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Trocken

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Adelung
Anchors
18 in 16 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
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Eintrag · Adelung (1793–1801)

Trocken

Bd. 4, Sp. 686
Trocken, -er, -ste, adj. & adv. welches überhaupt dem feucht und naß entgegen stehet, 1. Eigentlich, auf der Oberfläche der Feuchtigkeit beraubt, nicht naß. Trockene Hände haben. Die Erde ist sehr trocken. Das Geschriebene trocken werden lassen. Hinter den Ohren noch nicht trocken seyn, figürlich, im gemeinen Leben, noch ein Kind, noch nicht mannbar seyn. Der Weg ist sehr trocken. Trockene Farben, welche ohne einen flüssigen Körper gebraucht werden. Trockne Witterung, da es nicht regnet oder nebelig ist, im Gegensatze der feuchten oder nassen. Eine trockne Luft. Ein trockner Sommer. Trocken sitzen, im Trockenen sitzen, vor der Nässe bedeckt sitzen. Ein trockner Graben, der kein Wasser hat. Ingleichen, in einigen engern Bedeutungen. Mit trocknen Augen, ohne Thränen. Trockenes Brod essen, ohne Butter. Eine trockne Mahlzeit, wobey wenig getrunken wird. Eine trockne Messe, in der Römischen Kirche, welche nur der Priester hält, wobey nicht communiciret wird. Ein trockener Husten, der mit keinem Auswurfe verbunden ist. Trocken beziehet sich zunächst auf die äußere Fläche, dürre aber, welches ohnehin einen sehr hohen Grad der Beraubung der Feuchtigkeit bezeichnet, auf die innere Beschaffenheit. Trockne Luft, trockne Witterung, gehören mit zu den Ausnahmen. 2. Figürlich. (1) Trocknes Vieh, in der Landwirthschaft, welches keine Milch gibt, geltes, güstes Vieh, im Gegensatze des Melkviehes. Eine Kuh steht trocken, wenn sie keine Milch gibt. (2) In vielen Fällen ist trocken ein Fehler des gesellschaftlichen Umganges, der dem munter, aufgeweckt, angenehm, entgegen stehet. Sehr trocken in der Gesellschaft seyn, nicht unterhaltend. Ein trockner Mensch. Eine trockne und langweilige Erzählung. Wie oft erweckt man uns in den ersten Jahren durch trockne und langweilige Erklärungen einer Glaubenslehre, einen Ekel an der Religion! Gell. Oft ist trocken, so viel, wie ernsthaft, doch in verschiedenen Beziehungen. (1) Jemanden trocken die Wahrheit sagen, ohne gefällige Einkleidung, gerade zu. Ferner, (2) gebraucht man trocken bey Scherzen, wenn jemand bey einem Scherze eine ernsthafte Mine oder Stellung annimmt. Bey einem Spaße sehr trocken aussehen. Ein trockener Scherz, der mit einer ernsthaften Mine vorgebracht wird. In einer andern Einschränkung ist trocken der freundschaftlichen Gefälligkeit beraubt. Jemanden sehr trocken begegnen, kalt und ohne Freundschaft. Ein trockner Empfang. Ein trocknes Compliment. Bey den Mahlern ist trocken, Härte in dem Übergange von dem Lichte zu dem Schatten habend, wenn Lichter und Schatten zu nahe neben einander stehen, oder ohne Halbschatten verbunden sind. Trocken mahlen. Eine trockne Manier. In der Bildhauerkunst ist ein Werk trocken, wenn ihm das Weiche, Zärtliche, Markige fehlt. Es scheint, daß diese ganze Figur von trocknen Speisen hergenommen ist, die einer schmackhaften Brühe beraubt sind. Dürr wird in einigen ähnlichen figürlichen Fällen gebraucht. Anm. Bey dem Notker truchen, und im Oberdeutschen noch jetzt trucken, truchen. Es ist der Form nach ein Intensivum von dem noch im Niederdeutschen üblichen dröge, im gemeinen Leben der Obersachsen treuge, trocken, womit auch das Angels. drugoth, (mit dem Endlaute -et, und das Engl. drought, und noch einfacher dry, verwandt sind. Es scheint von einem veralteten Zeitworte drogen, drögen, oder ohne Vorlaut, regen, abzustammen,[] welches reiben, wischen, bedeutet hat, und mit der nicht ungewöhnlichen Versetzung des r noch in dem Latein. tergere, übrig ist. Im Griech. ist τρυγειν, gleichfalls trocknen. Das Lat. siccus stammt von siegen in versiegen. S. Trocknen.
3596 Zeichen · 60 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    TROCKEN

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +2 Parallelbelege

    TROCKEN s. TRUCKE.

