Idee Kleinschr GWBT1,117,18 v 13.5.80
; mehrf in Titelzit1); gut 900 Belege. — Bis in die achtziger Jahre hinein wird das Wort von G nur in — allerdings reich differenzierten — gemeinsprachl Bedeutungen verwendet. Vor allem im Kontext natwiss Forschung tritt die Bed ‘Theorie, Hypothese, Lehre’ (A10) seit den achtziger Jahren deutlich hervor (etwa 180 Belege). Ein spezifisches Bedeutungsprofil entwickelt G erst durch den Einfluß von u die Zusammenarbeit mit Schiller. Zu einer terminolog Begriffsverwendung im philos Sinne kommt er nur in Ausnahmefällen (vgl G1), doch sind beide Stränge der Begriffsgeschichte — der platonische und der (teilw allg iSv ‘Vorstellung’ in die Alltagssprache abgesunkene) cartesische — ebenso präsent wie die facettenreiche Neufassung des Begriffsgebrauchs im dt Idealismus. Wie in der Philosophiegeschichte kann der Terminus auch bei G als “Schlüsselwort”2) u als Symptom von Neuorientierungen u Umbesetzungen im Verhältnis von Geist u Natur, Vernunft u Erfahrung verstanden werden. Während unter dem Einfluß Kantischer u Schillerscher Vorstellungen seit den neunziger Jahren u noch im Zeichen versch Krisenerfahrungen wie etwa Schillers Tod der Dualismus von Idee u Erfahrung betont wird, versucht G im Alter (wieder) zu einer harmonisierenden, ganzheitlichen Weltschau zu gelangen, um im Zeichen von “Spinozas Alleinheits-I.”, aber auch von Schellings Identitätsphilosophie “das ewige Sein und das wechselnde Leben zusammenzuschauen”3). Dabei sollte freilich die (wissenschaftsgeschichtl folgenreiche) quasi-morphologische Suggestion einer “organische[n] Entfaltung von Goethes Ideenbegriff”4) vermieden werden. Eine Kapitulation vor der “terminologischen Unschärfe”5) ist andererseits nicht erforderlich. In Goethes poetischem (und eben nicht philos) Sprachgebrauch wird das Wort häufig als Platzhalter für komplexe Problemzusammenhänge u Vorstellungsbereiche eingesetzt. So kann dann auch begrifflich Unvereinbares gleichzeitig gelten, etwa daß die Idee sich in der Erscheinung zwar einerseits verkürzt (vgl G2a), sich aber andererseits erst in der Erscheinung zur Vollendung steigert (vgl G3)6). Auf diese Weise in der ‘Idee’ “Simultanes und Successives” vereinigt zu denken, führt nach G mit einem Kant-Zitat “in eine Art Wahnsinn” (vgl G1bα)
7),
weshalb er gegen die philos Bemühungen den Ausweg “in die Sphäre der Dichtkunst” nimmt (WA II 11,57).8) A
Vorstellung 1
(bloße) Meinung, Ansicht Sehr ernstlich und starck über Oekonomie geredet und wider eine Anzahl falsche I-n die ihm [
CarlAug] nicht aus dem Kopf wollen GWBT1,136,20 v 19.1.82 Der Vortheil der daraus entsteht [
aus einem nur von Augenblick zu Augenblick geführten Leben] ist groß; man braucht von einer vorgefaßten I. nicht wieder zurück zu kommen GWB33,186,11 Camp Ich soll eine üble I. vom schönen Geschlecht haben. Auf gewisse Art, ja! .. die Paar Jahre als ich lebe, habe ich von unserm Geschlecht eine sehr mittelmässige I. gekriegt; und wahrhafftig keine bessre von Ihrem GWBB1,206,18u25 FOeser 8.4.69 GWB8,334 Götz
2 IV Var [Begriff GWB8,132,19] GWBB1,108,21 Cornelia [12.]10.67 GWBB4,160,17 ChStein 3.1.80
uö 2
gedankl Auffassung, Überzeugung, auch Ahnung die Kinder haben keine andre I. [keinen andern Begriff Werth
2], als daß ich immer morgen wiederkommen würde AA58,9 Werth
1 I Die Erfahrung ist fast immer eine Parodie auf die I. GWB34
2,124,17 ReiseSchweiz 1797 Fasz 3 Indem ich nun .. aus dem Alten nach dem Neuen zu arbeite [
betr Sammlung von Gedichten], ist mir die Hoffnung gar erfreulich daß mich bey Ihnen etwas ganz Neues erwarte [
