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bodem

mhd. bis Dial. · 13 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
13 in 13 Wb.
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

bodem

Bd. 2, Sp. 208
bodem , m. fundus, ahd. podam, podum (Graff 3, 86), mhd. bodem (Ben. 1, 220b), später boden, das alte M hat sich im 15. 16. 17 jh. oft noch erhalten, wofür folgende stellen genügen werden: gehen wir zu bodem. Luther 5, 7a; das korn auf dem bodem. 6, 256a; zu bodem gehen. 6, 346b, in der bibel von 1545 steht nur boden; zu bodem gangen. Melanchth. im corp. doctr. 970; in bodem verderben. Bocc. 1, 21b; zu bodem gehen. Mich. Neander syll. locut. 61. Ringwald tr. Eck. E 2b; zu bodem schieszen. K 5b; andere belege werden noch unter boden angezogen. alts. bodam, im ganzen Hel. steht nur der dat. bodme 77, 22; nnl. noch heute bodem; ags. botm, engl. bottom; altn. botn, schw. botten, norw. botn, n. bund, altdän. noch bodn, grade wie aus altn. vatn, schw. vatten, n. vand wird. Was zunächst in diesen formen auffällt ist die gestörte regel des linguallauts. alts. bodom forderte ahd. potam und in der that herscht in den urkunden des 8. 9 jh. bei Neugart die schreibung potamicus lacus und Potama, die daran gelegne villa regia vor, welche man für das heutige Bodmann hält; doch daneben findet sich auch podamicus lacus und Bodoma. verhielten sich nun ahd. potàm und alts. bodom recht, so weicht wiederum ags. botm, altn. botn ab, deren tenuis weder zu ahd. potam noch podam stimmt, und im engl. bottom, schw. botten geminiert; merkwürdig ist das umgestellten. bund für budn. diesen zwiespalt schlichten könnte die uns entgehende goth. form, lautete sie budms oder butms? für jenes stritte die abkunft von biudan. wäre in botn die tenuis, wie in bŷta beuten (1, 1754) und in batten (1, 1158)? 11) schon oben sp. 3. 4 wurde zusammengestellt biet tisch, tenne und gebiet territorium, beide lassen sich der wurzel bieten nicht entziehen, den begrif des tisches erreichte bieten durch die vorstellung des opfertisches, altars, den von landgebiet durch die abstraction des herschens, gebietens. ahd. podam, wenn carina ausdrückend, scheint sich wieder an biete puppis zu reihen. 22) näher führen uns lat. fundus und fundere (oben sp. 4). fundus ist boden. in fundo fudi bricht N vor, wie in tundo, tutudi, tudi = stosze und in vielen andern, fundere bedeutet gieszen, sprengen, schleudern, funda schleuder, fundus den grund und boden, worauf gegossen, geschüttet wird, die tiefe. profundus gehört zu profundere und meint das ausgegossene, tiefe, dicke, profunda silva den tiefen, dichten wald, vgl. χέω φύλλα, καρπόν, wie profusa coma dichtes, auf den boden reichendes haar. nach der lautverschiebung stimmte fundus besser zu botn als zu boden, aber durch die ten. in botn verdunkelt sich die herleitung von bieten, altn. bioða, so wie der zusammenhang mit bioðr, unserm biet. den einklang desn. bund mit fundus hat ein zufälliges lautverhältnis herbeigeführt. ahd. piotan, piot und potam gleichen sich aus wie fundere und fundus. doch vgl. das wort boszen. 33) die gr. sprache gewährt βαθύς = profundus, βάθος und genäselt βένθος (wie πάθος und πένθος) = fundus, aber auch πυθμήν = podam, mit stimmendem M. in diesen gr. formen allen entfernt sich der labialanlaut vom lat. F, goth. B, wogegen die inlautende asp. Θ dem goth. D in biudan zusagt. πύματος, der hinterste, unterste geht zurück auf πύθματος, πύνδαξ ist eines gefäszes boden. aber πέδον, πεδίον scheinen aus πούς geflossen, obschon auch in ihnen die bedeutung von grund und boden waltet und man versucht wäre, zwischen fusz und boden, den die füsze treten, berührung anzunehmen. 44) die sl. partikel pod, welche ὑπό sub ausdrückt, pflegt von po ὑπέρ geleitet zu werden, wie nad von na, die nähe beider wörter und ihres verhalts ist auch unverkennbar. nun aber erscheint bei Polen und Böhmen ein subst. spod boden. das aus iz pod entspringen musz, den Russen auch ispod'' lautet und fortgebildet wird in spodek, russ. ispodok. serb. und illyr. ist aber schon das einfache pod ein stockwerk, tabulatum, fuszboden, russ. pod'' der unten liegende herd, böhm. puoda f. fundus, tabulatum. sollten uns diese nomina nicht den lebendigen sinn der partikel pod erschlieszen? man erwäge, wie die vorstellungen unten und nieden sich auflösen in an dem boden, an dem grund, auf der erde, wie zu boden gehn, zu grunde gehn ausdrückt fallen = unten liegen, unterliegen, daniederliegen. zu thal, mhd. ze tal ist unten, herunter, goth. dalaþ χαμαί, dalaþa κάτω, böhm. dole, duole unten, litt. źémay = χαμαί, humi unten, auf der erde, von źéme, erde, grund, humus. 55) dies alles mehr noch ins licht stellen werden die bedeutungen unseres boden, wie sie gleich unter der heutigen wortgestalt folgen.
4584 Zeichen · 107 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    BODEMstm.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +5 Parallelbelege

