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trockne

nhd. bis sprichw. · 3 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

trockne f.

Bd. 22, Sp. 761
trockne, f. , trockenheit, trockene stelle. dem ahd. adjectivabstractum truckni (Graff 5, 512) entsprechende umlautsformen mit ü finden sich nur in obdt. dialekten, z. b. bayr. trückene Schmeller-Fr. 1, 646 oder entrundet schwäb. drĭgene, trikne Fischer 2, 417. sonst trat meist angleichung an den stammvokal des grundadjectivs ein, doch ist bei formen wie truckene (z. b. Sperander 5b) auch mit umlautshinderung durch geminiertes k zu rechnen. wurde (in md. oder alem. mundarten) schon frühzeitig der stammvocal o in die ableitung übernommen (vgl. trohkini ahd. gl. 1, 165, 27 keron. gl.), so konnte dieser noch umlaut erfahren, so z. b. tröckne Maaler 409a, tröchni Seiler Basler ma. 85, sonst entstand trockne, das in der älteren schriftsprache die überwiegende form ist. in md. dialekten finden sich formen ohne n: druck Follmamm lothr. 107a, henneberg. trücke, tröcke neben trockene Spiess 260, thür. tröcke Hertel 248, so vielleicht schon die trucke passional 1a Hahn, die truck erste dt. bibel 7, 400 lit. ver., ohne dasz aus solchen formen ein schlusz auf eine ursprünglich (germanisch) -n-lose bildung berechtigt wäre. im obdt., bes. im bairischen, hat sich bisweilen die alte nebenform auf -în erhalten, z. b. ariditas die dürrin, trücknin Megiser thes. polygl. (1603) 1, 120c; auch ein tirol. trikχmusz auf trucknîn zurückgeführt werden (Schatz ma. v. Imst § 116). seit dem anfang des 18. jhs. wird trockne schriftsprachlich allmählich durch trockenheit (s. d.), das schon für Steinbach (1734) 2, 860 als gebräuchlicher gilt, abgelöst, findet sich aber noch häufiger bei Göthe, s. Fischer wortschatz 631a; spätere schriftsprachliche belege bleiben vereinzelt, z. b. trockene Karmarsch-Heeren 10, 8, doch bleibt tröckne im schweizerdeutschen bis zur gegenwart lebendig: in halbjähriger tröckne J. v. Müller sämtl. w. 14, 61; bei der tröckene der bund (Bern) 6. august 1904. 11) begriffen wie nässe, feuchtigkeit entgegengesetzt: du zuscheides ... die trocken von der vuchten, die werme von der kelden Hesler apokalypsc v. 90 Helm; von der trüchen wirt ein iegelich dinch smal oder dunne Bartholomäus 128 Pfeiffer i. d. Wiener sitz.-ber. 42; wo ein füer ist, do ist ouch ein durre und truckene Geiler v. Keisersberg bilgerschafft (1512) 15b; der conflict zwischen trockne und feuchtigkeit (scheint) dieses phänomen hervorzubringen Göthe II 1, 220 W.; vom menschlichen körper: das drit zaichen (der pest) ist groszer durst, truckne des mundes Steinhöwel regimen pest. 395 Ehrle; dasz sich das kind an der geburt verhindern oder seumen wolte ... von wegen der trückne und enge des fordern leibs oder geburtglieds Ruoff hebammenbuch 55; in der heisere und trückne des hals Tabernämontanus kräuterbuch (1687) 623b; nun habe ich schon, solange der winter dauert, eine trockne in den augen, doch ganz ohne verdunkelung Annette v. Droste br. 24 Cardauns; bildlich: durch deinen gnadentau mein drückne zu befeuchten Weckherlin 2, 140 lit. ver.; von der trockenheit des erdbodens: das ärdrich spalt auf oder zerkleckt von tröchne oder dürre Frisius 430a; ähnlich, nach trocken A 5: truckne sol komen uber ire wasser, das sie versiegen Jeremias 50, 38; im sinne von trockner, fester zustand: zur trockne verdampft heiszt er (der gelee) leim Liebig hdb. d. chemie 172; beachte auch nach trocken C 1 c α: tröchni ... des imbisses ohne flüssige beigabe Friedli Bärndütsch 6, 72. 22) in speciellerer verwendung. 2@aa) von klimatischer trockenheit, niederschlagsarmer witterung, synonym etwa mit dürre: got hête in gesendet ein truchenne uber allez daz lant diu vrône botschaft 827 Priebsch; sover (wenn) ain trickne einfiel, dasz die gemain genötiget wurde, ... zu wässern anzuverordnen tirol. weist. 3, 124; entstuond grosze teure ... wegen der groszen tröchne diss jars Stumpf Schweizerchron. (1606) 112b; wenn derselbe (boden) lange nicht beregnet worden, oder wenn eben eine grosze tröckne eingefallen ist C. v. Heppe aufr. lehrprinz 26; regenwetter nach langer trockne Göthe III 4, 30 W.; dasz bei der tröckene der graswuchs mitten im schönsten triebe zu wachsen aufgehört hat d. bund (Bern) 6. aug. 1904. 