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bodem

mhd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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13 in 13 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

Bodem m.

Bd. 1, Sp. 1067
Bodem, Boden m.: 1. 'Erdboden'. a. als Fläche, auf der man steht, geht usw., Bodd(e)m, Borr(e)m, Boll(e)m, Bodde, Borre, Bolle, Boor(e)m, s. F. Zs. Erds-, Erdsgrunds-, Grunds-, Grundserdsboden. Er is uf de Bollem g'falle [LU-Altr, allg.]. De Blitz es en de Borrem gefahr [KB-Albish]. RA.: Er nemmt de Bodde unner die Fieß [Krieger 40]. Dem is de Boʳm unner de Fieß zu hääß worr, wie schd. [KL-Siegb]. Du geheerscht uⁿgespitzt in de Borrem geschlaa [PS-Rodalb, verbr.]. Ich schlaan der uf de Backe, daß de de Borrem suchscht [KU-Lohnw, verbr.]. Er hot de Borrem gekißt 'ist hingefallen' [KL-Ottb Reichb]. Er loßt 's Maul hänge bis uf de Bodem (auch: Borrem) 'ist böse, schmollt' [KU-Diedk, verbr., auch Gal]. Er wachst in de Boddem enin wie e Gellerieb, von alternden Menschen [KU-Diedk]. Eich (ich) gihn ufem deitsche Borrem, wenn die Sohlen durchgelaufen sind [RO-Rehborn, verbr.]. BR.: Die Schwalwe fliehe am Borrem, Anzeichen für schlechtes Wetter [KL-Reichb, verbr.]. Volksgl.: Mer därf net iwwer 'n Kind schritte, wann's uf'm Bodem oder Grund leit, oder 's wachst net [Fogel Beliefs Penns Nr. 43]; vgl. auch trocken. Rätsel: In der Hand is es weiß, uf'm Bodem geel (das Ei) [Rußl-Worms]. — b. 'Ackererde', vgl. Bau, Baugrund. Bei uns hammer gure (guten) Borrem [KL-Gimsb, allg.]; schlechter, truckner, nasser, leichder, schwerer, warmer, kalder, miller 'lockerer', steifer, fetter, maschdicher, wilder 'gewachsener' B. Zs. Fließ-, Hanf-, Kies-, Lehm-, Moor-, Sand-, Schleich-, Wingertsboden. BR.: E Rieb läßt nix im Bollem wie e Loch [KU-Bedb]. Von einem kräftigen Menschen oder Tier sagt man: aus em Borem gewachs [KB-Kriegsf]. SprW.: Rode Hoor un Erleholz wachsen uf kääm gude Bodde [GH-Schwegh, allg., auch Gal Don Buch]. Rode Hoor un Butterblume wachsen uf kem gure Borrem [WPf (Wilde 44)]. Uf'm harte Boddem wachst 's beschte Holz [verbr. Gal Buch]. — c. als Teil der Landschaft, Grund und Boden, Landbesitz. a. 1314: uf sime bodeme, dar uffe der schade ime geschehen ist [SpeyUrk. 218]. a. 1515: [] weist man das holz und bodem desselben walds den iczgenenten nonnen und Alexandern zu [Grimm Weist. V 566 (GH-Lingf)]. a. 1532: von grunt vnd boddem des spittals (zu Deidesheim) [SSp., Lgb. des Klosters Seebach]. a. 1563/64: wie vil morgen ire Bödem haben [Zweibr. I, S. 4]. FlN a. 1600: Der ander Fluhr wird genant der Lange Bottem [Kurpf., Fasz. 168 (KU-Wolfst)]. — d. 'Grab'. Er leit schun lang unnerm Boʳm [NW-Frankeck, allg.]. RA.: Du bringscht mich noch unner de Boddem 'ärgerst (kränkst) mich noch zu Tode' [NW-Haßl, allg.]. — 2. übertr. 'sichere Grundlage'. RA.: Do muß mer doch aa ufm Borem bleiwe [KL-Hirschhn, verbr.]. Er is widder uf feschde Borrem kumme 'hat sich geschäftlich wieder erholt' [LU-Alsh]. SprW.: 's Handwerk hot e goldene Borrem [KU-Schmittw/O]. — 3. B. in Gebäuden. a. 'Fußboden' [allg.]; de Borrem diele 'Fußboden legen' [ZW-Battw, verbr.]; de Boʳm (bǫÄm) butze 'reinigen' [Kaislt, allg.]. Der Saal war so voll, daß hett ke'n Abbel uff de Bod(e)m falle kenne [»vielfach« nach Wilde 9]. Zs. Borden-, Fuß-, Stubenboden. — b. 'Dachboden', Bodde [LA-Gommh GH-Nd'lustdt]. — c. 'Erdgeschoß der Scheune', Borrem, Boʳm [KU-Breitb HB-Schwarzack PS-Burgalb BZ-Wilgws], Bodde [IB-Aßw]; 'Raum seitlich der Scheuertenne' [NW-Haßl Spey]; vgl. Bodemscheuer. Zs. Dach-, Heuboden. — 4. 