verstärkt durch tief: darnoch so sicht der (vergottete) geist herwieder verre in den allertiefesten grunt der allernidersten übunge die er ie geübete Tauler pred. 88, 5 V.; da er die tzwey weyber urteyllt ..., erfand, wilch die rechte mutter war ausz dem aller tiefisten gr. der natur Luther 10, 1, 560 W.; vgl. swer des niht gloubet dan, des val hât endelôsen grunt Frauenlob 404, 6; o gr. ohne boddem! 'gewöhnlicher ausruf bei überraschungen oder sich entgegenstellenden schwierigkeiten' Frischbier preusz. sprichw. 100. I@F@33) zu grunde 'bis in die tiefe' hat eine besondere entwicklung genommen, die indes mit dem 17. jh. erlischt. nur mhd. neben verben des affects zur gradbezeichnung, 'gründlich, sehr': nu ligent der risen ehtwe tôt. des vröuwe ich mich ze grunde Virginal 747, 3; und leid ir muoterliches herz ze grunde alles, daz ich an dem libe leid Seuse dtsche schr. 260, 7 Bihlm., hier spielt wohl die bedeutung E herein. sehr verbreitet in mystischen schriften; namentlich sich ze grunde lâzen mit dat. 'sich völlig hingeben'; gelegentlich noch gegenständlicher empfunden: aldo lie sú (die verzückte frau) sich zuo grunde in ein ewikeit Tauler pred. 41, 6 V.; so beginnet der creatúrlich geist ... sich der ewigen götlichen kraft ze gr. lassen Seuse 182, 27 Bihlm.; dis loszen mag meinen, das kein mensche in der zit derzuo kummen mag, das in das ewige vetterliche wort zuo grunde rüeren wil, er habe sich denne e dem vetterlichen ewigen worte alzuomale zuo grunde geloszen in rehter, demüetiger, ufgebender, zuo grunde sterbender geloszenheit Nic. v. Basel 274; so wenig mag auch das göttliche sprechen in dem zugrundegelassenen ... leben stille stehen Jac. Böhme 4, 181; gern bei verben des erkennens: ab di êwige geburt des êwigen wortis in der sêle keine krêatûre zu grunde verstên muge mystiker 1, 44, 16 Pf.; und kanst du dú zwei wort eben wegen und ze grunde prüfen uf ir jungstes ort Seuse dtsche schr. 334, 25 Bihlm.; ähnlich: er ist unsprechlich, er wardt nie tzu gr. gar auszgesprochen theol. deutsch 32 M.; dies ist allgemeiner: up wîsheit achten se nicht to grunde Reinke de vos 6013. am längsten gehalten hat sich zu grunde als 'völlig, gänzlich' bei verben, die ein wie immer geartetes 'beseitigen, vernichten' bezeichnen: du muost zuo gr. dir selbs absterben G. v. Keisersberg bilgersch. (1512) c 3d; daz sie sein zuo grunt vergessen het Arigo decam. 203, 3 Keller; dein gbot sie gar zu grund verachtn Dedekind christl. ritter (1550) d 5b; eyn wif, de er synne to grunde verloren hadde Schiller-Lübben 2, 158 aus oldenburg. gebetb.; ich werde mein hant ausstrecken und sie zuo grunde reformiren Reinh. Lorich wie junge fürsten .. underwisen mögen werden 101; es wird, will gott, nun mit des babsts reych schyr zu gr. gar aus seyn Luther 18, 256 W.; als wann er das unkraut zu grundt auszwurtzeln wolte Nigrinus von zäuberern (1592) 482; das geistlich recht von dem ersten buchstaben bisz an den letzten wurd zugrund auszgetilget Luther 6, 459 W.; fälle wie die letzten zeigen grenzberührung mit zu grunde richten (= solo aequare), verstören u. ä. (s. u. II B 1); die beiden gebrauchsweisen haben sich wechselweise beeinfluszt; eine andere kreuzung (mit von gr., s. IV A 4) in beispielen wie: Magis ... alle zuo grundt heylet und gesundt machet Aymont (1535) p 3a; streue es auf das faule fleisch und in die wunden. es heilet zu grunde ausz Walther pferde- u. viehz. (1658) 134; hierher weiter: so sprech iederman, der groll wer ab und wir wern zuo gr. gericht (ausgesöhnt) städtechron. 2, 530, 21 (Nürnberg c. 1450); alles was hasz, zorn erregt, ist zu grunde beigelegt E. Chr. Homburg bei Fischer-Tümpel 4, 300a; namentlich nd. und md. öfter in pleonastischen verbindungen: gansselich zo gronde totten merch (bis aufs mark) Diefenbach gloss. 353c; das nicht das königreich Beheimb und die ... annahende länder darüber genzlichen zue grunde erschöpft ... werden acta publ. 1, 246; dat we uns gansliken unde to grunde ghesonet hebbet braunschw.-lüneburg. urk.-buch 3 nr. 123 S.; dat ik umme alle zake, claghe, ansprake ... myd den ersamen heren borgemesteren ... my vruntliken unde lefliken to gantzer ghuden gr. gescheden ... hebbe zs. des hist. vereins f. Niedersachsen 1859, s. 153 (urk. von 1433); und han ir ieglichen luterlichen und zu grunde verzigen Diefenbach-Wülcker 637 (a. 1374). merkwürdig ist zum grunde, öfter im 19. jh.; anscheinend aus zu grunde entwickelt, vielleicht differenziert gegenüber zu grunde 'ins verderben': bis die zigeuner müd zum grunde, heimlich sich winken — und spielen leise Lenau 243 Barthel; leid und wonne nun hab ich sie zum grund erprobt Geibel w. (1888) 1, 2; früher ganz vereinzelt: es werden in diesem spiel aygentlich und zum grundt repräsentiert alle die späsz und contemplationes des kriegszwesens Äg. Albertinus zeitkürtzer (1603) 72. I@GG. der begriff der unteren begrenzung, der tiefe, in die horizontale ebene übertragen, ergibt die bedeutung der hinteren begrenzung, des räumlich entfernten; dieser gebrauch wird häufig erst mit der 2. hälfte des 18. jh.s. I@G@11) hintergrund, hinterer theil; seit dem sturm und drang häufig von der bühne (aber nur bis in den anfang des 19. jh.s gehalten): ein kleines armselig meublirtes zimmer; vier hölzerne stühle, ein alter schrank und im gr. ein bett H. L. Wagner wohlthät. unbekannte 5; sie gehen nach dem grunde des theaters Göthe 11, 289 W.; was eben der zuhörer nicht hört, das hört er nicht, des rückenwendens, nach dem grunde sprechens ist kein ende Göthe III 2, 290 W.; Sigurd öffnet eine thür im grunde Fouqué held d. nordens (1810) 1, 165; auch auszerhalb der bühne von geschlossenen räumlichkeiten: dem eingang an der schmalen seite gegenüber, im grunde des saals, stand die tafel des priors Göthe 49, 206 W.; vgl. der gr. eines wagens 'der hintere bedeckte theil desselben' (der hintergrund, hintersitz) Heinsius 2, 549; sowohl dies wie gr. als bühnengrund übersetzungen von frz. fond. seltener als hintergrund im freien raum: und im letzten scheine glühet in der strasze fernstem grunde schon das capitol Waiblinger ged. aus Italien 1, 23 Grisebach; im scheinbaren raum: ich wollte im gemälde nicht gern im gr. stehen und mich verlieren Winckelmann bei Justi 22, 53; plötzlich sah sie im grunde des spiegels, zwei kleine nebelgestalten Storm w. 2, 271. I@G@22) zu besonderem sinn entwickelt sich diese bedeutung in der malerei: gr., grundfeld, frz. fond, ... bedeutet feld oder hintergrund. auf dem grunde stellet man alle gegenstände vor, woraus ein gemälde bestehet Jacobsson technol. wb. 164a; auch hier handelt es sich vielleicht um einfache übersetzung aus dem frz., vgl. denjenigen gr. eines gemähldes, worauf vermittelst einer vielfachen, aber unmerklichen degradation der tinten (teintes), eine sehr weitläuftige gegend mit vielen höher und niedriger liegenden plätzen abgebildet ist, nennt man einen umschweifenden gr., fr. fond vague; so wie einen luftigen gr., fr. fond aërien, bey gemählden, welche z. e. eine unermeszliche meerstrecke vorstellen, wo der abstand nicht, wie bey sachen auf dem lande, durch hintereinander folgende gegenstände bezeichnet werden kann Krünitz 20, 253; auch versteht sie (Angelika Kaufmann) wenig luftperspektiv, kein beiwerk, keine landschaft, und überhaupt keine gründe Sturz schr. (1779 ff.) 1, 34; halbfiguren und kniestücke mit landschaftlichen gründen begleitet Göthe nach W. Hoffmann wb. d. dtsch. spr. 2, 708b; Gioconda, du, aus wundervollem grund herleuchtend mit dem glanz durchseelter glieder H. v. Hofmannsthal kl. dramen (1907) 1, 61. die räumliche tiefe innerhalb des bildes kann zerlegt gedacht werden: bey den malern und kupferstechern ist gr. die scheinbare abtheilung eines gemäldes nach seiner tiefe, sonderlich einer landschaft Jacobsson 161a; die abstufung der fast parallelen gründe mit wenigen figuren ... erregt bewunderung Göthe 47, 349 W.; ein blatt, welches durch einfache tinten und wohlgesonderte gründe sich auszeichnet Göthe nach W. Hoffmann a. a. o.; im sing. dann durch attribute geschieden: den ersten gr. (vordergrund) in dem kupferblate Harsdörfer frauenz. gesprächsp. 4, 51; im mittlern grunde diesseit des flusses ragen cypressen Göthe nach W. Hoffmann a. a. o. I@G@33) nicht ganz rein erscheint der begriff der horizontalen tiefe in waldes gr.; hier ist die vorstellung des bergenden, verbergenden hinzugetreten: hetst mir gefolgt und werest weyt geflohen in des waldes grunt H. Sachs 9, 215 K.; (ein fräulein,) welches tief in eines waldes grunde manch hundert jahre schlief Uhland gedichte (1898) 1, 317. häufiger im plural: in des waldes tiefste gründe flüchtete die seherin Schiller 11, 369 G.; ähnlich: in jenen äuszersten stunden nachts in des Ölbergs grunde schwitzt ich ... blutige ströme Brentano 1, 147. IIII. 'erdboden', neben 'meeresboden' u. ä. der andere grosze bedeutungsstrang des subst., für den ursprünglich das feminine geschlecht anzusetzen ist (s. o. form 1); die bedeutung ist, verschieden variiert, ags., anord. und ahd. bezeugt; indessen bis ins spätmhd. merkwürdig selten; doch heute ebenso in hd. wie in nd. maa. die art des bedeutungszusammenhangs mit I ist unerkennbar. wenn von I abgespalten, vielleicht zu verstehen als das unterste, die feste grundlage von allem, was sich dem auge darbietet. II@AA. 'erdboden' im eigentlichen, materiellen sinn; so schon bei Otfrid erdgrunt iv 27, 20. II@A@11) ganz allgemein, ohne qualitative oder räumliche beschränkung; nur sing., plur. ganz vereinzelt: es (das rosz) grebt die grunde corr. in scharret den boden Luther 1, 148 Jena. II@A@1@aa) der unterschied gegenüber boden liegt wieder darin, dasz boden mehr die vorstellung der fläche, gr. mehr die vorstellung des räumlichen, der compacten masse anklingen läszt (s. o. I C 1); man sagt den boden küssen, aber den gr. beiszen (vgl. ins gras beiszen): das machen offenbar vil frembd und welsche krieger, ... die (sterbend) für dein gold gebissen deinen grund Weckherlin 2, 283 F.; vgl.: von diesem platze stehe ich nicht wieder auf! ächzte der räuber in den gr. beiszend Raabe Horacker (1876) 89; auf das die furch nit oben hin alleyn den gr. schürpfe Mich. Herr feldbau (1551) 27b; wo sich der grund in moderhügeln hebt Seume ged. (1804) 5; und als sie kamen näherwärts, begann der grund zu zittern Lenau 49 Barthel; als formel der rechtssprache: sy sullen auch die selben holczer mit grunt und wurtzen in nucz und gewer inne haben urk.-buch d. stiftes Klosterneuburg 1 nr. 430 Z.; vgl. nr. 399; deshalb gern mit den präpos. in und aus: sie (die glieder) werden wider all erstan, und wirt ir keins im grund vergan Murner badenfahrt kap. 21, 8 Martin; vgl. kap. 35, 82; dasz man mich auch begrab in grund Spangenberg griech. dram. 1, 193 Dähnhardt; von dessentwegen die macht der winden solche baum ... ausz dem gr. reiszet Ph. Bech Agricolas bergwerck (1621) 29; auch bildlich: das wir sy rütend gantz usz dem grundt wol mögend schweiz. schausp. des 16. jh.s 3, 34 Bächtold; selbst nach unter ist diese vorstellung noch zu spüren: vor allem seltsam wars, als unterm grund auftauchend, schritte rechts sich gaben kund Droste-Hülshoff 2, 97 Sch.; in älterer sprache gern in zusammenhängen wie: wen du ligst fulen underm grundt Murner narrenbeschw. 168, 21 ndr.; vgl. 132, 61; das er im entlich fürnam zuo sterben und solche heymliche liebe mit im under den grundt zuo tragen Wickram w. 1, 4 B.; von kabalen: es musste also lange unter gr. gearbeitet werden Wieland w. (1794 ff.) 24, 355; neben erde: der heldt hub in auf von dem grund der erden und truckt in zu todt H. Sachs 8, 506 K.; doch kann hier die bedeutung IV mitklingen: uons wuord der grund des ærdbodens entdeckt (fundamenta orbis terrarum ps. 17, 16) Schede ps. 60, 16 ndr.; wie? hofft der keinen sieg, vor dem die welt erzittert? auf dessen wort der grund der erden sich erschüttert? Gryphius trauersp. 182 P.; vom stampfen ungeduldger pferde ertönt der grund der untern erde J. A. Schlegel verm. ged. (1787 f.) 1, 189; vgl.erlangten sie gar balt den kaiserlichen grunt des ertrichs an dem walt Sigm. Meisterlin in städtechron. 3, 45. II@A@1@bb) freilich kann die vorstellung des räumlichen zugunsten des flächenhaften verblassen: der gotlosz mit gekrümbtem mund ... sich spreiszend, trittet auf den grund, gantz trutzig, unwürsch, aufgeblasen Weckherlin 2, 19 F.; sie (die rosse) riechen den streit von fern, und stampfen den grund Dusch verm. w. (1754) vorr. 4a; und deckte den grund ein starker für sie Denis lieder Sineds (1772) 113, 1; das kann so weit gehen, dasz der begriff der erde als substanz gleichgültig wird und die vorstellung der unteren fläche als solcher dominiert: gichtrisch zuckt der bleiche mund, und dein aug sucht scheu den grund Grillparzer 4, 71 S.; am grund streicht die schwalben, als hätte sie kein luft Brentano 2, 25; so vielfach mundartlich: halt ow mar läg an de gr.; op flake gr. auf flacher erde; op de gr. kneje; enen an de gr. plecken zur erde werfen, cleverländisch, doch sonst nicht rheinisch (Josef Müller); he kreeg keen been an e gr. richtete nichts aus Mensing 2, 500; geradezu = diele Schmidt-Petersen 54b; ebenso cleverländ.; vom haus des herrn: o heilger grund! von jenem blut getränket, das sich aus gott ins menschenherz gesenket Brentano 1, 231; der gerade boden aber (im gegensatz zur verticalfläche), der gr., worauf alles stehet, (heiszt) die grundfläche Sulzer theorie d. schönen künste 3, 672; etwas anders: am himmelfahrtstage wird ein crucifix vom grunde der kirche ... in die höhe gezogen Gutzkow zauberer v. Rom 2, 15; vgl. der falt hwet op e gronn (= nl. op den vloer) Winkler friesch wb. 702; t fald up de gr. (erdboden, diele etc.) Doornkaat-Koolman 1, 702; dasz er fiel nider uf den grunt Wickram 7, 126 B.; weh! da entfiel mir vom mittelfinger mein bräutgamring zu grunde Herder 25, 145 S.; entwickelter in einer mehr oder minder bildlichen verwendung im sinne 'untergehen' (deutlich beeinfluszt von B 2): so der müeterlich gedanc mich ze reden iht betwanc, so viel daz wort ze grunde unt zukt es von dem munde der bitterliche smerze hin wider an daz herze schausp. d. mittelalters 1, 226 Mone; eyn yedes ding, wann es ufkunt zuom höchsten, felt es selbst zuo grunt S. Brant narrenschiff 39, 6 Z.; zu herzen fierende die blödigkeit mentschlicher nathur und wie gähling dieselbe zugrunt falle quelle bei v. Brandis landeshauptleute 32. II@A@22) der grund ist seiner qualität nach näher bestimmt. II@A@2@aa) nach seiner geologischen oder physikalischen beschaffenheit, vorab unter dem gesichtspunkt des vegetationsträgers. II@A@2@a@aα) im eigentlichen sinn: ich solt ain gartner darein lôn, der es (das gärtlein) mit edeln kreütern schôn ziert, das wär der grund wol wert Hätzlerin liederb. 244; eben als ein akkerman, der auch zuvor die gestaltnus des grundes untersucht, eh er denselben anfähet zu pflügen Zesen gekrönte majestät (1661) 16; wenn man eine pflanze aus der muttererde auf einen fremden wilden gr. versetzt Babo schausp. (1793) 48. adjectiva der qualität sehr zahlreich: man sich erspaciert in hartem dürrem gr. Ryff spiegel d. gesundh. (1544) 25b; do sie sich auf irem magern gr. nit mochten erneren Seb. Münster cosmogr. (1550) C 1; so wollen etzliche früchte ... einen mittelmeszigen gr. haben Hennenberger erclerung d. preüss. landtaffel (1595) 1; der pflaumen kärne pflegt man ... in feyste und wolgetüngte gründe zu setzen Sebiz feldbau (1579) 315; ein weites, sanfthüglichtes stadtgebiet vom triebsamsten gr. J. H. Vosz antisymbolik 2, 179; wüsten grund macht er (gott) zur see Eschenburg beispielsamml. 4, 115; nimm hin und pflanz dies reis in frischen grund Heine 1, 60 E.; was (von weizenkörnern) in guten gr. gefallen Brentano ges. schr. 4, 154; etwas anders: die stolzen nachkommen Sems lieszen sich in dem fetten grunde Asiens nieder J. J. Schwabe belustig. 1, 208; gr. wird ... vor das erdreich ... genommen, und alsdenn in feuchten und trockenen, steinigten, kalten, hitzigen, magern, sandigten, kreidigten, dohnigten, leimigten, schwartzen, grauen, rothen etc. unterschieden allg. öconom. lex. (1731) 872; die moderne sprache zieht boden vor, vgl. schwerer, leichter ... gr., gew. boden K. W. L. Heyse handwb. 1, 627; dialektisch gehalten: grund, nöt z trucka, nöt z nasz, das braucht — blüemel und gras Stelzhamer ausgew. dicht. 1, 181 Rosegger; wo birken ... wachsent und ein rotes haar, ist kein guter gr. Fischer schwäb. 3, 871; de grund is nog to nat un kold Doornkaat-Koolman 1, 702; nd. ist namentlich die graue gr. in redensarten sehr verbreitet: ik schaam mi in de grabe gr. 'bis in den tiefsten gr.' Mensing 2, 500b; vgl. form 1). bemerkenswerth ist, dasz der gr. oft den charakter des wiesigen, weichen oder gar moorigen bezeichnet (vgl. III A 5): (das stachelschwein) wonet gern ... an den büchlen, die ein weichen gr. haben, dareyn es sich vergraben mag Herold-Forer Geszners thierb. (1563) 35; dieweil aber mosige grunde inen den horn am huft erweychen Sebiz feldbau (1579) 149; sumpfichter gr. Hulsius-Ravellus 147a; hier schläft auch ruhig und gesund das mädchen auf dem feuchten grund Shakespeare (1797 ff.) 1, 213; namentlich vom rasengrund: auf einem grund und wasen ... mit wölfen werden grasen die rinder Spee trutznacht. (1649) 201; den streck ich todt auf dieses rasens grund Schiller 14, 82 G. treff ich dich mit einem schwert aber später auf grünem grunde G. Freytag ges. w. 9, 49; im älteren österr. anscheinend auch für 'moorgrund': da mit wir tzugen aus dem land gründ und greben, prüch und sant, und eylten tzu der Mymmel Suchenwirt 4, 440 Pr. vgl. composita wie wiesengr., moosgr., moorgr., von wiesenboden usw. wieder charakteristisch dadurch unterschieden, dasz boden mehr auf die fläche, gr. mehr auf den tiefenraum geht, vgl. th. 2, sp. 211, 4). II@A@2@a@bβ) vielfältig bildlich; mhd. namentlich bernder gr. 'fruchtbarer boden': swâ meister Ernest wirt vertriben ..., dâ vindent mîne sprüchevil selten stillen rûm noch bernden grunt Reinmar v. Zweter 156, 3 R.; gern persönlich gewendet (auf eine dame): (sist) mîner vröude ein wernder (l. bernder) grunt ib. 28, 11 u. anm.; des danke ich dîner werdekeit, du bernder grunt Frauenlob 425, 10 E.; du bernder grunt (Maria) ib. 6, 12; ähnlich: rhetorica, bluender grunt der liebkosunge Ackermann a. Böhmen 61 Bernt-Burdach; wär der lebendig bron quellen in eurm dürren grunt Tauler sermones (1508) 51v b (spielt mit gr. 'herz'); glatter worte falsches eis wird ein schlechter grund der triebe Gottsched ged. (1751) 1, 206; dieses ist ein guter gr., aus welchem sicherlich das schöne ... blühend erwachsen kann Göthe 48, 17 W.; der allgemeine jubel hätte in meinem gemüte ... einen um so empfänglicheren gr. gefunden, wenn ... G. Keller ges. w. 1, 134; namentlich gr. fassen ist seit dem 18. jh. häufiger: damit ... Christus auch in euch ... so grund als wurtzel fasse Günther gedichte (1735) 51; dasz die unternehmung ... in stadt und provinz gr. faszte Göthe IV 41, 62 W.; die französischen einrichtungen fassen in Westpfalen keinen gr. Görres ges. br. 2, 57. II@A@2@bb) gr. unter dem gesichtspunkt der festigkeit; zuweilen geradezu prägnant für festen gr.: ihr wissen stehet aufm sand und nicht im gr. Lehmann florileg. polit. (1662) 1, 207. entweder allgemein als träger des menschen und aller dinge: es ist ..., ein dam hierüber (über den morast) geschlagen; wegen seiner krümme, weil man die erhobneste plätze und besten gr. darzu aussuchen müssen, einer gantzen meilewegs lang Chemnitz schwed. krieg 1. th. (1648) 59, 2; besonders bildlich: wo bleibt aber mein gewissen, das gerne auf gutem grunde und sicher stehen wolt Luther 26, 483 W.; auf wie nicht festem grund all unser hoffen steh Gryphius 226 P.; Leszing soll ... das aufgedeckt haben, dasz seine (Winckelmanns) känntnisz der alten ein schwankender gr. sey Herder 3, 8 S.; tretet darum nicht zu sicher auf diesen lockern gr. Klinger w. 4, 81; heurathe nicht ohne recht festen gr. unter den füszen Droste-Hülshoff briefe an L. Schücking 192. oder als baugrund: guter gr. ist derjenige, bis zu welchem man das erdreich abräumt, und den man geeignet hält, die last des gebäudes darauf zu setzen Helfft wb. d. landbaukunst 161; gern bildlich: das antichristisch regiment von dem teufel auf den faulen gr. der lugen gebauet H. v. Cronberg schriften 14 neudr.; wer deinen worten gläubt, der baut auf losen grund J. Rachel satyr. ged. 99 neudr.; loser gr. nie lang stund Petri d. Teutschen weish. 2, M m 8a; um wenigstens entweder ein sichres fundament ... zu legen, oder die stellen zu zeigen, wo der zu unsichre gr. kein haltbares ... erlaubt W. v. Humboldt sechs aufs. über d. klass. altertum 56 Leitzm. oder als fester boden im gegensatz zum wasser; nur selten wie in der ags. formel grund and sund = earth and sea (Bosworth-Toller 491) ohne bezeichnendes beiwort: was suechst uf dusem wilden wag? es hat doch ferre zuo gronde (bis ans land) Muskatblüt 90, 8 Gr.; meist epitheta: als ein sprunck uber eynen flachen strom, da man auf beyden seytten eyn gewissen gr. und ufer sihet Luther 19, 217 W.; vgl. der hochbetrübte held an dieses ufers grunde tiefsinnig so verblieb D. v. d. Werder ras. Roland ges. 1 str. 40; die boszheit herrscht auf diesem runde, in wassern, wie auf trocknem grunde Lichtwer äsop. fabeln (1748) 95; so scheint dem endlich gelandeten schiffer auch der sicherste grund des festesten bodens zu schwanken Göthe 50, 267 W. II@A@2@cc) als stoffbezeichnung für 'erde', wesentlich beschränkt auf das alem.; übergangsfälle: weiden ist ain trost dem land vor dem wasser, das es dest mynder den gr. mit im nem Hätzlerin liederb. 171; stille wasser fressen auch gr. Kirchhofer schweiz. sprüchw. (1824) 167. besonders gute, schwere erde, humus: die von Mülhein clagten, inen die von Núwenburg mit iren herten ze weiden, deszgleichen mit sand und grunt graben ubergriff teten stadtrecht von Neuenburg a. Rh. 78 M.; das ander mal suchten wir den feisten gr. an schattigen orten, und ausz holen bäumen zusammen Grimmelshausen Simplic. 31 Kögel; besonders in den modernen maa.: gr. trägen 'kulturerde ... als düngemittel in die reben, wiesen tragen' Staub-Tobler 2, 772 (mit vielen weiteren belegen); ebenso cleverländisch: gr. op de wies fahren; gr. = 'acker- und gartenerde' Ch. Schmidt Straszburger ma. 45; ähnlich F. Schön ma. d. Saarbrücker landes 71b; als guter gr. der erde gegenübergestellt: ist der platz (für einen garten) ein morast, so füllet man ihn mit steinen und grober erden aus und schüttet guten gr. darüber Staub-Tobler 2, 772 (a. 1772); vgl. Martin-Lienhart 1, 278; Wöste-Nörr. westf. 86; (doch als wilder gr. auch tiefere erdschicht im gegensatz zur ackerkrume Martin-Lienhart 1, 278); gesteigert zu lehm, schlick: agger coctus, vom brennten gr. oder zieglen Frisius 333a; so gend die kerb uf und felt der gr. ins schiff (bei baggermaschinen) Schickhardt reis in Italiam 42 H. auch für 'erde' schlechthin: nim ... tubenmist und mach den rein daz kein holtz oder stro oder gr. oder federen dorinn ligen Gersdorf wundarzney (1517) 34b; do von (von dem acker) got nam den selben grundt, als er Adam zuo schaffen bgundt Murner narrenbeschw. 14, 28 neudr.; vgl. denn der mann aus irdschem grunde war vom erdgeist nur geformet Brentano 3, 106; ich (fing) an, ihn (den toten) mit mehr seuftzen als schaufeln voller gr. zuzuscharren Grimmelshausen Simplic. 35 Kögel; gr. füehren erde herbeischaffen Martin-Lienhart 1, 278. parallel mit erde: nimm heublumen, und misch desz erdrichs oder desz grunds darunter Sebiz feldbau (1580) 329; auf deinem bauch solt du gehen, gr. und erden sol dein speis sein dein gantzes leben Wickram 3, 161 B. II@A@33) der grund wird quantitativ, in räumlicher ausdehnung vorgestellt; seit dem ahd. belegbar: grunt u. boidim fundus, praedium Graff 3, 330; vgl. predicia grundt, bodem, gelend, felt Diefenbach gloss. 453b; und het ich aller welte grunt Osw. v. Wolkenstein 97, 10 Sch.; die ochsenhaut, welcher riemen so viel grundes umfangen, als die mauren von Carthago Harsdörfer frauenz. gesprächsp. 5, 148; und baue kohl auf einer spanne grund Grillparzer 5, 9 S.; diese quantitative vorstellung entwickelt einige besondere gebrauchsweisen: II@A@3@aa) zu dem begriff der ausdehnung tritt der begriff des besitzes; grunt u. eigen fundus Graff 3, 330. eigenthumsbezirk: wer darüber betreten wirdt, ainicher zaun, gemeir oder hag hinaus gesetzt und der gr. erweitert wird österr. weisth. 2, 131, 7; wann ainer zimert, soll er die tropfen auf sein gr. richten ib. 1, 84, 1; hastu ainen gangsteyg uber deines nagsten gr. gehabt nur zehen jar Berth. v. Chiemsee teutsche theol. 119 R.; bauen auf eines anderen gr. Dentzler (1716) 141; pleonastische formel: uf des reichs gr. und eigen Haltaus 756. concreter 'grundbesitz, grundstück': weiter gr. latifundium Emmelius nomenclator (1587) 277; grundt in einer vorstatt praedium suburbanum Frischlin nomencl. (1586) 247b; der herzog ... besitzt ... einen gr., auf den 8000 häuser gebaut sind Archenholz England u. Italien 1, 1; wenn er sein haus oder seinen gr. ... verkauft Kant 5, 98 Hartenst.; stattliche bauerngüter mit 100 und 200 jochen gr. Wimmer gesch. d. dtsch. bodens (1905) 29; specieller fassen composita wie jagdgr., weidegr. diese bedeutung. rechtssprichwort: alle gebeu folgen dem grunde holländ. sachsenspiegel (1493) sp. 69, 55. plural namentlich in älterer sprache nicht selten: wer mit ainem geladen armst in frefel auf der herschaft grünt get österr. weisth. 6, 19, 14; reichtumb seind nit zu achten nach den gründen, vile oder schwere, sondern nach dem sin und gmüt des besitzers Seb. Franck sprüchw. (1541) 1, 119a; Nathanael ... fragte ... bei ihr an, was sie zu einer selbstverwaltung seiner gründe sagen würde Ebner-Eschenbach ges. schr. 2, 19; neben andern substant: unengolten andern leuten an irn gerechtikaiten, grunten und besuchen Lori baier. bergrecht 32 (a. d. j. 1446); alle die, so verkaufen ..., wellen ire grund, wiszmat, äcker, albm österr. weisth. 10, 101, 36; das alle weld, ecker, weinberge, see, guter und gründe und alle ding iderman gemein sein sollen Urbanus Rhegius wie man fürsichtiglich ... reden soll 35 Uckeley; güldene tramen ..., die da gründen und eckern am gelde gleich hoch geachtet werden J. Barth weibersp. (1565) 6b; das der bischof solchen ... gotsdienst auf seinen gründen und orthen hielt Fischer schwäb. 