gottesidee,
f. ,
vereinzelt gottidee Zschokke (
s. u. 1 b); Rückert
ges. poet. w. (1867) 8, 569. 11)
gewöhnlich erscheint gott als gegenstand, inhalt der idee. 1@aa)
die dogmatisch unbestimmte, unterschiedlichen inhalts fähige gottesvorstellung: reine gottes-ideen der israelitischen poesie Herder 12, 76
S.; es scheint überhaupt jedes ich seine eigene und von der aller andern verschiedene gottesidee zu haben D. Fr. Strausz
ges. schr. (1876) 2, 10; wie die gottesideen der völker, so sind auch die gebäude ihrer gottesverehrung Raabe
s. w. I 2, 153
Klemm. 1@bb)
der gott setzende oder beinhaltende vernunftbegriff, unter voraussetzung der nomenklatur Kants: die gott-idee war sein (
des menschen), eh' sie ihm durch das leben und denken hell ward Zschokke
s. ausg. schr. (1824) 15, 90; die erlösung der welt von der gottesidee müsse sich erst recht vollziehen durch die vermählung freier geschlechtsrepräsentanten G. Keller
ges. w. (1889) 3, 200.
von hier aus als seinsbestimmung gottes als eines geistigen wesens: (
geistige freiheit) führt endlich zum lebendigen gefühl der gottesidee in der welt, deren offenbarung eben diese welt selbst ist Pückler
br. u. tageb. (1873) 4, 81; die gottesidee, die idee einer unendlichen und vollkommenen geistesperson
N. Hartmann
ethik (1935) 217. 1@cc)
der begriff von gott als etwas blosz gedachtem: jenen (
religiösen) instinkt, der, wenn er mächtig genug ist, die menschheit in dieser bewegung zu dem wahren gott zu erhalten, selbst etwas reelles, eine wirkliche potenz seyn musz, für deren erklärung man nicht hoffen könnte, mit der bloszen gottesidee auszureichen Schelling
w. (1856) II 1, 77; wir bemerkten oben, dasz dem Anselmus, indem er das dasein gottes beweisen wollte, unvermerkt anstelle des persönlichen gottes die gottesidee getreten war Jeppel
Kants ontolog. beweisversuche (1883) 11. 22)
der gedanke gottes: (
gott) drängte aber seine eigene gottesideen in diese (
fehlerhafte) sprache (
einfacher menschen), und wirkte aus ihr bis auf unsere zeiten Schubart
leben u. ges. 2 (1793) 218.