Motiv vereinzelt (frz) -f, Pl -fs 1
Beweggrund, äußere od innere Veranlassung für ein bestimmtes Verhalten, eine bestimmte Entscheidung, Einstellung uä Die Frage: ob einer seine eigene Biographie schreiben dürfe, ist höchst ungeschickt. Ich halte den, der es thut, für den höflichsten aller Menschen. Wenn sich einer nur mittheilt, so ist es ganz einerlei, aus was für M-en er es thut GWB36,276,22 BiogrEinzh Wilhelm hatte während der Zeit seiner Regie das ganze Geschäft mit einer gewissen Freiheit und Liberalität behandelt..um den guten Willen der Leute zu erhalten, ihrem Eigennutze geschmeichelt, da er ihnen durch edlere M-e nicht beikommen konnte GWB22,246,20 Lj V 16 Seine [
Sophokles] Charaktere besitzen..eine solche Redegabe und wissen die M-e ihrer Handlungsweise so überzeugend dazulegen, daß der Zuhörer fast immer auf der Seite dessen ist, der zuletzt gesprochen hat GWBGespr(FfA II 12,586,16) Eckermann 28.3.27 B17,54,24 Lamezan 8.2.04 49
2,21,14 ElginMarbles T10,31,10 v 17.3.25 Gespr(FfA II 12,586,32) Eckermann 28.3.27
uö(selten) im rechtssprachl Zshg: Element einer Begründung Herrn Werners Gesuch wegen seiner Frau wäre sogleich ohne Weiteres und ohne anzuführende M-e abzuschlagen GWBB21,55,11 TheaterKomm 7.9.09 In der zweyten Cammer hatte man der Akademie der Wissenschaften vorgeworfen, sie thue zu wenig für das große Geld was sie koste, daher möchte..der eingeschärfte Unterschied von directen und indirecten Nutzen das erste
M. seyn. Ferner sieht man daß endlich verständige..Menschen sich der Zünfte die man aufs unvernünftigste zerstört hat endlich wieder annehmen GWBB36,421 Knebel 14.12.22 K
uö 2
inhaltlich-gestalterisches Element einer sprachl od künstlerischen Darstellung, eines Musikwerks oä; Thema; in (b) u (c) mehrf neben od iUz ‘Gegenstand’ a
allg: thematisches Element, Topos in einer Rede, einem Text od Geistesgebiet Daß du in beyden Predigten [
zum Dankfest anläßlich der Geburt des Erbprinzen Carl Friedrich am 9.2.83] keinen Gebrauch von denen Motifs die uns die kristliche Religion anbietet gemacht hast, hat mich gewundert GWBB6,140,23 Herder 20.3.83 wir schreiben einander öfter und da wird es an M-en nicht fehlen GWBB27,154,3 Boisserée 29.8.16 Gespr(He2,257) Riemer 1.10.07
uö(selten) b
in der Literatur: kleinere, untergeordnete stoffliche Einheit, die in einem lyrischen, dramatischen od Prosawerk zur Konturierung der Handlung, thematischen Nuancierung des Sujets, Ausschmückung von Textpassagen usw verarbeitet wird; wiederholt ‘idyllisches/heroisches/tragisches M.’ uä; auch ‘subordiniertes/untergeordnetes M.’ Was man M-e nennt, sind..eigentlich Phänomene des Menschengeistes, die sich wiederholt haben und wiederholen werden und die der Dichter nur als historische nachweis't GWB42
2,250,20 MuR(1051) die große Wichtigkeit der M-e, die niemand begreifen will..Daß..die wahre Kraft und Wirkung eines Gedichts in der Situation, in den M-en besteht, daran denkt niemand GWBGespr(FfA II 12,138,5u10) Eckermann 18.1.25 Daß ich.. [
iUz Schiller] oft zu viel motivierte, entfernte meine Stücke vom Theater. Meine Eugenie ist eine Kette von lauter M-en und dies kann auf der Bühne kein Glück machen GWBGespr(FfA II 12,143,22) Eckermann 18.1.25 Ich ergriff..den Gedanken..in der Nausikaa eine treffliche, von vielen umworbene Jungfrau darzustellen, die..alle Freier bisher ablehnend behandelt, durch einen seltsamen Fremdling aber gerührt aus ihrem Zustand heraustritt und durch eine voreilige Äußerung ihrer Neigung sich compromittirt, was die Situation vollkommen tragisch macht. Diese einfache Fabel sollte durch den Reichthum der subordinirten Motive..erfreulich werden GWB31,200,8 ItR Der M-e kenne ich fünferlei Arten: 1) Vorwärtsschreitende, welche die Handlung fördern; deren bedient sich vorzüglich das Drama. 2) Rückwärtsschreitende, welche die Handlung von ihrem Ziele entfernen; deren bedient sich das epische Gedicht fast ausschließlich. 3) Retardirende, welche den Gang aufhalten oder den Weg verlängern..4) Zurückgreifende, durch die dasjenige, was vor der Epoche des Gedichts geschehen ist, hereingehoben wird. 5) Vorgreifende, die dasjenige, was nach der Epoche des Gedichts geschehen wird, anticipiren GWB41