‘Maria Stuart’], wovon ich so gut als gar keine I. habe GWBB14,146,16 Schiller 7.8.99 Meinen Vater, sagte der Marchese, muß ich .. immer für einen der wunderbarsten Menschen halten. Sein Charakter war edel und gerade, seine I-n weit, und man darf sagen groß GWB23,262,4 Lj VIII 9 [
betr Englischunterricht für Frau vStein] Ich maskire mir iezt das Verlangen Sie zu sehen mit der I. dass ich Ihnen zu was nuz bin GWBB3,119,20 ChStein 10.11.76 GWB47,168,25 Samml 6 GWBB13,224,22 Schiller 21.7.98 GWB32,212,7 ItR GWB41
1,105,15 Üb:Geheimnisse Gespr(He2,428) Falk [26.2.09]
uö 3
relig-metaphys Auffassung, Glaubenslehre die I. eines bösen Geistes und eines Straf- und Quälortes nach dem Tode konnte keinesweges in dem Kreise meiner I-n Platz finden GWB22,307,2u4 Lj VI die Durchdringung der griechischen Religion mit den I-n des Christenthums FfA I 17,643 TuJ Plp AA67,34 Werth
1 I~AA68,1 Werth
2 GWB34
2,24,11 KuARheinMain Plp GWB36,344,8 Zu brüderlAndenkWielands 1813
uö 4
(sinnl) Eindruck, Anschauung, Vorstellungs-, vereinzelt auch Erinnerungsbild; mehrf gewonnen durch (künstlerische) Illustration, auch durch Experiment; häufig als Zuwachs an Weltkenntnis [
von einer Harzreise] Du wirst dich freuen über eine Menge I-n die ich mitbringe auch über menschlich Natur und
[] Wesen GWBB6,199,24 ChStein 20.9.83 Die feierlichen und allegorischen Aufzüge .. versinnlichten dem Volke eine Menge Begriffe, und gaben ihm I-n entfernter Gegenstände GWB22,116,5 Lj IV 18 Der Credit ist eine durch reale Leistungen erzeugte I. der Zuverlässigkeit GWB42
2,233,4 MuR(947) [
Madonna von Andrea del Sarto] Es ist ein unglaublich schön Bild, man hat keine I. von so etwas, ohne es gesehn zu haben GWB32,33,15 ItR [
der Marchese zu Wilh:] seine [
Mignons] Freunde müssen mir versprechen, mich in seinem Vaterlande .. zu besuchen .. sie müssen die Säulen und Statuen sehen, von denen ihm noch eine dunkle I. übrig geblieben ist GWB23,260,16 Lj VIII 9 GWB32,80,8 ItR GWBN1,325,9 FlD 815 GWBB6,405,11u20 CarlAug 6.12.84 GWBB8,106,18 ChStein 29.12.86
uö iSv Modell, Vorbild [
Wilhelms Marionettentheater] nach der I. vom großen Goliath und kleinen David hatte man nicht verfehlt, beide recht charakteristisch zu machen GWB21,10,9 Lj I 2~GWB51,10,12 ThS I 2 5
(künstlerischer) Einfall, (geistige, künstlerische) Anregung, fruchtbare Vorstellung; einmal iSv Assoziation [
‘Der Bürgergeneral’] Von dem Moment, in dem ich die erste I. hatte, waren keine drei Tage verstrichen, so war es fertig GWBB10,75,11 Herder uFr 7.6.93 Wilhelm sah ihm [
Jarno] traurig nach. Er hätte gern mit diesem Manne noch vieles gesprochen, der ihm, wiewohl auf eine unfreundliche Art, neue I-n gab, I-n, deren er bedurfte GWB21,290,24 Lj III 8~GWB52,147,17f ThS V 7 Der Roman [
‘Wilhelm Meisters Lehrjahre’] giebt auch wieder Lebenszeichen von sich. Ich habe zu Ihren I-n Körper nach meiner Art gefunden, ob Sie jene geistigen Wesen in ihrer irdischen Gestalt wieder kennen werden, weiß ich nicht GWBB11,155,20 Schiller 10.8.96 Es entsteht .. die Frage: ob man denn wirklich die Schädelknochen aus Wirbelknochen ableiten .. dürfe? Und da bekenne ich denn gerne, daß ich seit dreißig Jahren von dieser geheimen Verwandtschaft überzeugt bin .. Jedoch ein dergleichen Apperçu, ein solches Gewahrwerden, Auffassen, Vorstellen, Begriff, I., wie man es nennen mag, behält immerfort .. eine esoterische Eigenschaft GWBN8,135,23 ZwKnoch [1819] [
