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Quell

nhd. bis sprichw. · 8 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

GWB
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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Quell

Bd. 7, Sp. 102
Quell mask; im Reim (altertümelnd) ‘Quall’ GWB2,275; überwiegend im dichterischen Werk u in gehobener Sprache a (aus der Erde, dem Fels) hervorquellendes, -sprudelndes Wasser; auch für den Ort, die Stelle des Hervortretens, den Ursprung eines Gewässers; vielfach mBez auf eingefaßte Quellen u Brunnenanlagen; mehrfach hinsichtlich der (eruptiven) Kraft des Wassers, einmal im Vergl; in Shakespeare-Übs einmal im komplexen Bild Dort ragt ein Fels..hervor,|..Und aus der Seite fließt ein klarer Q. GWB11,19 Elp2 369 [G/Riemer] [Hermann zu Dorothea auf dem Weg zum Brunnen:] Sag', warum kommst du allein zum Q., der doch so entfernt liegt,|Da sich andere doch mit dem Wasser des Dorfes begnügen?|Freilich ist dies von besonderer Kraft und lieblich zu kosten.|.. [Dorothea:] warum ich gekommen,|Hier zu schöpfen, wo rein und unablässig der Q. fließt,|..es haben die unvorsichtigen Menschen|Alles Wasser getrübt im Dorfe GWB50,244 u 245 HermDor VII 18u29 Die schöne Reisende setzte sich an den Rand des Q-s..mit einem Seufzer GWB24,73,27 Wj I 5 Aber heute neu mit Machten|Sprudle, Q., aus deinen Höhlen! GWB16,312 KaiserinAnkunft 29 [Faust über den ‘glühenden Mammon’ im edelmetallreichen Harzgebirge:] Hier leuchtet Gluth aus Dunst und Flor,|Dann schleicht sie wie ein zarter Faden,|Dann bricht sie wie ein Q. hervor GWB14,198 Faust I 3923 50,245 u 248 HermDor VII 39u105 16,325 DemKaiser vÖsterr 65 9,192 RomJul 353u355u356 ‘heißer Q.’ für Thermalquelle, -brunnen ein heißer Q. dringt aus dem Felsen mit sehr starkem Schwefelgeruch GWB31,157,16 ItR Am heißen Q. verbringst du deine Tage,|Das regt mich auf zu innerm Zwist;|Denn wie ich dich so ganz im Herzen trage,|Begreif' ich nicht wie du wo anders bist GWB4,31 Am heißen Quell 1 uö(selten) in erweiterter Bed zugl für das zu Kurzwecken verwendete Mineralwasser Drum Heil den Männern [um den Mediziner JCReil]! deren tiefer edler Sinn|Zum Wohl des Kranken jenen Q. bereitete GWB131,175 ProlHalle 1811 Vs 96 b Bach, Wasserlauf, Rinnsal; auch im Vergl es haben die unvorsichtigen Menschen|Alles Wasser getrübt im Dorfe, mit Pferden und Ochsen|Gleich durchwatend den Q., der Wasser bringt den Bewohnern GWB50,245 HermDor VII 32 Der Q. ist abgegraben der uns netzte GWB132,80 Kotzebue,Schutzgeist 1681 [Pausias zu Glykera:] Und du standest vor mir, ja! und wir waren allein.|..Und mir schien ihr [der zahlreichen Marktbesucher um sie herum] Getös' nur ein Geriesel des Q-s GWB1,280 Der neuePausias 122 uö(selten) c übertr α für das Auge als Ursprungsort der Tränen u das Herz als Herkunftsort des Bluts; überwiegend in Übs, einmal nach Schlegel u einmal für engl: spring Hier war das Ziel des innigsten Bestrebens,|Und in dem Anschaun dieses einzig Schönen|Versiegte gleich der Q. sehnsüchtiger Thränen GWB3,21 TrilogLeid Eleg 12 [Julia:] Zurück zu eurem Q., verkehrte Thränen!..Mein Gatte lebt GWB9,225 RomJul 1000 3,202,44 Byron,Manf,Monol β für den Ursprung, den Entstehungs- od Gewinnungsort, die (essentielle) Bedingung, Voraussetzung von Wissen, Lust ua Lebensqualitäten, einmal wohl mBez auf Wein als ‘edlen Q.’ der Inspiration; im Brief an ChStein im Kurzzit1) aus JFvCronegks ‘Schriften’ von 1761 Eine reine, wolkenlose, blaue Atmosphäre, dieß ist der Q. wo wir eine auslangende Erkenntniß zu suchen haben GWBN51,257,16 EntoptFarb 4 Jedes Bedürfniß ist Wohlthat; schnell befriedigt, schnell wieder erwachsend. Gibt sie [die Natur] eins mehr, so ist's ein neuer Q. der Lust GWBN11,8,7 Natur [Tobler?] Schönste Tugend einer Seele,|Reinster Q. der Zärtlichkeit!