vergotten,
verb. zu einem gotte machen, göttliche verehrung geben, aus dem substantiv gebildet, einfaches gotten
nicht nachgewiesen. heute ist vergotten
durch vergöttern
vollständig verdrängt, neben vergotten
im ältern nhd. vergötten,
aeternitate donare Stieler 686.
mhd. öfters: hie nach volget, das in eim vorgotten menschen die liebe lûter und unvormischet und gûtwillig ist.
theologia deutsch 63
Pfeiffer; aber dâ got als got mensch ist oder dâ got lebet in einem götlichen oder vergotten menschen, dâ gehôrt got etwas zu, das sîn eigen ist. 59
Pfeiffer; nhd. von menschen, gottgleich machen: ja die gnade gottes macht jn gottförmig und vergöttet in, das in auch die schrifft gott und gottes son heiszt. Luther 1, 176; die uns ains und ain gaist mit got macht, und zum lebendigen got vergöt. S.
Frank 2, 82; dann erst wil uns gott in sich ziehen, vergötten. 3, 127; gleichwie geschriben steht, dasz man denen gleich werde, mit denen man umbgang, und wer mit pech umbgehet, der werde damit gepichet: darumb auch die, so mit gott auff erden (
dem papst) umbgehn, müssen vergöttet werden. Fischart
bienenk. 136
b; als man angefangen, die menschen zu vergötten (
d. h. zu heiligen zu machen).
Bodin (1591) 89; also hat gott derselben Mariä gottes jungfrau angezogen, aber in der seelen principio, nicht in das irdische fleisch, dasz sie wäre vergöttet worden; nein, sie muste sterben, wie alle menschen. J. Böhme 40
fragen 36, 13 (
s. 148); und, ob gleich gott alle menschen an sich nehme, die da sind und in ein vermenschet, das ist mit ihm vereiniget und sie in ihm vergottet.
teutsch theol. 9,
herausg. von Arnd (1670); vergöttet,
divus Maaler 419
d; Christus der vergöttet mensch. S. Frank 5, 19; wiewol wir sie (
die heiligen) doch auch divos heiszen, welches eben so vil ist als götter oder vergötete menschen gleich wie die heiden. Fischart
bienenk. 185
b; evangelisten, die zeugen alle vier, die zeigen ohne spott uns den vergotten mensch und den vermenschten gott. Andreä
glaubenstriumph 32;
ohne bezeichnung der person: auch heiszet das wort justificari nicht innerlich fromm und verwandelt werden, oder innerlich vergöttet werden und also gerecht sein, wie die mönche und Osiander dichten und schreien. Runge
bei Melanchthon 573
Bretschneider; von anderm als von menschen: das gottes wort heiliget und vergöttet alle ding, dazu es gesetzt wird. Luther 5, 160; got ist allein guot .. derhalben nicht guot, weisz oder frumm sein kan, was nit in disem guot, damit vereint, vergöttet und ein geist ist. Frank
paradoxa 3
b (1542); dasz Christus .. ein verklärt götlich himlisch geistlich an jm hat, das billicher gott dann fleisch genent wirt, weil es vergottet und durchgottet ist.
chron. 2
b; durch seinen geist gelert und vergöttet werde. Förtemann
urkundenb. 241.