3, 871 (a. 1588). II@A@3@bb) das pluraletantum liegende gründe bezeichnet den grundbesitz im gegensatz zur fahrbaren habe und ist vom md. ausgegangen: wem ligende gründe und fuhrgüter verheuret ... werden, der ist ein heuermann Comenius janua (1638) cap. 386; in älterer sprache gern parallel mit güter: wyssentlich sey, das ich ... gethon habe Girhard Lange 100 & und 20 & geringes geldes uf alle siene guttere unde legende grunde handelsrechn. des d. ordens 310, 32 S.; nutzunge ligender grunde und guter Luther 11, 24 W.; geschicklichkeit ... trägt ihre zinsen weit richtiger ab, als alle capitale und liegende gründe vernünft. tadlerinnen 2, 196; bei Adelung 4, 62 ist liegende gründe an einem orte habend definition für 'seszhaft'. in moderner sprache meist als singularbegriff 'grundbesitz' empfunden, etwa: das gut, das auszer dem schlosse in liegenden gründen, besonders wäldern bestand Stifter w. 5, 1, 349; belege für plurale bedeutung 'grundstücke' selten: also verkauft nur einige liegende gründe, lieber rentmeister Immermann 1, 63 B.; übertragen: wenn Schiller auf die kantische philosophie stürzte, was lag hinter ihm? auf welche liegenden gründe konnte er sich zurückziehen? Gutzkow ges. w. 12, 15. II@A@3@cc) aus dem begriff des besitzes flieszt der begriff politischer begrenzung: der weit gr. des reichs also entpfrembt und zerrissen ist Sigm. Meisterlin in städtechron. 3, 51; nehmt war, wie öde liegt der Teutschen ädler grund Sigm. v. Birken fortsetz. d. Pegnitzschäf. 38; es ist sofort zu merken, wenn man auf den gr. eines biszthums oder nur einer abtei kommt Nicolai beschr. einer reise 1, 42; (der deutsche orden) versuchte ... sich auf litauischem grunde festzusetzen G. Freytag 18, 219; namentlich poetisch: seit ich steh auf Norwegs grunde Müllner dram. w. (1828) 3, 71; frei, auf deutschem grunde, walten lasst uns, nach dem brauch der alten H. v. Kleist 4, 33 E. Sch. II@A@3@dd) dazu mannigfache fälle ähnlichen gebrauchs, deren gemeinsames die irgendwie geartete vorstellung räumlicher begrenzung ist: mein handl ist schier iedermann kund, musz auf ein unverschalckten grund mich richtn an die einfelting bauren H. Sachs 21, 49 K.-G.; wir wandern ferner auf bekanntem grund Göthe 3, 132 W.; und frei, auf mütterlichem grund, behaupte der Brandenburger sich H. v. Kleist 3, 120 E. Sch.; wir stehen, wisz es, auf verbotnem grund Grillparzer 7, 32 S.; technisch: bergfreier gr. 'jenes gebiet ober oder unter der erde, über welches eine ausschlieszliche bergbauberechtigung noch nicht ertheilt wurde' Scheuchenstuel österr. berg- u. hüttenspr. 115; auch bildlich: die schriften der denker, die nicht auf kirchlichem grunde bauten Dahlmann franz. revol. 11; hierher endlich auch fälle wie: aber wir, aller ihrer brander, so auf uns hinabkamen, ungeachtet behielten unsern gr. M. Kramer leben u. tapfere thaten (1681) 966; viermal hat Östreich ... das spiel gegen uns durchgeführt, dasz es den ganzen gr., auf dem wir standen, von uns forderte und wir ... die hälfte oder so etwas abtraten Bismarck ged. u. erinn. 1, 138 volksausg. II@BB. präpositionale wendungen. II@B@11) zu grunde als prädicative bestimmung neben trans. verben. II@B@1@aa) neben stoszen, stürzen, schlagen, verderben u. ä. ursprünglich ganz eigentlich 'zu boden'; vgl. den vollkommen parallelen gebrauch von zu boden th. 2, 213 B: eyn jedes nam steyn, wo es fandt, und warf die hindersich zu grundt Wickram 7, 31 B.; (knecht Heintz) peylet wie ein hund und stiesz sein pauren umb zu grund H. Sachs 9, 366 K.; unmerklich entwickelt sich daraus der allgemeinere sinn des verderbens: daher von dieser angst und vil zu schweren plagen bin ich so tief und lang kraftlosz zu grund geschlagen Weckherlin 2, 142 F.; (dasz) mich dein rawe faust nu mehr erhaben, mit mehr macht und spot zu grund geschmissen ebd.; oder untergangs: den widersacher dämpf und tritt den feund zu grund Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch 15; mocht kein ... wildschwein so grosz sein ..., sie brochtens mit irer ... geschickligkeit zuo gr. Wickram 2, 82 B.; zu grunde steht seit alters in concurrenz mit dem völlig gleich gebrauchten in den grund (s. u. 3); wo das eine, wo das andere ursprünglicher ist, läszt sich nur vereinzelt feststellen. eine reihe von verben erscheint fast nur in zusammenhängen, wo es sich um die vernichtung von städten und gebäuden handelt. deshalb mag die vorstellung des (gerade auch präpositional reich entfalteten) grund IV 'fundament' hereinkreuzen: das slosz wart zubrochin unde zu grunde vorstoret J. Rothe dür. chron. 587; und vorbranten sy zu grunde, dy guten dorfere K. Stolle thür. chron. 15; den gewonne er mit sturmen an die schloss Wolkenstein und Rottenbuhel und schleift die zu grunde M. v. Kemnat chron. Friedrichs I. 33 H.; mit welchen (kanonen) er ... den mehrern theil der stadt zu grunde schoss Ziegler asiat. Banise (1689) 389; der tempel zu grund verwüstet ist Liscow schr. (1739) 31; anscheinend erst secundär neben ab brechen, weil in den gr. brechen die übliche formel ist (s. u. 3 a): unde brochen daz (Burgsolms) zu grunde abe limb. chron. 76, 19 Wyss; zu gr. abbrechen funditus vel radicitus diruere; solo aequare ...; in planum redigere Calvisius (1666) 849; es stellt sich in diesem bezirk also auch der gedanke an zu grunde 'bis in die tiefe, gründlich, gänzlich' ein (s. o. I F 3); dasz diese formel indes hier nicht den ausgangspunkt bildet, zeigt in den gr. (s. u. 3). bei andern verben wiegt übertragener gebrauch vor: gar kein ubels wirdt dir begegen, das es dich kund zu grunde legen H. Sachs 6, 270 K.; Venus ... die aller besten und fürtrefflichsten menschen zu grundt stürtzt Guarinonius grewel d. verwüstung (1610) 1109; variiert: der unser dignitet jetzund umbstürtzt und gar umbkert zu grund A. Lobwasser calumnia B 2; jener fuchsschwantz, welcher täglich vil tausend menschen zu gr. fellet Guarinonius grewel d. verw. 1199; der dir (vaterland) sonst nach deinem leben stund, dein kirche und freiheit wollt reiszen gar zu grund Opel-Cohn dreiszigjähr. krieg 283; dasz aber dieser weeg also gantz zu grunde gestoszen wird Jac. Böhme 5, 119; si (die frau) wel mich zu grunt vurderben limb. chron. 37, 34 Wyss; da wird denn sein gewalt weggenommen werden, das er zu gr. vertilget und umbbracht werde Luther 30, 2, 165 W.; all diese wendungen, bei denen der sinnliche ausgangspunkt deutlich ist, häufig bis ins 17. jh.; später seltener: aber es kann ja über nacht ein hagel fallen und alles zu gr. schlagen Schiller 2, 115 G.; die gemeine ewige ordnung zu gr. stürzen 2, 84. nachdem die formel ihren sinnlichen gehalt eingebüszt hatte, treten über die typischen verba hinaus auch andere auf: und deine schwere hand zerquetschet mich zu grund Weckherlin ged. 2, 124 F.; (die feinde) das städle vollent zue gr. ... contribuiret haben acta publ. 2, 29 P.; namentlich seit dem 18. jh. fälle wie: ein pferd zu gr. reiten Kramer deutsch-ital. (1700) 573a; danach: kommen sie (poesie und edelmut) an hof ..., so müssen sie sich ... wandlen, oder sie werden mit ihren besitzern zu grunde geritten Klinger theater 2, 189; einen Franzosen zu grunde filiren werke 1, 112; reiter und fuszgänger suchten sich ... auf die wiesen zu retten; aber auch diese waren zu grunde geregnet Göthe 33, 132 W. II@B@1@bb) zu grunde richten ursprünglich = solo aequare; aber schon Calepin setzt es gleich pessundo XI ling. 1082a; im älteren nhd. nicht besonders häufig (so wenig wie zu boden richten, s. th. 2, 213 f. B e), gewinnt es erst mit dem 18. jh. in der bedeutung 'verderben' weite verbreitung, nachdem die urspr. synonymen wendungen zu gr. reiszen, fällen etc. (s. o. a) erloschen waren. die farblosigkeit des verbums richten errang den sieg über die parallelen wendungen. bei dinglichem object gelten wieder die ältesten belege der vernichtung von städten: Troya vor Joue bleibet nicht, musz werden gar zu grund gericht Spreng Ilias (1610) 14b; dadurch sie ... viel griechische schiff zu gr. richtete theatrum amoris 343; wie das bild ... durch die herstellung selbst völlig zu grunde gerichtet worden Göthe IV 28, 336 W.; erst im vorigen jahre hab ich des geizigen Odoardo weingärten durch einen hagel gänzlich zu grunde gerichtet Hafner ges. lustsp. (1812) 2, 32; Syriens flotte (war) vertragsmäszig zu grunde gerichtet Mommsen m. gesch. 2, 63; bei der entfaltung des alten materials, welches er oft zu gr. richtet Jac. Grimm Reinh. fuchs xvii; unten da fangen se gar schonn an und richten an sache zugrunde (Dreiszigers wohnungseinrichtung) G. Hauptmann weber (1892) 89; in dieser verwendung, als 'ruinieren' von dingen, in jüngerer sprache zurückgehend; umgekehrt zunehmend in anwendung auf personen; am frühesten in der entschiedensten bedeutung: die kecksten wurden unverlängt von der deutschen reuterey zu grunde gerichtet Lohenstein Arminius (1689 f.) 1, 49a; die in der modernen sprache herschenden schwächeren bedeutungen verbreiten sich erst seit dem 18. jh.; physisch: unsere körper sind durch fatiguen zu grunde gerichtet Stephanie lustsp. (1771) 118, 33; seelisch: je glücklicher du bist, um so weniger kostet es, dich zu grunde zu richten Hölderlin ges. dicht. 2, 88, 9 Litzm.; moralisch: ha! da ist er, der mir sie beide verdirbt — meine söhne, mir sie beide zu grunde richtet Lessing 10, 87 M.; wirtschaftlich: auf den täglichen verbrauch eine abgabe legen, ... richte den landmann zu grunde Gerstenberg hamb. nat. ztg., lit.-denkm. 128, 66; auch reflexiv: damit ein herzogthum sich nicht zu grunde richte, vermählet sich sein herr mit eines pachters nichte Gottsched d. neueste a. d. anmuth. gelehrs. 1, 513; hat er diese jugend verstreichen lassen und sich durch vielwissen und recensieren ... zu grunde gerichtet Fichte 2, 391. die formel bildet heute das transitivum zu dem auf anderer grundlage erwachsenen zu grunde gehen, s. o. I A 4 c β. — im späteren 18. jh. und früheren 19. jh. erscheint nicht selten ein subst. zugrunderichtung: verderben! zugrunderichtung des menschengeschlechtes! Lavater verm. schr. 2, 279; das ich die zugrunderichtung des abendblatts ganz allein ihrem einfluss ... zuschreibe H. v. Kleist 5, 413 Schm.; die zugrunderichtung des adels, wenn es krämer ... sind Fichte 4, 416. II@B@22) zu grunde als prädicative bestimmung neben intrans. verben; zu sondern von zu grunde sinken, gehen u. ä. (s. o. I A 4 c β) und weit weniger entwickelt als jenes: Saul aber stürtzt für diesem schein in einem nu zu grunde Ringwald evang. G 8b; (der hirt) sanck mit dem haupt gantz blaich und sprachlosz zu dem grund Weckherlin ged. 1, 461 F.; wo herrschaft seins gewalts miszbraucht, wie plötzlich sie zu grunde haucht H. Sachs 2, 20 K.; voll entwickelt nur zu grunde liegen 'am boden liegen', dann 'darnieder liegen, verdorben sein': jetz sinckt es (das gebäude) schwehr darnieder, ligt gäntzlich schier zugrund Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch 99; weil doch on danck und lohn dein tichten liegt zu grund H. Sachs 9, 545 K.; wie zu grund ligt all ihr ruhm Weckherlin gedichte 1, 155 F.; musz aber ich zu grunde liegen, so liegt der segen gottes auch (sagt die gerechtigkeit) Neumark fortgepfl. lustw. 1, 188; nachdem neben die eigentliche bedeutung von zu grunde die übertragene getreten war, in mannigfachen anderen verbindungen: wie er (der christliche glaube) ... schier gar zuo grund zergangen Berth. v. Chiemsee teutsche theol. 106 R.; feindselig ding, dadurch mancher frumer man betrogen zu grund verderben mus Luther 23, 605 W.; da die gottlosen zu grund verloren sind bibel 7, 391 Bindseil; oder zu I F 3? ich bin die esch und würd zuo grundt, so do kumpt min letste stundt Murner badenfahrt 4, 41 M.; er ist zu grund egli è ... nel fondo della sua fortuna Jagemann (1803) 2, 528b; auch elliptisch: der eine von euch heiden muss zu grunde Grabbe w. 2, 289 Bl. II@B@33) in den grund wird ebenso und meist neben denselben verben gebraucht wie zu grunde; die formel gilt hier wie dort von haus aus der richtungsbezeichnung; nur so versteht sich zumal die wendung in den gr. legen 'zerstören': auf das versincken der stadt Lysimachia wäre alsofort der stamm ... dessen, der sie in gr. gelegt hätte, untergegangen Lohenstein Arminius (1689 f.) 1, 185a; vgl. auch die vereinzelte variante an den gr.: die burc er an den grunt brach Reinhart fuchs 1264; doch tritt neben die locale frühzeitig eine intensitätsvorstellung; deshalb auch verstärkt bis in den gr. oder in gr. hinein 'bis in den boden hinein, gründlich, gänzlich. darum bevorzugt Frisch 379a, den ausgangspunkt der formel verkennend, im gr.: eine stadt im gr. zerstören a fundamentis proruere urbem, desgleichen das land im gr. verwüsten flamma ferroque depopulari agros; doch ist im gr. eine jüngere seltene umbiegung. II@B@3@aa) transitiv; noch entschiedener als bei zu gr. tritt in der älteren sprache die zerstörung von städten und gebäuden hervor: man brante ouch in der selben stunt daz hachelwerc in den grunt livländ. chron. 11080 Pf.; ausz Babotsch flog er schnell und bhend, hats selbs anzündt, in grund verbrent W. Schmeltzl zug in d. Hungerl. B 1a; sô sold er die mûr in den grunt heizen brechen Ottokar v. Steierm. steir. reimchr. 30186; unz in den grund er si (die veste) stört 28766; mit abe-, zu-brechen oft in der limburg. chron. 38, 16; 50, 10; 88, 19; 91, 7 u. ö. Wyss; da wurd ihre gantze stadt ruinirt und in gr. verderbet Schupp schr. (1663) 196; an. 1601 ... ward sie ... durch der verzweifelten Türcken eingelegtes pulver fast in gr. verwüstet Birken verm. donaustrand (1684) 69; wie man auch die ... neue kirche ... in gr. geschleift und der erden vergliechen acta publ. 1, 90 P.; brannten die festung aus und zurissen sie in gr. v. Fleming d. vollk. teutsche soldat 278; nahe lag die übertragung auf vernichtung durch krieg: darnach bekriegten sie den von Regensperg in gr. Stumpf Schweizerchron. (1606) 487a; krieg krieg verzehrt, fried fried ernährt, weh dem, der alles in grund verheert Opel-Cohn dreiszigj. krieg 435; warumb die Lacedaemonier die Argivier ... nit gar vertrieben und in gr. gantz auszgetilget Lehmann florileg. polit. (1662) 3, 217, reine intensitätsbezeichnung seit dem 18. jh. in starkem rückgang. viel seltener, aber schon früh in allgemeinerem sinne: wand du (hoffart) brengest in den grunt manche sele, die gesunt were vor gotis ougen md. bearbeitung des Daniel 4819 Hübner; darnach syns vatters strafen kundt, den bringt er warlich in den grundt Murner schelmenz. 41, 18 neudr.; wenn einer sich durch schwelgerey nicht selbst in gr. richten dörfte Lohenstein Arminius (1689 f.) 2, 295a; namentlich bei verderben (vgl. in boden verderben th. 2, 214): in dem fieng es an zuo regnen, verwiescht und verderbt im die hendtschuoch gantz in gr. hinein Bebel facet. (1585) B 8b; zu unseren in gr. verderbten zeiten Butschky Pathmos (1677) 69; dasz man es nicht künstlicher hätte anlegen können ..., mich aus dem grunde und in den gr. zu verderben Holtei vierzig jahre 1, 9. II@B@3@bb) intransitiv; seltener, aber unter denselben bedingungen wie bei trans. gebrauch: da fiel das haus und bad in grund Rollenhagen froschmeuseler (1595) D 4a; unser flecke in grundt verbrandte Nigrinus von zäuberern (1592) 71; und verfelt das schloss in grundt M. v. Kemnat chron. Friedrichs I. 38 H.; abt Jacob v. Br. und probst Anthis v. L., die dann ursach worden, das das closter in gr. verdarb 52; welchs so es geschicht, so verdurb ich in gr. hinein (funditus) Boltz Terenz (1539) 8b; was soll das leben mir zur stund, die ich verlohrn bin bisz in grund Spangenberg griech. dr. 1, 174 Dähnhardt. II@B@44) auf den grund erst seit dem 16. jh. belegbar; urspr. wohl 'auf den boden', vgl. aequare solo auf den gr. zerschleifen Garthius 23b; vgl. schleifen ... auch so viel als bis auf den gr. niederreiszen Gueintz dtsche rechtschreib. (1666) 126. auszugehen ist wiederum von der vernichtung von städten und gebäuden: in dem zoch der von Chordis ... für Neubert, schoss die stat auf den grunt hinweg Wilw. v. Schaumburg 89 K.; nach ... ernstlichem stürmen ward die vesti ... erobert, und ouch uf den gr. verbrennt Tschudi chron. helvet. 1, 32; darnach das schloss ward angesteckt, verbrandt, zerschleyft bis auf den grundt Schmeltzl zug in d. Hungerl. A 4a; dann allgemeiner: ich wil ... Franckreich gantz und gar auf den grundt zerstören buch d. liebe (1587) 9c; als die Frantzosen ... alles bis auf den gr. verwüsteten Chr. Weise polit. redner (1677) 873; nur dass sie (die heuschrecke) alles bis auf den gr. verheeret M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 1, 54. neben verben anderer bedeutungsrichtung verschiebt sich die vorstellung: er ... nahm sich seiner bis auf den gr. an Herder 17, 57 S.; ein gefährlicher philosophischer charlatan ..., der sich selbst bis auf den gr. zu kennen glaubt Tieck schr. 7, 175: 'völlig, gründlich' meint hier 'bis zum letzten' und läszt eher an grund I denken. II@CC. grund und boden seit dem 15. jh. belegbar, vermutlich älter; die ältesten belege bis ins 16. jh. obd. (namentlich alem.) und rheinfr.; wie eng zusammengehörig beide worte empfunden wurden, lehren die lexika: fundum, einn gr. odder bodem Er. Alberus 62b; fundum ... gront off boedem van eyn vasz Diefenbach gloss. 252b; anders soll ihnen ... auf dem teutschen grundt oder boden nur ein halber monatsoldt ... gereicht werden Fronsperger kriegsbuch 1, 32r, wo oder ein und vertritt; merkwürdig und vereinzelt: die grefin ... mit ir selbes rates pflage und von grunt ze poden ir sache bedencken warde Arigo decam. 229, 38 Keller. die zusammenziehung grundboden seit alters vornehmlich im alem.: eim sein hausz auf den grundboden schleitzen J. Maaler 194rb; häufig in den modernen maa., z. b. e pfōl in de grundboden schlahē Staub-Tobler 2, 771a; auch in md. maa.: grundebuden Müller-Fraureuth 446b; nicht beschränkt auf die bedeutung 'erdboden': fundus ... ain boden o. grundboden (ima pars vasis) Diefenbach gloss. 252b. das erste subst. kann unflectiert bleiben: des zu A. gehörigen grund und bodens Fischer schwäb. 3, 871 aus Wieland. II@C@11) urspr. ein ausdruck der rechts- und urkundensprache; so die ältesten belege: den wingarten ze R. gr. und b. mit aller witi Fischer schwäb. 3, 871 (a. 1429); die eygen wysen vor dem yrhertürlin an der Pegnitz gelegen, grunt und podem, mit aller czügehörung, nützzen und rechten städtechron. 1, 394 anm. (Nürnberg 1434); nach Staub-Tobler 2, 771 steht es im alem. besonders in kaufs- und übergabsbriefen zur umschreibung des gesamten grundeigenthums, in lat. urkunden entsprechend: terra et fundus. so wird eine waldung abgetreten: unser frowen hölzli, holz und feld, gr. und b. (a. 1558); mit anderm sinn, aber ebenfalls in der rechtssprache: sy habent geschworen, die püntnussen, wyl grunt und b. stat, zuo halten ib.; desgleichen als beteuerungsformel: 'sie wollen das gotteswort halten, auch leib und gut dazu setzen', es mües ê gr. und b. kosten ib. (a. 1529). die formel breitete sich frühzeitig auf fast alle spielarten und gebrauchsformen der bedeutung 'erdboden' aus. II@C@1@aa) mit rücksicht auf die qualität des bodens. wie II A 2 a (geologische oder physikalische beschaffenheit): da leichtsinniges wandeln auf feuchtem gr. und b. mir ein übel am fusze zugezogen hat Göthe IV 28, 98 W.; das vaterland der verschiedenen dipusarten hängt ... vom gr. und b. ab Nehring tundren u. steppen 75; sie wuszte ..., auf welch vulkanischem gr. und b. der tempel dieses friedens errichtet war Holtei erz. schr. 2, 232. wie II A 2 b (fester untergrund); meist übertragen: der her dær ist mein grund und bode vest Schede psalmen 53, 5 neudr.; ohne diesen gr. und b. der wirklichkeit würden selbst Homer und Ariost als geringe poeten erscheinen müssen Platen w. 3, 4 R.; die volle formel hat öfter einen emphatischen beiklang: dasz ihm nichts daran lag, die systeme der andern zu stürzen, da er gr. und b. für das seine gefunden hatte Fr. M. Klinger 11, 168; während sie für ihre ideen sich einen gr. und b. schaffen muszten Hoffm. v. Fallersleben ges. schr. 7, 287; der chemiker (behauptet) nur den festen gr. und b. seiner wissenschaft, wenn er ... J. Liebig chem. briefe 59; als baugrund: alle künste ... kommen mir vor wie städte, deren gr. und b., worauf sie erbaut sind, man nicht mehr entziffern kann Göthe IV 20, 87 W.; auch das sprichwort hat die variante: stille wässerlein fressent (nehment) gr. und b. Fischer schwäb. 3, 871. II@C@1@bb) mit rücksicht auf die quantität, die räumliche ausdehnung (die häufigste gebrauchsweise, zumal in neuerer sprache): habe ich ... den gr. und b. ... nach dem verjüngten maaszstab auf den riss gebracht v. Fleming vollk. teutscher jäger 46. nach II A 3 a (begriff des eigenthums): derhalben sag ich euer gnoden, ich sitz hie auf meim grundt und boden Fischart Eulenspiegel 134 H.; es freut mich sehr, dasz sie meinem gr. und b. die ehre geben wollen Pückler briefw. 6, 33 Ass.; wenn man denselben (bauernstand) als pächterstand wieder an den gr. und b. gefesselt hätte Jhering geist. d.m. rechts 2, 1, 248; concreter 'grundbesitz': das ist das einkommen, die gülten, zins, renten, gr. und b., die ein haus unterhalten Sebiz feldbau (1579) 3; versaufen hausz, hof und stadt, gr. und b. Äg. Albertinus Lucifers königr. 191, 27 L.; pluralisch: die besüzungen Burgetti Orsenici ... mit allen dern schloszgehörigen und allen derselben grunt und böden, besüzungen, zinsen v. Brandis landeshauptleute v. Tirol 40; welche häuser, gründ und b., gold, silber etc. besitzen Schupp schr. (1663) 697; vereinzelt und jung neben liegend: der aneinander hängende liegende gr. und b. fordert eine scheide Jac. Grimm kl. schr. 2, 30; mit besonderem gefühlsgehalt: eine ursprüngliche sprache, die ihre wörter ... von ihrem eigenen gr. und b. hernehmen kann Gottsched d. neueste a. d. anmuth. gelehrs. 8, 797; unsere dogmatische theologie wird aber nicht eher auf eigenem gr. und b. ebenso sicher stehen Schleiermacher I 3, 107. nach II A 3 c (politische begrenzung): so bald die armée über die Weser solcher maszen kommen, und den westpfälischen gr. und b. erreichet Chemnitz schwed. krieg 2, 49; eine fremde nation in den waffen auf dem gr. und b. des reichs beysammen wohnen zu lassen M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 1, 137; ähnlich: bis ich erst wieder auf protestantischem gr. und b. war Bahrdt gesch. s. lebens 4, 17. II@C@1@cc) aufs alem. beschränkt ist gr. und b. halb adverbial nach länder- und städtenamen als landschrei (wieder emphatische verstärkung des einfachen wortes): die (beiden ringer) wurfent einander zu beiden teilen glych nider, doch der Zuger den von Wädischwyl erstmals, da der jünger brueder ze schrygen anfienge: hie Zug, gr. und b. Staub-Tobler 2, 771a; es ist nicht eine aufforderung zum wurf an gr. und b., wie dort vermutet wird, sondern eine verstärkung im sinne von Zuger gr. und b.; vgl. frisch uf, mir wendt ihn frölich strelen: hie ist guot Schwytz grund und boden! ir eygnossen, nun londs uns wogen schweiz. schausp. des 16. jh. 2, 152 B.; hett sich inn der statt mit ainen trunkh uberrist, am haimziehen Wirtemperg gr. und b. geschrihen Fischer schwäb. 3, 871. II@C@1@dd) nach präpositionen. II@C@1@d@aα) entsprechend II B 1 2: zu gr. und b.; in den alten belegen tritt die gegenständliche bedeutung 'zu boden' klar hervor: zu gr. und b. stoszen Staub-Tobler 2, 771 (a. 1571); alles hauet zu gr. und b., und habt gar kein erbarmen engl. comedien (1624) H 7a; was die alten erbauet han, will man zu grund und boden schlan Opel-Cohn dreiszigj. krieg 440; jünger sind fälle wie: ein kranker mufti spricht hundert verliebte prinzen zu gr. und b. Klinger theater 3, 113; intransitiv: schlug er so mannlich unter die ungläubigen, dass sie gleich als fliegen oder mücken zu grunde und b. fielen buch d. liebe (1587) 25d; du kommst, o liebes kind, ein gast in diese welt, da gleich das gasthaus jetzt zu grund und boden fällt durch, in, und mit sich selbst Logau sinnged. 12 E.; über zu gr. und b. gehn s. u. 2. seit dem 18. jh. nur noch selten: mit diesem schwerte schlag ich dich zu grund und boden Fr. W. Weber dreizehnlinden (1907) 92. II@C@1@d@bβ) entsprechend II B 3: in grund und boden (hinein) dagegen kommt erst mit dem 19. jh. recht in schwang, wenn es auch in älterer sprache nicht fehlt: wir zuntend das schloss inwendig an, dass es in grund und boden verbrann bibl. ält. schriftw. d. Schweiz I 4, 48; es löst das einfache in den gr. ab; namentlich dialektisch: das wetter schlägt alles in gr. und b. (nein) Müller-Fraureuth 446b; a schielt een ei gr. und b. nei G. Hauptmann Rose Bernd (1904) 25; gern ebenso wie in den gr. neben verderben: sich in gr. und b. innen verderben, verheien 'seine gesundheit gründlich ruinieren' Staub-Tobler 2, 771; auch schriftsprachlich oft mit dem anflug des volksmäszigen: mich dauert nur das kind, ... das wird in gr. und b. verdorben Hafner ges. lustspiele 2, 224; unsere güter waren ... in gr. und b. gewirthschaftet Spielhagen 1, 218; ich musz ... unterducken, will ich nicht in gr. und b. getreten werden Holtei erz. schr. 36, 216; ich bin ein guter fuszgänger, Brant geht mich aber doch in gr. und b. Grillparzer 20, 54 S.; intransitiv: hier ist alles ... in gr. und b. hinein verdorben A. Ruge briefw. u. tageb. 2, 19. II@C@22) leicht ergab sich die übertragung der wendung von 'erdboden' auf 'boden eines gewässers': der see ... habe gar keinen gr. und b. Aurbacher volksbüchl. 251; man findet keinen gr. und b., gar kein ende, wenn man alle übel des krieges herrechnen wollte Tieck schr. 5, 420; präpositional: hat nit vor jahren Pallas grim der Griechen schiff (wie ich vernim) zu boden und in grund versenckt? Spreng Äneis 3a; und so noch spät: wir hätten zu gr. und b. gehen müssen, ohne dasz uns ... von dem andern schiffe die geringste hülfe hätte geleistet werden können J. G. Forster sämtl. schr. 1, 92; aber frühzeitig in dem allgemeineren sinn des verderbens (vgl. I A 4 c β): das der teufel die oberhand bekomen und alles zu gr. und b. gehen müsse Luther 16, 155 W.; und muoss oft manche ehe zu gr. und b. gehen, dass das weyb dem mann nit will folgen V. Schumann nachtb. 