üb Zeichnungen] um am Einfachen und Beschränkten sich zu erholen, so knüpft man nach und nach so viel I-n auf solche Gegenstände, daß sie sogar zaubrischer als das Edle selbst werden GWBB4,234,22 Maler Müller 12.6.80 GWB42
2,210,6 MuR(805) GWB4,231 Dem Herren in der Wüste 7 GWBB2,25,14 Röderer 21.9.[71] [Korr DjG
32,321] GWBB7,139,19 ChStein 12.12.[85]
uö 6
iSv Imagination, Phantasie; auch abwertend Sie [
die Kopien] kamen nicht in Gebrauch als bis jedermann gestand, die Kunst habe ihren höchsten Gipfel erreicht, da denn geringere Talente .. an eigner Kraft, nach der Natur oder aus der I. ähnliches hervorzubringen verzweifelten GWB49
1,222,2 Bossi,Leonardo [
Rheinfall] Gedanken an die neumodische Parksucht .. wie bedenklich es sey, gewisse Imaginationen realisiren zu wollen, da die größten Phänomene der Natur selbst hinter der I. zurückbleiben GWBT2,146,16 v 18.9.97 GWBB16,305,14 Eybenbg [18.9.03] K GWB37,288,18 FGA Geßner,Idyllen
‘poetische I.’ iSv künstlerische Vorstellung [
üb Dichter des Wunderbaren] Sie haben eine Sprache geschaffen .. und, um die poetischen I-n [
des idées uniquement consacrées à la poésie] in ihrer Würde zu erhalten, sie von der gemeinen Sprache gesondert GWB40,207,25 Staël,Dichtgn
als Synthesisleistung der Einbildungskraft Den vollständigen Farbenkreis können wir uns .. am besten .. durch die I. hervorbringen, wenn wir uns bei natürlichen Anlagen nach langer Erfahrung und Übung endlich von dieser reinen Harmonie völlig penetrirt fühlen GWBN1,393 FlD VI Var 7
Überlegung, Gedanke ein wunderbares Gespräch [
zw Wilh u dem Harfner] .. das wir aber, um unsere Leser nicht mit unzusammenhängenden I-n und bänglichen Empfindungen zu quälen, lieber verschweigen als ausführlich mittheilen GWB22,222,27 Lj V 14 einen langen Plan durchzusetzen .. fehlt es ihm [
CarlAug] an Folge der I-n und an wahrer Standhafftigkeit GWBB5,213,13 ChStein 12.11.81 Indem ich die Briefe vergangnen Jahrs sortirte und aufhub sind doch mancherley alt neue [ Korr B50,211] I-n mir durch den Kopf gegangen GWBB2,225,7 Sophie La Roche 3.1.75 Es wird mir nun ein großes Bedürfniß tausend I-n Raum und Ordnung zu verschaffen, wozu mir nur die Jenaische absolute Stille und Ihre Nähe verhelfen kann GWBB13,95,17 Schiller 17.3.98 Sollte dieses Erforderniß des Retardirens [
beim epischen Gedicht] .. wirklich wesentlich .. seyn, so würden alle Plane, die grade hin nach dem Ende zu schreiten, völlig zu verwerfen .. seyn .. Mir scheint die I. außerordentlich fruchtbar GWBB12,91,23 Schiller 19.4.97 GWB51,106,23 ThS II 2 GWBB12,282,22 Schiller 4.9.97 GWBB13,216,4 WHumboldt 16.7.98 K GWB28,287,26 DuW 14 GWBB12,143,17 Meyer 6.6.97
uö 8
Grundsatz, Leitgedanke a
in geistig-ideeller, auch sittl-moral u polit Hinsicht: iSv Grundüberzeugung, Zielvorstellung Recapitulation des Characters [
Moses’]: ein starker, gewaltsamer, das rechte und große wollender, ein Mann der That und nicht des Raths. von seinem Wege abzuleiten, aber von seiner I. nicht AADiv3,112,132 Bem üb 1.Buch Mose Plp Hier entstehen folgende Fragen: 1) Ob sie [
die fremden Nationen] die I-n gelten lassen, an denen wir festhalten und die uns in Sitte und Kunst zu statten kommen GWB42
2,497,14 Stud zWeltlit GWB40,376,27 Üb:Bekenntn schönSeele GWB40,316,9 Üb:Collin,Regulus
uö b
in ästhetischer Hinsicht, auch iSv künstlerisch-ästhetische Theorie Übersicht über Natur und Kunst. Von der I. auszugehen, daß beyde Reiche zu isoliren sind GWB47,282,3 Propyl Plp wenn diejenigen, die productiv sind .. die Kritik, im eigentlichen Sinne, nicht wohl treiben mögen; so ist es denn doch auch erfreulich gelegentlich die I-n und Maximen, von denen unsere übrige Thätigkeit geleitet und bestimmt wird, auszusprechen GWBB16,320,12 AWSchlegel 6.10.03 GWB47,152,18 Samml 4 GWBT1,324,16 v 26.10.86 GWB46,11,2 Winckelm Vorr