'Grundfläche hohler Körper'. a. von Gefäßen. De Zuwwer muß e neier Boddem krie [FR-Bockh, allg.]. Am liegenden Faß wird der vordere vom hinteren Boden unterschieden. RA.: 'm Glas uf de Boddem gucke 'trinken' [FR-Grünstdt]. Des schlaat em Faß de Bodde aus! 'Jetzt langt es!' [Krieger 38]. Er macht (endlose) Gesprächer wie e Keez, wo keeⁿ Borrem hot [Hebel 19]. a. 1541: den großen Wasser zuber zu bindenn ... vnd ein Newen bodem darin zu machen [GgHospR]. a. 1590: 4 alter sib ... mit neuwen bödemen zu bessern [HornbSchR]. Zs. Brenken-, Bütten-, Eimer-, Faß-, Kübel-, Stirn-, Zuberboden. — b.α. 'Boden der Hosentasche'. RA.: Dem sei Sack hat ken Borre 'Bei dem hält sich kein Geld' [SP-Harths, RO-Odh]. — β. 'Hosenboden'. Hosse met doppeltem Borem [KL-Hütschhs, allg.]. Zs. Hosenboden. — γ. 'Schuhsohle', Borrem [KU-O'alb]. — c. 'Bodenbrett des Wagens, des Karrens' [verbr. bes. NPf WPf, Klein Wag. 112]; vgl. Bodem-, Unterdiel. Zs. Leiter-, Wagenboden. — d. 'B. des Magens' in der RA.: Der hot gar ken Boddem, von einem Unersättlichen [LU-Friesh, allg.]. — 5. 'Unterlage'. a. 'aus Draht geflochtener Untersatz', Borrem [FR-Albsh]. — b. a. 1525: ein altar Duch mit eim Roden samethen bodem [SpeyDomKl.]. — c. 'Tortenboden' [verbr.]. — 6. 'Faß'. a. 14. Jh.: were aber, das einer daruber win herin furte, der [] solte von jedem bodem ein lb. heller zu einung (Strafe) geben [PfWeist. I 238]. a. 1425: umb einen zwen eymerigen boden [LeinArch. (Löhne)]. — F.: Hauptform ist bǫrəm, die den größten Teil der WPf (einschl. NPf) sowie den Westteil der VPf einnimmt. Der Vokal der Endsilbe wird nur sehr flüchtig gesprochen. Für einen Streifen, der sich durch die Mitte des Gebietes in westsüdwestlicher Richtung hinzieht, ist bǫʳm und bǫÄm anzusetzen; mehrere Gewährspersonen schreiben sogar Bomm, Bom (bǫm). Für die Orte KU-Ulm Erdb Pattb Bedb A'glan IB-Bliesmg/Bolch Bebh HB-Böckw Seyw RO-Messbhf ZW-Lambsbn und LU-Altr wurde 1935 bǫləm ausgewiesen. In einzelnen Orten, so z. B., KU-Kaulb Kreimb, sprechen die Alten noch die ältere Form bǫðəm. Bei der jüngeren Gener., bes. in den Städten, ist häufig schon bǫdəm zu hören, das als feiner gilt. KU-Schmittw/O: bōrəm u. bǫrəm, NW-Gimmdg: bōrəm. Die auf mhd. boden zurückgehenden Formen bǫdə u. bǫrə waren schon 1935 in der SOPf bis westl. Pirmas gebietbildend. Die Grenze zwischen ihnen und bǫrəm verläuft von (die genannten Orte ohne Endungs-m) PS-Schweix über Pirmas PS-Hintwdth BZ-Annw Land LA-Bornh LU-Limbghf nach SP-Ottstdt (ausgenommen die Orte LA-Essing O'hochstdt Nd'hochstdt GH-Zeisk Bellh). Man spricht bǫdə hier an der pfälzisch-badischen Grenze sowie in Pirmas und im Raume südöstl. dieser Stadt; bǫrə in einem breiten Streifen von der pfälzisch-elsässischen Grenze bis nach PS-Hintwdth und ostwärts bis LA-Gleisw sowie in einem kleinen Gebiet westlich von Pirmas. BZ-Steinf hat bǫlə. Unter dem Einfluß der Schriftsprache dringt bǫdə gegenüber bǫrə vor; vgl. Otterstetter 104. Auch im bǫrəm-Gebiet, bes. in den größeren Städten, ist diese Form bei der Jugend schon häufig anzutreffen. Für Don Gal Buch gelten bǫðəm u. bǫdəm; für Penns werden bǫdəm u. bǫdə angegeben, vgl. PSA Karte 37, Lambert Penns 31. — Südhess. I 984 ff.; Rhein. I 830; Els. II 14; Bad. I 278.
6724 Zeichen · 211 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BODEMstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    BODEM ( ahd. bodam Graff 3,86; später abgeschwächt in boden vgl. Gr. 2,150 ) stm. boden. daʒ ich vil tage verslîʒe in ei…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    bodem