200 B.; der unfride ... verderbe nur sein land und unterthanen, die gehen gantz zu schreitern, zu grund und zu boden Reinicke fuchs (1650) 344; sie würden mein, als der zu grund und boden gangen, lachen P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 414b; sehr häufiger gebrauch; ganz selten in anderer verwendung: das ewangelium sicht die hertzen an, geet zu grundt und boden Luther 10, 3, 404 W. II@C@33) da gr. u. b. früh zur reinen formel wurde, konnte es auch auf solche bedeutungszweige von gr. übertragen werden, die dem sinne 'erdboden' fern stehen; so häufig in gebrauchsformen, die auf die bedeutung 'fundament' zurückzuführen sind. gelegentlich in formeln, die dort wurzeln: weil ... gedachte haut ... gleich unter den haaren als ir grundt und boden gelegt ist Wirsung arzneibuch (1588) 58 b; der tugend wohlgelegten grund und boden Königsberger dichterkr. 120 ndr.; häufiger für 'grundlage, basis': der gr. und b. einer sprache, so zu reden, sind die worte Leibnitz dtsche schr. 1, 460; diese methode erforderte fleisz und häuslichkeit, und das ist der gr. und b. einer glücklichen ehe Hippel lebensläufe 3, 114; es giebt vielleicht keine erfindung, die nicht die allegorie ... zum gr. und b. ihres wesens hätte Tieck schr. 4, 129. umso häufiger, je weiter sich die von 'fundament' abgeleitete bedeutung von ihrem ausgangspunkt entfernt und je leichter sie eine umdeutung auf 'boden' hin gestattet; parallel mit anfang: wolan so hab dir hiemit die ersten euangelischen centonouell gegeschenckt, als ain anfang, gr. und b. von dem Luther selbst Joh. Nas antipap. eins u. hundert (1567 ff.) 1, 3a; hauptsache, grundbedingung: wo eine rechtschaffene bestendige kirchenordnung soll gestellet und aufgerichtet werden, muss das fürnemste, ja der grundt und bodem sein, das die lehre rein ... sey kirchenordn. f. Braunschweig (1569) 15; der gr. und b. des schönen ... in der mahlerkunst ist ... die wahrheit oder wahrscheinlichkeit Breintingfr crit. dichtk. 1, 62; hauptinhalt, kern: das bauernleben bildet doch eigentlich den gr. und b. des buches; aus andern ständen wandeln nur einige gestalten flüchtig über diesen boden Jer. Gotthelf ges. schr. 1, x; das innerste: gr. und b. eins yeden dings fundum, vel fundus Frisius dictionariolum 102b; gr. und b. wissen wöllen, a cœlo ad terram percontari Dentzler 141b. nach präpositionen: ist es nichts desto weniger alles in grundt und b. erlogen C. Andreä gründl. relation (1602) vorr. ** 3a; vgl. IV B 5 a γ; dass die gegebene welt ... durchaus nicht dasey ... und im grunde und b. nichts sey Fichte w. 4, 378; er ist im grunde, in gr. und b. nichts nutz Kramer teutsch-ital. 1, 573b; ebenso Hügel Wiener dial. 71b; er taugt in gr. und b. nichts, er ist in gr. und b. verdorben Spiesz henneberg. 85; der gebrauch verrinnt mit 1 d β; man muss die wunden von gr. und b. auf heilen und mit nichten von auszen hinein Staub-Tobler 2, 771 (a. 1634). II@C@44) vereinzelt sogar den causalen gr. streifend: auch das recht des schwertes, ohne dessen besitz die krone nur ein schatten sein würde, erschien als ein guter gr. und b. für einen könig, um dafür zu fechten Ranke s. w. 16, 199. IIIIII. grund kann jeden theil der erdoberfläche bezeichnen, der tiefer liegt als seine umgebung; dieser gebrauch läszt sich verstehen als addition von I und II: mit dem begriff des unteren, tiefen verband sich der der erdfläche. dem entspricht es, wenn die bedeutung 'erdvertiefung' die jüngste scheint. III@AA. in der bedeutung 'thal, senkung' seit dem mhd. in mannigfachen abstufungen und variationen. III@A@11) mhd. zumeist eine mäszig tiefe thalsenkung: sus reit der werde degen balt sîn rehte strâze ûz einem walt mit sîme gezog durch einen grunt Wolfr. v. Eschenb. Parz. 339, 17; si zogten durch einen grunt und enhalp balde wider ûf Ottokar v. Steierm. steir. reimchron. 11041; vgl. 11050; dâ zwischen (zw. d. bergen) was ein kleiner grunt livländ. chron. 9992 Pf.; nach dem aber der in einem grunde verborgene fürst C. ... das zeichen bekam ..., rennte er spornstreichs zu Lohenstein Armin. (1689f.) 2, 1082a; soll ich verirrter hier in den verschlungnen gründen die geister Shakespeares gar verkörpert finden? Göthe 2, 143 W.; durch zufügung gewisser adjectiva kann der begriff der thalsenkung zu der bedeutung 'schmalthal, hohlweg, schlucht' specialisiert werden: sucht immer weiter hin und wider in diesem walde auf und nider, bisz er kam in ein tiefen grund H. Sachs 21, 158 K.-G.; da brachen die Polen im hinderhalt aus dem holen gr. auf Hennenberger preuss. landt. (1595) 30; Rom selber ward der barbarn raub. sein rest ist kaum in hohlen gründen mit schutt und graus verscharrt zu finden Gottsched ged. (1751) 118; das kloster war in einen engen gr. gebaut Kerner bilderb. 148; schluchten, klüfte, kaminspalten ... vereinigen sich zu einem finstern, eingeklemmten grunde H. v. Barth kalkalpen 379; in älterer sprache, wie mundartlich noch heute, völlig gleich 'thal': vallis taal vel grunt Diefenbach gloss. 606a; bei Luther vielfach im sinne von vallis: auch gruben Isaacs knechte im grunde (var. tal) 1. Mos. 26, 19 (in torrente); der herr sey ein gott der berge und nicht ein gott der gründe 1.n. 20, 28 (deus vallium); du lessest brünnen quellen in den gründen ps. 104, 10 (in convallibus); vgl. in den abseits gelegenen reizenden thälern (oder 'gründen', wie man in Sachsen sagt) fanden sich mühlen am muntern bach W. Chezy erinn. 1, 218; auch in der bedeutung des tiefen gebirgsthales, die am schärfsten das alem. entwickelt hat: wir führen das wasser ausz den tiefsten grundten auf die höchste berge J. Betulejus discurs v. d. höchsten gut (1615) 292; wann sich der erde schoosz mit neuem schmucke zieret, ... so bald flieht auch das volk aus den verhassten gründen Haller ged. 28 Hirzel; besonders im sing.: am 28. ougsten hat es bis in gr. geschnyt Staub-Tobler 2, 772 (a. 1592); es ist vom berg so weit in grund, so weit der berg vom grunde stund Petri d. Teutschen weish. 2, B b 7a; ebenso modern: wir blīben mit den chüene im gr. bis mitte maje; was macht-men im gr.? fragt der älpler den besucher; vgl. grundvolk im gegensatz zum bergvolk Staub-Tobler a. a. o.; so auch (mit localfärbung?): wirds winter, siedelt alles sich an im sichern grunde Zach. Werner 24. febr. (1815) 30. III@A@22) wo berg, höhe u. ä. den ausgesprochenen oder unausgesprochenen gegensatz bilden, vielfach auch in einem allgemeineren sinne 'tiefliegendes gelände, niederung': das ir zu dem gebirge der Amoriter kompt und zu allen iren nachbarn im gefilde, auf bergen und in gründen 5. Mos. 1, 7 (montana et humiliora loca); die Amalekiter und Cananiter, die im grunde wonen 4. Mos. 14, 25 (in convallibus); was im gebirge, gründen und unter der erden sein narung suchet Mathesius Sarepta (1571) vorr. 1b; und wuchsen die wasser trefflich sehre, darüber die, so in gründen wonhaftig, nicht in geringe gefahr gekommen M. Dreszer sächs. chronicon (1596) 460; wo es auf der revier dickungen ... gründe und höhen hat Heppe lehrprinz 134; mit dese stripen un strippen an de berg und in de grünn Fr. Reuter 2, 77 S.; namentlich in poetischer sprache: thier und kräuter und getreyde in den gründen, in der höh P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 348a; wem sind die samen all umher in gründ und höhn, in teich und meer aus milder hand geronnen J. H. Vosz ged. (1802) 5, 18; aus den gründen, zu den hügeln tritt die nebelwoge wachsend Brentano 3, 6; also gewöhnlich plural; etwas anders, aber auch hierhergehörig, ist folgender singularische gebrauch: auch diese (stadt) liegt ganz im grunde, an einer krümmung des Mains, von kahlen höhen eingeschlossen H. v. Kleist briefe an s. braut 64; nachts durch die stille runde rauschte des Rheines lauf, ein schifflein zog im grunde Eichendorf 1, 698; wieder anders: auf dem gebirge rauscht der schall, der tiefe grund vernimmt den hall Stoppe Parnasz (1735) 4; die felsen scheinen sich zu regen, ... und langsam steigend aus der höh die schatten auf den grund sich legen Droste-Hülshoff 2, 35 Sch. III@A@33) grund und thal. sind beide begriffe coordiniert, so bezeichnet gr. die flachere senkung, oft das tiefgelegene gefilde schlechthin: es haben doch die künig und keyser vil stett, thaler, gründ ... dem reich vorbehalten S. Münster cosmogr. (1550) 367; da aber die blosze gründt und thäler machten, dasz mann sie von fern gesehen mocht Carbach Livius (1551) 385r; er manchmahl vor solchen gebirgen sich zuruck drehet, ... die gewöhnlichen tähler und grunde suchet Aitinger jagd- u. weidbüchl. (1681) 118; ist es doch in thal und grunde gar gespenstisch anzuschauen Göthe 15, 1, 111 (Faust 7042) W.; bald änderte sich die scene, als sich das thal ... in einen weiten gr. verwandelte Roon denkwürdigkeiten 1, 472. ist der gr. ein theil des thals, so bezeichnet er entweder die thalsohle oder auch das gefilde, das sie bedeckt: die ritten fürsich ungehindert und kamen in den grundt des thals Aymont (1535) n 1b; und du, du süszes liljentahl, wie gern wolt ich in deinen gründen Adonis gleich mein ende finden Stieler geharnschte Venus 68, 6 ndr.; ach aus dieses thales gründen, die der kalte nebel drükt Schiller 11, 334 G.; da ging ich jagen durch die wilden gründe des Schächenthals auf menschenleerer spur 14, 341 G.; durch ... öde thäler und spaltungen sind sie (die berggipfel) von einander getrennt, ohne baum und strauch, ohne bäche und gründe Ritter erdkunde 1, 99. III@A@44) modernes schriftsprachliches empfinden unterscheidet thal und gr. wohl so, dasz mit dem thal die vorstellung des wasserdurchströmten verbunden ist, mit dem gr. nicht; für ältere und mundartliche sprache ist das anders: nû wart überkapht, daz in des grundes tan ein grôzez wazzer ran Ottokar v. Steierm. steir. reimchron. 11050; lest prunnen quellen hin und wider, die in den gründen sich ausgiesen H. Sachs 18, 402 K.-G.; westwärts von hier, den nahen grund hinunter, bringt euch die reih von weiden längs dem bach, lasst ihr sie rechter hand, zum orte hin Shakespeare (1797 ff.) 4, 278; die bäuerin wäscht die leinewand am bach im schattigen grund Chamisso w. (1830) 3, 150; in einem kühlen grunde da geht ein mühlenrad Eichendorf 1, 653; gr. 'ein fluszthal mit wieswachs' Schmeller-Fr. 1, 1004; seit alters auch für das ufergebiet gröszerer flüsse, und zwar gerade in dem gebiet von Baiern und Schwaben nördlich der Donau, in dem gr., mit flusznamen verbunden, feste geographische bezeichnung geworden ist: (der markgraf) zoch an die Swabach gen Eschenau wertz und verprent denselben grunt an der Swabach städtechron. (Nürnberg 1449) 2, 149, 8; und zugen in den grunt bei Leutershausen (gemeint ist der Altmühlgrund) ib. 214, 14; und kamen am eritag früe in den grunt enhalb des Gnadenbergs (in den gr. der vorderen Schwarzach) ib. 224, 6; im grunde der Steinlach, welche rechts blieb Göthe III 2, 134 W. III@A@55) die durchwässerte thalsenke ist die stätte reicher vegetation. so wird gr. 'wiesensenkung' und allgemeiner 'mit gras, blumen, bäumen bestandene senkung'. der begriff des vegetationsreichen kann den des gesenkten ganz zurückdrängen. mhd. recht selten: tal, berc und lîte, eben unde gründe Seifr. Helbling 4, 437 S.; auch nhd. sind die belege bis ins 18. jh. spärlich; vielfach dem begriff der wiese nahe oder gleichkommend: und wolte einem knecht ... hausz und hof, acker und grunde und andere erbgüter ... geben Luther 28, 567 W.; davon ... die jungen kälber und lämmer in den gründen der kleereichen ... wiesen lechtzen schauspiele d. engl. comödianten 196, 22 Creizenach; in den gründen und weidplätzen J. Prätorius Katzenveit (1665) e 3b; kornfelder, umzäunte gründe, kleine dörfer ... verschönerten die bergige landschaft J. G. Forster sämtl. schr. 1, 33; der wiesengrund gehörte zum theil der kämmerei, zum theil einzelnen bürgern ... um diesen gr. bestand ein uralter streit Freytag ges. w. 1, 47; dialektisch: 'gr. steht öfters, besonders unterrheinisch, überhaupt für wiesenthal' Kehrein volkssprache in Nassau 1, 76; soweit halden und gründe in den see hinein gehen Fischer schwäb. 3, 872 (Tettnang). die schäferdichtung namentlich des 18. jh.s hat diesem gr. breitesten eingang in die literatursprache verschafft; sie spielt auf ihm und hat ihn aufs bunteste ausgestaltet: wo ausz Hymettens bunten grund am morgen die bemühte biene äzzt ab, ist deiner jugend grüne Stieler geharnschte Venus 130 ndr.; es lachen die gründe voll blumen E. v. Kleist 1, 231 Sauer; komm, Doris, komm zu jenen buchen, lasz uns den stillen grund besuchen Haller gedichte 80 Hirzel; endlich kam sie zu den gründen, da wo unter jungen linden Emiren am wasser lag Göthe 37, 15 W.; gleich einer schäferin, die nach bebüschten gründen zu ihrem Thyrsis eilt Uz 252 Sauer; und weil sich jeder stamm von diesen wieder mehret, zuletzt den ebnen grund in einen wald verkehret v. König ged. (1745) 70; in diesem wald, in diesen gründen herrscht nichts, als freyheit, lust und ruh Hagedorn poet. w. (1769) 3, 25. III@A@66) grund kann sich, je mehr der begriff des gesenkten zurücktritt, der bedeutung des offenen, unbegrenzten gefildes nähern; jung, erst seit dem 18. jh.; stets plural: der herbst ... stand und sah noch eins um sich, aus gränzenlosen gründen nur eine hand voll ären um seine stirn zu winden Dusch verm. w. (1754) 14; in diesen lieblichen gründen (von Florenz) sind künste und wissenschaften der neuern zeit zuerst wieder aufgegangen Göthe 48, 126 W.; kastanienhügel führten nun mir den blick in der Campagna bunte schimmernde gründe weit zur ferne Waiblinger ged. aus Italien 1, 51 Gr.; durch des himmels gründe wallen wolkenschafe Brentano 3, 84; so öfter von den gefilden der seligen und unterirdischen: in den gründen der selgen kann man ihn, hier nur den leichnam finden Ayrenhoff w. (1814) 2, 65; doch hier in unsern traurgen gründen, in unsrer unterwelt, wird man sie schwerlich finden Cronegk schr. (1766) 2, 82; ähnlich: sie sollen aus dem buche der dichter ausgekratzet und in die kalten gründe der reimer verbannet werden Schönaich ästhetik in einer nusz 6 K.; jedoch wer engel sucht in dieses lebens gründen, der findet nie, was ihm genügt Tiedge 3, 179. III@A@77) grund als geographischer name. als geographische bezeichnung für fluszthäler, schmalthäler, thalsenkungen überhaupt erstreckt sich gr. über das ganze deutsche sprachgebiet bis ins nd.: von Hoppenplacke die Niendahlsgrund uf auf dem stoppelwege, ... vom steinbrink die Netteldahlsgrund uf ... Grimm weisth. 3, 303 (Hülseder mark); die nähere bestimmung gibt bei fluszthälern in der regel der fluszname; die ausdehnung der bezeichnung ist nicht unbegrenzt; so werden im salzburgischen nur die an den hauptthälern liegenden seitenthäler gründe genannt, z. b. der Zillergr., Zemgr. ... Schmeller-Fr. 1, 1004; auch in dem bair. und schwäb. gebiet nördl. der Donau beschränkt auf neben- und zuflüsse; namentlich im Rezatkreis der Rezat-, Aisch-, Biber-, Altmühl-, Wörnitz-, Zenngr. (Schmeller-Fr. 1, 1004); doch auch westl. davon Tauber-, Kochergr.; 'der Plauische Gr. bei Dresden, d. h. ein schmales tiefes und von felswänden gebildetes thal der Weiseritz' W. Hoffmann wb. d. dt. spr. 2, 707 (dieser ortsname konnte Jean Paul sogar als begriffsbezeichnung dienen: in einem solchen strich landes ... mit landhäusern, irrgärten, tharanden, plauischen gründen vorher, bergschlössern nach W. Hoffmann a. a. o.); in anderer composition (gern für engere thäler): eine waldschlucht ... die Pulvergr. bei Elbing Schemionek elbingsche ma. 15; in der Riesengr. (bei Niederelsungen) Vilmar 139; plötzlich fiel ihr ein, dasz der gr., in den sie nun einbiegen müsse, der Blutgr. heisze O. Ludwig ges. schr. 2, 104; endlich kann auch bloszes gr. geographische bezeichnung werden: 'im besonderen heiszt där jrund das thal der bösen sieben von Wimmelsburg aufwärts' Jecht Mansfelder ma. 44b; im gr. 'bezeichnung für ein kurzes, tiefeingeschnittenes trockenthal' württemb. vierteljahrshefte f. landesgesch. 9, 113; im schweiz. sind Grund, Grunden dorfnamen (Staub-Tobler 2, 772); das dörfchen Wipperode am Meiszner heiszt nach Vilmar 139 im volksmunde nur der gr.; ortsname Grund im Harz.gr. als flurname ist von alem. bis ins obersächs. reich zu belegen; zuweilen ohne attributive bestimmung, z. b. im, an dem, unterm gr. Fischer schwäb. wb. 3, 872, häufiger mit einem bezeichnenden beiwort, z. b. im dürren, heiligen, hinteren, langen, mittleren, näheren, roten, störzenden, süszen, vorderen gr. ib.; auch im plur.: in, zwischen beiden gründen; schöne, untere gründe ib.; zahlreiche belege Staub-Tobler 2, 772 f.; vgl. ferner Meisinger Rappenauer ma. 79; Müller-Fraureuth 446b; Bohnenberger festgabe f. Sievers (1896) 359 ff.gr. als uferstrecke (am Bodensee): solche flachere uferstrecken führen vielfach ohne rücksicht auf die feineren unterschiede des hangs, der wysse, ja selbst flacherer halden den allgemeinen namen 'grund', z. b. Gaiszauer, Rohrspitzen, Fuszacher ... gr. Bodenseeforschungen (1893) 85 f.gr. als name eines stadtbezirks: undergrund (1545: niderer gr.) heiszt nach Staub-Tobler 2, 772 eine vorstadt von Luzern an der Reusz; ich wohne am dritten gr. sagt der Wiener, 'die entern gründ' lied von L. Krenn, in einem liede Karl Schmitters: ich kenn an hausherrn da vom grund, der kein kind leidt und kein hund Schranka Wiener dialektlex. 64; unterstadt Grund in Luxemburg wb. der luxemb. ma. (1906) 156. III@A@88) grund und grat. diese gewisz alte allitterierende formel ist zumal in der urkundensprache schwäb. und alem. sehr verbreitet; sie bedeutet 'niederung und höhe' (in lat. urkunden entspricht: in plano et in monte) und bezeichnet den gesamten grundbesitz im thal und auf den bergen: mit weg, steg, mit wun und waid, mit wasser und wasserlayty, mit grunt und grAvt und mit allen rechten Mone zs. f. d. gesch. d. Oberrheins 20, 160; vgl. 11, 83; (ich habe verkauft) zehen juchart eigenre reben, ... und gemeinlichen grunt und grat 13, 449; es sy an aignen luten, an voyt luten, ... an wasen, an zwy, an gr., an grat, an stegen, an wegen monum. Zollerana 1, 269; und schwuren ... 'so lange gr. und grat stehen' Scheffel 3, 87 (Graubünden 1424); zahlreiche belege Staub-Tobler 2, 773; halb adverbial: er verprant Gossow grunt und grt Schmeller-Fr. 1, 1004; darnach über dri tag do verbran Bischofzell gr. und gerat J. von Watt 3, 210. III@BB. grund 'abgrund' hängt deutlich mit dem vorigen zusammen, ist nur insofern unterschieden, als vorwiegend der begriff der tiefe die vorstellung bestimmt; erst spät und vorwiegend in poetischer sprache: abgrund ... das bodenlose loch ... ein ungegrundter rachen des auszgewaschnen grundes, ein gr., den keiner je gemeszen Treuer deutscher Dädalus 9, 16; über nie erforschte gründe ... leitet uns der steg Körner 2, 10 Hempel; hier stürzen gründe, felsabschüsse Heine 2, 86 E.; ich folgte dir an schwarzen gründen hin Mörike 1, 165 Göschen; dort schlieszt jach das hohe gebirge und fällt in entsetzliche gründe Laube 9, 123; wo ein jäher gr. war, da ist itzt nur eine schwache senkung Alexis Roland v. Berlin (1840) 2, 135. IVIV. die zukunftsvollste bedeutung, die erst in jüngerer sprache aufs reichste entwickelt wurde, ist 'basis, fundament'. nach got. grunduwaddjus 'grundmauer' Luc. 6, 48. 49; Eph. 2, 20 u. ö. musz sie sehr alt sein; aus I etwa in der weise abzuleiten, dasz der begriff des unteren, festen auf körperliche massen angewendet wird. IV@AA. grund 'fundament, basis' ist ahd. nicht nachgewiesen, mit dem 13. jh. werden die belege häufiger; in den wbb. oft gleich fundamentum: gr. fundamen, fundamentum, stabilitas Er. Alberus 62b; firmum fundamentum ein fester gr. Garthius 288b; sine fundamento das kein gr. hat ib.; seltener gleich basis: gr. darauf etwas stehet und ruget, der fusz, basis Decimator thes. (1615); vgl. Calepinus sept. ling. (1731) 1, 116a; fast ausschlieszlich von gebäuden; erst seit dem nhd. auch anders: auch macht er 10 erene grunt, 4 daumelen lange itzlicher gr. erste dtsche bibel 5, 268 (decem bases aeneas 3.n. 7, 27); und wirdt (die basis) verstanden vor den grundt oder fundament der figur S. Curtius practica d. landmessens (1610) 9; darunter (unter das zelt) setzen sie einen erhobenen gr. oder heerd, darauf sie das feuer Homam zubereiten Chr. Arnold offne thür (1663) 73; etwas häufiger nur: ferr von dem gr. des berges Xylander Polybius (1574) 443; an den enden und gründen der berg 58; nun nimmt der berge grund des Bachus leibtracht an Gottsched neueste ged. (1750) 75; solang die berge stehn auf ihrem grunde Schiller 14, 364 G.; die hauptbedeutung 'fundament' ist im 19. jh. fast erloschen; umso ausgebreiteter ist bildlicher und übertragener gebrauch, der zumal seit dem 16. jh. den eigentlichen vollkommen überwuchert. IV@A@11) 'fundament' im eigentlichen sinn: der unterste theil eines gebäudes, so in die erde eingesencket wird Jablonski 260a; in die tufe des grundes gewan er (der stein) ein vastes lager Heinr. v. Hesler apok. 21582; ja du findest noch vil gar alter meür und grunt und thürn städtechron. 3, 51, 14 (Nürnberg); herr Gotfridt Wernher hat die neuen grundt zu der kirchen umbs halb erweiteret, wie noch augenscheinlich zimmer. chron. 2, 539, 36; und steckten ... viel büchsenpulver unter die gründe, zündeten es an H. Rätel beschreib. d. krieges (1590) a 2b; pfäle, so man zum gr. in die erde oder wasser schlegt Orsäus nomencl. method. 150; der gr. zum neuen glashaus ist nun aus der erde Göthe IV 33, 111 W.; leute .., die ... an den gr. (des thurmes) nicht mehr steine und arbeit verwenden, als man allenfalls einer hütte unterschlüge 22, 334 W.; (die maurer) schicken ... mir etwas das ich in ihrem nahmen in gr. legen kann IV 3, 143 W.; eine junge frau wird eingemauert ..., welches um so roher erscheint, als wir im orient nur geweihte bilder ... in den gr. der burgen eingelegt finden I 41, 2, 141 W.; einen gr. stoszen: im morastigen erdboden zur befestigung des grundes pfähle einrammeln Krünitz 20, 254; ein hausz ..., das ... den grundt oder die wend nit hatt Paracelsus opera (1616) 2, 350 H.; es wanket grund und dach und pfeiler und gewölbe Gottsched gedichte (1751) 295; bildlich: allein die lehre ist ja mehr dem gr., die kirchengebräuche mehr dem dach zu vergleichen Leibnitz deutsche schr. 2, 258. verbunden mit synonymen oder sinnverwandten substantiven ebenfalls gegenständlicher bedeutung; gr. und fundament häufig, in der regel übertragen: dan das ist ein gr. und fundament aller ding do mit die cosmographei ... umb ghat S. Münster cosmogr. (1550) vorr. 7; büchlin ..., darinnen er aufs kürtzst und anmütiglich alle fundament und besten gr. desz h. röm. glaubens erholet Fischart binenkorb (1588) a 2b; wan ich meiner ... meinung nicht einen gewissen, festen und sicheren gr. und fundament habe Chemnitz schwed. krieg 1 (1648), vorr. 2; andere verbindungen seltener: zuvorderst die stadt Magdeburg, als einen basim und gr. der gantzen expedition ... gnugsamb zuversichern 105, 1; der dritt himel haizt ze latein firmamentum, daz ist der vest himel, dar umb daz er ain vest und ain grunt ist aller gesteckten stern (wortspiel mit gruntveste) K. v. Megenberg b. d. natur 55, 22 Pf.; wie kan ich meinn gr. und bau auf ein ding setzen, das ich nit weysz ob ichs morgen hab Seb. Franck sprüchw. (1541) 1, 131a; auf euch, allein auf euch musz ich mein hoffnung steifen, ihr, meine liebsten söhn! ihr seid ihr grund und stein Fleming 1, 108 L.; mit solchen irrthümern, die den gr. und eckstein, Christum, nicht gantz ümreiszen Butschky Pathmos (1677) 207; die stütze und der gr. aller speisen ist das brod Hohberg georg. cur. aucta 3, 113a; ich hab in ihrem musensitze ... der wissenschaften grund und stütze, ... erreicht Gottsched gedichte (1751) 1, 162; Irenäus sagt in dieser stelle schlechterdings nicht, dasz die schrift der gr. und der pfeiler unseres glaubens geworden Lessing 13, 374 M.; jeci fundamenta pacis ich habe den gr. und weg gebawet zum vertracht Bas. Faber thes. (1587) 346a; häufiger ist die reimformel gr. und fund (= lat. fundus): die zahl ist der gr. und fund aller ordnung Harsdörfer poet. trichter 3 (1653), 495; s. u. 2 b. IV@A@22) die bedeutung 'fundament' verblaszt zu der allgemeineren '(feste) grundlage'. IV@A@2@aa) je nach dem zusammenhang mannigfaltig nuanciert; bei dingen und zuständen: das ist yhr (der kaufleute) heubtsprach und gr. aller fynantzen, da sie sagen 'ich mag meyne wahr so theuer geben alls ich kan' Luther 15, 294 W.; wan uns die natur zwar mittel zu reden verliehen, aber keine gewisse sprache eingepflantzet, sondern sie alle durch gewonheit und übung erlernet werden, so seind sie derowegen beyde aller dinge gr. Gueintz dtsche rechtschr. (1666) 1; ein rest der bellomoschen gesellschaft ... gab den gr. (für die theatertruppe) Göthe 33, 249 W.; für die 150 rh. können sie bey uns quartier und tisch bestreiten und diese summe wäre also als der gr. der hauszhaltung anzusehen IV 9, 98 W.; ebenso bei reinen abstractis; namentlich im älteren nhd. gern in zusammenhängen wie: nun muostu vor allen dingen in dem gr. warer demütigkeit wol gefestnet sein Keisersberg granatapfel (1510) h 1c; sol dein anfang der buosz hailsam sein ..., so betracht, das er geschech ausz aim guoten gr., das ist ausz götlicher lieb a 6b; (die werke) müssen ein gr. der zuoversicht haben Zwingli dtsche schr. 1, 280; den grunt der wâren gotsforcht haben wir lengst verlorn Aventin 5, 45, 21 L.; als wenn bey unsrer freundschaft gründen sich eine trennung könte finden Stieler geharnschte Venus 22, 1 ndr.; die zeitungen sind der gr. ... aller klugheit Stieler zeitungslust (1697) 18; dieses wohlgefallen an der allgemeinen höchsten verordnung ... ist der rechte gr. der wahren religion Leibnitz dtsche schr. 2, 52; geselligkeit ist der gr. der humanität Herder 17, 11 S.; ganz jung ist die folgende, heute sehr entfaltete verwendung: auf dem grunde des parlamentarischen lebens ... bildeten sich neue anschauungen Ranke s. w. 31, 83; auf dem grunde dieser substanzenlehre ... eine haltbare vorstellung des verhältnisses von geist und körper auszubilden Dilthey einl. in d. geisteswissenschaften 1, 9; das moderne confessionelle selbstgefühl auf dem grunde geschichtlicher tradition Bismarck ged. u. erinn. 