uö c
‘fixe I.’: (krankhafte) Zwangsvorstellung, auch für dauerhaft vertretene (falsche) Theorie war es ein kleines was ich duldete wenn ich meinem Vaterland das mir gewogen ist das mein Bemühen schätzt und liebt, in diesem Falle [
der Farbenlehre] für halb wahnsinnig als an einer fixen I. leidend vorkommen mußte GWBN5
2,375,16 Fl Plp GWBB11,40,8 Meyer 3./9.3.96 GWBB38,300,26 Ottilie [Ende Jan 24] K GWB27,126,16 DuW 7
uö 9
Ideal-, Muster-, Vollkommenheitsvorstellung a
in sittl-moral, auch methodisch-wiss Hinsicht; auch ‘reine I.’ uä Ja lieb Gold, ich Glaub wohl dass Ihre Lieb zu mir mit dem Abseyn wächst. denn wo ich weg bin können Sie auch die I. lieben die Sie von mir haben, wenn ich da bin wird sie offt gestört, durch meine Thor und Tollheit GWBB3,172,9 ChStein [6.9.77] Zu einer Freundschaft dieser Art [
Männerfreundschaft nach dem [] Vorbild der Antike] fühlte Winckelmann sich geboren .. Frühe schon legte er dieser I. einen vielleicht unwürdigen Gegenstand unter GWB46,27,22 Winckelm [
Eduard zu Mittler:] Manchmal thut sie [
Ottilie] etwas, das die reine I. beleidigt, die ich von ihr habe GWB20,188,14 Wv I 18 Es ist .. ein großer Unterschied ob man, wie Theoristen thun, einer Hypothese zu lieb ganze Zahlen in die Brüche schlägt, oder ob man einen empirischen Bruch der I. des reinen Phänomens aufopfert GWBN11,38,18 ErfahrgWissensch GWBN8,9,3 VglAnatomie 1 GWB28,258,17 DuW 14 Gespr(FfA II 12,292,9) Eckerm 22.10.28
uö ‘I. des Reinen’ als Selbstbild, -entwurf Möge die I. des reinen
9) die sich bis auf den Bissen erstreckt den ich in Mund nehme, immer lichter in mir werden GWBT1,94,20 v 7.8.79
‘patriarchalische I.’ für idealisierte Vorstellung vom Leben der bibl Erzväter10) Wenn ich da sizze [
am Brunnen], so lebt die patriarchalische I. so lebhaft um mich AA6,24 Werth
1 I~Werth
2 b
in ästhetisch-künstlerischer Hinsicht; mehrf als Vorstellung einer (klassizistischen) künstlerischen (Schönheits-)Norm Winckelmann war nun in Rom .. Verkörpert stehen seine I-n um ihn her GWB46,36,15 Winckelm Der ausgebildete Kenner soll [
Kunstleistungen] vergleichen; denn ihm schwebt die I. vor, er hat den Begriff gefaßt, was geleistet werden könne und solle GWB48,194,22 MuR(492) Weil Albrecht Dürer .. sich nie zur I. des Ebenmaßes der Schönheit .. erheben konnte, sollen wir auch immer an der Erde kleben! GWB48,208,12 MuR(1088) N(GOETHE14/15,144) Schönheit organ Naturen GWB47,147,6 Samml 4 GWB47,162,15 Samml 5
uö 10
wiss Theorie, Hypothese, Lehre; häufig als vorbildl wiss, öfters genetische Modellbildung mit anschaul Grundzug, gelegentl aber auch kritisch in der Ablehnung deduktiven Vorgehens u abwertend iSv willkürl Hypothese, (wiss) Vorurteil; häufig ‘I. der Metamorphose’ für G-s Lehre von der Metamorphose der Pflanzen bzw Tiere Das Copernikanische System beruht auf einer I., die schwer zu fassen war und noch täglich unseren Sinnen widerspricht GWBN13,443,15 MuR(1138) Die Erfahrung nöthigt uns gewisse I-n ab. Wir finden uns genöthigt der Erfahrung gewisse I-n aufzudringen GWBT2,255,9u11 Anf Juli 99 [
Vorschlag zu einem anatomischen Typus] Die Erfahrung muß uns .. die Theile lehren, die allen Thieren gemein sind, und worin diese Theile verschieden sind. Die I. muß über dem Ganzen walten und auf eine genetische Weise das allgemeine Bild abziehen GWBN8,11,5 VglAnatomie 2 Die I. der Metamorphose ist eine höchst ehrwürdige, aber zugleich höchst gefährliche Gabe von oben .. Sie ist gleich der vis centrifuga und würde sich in’s Unendliche verlieren, wäre ihr nicht ein Gegengewicht zugegeben GWBN7,75,10 Probl uErwiderg [