2@bb) in der älteren naturlehre (vgl.trocken E): der êrste ist Sâturnus gnant, an dem ist kelde und trücken erkant Thomasin v. Zirclaria wälsche gast 2364 Rückert; daz uns verjehent astrôlogî ... ir (der gestirne) kelde, ir hitze, ir trucken, ir naz Heinrich v. Freiberg Tristan 231 Bernt; iedoch ist daz kraut haiz und trucken, aber sein hitz ist klainer wan sein trücken Konrad v. Megenberg buch d. natur 394 Pfeiffer; die magerheit ist von starker hitz und trückne Dryander arzenei (1542) 26a; die weisen überkamen miteinander von seiner (des essigs) trückne M. Herr schachtafelen (1533) c 3a; kalte und trockne leiber brauchen wegen ihrer kälte einiger übungen, wegen ihrer trockne aber sollen solche übungen weder zu geschwind geschehen W. H. v. Hohberg georg. cur. aucta 3 (1715) 109a. 33) concret als bezeichnung für trockne oder zum trocknen gebräuchliche orte. 3@aa) als der von feuchtigkeit, regen oder flut unbenetzte ort, specieller als ufer, continent oder sandbank im gegensatz zum meer: aber Israhelis sune durchkiengen uz in druccheni (per siccum) Notker 2, 619 Piper; (inaquoso) in dem unwazzervollen, daz ist, da des wazzeres nih ne was, in der truchene, in der durre Windberger ps. 361 Graff; grôz was diu herzensêre, dô man die tôten sach tragen an die trucken ûz dem bluote heldenbuch 2, 300b (Rabenschlacht); hierher auch (vgl. die trocknete 3): einen teil (der oblate) leit er (der priester) in den kelch in das bluot ..., den andern teil leit er an die trüchni (aufs trockne) uf die batenun (geweihte hostienschale) altdt. predigten u. gebete 74 Wackernagel; noch ein cleinis, so wil ich bewegen den himel und di erde, daz mer und di trochkene Claus Cranc propheten 357 Ziesemer; zuo zeiten sol er (der walfisch) auf das gestad häraus gon und ... zuo zeiten gar nach auf die tröckne häraus lassen, sich bei der sonnen zuo wermen Forer Gesner fischbuch (1575) 98b; als sandbank (vgl. trockenhaftig): von der gefärlichen truckne im munde der Wolgen P. Fleming 483 lit. ver.; (da der könig) auf einer trocknen sandbank sasze und sonder zweifel gar geblieben wäre, wann nicht die ... vorsehung gottes das schiff ... von der trockene abgezwungen ... hätte M. Krämer leben u. tapffere thaten 160; im wortspiel: an der trückne kann er (der krebs) nicht leben. die natur hat der lanzknecht eben, das er frü und spat foll musz sein, sich stets füllen mit bier und wein Hans Sachs 9, 243 K.-G.; bildhaft: es schlegt mancher an der trückne aus, des er im regen und nässe nimmer mehr mag erlangen Seb. Franck sprüchw. (1541) 1, 152b; nach trocken A 3 d: er ist uf der tröcheni 'in geldnot, gleichsam wie ein auf den sand geworfener fisch' Friedli Bärndütsch 1, 36. 3@bb) als ort oder vorrichtung zum trocknen von wäsche und dergl. mundartlich weit verbreitet, z. b. thür. tröcke 'gang hinterm hause zum wäschetrocknen' Hertel 247; steir. trückne, trücken 'platz zum trocknen' Unger-Khull 176b; lothr. durck 'vorrichtung zum wäschetrocknen' Follmann 107a.
7198 Zeichen · 151 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    trocknef.

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    trockne , f. , trockenheit, trockene stelle. dem ahd. adjectivabstractum truckni ( Graff 5, 512 ) entsprechende umlautsf…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Trockne

    Goethe-Wörterbuch

    Trockne [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  3. Sprichwörter
    Trockne

    Wander (Sprichwörter)

    Trockne Es schlägt mancher an der Truckne auss, dass er ins Regen Nässe nimmermehr mag ertragen. – Lehmann, II, 158, 179…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit trockne

8 Bildungen · 7 Erstglied · 0 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von trockne

trocknern + -e

trockne leitet sich vom Lemma trocknern ab mit Suffix -e, auf Verb-Stamm zurückgeführt.

Zerlegung von trockne 2 Komponenten

troc+kne

trockne setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

trockne‑ als Erstglied (7 von 7)

trocknerei

DWB

trockne·rei

trocknerei , f. , junge technische bezeichnung für räume oder betriebe zum trocknen, z. b. in der ziegelei: die trocknereien mit freier ... …

trocknete

DWB

trock·nete

trocknete , f. alte abstractbildung zu trocken mittels des germ. suffixes -iþa, -ida, der mnd. drogede Schiller-Lübben 1, 579 b , nd. drögte…

Ableitungen von trockne (1 von 1)