1, 146 volksausg. IV@A@2@bb) in verschiedenem sinne auf menschen angewendet: es ist doch ein zeichen von einem guten grundt ('fond'), dasz ihr euch so baldt wider erhollen könt Elis. Charl. v. Orleans 1, 201 M.; anders (an B 3 c streifend): da (bei jeder künstlerzunft) forscheten, ergründeten und ersinnten sie eines jeden kunstfertigkeit, fund (= fundus) und gr. Fischart Garg. 296 ndr. (vgl. oben 1 schlusz); er (Rumohr) hat mir doch wohlgefallen und ich glaube, dasz er einen schönen gr. hat W. Grimm bei Steig A. v. Arnim u. J. u. W. Grimm 522; wieder anders: er war reich und roh, aber er hatte einen gr. von gutmüthigkeit Göthe 23, 96 W.; 'so ist er immer', sagte er dann; 'der gr. ist gut' (wenn sein gebahren auch ungut scheint) Storm 8, 57; hier ist der gr. das unterste, worüber etwas anderes liegt, an gewisse technische verwendungen (vgl. etwa V 2) gemahnend; dor is keen gude gr. in em 'er taugt nichts' Mensing 2, 501a. IV@A@2@cc) im älteren nhd. entwickeln sich einige formelhafte verwendungen; noch halbconcret: deren (der entschuldigung) copie ... hieneben wir zu bestendigem grundt (als 'beleg') dises anzaigens übergeben städtechron. (Augsburg 1555) 32, 298; die reformation schafft den gr. des glaubens: unszer glaub soll eynen gr. haben, der gottis wort sey, und nit sand und mosz Luther 10, 1, 589 W.; die vil sein hern und vätter sind seins glaubens grund Seb. Franck sprüchw. (1541) 2, 4b; früh zur toten formel geworden: ist so kurtz deines glaubens grund H. Sachs 1, 79 K.; später in causaler richtung weiterentwickelt: dasz ... die männliche, der gründe ihres glaubens sich bewuszte religion dabei hätte gedeihen können Ranke s. w. 1, 164. aus demselben boden erwuchs der gr. der schrift, der namentlich in den religiösen schriften des 16. jh.s mit der häufigkeit eines schlagworts erscheint; 'grundlage, begründung': auch so hab ich ausz gr. heyliger geschrift, wider gedicht ettlicher bäpst gefochten Hutten op. 1, 375 Böcking; aber die schwermer hat Lutherus ausz gewaltigem grunde der schrift wiederlegt kirchenordn. f. Braunschweig (1569) 41; man soll eyn reynen glauben haben, der nichts on gr. der schrift gleubt Luther 10, 1, 446 W.; vgl. auch: denn schrift und guten gr. wollen wir haben, nicht seinen eigen rotz und geifer 26, 323 W.; geradezu für 'lehre': in iij. hundert iaren ist kein lerer für hochgelobter gehalten worden, dann welcher am meisten wider evangelischen gr. gefochten hat under guot gliszendem schein Eberl. v. Günzburg 1, 170 ndr.; wiewol an vilen orten on den nammen des evangelion nit vil evangelischer gründ und lere ist 3, 144; das er ... die zwen gen Costentz santi, wann doch da jetzo der gr. und die ler aller cristenhait wär Richental chron. d. Constanzer conzils 76. formelhaft ist auch gr. und kraft: gottes verheyszunge, wilche ist das heubtstück, gr. und kraft aller gebete Luther 17, 1, 249 W.; möchte man dem text (der frz. kunstannalen) mehr gr. (gehalt) und kraft wünschen, so erhalten wir dennoch durch ihn manche historische notiz Göthe IV 16, 131 W.; stark gewandelt: sein heilger mund hat kraft und grund, all feind zu überwinden Georg Weiszel bei Fischer-Tümpel 3, 9; nach anderer richtung hin entsinnlicht: der welt werck ist alles ... feurwerck, gottes werck hat gr. und bestand Petri d. teutschen nat. weish. 2, p 4b; verlogen zeug ..., das weder gr. noch stich hält J. G. Schmidt gestrieg. rockenphilos. 1, (a) 4; dies herüberspielend nach 4 a; vgl. unten d. IV@A@33) in den weitaus meisten fällen steht grund 'fundament' in festen verbalverbindungen. IV@A@3@aa) (den) gr. graben, werfen den für das fundament nöthigen raum im erdreich ausgraben; die ältesten belege bis ins 17. jh. nur alem., z. b.: (die maurermeister sollen) den gr. legen an enden, allwo die baulüt gr. graben Staub - Tobler 2, 772 (a. 1651); später weiter verbreitet: wenn Huschke seinen gr. gräbt (beim hausbau), so stöszt er auf die röhrenfahrt Göthe IV 13, 80 W.; junge variante: eine zweite statue, die ... entdeckt wurde, als man den gr. zu einem hause ausgrub Herm. Grimm Michelangelo 1, 30; dasz nicht etwa von gr. 'erde' auszugehen ist, beweist der nicht seltene plural: als nun der platz geraumpt und ... abcirckelt ward, fieng man an gewaltig die gründ zu graben Seb. Franck chron. Germ. (1538) 313b; später freilich auch als 'erde' verstanden: da gräbt man in den grund, es steigt der neue bau v. König gedichte (1745) 24; dagegen wieder: und als man nun grub zu dem grundt, den tempel drauf zu bauen H. Sachs 15, 469 K.-G.; anders (vgl. unten b): namb der teufel die aller ärgisten aus der kirchen, ... denen auch bewist der kirchen heymligkait, damit er ihr dester basz kundte zum gr. graben Joh. Nas antipap. eins u. hundert 2, q 6a; übertragen: den grund zum glück der nachwelt werfen, läszt auch zu nacht ihn (d. kaiser) niemals ruhn Haller gedichte 14 Hirzel; bis Rom in trümmern lag und die gründe eines neuen lebens geworfen waren E. M. Arndt schr. (1845 ff.) 2, 34. IV@A@3@bb) den (einen) gr. legen. absolut: fundamentum pono ... ich leg ein gr. Er. Alberus 62b; fundator der den gr. legt Garthius 288b; den ersten grundt der statt gelegt Z. Müntzer Livius (1562) b 1a; wer ein hausz bauet, (musz) einen gr. legen Hippel über die ehe (1774) 1; übertragen: denn sanct Paul hatte von gott befelh zu leren und gr. zu legen Luther 26, 574 W.; so bald hat eine sehnsüchtige zuneigung ihren ersten gr. geleget Chr. Weise polit. redner (1677) 38; daher ist es in der natur der seele gegründet, dasz ... die historische kenntnis den gr. legen musz Lessing 8, 25 M.; und er (der Romwanderer) spürt nun gar zu bald, dasz er wieder zurück lernen musz, dasz er seinen gr. tiefer graben, stärker und breiter legen musz Göthe IV 8, 301 W.; ich schrieb ziemlich geläufig französisch: ich hatte bei meinem alten einen guten gr. gelegt I 22, 286; scherzend vom essen: hast du den ersten gr. etwas weniger gelegt Tölpel baurenmoral (1752) 12; sie scheinen einen guten gr. legen zu wollen Göthe 31, 44 W.; dialektisch: no ena guata gr. lega, dasz ma au trinka ka zs. f. hochd. maa. 1906, 34 (Ulm); gr. legen tüchtig essen Müller - Fraureuth 446b. mit gen.: auf dem hügel, wo einst der ewigen stadt gr. gelegt werden sollte Niebuhr m. gesch. 1, 124; meist übertragen, und zwar auf reale dinge: als gott selbst den Job ... fragte: wo warest du, da ich der erden gr. legte? Grimmelshausen vogelnest 2, 386, 12 K.; ehe der welt gr. geleget war ante conditum mundum Frisch 379a; du (gott) hast des berges grund gelegt Karschin auserl. ged. (1764) 28; aber auch früh ganz ungegenständlich: nu die histori, wiewol sie gr. legt eines heiligen lebens ... Luther 24, 306, 11 W.; sondern haben auch bey frommen und gelarten gemütheren hie in der welt einen ... gr. wahres ruhmes ... fest gelegt und gepflanzet Schottel friedenssieg 7 ndr.; das rehte fundament (den gr.) aller geschickligkeit und schriftgelährtigkeit hat der geleget, welcher ... Comenius janua (1638) cap. 4; er legt durch ankauf gröszerer landbesitzungen den gr. des fürstlichen daseins Göthe 44, 346 W.; im 19. jh. nur noch spärlich. mit zu; die jüngere ausdrucksweise; im 17. jh. noch selten: wann die liebhaber anfangen gegen einander betrübt zu sein, so ist der gr. zur liebe schon gelegt Riemer polit. stockfisch 257; mit der 2. hälfte des 18. jh.s stark zunehmend, verdrängt die präpos. allmählich den gen.: verdienstreich ist die hand, die zu einem gebäude den gr. legt, in welchem ... Herder 23, 53 S.; meist übertragen, und zwar in weitestem umfang: der ... sozusagen, den gr. zur holländischen republic gelegt hatte Schnabel insel Felsenburg 239, 33 Ullrich; unter den einsiedlern, die um diese zeit anfingen ..., den gr. zum mönchsleben zu legen Jung Stilling 3, 57 Gr.; da Alexander noch selbst den gr. zu dem lamischen kriege legte W. v. Humboldt sechs aufsätze über d. klass. altertum 171 L.; dadurch, dasz er ... die grosze spanische erbschaft herbeiführte, zu der ungrisch-böhmischen definitiv den gr. legte Ranke s. w. 1, 237; namentlich üblich in zusammenhängen wie: der zusammenflusz aller dieser glücklichen fügungen ... (hat) den gr. zu dem glück meines ganzen lebens gelegt Schiller 1, 139 G.; weil auch dieser (bediente) den gr. zu einem gewissen zuge meines charakters gelegt hat Bahrdt geschichte s. lebens 1, 50; sie legte mit andauernder sorge den gr. zu einem lebendigen gottvertrauen in mich G. Keller w. 1, 43; dem heil. Bonifacius, als einem mann, ... der ... den gr. zum schreiben bey ihnen geleget M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 1, 394; Tizian hatte erst den gr. zur landschaftsmahlerey gelegt A. W. Schlegel im Athenäum 2, 87; und legte den gr. zu den weitläufigen kenntnissen der literatur, die man überall bei ihm antrifft Göthe 46, 92 W. sonst ist noch aus üblich: nu wyr gr. aus der schrift gelegt ... haben, daneben d. Carlstads gr. verlegt Luther 18, 182, 14 W.; dasz ich den geschmack von einem wohlgeschriebenen teutschen buche bestärcket, dazu ich schon vorhin aus Ernsts historischem bilderhause den gr. geleget hatte vernünft. tadlerinnen 2, 515; weil ich nicht wollte, dasz einer aus meinem blute den gr. zur künftigen knechtschaft legen sollte Klinger w. 2, 350. anderes seltener: im vierden jar ... ward der gr. geleget am hause des herrn (fundata est domus domini) 1.n. 6, 37; einen guten gr. im studiren legen Frisch 379a; derjenige ..., welcher in den üblichen ... carminibus nicht vorher guten gr. geleget ... hat Neukirch anfangsgr. 777; die grosze aufgabe ..., in allen kleinen kreisen des staatlichen lebens festen gr. zu legen für den neubau unserer zeit G. Freytag w. 15, 40; ein alter gr. von religion war in sie gelegt worden Gutzkow zaub. v. Rom 4, 28. IV@A@3@cc) zum (zu) grunde legen gewinnt erst mit dem 18. jh. boden; ältere belege vereinzelt: wie der Zwingel ... solch lose geschwetz seinem yrthum zu grunde legt Luther 26, 359 W.; wer die leut betriegen wil, der legt zum grundt eine krumme lügen Lehmann florileg. polit. 1, 106; der übergang von zum grunde zu dem modernen zu grunde vollzieht sich in den dreisziger bis vierziger jahren des 19. jh.s; Schleiermacher und Schopenhauer schreiben zum grunde, Ranke zu grunde. freilich tritt zu grunde schon früher gelegentlich auf; doch scheint regel zu sein, dasz die wendung dann allein steht, nicht erweitert durch attribut. gen. oder objectsdat. aus diesem nebeneinander beider möglichkeiten musz es sich erklären, wenn die wbb. schon auffällig früh nur zu grunde bringen: bei Campe 2, 469 und Heinsius 2, 549 nur zu grunde legen, ebenso bei K. W. L. Heyse 1, 627. sehr auffällig ist, wenn demgegenüber W. Hoffmann wb. d. deutschen sprache (1859 ff.) 2, 709a nur etwas zum grunde legen vermerkt. stets übertragen gebraucht, und zwar übertragen auf geistiges gebiet; überwiegend handelt es sich um begriffe, sätze, schriften, geistige producte im weitesten sinne, die zum ausgangspunkt wiederum geistiger thätigkeit und production gemacht werden. IV@A@3@c@aα) construction der formel mit attributivem gen.: dasz der ... verfasser zum grunde seiner vernunftlehre die schriften dreyer berühmter männer ... legen wollen vernünft. tadlerinnen 1, 174; ich legte mir es (das lied) zum grunde dieses spiels Brentano ges. schr. 7, 219; bei dem schon mehr adverbial empfundenen zu grunde ist abhängiger gen. nicht mehr üblich. mit dat. des objects (wie zu gegenüber dem gen. bei grund legen die jüngere ausdrucksweise): seiner letzten heftigsten rede gegen die pharisäer ... legt er diesen satz zum grunde Herder 19, 186 S.; diesen schematismus der begriffe ... kann man ... der ganzen syllogistik zum grunde legen Schopenhauer 1, 84 Gr.; der dem frieden mit Syrien ... zu grunde gelegte satz Mommsen m. gesch. 2, 56. absolut (mit ellipse des objectsdativs): der mathematiker ... legt das zeugnisz der sinne zum grunde allgem. deutsche bibliothek (1765) 1, 144; natürlich wäre es zwar, die ... erklärung zum grunde zu legen Schleiermacher I 3, 2; man legte fortwährend lehrbücher des elften und zwölften jahrhunderts zu grund Ranke s. w. 1, 161. mit in und bei: die Griechen wenigstens haben nie andere als ihre eigene sitten, nicht blos in der komödie, sondern auch in der tragödie zum grunde gelegt Lessing 10, 193 M.; bei ausarbeitung des abschnitts von der groszen parade sind die bisher bestehenden vorschriften und observanzen zum grunde gelegt Wilhelm I. militär. schriften 1, 6 (a. 1821); eine tabelle ..., welche jeder bei seiner arbeit zu grunde legte Göthe II 8, 12 W.; vereinzelte varianten: o der verdampten geschicklichkeit, welche nicht für einen grunt gelegt hat die ewige seeligkeit Moscherosch insomn. cura 36 ndr.; ir habt dem israelitischen volk die ehre erzeigt und seine geschichte im grunde dieser darstellung gelegt Göthe 24, 247 W. IV@A@3@c@bβ) das 19. jh. schuf ein subst. zugrundelegung, das in der gelehrten- und amtssprache lebhaft gewuchert hat: wenn bei diplomatischen unterhandlungen es vorkäme, dasz der eine theil die zugrundelegung seiner proposition ... gefordert hätte Hegel 16, 349; dasz Sullas umlage ... maszgebend war, zeigt ... die zugrundelegung der Sullanischen repartition bei späteren ausschreibungen Mommsen m. gesch. 2, 346; namentlich mit präpositionen: Kant hat ... unter zugrundlegung des schemas der kategorien vier antinomien herausgebracht Hegel 6, 104; die gesetze, welche wir bei zugrundelegung des fixsternhimmels als bezugssystem erhalten Boltzmann popul. schr. 279. IV@A@3@dd) zu (zum) grunde liegen ist das intransitivum zu zu gr. legen und entspricht ihm in vielen punkten. die wendung scheint noch etwas jünger zu sein als die vorige; sie entfaltet sich erst in der 2. hälfte des 18. jh.s. die grenze zwischen zu und zum bilden wieder etwa die vierziger jahre des 19. jh.s; daher kennen z. b. Jac. Grimm und D. Fr. Strausz beide formen. wo zu grunde früher erscheint, fehlt fast durchweg der attributive gen. oder das dativobject. so regelt sich z. b. der sprachgebrauch des jungen Schiller (s. Pfleiderer in Paul u. Braunes beitr. 28, 365). dasz die ursprüngliche bedeutung der formel noch durchaus lebendig ist, lehrt etwa Göthe: dasz reine erfahrungen zum fundament der ganzen naturwissenschaft liegen sollten II 51, 8 W.; vgl. auch die vereinzelte variante: unsere zeitung nimmt sich wohl gut genug aus; wenn nur erst die schweren quadersteine im grund liegen, wird sich das übrige schon leichter in die höhe bauen IV 17, 78 W.; trotzdem erscheint sie nur in übertragenem gebrauch, und zwar ist ihr geltungsbereich als einer intransitiven wendung weiter als bei der vorigen. attributiver gen. selten: ein sehr einfaches ... gesetz vermuthen, das auch zum grunde anderer phänomene zu liegen scheint Göthe II 5, 1, 7 W. die jüngere ausdrucksweise mit dat. des objects aufs reichste entwickelt; der subjectsbegriff zeigt mit vorliebe begriffe, gedanken, empfindungen, auch kräfte, motive, interessen: maximen ..., welche der erziehung zum grunde liegen sollten Göthe 24, 227 W.; selbst dem gemeinen verstande liegt also die idee zu grunde Solger vorles. über ästhetik 56, 14; dem uralten brauch des sühnopfers liegt gewisz ein frommes gefühl zu grunde D. Fr. Strausz schr. 6, 17; das bewusztwerden der ursachen und kräfte, die so vielen und reichen erfolgen zu grunde liegen Liebig chem. briefe vorr. III; da sie wuszte, dasz diesen so heiteren ... wechselgeschichten eine heitere absicht zu grunde lag G. Keller w. 2, 70; vorbilder, urformen nach jeglicher richtung: den hymnen ... lagen jene alte ebräische psalmen zum grunde Herder 18, 13 S.; es mag ihm (dem bronzenen Bachus) ein uraltes vorbild der besten zeit zum grunde liegen Göthe IV 35, 286 W.; das geschichtliche, das dieser dramatischen handlung zum grunde liegt Börne schr. (1829 ff.) 1, 112; welche wortgestalt aber allen diesen (formen) zum grund liege, scheint noch verborgen Jac. Grimm kl. schr. 3, 120; so liegen diesen unterredungen nicht wörtlich abgefaszte hefte zu grunde Stiftfr w. 14, 5 S. absolut (wieder elliptisch zu verstehen): eine böhmische volksmelodie, eine art notturno, soll zum grunde liegen Göthe IV 29, 20 W.; es lag mindestens ein richtiges gefühl zum grunde Fouqué gefühle 1, 60; eine schöne sittliche natur liegt wie ein capital zu grunde, von dem die interessen ... in den gedichten ausgespendet sind Göthe 40, 243 W.; die moderne sprache liebt den früher sehr ausgebreiteten absoluten gebrauch nicht mehr, von präpositionen steht in vorwiegend bei dichtwerken: die geschichte vom juden Melchisedech, welche in meinem schauspiele zum grunde liegen wird Lessing 18, 287 M.; dasz oft in einem narrenspiel ein sehr weiser gedanke zu grunde liegt Klinger w. 6, 57; doch auch sonst: wenn man auch die spätere ... allegorie absondern musz, so liegen doch gewisse urbegriffe davon unleugbar auch in den ältesten vorstellungsarten zu grunde W. v. Humboldt sechs aufsätze über d. klass. alterth. 132 L.; bei erscheint neben den verschiedensten subjectsbegriffen; die vorliebe für das adv. dabei ist zu beachten: man wird uns bei diesem unterfangen ... vergebung wiederfahren lassen, weil dabei keine bosheit ... zum grunde gelegen Heilmann gesch. d. pelop. krieges 39; es liegt unstreitig etwas wahres bey dieser methode zum grunde Hufeland kunst d. leben zu verlängern (1797) 289; wenn einer oder der andere thut, als ob er einen angriff von uns besorgte, so liegen dabei ganz andere absichten als abwehr zu grunde Moltke ges. schr. 7, 16. IV@A@3@ee) einen gr. setzen, übertragen: du seczt und rürst ain tiefen grund H. v. Sachsenheim möhrin 2102; (ironisch: 'du gehst mit deinen ausführungen sehr in die tiefe'; vermengt mit gr. rühren den gr. aufrühren); die aposteln, die dazu erwelet waren, das sie solchs reine solten leren und der lere einen gr. setzen Luther 17, 1, 104, 13 W.; diser (spruch), da du dein gr. und trost auf setzest 7, 660, 10; maas halten in dem leyden ... das hat, das helt den stich, das setzet festen grund Reinicke fuchs (1650) 421; sol man den gr. recht und fest in teutscher sprache setzen, musz man das grundbrüchige auszfesten Schottel t. sprachkunst (1641) 165; ich ware schon zu alt ..., umb von gemühte zu endern, mein grundt war schon gesetzt El. Charl. v. Orleans 1, 13 M.; vgl. seinen gr. legen oben b. IV@A@3@ff) etwas zum grunde setzen, übertragen: die stund kurtzrund zum grund wird gesetzt dieser sachen W. Spangenberg griech. dramen 1, 123 Dähnhardt; welche die geometrie, deren sie nicht fähig sind, zum grunde setzen v. Fleming vollk. teutsche soldat (1726) 79; weil Oesterreich am ende Teutschlands, und also die wienerische mundart nicht wohl zum grunde gesetzt werden kann Leibnitz deutsche schr. 1, 483; man hat an einem solchen wechselplatz ein gewisses (kapital) zum gr. gesetzt allg. dtsche bibl., anh. zu 53—86, 2324. IV@A@3@gg) etwas auf einen gr. setzen, auf einem (einen) grunde (gr.) bauen, befestigen, gründen: du (Fortuna) hast deine stetsbleibende wohnung auf vierekten gr. gesetzet Schottel friedenssieg 23 ndr.; übertragen: sagstu der welt ade? sol Christus gantz allein der grundt sein, drauf du wilt die keusche liebe setzen? Gryphius sonn- und feiertagssonette 37, 79 ndr.; die gròsze moschee zu Jerusalem auf den gr. des salomonischen tempels gebaut Göthe IV 8, 259 W.; übertragen: das (die demut) ist der grunt, do alles das gezimmer des menschen leben ... uf gebuwen müssent werden Tauler 322, 6 V.; diese tägliche, allen himmelskörpern gemeinschaftliche bewegung, ... ist der gr., auf dem die ganze sternkunde gebauet ist F. Th. v. Schubert verm. schr. 1, 8; dasz ich auch den unverdienten beyfall einiger gelehrten nicht suche auf einem so schwachen grunde zu befestigen Heräus ged. (1721) 13; die maurer folgen hierauf, die auf den streng untersuchten gr. das gegenwärtige und zukünftige wohl befestigen Göthe 25, 221 W.; die voraussetzung ist der gr., worauf ich alles folgende gründe Schiller 4, 43 G.; vgl. gott gründt sich ohne grund und meszt sich ohne masz A. Silesius cherub. wandersmann 18 ndr. IV@A@3@hh) auf einem grunde (be)ruhen: ein jedes standfestes gebeu beruhet auf seinen unbeweglichen, wolbepfälten gründen Schottel t. sprachkunst (1641) 74; übertragen: auf was gründen ... die ausübung der ädlen sprache beruhe Neumark fortgepflanzter lustwald (1657) zuschr. 10; allein da diese einwendungen auf keinem rechtsbeständigen grunde beruhten Wieland w. (1794) 20, 28; wie schön musz ein talent seyn, das auf einem solchen grunde ruht Göthe IV 23, 185 W.; der gleichmuth, mit dem ich empfange und gebe, ruht auf dem grunde deiner liebe IV 6, 115 W. IV@A@3@ii) zum grunde dienen: derjenige, der grosze quadersteine in graben neben einander wälzt, dasz sie einmal künftig einem gebäude zum grunde dienen können Nicolai Nothanker 1, 125; übertragen: der basz, ob er gleich zum grunde dienet, ist nur der oberstimme halben und ihr zum besten gesetzet Mattheson kl. generalbaszschule (1735) 50; Richardi de S. Germano zeugnisz soll uns ... zum sichern grunde dienen S. Fr. Hahn einl. z. d. teutschen kaiserhist. 4, 133; bisweilen bis zur bedeutung 'ausgangs-, anknüpfungspunkt' verblaszt: der mensch ... musz in dieser vergleichung zum grunde und allgemeinen beziehungspunkte dienen Kant 8, 366 H.; ... deucht es mich, dasz die sogenannten nationaltänze dem philosophen zu einem guten grunde dienen können Ayrenhoff w. 5, 271. IV@A@3@kk) zum grunde haben, übertragen: obgleich die sprünge ... aus dreyerley verschiedenen intervallen ... bestehen: so haben doch selbige alle einerley basznoten zum grunde Quantz anweisung d. flöte zu spielen 125; dasz unter zwantzig solchen ... begebenheiten kaum zwey die wahrheit zum grunde haben J. G. Schmidt gestrieg. rockenphilos. 1, 12; (bestimmte gesetze des sehens) haben zum grunde (zur voraussetzung), dasz ... eine gerade linie zwischen dem sehenden organ und dem gesehenen gegenstand müsse zu ziehen sein Göthe II 1, 77 W.; häufig bei dichtungen und schriftwerken: diejenigen handlungen, die eine wahre geschichte zum grunde haben Dusch krit. u. satyr. schriften 134; dasz mein briefwechsel nicht blos die schauspiele zum grunde habe Lessing 17, 12 M.; oft nähert sich gr. der bedeutung 'ursache': ihr erster wiederstand schien etwas mehr, als eine blosze bescheidenheit zum grunde zu haben vernünft. tadlerinnen 1, 3; soviel ich muthmasze, hat ihre melancholie physische ursachen zum grunde H. L. Wagner theaterstücke (1779) 59. IV@A@3@ll) überaus häufig sind, namentlich in übertragenem gebrauch, wendungen, die ein zerstören oder gefährden des grundes bedeuten: nos iecimus fundamentum, ipsi (die sectierer) heben uns den gr. auf Luther 34, 2, 100 W.; den gr. aufheben Garthius 289a; dasz sein lippen, so lehren und gottes urtheil uns vorlegen, schlecht und rund untergraben voll list all unser hoffnung gr. Treuer deutscher Dädalus 1, 465; er hätte fürchten müssen, den geistigen gr. zu untergraben, auf welchem seine eigne würde beruhte Ranke s. w. 2, 4; der teufel ... erschütterte den gr. des gebäudes Klinger w. 3, 204; er hat das gebäude der grösze im gr. erschüttert, das ich ... aufführen wollte 231; die felsenwohnung Giafars erbebte in ihrem tiefen grunde bey dem fürchterlichen schall 5, 20; Babel wankt und sinkt und fällt, dasz grund und catacomben beben Gottsched ged. (1751) 1, 293; ich ... baute tausend luftschlösser und spürte nicht, dasz ich den gr. des kleinen gebäudes zerstört hatte Göthe 21, 29 W.; allzutief (ist) das geistige reich in seinem gr. bewegt Görres ges. schr. 2, 93. IV@A@44) grund in präpositionalen wendungen; für einige der folgenden formeln ist es wahrscheinlich, dasz sie nicht auf eine bestimmte specialbedeutung von gr. als einheitlichen ausgangspunkt zurückzuführen sind, sondern von jeher an verschiedene bedeutungszweige geknüpft waren. aber die beziehung auf 'fundament' ist am deutlichsten und am meisten ausgebreitet. IV@A@4@aa) von grunde. mhd. selten, nhd. fast ausschlieszlich von gebäuden, also 'vom fundamente ab': daz die vest zebrochen zehand solden werden von grunde ûz der erden Ottokar v. Steierm. steir. reimchr. 44140; dasz in der vorstatt ir von grund ein neu collegium erbauten Fischart nachtrab 14, 436 Kurz; als der sie erweiteret, von gr. erbauwen, und zuo einer königklichen statt gemachet hat Stumpf Schweizerchron. (1606) 7a; sie werfen die mauern vom grunde um subruunt muros ab imo Steinbach (1734) 1, 649; selten mit anderer bildlicher vorstellung: erfrisch den luft mit bestem schall erschöpf die kunst von grunde Spee trutznacht. (1649) 19. dagegen mhd. öfter rein adverbial 'gründlich': und sagen uns bî ir triuwen an welher rede wir sîn betrogen; volrecken uns die einen wol von grunde, die alten ode die niuwen Walther v. d. Vogelweide 13, 1; sînen marterlîchen tôt entsliuz ouch nû von grunde mir Konrad v. Würzburg Silvester 4333. IV@A@4@bb) von gr. auf; frühzeitig vermengt mit von gr. aus: mînes herzen tiefiu wunde diu muoz iemer offen stên, si enheiles ûf und ûz von grunde Walther v. d. Vogelweide 74, 17; bei Diefenbach gloss. 482c beides für radicitus; doch zeigt der gebrauch merkliche verschiedenheit. noch nhd. vielfach in eigentlicher bedeutung: vom gr. oder pfülment auf a fundamento Frisius (1556) 1a; aber gewöhnlich in positivem sinn: aufbauen, errichten u. ä.; schon Diefenbach gloss. 252a belegt neben funditus alzomale von grunde uff vor allem fundatus von grunt off funderet u. ä. reichlich; (das schlosz) sahe ..., als wers von gr. auf mitten in das waszer gebauwen Kirchhof wendunmuth 2, 94 Ö.; bis an das schindeldach des hohen thurmes war sie von gr. auf aus granitquadern aufgebaut Storm w. 3, 206; selten in negativem gebrauch: Barog vil balde kerte hin gein Achor und zerstorte die von grunde uf gar Rud. v. Ems weltchr. 