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schroh

nhd. bis Dial. · 4 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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5 in 4 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

schroh Adj.

Bd. 5, Sp. 1448
schroh Adj.: 1.a. α. 'rauh, spröde, grob, hart', z. B. von der ausgetrockneten Schnittfläche des Brotes, von rauher Haut, von ausgetrocknetem, scholligem Ackerboden, von der Oberfläche eines unbehauenen Steins usw., schroh (šrō) [verbr. (außer SOPf), Bernhard 167 Schandein Sprachsch. 64 PfId. 129 Don-Lenauheim], (šr) [vereinzelt äußerste NWPf], schrah (šrā) [PS-Fehrb], schruh (šrū) [RO-Rehborn Odh], schreh [KU-Etschbg HB-Breitft]. 's Brot es schun ganz sch. [RO-Als]. Der Acker is sch. [KU-Schmittw/O]. De Borrem (Boden) es so sch. [KB-Boland]. Ich hun schrohe Händ [RO-Ebbg]. 's is mer ganz sch. im Hals 'Ich habe einen rauhen, trockenen Hals' [KL-Reichbstg]. BR.: Acker mit Holz macht den Acker stolz, / Acker mit Laub macht den Acker taub, / Acker mit Stroh macht den Acker sch. [NW-Elmst]. — β. 'zäh, faserig', bes. vom Fleisch [KU-Aschb Trahw FR-Ebertsh Tiefth Pirmas]. — γ. 'ungekocht, halbroh' [Schandein Ged. 249 Kühn Hamet 136]. — b. 'struppig, ungepflegt, unansehnlich, häßlich' [verbr. (außer SOPf)]; e sch. Gesicht [KL-Vogb]. Die ist sch. wie die Nacht 'sehr häßlich' [IB-Aßw]. Das es e schroh Märe (Mädchen) [RO-Gehrw]. Des Haus is sch. 'Das Haus macht einen verwahrlosten Eindruck' [KL-Rodb]. — c. 'schlecht genährt, mager, dürr', von Tier und Mensch [KU-Frankb Wahnwg HB-Einöd ZW-Mauschb Riedbg PS-L'mühl Hintwdth Ruppw Salzwg Th'eischw KB-Lauth FR-Eppst Gr'karlb LU-Alsh/Gr Assh Böhl Friesh Fußgh Ruchh NW-Meckh Mußb Seeb Ungst Weish/S SP-Schiffstdt]; vgl. schrohig. Die Kuh isch sch. [PS-Hintwdth]. — d. schroh gucke 'schielen' [KU-Relsbg WD-Hoof HB-Lu'thal]. — e. 'geschmacklos, fade', von Mahlzeiten [KU-Kollw KL-Neukch]. Die Grumbeere schmacke so sch. [KL-Neukch]. Oh geh mer hämer mit Marane! (Maronen) / Die sin ke bißel sieß un zart, / Un schmecken sch., wie dicke Bahne (Bohnen) [Räder 47]. — 2.a. 'roh, ungehobelt, ungesittet, flegelhaft, verwegen', [mancherorts WPf NPf nördl. VPf]. Des is e schroeʳ Kerl [LU-Opp]. Wann eener schennt, / dein Sprooch wär grob un schroh [Müller Butterbärwel (Geleitwort zur Aufl. v. 1918)]. Noht endlich, wie de schroh Bibi dran war, mol dabber die Scher in die Hand krieht [Kraus Arwed 20]. — b.α. 'eigenwillig, absonderlich, eigenbrötlerisch, verschroben, geistig verquer' [KU-Gries W'mohr WD-Niedkch HB-Lu'thal O'bexb Seyw IB-Lautzkch Ommh Rohrb Nd'würzb Zweibr]. Dass schrooe Minsch konnsche joo nirchens meddholle! Doo dusche dich jo blo'miere! [Glass Klutzkopp 115]. — β. 'spaßig, schalkhaft' [IB-Hass Ingb Ommh]. — c. 'unfreundlich, widerwärtig, niederträchtig, böse, schlecht, schlimm, übel' [verbr. (außer SOPf) Hussong Kirkel 153]; schroh Wedder 'unfreundlich kaltes Wetter' [NW-Weish/S]. Du schroheʳ Hund! [KU-Körbn]. Er is heit so sch. [Zweibr (Wilms Alph. 50)]. Der guckt mich so sch. aⁿ 'Er schaut mich unfreundlich, böse an' [ZW-Hengstb]. Die Ald in der Wohnung unner meer hat heit widder ganz schroh geguckt! [Damm Dreifaltichkäät 25]. Der macht e schroe Kopp 'Er macht einen abweisenden Gesichtsausdruck' [KU-A'glan]. Es Läwe isch verkehrt un sch. [Kraus Gloori Bagaasch 11]. Mir werd ganz sch. vor de Aage 'Mir wird übel' [FR-Maxd]. Es Schicksal dät mir doch im Läwe nix meh gunne; ma därmelt durch die Zejt, werd langsam groh un schroh [Kraus Putscheblum 59]. 's is mer so sch. heit (nach einem Zechgelage) [KU-Konk]. Vom Warte werd's äm schon schroh [Kraus Arwed 26]. 's geht sch. her 'Es sind schlechte, arme Verhältnisse' [ZW-Battw]. — d. 'unberechen- bar, jähzornig, aufbrausend, zu Tätlichkeiten neigend' [HB-Brenschb Kirrbg Nd'bexb Ingb]. — e. 'hinterlistig, raffiniert' [KU-Kübbg Theisbgstg KL-Erfb]. — f. 'neidisch, mißgünstig' [KU-Diedk KL-O'mohr]. — Mhd. schrâch, schrôch 'mager, dürr, rauh, grob' ( Lexer II 783). — Südhess. V 766/67; Rhein. VII 1762 ff. schrah; Lothr. 467; Hess.-Nass. III 439 ff.; DWb. IX 1766.
3887 Zeichen · 104 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    schrohadj.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    schroh , adj. , rauh, häszlich, kümmerlich, vgl. schrade . für die weit auseinandergehenden formen läszt sich weder eine…

  2. modern
    Dialekt
    schrohadj. u. adv.

    Lothringisches Wb. · +3 Parallelbelege

    schroh [šrô D. Si. Rü. Obd. ] adj. u. adv. 1. streng, rauh: e schrôhen Patreïner ein rauher Patron. — 2. drollig: schroh…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit schroh

1 Bildungen · 1 Erstglied · 0 Zweitglied · 0 Ableitungen

Zerlegung von schroh 2 Komponenten

sch+roh

schroh setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

schroh‑ als Erstglied (1 von 1)

schrohig

PfWB

schrohig Adj. : ' schlecht genährt, mager ', schrohich (šrōiχ) [ PS-Hintwdth ]; vgl. schroh 1 c.