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trocken

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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18 in 16 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

trocken Adj.

Bd. 2, Sp. 530
trocken, trucken Adj.: 1. gegenst. 'dürr, ohne Feuchtigkeit', im Gegensatz zu naß, feucht; trucke (drugə), trocke (drǫgə), zur Verbr. s. K. 100 und unten F. Dafür selten und nur mancherorts trocket, trockig. Verstärkt in der Zs. pfennigtrocken und in Vergleichen: trucke (trocke) wie Peffer (s. Pfeffer), wie Pulwer (s. Pulver), wie e Forz (s. Furz), wie Zunner (s. Zunder); vgl. dürr. — a. vom Erdreich, vgl. schroh. Die Erd isch trocke [NW-Elmst, verbr.]. Die Erd isch arg trucke, 's därft e paar Daa reene [ZW-Battw]. De Bodde (Boden) isch sou trucke [LA-Gommh, verbr.]. Das is e trucke Wies [Kus], e trockeni Wiss [KU-Dietschw, verbr.]; vgl. trockenlegen 2. Uf aam (einem) truckene Buckel wachst kaⁿ Gras mehⁿ [RO-Rehborn]. WR.: Wann die Schwalwe nirer (niedrig) flien un die Hinkel ens Truckene (in den Staub) springen, gibt's Rääe (Regen) [KB-Albish]. a. 1327: daz der weg alle- zit drocken blibe [OttbgUrkb. 360]. a. 1563/64: diß sindt die Bäche in disem Bezirk, die andern gründe sind trucken [ZweibrKirkBeschr. 207]. a. 1606: ein Truckhene kleine Steinecht Glam 'Rinne' [HanLicht., Bl. 7]. a. 1628: Der Newwog ... Ligt gantz Truckhen [Zweibr. I, A. 438, Bl. 29]. — b. von Heu, Getreide, Holz u. ä., vgl. brock, sprock. Zs. luft-, wald-, windtrocken. 's Haai as (ist) schieⁿ trucke [RO-Rehborn, verbr.], trucke wie Zunner [verbr.]. Im Winder kriet 's Vieh trucke Fuder [ZW-Gr'bundb]. a. 1615: daß sie die frucht 'Getreide' trucken drinnen kennen empfangen oder geliefert werden [Kurpf. n. 1261/3 (Huberweist. von KU-Kreimb)]. a. 1810: Ein- nahmen aus dem trockenen Weinkauf [Dimel 77]. — c. von Speisen; trucke Brot esse, d. h. Brot ohne Aufstrich oder Zukost [KB-Biedh, allg.]; vgl. schroh. Zs. reistrocken. SprW.: Trucke Brot macht Backe rot [PennsDeitschEck 25. 5. 1935]. WR.: Oomendrot (Abendrot) — trucknes Brot [NW-Ungst, verbr.]. De Weck is schun ganz trucke 'altbacken' [NW-Hardbg, allg.]. 's Mehl is trucke wie Pulwer [Gal-Dornf]. 's Flääsch esch sou trocke, im Gegensatz zum saftigen Fleisch [LA-Nd'hochstdt]. — d. vom menschlichen Körper, vgl. dürr, lech, schroh, sprock. Er hot e trocke Haut, von der leicht rauh und rissig werdenden Haut [KU-Bedb, allg.]. Die Hänn werre em so trocke, wenn gutes Wetter zu erwarten ist [KL-Reichb]. RA.: Er is noch net trocke hinner de Ohre, von einem jungen, unreifen Menschen [KU-Trahw, allg., auch Penns Don Gal Buch Rußl]. Er will schun heirade, un es noch net trucke hinner de Ohre [FR-Bockh]. Mei Zung isch ganz trocke, bei großem Durstgefühl [SP-Harths, allg.]. Daagserdarch (tagsüber) werd'm sei Garjel (Gurgel) trocke wie Bettelmannsbrot [Kühn Schnitze II 57]. Er hot immer e truckeni Zung (auch: e truckeni Kehl, e truckeni Lewwer), vom Trinker [FR-Bockh, verbr.]. Er hat trockne Flechte 'Hautflechte' [KU-Brück, verbr.], hot de truckene Huschde [Gal-Dornf]; e truckene Forz losse [ebd.]. a. 1359: ob sich personen mit truckenen händen schlugen (ohne daß Blut fließt), sollen dem gericht 20 Pf. verfallen sein [Grimm Weist. V 657 (RO-Schiersf)]. — e. von der Kleidung; e truckenes Hemd aaⁿziehe [KL-Kindsb, allg.]. Ich hun käiⁿ trockene Foorem (Faden) oomer (an mir) [KU-Schmittw/O, verbr.]