18095. ebenso wie von gr. mhd. schon rein adverbial 'gründlich, ganz und gar': er was von grunde ûf geborin zô deme aller trûwisten man Rother 5087 Rückert; swes wir uns haben gevlizzen und gesen haben urkunde, daz wizze wir of von grunde Heinr. v. Hesler apok. 3418 Helm; vgl. 4540; anders: doch ward mans bengeln mit dem stro, daz die frauen schrien do von grundauf gar ze vollen Heinr. v. Wittenweiler ring 8c, 12. von gr. auf, gantz und gar, mit stam und wurtzel funditus, ἐκβάτρων, stirpitus Decimator thes. (1615); ich bin dhein glychsner, sunder von gr. uf luter, rein Zwingli dtsche schr. 1, 309; soll man mit der laugen das haar von gr. auf netzen Gäbelkover arzneib. (1595) 2, 102; einen irrtum von gr. auf widerlegen Stieler 710, wo von gr. aus angemessener wäre, s. u. c; gelegentlich auf I A bezogen: (die winde) durchwühlten die meere von grund auf Ramler einl. in d. schön. wiss. 1, 156. IV@A@4@cc) von gr. aus erst seit dem 15. jh. öfter belegbar, reich entfaltet erst seit dem 18. jh.; gelegentlich gekürzt (vgl.gr. dessen C 5 c α): das der ... pfeiler von oben, unter der orgel, ab grund aus ümgefallen Butschky kanzelley 851. IV@A@4@c@aα) am geläufigsten in der bedeutung 'vom fundament ab' oder davon abgeleiteten, aber ursprünglich nur in negativem sinn, namentlich bei verbrennen: zu zeiten (wird die stadt) ... in gr. zerstöret, verwüstet und von gr. aus umbgekehret Comenius janua (1638) cap. 719; die ... neuerbauete kirche ... von grundausz einwerfen und mit der erde vergleichen lassen acta publ. 1, 67 P.; und (das haus) wäre leicht von grund aus abgebrannt Lessing 3, 4 M.; um das haus seiner seele von gr. aus zu erschüttern Wackenroder herzenserg. (1797) 39; erst secundär und in jüngerer sprache neben erbauen, errichten u. ä., zu denen urspr. von gr. auf gehört: so führet man ihn schon in einen ehrentempel den selbst die tugend hat von grund aus aufgeführt H. v. Hoffmannswaldau u. a. ged. 7, 168 Neukirch; der alte meister hatte ... sein haus nach dem neuesten geschmacke von gr. aus aufgebaut und möblirt Göthe 21, 16 W.; den anstosz zu der vermengung konnte dissimilationsabsicht neben verben wie aufbauen, aufführen u. a. geben; der gegenständliche sinn von gr. gelegentlich noch dunkel bewuszt: wenn man recht von gr. und haus aus zu werke ginge Göthe IV 16, 268 W.; nicht minder alt, aber seltener ist gr. in anderem sinn: und durchgruoben den wyngarten von gr. usz Steinhöwel Esopus 259 Ö.; da werden sich von gr. und wurtzeln aus abgefaulte ... bäume ... finden Hohberg georg. cur. aucta 3, 43a; (die spielkarten) gleich den pilulen die beutel von gr. ausz ... vielmals zu fegen und zu reinigen pflegen Harsdörfer frauenz. gesprächsp. 1, 10; der dichter pflegt, um nicht zu langeweilen, sein innerstes von grund aus umzuwühlen Göthe 2, 17 W. IV@A@4@c@bβ) von gr. aus berührt sich in seiner verwendung mit aus dem gr. (s. u.B 5 b, bes. β); ebenfalls bei verben, die ein irgendwie geartetes beseitigen ausdrücken (dazu stimmt die bedeutung unter α): basilgen samen ... heilet sie von gr. ausz Bock kreutterbuch (1593 ff.) 13; alte schäden inwendig zu heylen vom gr. heraus Hohberg georg. cur. aucta 3, 235b; dasz das concilium von Pisa das übel nicht von gr. aus gehoben M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 4, 80; die griechische verfassung ... ward jetzt von gr. aus beseitigt Mommsen m. gesch. 2, 345; dieses vorgeben von erraisonnirten ... kenntnissen von grundaus zu widerlegen Fichte 2, 332; dennoch hätte Lulu einmal seine gunst ... vom grunde aus verscherzt Stifter w. 5, 1, 355 S.; bei verben wie erkennen, erfahren u. ä. ist aus dem gr. durchaus das ältere, von gr. aus erst seit der 2. hälfte des 18. jh.s häufig; es scheint also von gr. aus functionen des in moderner sprache stark zurückgegangenen aus dem gr. übernommen zu haben: ein werk, wie der Meszias, musz von gr. aus untersucht werden Gerstenberg recensionen 226, 8 Fischer; ich fahre ... fort ... von gr. aus zu studieren Göthe IV 8, 66 W.; bis er die ursache ihres zwists von gr. aus erfahren E. Th. A. Hoffmann 12, 104 Gr.; für von gr. aus verderben, das erst mit der 2. hälfte des 18. jh.s recht in aufnahme kommt, scheint ähnliches zu gelten: wenn man sich an so genanntem wohlriechenden wasser die nase von gr. aus bis auf die wurzel verdorben hat Hippel lebensläufe 1, 379. IV@A@4@c@gγ) sehr jung (erst seit Göthe) ist von gr. aus neben ausdrücken des affects: nächstens hoffe ich es noch einigemal zu hören und mich daran recht von gr. aus zu ergötzen Göthe IV 21, 204 W. (bei G. sehr beliebt, vgl. I 1, 103; 25, 263 u. ö.); kann er die eigenthümlichkeit eines 'wüsten wetters' von gr. aus genieszen Melch. Meyr erzähl. a. d. Ries 1, 71; bücherweisheiten, die mir von gr. aus zuwider sind Fontane I 4, 12; desgleichen bei qualitätsbezeichnungen: Salzmann, der von gr. aus nichts taugt, (ist) abzuschaffen Göthe IV 16, 312 W.; (sie) erwarteten nichts mehr von einzelnen ausbesserungen, wo das ganze so von gr. aus faul war Häuszer dtsche gesch. 1, 96; vom Niederrhein gebürtig, ein freudiger rittersmann von gr. aus Treitschke aufsätze5 2, 28; Hölderlin ... ist romantiker von gr. aus Fontane I 2, 39; jung auch bei ausdrücken der verschiedenheit: vielmehr sind beide arten der philosophie sich von gr. aus heterogen Schopenhauer 1, 26 Gr.; die Araber ... von einem positiven stolzen, dem christenthume von gr. aus entgegengesetzten glauben ... durchdrungen Ranke s. w. 37, 10. IV@A@4@dd) öfter mit zu grunde vermengt zu zu gr. aus: zu wiederaufrichtung der durch das fremdausländische wortvermeng fast zu gr. aus verderbten teutschen helden- und muttersprache Neumark t. palmbaum (1668) 194; jetzt wird ein mann zu grund ausz rein gemacht, wo der soldat quartier hat eine nacht Tscherning d. gedichte früling (1642) 125; vgl. nd. dat id vruntscopp blef twischen em ... to grunde unde to ende uth Schiller-Lübben 2, 158b aus Herm. Korner. IV@A@4@ee) auf (den) gr. mit gen. erst seit dem ende des 18. jh.s; anzuknüpfen an die bedeutung 'grundlage': in jenem augenblick, in welchem eine vereinbarung ... auf den gr. der alten zustände möglich erschien Ranke s. w. 4, 3; in der regel leitet es die voraussetzung ein, aus der eine berechtigung flieszt: madam verlangte auf den gr. dieses vorzuges ein vollstimmiges ja zur heirath Hippel kreuz- u. querzüge 1, 87; (pudel und möpse) durften nur ... auf den gr. der nach beratung des ausschusses erteilten erlaubskarte mitgebracht werden E. Th. A. Hoffmann 6, 13 Gr.; mit der 2. hälfte des 19. jh.s erlischt der artikel; schon bei Schopenhauer: der richterstuhl der processe auf gr. desselben (des völkerrechts) ist die öffentliche meinung w. 2, 700 Gr.; Ranke andererseits hält den artikel, noch in der engl. geschichte (1859—68): er beabsichtigte auf den gr. derselben (bestallung) ein paar regimenter zu werben s. w. 4, 37. IV@BB. grund 'fundament, basis' entwickelt sich unter völligem verblassen der ursprünglichen bedeutung nach verschiedenen richtungen hin; zunächst 'die ersten bestandtheile eines dinges, der anfang', gesteigert 'die hauptsächlichen bestandtheile, das wesentliche'; daher gelegentlich in parallele mit anfang: dergestalt ist der glaub unsers hayls anfang und gr. Berth. v. Chiemsee teutsche theol. 10 R. IV@B@11) je nach dem subjectsbegriff ergeben sich für die ersten oder wesentlichen bestandtheile verschiedene bedeutungen: grundstoff, grundbestandtheil: dann welcher darf es wagen, ein urthail von dem grund uns artig her zu sagen, aus dem des schöpfers hand die wählt zuwegen bracht? Rompler v. Löwenhalt erstes gebüsch (1647) 27; der evangelist (hat) ... den historischen gr. des damal üblichen catechismi Theophilo ... zugeschrieben Dannhauer catechismusmilch 1, 4b; was wird uns denn als gr., als urstoff von den vier letzten büchern Mosis übrig bleiben Göthe 7, 156 W.; so ist die cacao der gr. der chocolate Krünitz 20, 254. grundgestalt: wann die gelehrten diese wort (joch oder last Matth. 16, 24) ausz dem grunde herholen (d. h. genau aus der grundsprache übersetzen), wird dadurch gelegenheit gegeben zu gar tröstlichen gedancken J. Saubert currus Simeonis (1627) 546; maszen das seligmachende wort gottes aus den hebräischen gründen in unsere sprache vernemlichst ... übersetzet ... worden Neumark teutsche palmbaum (1668) 63. grundlehren, anfangsgründe: sie hat ihr selbst die gründe des christenthums gleichsam spielend beigebracht vernünft. tadlerinnen 1, 190; es ist aber um desto nöthiger, die ersten gründe der deutschen prosodie hier vorzutragen Gottsched dtsche sprachk. 450; ich kam an einen ort, wo ich etliche jahre lang die gründe der sprache lernte Schwabe belustig. 2, 547; dergleichen weitverbreitet; sing. ungewöhnlich: o wie lieblich ward mir ferner aller freyen künste grund durch die väterlichen lippen schon in früher jugend kund Gottsched gedichte (1751) 1, 413. in den folgenden fällen tritt die bedeutung des wesentlichen stärker hervor: grundregeln, grundgesetze: wie unsere teutsche haubtsprache nach ihren gründen und eigenschaften in eine gewisse form der kunst zu setzen Schottel haubtspr. 11; wann alles und jedes was zu unserer teutschen sprache gehören wird, allhie nach seinen gründen und richtigen hauptregulen befindlich ist t. sprachkunst (1641) 12; wie wir undanckbaren Teutschen doch eines unsere eigene sprache möchten gründlich ausz ihren gründen erheben (systematisch-grammatisch darstellen) ib. 10; vielfach von künsten und gewerken: ein mercker solbesinne wol den rechten grunt,schlos unde punt mit cluger maisterschöfte Muskatblüt lieder 99, 17 Gr.; bisz ich ... bey dem sinnreichen herren Hans Sachsen ... bessern bericht des grundes dieser kunst erlangete Puschmann gründl. bericht 3 ndr.; damit man durch ein völliges systema die theile und gründe der musik desto leichter in eine gehörige gewiszheit setzen könne Scheibe crit. musicus (1745) 11; folgt mir: ich singe fein, recht nach der tonkunst gründen Hagedorn poet. w. (1769) 2, 242; ob er nicht zu animieren, eine beschreibung der gründe der handwerke und deren terminorum vorzunehmen Leibnitz dtsche schr. 2, 459; zuweilen fast im sinne von 'theorie': man hat byszher ... vil geschickter jungen zu der kunst der mallerey gethon, die man an allen grundt und alleyn ausz eynem täglichen brauch gelert hat Dürer underweysung d. messung (1525) a 1b. grundlagen, grundbegriffe, grundwahrheiten (von wissenschaften); gelegentlich noch als bild empfunden: Euclides hat den grundt der geometria zusamen gesetzt Dürer underweysung d. messung (1525) a 2a; habe ich ... nicht geruhet, bis ich zu den letzten, ursprünglichen gründen kommen, so ... in der mathesi und physica befunden Leibnitz dtsche schr. 1, 266; eine wissenschaft ..., in welcher die allgemeinen gründe aller menschlichen erkenntnisz gelehrt werden Lessing 8, 23 M.; (eine akademie,) welche nicht klare und ausgemachte gründe der wissenschaften lehren ... soll Kästner verm. schr. (1755 ff.) 1, 3. grundwort; anscheinend von Schottel aufgebracht: der gr. (oder hauptglied) desz verdoppelten wortes ist allezeit dasselbige wort, auf welches deutung vornemlich ... unser sinn und gedancken sich lencken, und welches ... allezeit die hinterstelle desz wortes einnimmt t. sprachkunst (1641) 108 (in eigenthätlichkeit z. b. that ib. 103), lat. subjectum ib. 24; daher subjectum gr., grundwort Zeillers epistol. schatzkammer (1683) 266. IV@B@22) 'anfang' nicht als erster bestandtheil innerhalb des dinges, sondern als ausgangspunkt, ursprung auszerhalb des dinges; namentlich obd.; mehr oder weniger sinnlich: unde der aftero teil iro rukkes. dar die penn radicem habent federa crunt eigin Notker 2, 256, 13 (ps. 67, 14); diu versuochende kraft der sêl (gustus) und daz gerüerd habent irn grunt in dem herzen; aber die andern drei sinn sitzent in dem haupt Konr. v. Megenberg buch d. natur 13, 6 Pf.; wer ist dann? der nit seche den ursprung des adels haben ainen unadelichen grunde. etlich hAvt rych gemachet wuocher N. v. Wyle translat. 67, 25 K.; ich wils ein wenig vom gr. här nemmen. repetam paulo altius J. Maller 194r b; auch bezeugt solchs, das aus malens grund die erst egyptisch schrift entstund Fischart bibl. historien 270, 7 Kurz; daher öfter parallel mit ursprung: (die von der leber ausgehende ader heiszt) gruntâder, dar umb, daz diu leber ain grunt ist und ain ursprinch des pluotes Konr. v. Megenberg buch d. natur 37, 5 Pf.; vom rächten gr. und ursprung här nemmen. a capite arcessere J. Maaler 194r b; (das göttliche licht) hat weder gr. noch anfang Jac. Böhme 4, 6; der schall seines worts ward gr. und wurzel jeder menschlichen seele Herder 26, 341 S.; von hier aus ist gr. als bezeichnung gottes in der mystik zu verstehen: aber da in dem einvaltigen úberweslichen grunde ist der gereht mensch nút der lipliche mensch, wan es ist kein liplichkeit in der gotheit H. Seuse dtsche schr. 157, 24 Bihlm.; die entwicklung der bedeutung beleuchtet z. b. die stelle: wir sint uz dem selben grunde heruzgeflossen, und mit allem dem daz wir sint, so gehörent wir rechte in das selbe ende und wider in den selben grunt Tauler pred. 81, 13 Vetter. IV@B@33) der begriff des anfangs tritt hinter dem des wesentlichen völlig zurück; gänzliche abstraction, infolge dessen fast ausschlieszlich sing.; oft stellt sich das bedürfnis ein, die besondere bedeutungsschattierung durch ein synonymon zu kennzeichnen. IV@B@3@aa) hauptsache: darumb wil ich greifen zum grundt und darbringen, daz die mesz das war opfer ist Berth. v. Chiemsee teutsche theol. 457 R.; peto vel premo iugulum, ich dring oder treib hart auf den gr., oder haupthandel Er. Alberus 29b; der gr. und hauptartickel daran die sach gelegen ist. columen actionis J. Maaler 194r b; auch 'hauptinhalt': die den grunt der gantzen comedien haben wöllen Terenz deutsch (1499) 10a; argumentum, das ist der grundt des nachfolgenden buchleins Reuchlin erste olynth. rede 6 ndr.; das und vil anders mêr schreibt kaiser Ludwig ... ich hab auf das kurzist nur den grunt gesetzt, daraus der ganz handel wol verstanden mag werden Aventin bayer. chron. 5, 466, 15, wo die urspr. bedeutung von gr. setzen noch lebendig ist; vgl. ib. 496, 5. inbegriff: dan der grundt aller geschrift ist 'liebe goth und dynen nehsten' Luther 9, 155, 17 W.; du wirst bald bekennen — dasz in mir allein ist aller schönheit grund Weckherlin ged. 731 F.; denn eigentlich ist doch der gr. und das a und o aller kunst hier (in Italien) noch aufbewahrt Göthe IV 8, 250 W. IV@B@3@bb) innerstes wesen, kern: substantia wesenkait, grunt Diefenbach gloss. 561c; dieweil aber diese unsere fürstin in schwebenden ... miszbräuchen gleichwol den grundt unsers ... glaubens fest behalten Rätel Curäi chron. (1607) 75; so hat die verschiedenheit nur das zufällige und niemals den gr. der sache betroffen Ramler einleit. in die schön. wiss. 1, 83; der pöbel ... würde sich durch eine schöne seite (des lasters) bestechen lassen, auch den häszlichen gr. zu schäzen Schiller 2, 6, 11 G. (räuber, vorr.); aus deutlichkeitsgründen oft in pleonastischer verbindung: das ist der gr. und gantzes wessen der ehe, das sich eyns dem andern gibt Luther 2, 168 W.; die ... wider den gr. und die natur der sprache selbst laufende falsche schreibahrt Zesen verm. Helicon (1656) 1, 96; (die Australier sind sich) über den gr. und kern ihrer religiösen vorstellungen sehr im unklaren Ratzel völkerkunde 2, 86; gern präpositional: alles grosze unheil ist seinem innersten grunde nach eine ernsthafte fratze Fr. Schlegel im Athenäum 12, 106. IV@B@3@cc) bei gegenständen des wissens und könnens das wissen um das wesentliche eines gegenstandes, gründliche kenntnis; den rechten gr. wissen wollen volerne saper' il proprio, il fondamento M. Kramer teutsch-ital. 2, 274a; daz tummer man ze lange sait hie von (v. d. dreieinigkeit), der niht des grundes wais Joh. v. Würzburg Wilh. v. Österreich 10445; deszgleichen auch ander sprachschriften mit rechtem schreiberischen gr. zu gestalten Fischart Garg. 277 ndr.; häufig von der medizin: dann wölcher artzt kan guoten grund, der macht sich billig selbst gesund Schwartzenberg teutsch Cicero (1535) 133r; personifiziert: yzt kompt der artzeney ein grund H. Sachs 9, 29, 16 Keller; ähnlich: die rächten grund und griff eines redners Frisius 82b; gern neben haben: als wie es zugehe mit dem donner, mit dem regenbogen ..., davon niemand einen gr. haben mag J. Agricola 750 teutsche sprichwörter (1534) z ia; der seinen spiesz wol brauchen kundt, hett auch desz kriegens satten grund Spreng Ilias (1610) 211b; und laszt sich doch sin werck ansehen, als ob er der alten geschichten wenig gr. gehept Tschudi chron. helvet. 1, 158; ich habe der sachen keinen gr., de causa mihi non liquet Kirsch cornu copiae 160b; vgl. ik heff den rechten gr. dor ni von 'die sache ist mir nicht klar' Mensing 2, 501a; vielfach parallel mit synonymis: die heyden von der heyligen geschrift keinen grundt, auch vom waren gott kein bericht gehabt Lorich wie junge fürsten ... underwisen mögen werden 11; (der 'suchende',) welches kunst und grund allein manches teutsches hertz ergetzet Rist Parnasz 464; ohne gr. und eigendliches wissen von dieses herrlichen ordens rechter beschaffenheit Neumark teutsche palmbaum (1668) 36; mein sinn ... ist dieser von wahrheiten, wahrscheinlichkeiten, gr. und guten erkänntnissen das nöthige ... einfältig anzunehmen Zinzendorf bedenken u. besond. sendschreiben (1734) 53; gelegentlich noch abstracter 'gründlichkeit': welche ihre krieg, leben und wesen mit fleisz und grundt beschrieben Reuter v. Speir kriegsordn. a 2a; noch etwas anders 'gehalt, gewicht': es redet der von Frundsberg mit einem solchen grundt und ernst, dasz er einen stein solt bewegt haben Adam Reiszner 105a. IV@B@44) aus dem begriff 'das wesentliche eines dinges' entwickelt sich der andere 'die wahre, wirkliche beschaffenheit eines dinges', auch ganz abstract 'das richtige, wahre, die wahrheit'. gegentheil ungrund mendacium, falsum Stieler 710b. auf alem. boden besonders entfaltet. IV@B@4@aa) öfter durch adjectiva wie wahr, recht genauer bestimmt: (dialectica) gêt kurz dem wârn gr. nach, lernt denselbigen suechen Aventin 4, 426, 7 L.; ich in inen (den zeugnissen) allein finden mag ainen wAvnlichen schatten gantz alles wAvren grunds mangelnde N. v. Wyle translat. 173, 24 K.; vgl. (in anlehnung an I A 4 a) damit noch mehr ... den falschen weg verlassen und wahre gründe fassen Heinichen generalbasz bl. 6v; den liesz der voyt fangen, im fürsatz an im zuerkundigen etwas grunds der bäurischen anschlegen ... halben Stumpf Schweizerchron. (1606) 343b; gedicht und traum eines wachenden, ohne gewiszheit und gr. Lehmann florileg. polit. (1662) 2, 624; meist neben bestimmten verbgruppen: wirt mir der âventiure grunt von dir durnehteclichen mit gesange kunt Lohengrin 1074; vgl. 2277; merkt hie den rechten grunt der fremden abenteur H. v. Sachsenheim spiegel 171, 38; vgl. sleigertüchl. 216, 37; auch nd.: latet ene nu in desser stunt uns wytlyk doen de rechten grunt Reinke de vos 2118; danach Göthe: lasst uns je eher je lieber den grund der geschichte vernehmen 50, 57 W.; ich wil üch singen den rechten grund, wie die eidgnoschaft ist entsprungen bibl. ält. schriftw. d. Schweiz I 4, 3; feindes mund redt nie kein gr. Friedr. Wilhelm sprichw. reg. (1577) d α, nr. 9; mich dünkt, in seinen reden ist viel grund Shakespeare 2, 90; über gr. haben s. u.C 5 a; leg dich nit uf zwyfelhaftige ding, bis du den gr. erfindest buch d. beisp. 6 lit. ver.; darnach sichst du an den gr. der bruoderschaften, der nüt anders ist weder ein geltkleb Zwingli dtsche schr. 1, 321; der verdacht, weil er mehr auf den euserlichen schein als auf den gr. siehet Lohenstein Armin. (1689 f.) 2, 133b; auch in heutigen alem. maa.: i woasz da gwiesa gr., dasz ... Fischer schwäb. 3, 872; mins herz hät gr. und mins mul hät oich gr. 'was ich fühle und rede, ist wahr' Staub-Tobler 2, 770; vgl.es ist grund-so 'wahrlich so' ebda. IV@B@4@bb) gr. der wahrheit namentlich im 16./17. jh. sehr häufig, zumal im alem.; im 19. jh. aussterbend. die bedeutung 'grundlage' scheint den ausgangspunkt der formel zu bilden; vgl. wer sich vliszet an den grunt der worheyt qui fundamento veritatis innititur geometr. Culm. 14b Mendthal; mit gr. der wahrheit 'der wahrheit gemäsz' ist das eigentliche geltungsgebiet der formel: so soll sich, ob gott will, mit gr. der warhait befinden, dasz ... städtechron. (Augsburg c. 1565) 32, 291; meist verba dicendi: welches wir mit gr. der wahrheit reden Thurneyszer magna alchymia (1583) 134; kan ich selbige (bibliothek) mit gr. der wahrheit rühmen, dasz sie fürtrefflich ist Menantes allern. artf. zu schreiben (1718) 353; es hat jemand mit groszem gr. der wahrheit behauptet, dasz ... G. C. Lichtenberg verm. schr. (1800 f.) 1, 159; selten nach: das kain underthon seiner obrigkait künn behebliche zeügknusz geben nach grundt der warhait Joh. Nas antipap. eins und hundert 2, 152a. andere formen des gebrauchs sind seltener: wir wöllent üch des (hierüber) grunds der warheit berichten Staub-Tobler 2, 770 (a. 1521); darf ich, dein freund, mit dir jetzund, wie vor, reden der warheit grund? Spangenberg griech. dramen 2, 131 Dähnhardt; als hüt etlich on allen gr. der warheit reden gdörend Zwingli dtsche schr. 1, 264; gelegentlich hat die formel einen stärkeren sinngehalt: der alleine ist, so solche worte redet, der wahre mund und gr. (inbegriff) der wahrheit selbst Schweinichen denkw. 3 Ö.; forsch alles (in diesem buche) fleiszig ausz, du wirst mit mir bekennen hier sei der wahrheit grund, nicht ein gemeiner tand Rist Parnasz 131. IV@B@4@cc) dasz die formel mit gr. 'wahrheit' zusammengebracht wurde, lehren fälle wie: wirt ... ins Turgow gerechnet, die doch im gr. der warheit beide im Zürychgöw ligen Stumpf Schweizerchron. (1606) 345a (genau = im grunde 'in wahrheit', s. u. 5 a δ); und was ir wissen seit in rechtem gründ und der warheit H. Sachs fabeln u. schwänke 4, 68 G.-D.; 'ich beicht dir all meine sünde'. sie sprach: 'verschweyge nichts, sage mir den rechten grundt und warheyt!' V. Schumann nachtbüchlein 36 B.; diese coordinierende umformung im 16. jh. ziemlich häufig; später gelegentlich umgedeutet (nach C): und sodann (werde ich) ... den gr. und wahrheit meiner verflossenen thränen ... erzehlen mediz. maulaffe (1719) 14. IV@B@55) die bedeutungsschattierungen von 'anfang' bis 'kern, wesen, wahrheit' auch in präpositionalen wendungen. IV@B@5@aa) im grund; abgesehen von einem specialfall (s. u.δ) reichen die belege nicht über das 17. jh. hinaus; später nur ganz vereinzelt: so willst du mich denn ganz im grund vergiften Schiller 6, 197 G. IV@B@5@a@aα) im älteren nhd. sehr häufig bei verben der geistigen thätigkeit 'gründlich, genau' (entsprechend 3 c): diese zwitrechtigkeit (zwischen Welfen und Ghibellinen) haben in dem grunt ersucht alle hochgelert man Sigm. Meisterlin in städtechron. 3, 102, 15; doch bringen sie (diese worte) so viel mit, wo man sie im grunde ansihet Luther 3, 427 Jena; wann ir die sach im grundt erwegen Wickram w. 1, 297 B.; die ir im grund nicht wisset, wie gott nach seinem wolgefall sein hoch genad auszmisset Ringwalt handbüchlin a 10b; du hast verstanden kurtz und rund der Griechen meinung in dem grund Spreng Ilias (1610) 91b; gott und sich im grunde kennen, ist die höchste witz zu nennen Logau sinngedichte 243, 79 E.; sölich aber falsch, kein im grunde gelert frum leut thuon würden Lorich wie junge fürsten mögen underwisen werden 95; der teutschen sprache im gr. erfahrne Leibnitz dtsche schr. 1, 466. IV@B@5@a@bβ) 'im kerne' bei qualitätsbezeichnungen: der baum im grundt und wurtzel muoss entwicht sein, weil er so lose, böse frücht bringt Joh. Nas antipap. eins und hundert (1567 ff.) 2, 184b; namentlich beim menschlichen charakter: dieser spitzknecht, eyssenbeiszer oder lotterbuben gebrauch, art und sitten ist im gr. nichts wehrt Fronsperger kriegsbuch 1, 111a; (einer ist durch und durch schlecht), der ander ist im gr. fromb, gerecht Lehmann florileg. polit. (1662) 1, 246; wer gegen sein gesinde gut ist, ist meistens im grunde gut Lichtenberg verm. schr. (1844 ff.) 4, 68; wo weisz ein sterblicher, wie böse er im grunde ist, wie schlecht er handeln würde Lessing 2, 359 M.; nur in dieser verwendung hat sich die formel bis in die moderne sprache gehalten, weil sie sich hier eng berührte mit im grunde 'in wahrheit' (s. u.δ): im grunde sind es gute leute, man musz sie auf diese weise austoben lassen Schnitzler gr. kakadu (1899) 132. IV@B@5@a@gγ) 'in den anfängen, im kern' wird zu 'gänzlich, völlig'; gern bei verben negativer bedeutungsrichtung: durch sein wunderbarlich ausdärrung nimpt es die gantz kranckheiten ... im grundt und ursprung Paracelsus chirurg. bücher (1618) 119c; dardurch mag dem schmertzen im gr. abgeholfen werden Gäbelkover arzneib. (1595) 1, 8; besonders häufig bei vernichtung von städten, wo die formel ihre grundbedeutung wieder hervorkehrt und in concurrenz mit in den gr. tritt (s. o. II B 3 a): sonder er wolte die statt im grunde umbkehren buch d. liebe (1587) 218d; an. 1376. ist Schwäbischen Haal im gr. auszbrunnen Stumpf Schweizerchron. 105a; bisz die glübdbrüchig statt mit grausz gar wurd im grund getilget ausz Spreng Ilias (1610) 35b; öfter in zusammenhängen wie: ir hört wol, wie das gmein volck klagt: und ich sag, es sey im grund war Ayrer dramen 1, 138, 30; es ist lauter teutscherey und im grund erlogen P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 384a; anderes gelegentlicher: wen du im schendst syn gantz geschlecht, in und all syn fründt im grundt Murner narrenbeschw. 47, 43 ndr.; sonder beruf die knecht zu stund halt ihnen für die noth in grund Spreng Ilias (1610) 27b; ich sprach, mein mund will gott im grund all ubelthat erzehlen L. Vollbrächt bei Fischer-Tümpel 5, 181b. IV@B@5@a@dδ) 'in wahrheit, in wirklichkeit' (entsprechend 4); heute der herschende gebrauch; gegensatz ist der äuszere schein: daz were ware demütekeit sunder alle glose, und nút in den worten oder in dem schine, sunder in der worheit und in dem grunde Tauler pred. 75, 31 Vetter; doch war es (das klagen um Patroclus) nur ein schein darneben, im grund bewainten sie vilmehr ihr eigne not und trübsal schwer Spreng Äneis 273b; sie ging ... ihrem sohne entgegen, scheinbar eine träge kuh anzutreiben, im grunde aber, ihm einige rasche ... worte zuzuraunen Droste-Hülshoff 2, 271 Schücking; auch ohne so ausdrückliche gegenüberstellung bleibt der äuszere schein der gegensatz: dise reformation, die obgleych Jesus an allen bletern oben an gemalt, ist sie doch ym gr. ... anderst nichtzit dann des teufels gesphenst Luther und Emser streitschr. 