2,221,20 Epische u dramatDichtg 40,116,28 ÜbProserp B20,222,13 Knebel 25.11.08
uö c
in der bildenden Kunst: kompositorisches Element einer Abbildung, einer Skulptur(engruppe) etc; auch (erweitert) iSv Sujet manche Betrachtung über Conception [
von Kupferstichen], höhere so wie technische Composition, Erfinden und Geltendmachen der M-e GWB36,205,1 TuJ 1821 Ist nun der Gegenstand glücklich gefunden, oder erfunden, dann tritt die Behandlung ein, die wir in die geistige, sinnliche und mechanische eintheilen möchten. Die geistige arbeitet den Gegenstand in seinem innern Zusammenhange aus, sie findet die untergeordneten M-e, und wenn sich bei der Wahl des Gegenstandes überhaupt die Tiefe des künstlerischen Genies beurtheilen läßt, so kann man an der Entdeckung der M-e seine Breite, seinen Reichthum, seine Fülle und Liebenswürdigkeit erkennen GWB47,18,26u19,1 PropylEinl [
mBez auf eine Belisar-Darstellung von Gérard] Über die gewählten Gegenstände und über die M-e der Ausführung lassen sich sonderbare Bemerkungen machen. Fast keine Spur vom Naiven ist mehr übrig, alles zu einer gewissen sonderbaren gedachten Sentimentalität hinaufgeschraubt GWBB14,178,21 WHumboldt [16.9.99] K Hannibal Carrache, um die Kragsteine im Saale des Palastes Alexander Fava zu Bologna bedeutend zu zieren, wählt männlich rüstige Gestalten mit Sphinxen oder Harpyien im Faustgelag, da denn letztere immer die Unterdrückten sind..Der Mahler zieht große Kunstvortheile aus diesem Gegensatz, der Zuschauer aber, der dieses
M. zuletzt bloß als mechanisch anerkennt, empfindet durchaus etwas Ungemüthliches; denn auch Ungeheuer will man überwunden, nicht unterdrückt sehen GWB49
2,55,7 Anforderg an modBildhauer B33,185,2 Meyer 1.9.20
uö d
in der Musik: melodisch-rhythmischer Baustein einer Komposition mit einer bestimmten harmonischen Gestalt, Intervallabfolge etc; einmal mBez auf Psalmen iS eines tradierten Melodiemodells Bey dieser Absicht, daß die Cantate [
anläßlich von Zelters 70. Geburtstag] im dramatischen
d. h. immerfortschreitendem Sinne behandelt würde, wäre zu wünschen, daß die Musik sich nirgends zu lange aufhalte, die M-e nicht zu weitläufig ausführe und im Bedeutenden immer vorschreite, so daß die Exhibition vorüberrauschend zu Ende wäre GWB5
2,253 Zelters 70.Geburtstag Bem Auf wunderbare Weise bin ich wieder an Händel herangezogen worden; Rochlitzens Entwicklung des Messias..hat mich an die Händel-Mozartische Partitur getrieben, wo ich freylich nur die rhythmischen M-e herauslesen kann GWBB38,70,27 Zelter 8.3.24 eine merkwürdige Sammlung Psalmen..in italiänische Verse gebracht und von..Benedetto Marcello, zu Anfang dieses Jahrhunderts in Musik gesetzt. Er hat bei vielen die Intonation der Juden, theils der spanischen theils der deutschen, als
M. angenommen, zu andern hat er alte griechische Melodien zu Grunde gelegt GWB32,287,18 ItR 45,206,4 RamNeffeAnm
uö(selten) e
im weiteren Sinne (mBez auf Volkstrachten): markantes Detail, Grundmuster, typisches (stilistisches) Element (das die Wiedererkennung erlaubt) Die sämmtlichen..Völker der alten Welt können hier vorgestellt werden, insofern sie auffallende Trachten führten,
z. B. die Numidier, Mohren, Ägypter, Cretenser, Macedonier, Thracier..es ist nicht die Meynung, daß man sich genau an das überlieferte Costüm halte, sondern blos das
M. davon hernehme, wonach ein theatralischer Effect ausgearbeitet werden kann GWB16,496,12 Epimen Progr
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Zwergen- Syn zu 1
Absicht Anlaß Anregung Ansporn Anstoß Antrieb Beweggrund Bewegungsgrund Bewegursache Grund Triebfeder Ursache Veranlassung zu 2a-d Thema zu 2a-c Gedanke Gegenstand Idee Inhalt Stoff zu 2e Detail Element Stefaniya PtashnykS.P.