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grundboden

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

grundboden m.

Bd. 9, Sp. 763
grundboden, m. , alem. auch grundsboden, vgl. Staub-Tobler 2, 771; Martin-Lienhart 2, 15a; Fischer schwäb. 3, 875 belegt es seit dem 17. jh. und gibt es als die im schwäb. geläufigere form an; gr. tritt mit dem 16. jh. auf und scheidet sich der bildung nach in zwei wurzeln: als zusammenrückung der formelhaften paarung grund und boden und als regelrechtes, einen theilbegriff bestimmendes compositum. 11) zusammengerücktes grund und boden (vgl. grund II C) im wesentlichen auf das alem. beschränkt, doch gelegentlich auch im rheinfränk. 1@aa) gr. in (räumlicher) beziehung auf die bodenfläche (grund II C 1 b): also hab ich ... das vorberürt guot mit grundtpodem und nützlichen früchten ... aufbieten lassen d. neu laienspiegel (1518) 99r; es soll ouch der kastvogt nit gwalt haben, einiche güter ... weder gr. noch eigenschafft der lüten ... ze verlichen Tschudi chron. helvet. 1, 10; innungszwang und gewerbsfreiheit, festhalten und zersplittern des grundbodens Göthe 42, 2, 157 W. 1@bb) alem. in volksmäsziger redeweise ausgebreiteter in präpositionaler verbindung, wo die zusammenziehung im sinne der zwillingsformel einen steigernden affectbetonten charakter annimmt: in gr. (hinein) vgl. grund II C 1 d neben verben des zerstörens und schlagens; zunächst concret, mit der vorstellung des unter der bodenoberfläche liegenden erdgrundes verknüpft: dass ettlich stett in gr. yngfallen sind Vadian bei Staub-Tobler 2, 771; wend ir echt nit werden usgrüt ja in gr. gar kert umb, so bessernd üch R. Schmid (1579) ebda 772; so ist aber selbe (ernte) ... in grundsboden undertrückt und verritten Bürster schwed. krieg 164 Weech; der kukuk ist zerschlagen, in grundsboden geschlagen Schiller 2, 142 G.; vgl. e pfōl in de gr. schlāhe 'einen pfahl mit wucht, tief in die erde schlagen' Staub-Tobler 2, 771; so in verwünschungsformeln: men sett-en (ungspitzt) in gr. ine schlohn ebda; wenn sie das wetter in den gr. schlüge, die Regine E. Zahn helden d. alltags (1907) 217; du muszt ihn auch in grundsboden 'nein verfluchen Auerbach dorfgesch. (1884) 1, 11; entsprechend auch: sich in gr. inne schämmen 'vor scham in die erde versinken mögen' Staub-Tobler 2, 771; vgl. Martin-Lienhart 2, 15a; daneben schon früh mit verderben und anderen unsinnlich gebrauchten verbis in abgezogenerem sinne 'völlig zu grunde richten, ruinieren' (vgl. grund II B 3 a), was zur entwicklung von rein adverbial gebrauchtem in gr. (hinein) = 'gründlich, vollständig' führt: der unser statt gern inn grundtboden verderbti Ehinger (1530) nach Fischer schwäb. 3, 875; perditum perdere einen verdorbnen noch mer verderben ... in grund boden verderben Frisius 975b; metagenes certe periit er hat nichts mer, er ist in grund boden eynhin verdorben 977a; also haben sie ... das gantz menschliche geschlecht ... so gar befleckt, verderbt und in den gr. verwüstet J. Füglin de praestigiis daemonum (1586) 7a; in grund boden hinein verketzert (verdorben) Gotthelf nach Straub-Tobler 2, 771; in gr. inne 'durchaus, gründlich' Martin-Lienhart 2, 15a, vgl. Seiler Basler ma. 148; Staub-Tobler 2, 771, dort auch neben lügen; seit alters in verstärkter negation in gr. nicht (vgl.boden 6, th. 2, 214) gebräuchlich: und viel geschreys und wenig woll, das in grundboden gar nichts soll Fischart nachtrab 23 (v. 770) Kurz; in gr. nüd 'durchaus nicht(s)' Staub-Tobler 2, 771. 