1, 17 Enders; ist doch im grundt kein fleisch, sondern mehr ein zusammen gebackter lucker schwamm Wirsung arzneib. (1588) 538c; die jungfer, die hier liegt, war jungfer nicht im grunde Logau sinngedichte 392 E.; daher mit vorliebe, wo es sich um gleichsetzung dem scheine nach verschiedener dinge handelt: im grunt ists ein ding, die näm werden nur ... verändert Aventin 4, 104, 24 L.; ob gleich im grunde mit dem einen so viel gesagt ist, als mit dem andern J. E. Schlegel w. 3, 399; die gelehrsamkeit war im grunde wenig von der des früheren zeitraums unterschieden M. I. Schmidt gesch. d. Deutschen 3, 118; wie ähnlich im letzten grunde motiv und bau dieser beiden dramen Schillers ist G. Freytag w. 14, 13; plastischer (mit rückgreifen auf B 1 'grundform'): wie die malerei Mengs und Dietrichs schon im rohesten grunde auf dem rothbemahlten schilde Hermanns glänzte Herder 5, 142 S. wo ein gegensatz gegen den äuszeren schein nicht mehr deutlich ist, bekräftigt im gr. doch das nicht unmittelbar einleuchtende und augenfällige; daher gleichbedeutend mit 'genau betrachtet, genau genommen': und wem schmeichelts doch im grunde nicht, sich gar so werth und theuer, von wems auch sey, gehalten fühlen Lessing 3, 164 (Nathan 5, 6) M.; im grunde schien Mariane zur lehrerinn so wichtiger wissenschaften nicht eben geschickt zu seyn Nicolai Seb. Nothanker 1, 176; gesteigert: wir möchten ... auf die falschen, krankhaften und im tiefsten grunde heuchlerischen maximen derb und unerbittlich losgehen Göthe IV 28, 109 W.; seit dem 18. jh. verblaszt auch das: wir wären doch im grunde recht übel angeführt, wenn der geist ausbliebe I 22, 190; wir waren im gr. alle froh, diese einöde zu verlassen Ulr. Bräker sämtl. schr. 1, 54; wie gar nichts er im grunde an mir habe Mörike 3, 55 Göschen. im grunde genommen erst seit dem 19. jh.: und daraus konnte ich mit recht schlieszen, wie er im grunde genommen damit einverstanden sei, dasz ... E. Th. A. Hoffmann 1, 249 Gr.; bei ihrer im grunde genommen ganz auf wirtschaftlichkeit ... gestellten natur Fontane I 5, 19. Campe erklärt wb. 2, 469 in grunde für die bessere form, wohl im gedanken an von grunde; doch ist das nur vereinzelt überliefert: ain vorschwester (im kloster), war aber in grund ein glatter, junger gesell gewest zimmer. chron. 3, 436, 10. IV@B@5@bb) aus dem grunde steht vielfach in parallele oder concurrenz mit im grunde; das ursprüngliche 'vom fundament ab' erscheint in älterer sprache noch: an der münsterkilchen ..., die abt Embrich nach der brunst von nüwem usz dem grund anfieng buwen Äg. Tschudi chron. helvet. 1, 12; die mauern wurden aus dem äuszersten grunde wohl aufgeführt Weise drei ärgsten erznarren 6 ndr.; in der regel aber übertragen 'von den anfängen ab, gründlich'. IV@B@5@b@aα) wie im grunde vorwiegend bei verben geistiger thätigkeit im weitesten sinne; zuweilen noch mit sinnlicher anschauung: deren viel und mancherley hierinnen gantz ernstlich ... ausz dem rechten grund her geführet, beschrieben ... werden theatr. diabol. (1569) vorr. 3b; die wendung ist alt: he vragede ersten ût de grunt den kater van den musen Reinke de vos gl. 1, 12; aber bis ins 17. jh. nur spärlich belegt: der wird üch brichten usz sim mund des anfangs trom, end usz dem grund schweiz. schausp. des 16. jh. 3, 63 Bächtold; und ausz dem grund bewisen sie, dasz kein weiser solt freyen nie Fischart anweisung z. Ismenius 377, 9 H.; die belege häufen sich erst mit dem 17., 18. jh.; aus dem grunde löst das ältere im grunde ab, das im 18. jh. ganz selten ist: es (das mädchen) weisz sein christentum aus dem grunde und in dem grunde Lenz ges. schr. 1, 10 Tieck; z. th. dieselben verba wie bei im grunde: das sol mein Ephraim gar bald erfahren und mich dergestalt recht aus dem grund erkennen P. Gerhard bei Fischer-Tümpel 3, 381b; es ist die weiszheit, die kein mann recht aus dem grunde wissen kann P. Gerhard ib. 426a; viele, die von der kirchenhistorie aus dem grunde geschrieben, haben dennoch den Altheimischen synodum übergangen Hahn histor. (1721 ff.) 2, 21 not. a; auch von den allerschweresten hypothesibus künstlich und aus dem grunde disputirn Rätel Curäi chron. 262; einen eigenen curirer ..., mit welchem ich zuvor von dieser sachen auszm grunde mündliche unterredung halten ... könte acta publ. 2, 311 P. die der modernen sprache geläufigste verwendung neben verstehen erst im 18. jh. recht entfaltet: du es einmahl recht aus dem grund verstündest Spee güld. tugendb. vorr. ** 3b; ja das hauswesen verstehet mein weib aus dem grunde ollapatrida 140, 11 Wiener ndr.; jung auch bei untersuchen, studieren, lernen u. ä.: des verfassers vorhaben, die natur der poetischen mahlerey aus dem grund ... zu untersuchen Breitinger crit. dichtkunst (1740) 1, 4; sein zweck war, die medicin auf einer universität aus dem grunde zu studieren Jung-Stilling schr. 1, 254. IV@B@5@b@bβ) bei einer reihe negativer verba, die ein beseitigen ausdrücken (hier trifft sich die formel mit von gr. aus, s. o. A 4 c β): so aber der prästen widerum kompt, so soll mans mit ... eynem scharfen schärlin fein subtil ausz dem grund abschneiden Sebiz feldbau (1579) 154; in welcher (stellung) man so lange fest zu stehen vermöchte, bis die eingerissene schwierigkeit ausm grunde widerumb gehoben würde v. Chemnitz schwed. krieg 2, 104; die nachdrückliche art ..., mit welcher er sie (die zweifel) nicht blosz zu verkleistern, sondern aus dem grunde zu heben sucht Lessing 7, 12, 21 M.; gelegentlich auch mit der bedeutungsschattierung von 4 a δ: eine solche cur, dadurch die kranckheit nicht ausz dem grund gehoben, sonder nur zum schein geheilet wird Blancard med. wb. 430; je länger je mehr zur bloszen quantitätsbezeichnung verblassend: und die mehrsten ... haben sich ohnehin dabei das othemholen aus dem grunde abgewöhnt Fouqué altsächs. bildersaal 2, 194; namentlich zwei gruppen von verben: verderben, vertilgen: nun ist es zeit, jetzt ist die stund, sie (die lutherischen) zu vertilgen aus dem grund Opel-Cohn dreiszigjähr. krieg 105; wir haben es an nichts fehlen lassen ..., das drama aus dem grunde zu verderben Lessing 10, 30 M.; später meist beschränkt auf menschen: nachdem sie (Lydia) aus dem grunde verdorben war Göthe 23, 52 W.; heilen: der saft ... heylet den aussatz ... ausz dem grund Sebiz feldbau (1579) 216; im älteren nhd. sehr häufig; eine arznei ..., die aus dem grunde curiert Göthe 23, 303 W.; bei Göthe auch in anderen verbindungen positiven charakters: doch kann ich völlig zufrieden seyn, meine entzwecke aus dem grunde erreicht zu haben IV 8, 332; wie glücklich fühlt man sich, wenn man einmal mit gr. etwas aus dem grunde loben kann IV 20, 297 W. IV@CC. grund ist das, woraus die existenz eines dinges folgt (daher sagt man grund und folge, aber ursache und wirkung). die logik fordert: ein jeder satz musz einen gr. haben und ein jedes ding musz einen gr. haben Kant 3, 327 H. und spricht demgemäsz von dem satze vom grunde, welcher allem erkennen zu grunde liegt Dilthey einl. in d. geisteswissenschaften 1, 55. Schopenhauer hat in der abhandlung über die vierfache wurzel des satzes vom zureichenden grunde (w. 1, 11 Gr.) statt der üblichen zweitheilung in erkenntnis- und realgrund (s. o. Kant) vier erscheinungsarten des satzes aufgestellt; an seine eintheilung lehnt sich die folgende darstellung an, unter verzicht auf die nur für die apriorischen formen der anschauung gültige ratio essendi. die neue bedeutung hat sich entwickelt aus gr. 'fundament', aber nicht einheitlich; vielmehr konnten verschiedene aus 'fundament' abgeleitete bedeutungsrichtungen in die bedeutungen causa, ratio ausmünden. im späten mhd. erst ansätze dieser entwicklung, die namentlich in der sprache der mystik nachzuweisen sind (vgl. die oben I E 6 citierte untersuchung von Herm. Kunisch s. 24 ff.); erst seit dem 16. jh. die abklärung zu völliger abstraction, erst seit dem 18. jh. die weite ausbreitung, die die begriffe in der modernen sprache zeigen; von den dialekten nicht gleichmäszig aufgenommen: im elsäss. z. b. ist gr. 'ursache' selten Martin-Lienhart 1, 278. IV@C@11) grund des seins und werdens (realgrund; vgl. ratio fiendi). die causalität bedingt den zusammenhang zwischen realem gr. und realer folge: dasz eine so grosze fruchtbarkeit (an folgen) in dem wesen eines so einfachen grundes (wie das dasein einer atmosphäre) liege Kant 6, 55 H.; verloren ist nichts ... nur das auge vermag nicht des grundes unendliche folgenkette zu übersehen Bettine Günderode 1, 7. am frühesten für das letzte glied der causalität, gott, als den gr. alles vorhandenen: du bist der elementen grunt H. v. Neustadt gott. zuk. 7424 Singer; da man verwunt des himels grunt (Christus) spöttleichen schaut Osw. v. Wolkenstein 120, 55 Sch.; bis ins 18. jh. sehr gebräuchlich: o gott! du bist allein des alles grund Haller ged. 153 Hirzel; von hier aus ist gr. zum philosophischen terminus für das letzte princip geworden: befehlt ihm ... nicht etwa nur das urwesen, den gr. alles daseyns, aller kräfte und ordnung, ... sondern seinen eignen verstand zu schaffen Herder 22, 5 S.; dasz ein luftkreis existirt, kann gott als einem moralischen grunde beigemessen werden Kant 6, 55 H.; die welt wird ihrem grunde entgegengesetzt. der gr. ist die eigenschaft der welt und die welt die eigenschaft des grundes. gott heiszt gr. und welt zusammen Novalis 3, 273 Minor; vgl. du sollst mir den gr. der dinge, die geheimen springfedern der erscheinungen der physischen und moralischen welt eröffnen Klinger w. 3, 54; man wird in ein düsteres grübeln hineingelockt über vorsicht, schicksal und letzten gr. aller dinge Stifter w. 3, 7; die letzten gründe der dinge Hebbel 11, 6 W.; vgl. eine spekulative untersuchung über die letzten gründe des rechts Jhering geist d.m. rechts 2, 1, 58. erheblich jünger ist die allgemeinere form des gebrauchs: der gr. der harmonie entdeckte sich im bau der körper selbst, in den jeden erklungenen ton begleitenden mittönen Herder 22, 66 S.; sieht man ... die ausübung der meisten tugenden nicht nur als pflichten, sondern auch als den gr. unseres wohlergehens an S. v. Laroche frl. v. Sternheim 1, 42; jene einfachheit der substans wird nicht vorausgesetzt, als sey sie der wirkliche gr. der seeleneigenschaften Kant 2, 518 H.; überhaupt nimmt der verfasser auch die furcht und den bürgerlichen contract als den ersten gr. der staaten an K. L. v. Haller restaur. d. staatswiss. 1, 63; das dogma ... ist herausgerissen aus seinem zusammenhange mit der tatsächlichen welt, in der es den gr. ... seiner existenz ... fand Jhering geist d.m. rechts 1, 48; dieser mann war von einer sehr zornigen natur; statt aber den gr. davon in sich zu suchen Aurbacher volksbüchl. 76. IV@C@22) grund des handelns (motivation; vgl. ratio agendi); hier handelt es sich um eine durch den geist des menschen hindurchgehende causalität; also ein specialfall des vorigen. als 'beweggrund' am frühesten nach aus; darin zeigt sich der ursprung der abstracten bedeutung, die vorstellung 'von einer grundlage, einem ausgangspunkte aus' (s. u. 5 c β); ohne die präp. aus erst seit dem 18. jh. voll entfaltet: aber wenn man ... einen namen verschweigt, so musz ein gr. vorhanden seyn J. J. Schwabe belust. 1, 167; wann du der thaten grund uns würdigest zu lehren, dann werden alle dich, o vater, recht verehren Haller ged. 142 Hirzel; ich hasse dich, Sabin; doch weis ich nicht weswegen: genug, ich hasse dich. am grund ist nichts gelegen Lessing 1, 12 M.; enthülle den gr. deiner verfolgung, den neid Herder 27, 325 S.; vorher selten ganz abstract: dir (Fortuna) ist gnugsam kund der gr. meiner ... bemühungen und rathschläge; den zweck meiner welterstreckenden hoffnung weist du gar wol Schottel friedenssieg 175, 21 ndr.; ältere anwendung beruht gewöhnlich noch auf der sinnlichen vorstellung (gr. = grundlage): geitigkait ist ain gr. der weibischen sünden Albr. v. Eyb spieg. d. sitten (1511) B 5a; der wuocher ist ain starcker gr. des unersettlichen geitzes der pfaffen Jac. Strausz haupst. wider den wucher (1523) 2a. IV@C@33) grund des wahren (logischer gr.; vgl. ratio cognoscendi). gr. regelt, beschränkt auf die klasse der abstracten vorstellungen, den zusammenhang des denkens; die entwicklung dieser bedeutung vollzieht sich wesentlich im 16. jh.: ich befind drey starcke gr., ausz wilchenn mich angreyfet das ... buchle des romanisten von Leyptzick. der erst und aller sterckist, das er mich schiltit eynen ketzer ... der ander gr. ... ist naturlich vornunft ... der dritte gr. ist ausz der schrift genommen Luther 6, 290; 302 W. gemeint ist also 'argumente, mit welchen', aber die vorstellung von gr. als 'grundlage, ausgangspunkt' ist noch so deutlich, dasz sie die präpos. aus rechtfertigt; ich frag nach dem gr. yhrer meynung ausz der heyligen schrift, so faren die lieben larven eynher. und an statt des grunds zeygen sie an, was sie hallten 9, 717; vgl. zur bedeutungsentwicklung ferner gr. des glaubens, gr. der schrift, oben A 2 c. zunächst 'erkenntnisgrund', der die voraussetzung jedes urtheils bildet: auch die schwermer yn so viel falschen lügen und grundlosen gründen drüber ergriffen sind Luther 26, 147 W.; 'du hast unsterblichkeit im sinn; kannst du uns deine gründe nennen?' Göthe 3, 278 W.; männer richten nach gründen, des weibes urtheil ist seine liebe Schiller 11, 187 G. der erkenntnisgrund wird zum 'beweisgrund'. wo es sich um die logische entwicklung eines urtheils, namentlich andern gegenüber, handelt: argumenti ragioni grundt ein ding damit zu bewehren und wahr zumachen Hulsius (1618) 2a; argumentum gr., zeygung Orsäus nomencl. method. (1623) 12; wenn wir der wahrheit ehnlichen gründen weichen ..., das ist uberredung Comenius janua (1638) cap. 358; ich habe wider die gründe, die man zu dem ende anführet, nichts einzuwenden Liscow satyr. u. ernsth. schr. (1739) vorr. 51; wird es ihm niemals an gründen und autoritäten fehlen sie (die meinung) geltend zu machen Ramler einl. in d. schön. wiss. 2, 76; welches ein verdrieszlicheres geschäft sey: die lichter putzen oder weiber durch gründe zu belehren Börne schr. (1829 ff.) 6, 6; wenn gründe so gemein wären wie brombeeren Shakespeare 1, 261; danach: bei dir wachsen wirklich ... die gründe gemein wie die brombeeren Immermann 2, 116 B.; gegensatz ist 'gewalt': hier (im kampf der sprachen) wird nicht mit gewalt gestritten sondern mit gründen A. W. Schlegel im Athenäum 1, 6; wo-men keini gründ hed, brucht-men d' füst Staub-Tobler 2, 774; oder 'thaten': dir beweisen gründe nichts, man musz mit thaten kommen Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 23; mit gründe chann me nid stöck spalten 'man soll nicht räsonnieren, sondern hand anlegen' Staub-Tobler 2, 774; oder 'wortgeplänkel': auf beyden seiten sind die waffen mancherley: bald gründe, bald nur witz und leichte spötterey Uz 267 Sauer; verstärkt: verknüpft die beweiszthumbs gründe und folgerungen scharfsinnig in schluszformen Comenius janua (1638) cap. 750; der gr. des beweises beweisgrund Kant 8, 60 H. IV@C@44) die bedeutungen 1 und 2 können dadurch variiert werden, dasz gr. und folge nicht rein objectiv, sondern als ein berechtigendes und berechtigtes in beziehung gesetzt werden; meist in festen formeln wie gr. haben, finden, es ist gr., gr. liegt vor u. ä.; erst seit dem 18. jh. häufig: ich wil nichts damit sagen, als dasz ich noch zu wenig gr. habe, die allgemeinheit meines urtheils ... um ihret willen einzuschränken Lessing 2, 54 M.; das volk ... fand nunmehr an seiner sieghaften klugheit ... neue gründe, ihn zu verehren Haller Usong (1771) 16; er mag gründe haben, es kann eigensinn sein Klinger w. 1, 205; auch wenn sie ihn nicht kennten, so ist aller gr. zu glauben Stifter w. 1, 129; welchem grunde zufolge hr. H. imer statt des konsonanten j den vocal i schreibt A. W. Schlegel 11, 5; mit vorliebe negativ: darab were zuo mercken, dasz sein fürnemen ausz muotwillen und boszheyt geschehe, und keynen grung auf im trüg Carbach Livius (1551) 47r; wer wird ... solchen grillen nachhängen, die doch eigentlich gar keinen gr. haben E. Th. A. Hoffmann 12, 17 Gr.; zur entschuldigung war kein gr. A. v. Arnim 9, 39 Grimm; dasz mit den armen und elenden leuten irgend etwas nicht richtig sein ... müsse und jedenfalls kein gr. vorliege, sie zu bemitleiden R. Huch triumphgasse (1902) 5. IV@C@55) grund ist in seiner zusammenrückung mit gewissen verben, adjectiven und sinnverwandten substantiven, sowie in seinen vielfältigen gebrauchsformen nicht immer an eine der angeführten specialbedeutungen gebunden; deshalb müssen diese fälle, die gutentheils auch für das verständnis der bedeutungsentwicklung wichtig sind, gesondert behandelt werden. IV@C@5@aa) gr. haben mit sächlichem subject; auch im älteren nhd. schon verbreitet; aber der ausgangspunkt 'grundlage' ist oft noch deutlich spürbar gegenüber dem abstracten modernen gebrauch; vgl. dasz diese antwort keinen fusz noch gr. habe J. Badius gründl. ableinung (1592) 38; bedeutung 'richtig sein, wahr sein' (vgl.B 4), dann auch 'berechtigt sein' (s. o. 4): du fürstin sprach: 'das haut nit grunt ich vörcht, die urtail sy verlorn' H. v. Sachsenheim mörin 1920; das aber etliche bucher von dem Habacuc melden, er habe ..., hat widder gr. noch schein (ist weder wahr noch wahrscheinlich) Luther 19, 354 W., mein juncker, komt zu diser zeit der abt, hat die kundschaft ein grund? H. Sachs 21, 5 K.-G.; zu Quinsay hat es birnen, die wägen auf zehn pfund; es wird davon geschrieben, hats aber auch wol grund? Logau sinnged. 655 E.; ew. excellenz sage gehorsamsten dank für die mittheilung gr. habender neuigkeiten Göthe IV 19, 176 W.; manche hängen gerne die silbe en an wörter, die auf lich endigen, an: ... welches aber gar keinen gr. hat Gueintz d. rechtschr. (1666) 24; wenn eine vermutung ... gr. hat und harz dem pech gleichsteht Jac. Grimm kl. schr. 3, 136; wat wie schwatzet, hiät gründe, drümme kannt de ganze welt wietten Bauer-Collitz 189a; ähnlich: es hat einigen gr. est aliquid; es hat keinen gr., was er sagt nihil est quod dicit Steinbach 1, 649. gr. vor sich haben 'recht, die wahrheit auf seiner seite haben' Krünitz 20, 255; alle neuern versicherungen des goldreichthums von ... Habesch haben keinen in den quellen bestätigten gr. für sich Ritter erdk. 1, 249. dazu die adjectiva gut und schlecht: das warhaftig die bebstlich gesetz ... kein guoten gr. haben H. v. Cronberg schr. 5 ndr.; ob diese muthmaszung aber einen guten gr. habe, ... wird ... gezweifelt Prätorius Blockesberges verrichtung (1668) 92; dein red, o liebe hätz, hat schlechten grund, ist nur geschwätz W. Spangenberg ganskönig 1, 252 M. seinen guten gr. haben erst mit dem 19. jh. häufiger: das hatte aber auch seinen guten grund O. Ludwig ges. schr. 2, 81; öfter plural: dasz ich ... keine langen briefe von dir erhalten will, das hat seine guten gründe Ebner-Eschenbach ges. schr. 4, 128; seltener persönlich: nun sie muszten wohl ihre guten gründe gehabt haben Gaudy s. w. 2, 83. gr. haben in; ursprünglich 'grundlage': ich briefschribender art (die zuo guotem teil ... in der rhetoric reglen grundt hat) zepflegen mich üb Riederer rhetoric (1493) a 3a; frühzeitig spielt 'beweisgrund' hinein: aber das juden fasten ... hat kein gr. in der geschryft Eb. v. Günzburg 1, 22 ndr.; wen man aber fragt, wo sie des ynn der schrift gr. haben, blaszen sie sich auf Luther 7, 399 W.; mit reflex. erst seit dem 18. jh., den thatsächlichen gr. bezeichnend: im vierten buch ist die heutige staatsverfassung von Engelland mit wenigen änderungen beschrieben, die doch auch ihren gr. in der geschichte haben Haller Alfred (1773) vorr. 4. IV@C@5@bb) adjectiva neben gr.; stark, schwach u. ä. sind die ältesten; in ihnen wirkt der reale ausgangspunkt, die bedeutung 'fundament' nach; sie ist noch spät bewuszt: Maffei meynung triumphirt und steht auf scheinbar festen gründen Triller poet. betracht. 1, 376; wie woll diss nicht mein sterckister gr. ist, wie Heyntz (Heinr. VIII. v. Engl.) lügener leugt Luther 10, 2, 258 W.; das seye bei ihm ein stärkerer gr. Mozart bei O. Jahn 3, 18; wann man wüszte, wie ein blöden gr. haben der örden regel Eb. v. Günzburg 1, 33 ndr.; mit unmächtigen ... gründen Neumark t. palmbaum (1668) 53; ha, ihr entschuldigt! mit schwachen gründen, oder mit thörichten Klopstock oden 2, 16 M.-P.; aus derselben grundvorstellung heraus: er ... verstärkte meine gründe durch den zusammenhang, den er ihnen gab Göthe 23, 58 W.; aus verstärkten gründen bitt ich dich darum Caroline 1, 24 W.; im 19. jh. gehen diese adj. zurück. tief, seicht erklärt sich durch secundäres hereinspielen der bedeutung 'boden eines gewässers'; erst seit dem 18. jh.: mit scharfem schlusz und tiefgesuchten gründen Drollinger gedichte (1743) 50; doch musz es ... einen tieferen gr. gehabt haben Arndt s. w. 1, 65 R.; seichte gründe für eine sache anführen Campe 2, 469; vgl. wie tief der gr. auch liegen mag Mörike werke 3, 65 Göschen. wo sonst adjectiva eine sinnlich-bildliche auffassung von gr. andeuten, hat sie mit den ursprünglichen bedeutungen des wortes nichts zu thun: mit wichtigen gründen euch zum kriege zu bereden Lohenstein Arminius (1689f.) 1, 19a; man glaubet, was man wünscht, das herz legt ein gewicht den leichtern gründen bei Haller ged. 54 Hirzel; mit überwiegenden gründen Göthe II 6, 37 W.; daher auch: ich wäge keine gründe Lichtenberg aphorism. 2, 6 L.; so will ich kommen, und ihren gründen das gewicht geben Fr. L. Schröder dram. w. (1831) 1, 28; aus sehr naheliegenden gründen Moltke schr. 7, 25; wie sinnreich bist du doch, in weitgesuchten gründen den vorwand einer that, nach der du strebst, zu finden Gottsched d. schaubühne 4, 32. die weitaus meisten adjectiva fassen gr. rein abstract; ein theil von ihnen beurtheilt die gründe von innen heraus nach wesen und wirkung (meist logischer gr.); alt ist satt (namentlich im 16., 17. jh. häufig): dasz forthin one satten gr. ... nit mehr so leichtlich glauben geben wolten Amadis 1, 62 Keller; auch falsch: das man aus solchem nichtigen, falschen grunde sol leucken die helle wort Christi Luther 26, 281 W.; die buntheit der modernen sprache wesentlich erst seit dem 18. jh.: ein glaubhafter grund Lohenstein Arminius (1689f.) 1, 123b; sehr triftige gründe Archenholz England u. Italien 1, 1; überzeugende gründe discourse d. mahlern 2, 67; ohne den gültigsten gr. E. M. Arndt s. w. 1, 13 R.; sie hören disputieren mit gleich scheinbaren gründen Görres ges. br. 3, 163; der zureichende gr. ihn bös zu machen v. Loen ges. kl. schr. 1, 31; dagegen giebt es auch keinen nöthigenden gr. ... zu verwerfen W. v. Humboldt 4, 5 ak. ausg.; später zwingender gr.; gut ziemlich beschränkt auf gr. haben (s. o. 5 a) und gewisse präpositionale wendungen (s. u.c); ähnlich schlecht; fondamenti aèrei eitle und nichtige gründe Castelli ital.-teutsch (1741) 1, 19a; mit ungereimten gründen Neukirch ged. (1744) 173; mit handgreiflichen gründen v. Einem Mosheims kirchengesch. 2 (1770), 203; unerschöpflich sind die adjectiva, die die gründe nach äuszern gesichtspunkten sondern, nach der zugehörigkeit zu gewissen gebieten, z. b. dasz sie (die gelehrten) historische gründe dazu haben könnten Lessing 9, 44 M.; das meist unmoralische leben der künstler hat doch auch einen philosophischen gr. Schubart leben 1, 156; politische gründe Scherer liter.-gesch. 32; oder nach ihrem zusammenhang mit geistigen qualitäten, momenten des sittlichen, des affects u. ä., z. b. noch ein edlerer gr. als das blosze bedürfnisz Savigny beruf uns. zeit 1; ich hatte dir geschrieben aus ernsten gründen Bettine frühlingskranz 309. einfach nach aus scheint ganz jungen ursprungs: zu einer auseinandersetzung ... konnte ... aus dem einfachen grunde kein anlasz gegeben sein, weil ... Bennigsen nationallib. partei (1892) 20; ohne diese besondere färbung ist es älter: ein langes geschwätz ... das auf meine einfachen gründe paszte wie die faust aufs auge L. Schücking in Droste-Hülshoff br. 184; vgl. den beleg aus Kant oben 1. inner, äuszer erst seit dem 19. jh. häufig: aber da, wo das urtheil aus innern gründen hervorgehen soll Göthe 46, 80 W. (Winckelm.); die entwicklung ... der wesentlichen eigenschaften und inneren gründe, aus welchen ihr (der poesie) charakter und ihr ton entsprang Fr. Schlegel w.2 4, 8; in neuester sprache sehr häufig als präpositionale formel: und dies thun wir jetzt bei jeder arbeit, während man es früher aus äuszeren gründen nicht überall that W. H. Riehl deutsche arbeit 20. IV@C@5@cc) gr. nach präpositionen. IV@C@5@c@aα) früh erscheint aus gr. mit gen., bis ins 16. jh. nicht selten; ursprünglich 'von einem ding als grundlage ausgehend': zum ersten wil der redner die sach usz gr. geschribner rechten anwengen Rieder spiegel d. rhetorik (1493) a 7b; usz gr. diser worten Christi und Pauli wil ich mich hie entschuldiget han Zwingli freiheit d. speisen 31 ndr.; eines handels mit geschwetz, und nicht aus gr. der sachen obliegen Friedr. Wilhelm sprichw. reg. (1577) n α, nr. 579; die formel nähert sich früh präpositionalem gebrauch im sinne von 'wegen' (vgl. die lat. präposition causa): uszer disem grunde diser begerunge (l. berürunge?) so wurt er erlichen gesunt Tauler pred. 38, 14 Vetter; anscheinend auch mit unterdrückung des aus: und bitt euwer liebe ..., mir grunt dieser euwer liebe krancheit ... zu verstheen wollen lassen privatbr. d. mittelalt. 