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    bodem , m. fundus, ahd. podam, podum ( Graff 3, 86 ), mhd. bodem ( Ben. 1, 220 b ), später boden, das alte M hat sich im…

  3. modern
    Dialekt
    Bodem

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Bodem Band 2, Spalte 2,1544–1550

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bodem

226 Bildungen · 125 Erstglied · 98 Zweitglied · 3 Ableitungen

bodem‑ als Erstglied (30 von 125)

bodem* 1

KöblerAfries

bodem* 1 , st. M. (a) nhd. Boden ne. land (N.) Hw.: vgl. an. botn, ae. botm Q.: Jur E.: s. germ. *budma-, *budmaz, *butma-, *butmaz, st. M. …

Bodemacker

SHW

Bodem-acker Band 1, Spalte 987-988

Bodembrand

SHW

Bodem-brand Band 1, Spalte 987-988

Bodembrett

SHW

Bodem-brett Band 1, Spalte 987-988

Bodemdaube

SHW

Bodem-daube Band 1, Spalte 987-988

Bodemdauge

SHW

Bodem-dauge Band 1, Spalte 987-988

Bodemdiel

SHW

Bodem-diel Band 1, Spalte 987-988

Bodemfeuer

SHW

Bodem-feuer Band 1, Spalte 987-988

Bodemgras

SHW

Bodem-gras Band 1, Spalte 987-988

Bodemhobel

SHW

Bodem-hobel Band 1, Spalte 987-988

Bodemholz

SHW

Bodem-holz Band 1, Spalte 987-988

Bodemjoch

SHW

Bodem-joch Band 1, Spalte 987-988

Bodemladen

SHW

Bodem-laden Band 1, Spalte 987-988

Bodemlage

SHW

Bodem-lage Band 1, Spalte 987-988

Bodemlast

SHW

Bodem-last Band 1, Spalte 987-988

bodemlos

SHW

bodem-los Band 1, Spalte 987-988

Bodemrebe

SHW

Bodem-rebe Band 1, Spalte 987-988

Bodemrübe

SHW

Bodem-rübe Band 1, Spalte 987-988

bodem als Zweitglied (30 von 98)

Blitzbodem

RhWB

blitz·bodem

Blitz-bodem -b·ə.m Aach-Merkst Kohlschd m.: zerrissener Hosenboden.