|Mehr als Byron, als Pamele|Ideal und Seltenheit! GWB1,52 Unschuld 2 [wohl während Proben zu den ‘Mitschuldigen’ u den ‘Geschwistern’] ich bin in Weines Noth und aus denen theatralischen Eselskinbacken mit denen man rohe Philister todtschlägt springt der edle Q. nicht. Schicke mir aber was altes denn eure neuen Weine hass ich wie die neue Literatur GWBB7,355,16 Einsiedel [Nov? 76] Geduld liebe Frau, ach und ein bissgen Wärme wenn Sie an ihren Gustel dencken..Doch ich habe mich nicht zu beklagen, Sie sind so lieb als Sie seyn dürfen um mich nicht zu plagen. Sie könnten den einfältigen Vers: O Freundschafft Q. erhabner pp. hier anbringen. Passte aber doch nicht ganz und sagt im Grunde nichts GWBB3,19,1 ChStein [1. Hälfte 76] 39,203 PromethFragm 1773 Vs 203 52,349 Das Tagebuch 158 uö(selten) mBez auf die in der islam Welt populäre Mythen- u Legendenfigur al-Chidr2), den Hüter der Quelle des Lebens u der ewigen Jugend; einmal, im Zshg mit dem ‘davonschwimmenden Fisch’, wohl unter Einbeziehung von Sure 18,60f Unter Lieben, Trinken, Singen|Soll dich Chisers Q. verjüngen GWB6,5 DivHegire 6 [über die Arbeit am ‘Divan’] Nur kosten und nippen konnt ich an Kewsers Q., wobey denn doch eine wünschenswerthe Verjüngung erreicht ward GWBB29,176,22 Uwarow 18.5.18 wenn man die abgestorbenen Redensarten aus eigener Erfahrungs-Lebendigkeit wieder anfrischt, so geht es wie mit jenem getrockneten Fisch, den die jungen Leute in den Q. der Verjüngung tauchten und als er aufquoll, zappelte und davon schwamm, sich höchlich erfreuten das wahre Wasser gefunden zu haben GWBB29,240,21 Boisserée 16.7.18 γ mehr mit Berücksichtigung des aus einem Ursprung Ausfließenden, Hervorgehenden, einer Emanation [Goethe sagt Carl August und sich bei der Adressatin zum Essen an] Ein Ragia und ein Brame die von den Dews verfolgt werden, bitten um ein Mittagsmahl heute in dem Q. Ihres reinen Lichtes GWBB3,58,15 ChStein [11.5.76] Dichter [:]|So gib mir auch die Zeiten wieder,|Da ich noch selbst im Werden war,|Da sich ein Q. gedrängter Lieder|Ununterbrochen neu gebar GWB14,14 Faust I 186 Frau Herzogin von Curland wünscht gleichfalls ihr Andenken erfrischt zu wissen. Noch geht der Q. nicht aus eigener Anmuth, um die Menschen anzuziehen und zu verbinden GWBB33,45,24 CarlAug 26.5.20 K δ in Vergegenwärtigung dichterischer Imagination u Inspiration; einmal ‘kastalischer Q.’ (siehe s v kastalisch) Und Geisteskraft, Geschmack und reiner Sinn|Für's wahre Gute..|In seinen [Ariosts] Liedern..|Der Q. des Überflusses rauscht darneben|Und läßt uns bunte Wunderfische sehn GWB10,134 Tasso 724 2,70 WandrersSturmlied 77 ε rückversinnlichend Dem Haß, der unsre Häuser [Capulet u Montague] trennet..|Deß dunkler Q., geleitet durch die Zeit,|Im Fortgang stets ein breitres Bett sich wühlt GWB9,173 RomJul 42 GWBBlut- GWBFelsen- GWBFreuden- GWBJugend- GWBLabe- GWBLebens- GWBNatur- GWBSchönheits- GWBUr- GWBWissens- GWBWunder- Syn GWBQuelle zu a Born Brunnen Sprudel zu b Bach Gewässer zu Anfang Beginn Grund Herkunft Keim Quellpunkt Urgrund Urquelle Ursache Ursprung Wurzel 1) Volltext: „O Freundschaft, Quell erhabner Triebe!|Dir folgen ist der Menschheit Pflicht;|Du hast die Reizungen der Liebe,|Und ihre Schmerzen hast Du nicht.”2) vgl DivanWb s v Chiser Rüdiger WelterR.W.
6705 Zeichen · 70 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    QuellDer