1, 222 Steinhausen; noch im heutigen schweiz. (us) gr. dessen 'deshalb, in dieser absicht' Staub-Tobler 2, 774; Campes aus dem grunde der erbschaft, der schulden wb. 2, 469 klingt papieren, läszt sich jedenfalls literarisch nicht belegen; doch vgl. junge wendungen wie aus gründen der billigkeit u. ä. (s. u.d δ), wo aus gr. wiederum halb präpositional gebraucht ist. IV@C@5@c@bβ) daneben erscheint schon im 16. jh. häufig ein abstracter zu verstehendes aus dem grunde, sowohl realgrund wie beweggrund bezeichnend (aus bewegenden gründen Campe 2, 469): so mögen wir kein inrede haben das wir tausent mal mere verschult der ... strafe dan Lucifer ..., und usz dem gr.: wir haben erstlich ... H. v. Cronberg schr. 27 ndr.; das du sehest, ausz was grundt die fürtrefflichsten alten christlichen lerer ... so ernstlich gerufet Ambach vom zusaufen (1544) a 2b (aus was gr. noch im modernen schwäb. Fischer 3, 872); anfangs lehnt ich den antrag aus dem gr. ab, weil ... Ulr. Bräker 1, 226; treten adjectiva hinzu, so weisen frühe belege noch einen weniger abstracten charakter auf: dasz man aus gewissen gründen beweisen kan, der himmel sey rund theatr. diabol. (1569) 103a; ich reiche dir keinen anlass reich zu werden ausz losen gründen Prätorius glückstopf (1669) vorr. 1; habe ich auch der Scythen ... apophthegmata hinten bey diesem werck angehenckt ausz gnugsamen ursachen und gründen Zinkgref apophthegm. (1628) 65; man besorgt aus gutem grund einen aufruhr Pfeffel poet. versuche (1812 ff.) 2, 185; ... hat diesem gestirn aus nicht übeln gründen den nahmen Uranus gegeben Lichtenberg br. 2, 65 L.; kann man aus bessern gründen eine rathsversammlung halten Tieck schr. 1, 73; aus dem einfachen gr., aus inneren, äuszeren gründen s. o. b schlusz; aus gründen auch prägnant für aus gutem gr.: der kenner stritt mit ihm aus gründen Gellert s. schr. 1, 135; weil ihn seine mitbürger aus gründen nicht mochten Gutzkow zauberer v. Rom 4, 240; vgl. unten γ schlusz. IV@C@5@c@gγ) mit gr., in älterer sprache manchmal noch kräftiger als heute: 'mit beweiskraft, überzeugung' (logischer grund); vgl. argumentis refellere mit gutem grunde verlegen Bas. Faber thes. (1587) 78b; deshalb vornehmlich neben verbis dicendi und sentiendi; gewöhnlich 'mit recht' (s. oben 4): inmaszen disz gantz klar und rund bewiesen wird hierinn mit grund Fischart die gelehrten die verkehrten 43 Kurz; daher man denn auch keinen man mit grundt glückselig nennen kan Ringwalt christl. warnung k 3a; dieweil einiger undeutlichkeit ich mit grunde nicht beschuldigt werden mag Rabener w. 1, 185; und wäre es nicht wahr, (möchte ich) mit grunde widersprechen können Göthe IV 4, 331 W.; denn wie kann einer mit grunde glauben, dasz die offenbarung von gott komme, wenn er nicht vorher ... Reimarus wahrh. d. natürl. relig., vorber. 3; durfte man nicht mit gr. hoffen, dasz ... Ranke s. w. 1, 246; ein jedwedes alter hat ... etwas in dem geschmacke verändert, entweder mit gr. oder auch ohne gr. Dusch verm. w. (1754) vorr. 1, 7b; sehr häufig erweitert mit gut: sage demnach mit gutem grunde, dasz ... Bucholtz Herkuliskus (1665) 6; da dieselben anderswo mit besserm grunde bemerken, dasz ... Dusch krit. u. satyr. schr. (1758) a 4; mit gutem grunde kann man an der wahrheit dieses gerüchtes zweifeln Ranke s. w. 30, 10; ungewöhnlich: da nun die meisten verfechter ... aus einem so unsichern ort stritten, den andre ... mit so vielem grunde bekämpften Herder 5, 21 S.; bis es (das bild) einst mit gutem fug und grunde ... wieder aufgenommen werden könne Fichte 2, 453; vgl. (die Welschen) so uns biszhero sich beflissen aufzuropfen mit falschem grundt und fug Zinkgref apophthegm. (1628) *** 4a; gelegentlich auch prägnant (vgl.β schlusz): er widerspricht mit gründen G. Stephanie lustsp. 48, 29. IV@C@5@c@dδ) ohne gr. gegenstück zu mit gr.; in älterer sprache 'ohne grundlage, beweisgrund': es wirdt vom glauben zu disputiern bey ihn (den Türken) nit gestat, sonder muosz alles on grundt geglaubt sein Seb. Franck chron. d. Türkey (1530) h 4b; aber gewöhnlich und früh 'unberechtigterweise' (s. o. γ): wiewol ... sonder gr. ... also davon geredt würt Eppendorf Plinius (1543) 11, 230; ausz dem ervolgt das widerspil das man on grund yetz vil betracht Forster fr. teutsche liedlein 17 ndr.; das wunderbare, welches einige kunstrichter ohne gr. für ein erfordernisz der fabel angenommen haben Eschenburg entwurf (1783) 57; seltener im sinne der motivation: meynst du, man hab uns ohne grund heute die doppelte löhnung gegeben? Schiller 12, 16 (Wallst. s lager 2) G.; neben substantiven: titul ohne gr. Rachel satyr. ged. 80 ndr.; es wäre eine voraussetzung ohne gr., dasz ... Kretschmann w. 1, 14. — nicht ohne gr. 'nicht mit unrecht' ebenso gebraucht wie mit gr.: nicht ohne gr. glaubte sie sich die ursache seiner trauer A. v. Arnim w. 1, 146 Grimm; man sagt, nicht sonder gutten grundt, das gottes mühlen langsam ... mahlen Butschky Pathmos (1677) 75; häufig als prädicatsbegriff: was von vorzug des boni privativi gesagt wird, ist nicht ohne gr. Leibnitz dtsche schr. 2, 46; und so wenig freundlich ihre betrachtungen waren, so waren sie doch nicht ganz ohne gr. Fontane I 5, 4. IV@C@5@dd) arten der abhängigkeit nach grund. IV@C@5@d@aα) abhäng. gen., von, zu, für, gegen. der gen. und das ihn vertretende von drückt rein objectiv causalen zusammenhang aus (vgl. oben 1): seht, heiszt es, meiner zähren grund, seht, dieses grabes dunkle schwelle ... Gottsched gedichte (1751) 124; das was du ... als den gr. meiner krankheit erkanntest Göthe IV 38, 279 W.; sieh hier den ganzen grund von meinen zeilen an H. v. Hoffmannswaldau u. a. gedichte 7, 227 Neukirch; wir haben leider noch zu viele gründe von deiner (des teufels) existenz Blumauer ged. 220; zu steht, wenn der antheil des subjects betont wird (vgl. oben 2), zumal wenn gr. gleichzeitig den nebensinn des berechtigenden hat (vgl. oben 4); in der regel bei handlungen und affecten: Lucians ... Timon hatte gründe zum menschenhasz Zimmermann einsamkeit 1, 100; ja, wenn man immer den gr. zu allen schönen handlungen wüszte Kotzebue dram. spiele 2, 344; der gr. zu dieser mummerei Deinhardstein ges. dram. w. 6, 158; dazu (zu maszregeln gegen das herrenhaus) sehe die regierung keinen verfassungsmäszigen gr. Bismarck polit. reden 2, 26 Kohl; daher kann in analogen fällen der gen. mit zu wechseln, je nachdem das thatsächliche oder das bewegende des grundes mehr hervorgehoben wird: (der gärtner) findet graus und wüsteney, den grund gerechten schmertzens Lichtwer äsop. fabeln (1748) 43; hier wird der trostberaubten brust diesz, was sie sonst am kräftigsten erfreut ein grund zu gröszrer traurigkeit Pietsch gebundene schr. 257 Bock. für ist nicht an eine der specialbedeutungen gebunden: der geist sol sich selbs also verkleren, was er fur gr. fur seine lügen habe Luther 26, 436 W.; für die zurechtweisungen des schicksals einen gr. in meinen fehlern zu suchen G. Keller ges. w. 2, 22; ich kann für diese seltsame erscheinung keinen andern gr. finden, als ... Moltke schr. 7, 17. anders für, gegen pro, contra; hier liegt stets eine entscheidung des urtheils vor, also zu 3 zu stellen: meine gründe gegen den deutschen Ossian Herder 5, 160 S.; (richter:) das dokument ist nicht übel ... doch die gegenpartey hat längst eins von gleichem gewicht eingegeben. (Faust:) so müssen wir die gründe für uns schwerer machen Klinger w. 3, 95; das ist ein neuer gr. wider den selbstmord J. J. Engel schr. 1, 33; elliptisch: für mich ... ist es ... schwierig, die gründe für und gegen richtig gegeneinander abzuwägen Moltke schr. 7, 28. IV@C@5@d@bβ) zu mit infin. entspricht zu mit subst.; ebenfalls zu 2 und 4 zu stellen; erst mit dem 18. jh. häufig; meist neben haben: der sommer hat nicht grund zu prahlen Günther gedichte (1735) 214; seit Egrösund euch abgefallen, hatt er grund auf grund mir abzurathen Müllner dram. w. (1828) 3, 177; gern auch neben sein: einigen von ihnen mag es wohl gr. genug uns zu tadeln seyn B. Mayr päckchen satiren (1769) 4; grundes genug, ihm zu folgen v. Einem Mosheims kirchengesch. 3 (1771), 11; seltener anders: ersinn ihm gründe zu zögern Bürger w. 244 B. IV@C@5@d@gγ) als regens von nebensätzen hat gr. schwankende bedeutung; meist folgt warum: so thu uns doch die gründe kund, warum die wünsche fehl geschlagen Gottsched gedichte (1751) 54; diese bestimmung für das volk ist der eine von den gründen, warum ich statt einer neuen auflage ... ein neues buch gebe D. Fr. Strausz ges. schr. 3, xxi; gründe, warum man diese bilder dem dreizehnten jahrhundert zuschreiben darf Göthe 49, 15 W.; vor dem 18. jh. selten: dann ich hab darauf gedrungen, das sie solten gr. zeigen, warumb diese wort falsch weren Luther 26, 317 W.; seltenere varianten weshalb, wonach: der grund, weshalb ich kommen her Mittler dtsche volksbl. 218; indem er die gründe ausführte, weshalb die Augsburger einrichtungen rückgängig geworden Ranke s. w. 1, 109; noch einen politischen grund will ich anführen, wonach Bürger wohlgethan hat Bürger w. 1, 178 Bohtz. IV@C@5@d@dδ) gr. mit abhängigem classifizierenden gen. (vgl. die adjectiva unter 5 b): dies urtheil zwar, daucht ihn, bestund nach augenschein, nicht rechtens grund Gilhusius gramm. (1579) 91; aus dem grunde rechtens, d. h. aus einem rechtsgrunde Campe 2, 469; häufiger wird der gebrauch erst seit dem 18. jh.; namentlich: aus gründen der vernunft Lessing 7, 9 M. (seit dem rationalismus im schwange); wenn sie (die religion) ... mit den gründen der offenbarung und der vernunft, die befehle der regierung unterstützt Th. Abbt verm. w. 2, 10; mit gründen der vernunft und religion Mörike w. 3, 55 Göschen; auch als hendiadyoin: so oft wir frauenzimmer unsere aufführung mit vernunft und gründen vertheidigen Lessing 2, 37 M. vgl. vernunftsgrund; die mächte des luftkreises schienen ... auf gründe der billigkeit zu hören H. v. Barth Kalkalpen 68. IV@C@5@ee) gr. in typischer verbindung mit substantiven. IV@C@5@e@aα) gr. und ursache ist namentlich im 16. jh. sehr häufig; die philosophie sondert: wenn ein ding A etwas in sich enthält, daraus man verstehen kan, warumb B ist ...: so nennt man dasjenige, was in A anzutreffen ist, den grund von B; A selbst heiszet die ursache Chr. Wolff vernünft. gedanken v. gott (1720) 12; ähnl. Mos. Mendelssohn ges. schr. 2, 249; sonst wird gelegentlich der gr. als innerer, rechtmäsziger der ursache als äuszerem anlasz gegenübergestellt: wo ist der gr. ihn zu verdammen? (Elisabeth:) die bosheit sucht keine gründe, nur ursachen Göthe 8, 148 W.; aber meist und schon früh liegt tautologische verbindung vor: wo ist nu der gr. und ursach, das Christus darumb habe das hynzu gesetzet Luther 18, 146 W.; ein weiser man redet, des er grundt und ursach hat, aber ein narr redet, was im einfellet, on grundt und ursach schöne w. klugr. (1548) 46a; ausz was ursachen und gr. wir dich ... wirdig ... achten Stumpf Schweizerchron. (1606) 330b; seltener in wendungen wie: kein ander ursach ist noch grund, drumb ich hab aufgethan den mund Hutten opera 1, 452 B. fug und gr.; ursprünglich deutlich unterschieden: recht und ursache: ihr (geistlichen herren) habent ye keyne fuog noch gr. uns zuo verweiszen, das ir fromer, gotsförchtiger und gelerter seind Sleidanus reden 105 B.; doch ist früh eine vermischung eingetreten; bald herscht der begriff der berechtigung (s. o. 4) vor, bald der der veranlassung: (der) all sein ding hoch mit worten plümbt, das doch hat weder fug noch grund H. Sachs 9, 150 K.; ein junger künstler hat ebensoviel fug und gr., am fuszgestell einer antike zu sizzen ..., als die natur selbst zu belauschen Schubart leben 1, 201; wenn z. b. das sprichwort 'freye um die witwe, weil sie noch trauert' ... ohne allen gr. und fug scheint Körte sprichw. (1837) xxxv; s. auch oben γ; seltene variante: mit glimpf und gutem gr. Mathesius Sarepta (1571) vorr. 3a. gr. und zweck bleiben unterschieden zum ausdruck der ursache und des beabsichtigten erfolges: vielleicht gelingt es uns ..., ihre (der modernen poesie) geschichte vollständig zu erklären und nicht nur den gr., sondern auch den zweck ihres charakters befriedigend zu deduziren Fr. Schlegel pros. jugendschr. 1, 95 Minor; der eigentliche grund und zweck dieses krieges Mommsen m. gesch. 5, 21. beweis und gr., wie die folgenden fälle zu 3 gehörig; tautologisch: so ist es ein sehr starcker beweisz und grunde, dasz die giftmischerin mit ihren zauberkünsten etwas auszrichten können Nigrinus von zäuberern (1592) 79; ebenso: aber es liget im wege ein ander argument und grundt ebda 103; der menschen kleinster theil fragt nach beweis und gründen J. J. Schwabe tintenfässl 26. gr. und meinung: drumb mus ich zwo erbeyt thun, die erste, das ich d. Carlstads gr. und meynung klerlicher darlege Luther 18, 152 W.; als er (Faust) den geist von disen dingen hatte gehört, speculiert er darauf mancherley opiniones und gründe volksb. vom dr. Faust 30 ndr. Br.; anders, an I E 5 gemahnend: es hat nicht aller menschen rath gleich guten gr. und treue meinung Petri d. Teutschen weish. 2, z 8b; sondernd: ebenso wird man aufmerksam die meinungen und gründe anderer prüfen Göthe 47, 42 W. gr. und urkund u. ä.: wolte sich aber iemand einiger gerechtigkeit ... anmaszen, so soll derselbig zuvor mit gr. und urkund ... solches dartuen Fischer schwäb. 3, 872 (a. 1615); es wirt wol mehr dings an grundt und bewerung gesagt Luther 1, 245 W. VV. grund als technischer ausdruck in künsten und gewerken. V@AA. meist bedeutet es die 'grundlage' oder 'grundfläche', die träger von etwas anderem ist; also zurückzuführen auf 'fundament, basis'. V@A@11) bei den architekten ist gr., abgesehen von den in die allgemeine sprache eingegangenen bedeutungen 'fundament' (s. o. IV) und 'baugrund' (s. o. II A 2 b); die grundfläche des bauwerks, in natura oder in der zeichnung: also ist die pastey unden im gr. gar mit disen linien beschlossen Dürer etliche underricht (1527) a 1b; anfencklich werdt gerissen in eynem nidergetruckten (ebenen?) gr. mit zweyen linien ... die form des ecks der stadtmauren ebda; nun sol man den hindern gr. (grundfläche) in der stat auch so tief in den gr. rechnen (in den grundrisz einrechnen, eintragen) als fornen ebda; das alles werd getragen in den gr. (in die grundfläche eingetragen) a 2a; dann auch 'querschnitt': wie nun die schlechten und krummen mauren gleych nach dem undern gr. im verjungen recht in den oberen gr. eingeteylt sollen werden aa 1a; also ist der ober plan oder gr. umbzogen ebda; hier meint gr. schlechthin die zeichnungsfläche, = ebene; ebenso V@A@22) bei den zeichnern und kartographen; häufige redensart: etwas in gr. legen, setzen o. ä. 'einen geometrischen risz davon verfertigen': hab ich ... angefangen, die statt ... A. in gr. von holtz zu setzen, erstlichen von ainem egk oder winckel, auch weiten der gassen ... abgeschritten, dieselbigen schritt aufgemerckt ..., darausz ein gr. gestelt zs. d. hist. ver. f. Schwaben 24, 13 (Augsburg 1563); alem. und schwäb. reich bezeugt; auch bei md. lexikographen: eine gegend in den gr. legen misurare geometricamente Jagemann (1799) 548; vgl. Campe 2, 469, aber wohl aus lexikalischer tradition; am frühesten bei städten: (nachdem er gewöhnliche ansichten der stadt hergestellt hatte, hätte er sich) fürgenommen, üwere statt hoch und in gr. zu leggen, dasz man die hüser, ouch allenthalben in die gassen, gesëchen möchte Staub-Tobler 2, 774 (Zürich 1546); wie ich dan ouch bey etlich groszen stetten erfaren hab, daz nit ein jeder maler ein stat in gr. legen kan Seb. Münster cosmogr. (1550) vorr. 8; doch frühzeitig auch anders: haben wir ... den gantzen Neckherstrom ... mit fleisz in gr. gelegt und wie weit ein ort von dem andern ordenlich gemessen und beschriben H. Schickhardt 375 Heyd. V@A@33) in der malerei. V@A@3@aa) gr., bey den mahlern, die erste schlechte ölfarb, womit das mahlerschild, oder die leinewand überstrichen, und eben gemacht wird Frisch 379b; so hand si (die maler) den grund nit wol berait, darumb ist es verlorn arbait teufels netz 11008; ein ... mahler ... (hat) dieselben mit einer dem gr. gantz gleichen wasserfarb überstrichen Harsdörfer frauenz. gesprächsp. 2, 79; die malerey auf nassen gründen musz bey den alten weniger gemein als auf trocknen gründen gewesen seyn Winckelmann 5, 179 E.; als ursache warum Tintorets gemählde meistens so dunkel geworden sind, wird angegeben, dasz er ohne gr., auch auf rothen gr., meist a la prima und ohne svelatur gemahlt Göthe 47, 218 W.; auf dunkle gründe mahlte man auch eine zeitlang II 1, 353; bildlich: ob sie (die gaukler) yhr gleyszen der warheit, yhr gauckelen dem ernst, yhr farbe dem gr. raumen lassen Luther 7, 311 W. allgemeiner die unterste farbschicht schlechthin, auch wenn sie nicht durch die übermalung ganz gedeckt wird: (der fächer) wird fleischfarb der gr., mit lebendigen blumen Göthe IV 1, 166 W.; zwei grosze tafeln mit dem zartesten grauen grunde ..., worauf wir sie (die skizzen) ausführen werden Stifter w. 1, 97; sprüche aus dem koran mit erhabenen oder vergoldeten buchstaben auf tiefblauem grunde Moltke schr. 1, 205; beim wappen 'die hauptfarbe, mit welcher das wappenschild oder das feld im wappen überzogen ist und auf welchem sich die wappenzeichen befinden' Heinsius 2, 549; diese Wasgensteiner ... führen 6 silberne hände auf rothem grunde in ihrem wappen W. Scherer kl. schr. 1, 548; auch wenn die farbe der grundfläche natürlich, nicht erst durch einen farbenauftrag hergestellt ist: graue veraltete ... blätter reizten mich am meisten (darauf zu zeichnen), eben als wenn meine unfähigkeit sich vor dem prüfstein eines weiszen grundes gefürchtet hätte Göthe 27, 18 W. vgl. es machte auf schwarzem grunde das silber (der stickereien) den schönsten effekt Heine 2, 123 E.; bildlich: die nicht selten rohe, aber immer drastische auftragung römischer localtöne auf den griechischen gr. Mommsen m. gesch. 2, 483. V@A@3@bb) übertragener gebrauch. in gegenständlichem sinne: gr. 'ist ein malerischer ausdruck, diejenigen gegenstände anzudeuten, die hinter andern besonders merkwürdigen gegenständen stehen. so kann man sagen, dasz ein teppich, eine rasenbank, ja eine figur, einer andern figur zum grunde gereichet' Gottsched handlex. 801; die malerische herkunft des ausdrucks erhellt daraus, dasz der farbenunterschied in der regel ausdrücklich hervorgehoben wird: dann, wie die sonne selbst mit doppelt hellem licht oft durch den dunklen grund pechschwarzer wolken bricht v. Koenig gedichte (1745) 166; der ungeheuren sonnenuhr ..., deren ziffern ellenlange platten von bronze auf einem weiszen marmornen grunde waren Archenholz England u. Italien 2, 190; als das bild vorüberglitt an der mauer grauen gründen Droste-Hülshoff 2, 328 Schücking; auch wo entsprechende adjective fehlen, ist ein farben- oder wenigstens helligkeitsunterschied vorauszusetzen: steht er (der carneol) gar auf onyx grunde, küsz ihn mit geweihtem munde Göthe 6, 7 W.; die figur des sohnes ... auf dem gr. des zurückgeworfenen mantels sich abgrenzend Justi Winckelmann 21, 189. abstracter: bilder und erlebnisse in der jugend gehen, je mehr wir uns von ihnen entfernen, in um so hellerem lichte in uns auf dem schwarzen grunde des alters auf Kerner bilderbuch vorr. vi; öfter von der malkunst auf die dichtkunst übertragen: hier ist das abenteuerliche verschlungner menschlicher schicksale der gr., auf dem die handlung vorgeht Göthe 40, 83 W.; der epische gr. der volksdichtung gleicht dem durch die ganze natur ... verbreiteten grün kinder- u. hausmärchen 2, vorr. vi; vereinzelt auch auf die musik: und dieses fortgehende summen (der zweige) dient als zarter gr., auf dem sich die andere morgenmusik geltend macht Stifter w. 1, 102. V@A@44) bei vergoldern, lackierern, anstreichern, tapezierern; bey den vergoldern und lackirern ist der gr. entweder ein leim- oder ein kreide- oder ein farbengr., d. i. ein auftrag unter den gold- oder silberblättern oder dem lackfirnisz Jacobsson 161a; vgl. Prechtl 19, 572; die gegenstände, welche mit farben angestrichen werden sollen, erhalten vorläufig einen so genannten gr., d. h. einen schwachen anstrich, der die feinen poren des holzes ausfüllt, und die oberfläche zum auftragen der farbe vorbereitet Prechtl 1, 293; gr. beim häuseranstrich Meisinger Rappenauer ma. 79; bei den tapezierern bedeutet gr. die zeitungen, die als grundlage für die tapeten angeklebt werden: gr. ankloppen mit der bürste Schumann Lübeck (1907) 49. V@A@55) in der zeugfärbekunst und beim kattundruck: diese gemischten farben entstehen ..., indem in zwei färbeoperationen eine farbe auf die andere gesetzt wird, in welchem falle die erstere farbe der gr. genannt wird Prechtl 5, 385; hat man ... zeugen einen blauen gr. gegeben, so werden sie durch genista grün Schlechtendal flora von Deutschland5 23, 77; 'ebenso bedeutet im kattundruck gr. die farbe des zeuges, in welche die blumen eingedruckt sind' W. Hoffmann wb. 2, 708b. V@A@66) bei gewebtem und besticktem zeuge: bey einem gewebten zeuge nennt man die sichtbare oberfläche und deren verschiedenes ansehen gr., und unterscheidet vorzüglich den leinwandsgr. von dem kiepergr. dieses ist bey geblümten zeugen am sichtbarsten, wo die blumen und figuren in dem grunde liegen und sich zum theil darüber erheben. diese letzte bedeutung hat gr. auch in der stickerey. doch heiszt hier auch die anlage oder grundlage von zwirn bey erhaben gestickten blumen gr., worauf hernach die seidenen und reichen fäden bevestiget werden Jacobsson 161a; 'bei spitzen und blonden bedeutet gr. die einförmige zeugfläche, in welche die blumen etc. eingeklöppelt oder eingewebt sind' W. Hoffmann wb. 2, 709a; die erste der von Jacobsson für stickgr. angeführten bedeutungen ist die gewöhnliche, z. b. wenn ... der gr. weisz, die bildungen aber blau gewürcket würden Lohenstein Arminius (1689f.) 189b; während Johanna an den blumen arbeitete, begnügte sie sich den gr. auszufüllen Stifter w. 1, 221; eine prächtige stola, gr. und fransen waren von goldfaden Scheffel w. 1, 225; auch für den zu bestickenden stoff als solchen: dasz es ihr sehr leid thue, keinen aufgezogenen gr. zu haben Göthe 24, 78 W. (auf den stickrahmen gezogen); schon bei M. Kramer gr. eines stickwercks fondo del ricamo teutsch-ital. 1, 573b. V@A@77) vergleichbar ist bei zu waschendem zeuge die redensart: me kan kenen grunt wîder drin breŋen 'von sehr schmutziger wäsche' Bauer-Collitz 41: die ursprüngliche reinheit liegt unter dem schmutz wie unter einer farbe; mundartl. weit verbreitet, zumal in westd. maa., vgl. Woeste westfäl. 86; Schütze holst. id. 2, 76; F. Schön Saarbrück. 72a; auch ndl.: geen grond weer int linnen of katoen kunnen krijgen Molema 136. V@A@88) bei den tuchscherern 'die rechte seite eines tuches zum unterschiede von der haar- oder linken seite' Heinsius 2, 549; vgl. Jacobsson 161a. V@A@99) bei den schwertfegern: gr. hauen ... 'wenn an manchen stellen auf einem degengefäsze figuren von goldblättern eingeschlagen werden sollen, dann schlägt oder hauet der schwertfeger mit einem kleinen meiszel in den umrissen der figuren kreuzhiebe ein, damit das gold bey dem einschlagen auf diesen grundhieben hafte' Jacobsson 164a. V@A@1010) bei den kupferstechern in verschiedener bedeutung; in der radierkunst: gr. einer kupferplatte zum ätzen ist ein auftrag, der das ätzwasser gehörig in den einschnitten (der radiernadel) einschränkt Jacobsson 161a; in der schabkunst: das werkzeug, womit die (vor dem auftragen der zeichnung erforderliche) rauhigkeit des kupfers (der gr., das korn, die granirung) hervorgebracht wird, ist die wiege oder das granireisen, gründungseisen Prechtl 9, 33. V@A@1111) bei den druckern: gr., grundfeste, fundament. 'in der druckerey die metallene platte, worauf die formenweise abgesetzte, und in eiserne rähmen zusammen geschraubte schriften gestellet werden, damit sie darauf bey dem abdrucke ruhen' Jablonski 260a; auch aus holz: gr. der buchdrucker ist ein brett, worauf die gesetzten schriften gestellet werden Jacobsson 164a. V@A@1212) bei den maurern: gr. 'wird am häufigsten für die fläche eines gebäudes gebraucht, im gegensatz der auf derselben angebrachten erhöhungen für gesimse u. s. w.' Helfft wb. der landbaukunst 161. V@A@1313) in der musik: theile meine seite in fünf theile, lasse zween auf der einen, und drey auf der andern seite des ... stegleins, so gibt die gröszeste länge den gr., die kürtzere aber den oberton des fünflauts an Mattheson vollk. capellmeister (1739) 46; sonst würde der gr. die oberstimme überschreiten Mozart violinschule 2; vgl.so haben doch selbige alle (quinte, septime, oktave) einerley basznoten zum grunde Quantz anweis. d. flöte zu spielen (1789) 125. V@BB. in einigen fällen ist der technische ausdruck an die bedeutung 'boden eines hohlraums' anzuknüpfen. V@B@11) bei den dachdeckern die knierinne, die durch verschiedene im winkel aneinanderstoszende dachflächen gebildet wird; ausschlieszlich im schweiz., und zwar früh: von den gründen und umbgängen (einfassungen) uf der lütkilchen mit kupfer ze beschlagen Staub-Tobler 2, 773 (a. 1559); (die besitzer zweier aneinanderstoszender häuser sollen) jeder sein tach in ehren halten und mit namen das vorder haus den tachgr. gegen dem hof, das hinder haus aber den uszeren gr. gegen der münz machen ebda (a. 1690); mit anlehnung an die formel 'grund und grat' 'niederung und höhe': die kirche soll in gründen und gröten mit schindeln gedeckt werden ebda (a. 1805). V@B@22) bei den küfern: 'am fasz heiszt die der 'spunddauge' gegenüber liegende daube, auf welcher das fasz aufliegt, der gr.' Fischer schwäb. 3, 872. compositionstypen. als compositionsglied erweist sich grund- in seinen verschiedenen bedeutungen als überaus fruchtbar; doch tritt die junge abstracte verwendung IV D gegenüber den concreten und daraus unmittelbar abgeleiteten übertragenen bedeutungen (vgl. IV B) völlig zurück; in der älteren sprache noch auf einige hauptbildungen beschränkt, entwickeln sich die grund-composita breiter seit dem älteren nhd. und dehnen ihren bereich vor allem in fachsprachlichen und terminologischen bezeichnungen stetig aus; die zeitlichen entwicklungsstufen, die bildungsarten und ihren umfang veranschaulicht die folgende übersicht. 11) adjectiv. 1@aa) bereits im mhd. beginnt die composition von grund- mit adjectiven, die als qualitative bezeichnungen, werth- oder vergleichsbestimmungen neben persönliche oder sächliche objecte treten oder rein adverbial gebraucht werden; grund- entspricht hier ursprünglich wohl der bedeutung von grund auf (IV A 4) oder aus dem grunde (IV B 5 b), beides mit der vorstellung grund des herzens vermischt, wenn es sich wie bei grundböse (s. alph. st.) um kennzeichnung persönlicher eigenschaften handelt, wird aber schon früh zum bloszen intensivierungsmittel (wie erz-, vgl. th. 3, 1076, ur-); doch hat das 16., 17. jh. daneben noch bildungen, die an grund IV B 5 b unmittelbar anzuschlieszen sind: grundausführlich: darinn er selbige belägerung gr. beschreibt Valvassor ehre d. hertzogth. Crain (1689) 4, 2, 75;
239676 Zeichen · 5997 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 8.–11. Jh.
    Altenglisch
    grundst. M. (a)

