lautwandel 53 Wörterbücher · 2,7 Mio. Artikel
Wildcard · " Volltext

Aggregat · alle Wörterbücher

Ursache

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
17 in 16 Wb.
Sprachstufen
7 von 16
Verweise rein
38
Verweise raus
32

Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Ursache

Bd. 19, Sp. 966
Ursache heißt etwas, insofern dadurch das Dasein oder die Entstehung von etwas anderm, der Wirkung, bestimmt gedacht wird. Der Begriff der U., einer der wichtigsten Grundbegriffe (Kategorien) des Denkens, hat im Zusammenhange mit der fortschreitenden Entwickelung der Philosophie und der Realwissenschaften mannigfache Umbildungen erfahren. Ursprünglich ging er wohl hervor aus der anthropomorphistischen Übertragung der Vorstellung des Tätigseins, die unsre eignen willkürlichen Handlungen begleitet, auf die Dinge außer uns. Dieser substanzielle Begriff der U., nach dem U. immer ein (wirkendes) Ding ist, beherrscht jetzt noch den gewöhnlichen Sprachgebrauch und bildet die Grundlage für den Begriff der Kraft als der Fähigkeit eines Dinges, unter bestimmten Umständen durch sein Wirken bestimmte Veränderungen zu veranlassen. Da jedoch im gegebenen Fall zum Zustandekommen einer Wirkung das bloße Vorhandensein eines wirkungsfähigen Agens nicht ausreicht, sondern erforderlich ist, daß es aus dem Zustande der Ruhe in den der Tätigkeit übergehe, also selbst eine Veränderung erfahre, so hat sich allmählich unter dem Einfluß des philosophischen Phänomenalismus (Hume, Kant, Schopenhauer, Mill) und der naturwissenschaftlichen Empirie die Gewohnheit herausgebildet, diese dem Eintritt der Wirkung vorhergehenden Veränderungen als das Wesentliche zu betrachten und mit dem Worte U. zu bezeichnen (aktueller Begriff der U.). Das Wesen des Zusammenhanges zwischen U. und Wirkung, des Kausalnexus den auf dem erstern Standpunkte der Begriff der Tätigkeit, des wirksamen Einflusses verständlich machen soll, wird auf dem zweiten mit Absicht unbestimmt gelassen, da nach den scharfsinnigen Erörterungen Humes und Kants die Möglichkeit desselben durch den bloßen Verstand überhaupt nicht eingesehen werden kann, wir vielmehr lediglich auf die Erfahrung angewiesen sind, die uns zeigt, daß die Erscheinungen von Ursachen abhängen, nicht aber, wie dies geschieht. Neuere Denker (Mach, Avenarius, Ostwald) haben deshalb den Begriffen der Ursache und des Wirkens geradezu jeden Wert abgesprochen und die Aufgabe der Wissenschaft auf die Beschreibung der Vorgänge zurückgeführt. In der Tat erkennen wir die U. einer Erscheinung nur daran, daß sie der Wirkung mit einer gewissen Regelmäßigkeit vorangeht, bez. daß die letztere in regelmäßiger Weise auf sie folgt, wobei freilich noch zu untersuchen ist, ob die aufeinanderfolgenden Erscheinungen nicht (wie z. B. Tag und Nacht) Wirkungen einer dritten U. (der Umdrehung der Erde) sind. U. und Wirkung verhalten sich also wie Bedingung (s. d.) und Bedingtes, und demgemäß wird verfahren, um auf dem Wege der Induktion (s. d.) unter der Gesamtheit der jeweilig in Betracht kommenden Umstände die U. einer bestimmten Erscheinung zu ermitteln. Man pflegt aber oft noch zwischen der U. und den Bedingungen im engern Sinne zu unterscheiden, indem man z. B. die Infektion mit einem Krankheitsstoff als U., die seiner Entwickelung günstige Beschaffenheit des Körpers als Bedingung der Erkrankung bezeichnet. Sind (z. B. bei einer Explosion) die im voraus gegebenen Umstände (der Zündstoff) die Hauptsache, so heißt die hinzukommende U. (der zündende Funke) die Veranlassung.
3210 Zeichen · 35 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    ursachestf.