    Campe (1807–1813) · +3 Parallelbelege

    Der Quell , s. Quelle .

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Quell

    Goethe-Wörterbuch

    Quell mask; im Reim (altertümelnd) ‘Quall’ 2,275 ; überwiegend im dichterischen Werk u in gehobener Sprache a (aus der E…

  3. modern
    Dialekt
    Quell

    Schweizerisches Idiotikon · +3 Parallelbelege

    Quell Band 5, Spalte 1298 Quell 5,1298

  4. Sprichwörter
    Quell

    Wander (Sprichwörter)

    Quell Aus reinem Quell kommt das Wasser hell.

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit quell

244 Bildungen · 231 Erstglied · 3 Zweitglied · 10 Ableitungen

quell‑ als Erstglied (30 von 231)

Quellbacke

SHW

Quell-backe Band 4, Spalte 1147-1148

Quelles

SHW

Quell-es Band 4, Spalte 1149-1150

Quellgraben

SHW

Quell-graben Band 4, Spalte 1149-1150

Quelljes

SHW

Quell-jes Band 4, Spalte 1149-1150

Quellkopf

SHW

Quell-kopf Band 4, Spalte 1151-1152

Quellmann

SHW

Quell-mann Band 4, Spalte 1151-1152

Quellnase

SHW

Quell-nase Band 4, Spalte 1151-1152

Quellohr

SHW

Quell-ohr Band 4, Spalte 1151-1152

Quellplatz

SHW

Quell-platz Band 4, Spalte 1151-1152

Quellspeck

SHW

Quell-speck Band 4, Spalte 1151-1152

Quellwasser

SHW

Quell-wasser Band 4, Spalte 1151-1152

Quellwurst

SHW

Quell-wurst Band 4, Spalte 1151-1152

quellader

DWB

quell·ader

quellader , f. vena fontis Frisch 2, 77 c , vergl. brunn-, brunnenader : da viele seen durch die unter ihrem boden befindlichen quelladern z…

quellan

AWB

quel·lan

quellan st. v. , mhd. nhd. quellen; as. quellan ( s. u. ), mnd. quellen, quillen, mnl. quellen; vgl. ae. collenferhð adj. — Graff IV,655. Pr…

quellarhals

KöblerMhd

quellarhals , st. M. Vw.: s. kellerhals (2)

Quellbach

PfWB

quell·bach

Quell-bach f. : FlN, Name eines Bächleins, mda. Die Quellbach [ KL-Trippstdt ].

quellbad

DWB

quell·bad

quellbad , n. , vgl. quellenbad : ei lieber herr, wer ir nicht indert mit einem warmen quellbade zu helfen? Schade sat. 2, 255, 27 .

Quellbäk

MeckWBN

Wossidia Quellbäk f. Quellbach, Quelle: wat tau drinken halen ut de Quellbäk S. Neum. Volksm. 199.

Quellbeutel

RhWB

quell·beutel

Quell-beutel -bȳ·ə.l Erk-Körrenz m.: in der Wend.: Sich noch zom Qu. esse zu viel essen.

Quellbinder

FiloSlov

quell·binder

Quellbinder , m разбухающий при добавке воды крепитель , м

Quellbohnen

RhWB

quell·bohnen

Quell-bohnen -ø·l.bū·ə.nə Kemp-UWeiden Pl.: türkische Bohnen, Wollbohnen, phaseolus multiflorus.

quell als Zweitglied (3 von 3)

gequell

DWB

gequell , s. gequäle , felsengequell .

Rōssquell

Idiotikon

Rōssquell Band 5, Spalte 1300 Rōssquell 5,1300

urquell

DWB

urquell , m. , quell mit ur- C 4 c, ist erst frühnhd., und zwar in der form urqual ( schatzbehalter [1491] 351 b ; B. Federman Niderlands be…

Ableitungen von quell (10 von 10)

entquellen

DWB

entquellen , profluere, entflieszen, entsprudeln: der bach, der brunn entquillt; da der hand des allmächtigen die gröszeren erden entquollen…

erquellen

DWB

erquellen , scatere, emicare, praet. erquoll, part. erquollen: so gar seind wir ihm ergeben und auf ihn erquollen ( wie erpicht), das wir au…

gequell

DWB

gequell , s. gequäle , felsengequell .

gequelle

KöblerMhd

gequelle , st. N. nhd. Quelle E.: s. ge, quelle W.: nhd. DW- L.: Hennig (gequelle)

quelle

DWB

purpurquell , m. , -quelle , f. , dichterich vom flieszenden blute: tief in die linke brust, und aus des lebens sitze ergieszet sich ein pur…

urquell

DWB

urquell , m. , quell mit ur- C 4 c, ist erst frühnhd., und zwar in der form urqual ( schatzbehalter [1491] 351 b ; B. Federman Niderlands be…

urquelle

DWB

urquelle , f. , ist später als urquell, m. ( s. d. ) entwickelt, seit Kramer (1702) 2, 1221 c verzeichnet und erst gegen ende des 18. jhs. h…

urquellen

DWB

urquellen , v. , entspringen: der Cropp ... urquellet natürlich als wie aus einem groszmächtigen kessel von stein, oberhalb denen hammersgew…

verquellen

DWB

verquellen , verb. quellend, aufquellend sich verändern. die alte form musz gewesen sein verquille, qual, kullen, quollen und hat sich dann …

zerquellen

DWB

zerquellen , verb. , quellend zerplatzen, auseinanderquellen: der ( der flusz ) war gar weisz von schaum und sehr hoch aufgeschwollen, von b…