    Köbler Ae. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    grund , st. M. (a) nhd. Grund, Boden, Abgrund, Erde, Ebene, Tiefe, Meer ÜG.: lat. fundamentum Gl, fundus Gl, (profundus)…

  2. 8.–14. Jh.
    Altnordisch
    grundst. F. (ō)

    Köbler An. Wörterbuch

    grund , st. F. (ō) nhd. Feld, Erde, Boden L.: Vr 191a

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Grund

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Der Grund , des -es, plur. die Gründe. 1. Die unterste Fläche eines Gefäßes oder hohlen Körpers, welche in manchen Fälle…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grund

    Goethe-Wörterbuch

    Grund vereinzelt Kleinschr; relativ häufiges Vorkommen in der Bed Untergrund (in A4 rund 400 Belege), was sich aus dem b…

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Grund

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +6 Parallelbelege

    Grund , Francis, 1807 in Wien geb., seit lange in Nordamerika eingebürgerter Auswanderer, durch Schriften bekannt, die v…

  6. modern
    Dialekt
    Grund

    Elsässisches Wb. · +8 Parallelbelege

    Grund [Krùnt Hi. bis AEckend. ; Krût Sulzeren ; Krt M. ; Krynt Brum. ; Krøįnt Dachstn. ; Kryt Geisp. ; Kr%/%;;{??}nt K…

  7. Sprichwörter
    Grund

    Wander (Sprichwörter)

    Grund 1. Alles hat seinen Grund, sagte Kropfliese, und machte sich einen spanischen Kragen um. 2. Auf dem Grunde sind di…

  8. Spezial
    Grund

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Grund- основной , п

Verweisungsnetz

330 Knoten, 336 Kanten

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1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 8 Hub 5 Wurzel 2 Kognat 23 Kompositum 276 Sackgasse 16

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grund

1.910 Bildungen · 1.836 Erstglied · 67 Zweitglied · 7 Ableitungen

grund‑ als Erstglied (30 von 1.836)

Grundacker

SHW

Grund-acker Band 2, Spalte 1489-1490

Grundangel

SHW

Grund-angel Band 2, Spalte 1489-1490

Grundbirne

SHW

Grund-birne Band 2, Spalte 1489-1490

Grundbodem

SHW

Grund-bodem Band 2, Spalte 1493-1494

Grundboden

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Grund-boden Band 2, Spalte 1493-1494

Grundbuch

SHW

Grund-buch Band 2, Spalte 1493-1494

Grunddackel

SHW

Grund-dackel Band 2, Spalte 1493-1494

Grundeis

SHW

Grund-eis Band 2, Spalte 1493-1494

Grundel

SHW

Grund-el Band 2, Spalte 1495-1496

grundeln

SHW

grund-eln Band 2, Spalte 1495-1496

Grunderde

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Grund-erde Band 2, Spalte 1495-1496

grundgütig

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grund-gütig Band 2, Spalte 1495-1496

Grundhaufen

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Grund-haufen Band 2, Spalte 1495-1496

Grundheber

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Grund-heber Band 2, Spalte 1495-1496

Grundkaute

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Grund-kaute Band 2, Spalte 1495-1496

grundlos

SHW

grund-los Band 2, Spalte 1495-1496

Grundmauer

SHW

Grund-mauer Band 2, Spalte 1495-1496

grundreich

SHW

grund-reich Band 2, Spalte 1497-1498

Grundsatz

SHW

Grund-satz Band 2, Spalte 1497-1498

grundsen

SHW

grund-sen Band 2, Spalte 1497-1498

Grundsieb

SHW

Grund-sieb Band 2, Spalte 1497-1498

grund als Zweitglied (30 von 67)

Abgrund

RDWB1

Abgrund m übertr. (моральная) катастрофа, пропасть перен. , гибель перен. , погибель перен. , фиаско, крах

Hintergrund

RDWB1

Hintergrund m фон in den ~ stellen idiom. - заслонять перен. , затмевать, оттирать перен. , разг. (социальное) происхождение контекст, обосн…

abgrund

DWB

abgrund , m. abyssus, ahd. abcrunti n., mhd. abegründe n., goth. afgrundiþa f., was hinab, von der erde weg reicht, die unterste tiefe, der …

afgrund

KöblerMhd

afgrund , st. M., st. N. Vw.: s. abegründe

ankergrund

DWB

anker·grund

ankergrund , m. fundus ancorae tenax, nnl. ankergrond: nur die natur ist redlich, sie allein liegt an dem ewgen ankergrunde fest. Schiller; …

beweisgrund

DWB

beweis·grund

beweisgrund , m. argumentum: beweisgrund zu einer demonstration des daseins gottes. Kant 6, 11 .

eichgrund

DWB

eich·grund

eichgrund , m. convallis quercuum: Saul und die menner Israel kamen zusammen und lagerten sich im eichgrunde. 1 Sam. 17, 2 ; das schwert des…

Eigrund

Idiotikon

Eigrund Band 1, Spalte 18 Eigrund 1,18 M.

erdgrund

DWB

erd·grund

erdgrund , m. solum, erdboden, erdreich: der erdgrund für sich selbst mag gut sein, dannoch frisset und wöset er sich, wo man ine baulos häl…

Garte(n)grund

Idiotikon

Garte(n)grund Band 2, Spalte 775 Garte(n)grund 2,775

gegengrund

DWB

gegen·grund

gegengrund , m. » ein beweis- oder bewegungsgrund, der andern gründen entgegengesetzet ist « ( oder: wird ) Adelung, nl. tegengrond: die ver…

glaubensgrund

DWB

glauben·s·grund

glaubensgrund , m. 1 1) zu glaube I A 1 u. 2 bzw. B 1 und grund IV B 1, vgl. der glaub ( ist ) unsers hayls anfang und grund Berth. v. Chiem…

goldgrund

DWB

gold·grund

goldgrund , m. 1 1) fundstelle für natürliches gold, vor allem in gewässern, vgl. grund II A 3 a: so wern durch zuflotzung des wassers an ir…

herzensgrund

DWB

herzen·s·grund

herzensgrund , herzengrund , m. grund des herzens; in sinnlicher auffassung: und wem dort am besten dringet liederblut aus herzensgrund. H. …

hintergrund

DWB

hinter·grund

hintergrund , der hintere theil eines grundes, ein wort das zumal in der malerei: wo denn der künstler auch solchen forderungen genug zu thu…

hėllegrund

KöblerAe

hėllegrund , st. M. (a) nhd. Abgrund der Hölle, Höllenschlund E.: s. hėll, grund L.: Hall/Meritt 176b, Lehnert 109b

hėlligrund

KöblerAs

hėlligrund , st. M. (a?) nhd. Höllengrund ne. depth (N.) of hell ÜG.: lat. gehenna H Hw.: vgl. ahd. hellagrunt* (st. M. a?) Q.: H (830) I.: …

jǫrmungrund

KöblerAn

jǫrmungrund , st. M. (a) nhd. die Erde L.: Vr 295a

Kreidengrund

Adelung

kreiden·grund

Der Kreidengrund , des -es, plur. die -gründe, bey den Mahlern und Vergoldern, ein weißer Grund von geriebener Kreide zu einem Gemählde, ode…

kīngrund

KöblerAs

kīngrund , st. M. (a) nhd. Keimgrund, Boden für das Korn ne. seedbed (N.) Hw.: vgl. ahd. *kīngrunt? (st. M. a) Q.: H (830) E.: s. *kīn?, gru…

Lei(m)grund

Idiotikon

Lei(m)grund Band 2, Spalte 772 Lei(m)grund 2,772 o.

Markgrund

DRW

mark·grund

Markgrund, Markengrund, m. zur Allmende (IV), ¹Mark (I 1) gehörendes Grundstück 1571 WestfLR. 70 Faksimile einen ... camp . .., so hovetgrun…

Martinsgrund

DRW

martins·grund

Martinsgrund, m. Liegenschaft unter Martinrecht soo en sullen geene vrye luyden bewoonen off behylicken sancte martens grondt 1428 Racer IV …

Ableitungen von grund (7 von 7)

begrunden

MNWB

begrunden , swv. , Grundschwellen legen.

ergrunden

KöblerMhd

ergrunden , sw. V. Vw.: s. ergründen

gegrunde

KöblerMnd

gegrunde , Sb. nhd. Ergründung E.: s. gegrunden L.: Lü 112b (gegrunde)

gegrunden

KöblerMnd

gegrunden , sw. V. nhd. ergründen Hw.: vgl. mhd. gegründen, mnl. gegronden E.: as. gigrundian* 1, sw. V. (1a), ergründen; s. ge, grunden (2)…

grunde

DWB

grunde , f. s. grundel.

ungrund

DWB

ungrund , m. , gegenstück zu grund, tritt nhd. erst im 16. jh. neben älteres ab-, in-, urgrund; auch un-, ingründlich, unergründlich, unergr…

urgrund

DWB

urgrund , m. , grund mit ur- C 4 a und c, oft beide bedd. des präfixes verschmelzend. mhd. urgründe, n. ( plur. ?), ist nur einmal belegt. w…