. Vgl. auch trokkenlegen 1. — f. vom Wetter und von der Luft, vgl. hal, schroh. 's Werrer is schun lang trocke [LU-Alsh, allg.]. Bei dem truckene Wedder kännen d' Mais (Mäuse) iwwerhand nemme [LA-Gommh]. Heit weht e trocke Liftche [KU-Hinzw, verbr.]. De Schnee is heit ganz trucke [ZW-Gr'bundb]. SprW.: 's nasse Johr jaat de Bauer zum Dorf naus, 's truckene net [Gal-Dornf]. WR.: Heit morche war's trucke draus, 's gibt ball Rächewedder [LA-Gommh]. Was der Räche naß g'macht hot, macht de Wind wirrer trocke [BZ-Dierb]. Truckener März, nasser April isch des Baure Will [GH-Vollmw]. Soll gedeihe Korn un Wein, muß de Juni trucke sein [KU-Nerzw, GH-Vollmw]. Weitere WR s. bei April, Juni, Maria (Heimsuchung), März, Quatember. a. 1596: dürr drucken Jahr [WerschwSchR, Bl. 7 r]. — 2. übertr. a. adj. α. e trockeni Kuh 'Kuh, die nicht milcht' [LU-Rh'gönh, KL-Gimsb RO-Sippf KB-Dreis NW-Speybn]; vgl. trockenstehen, -stellen. — β. de truckene Vorb'halt 'das aus Naturalien bestehende Ausgedinge' [LU-Böhl]. — γ. trockene Witz, trockene Sprich 'treffende, kurze Bemerkungen und Witze, bes. von solchen Menschen, die sonst eine stille Art haben' [KU-Kaulb]. — δ. s. die mit trocken beginnenden Kompos. — b. adv. Der Weiⁿ schmeckt trocke, wenn er in ein Faß kam, das lange leer gestanden hatte [KB-Zell, NW-Kallstdt]. — c. subst. α. Das es d'r e Trockeneʳ, wer mit ernster Miene gelungene Witze erzählt (vgl. oben 2 a) [KU-Kaulb, verbr., Schandein Sprachsch. 94 Gal-Dornf]. — β. Er hockt im Trockene 'im Gefängnis' [LA-Nd'hochstdt, BZ-Sarnst]. Er sitzt uf'm Truckene 'Das Geld ist ihm ausgegangen' [GH-Scheibhdt, verbr.]. — γ. RA.: Er hot seiⁿ Schäfche im Trockene 'hat seinen Vorteil zu wahren gewußt' [KU-Einöll, allg.]; nach Otter- stetter 299 in Pirmas. vorn. von Angehörigen mittlerer und gehobener Berufe gebraucht. Er hat sich ins Trockne geschafft 'sich verheiratet' [KL-Bruchmühlb]. — F.: Wie K. 100 zeigt, hat sich von 1887 bis 1960 die trocke/trucke-Grenze in der NWPf und im Landauer Gebiet nur wenig verschoben. Das geringfügige Vorrücken von trock- an mehreren Stellen wird durch ein leichtes Übergewicht von truck- an anderen Stellen ausgeglichen. Nur im Donnersberg-Gebiet (NPf) und in der Südostecke (hier wohl unter dem von Karlsruhe ausgehenden schriftspr. Einfluß) hat trock- einen stärkeren Einbruch erzielt. Auffallend ist jedoch, daß Kirchhbol an truck- festgehalten hat. Die Ausnahmen — ihre Zahl für 1887 ist größer als die für 1960 — beruhen wohl zum größten Teil auf der Schwierigkeit, zwischen offenem -u- und geschlossenem -o- zu unterscheiden. Geht man von der für die ganze Pfalz geltenden Form drigələ 'trocknen' (vgl. trückeln) aus, so liegt der Schluß nahe, daß truck- ehedem in der Pfalz allg. verbreitet war. Für diese Annahme spricht auch, daß in den historischen Belegen mit einer Ausnahme (OttbgUrkb. 360, a. 1327) nur Formen mit -u- erscheinen, und dies auch für Orte, die heute -o- haben. — Südhess. I 1742 ff.; Rhein. VIII 1379/80; Saarbr. 212; Lothr. 107; Els. II 752; Bad. I 564.
6264 Zeichen · 192 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TROCKEN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    TROCKEN s. TRUCKE.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trocken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Trocken , -er, -ste, adj. & adv. welches überhaupt dem feucht und naß entgegen stehet, 1. Eigentlich, auf der Oberfläche…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    trocken