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Trocken

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Trocken , -er, -ste, adj. & adv. welches überhaupt dem feucht und naß entgegen stehet, 1. Eigentlich, auf der Oberfläche…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    trocken

    Goethe-Wörterbuch

    trocken [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Trocken

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Trocken , vom Wein: vollständig vergoren, ohne rückständigen Zuckergehalt; vom Kopf und von den Beinen des Pferdes: trai…

  5. modern
    Dialekt
    trocken

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    trucke n , trocke n [trùkə allg. ] Adj. 1. trocken, ausgedörrt. Spw. Im e truckene n Jo h r verdirbt ke in Bur was man p…

  6. Sprichwörter
    Trocken

    Wander (Sprichwörter)

    Trocken 1. So trocken wie Sanct-Gallen (s.d.), so trocken wird der Sommer fallen. ( Luzern. ) 2. Trockener als trocken k…

  7. Spezial
    trocken

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    tro|cken adj. 1 (ohne Feuchtigkeit) süt (süc, -a) 2 (regenfrei, dürr) süt (süc, -a) 3 (dürr) sëch (sëc, sëcia) 4 (von Sp…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trocken

223 Bildungen · 198 Erstglied · 24 Zweitglied · 1 Ableitungen

Zerlegung von trocken 2 Komponenten

troc+ken

trocken setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trocken‑ als Erstglied (30 von 198)

trockenfaul

SHW

trocken-faul Band 1, Spalte 1745-1746

Trockenhefe

SHW

Trocken-hefe Band 1, Spalte 1745-1746

Trockenmalz

SHW

Trocken-malz Band 1, Spalte 1745-1746

Trockenung

SHW

Trocken-ung Band 1, Spalte 1745-1746

Trockenästung

Meyers

trocken·aestung

Trockenästung , die Beseitigung abgestorbener, daher trockener Äste durch Abschneiden mit der Säge unmittelbar am Stamm zur Verhinderung des…

trockenamme

DWB

trocken·amme

trockenamme , f. , nd. drögamm Mensing 1, 871 , zu trocken C 1 c δ , eine amme, die nicht stillt, kinderwärterin im gegensatz zur säugamme: …

trockenanstalt

DWB

trocken·anstalt

-anstalt , f. : schlächtereien und trockenanstalten für fleisch v . Hesse - Wartegg zw. Anden u. Amazonas 2 300; trockenanstalten für die fi…

trockenbad

DWB

trocken·bad

-bad , n. , schwitzbad, vgl. trocken D 4: laconicum, hypocaustum, badstübken, truckenbad Orsäus nomencl. method. (1623) 246 . —

trockenbagger

DWB

trocken·bagger

-bagger , m. : je nachdem die zu bewältigenden erdmassen unter wasser oder über tage liegen, unterscheidet man naszbagger und trocken bagger…

trockenbar

DWB

trocken·bar

trockenbar , adj. , zum trocknen geeignet: das ... punische wachs der alten, dem beim gebrauch zur malerei noch gewisse harze und trockenbar…

trockenbeere

DWB

trocken·beere

-beere , f. , rosine: indem man dem most eines fasses mehrere bütten ausgelesener, schon zu einer fast teigartigen masse zerstampfter trocke…

trocken als Zweitglied (24 von 24)

betrocken

KöblerMnd

*betrocken , sw. V. nhd. betrügerisch gestalten im Pelzhandel Hw.: s. betrockinge E.: s. be, ?

Bültrocken

Adelung

buelt·rocken

Der Bültrocken , des -s, plur. car. eine Art Winterrocken in den Vierlanden bey Hamburg, welcher in Niedersachsen häufig zu Saatrocken gekau…

staubtrocken

DWB

staub·trocken

staubtrocken , adj. ' so trocken wie staub ' oder ' so trocken, dasz sich staub entwickeln kann ': auf staubtrockner landstrasze. im übertra…

strohtrocken

DWB

stroh·trocken

-trocken , adj. , trocken wie stroh; im anschlusz an stroh 3 c: unter sprödem, strohtrockenem unkraute Rosegger schr. (1895) III 4 , 415; de…

Ableitungen von trocken (1 von 1)

Trockene

Adelung

Die Trockene , plur. car. ein im Hochdeutschen nur selten gebräuchliches Abstractum des vorigen Wortes, für Trockenheit. Im Oberdeutschen au…