Organismus zweimal ‘Organism’ (bei rund 50 Belegen)1); s Vorbem zu ‘organisch’. 1
(geistig-)physisches Ganzes, sich regulierendes System von Organen; häufig für: Körper a
mBez auf eine konkr Lebensform α
im Hinblick auf die Pflanze Die Spiralgefäße, welche den vegetabilen O. allgemein durchdringen, sind durch anatomische Forschungen, so wie die Abweichung ihrer Gestalt nach und nach in's Klare gesetzt worden GWBN7,42,13 SpiralTend 1831 N6,14,1 MorphH Absicht
uö(selten) β
in Hinsicht auf das Tier; auch in Berührung mit γ; einmal ‘labyrinthischer O.’ [
betr graphische Darstellung mit dem Kassler Elefantenschädel] Die Ursachen der unterbrochenen Symmetrie beider Hälften würde lieber als Wirkung der Atrophie ansehen, eines verkümmerten Wachsthums, woran der südlichere O. im nördlichen Klima leidet GWBB38,53,15 d
'GWBAlton 21.2.24 [
angesichts einer von Goethe gefangengehaltenen Schlange] Hände und Füße ist die Natur diesem länglich ineinandergeschobenen O. schuldig geblieben, wiewohl dieser Kopf und diese Augen beides wohl verdient hätten; wie sie denn überhaupt manches schuldig bleibt, was sie für den Augenblick fallen läßt, aber späterhin doch wieder unter günstigern Umständen aufnimmt GWBGespr(He2,457) Falk 30.6.09 [
im Zshg der Vergleichenden Anatomie] daß wir keine Art der Manifestation des labyrinthischen O. außer Acht lassen dürfen, wenn wir durch Anschauung des Äußeren zur Einsicht in das Innerste gelangen wollen GWBN7,206,11 PrincPhilZool II 1832 Dr. Carus in Dresden läßt uns von seinem Werke: Über die Ur-Theile des Schalen- und Knochengerüstes sehr viel erwarten; es ist ein eigner Mann, der sich des abstracten O. so emsig annimmt GWBB36,168,11 Nees 20.9.22 B48,169,21 Zelter 31.3.31 N13,20,7 Morph Plp
uö γ
im Hinblick auf den Menschen; meist vornehmlich bezogen auf die Physis, einmal jedoch bei ausdrücklicher Kennzeichnung der ‘Leib’-‘Geist’-Einheit; auch ‘unerforschlicher O.’ dieser [
ein Arzt Paganinis] setzt [
in einem Aufsatz]..heraus, wie dieses merkwürdigen Mannes musicalisches Talent durch die Conformation seines Körpers..bestimmt..ja genöthigt werde, das Unglaubliche..hervorzubringen. Es führt uns andere dieß auf jene Überzeugung..daß der O. in seinen Determinationen die wunderlichen Manifestationen der lebendigen Wesen hervorbringe GWBB48,224,26 Zelter 9.6.31 [
betr Herders ‘Abhandlung über den Ursprung der Sprache’] Die Verwandtschaft aller Sprachen liege in der Übereinstimmung der Idee, wonach die schaffende Kraft das menschliche Geschlecht und seinen O. gebildet GWB32,183,12 ItR [
Vertreter der plastischen Anatomie:] Jeder Arzt..ist nichts ohne die genauste Kenntniß der äußern und innern Glieder des Menschen, und es reicht keineswegs hin..sich von Gestalt, Lage, Zusammenhang der mannichfaltigsten Theile des unerforschlichen O. einen oberflächlichen Begriff gemacht zu haben. Täglich soll der Arzt, dem es Ernst ist, in der Wiederholung dieses Wissens..sich zu üben, sich den Zusammenhang dieses lebendigen Wunders immer vor Geist und Auge zu erneuern alle Gelegenheit suchen GWB25
1,96,21 Wj III 3 durch ein falsches Bestreben wird der ganze O., Leib und Geist, aus den Fugen gerückt, und es ist gleich, ob eins oder das andere erkrankt und zuletzt bey verworrener Anstrengung zu Grunde geht GWBB49,248,11 Zelter 23.2.32 Gespr(He2,785) Falk 15.3.13 N11,270,20 u 278,2 Purkinje,Sehen subj [Purkinje] N1,294,7 FlD 734
uö(selten) mehrf in Selbstaussage; auch im Bild [
mBez auf eigene ungesunde u asketische Lebensgewohnheiten in der Studentenzeit] ich verhetzte meinen glücklichen O. dergestalt, daß die darin enthaltenen besondern Systeme zuletzt in eine Verschwörung und Revolution ausbrechen mußten, um das Ganze zu retten..wachte ich mit einem heftigen Blutsturz auf GWB27,186,15 DuW 8 [