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +3 Parallelbelege

    ursache stf. ursache, grund. occasio Diefenb. gl. 194. wirkende ursache (causa efficiens) Conr. fundgr. 1,396. dar umme …

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ursache

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Die Ursache , plur. die -n. 1. * Eine Entschuldigung, in welcher Bedeutung es in Lipsii Alemannischen Glossen schon Ursa…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Ursache

    Goethe-Wörterbuch

    Ursache [bisher nicht publizierter Wortartikel]

  4. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Ursache

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Ursache heißt etwas, insofern dadurch das Dasein oder die Entstehung von etwas anderm, der Wirkung, bestimmt gedacht wir…

  5. modern
    Dialekt
    Ursachef.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Ur-sache f. : 'Grund, Anlaß', Uʳsach [verbr., Lambert Penns 159 Krämer Gal 223], Oʳsach [vereinzelt NWPf], Aʳsach [ KB-B…

  6. Sprichwörter
    Ursache

    Wander (Sprichwörter)

    Ursache 1. Einerley vrsach würckt nicht einerley Frucht. – Lehmann, 855, 8. 2. Es hat alles seine Ursache. Holl. : Niets…

  7. Spezial
    Ursachef

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Ursache , f причина , ж

Verweisungsnetz

54 Knoten, 57 Kanten

Tap auf Knoten öffnet Detail · Drag zum Umpositionieren · Scroll zum Zoomen

1-Hop 2-Hop
Filter:
Anchor 9 Kompositum 37 Sackgasse 8

Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit ursache

14 Bildungen · 0 Erstglied · 13 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von ursache

ur- + sache

ursache leitet sich vom Lemma sache ab mit Präfix ur-.

ursache als Zweitglied (13 von 13)

Abhinderungsursache

DRW

Abhinderungsursache schrüftlich mit beibringung der verfallenden abhinderungsursachen sich der ausbleibung halber entschuldigen 17. Jh. ÖW. …

endursache

DWB

end·ursache

endursache , f. causa finalis, Stieler 1656 , im gegensatz der causa efficiens, die am anfang steht: das productive vermögen der natur nach …

grundursache

DWB

grund·ursache

grundursache , f. , im 16. jh. zunächst wohl nichts als zusammenrückung der formel grund und ursache ( vgl. sp. 727): aber Rafenstainer wer …

hauptursache

DWB

haupt·ursache

hauptursache , f. : die gefahr von auszen und die verrätherei von innen seind hauptursachen, dardurch manche vestung verlohren wird. Böckler…

Mittelursache

Adelung

mittel·ursache

Die Mittelursache , plur. die -n. 1) Eine wirkende Ursache, so fern sie von einer höhern zu Erreichung einer Absicht gebraucht wird; das Mit…

mitursache

DWB

mit·ursache

mitursache , f. was zugleich oder vereint ursache ist: eine mitursache einer solchen furcht. polit. stockf. 92; vielleicht ist er mitursache…

nebenursache

DWB

neben·ursache

nebenursache , f. : after- oder nebenursachen Zedler 1, 726 ; wenn sich nicht einige nebenursachen ins mittel gelegt hätten. Möser 1, 19 .

Pfändungsursache

DRW

pfändung·s·ursache

Pfändungsursache, f. (schriftliche) Begründung der Pfändung (I) vgl. Pfändungskonstitution so sollen gleich mit und beneben den exceptionibu…

Registratursache

DRW

registratur·sache

Registratursache, f. Angelegenheit, Geschäftsvorgang einer Registratur (I) [Befehl, die] registratursachen, so er zusammengeklaubt [zum Tran…

Schuldursache

DRW

schuld·ursache

Schuldursache, Schuldenursache, f. I Grund für eine Beschwerde ick H.B. sy gewessenn scholasticus tho H. by dre vnd twintich jaren; hebben n…

staatsursache

DWB

staats·ursache

staatsursache , f. politische ursache: sind gewisse staatsursachen so wichtig, dasz sie allen andern gründen vorgehen müssen. Garve anm. zu …

Ableitungen von ursache (1 von 1)

urursache

DWB

urursache Kramer (1702) 2, 1221 a . —