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Herz

ahd. bis spez. · 20 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Meyers
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Eintrag · Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

Herz

Bd. 9, Sp. 244
Herz (Cor), pulsierender Abschnitt der Blutgefäße der Tiere zur Fortbewegung des Blutes. Seine Verengerung und Erweiterung entstehen durch die Muskelfasern der Wandung und bewirken ein Aus-, resp Einpumpen des Blutes, doch kann der Inhalt auch Lymphe sein, so daß man zwischen Lymphherzen (bei den Wirbeltieren mit Ausnahme der Säugetiere) und Blutherzen (Herzen im engern Sinn) unterscheidet. Übrigens kann mehr als ein H. vorhanden sein, so pulsieren z. B. bei Amphioxus, dem niedrigsten Wirbeltier, alle größern Gefäße. Bei den Manteltieren ändert sich der Blutstrom im H. und geht eine Zeitlang von vorn nach hinten, steht dann einen Augenblick still und beginnt darauf seine Tätigkeit in umgekehrter Richtung, so daß die von ihm ausgehende Hauptader erst eine Arterie, dann eine Vene ist. Je nachdem das H. venöses (sauerstoffarmes) Blut zu den Atmungsorganen oder arterielles (sauerstoffreiches) in den übrigen Körper treibt, ist es ein venöses oder arterielles H. Ersteres kommt den Fischen zu, bei denen es (abgesehen von den Leptokardiern) den einfachsten Bau zeigt. Es liegt am Hals und besteht aus nur zwei Abteilungen, dem hintern Vorhof (Vorkammer) und der vordern Herzkammer. In jenen wird bei Erweiterung des Herzens aus dem Körper durch die Hauptvene das venöse Blut eingesaugt, gelangt durch eine (mit zwei gleich einem Ventil wirkenden Klappen verschließbare) Öffnung in die Kammer und wird bei deren Verengerung in die Kiemen geschafft, um dort mit Sauerstoff versorgt zu werden. Vorkammer und Kammer sind von einem häutigen Sack, dem Herzbeutel (pericardium), umgeben. Auch die Hauptarterie, in die das Blut direkt aus der Kammer gelangt, ist gegen letztere durch eine besondere Klappe (s. unten) zur Verhütung des Rücktritts des Blutes in das H. abgeschlossen. – Bei Lurchfischen und Amphibien beginnt eine Scheidung des Vorhofs in zwei Räume, einen rechten, in den nach wie vor die Hauptvene mündet, und einen linken, der aus den Lungen Blut empfängt; beide münden in die ungeteilte Kammer, die also nicht mehr nur venöses, sondern gemischtes Blut führt. Doch zerfällt auch sie bei den Reptilien z. T. erst unvollkommen, bei den höhern Wirbeltieren vollkommen in zwei Kammern, die aus den gleichnamigen Vorhöfen das Blut aufnehmen, um es (die linke) durch die Aorta in den Körper oder (die rechte) in die Lungen zu treiben (s. Blutbewegung). Zugleich ändert das H. seine Lage, indem es vom Hals in die Brusthöhle rückt, wobei die Kammern nach hinten gerichtet werden. Jetzt enthält nun die rechte Hälfte nur venöses, die linke arterielles Blut, und beide stehen in keinem direkten Zusammenhang mehr. Die Kammern sind gegen die zugehörigen Vorhöfe einerseits und die aus ihnen hervorgehenden Adern anderseits durch Klappen verschließbar. Diesen vollkommenen Bau erlangt das H. der Vögel, Säugetiere und auch des Menschen. Beim Menschen ist das H. ein hohler muskulöser Körper im vordern Teil der Brusthöhle (mehr nach der linken Seite, s. Tafel »Blutgefäße«, Fig. 5, und Tafel »Eingeweide I«, Fig. 2). Es ruht auf dem Zwerchfell und hängt an den großen Gefäßstämmen, die