Bucksenbodem

RhWB

bucksen·bodem

Bucksen-bodem RhWBN Allg. m.: Hosenboden. Vill Rötsche schad dem besten B. (mät och der b. B. kapot) Köln . Dir wird och es gehüreg der B. u…

Dachbodem

PfWB

dach·bodem

Dach-bodem m. : 'Dachboden', -borrem [KL-Landstl]; vgl. PfWB Dachspeicher , PfWB Speicher . SHW Südhess. I 1290 . —

Dielbodem

RhWB

diel·bodem

Diel-bodem -r- innerh. einschl. Saarl-Fürw , Merz-Bietzen Riml , Saarl-Betting Derlen , Saarbr-Heusw OVölkl m.: Fussboden.

Dreckbodem

RhWBN

dreck·bodem

Dreck-bodem (s. S.) Bo allg. m.: Stuben-, Küchen-, Tennenboden aus Lehm.

Drügbodem

RhWB

Drüg-bodem Köln-Frechen m.: wie nhd.

Dungbodem

RhWB

dung·bodem

Dung-bodem RhWBN Bitb-Bickend m.: der Kastenboden des Teimers, der Mistkarre.

erdbodem

DWB

erd·bodem

erdbodem , m. orbis terrarum: gott hat alle könig auf dem ganzen erdbodem erwecket. Reiszner Jerus. 2, 175 a . s. DWB bodem .

Erdgrundbodem

RhWB

erdgrund·bodem

Erd-grundbodem PfWB ElsWB Merz , Saarbg , Birkf m.: in den Wend.: En de E. verdorben; en den E. ren sich schämen.

Erd(s)bodem

PfWB

erd·s·bodem

Erd(s)-bodem , Erd(s)-boden m. : ' Erdboden ', Eʳdsborrem [KU-Schmittw/O, verbr. WPf], -borre, -bodde [verbr. südl. VPf PS-Erfw], Erdboððem …

Erdsgrund(s)bodem

PfWB

erd·s·grundsbodem

Erdsgrund(s)-bodem m. : = Erd(s)bodem, in RA. u. Flüchen: Ich schlaa dich in de Eʳdsgrundsbollem! [ KU-Bedb ]. Dich soll jo 's Gewidder in d…

Erzbodem

RhWBN

erz·bodem

Erz-bodem -ōr- OSiegld m.: erzhaltiger B. — Zu Erz- (steigernd):

esterīchbodem

KöblerMhd

esterīch·bodem

esterīchbodem , st. M. nhd. Estrichboden, Estrich ÜG.: lat. pavimentum Voc Q.: Voc (1482) E.: s. esterīch, bodem W.: nhd. Estrichboden, M., …

Faßbodem

PfWB

fass·bodem

Faß-bodem m. : 'der Boden eines Fasses', -borrem [ KU-Schmittw/O KL-Reichb KB-Bennhs Albish ]; vgl. PfWB Bodem 4 a, PfWB Faßdeckel . a. 1521…

Feldbodem

PfWB

feld·bodem

Feld-bodem m. : 'Ackererde (für Lehmwickel)', -boddem [ LA-Bornh Essing ]. —

Grundbodem

RhWB

grund·bodem

Grund-bodem (s. S.)  Rip, OMosfrk; -nds- Birkf , Bitb ; -ndəs- Trier-Gilzem ; -ndsErts- Saarbr-Sulzb m.: in der Wend.: Der es en der Gr. …

Grundsbodem

PfWB

grund·s·bodem

Grunds-bodem m. : 1. 'Erdboden', vgl. PfWB Erdsgrundsbodem , PfWB Grundserdsbodem . RA.: Der dut eem gleich in Grundsbodem nin verfluche [ G…

Grund(s)erdsheiligenbodem

PfWB

Grund(s)-erdsheiligenbodem m. : eine Steigerung zu PfWB Grundserdsbodem , in der Verwünschung: Do sell dich jo e Dunnerwedder in de Grundseʳ…

haberbodem

KöblerMhd

haber·bodem

haberbodem , st. M. nhd. Haberboden, Haferboden Q.: Chr (14./15. Jh.) E.: s. habere, bodem W.: nhd. Haberboden, M., Haberboden, Boden auf de…

Ableitungen von bodem (3 von 3)

bodeme

KöblerMnd

bodeme , M. Vw.: s. bōdeme

entbōdemen

MNWB

entbōdemen , swv. , (Ladung) löschen.

verbodemen

RhWB

ver-bodemen: einen verböame verprügeln Heinsb-Karken .