    BODEM ( ahd. bodam Graff 3,86; später abgeschwächt in boden vgl. Gr. 2,150 ) stm. boden. daʒ ich vil tage verslîʒe in ei…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    bodem

    Grimm (DWB, 1854–1961)

    bodem , m. fundus, ahd. podam, podum ( Graff 3, 86 ), mhd. bodem ( Ben. 1, 220 b ), später boden, das alte M hat sich im…

  3. modern
    Dialekt
    Bodem

    Bayerisches Wörterbuch · +5 Parallelbelege

    Bodem Band 2, Spalte 2,1544–1550

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bodem

148 Bildungen · 125 Erstglied · 20 Zweitglied · 3 Ableitungen

bodem‑ als Erstglied (30 von 125)

bodem* 1

KöblerAfries

bodem* 1 , st. M. (a) nhd. Boden ne. land (N.) Hw.: vgl. an. botn, ae. botm Q.: Jur E.: s. germ. *budma-, *budmaz, *butma-, *butmaz, st. M. …

Bodemacker

SHW

Bodem-acker Band 1, Spalte 987-988

Bodembrand

SHW

Bodem-brand Band 1, Spalte 987-988

Bodembrett

SHW

Bodem-brett Band 1, Spalte 987-988

Bodemdaube

SHW

Bodem-daube Band 1, Spalte 987-988

Bodemdauge

SHW

Bodem-dauge Band 1, Spalte 987-988

Bodemdiel

SHW

Bodem-diel Band 1, Spalte 987-988

Bodemfeuer

SHW

Bodem-feuer Band 1, Spalte 987-988

Bodemgras

SHW

Bodem-gras Band 1, Spalte 987-988

Bodemhobel

SHW

Bodem-hobel Band 1, Spalte 987-988

Bodemholz

SHW

Bodem-holz Band 1, Spalte 987-988

Bodemjoch

SHW

Bodem-joch Band 1, Spalte 987-988

Bodemladen

SHW

Bodem-laden Band 1, Spalte 987-988

Bodemlage

SHW

Bodem-lage Band 1, Spalte 987-988

Bodemlast

SHW

Bodem-last Band 1, Spalte 987-988

bodemlos

SHW

bodem-los Band 1, Spalte 987-988

Bodemrebe

SHW

Bodem-rebe Band 1, Spalte 987-988

Bodemrübe

SHW

Bodem-rübe Band 1, Spalte 987-988

bodem als Zweitglied (20 von 20)