    Goethe-Wörterbuch

    trocken [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Trocken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Trocken , vom Wein: vollständig vergoren, ohne rückständigen Zuckergehalt; vom Kopf und von den Beinen des Pferdes: trai…

  5. modern
    Dialekt
    trocken

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    trucke n , trocke n [trùkə allg. ] Adj. 1. trocken, ausgedörrt. Spw. Im e truckene n Jo h r verdirbt ke in Bur was man p…

  6. Sprichwörter
    Trocken

    Wander (Sprichwörter)

    Trocken 1. So trocken wie Sanct-Gallen (s.d.), so trocken wird der Sommer fallen. ( Luzern. ) 2. Trockener als trocken k…

  7. Spezial
    trocken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    tro|cken adj. 1 (ohne Feuchtigkeit) süt (süc, -a) 2 (regenfrei, dürr) süt (süc, -a) 3 (dürr) sëch (sëc, sëcia) 4 (von Sp…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trocken

223 Bildungen · 198 Erstglied · 24 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von trocken 2 Komponenten

troc+ken

trocken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trocken‑ als Erstglied (30 von 198)

trockenfaul

SHW

trocken-faul Band 1, Spalte 1745-1746

Trockenhefe

SHW

Trocken-hefe Band 1, Spalte 1745-1746

Trockenmalz

SHW

Trocken-malz Band 1, Spalte 1745-1746

Trockenung

SHW

Trocken-ung Band 1, Spalte 1745-1746

Trockenästung

Meyers

trocken·aestung

Trockenästung , die Beseitigung abgestorbener, daher trockener Äste durch Abschneiden mit der Säge unmittelbar am Stamm zur Verhinderung des…

trockenamme

DWB

trocken·amme

trockenamme , f. , nd. drögamm Mensing 1, 871 , zu trocken C 1 c δ , eine amme, die nicht stillt, kinderwärterin im gegensatz zur säugamme: …

trockenanstalt

DWB

trocken·anstalt

-anstalt , f. : schlächtereien und trockenanstalten für fleisch v . Hesse - Wartegg zw. Anden u. Amazonas 2 300; trockenanstalten für die fi…

trockenbad

DWB

trocken·bad

-bad , n. , schwitzbad, vgl. trocken D 4: laconicum, hypocaustum, badstübken, truckenbad Orsäus nomencl. method. (1623) 246 . —

trockenbagger

DWB

trocken·bagger

-bagger , m. : je nachdem die zu bewältigenden erdmassen unter wasser oder über tage liegen, unterscheidet man naszbagger und trocken bagger…

trockenbar

DWB

trocken·bar

trockenbar , adj. , zum trocknen geeignet: das ... punische wachs der alten, dem beim gebrauch zur malerei noch gewisse harze und trockenbar…

trockenbeere

DWB

trocken·beere

-beere , f. , rosine: indem man dem most eines fasses mehrere bütten ausgelesener, schon zu einer fast teigartigen masse zerstampfter trocke…

trocken als Zweitglied (24 von 24)

betrocken

KöblerMnd

*betrocken , sw. V. nhd. betrügerisch gestalten im Pelzhandel Hw.: s. betrockinge E.: s. be, ?

Bültrocken

Adelung

buelt·rocken

Der Bültrocken , des -s, plur. car. eine Art Winterrocken in den Vierlanden bey Hamburg, welcher in Niedersachsen häufig zu Saatrocken gekau…

staubtrocken

DWB

staub·trocken

staubtrocken , adj. ' so trocken wie staub ' oder ' so trocken, dasz sich staub entwickeln kann ': auf staubtrockner landstrasze. im übertra…

strohtrocken

DWB

stroh·trocken

-trocken , adj. , trocken wie stroh; im anschlusz an stroh 3 c: unter sprödem, strohtrockenem unkraute Rosegger schr. (1895) III 4 , 415; de…

Ableitungen von trocken (1 von 1)

Trockene

Adelung

Die Trockene , plur. car. ein im Hochdeutschen nur selten gebräuchliches Abstractum des vorigen Wortes, für Trockenheit. Im Oberdeutschen au…