üb FSchlegels Aufsatz ‘Über die Homerische Poesie’] weil man eine .. absolute Einheit in der Ilias und Odyssee nicht gerade nachweisen kann, vielmehr nach der neuern I. sie noch für zerstückelter angiebt als sie sind; so soll das epische Gedicht keine Einheit haben GWBB12,105,15 Schiller 28.4.97 GWBB26,235,14 Schopenhauer 28.1.16 GWBN5
1,161,4 ÜbNewt DivRefrangib GWBN6,171,18 MetamPfl Nachtr GWBN3,119,21 FlH II
uö iSv Definition In wiefern die
I.: Schönheit sey Vollkommenheit mit Freyheit, auf organische Naturen angewendet werden könne N(GOETHE14/15,143) Schönheit organNaturen Titel GWBN8,36,19 VglAnatomie 7 B
Konzeption 1
Grundidee, gedankl od künstlerisches Konzept Blümners höchst schätzbare Abhandlung über die I. des Schicksals in den Tragödien des Äschylus GWB41
1,64,15 Shakesp u kein Ende Hierbey kommt mein Versuch über den Laokoon, vielleicht fällt Ihnen noch etwas zu Gunsten der aufgestellten I. ein GWBB12,197,17 Böttiger 19.7.97 GWBB8,179,8 CarlAug 10.2.87 GWBB12,167,9u10 Schiller 22.6.97 GWBB17,146,6 FAWolf 11.7.04
uö 2
Absicht a
künstlerische Intention; vereinzelt in Berührung mit A9b u G3 als Annäherung an ein überzeitl künstlerisches Ideal [
betr Ablösung des Architekten Thouret beim Weim Schloßbau] Herr von Wolzogen .. hat aber gerade vielleicht die Eigenschaft nicht, sich in die I. eines andern zu versetzen und sie mit der wenigsten Abweichung nach den Erfordernissen umzubilden GWBB13,358,10 Voigt 26.12.98 der wahre Künstler .. meint es .. so gut er nur kann mit denen, für die er arbeitet, aber er meint es noch besser mit sich selbst, mit einer I., die ihm vorschwebt, mit einem fernen Ziele GWB47,52,5 Üb strengeUrteile Bey der .. Recitation .. folgt der sprechende .. mit der Stimme den I-n des Dichters Schaubühne 36,13 Regeln fSchausp [G/Wolff] GWB21,280,17 Lj III 7~GWB52,136,8 ThS V 6 GWB49
2,93,18 Christus nebst 12 alt- u neutest Fig GWB28,67,20 DuW 11
uö b
geistige Intention [
üb frz botan Termini] Wenn wir diese der französischen Sprache in Absicht auf lebendigern Ausdruck hinderlichen Worte bemerkten, so müssen wir dagegen gestehen, daß sie ein beneidenswerthes Wort besitze, welches um unsre I. auszudrücken einzig und vollkommen gefunden wird. Es ist das Wort acheminement GWBN13,60,9 Morph Plp GWB34
2,194,10 Baukunst 1795 Schema [
für: idée] GWBN11,82,12 MathMißbr 3
Plan, Vorhaben a
(bedeutendes) geistiges Projekt; auch iSv Vorschlag; vereinzelt zugl iSv Ambition [
betr Gründung von Institutionen] Jede große I., sobald sie in die Erscheinung tritt, wirkt tyrannisch; daher die Vortheile, die sie hervorbringt, sich nur allzu bald in Nachtheile verwandeln GWB42
2,182, 13 MuR(541) das ist ein Hauptfehler gebildeter Menschen, daß sie alles an eine I., wenig oder nichts an einen Gegenstand wenden mögen GWB23,20,13 Lj VII 3 die Bibliotheken .. Wir haben ihrer viere .. deren virtuale Vereinigung .. man wünscht und man sich möglich gedacht hat .. eine so schöne I. der Ausführung näher zu bringen GWB53,188,4 Üb verschZweige hiesigerTätigk [1795] Eure I. will noch nicht die meinige werden, daß ich mit dem Gesandten nach
*** gehen soll AA44,27 Werth I Des Herzogs Fall [
Reitunfall] hat mich sehr erschüttert, ich fürchte er endigt noch so. Wollte Gott er könnte sich auch einmal von diesen unglücklichen I-n [