1@cc) dem vorbilde von in gr. (hinein) zerstören u. s. w. scheint die sinnverwandte wendung auf den gr. schleiszen, schleifen ihr entstehen zu verdanken, der keine entsprechende paarung auf den grund und boden gegenübersteht, bei der auch der begriff der fläche (solum) entscheidend vorwiegt (vgl. grund II B 4): aequare solo urbes, domos niderbrächen, auf den grund boden schleitzen Frisius 50a; 269b; Maaler 194b; das urtheil ..., das ... alle ihre güter dem könig verfallen, ihr hausz auf den gr. geschleift ... wurde Henricpetri general histor. (1577) 230; doch liegt hier die zweite compositionsart (s. u. 4) gr. = 'erdboden' sehr nahe; vereinzelt bleibt die halb bildlich-gegenständlich (grund II A 2 a), halb abstract (grund IV B 5 b) gefaszte verbindung: aus dem gr. (heraus) = 'gründlich': dises wasser nimmt aus dem gr. heraus alle wurzen des parlys oder schlags Landenbeck arzneischatz (1608) bei Staub-Tobler 2, 772. 22) für den boden eines gewässers im 15. 16. jh. belegbar; wohl auch nichts als zusammenrückung der beiden bedeutungsgleich verwendeten wörter (vgl. grund I A): sucht man im meer also das gold, dasz man es am grundboden holt, gleich wie in etlich goldreich flüssen, da sie den goldsand schwemmen müssen? Fischart verzeichnusz 360 Kurz; der gr. davon (des baches) und die beyden abhängenden seiten ... waren von steinen verfertiget L. Bachenschwanz Dante, hölle (1767) 100; in profundam altitudinem maris se immittere sich an grund boden oder in alle tiefe desz meers werfen Frisius 78b; dann auch vom boden eines hohlraumes: fundus ain boden o. grund boden (ima pars vasis) Diefenbach 252b; es würd ein grosz ... abnemmen in den seckelen sein, vom riemen bisz in gr. Fischart praktik 4 ndr. 33) in zwiefacher verwendung ersetzt gr. als echtes compositum (vgl.erdboden) einfaches grund II A 2; einmal im sinne: oberste erdschicht, dann besonders der für die ernährung der pflanzen bestimmte kulturboden (2 a): wir (kamen) in ein andere arth, in der der grundtbodem weisz leim war Fabri eigentl. beschreibg (1557) 130b; dasz er (der öconom) einen zu verschiedenen feldfrüchten geschickten acker erlange, den gr. untersuche allg. haush.-lex. (1749) 1, 29b; so mundartlich: grondbuedem 'humusschicht' luxemb. ma. 156a; im gleichen sinne auf die lebenspendende untere luftschicht übertragen: aus welcher (luft) sich aber noch andere gröbere theilchen geläutert und über das gewässer wie ein cremor ... niedergelassen, folglich den menschen, thieren und gewächsen ihren benöthigten gr. gegeben hätte Breslauer sammlg. v. natur- u. med. gesch. (1718) 3, 684; weiterhin als der feste baugrund (2 b): wann aber der gr. viel abhängig, so sollen die fuszmauren darnach abgesetzt (v. 1655) Fischer schwäb. 3, 875; so noch heute fachsprachlich: gr. 'der erdboden, auf dem man bauen will'; Mothes baulex. 2, 538; ähnlich gefaszt: in einem opferhügel ... entdeckte Klopfleisch ... gruben, die in den gr. des hügels eingegraben waren Hoops waldb. u. kulturpfl. 304.
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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    grundbodenm.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    grundboden , m. , alem. auch grundsboden, vgl. Staub-Tobler 2, 771 ; Martin-Lienhart 2, 15 a ; Fischer schwäb. 3, 875 be…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Grundboden

    Goethe-Wörterbuch

    Grundboden für ‘Grund und Boden’ 1) Zersplittern des G-s 42 2 ,157,17 MuR(346) Syn Grund 1) vgl DWb s v Grundboden sowie…

  3. modern
    Dialekt
    Grundboden

    Elsässisches Wb.

    Grundbode n m. in der Wendung in G. inne durchaus, gründlich. Er soll sich in G. inne schämme n Hi. Grundsbode n Hf. ; a…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit grundboden

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Zerlegung von grundboden 2 Komponenten

grund+boden

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