esterīchbodem

KöblerMhd

esterīch·bodem

esterīchbodem , st. M. nhd. Estrichboden, Estrich ÜG.: lat. pavimentum Voc Q.: Voc (1482) E.: s. esterīch, bodem W.: nhd. Estrichboden, M., …

haberbodem

KöblerMhd

haber·bodem

haberbodem , st. M. nhd. Haberboden, Haferboden Q.: Chr (14./15. Jh.) E.: s. habere, bodem W.: nhd. Haberboden, M., Haberboden, Boden auf de…

hellebodem

MWB

helle·bodem

hellebodem stM. ‘Höllengrund’ gedenke daz dvͦ unsich irlostis / uon deme helle bodeme Ägidius 1677 MWB 2 1329,59; Bearbeiterin: Herbers

Hërdbodem

Idiotikon

Hërdbodem Band 4, Spalte 1030 Hërdbodem 4,1030

kessibodem

KöblerMhd

kessibodem , st. M. Vw.: s. kezzelbodem

kezzelbodem

KöblerMhd

kezzel·bodem

kezzelbodem , st. M. nhd. Kesselboden Hw.: s. kezzibodem Q.: Seuse (1330-1360) E.: s. kezzel, bodem W.: nhd. Kesselboden, M., Kesselboden, D…

kezzibodem

KöblerMhd

kezzi·bodem

kezzibodem , st. M. nhd. „Kesselboden“, Boden des Kessels Hw.: s. kezzelbodem E.: s. kezzī, bodem W.: nhd. DW- L.: Hennig (kezzibodem)

keʒʒelbodem

MWB

keʒʒelbodem stM. ‘Kesselboden’ nu sint etlichú menschen als blint, wan sú daz ewig lieht an im selber nút moͤgen gesehen, so vallent sú …

kornbodem

KöblerMhd

korn·bodem

kornbodem , st. M. nhd. Kornboden, Boden wo das Getreide lagert Q.: Chr (1449/1450) E.: s. korn (1), bodem W.: s. nhd. Kornboden, M., Kornbo…

metbōdem

MNWB

met·bodem

° metbōdem , m. , Fleischbütte ? (Ub. Hildesh. 6, 390), vgl. „ metebodem croca, vannus” (SL).

mülbodem

KöblerMhd

mülbodem , st. M. nhd. „Mühlboden“, untere Mühlsteine Q.: Voc (1477?) E.: s. mül, bodem W.: nhd. Mühlboden, M., „Mühlboden“, Fußboden in ein…

upperbōdem

MNWB

upper·bodem

° upperbōdem , m. : oberer austauschbarer Boden eines Fasses, „ Niemandt sol sick vnderstaen einige olde Tunnen thom Heringh tho foͤren, jdt…

vazbodem

KöblerMhd

vaz·bodem

vazbodem , st. M. nhd. Fassboden Q.: DW2 (1463) E.: s. vaz, bodem W.: nhd. Fassboden, M., Fassboden, DW 3, 1361, DW2 9, 160 (Faszboden) L.: …

ërtbodem

MWB

ërtbodem stM. auch erden- ( Daniel ). 1 ‘Erdoberfläche’ 2 ‘Erde, irdische Welt’    1 ‘Erdoberfläche’ swaz chreset oder lebet / ûf dem ertpod…

Ableitungen von bodem (3 von 3)

bōdem(e)

MNWB

bōdem(e) , boddem(e) , bodden , m. , Boden, das Unterste eines Aufbaus, Gestells, Grund, Boden eines Bechers, Fasses, Sackes, einer Lade usw…

entbōdemen

MNWB

entbōdemen , swv. , (Ladung) löschen.

verbodemen

RhWB

ver-bodemen: einen verböame verprügeln Heinsb-Karken .