militär u reichspolit Ambitionen] rein baden und waschen GWBB8,117,23 ChStein 6.1.[87] GWB28,218,12 DuW 13 A2,586,11 GehConsilium 6.1.99 GWBB3,13,8 Herder 2.[1.]76 GWB23,307,2 Lj VIII 10 GWBB9,274,17 CarlAug 1.7.91
uö b
(künstlerischer) Werkplan Wäre sonst unter meinen I-n etwas das zu jenem Zweck [
Veröffentlichung in den ‘Horen’] aufgestellt werden könnte; so würden wir uns leicht über die schicklichste Form vereinigen GWBB10,185,22 Schiller 27.8.94 Die Achilleis ist eine alte I., die ich mit mir herumtrage GWBB14,52,7 Knebel 22.3.99 Ich habe der I. nachgedacht die Helden Ossians aufs lyrische Theater zu bringen GWBB9,165,1 Reichardt 10.12.89 GWBB12,105,5 Schiller 28.4.97 GWBB8,347,27 CarlAug 16.2.[88] GWB46,40,7 Winckelm
uö c
konkretisierter Werkplan iSv Skizze, Schema, Entwurf [] In unserm Hause ist nicht viel gemacht .. Schuricht hat mir eine artige I. zum Vor- und Treppenhause gezeichnet GWBB10,170,10 Meyer 7.7.94 daß die Witwe des .. Architekten Catel .. Serenissimo die von ihrem seligen Mann gesammelten Zeichnungen über mehrere Theater so wie dessen eigene I-n und Pläne zu Errichtung eines Theaters .. verehren wolle GWBB39,177,7 Schweitzer [7.4.25] K GWBB51,182 Voigt [etwa 16.11.04] GWBB2,281,10 Lavater [31.7.75 Korr DjG
35,244] GWBB10,330,2 Meyer 16.11.95
uö C
(künstlerisches) Motiv, Thema; einmal ‘fixe I.’ iSv ständig präsentes, zur Gestaltung reizendes Motiv Falsche Spieler, die alte I., die von Caravaggio so schön ausgeführt ist, hier schlecht gezeichnet und schlecht gestochen GWB47,355,26 Üb:Frz satirKupferst Das Mährchen welches die Unterhaltungen der Ausgewanderten schloß, ladet zu Deutungen ein, indem es Bilder, I-n und Begriffe durch einander schlingt GWB42
2,444,23 Auslegungen Märchen Schema Wann wird doch bei uns auch jener rechte Kunstsinn der Alten aufwachen! daß wir nicht mehr nach Originalität in der Weite und Breite suchen, sondern .. das unendlich Motivbare einer schon wirklich dargestellten I. aufsuchen lernen GWB48,43,16 Kunstausstellg 1801 GWB40,109,22 ÜbProserp GWBB11,9,26 Meyer 22./25.1.96 GWB36,386 TuJ 1807 Var [
Zit s v fix A3c]
uö D
geistiger Gehalt, Sinn, Bedeutung; einmal neben ‘Symbolik’, in Abgrenzung von der Korrelation ‘Allegorie’ — ‘Begriff’ Einige tragische Scenen [
des ‘Faust’] waren in Prosa geschrieben .. Ich suche sie .. gegenwärtig in Reime zu bringen, da denn die I. wie durch einen Flor durchscheint, die unmittelbare Wirkung des ungeheuern Stoffes aber gedämpft wird GWBB13,137,8 Schiller 5.5.98 Die Symbolik verwandelt die Erscheinung in I., die I. in ein Bild, und so, daß die I. im Bild immer unendlich wirksam und unerreichbar bleibt und, selbst in allen Sprachen ausgesprochen, doch unaussprechlich bliebe GWB48,206,1f MuR(1113) [
üb ‘Alexis u Dora’] der Vater umfaßt die ganze I. der Reise in seinem Segen GWBB11,120,10 Schiller [7.7.96] was wissen wir denn von der I. des Göttlichen, und was wollen denn unsere engen Begriffe vom höchsten Wesen sagen! Gespr(FfA II 12,459,21) Eckerm 8.3.31 GWB23,272,13 Lj VIII 9 GWB42
2,442,4 Epoche d forciertTalente Schema GWBB17,38,11 Schiller 28.1.04
uö E
für Charakterzug, Eigenschaft Impertinentz und Nichtswürdigkeit klingen überall in der Schrifft vor .. diese I-n sind .. innig mit seinem Wesen vereiniget DjG
32,247,33 RAnw [30.3.72]
metonym für Charakter iGz ‘Ideal’ als Realisierung des Kunstschönen GWB47,348,5 StädelschKabinett [
Zit s v Ideal 2c] F
(Allgemein-)Begriff, Abstraktion; einmal neben ‘Zweck’ ein Seitenblick [
des Künstlers] .. auf verwandte Gegenstände [
ist] höchst nützlich, vorausgesetzt daß der Künstler fähig ist, sich zu I-n zu erheben und die nahe Verwandtschaft entfernt scheinender Dinge zu fassen GWB47,14,15 PropylEinl [
