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Motīv

nhd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
Anchors
10 in 10 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Motīv

Bd. 14, Sp. 184
Motīv (mittellat. motivum, »das in Bewegung Setzende«, von movere, bewegen), soviel wie Beweggrund; daher: etwas motivieren, soviel wie die bestimmenden Gründe dafür angeben und es dadurch rechtfertigen. In der Psychologie heißen Motive im weitern Sinn alle innern Momente (Vorstellungen, Gefühle etc.), die in einem gegebenen Fall als Antriebe oder Triebfedern des Wollens sich geltend machen; im engern Sinne nur die Vorstellungen (von den Zwecken und möglichen Wirkungen unsers Handelns), die bei der zwischen mehreren möglichen Willensakten stattfindenden Wahl im Bewußtsein vorhanden sind. Ob durch die jeweilig vorhandenen Motive der Wille mit Notwendigkeit bestimmt wird oder nicht, ist eine zwischen dem Determinismus und dem Indeterminismus (s. d.) strittige Frage. Ein M. kann auch durch Irrtum hervorgerufen sein; über die rechtlichen Folgen hiervon vgl. Irrtum. – Im öffentlichen Leben versteht man unter den Motiven eines Gesetzentwurfs die demselben beigegebene Begründung (Motivierung), die heutzutage fast immer dem Druck übergeben werden und ein wertvolles, aber nicht blind zu benutzendes Erklärungsmittel für den Sinn des Gesetzestextes sind. Man spricht ferner von einer motivierten Tagesordnung im Gegensatz zur einfachen, wenn der Antrag, über einen Gegenstand zur Tagesordnung überzugehen, in diesem Antrag selbst kurz begründet wird, was als eine mildere Form der Ablehnung aufzufassen ist. – In der Poesie und dementsprechend in der Kunst überhaupt sind Motive die letzten Bestandteile einer dichterischen Konzeption, die des Dichters (Künstlers) Phantasie in Bewegung setzen und, sofern sie Grund motive sind, den Kern und Mittelpunkt seiner Schöpfungen bilden. – In ähnlichem Sinne heißen in der Musik Motive die letzten charakteristischen Glieder eines Kunstwerkes, aus denen sich dasselbe entwickelt. Motive sind sozusagen die einzelnen Gesten des musikalischen Ausdrucks, von deren richtiger Auffassung letzten Endes alles Verständnis der musikalischen Formen abhängt. Die Lehre von der Begrenzung der Motive hat unter dem Namen Phrasierung (s. d.) in neuerer Zeit erhöhte Beachtung gefunden. Vgl. Riemann, System der musikalischen Rhythmik und Metrik (Leipz. 1903). Über Leitmotiv s. d.
2224 Zeichen · 23 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Motivn.

    Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer) · +1 Parallelbeleg

    Motiv n. ‘Beweggrund, Anlaß, Antrieb’, Entlehnung (16. Jh.) aus gleichbed. mlat. motivum, substantiviertem Neutrum des A…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Motiv

    Goethe-Wörterbuch

    Motiv vereinzelt (frz) -f, Pl -fs 1 Beweggrund, äußere od innere Veranlassung für ein bestimmtes Verhalten, eine bestimm…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Motiv

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Motiv , Beweggrund; motiviren , Beweggründe angeben.

  4. modern
    Dialekt
    Mot IV

    Rheinisches Wb.

    Mot IV -ō:- = Mulde (s. d.);

  5. Sprichwörter
    Motiv

    Wander (Sprichwörter)

    Motiv Auss schönen scheinbaren motiven folgen offt schädliche conclusiones. – Lehmann, 597, 68.

  6. Spezial
    Motivn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    Motiv , n мотив , м

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit motiv

16 Bildungen · 14 Erstglied · 0 Zweitglied · 2 Ableitungen

motiv‑ als Erstglied (14 von 14)

Motivation

Pfeifer_etym

Motiv n. ‘Beweggrund, Anlaß, Antrieb’, Entlehnung (16. Jh.) aus gleichbed. mlat. motivum, substantiviertem Neutrum des Adjektivs spätlat. mō…

motivaziun

LDWB1

motivaziun [mo·ti·va·ziụŋ] f. (-s) 1 Motivation f., Anregung f., Ermunterung f. 2 Grund m., Begründung f. ◆ motivaziun da fá Tatendrang m.; …

Motivbare

GWB

motiv·bare

Motivbare ‘das unendlich M.’ iSv Reichtum thematisch-kompositorischer Nuancen Wann wird doch bei uns auch jener rechte Kunstsinn der Alten a…

motivieren

Pfeifer_etym

motiv·ieren

Motiv n. ‘Beweggrund, Anlaß, Antrieb’, Entlehnung (16. Jh.) aus gleichbed. mlat. motivum, substantiviertem Neutrum des Adjektivs spätlat. mō…

motivierend

FiloSlov

motivierend , adj мотивирующий , п → FiloSlov ableitend, adj

motiviert

FiloSlov

motiviert , adj мотивированный , п → FiloSlov abgeleitet, adj

Motivierung

Pfeifer_etym

Motiv n. ‘Beweggrund, Anlaß, Antrieb’, Entlehnung (16. Jh.) aus gleichbed. mlat. motivum, substantiviertem Neutrum des Adjektivs spätlat. mō…

Motivirrtum

DERW

motiv·irrtum

Motivirrtum, M., ›den Beweggrund be- treffender Irrtum (z.B. A kauft Trauer- kleidung weil er irrtümlich annimmt B sei gestorben), 20. Jh.?,…

motivlos

GWB

motiv·los

motivlos ‘motiv- u charakterlos’: abwertend, von Abbildungen Von Füeßli, wie von jedem genialen Manieristen, kann man sagen, daß er sich sel…

Ableitungen von motiv (2 von 2)

motivé

LDWB1

motivé [mo·ti·vẹ́] I vb.tr. (motivëia) 1 begründen, motivieren 2 (incorajé) anregen, ermuntern, motivieren, bewegen II adj. (-vá, -vada) 1 m…

urmotiv

DWB

-motiv Scherer kl. schr. 1, 678 ( vgl. grundmotiv),