hinein- und austreten. Der umgebende Herzbeutel ist ein geschlossener Sack und wird von ihm fast ganz ausgefüllt, so daß nur noch Raum für etwa einen Eßlöffel voll einer klaren Flüssigkeit (Herzbeutelwasser, liquor pericardii) zur Verminderung der Reibung übrigbleibt. Die Größe des Herzens wechselt nach dem Blutgehalt etc. sehr; in mittlerer Ausdehnung ist es etwa 150 mm lang und hat an der weitesten Stelle etwa 250 mm im Umfang, kommt also ziemlich der geballten Faust an Größe gleich. Jede seiner vier Höhlen kann etwa 160 g Blut fassen. An der Außenfläche laufen in einer seichten Längsfurche und einer tiefern Querfurche die Kranzgefäße (s. unten). Durch eine muskulöse, der Längsfurche entsprechende Scheidewand wird das H. in eine rechte, mehr nach vorn, und eine linke, mehr nach hinten zu liegende Hälfte zerlegt; die erste bezeichnet man, da sie den Lungenkreislauf besorgt, auch als Lungenherz, die letzte aus dem entsprechenden Grund als Aortenherz. Jede Herzhälfte zerfällt wieder in zwei Abteilungen, nämlich in die Herzkammer (ventriculus cordis) und in die Vorkammer oder den Vorhof (atrium cordis; s. Tafel »Eingeweide II«, Fig. 4). Jeder Vorhof besteht aus einem weitern Schlauch (sinus) und einer engern zipfelförmigen Verlängerung, dem Herzohr (auricula); jener hat Öffnungen zur Aufnahme der großen Venen stämme und steht mit der Herzkammer durch eine weite Öffnung in Verbindung. Die Herzkammern bilden den untern Teil des Herzens; ihre Wände sind beträchtlich dicker als die der Vorhöfe, und zwar die Wand der linken Kammer wieder drei- bis viermal so dick wie die der rechten. Die Innenfläche der Herzhöhlen ist glatt und glänzend, da sie von der innern Herzhaut, endocardium, überzogen ist, die in die innere Haut der großen Adern übergeht. Die rechte Vorkammer nimmt die beiden Hohlvenen in sich auf, und zwar die obere ohne Klappe, während die untere die schmale, sichelförmige, oft durchlöcherte Eustachische Klappe (valvula Eustachii) besitzt, die sie aber nicht abschließt. Weiter mündet in den rechten Vorhof die große Herzvene; er wird durch eine zarte Klappe, die Valvula Thebesii, abgeschlossen. Die Wand beider Vorhofe zeigt eine ovale Grube und beim Fötus eine Öffnung (eiförmiges Loch, foramen ovale). Die rechte Herzkammer ist auf dem Querschnitt halbmondförmig; ihre fleischige Wand ist etwa 3–4 nun dick, auf ihrer Innenfläche treten zahlreiche Fleischbalken (s. Tafel »Blutgefäße«, Fig. 1) und kleine Muskeln (Warzenmuskeln, musculi papillares) hervor. Von ihrer Spitze gehen zarte weiße Sehnenfäden (chordae tendineae) zum untern Rande der dreizipfeligen Klappe (valvula tricuspidalis) hin, durch welche die rechte Kammer vom rechten Vorhof abgeschlossen werden kann. An der Öffnung zur Lungenarterie besteht die Klappe (valvula pulmonalis) aus drei halbmondförmigen, in einem Kreis zusammengestellten Taschen (Fig. 2). In die der rechten fast gleich gebauten linken Vorkammer öffnen sich die vier Lungenvenen, die das Blut aus den Lungen nach dem Herzen zurückbringen. Hier fehlen die Klappen. Die Verbindung mit der linken Kammer hingegen kann durch die zweizipfelige oder Mützenklappe (valvula bicuspidalis s. mitralis) abgeschlossen werden; letztere ist ähnlich der schon genannten dreizipfeligen Klappe eingerichtet. Die linke Herzkammer, mit etwa 1 cm dicker Wand und kreisförmigem Querschnitt, nimmt das Blut aus