orographisch-hydrographische Karte] Ein vortreffliches Werk .. bedient von Künstlern, welche sich darauf verstehen, in solchen Darstellungen symbolisch zu verfahren, das heißt: das Detail der I., dem Begriff, dem Zweck unterzuordnen LA I 2,92,25 Min Geol Plp Weiber scheinen keiner I-n fähig, — kommen mir sämtlich vor wie die Franzosen
11) Gespr(He2,449) Riemer 30.5.09 GWBB25,283,17 Willemer 24.4.15 GWBB46,141,12 Zelter 9.11.29
uö G
als philos-metaphys Begriff, überwiegend in G-spezifischer Akzentuierung 1
iS neuzeitl philos Terminologie a
iS der ‘einfachen’ bzw ‘eingeborenen I-n’ der cartesischen Tradition (nur in Übs u mBez auf d’Alembert) [
betr Axiome der Geometrie] Die I-n [
Les idées] des Ganzen, der Theile, des Größeren, des Kleineren, sind sie nicht .. dieselbe einfache und einwohnende I. [
la même idée simple & individuelle]; indem man die eine nicht haben kann, ohne daß die übrigen alle sich zu gleicher Zeit darstellen GWBN11,81,2u4 MathMißbr [
für: les idées simples] GWBN11,81,13 MathMißbr GWBN11,370 Plp b
iS der Transzendentalphilosophie α
als Totalitätsbegriff der Vernunft iS Kants; öfters unspezifischer als (erkenntnistheoret u ontolog) polarer Gegenbegriff zu ‘Natur, Erscheinung, Erfahrung’ uä jene drei erhabenen, unter einander im innigsten Bezug stehenden I-n, Gott, Tugend und Unsterblichkeit, die höchsten Forderungen der Vernunft GWBN3,207,18 FlH IV die I. ist unabhängig von Raum und Zeit, die Naturforschung ist in Raum und Zeit beschränkt; daher ist in der I. Simultanes und Successives innigst verbunden, auf dem Standpunct der Erfahrung hingegen immer getrennt, und eine Naturwirkung die wir der I. gemäß als simultan und successiv zugleich denken sollen, scheint uns in eine Art Wahnsinn zu versetzen GWBN11,57,6u8u11 BedenkenErgebg In einem Brief [
von Meyer aus Italien] an die Herzogin Mutter steht eine lustige Stelle über die Künstler, welche jetzt Kantische I-n in allegorischen Bildern darstellen GWBB11,17,15 Schiller 30.1.96 Die Sinnlichkeit reicht ihr [
der Phantasie] rein umschriebene, gewisse Gestalten, der Verstand regelt ihre productive Kraft und die Vernunft giebt ihr die völlige Sicherheit, daß sie nicht mit Traumbildern spiele, sondern auf I-n gegründet sey
12) GWBB27,309,15 Maria Paulowna 31.12.16/2.1.17 K [Beilage] GWBN11,18,17 GlücklEreign=GWB36,251,26 BiogrEinzh [
Zit s v Erfahrung 5aβ] GWBB16,101,3 Schiller 5.7.02 GWBN11,57,1u3f BedenkenErgebg Gespr(FfA II 12,212,18) Eckerm 18.1.27
uö β
im Exzerpt aus Schellings ‘System des transzendentalen Idealismus’ als ein zw Endlichkeit u Unendlichkeit schwebendes Objekt der Einbildungskraft13) GWBN13,453,12 Ausz aus Schelling, Syst transzIdealism 2
ontologisierend: reine I., als wirkendes Gesetz in Natur u Geschichte a
Urbild der Erscheinung, das in der genetischen Entwicklung sich verwirklichende Musterbild (auch im platonischen Sinne), die Wirkkraft der Natur, auch Intention der (göttl) Schöpfung; mehrf als Potentialität od Gesetzmäßigkeit, bei Organismen iSv Anlage Die I. ist ewig und einzig; daß wir auch den Plural brauchen, ist nicht wohlgethan. Alles was wir gewahr werden und wovon wir reden können, sind nur Manifestationen der I.; Begriffe sprechen wir aus, und insofern ist die I. selbst ein Begriff GWB48,180,1u4f MuR(375) Wir können bei Betrachtung des Weltgebäudes .. uns der Vorstellung nicht erwehren daß dem Ganzen eine I. zum Grunde liege, wornach Gott in der Natur, die Natur in Gott, von Ewigkeit zu Ewigkeit schaffen und wirken möge GWBN11,56,5 BedenkenErgebg Jedes Lebendige ist kein Einzelnes, sondern eine Mehrheit .. eine Versammlung von lebendigen selbstständigen Wesen, die der I., der Anlage nach, gleich sind, in der Erscheinung aber gleich oder ähnlich, ungleich oder unähnlich werden können GWBN6,10,20 MorphH Absicht [
