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Entelechie

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Eintrag · Goethe-Wörterbuch

Entelechie

Bd. 3, Sp. 121
Entelechienach einem frühen Beleg ‘Pflanzenentelechie’, geprägt 1816 beim Studium von GFJägers ‘Ueber die Missbildungen der Gewächse’ (1814), Vorkommen erst ab 1824 in weitgehender Ablösung des bis dahin (teilw bereits iS des ‘Entelechie’-Begriffs1)) gebrauchten ‘Monade(Monas)’; von 15 Belegen 9mal in Gespr Eckerm 1828/30(ausgehend von Aristoteles’ Begriff) die den Lebewesen innewohnende, ihre Tätigkeit u Entwicklung bestimmende, auf Vervollkommnung zielende, zeitl unbegrenzt wirkende Kraft, Wesenheit, in versch Seinsbereichen, Gattungen, Individuen durch unterschiedl Rangstufe u Qualität gekennzeichnet, auch körperunabhängig existierend; bes mBez auf die menschl Persönlichkeit  [üb EStiedenroths ‘Psychologie zur Erklärung der Seelenerscheinungen’, 1824] Alle Wirkung des Äußern auf’s Innere trägt er unvergleichlich vor .. Aber mit der Gegenwirkung des Innern nach außen gelingt es ihm nicht eben so. Der E., die nichts aufnimmt, ohne sich’s durch eigene Zuthat anzueignen, läßt er nicht Gerechtigkeit widerfahren, und mit dem Genie will es auf diesem Weg gar nicht fort GWB412,159,19 MuR(273)  Jede E. .. ist ein Stück Ewigkeit, und die paar Jahre die sie mit dem irdischen Körper verbunden ist, machen sie nicht alt. — Ist diese E. geringer Art, so wird sie während ihrer körperlichen Verdüsterung wenig Herrschaft ausüben .. Ist aber die E. mächtiger Art, wie es bei allen genialen Naturen der Fall ist, so wird sie, bei ihrer belebenden Durchdringung des Körpers, nicht allein auf dessen Organisation kräftigend und veredelnd einwirken, sondern sie wird auch, bei ihrer geistigen Übermacht, ihr Vorrecht einer ewigen Jugend fortwährend geltend zu machen suchen. Daher kommt es denn, daß wir bei vorzüglich begabten Menschen auch während ihres Alters immer noch frische Epochen besonderer Productivität wahrnehmen .. Aber jung ist jung, und wie mächtig auch eine E. sich erweise, sie wird doch über das Körperliche nie ganz Herr werden, und es ist ein gewaltiger Unterschied, ob sie an ihm einen Alliirten oder einen Gegner findet Gespr Eckerm 11.3.28  Die Hartnäckigkeit des Individuums und daß der Mensch abschüttelt was ihm nicht gemäß ist .. ist mir ein Beweis daß so etwas existire .. Leibnitz .. hat ähnliche Gedanken über solche selbstständige Wesen gehabt .. was wir mit dem Ausdruck E. bezeichnen, nannte er Monaden Gespr Eckerm 3.3.30  Ich zweifle nicht an unserer Fortdauer, denn die Natur kann die E. nicht entbehren. Aber wir sind nicht auf gleiche Weise unsterblich, und um sich künftig als große E. zu manifestiren, muß man auch eine seyn Gespr Eckerm 1.9.29 Gespr(He32,545) Eckerm 13.1.30 in G-s Dichtung mBez auf Faust, Makarie, Homunc  Chor der Engel (Faustens E. heran bringend) GWB152,10 Faust II Regiebem vor 11954 Var [Faustens Unsterbliches tragend GWBFaust II Regiebem vor 11934]  daß sie [Makarie] .. im Begriff sei .. in dem unendlichen Raum dem Saturn entgegen zu streben .. wir hoffen daß eine solche E. sich nicht ganz aus unserm Sonnensystem entfernen, sondern .. sich wieder zurücksehnen werde, um zu Gunsten unsrer Urenkel in das irdische Leben und Wohlthun wieder einzuwirken GWB251,284,13 Wj III 15  Gespräche über den Homunculus. E. und Unsterblichkeit Gespr(He32,542) Eckerm 6.1.302) einmal im Hinblick auf das Tierreich, in Gegenüberstellung zur monadischen Erscheinungsform  Die Frage über die Instincte der Thiere läßt sich nur durch den Begriff von Monaden und E-n auflösen. Jede Monas ist eine E., die unter gewissen Bedingungen zur Erscheinung kommt GWBN11,163,20u22 MuR(1397) Eva Beck E. B.
3544 Zeichen · 54 Sätze

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Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    ENTELECHIEf.

    Grimm Neubearbeitung (1965–)

    ENTELECHIE f. lehnwort aus gr. ἐντελέχεια. 1 einem lebewesen, einer sache innewohnendes formprinzip, das sie zur vollend…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Entelechie

    Goethe-Wörterbuch

    Entelechie nach einem frühen Beleg ‘Pflanzenentelechie’, geprägt 1816 beim Studium von GFJägers ‘Ueber die Missbildungen…

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Entelechie

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +1 Parallelbeleg

    Entelechie , griech.-deutsch, Thätigkeit, Wirklichkeit, bei Aristoteles ein Terminus zur Bezeichnung eines Objects in se…

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Cotta, M. (2026). „entelechie". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/entelechie/gwb
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Cotta, Marcel. „entelechie". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/entelechie/gwb. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „entelechie". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/entelechie/gwb.
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