Wossidia
af von, ab 1. Präp.; in der älteren Sprache unseres Gebietes nur wenig, heute nur noch vereinzelt vertreten: wenn 'n ok noch wat weit, kann 'n dat nich af sick gäben WaWaren@AnkershagenAnk; mit von verbunden:
von de Tit af Bri. 2, 24; häufig an: von Stund af an von dem Augenblick an GüGüstrow@ZerninZern; von dunn af an von da ab WiWismar@NeuklosterNKlost; LuLudwigslust@NeustadtNeust; von buten af an vom offenen Meere aus WiWismar@KirchdorfKirchd; von hunnert Daler af an von hundert Talern aufwärts RoRostock@RibnitzRibn; syntaktisch mit den Pronominaladverbien dor und hier verbunden: 'men dar wolde Jesup ... nicht aff (davon) weten offte horen' (Wi 15.
Jh.) Jb. 55, 114; de weit dor nicks af der weiß nichts davon; dor wüßt he nicks af Ma; 'unvrede ..., de der mochte af herkamen' Slagg. 83; 'up dat dar nene klacht ofte unwille mochte aff kamen' 152; 'hier wart noch nichts aff' (hieraus wurde noch nichts) Rost. Veide 11; sodann in nominalen
u. a. Zss.:
wenn Ulenspeegel bargaf gahn is StaStargard@CamminCamm; de lütt Aal geiht stroman,
de grot stromaf WaWaren@WredenhagenWred; außerdem
s. kort-, siet-, dwas-, hen-, bet-, buten-,
vöraf, auch naffer,
raf und raffer. 2.
Adv. a. beim Richtungsakkusativ: de heel deep Grund noch af Bri. 1, 152; bei Hilfsverben, zumeist bei wesen, sien: dor wier 't af vorbei Wi Wismar@SternbergSternb; nu is dat (die alten Bräuche) all af RoRostock@AltheideAHeide; dat (der Aberglaube, die Erscheinung) is af vorbei Wa; dat 'Hei'seggen is ganz af RoRostock@BlankenhagenBlank; abends wier dat Vörmeigent af wurde ihm das Amt des Vormähers entzogen StaStargard@WoldegkWold; dor is de Pott mit af damit ist die Sache erledigt Schö Schönberg@SchlagsdorfSchlagsd; frei von: de Staker dee is af ist frei vom Abstaken PaParchim@SuckowSuck; hei is af ist ab vom Schlag, wer beim Schlagballspiel den Ball mit dem Schlagholz verfehlt hat, allg.; se warden dat af gewöhnen sich das ab; auf das Ende einer Arbeit oder eines Zustandes hinweisend: he wull den Stieg af hebben beseitigen RoRostock@AltheideAHeide; as wi 't Water af hadden lenz gepumpt WiWismar@KirchdorfKirchd; twintig Schap müßten an einen Dag af geschoren werden HaHagenow@WittenburgWitt; de Bodder will jo gor nich af (will nicht gerinnen, es will nicht buttern) Stillfr. Biweg. 79; mag dor keen Wurt af? willst du nicht das Schweigen brechen? Jeppe 6; lehnt sich an von und dorvon an: ick bün van af bin frei davon Muss. 81; auch ick bün dorvon af; de Pierknecht wier dorvon af, von 't Tüffelschellen brauchte keine Kartoffeln zu schälen RoRostock@DoberanDob; dor is dat Enn' von af das ist ohne Ende (Ausdruck des Unwillens über unaufhörliche Belästigung); ick will von 'n leewen Gott af sien (wenn dat nich wohr is) Beteuerung; dee is all von Gott un de Welt af HaHagenow@RedefinRed; bes. dorvon af verschleiernd vom, aus dem Leben: wenn eine ungerade Zahl Kinder konfirmiert wird, denn möt een dorvon af (muß sterben) Wa; bet hei dorvon af möt Bri. 5, 125; aus einer gefährlichen Lage: sall de Tamburmajure mit dat Läwen dorvon af 2, 247; sodann von weiterem absehen: dor will ick von af sien darauf will ich nicht Gewicht legen, davon will ich absehen StaStargard@ZippelowZipp; Wanzka; dorvon af davon abgesehen allg.; stärker: dor von allen af Wa; sonst: wenn de Katt bi den Rohm sitt, is de Kœksch nich wiet af Bri. 4, 22; in verkürzten Ausdrücken: denn heit dat: af af is ok 'n Aap wenn jem. Bankerott gemacht hat MaMalchin@GielowGiel; half af un noch mal midden dörch zum Händler, der einen zu hohen Preis fordert HaHagenow@RedefinRed; af, af, biet 'n groten Happs af RoRostock@Nienhagen bei BentwischNHagB. b. mit anderen
Adv. verbunden, zeitlich: af un an hin und wieder, zuweilen, mitunter: Mi 1
a; Wi; Mantz. Ruh. 7, 27; ebenso af un tau Mi 1
a; 'dat deden se tor Horst aff unde tho' (1448) Jb. 17, 340; räumlich: af un van un narends an in einem Hexenspruch vor dem Ritt Wa; GüGüstrow@RothspalkRoth. c. durch nah und up zur positiven Bedeutung eines Ziels oder Grundes gelangend: nah wat af sien eine Sache planen RoRostock@TessinTess; wo se up af weiren SchöSchönberg@SchlagsdorfSchlagsd; dor kannst du säker up af darauf kannst du bauen, vertrauen, davon kannst du überzeugt sein ebda; se güngen up den Jaguar af ebda; häufig das Ergebnis, die Leistung, das Befinden, die wirtschaftliche Lage bezeichnend, indem ein Verbalbegriff wie afhollen aushalten, afmaken
u. a. vorschwebt: ick kann dat gaut af gut aushalten; dat kann he gaut af den Schaden kann er gut überstehn; ick kann nicks af nichts vertragen; he kann dat nich af nicht durchhalten; de Spaden kann dat nich af kann das nicht leisten; dat mag dor (dat) nich af das wirft das Geschäft nicht ab, der Vorteil dürfte nicht zu erzielen sein; man kann ok mit weniger Tüg (Netz) af auskommen RoRostock@DierhagenDierh; sodann bei einschränkenden
Adj.: mi is dat jo knapp af mir geht es ärmlich RoRostock@NeuendorfNeu; de Dachlöhners sünd früher slicht af wäst schlimm daran gewesen LuLudwigslust@BrenzBrenz. — Zss.: Kummaf,
Kummheraf,
Schaffaf. — Bl. 46
a; Br. Wb. 1, 6; Da. 2
a; Dä. 4
a; Me. 1, 55; Ri. 2.