üb Magnetismus] ein Urphänomen, das unmittelbar an der I. steht und nichts Irdisches über sich erkennt GWBN1,297,10 FlD
[] 741 eine I. darf nicht liberal sein. Kräftig sei sie, tüchtig, in sich selbst abgeschlossen, damit sie den göttlichen Auftrag, productiv zu sein, erfülle GWB42
2,133,12 MuR(216) GWBN13,39,23 Morph Plp=GWB42
2,256,9 MuR(1136) [
Zit s v Gesetz 1aα] GWB42
2,189,16 MuR(656) GWBN6,226,2 Botanik GWBN11,283,10 Purkinje,Sehen subj GWBN5
1,390,15 Fl Nachtr
uö für: Reich des Geistes; auch in Abgrenzung zu Phantastik, Phantasterei u metonym für Verkörperung der Geisteswelt In der I. leben heißt das Unmögliche behandeln, als wenn es möglich wäre GWB42
2,142,6 MuR(262) Napoleon, der ganz in der I. lebte [<als die zum Begriff verkörperte I. GWB42
2,326], konnte sie doch im Bewußtsein nicht erfassen GWB42
2,142,11 MuR(263) Nun ist aber keine Nation vorzuführen, welche die I. unmittelbar im allgemeinen und gemeinsten Leben zu verkörpern geneigt wäre, als die spanische GWB41
2, 70,16 Üb:SpanRomanzen Höchst bemerkenswerth bleibt es immer, daß Menschen, deren Persönlichkeit fast ganz I. ist, sich so äußerst vor dem Phantastischen scheuen GWB42
2,143,8 MuR(265) GWB42
2,142,19 MuR(264) GWB41
2,70,11u19 Üb:SpanRomanzen
uö b
als emphat Ganzheitsvorstellung, Inbegriff der geistigen (transzendenten) Weltordnung; innerhalb einer polaren Weltvorstellung der geistige Anteil des Menschen am Absoluten (neben ‘Liebe’ als sinnlichem Anteil) Wenn man sie [
die Mathematiker] .. in Zeit und Raum gewähren läßt, so werden sie erkennen, daß wir etwas gewahr werden, was weit darüber hinausgeht, welches allen angehört und ohne welches sie selbst weder thun noch wirken könnten: Idee und Liebe GWBN11,119,18 MuR(711) Die Natur ist größer als der Begriff, und ist kleiner als die I., daher der Mensch noch immer einen Gott hinter die Natur setzt, damit er etwas ihm Ähnliches habe Gespr(He2,686) Riemer 25.8.11 GWB6,83 Div Die Jahre nahmen dir 10 Gespr(He2,786) Falk 15.3.13 3
regulative I., als ideales Ziel menschl Handelns u Denkens, menschl Kunstausübung; vereinzelt auch als Ziel der natürl Entwicklung in Richtung auf vollkommene, zweckfreie Schönheit Begriff ist Summe, I. Resultat der Erfahrung; jene zu ziehen wird Verstand, dieses zu erfassen, Vernunft erfordert GWBN11,158,17 MuR(1135) der Mensch .. [
muß] praktisch immer constitutiv seyn .. und sich .. um das was geschehen könnte nicht .. bekümmern .. sondern um das was geschehen sollte. Nun ist aber das letzte immer eine I. GWBB13,61,5 Schiller 10.2.98 Alle Empiriker streben nach der I. und können sie
14) in der Mannichfaltigkeit nicht entdecken; alle Theoretiker suchen sie im Mannichfaltigen und können sie darinnen nicht auffinden GWB42
2,209,18 MuR(803) Der Streit, ob die männliche Schönheit, in ihrer vollkommenheit, oder die weibliche in ihrer Art, höher stehe, kann nur aus der größern oder geringern Annäherung der männl. oder der weibl. Form an die I. geschlichtet werden. Nun reicht die männl. aber mehr an die
I.: denn in ihr hört das reale auf
15) Gespr(Gr6,182) Riemer [20.]11.06 GWBN5
2,259,14u18f u 24u29 Fl Plp GWBN12,12,26 Wolkengest GWB47,335,23 Samml 6 Plp GWB41
2,210,7 Üb:Schlosser,Universalhist
uö Bernd Hamacher B.H.