mit Blick auf das eigene Schaffen] Ich habe unzählige Webereyen und Strickereyen, Bauereyen und Pflanzereyen unternommen, die mir immerfort, unter der Hand, zur Hand wachsen, daß ich gar keine Zeit habe mich [
wie es der indische Weise Calanus(sd) tat] zu verbrennen, vielmehr in größter Thätigkeit abwarte, bis dieser wunderliche O. sich in sich selbst verkohlt oder auch wohl durch einen andern chemischen Proceß sich umbildet und wo möglich thätiger vergeistet GWBB49,397,9 Zelter 3.1.32 K B36,89,24 August 7.7.22 B37,16,20 Seebeck 16.4.23 B48,175,8 Loder 7.4.31
uö(selten) ‘geistiger Organism’ für die komplexe seelisch-intellektuelle Ganzheit eines Menschen Wie sich einmal der geistige Organism des [
individuellen] Menschen gebildet, darüber könne er nicht hinaus GWBGespr(He3
1,249) Kanzl Müller 8.6.21 b
zugl iSv Lebewesen, Lebensform; in allg Aussage; auch bei (vergleichender) Bezugnahme auf künstlerische Phänomene wir machen..auf eine höhere Maxime des O. aufmerksam..Jedes Lebendige ist kein Einzelnes, sondern eine Mehrheit; selbst insofern es uns als Individuum erscheint, bleibt es doch eine Versammlung von lebendigen selbstständigen Wesen..Je vollkommner das Geschöpf wird, desto unähnlicher werden die Theile einander.. GWBN6,10,15 MorphH Absicht Das Anerkennen eines Neben-, Mit- und Ineinander-Seins und Wirkens verwandter lebendiger Wesen, leitet uns bei jeder Betrachtung des O. und erleuchtet den Stufenweg vom Unvollkommenen zum Vollkommenen GWBN11,270,9 Purkinje,Sehen subj das Naturgesetz..Daß sich eine Raçe durch die andere verändern lasse und dann constant bestehe..Wir halten dieß für ein höchst bedeutendes Enunciat das nach vielen Seiten des O. hinweist, freilich muß die Umwandlung eine Gränze haben, und nur die Vollkommenheit des Geschöpfs kann sie bestimmen GWBN12,168,10 Morph Plp [
über eine im griech Stile bildlich dargestellte Urne] wir..vermuthen, sie wolle sagen: daß auch das Leblose durch echten Kunstsinn zu so hoher Schönheit könne ausgebildet werden, um in Absicht auf gehörige gefällige Form mit dem vollkommensten O. zu wetteifern GWB53,217,13 Bilder am Hause G-s bRegierungsjub CarlAug N13,42,23 Morph Plp
uö c
iSv biol Art Wenn Jemand..seine Überzeugung ausspricht: daß noch jetzt eine Entstehung neuer Organismen statt finde und fortwähre, so werden ihm gewiß viele beystimmen; denn durch die Vorstellung einer successiven Schöpfung..wird eine immer fortdauernde schon eingeleitet. Auch sollte..die Entstehung neuer Thiere und Pflanzen..nicht allzu paradox erscheinen GWBB28,265,7 Tauscher 30.9.17 K d
im metasprachl Gebrauch GWB40,334,1u2 Notiz inJALZ [
Zit s v organisch 1a] 2
wohl für die jdn umgebende in sich zusammenhängende Welt, für das sinnvoll strukturierte Gefüge der lebendigen wie leblosen irdischen Erscheinungen Ich liebe es..nicht, mich mit Sachen zu beschäftigen, die von mir so weit weg liegen, deswegen mag ich selbst nicht die Astronomie treiben, weil eine klare Einsicht in den O., der mir so nahe liegt und der mich von allen Seiten umgibt, mir tausendmal lieber ist GWBGespr(He2,786) Falk 15.3.13
→ GWB
Pflanzen- Syn zu 1
Gebilde Geschöpf Gestalt Körper Kreatur Natur Wesen zu 2 Lebenskreis 1) zur vergleichsweise geringen Zahl der Wortverwendungen, auch allg zu dem Begriff bei Goethe, s GHb342,812f (s v Organismus) Organistabgekürzt Organ.GWBB9,396
die Orgel spielender MusikerWohl erinnerte ich mich..an den guten O-en von Berka[
JHFSchütz]; denn dort war mir zuerst..ein Begriff von eurem Großmeister[
Bach]geworden..GWBB42,376,4 Zelter [Ende Juni 27] B27,7,3u12 Zelter 3.5.16 B47,7,13 Rochlitz 6.4.30
uö→ Bürgermeister-