dem linken Vorhof auf und treibt es durch eine Öffnung an ihrer Basis in die Aorta, wobei eine Klappe ähnlich der an der Lungenarterie den Rückfluß des Blutes verhütet. – Das H. besteht aus quergestreiften Muskelfasern, die sich gabeln und zu einem Netz mit schmalen, langgestreckten Maschen zusammentreten. Tafel »Eingeweide IV«, Fig. 2, zeigt in A (4001ache Vergrößerung) die Aussicht auf Herzmuskelzellen, A´ den optischen Querschnitt, B (150fache Vergrößerung) und B´ Aussicht und Querschnitt einer gewöhnlichen, quergestreiften Skelettmuskelfaser. Die Herzmuskelzellen sind voneinander abgrenzbar, haben ihren Kern k in der Mitte des Zelleibes, stehen miteinander durch Brücken b in Verbindung und haben wahrscheinlich keine Hülle. Die Skelettmuskeln bestehen aus viel stärkern, runden, nur durch gegenseitigen Druck abgeplatteten Teilen (die Fleischfaser des Laien setzt sich noch aus vielen feinern zusammen), die nicht miteinander zusammenhängen und ihre vielen Kerne k dicht unter dem elastischen Sarkolemma s haben. C zeigt ein Stück Herzmuskel im Quer-, D im Längs-, F im Schrägschnitt (C D E 300 fache Vergrößerung). Bei g ist eine größere Arterie quergetroffen, c c sind die reichlichen Kapillaren, deren längliche Kerne in D dargestellt sind. Außen ist das H. mit Fettgewebe überzogen, das bei starkem Auftreten die Bewegungen stört. Unter einem Fettherzen wird aber auch die fettige Entartung der Herzmuskeln (und ihre dadurch gestörte Kontraktilität) verstanden. – Das H. ist reich an Gefäßen und Nerven. Sein Ernährungsblut erhält es durch die beiden Kranzarterien (arteriae coronariae cordis, s. Tafel »Blutgefäße«, Fig. 1), ose aus der Aorta unmittelbar nach deren Ursprung abtreten. Die Kranzvenen begleiten die Arterien und sammeln sich in der großen Herzvene, die ihr Blut in den rechten Vorhof entleert. Auch mit Lymphgefäßen sind H. und Herzbeutel versehen. Die sehr zahlreichen Nerven stammen teils aus dem zehnten Hirnnervenpaar (nervus vagus), teils aus dem sympathischen Nerv, deren für das H. bestimmte Zweige das zwischen Aorta und Lungenarterie liegende große Herznervengeflecht bilden. – Über den Kreislauf des Blutes, den Herzschlag etc. s. Blutbewegung; über die Entwickelung des Herzens beim Menschen und den embryonalen Kreislauf s. Embryo. Wegen der lebhaften Wechselwirkung, die zwischen seelischer Erregung (Gemütsbewegung) und Herzschlag besteht, so daß nicht allein Angst, Furcht, Wut etc. alsbald Herzklopfen erzeugen, sondern auch umgekehrt krankhafte Beklemmungen und Erregungen des Herzens sofort auf die Psyche zurückwirken, hat man seit alten Zeiten das H. als den Sitz des Gemüts, der Gefühle und Triebe (Liebe) sowie moralischer und Charaktervollkommenheiten (Mut, Treue, Gewissenhaftigkeit) betrachtet. Wie wir noch heute sprechen: »Jemand hat H.«, statt Mut, wie wir herzhaft, herzlich, starkherzig, leichtherzig, herzlieb, Mutterherz und ähnliche Ausdrücke brauchen, so bedeuteten schon bei Griechen und Römern dis Worte kardia und cor nicht bloß das H., sondern auch Gemüt, Stimmung, Gesinnung, ja selbst Einsicht, Verstand, Besonnenheit etc. Daher die lebhafte Verwendung der Herzfigur in Bildersprache, Symbolik und Volkskunst, die häufige Erwähnung des Herzens in Rede, Dichtkunst und Gebärde (Hand aufs H. I) als des Sitzes der Zuneigung, Liebe und Treue, die Gleichnisse vom gebrochenen und durchbohrten Herzen (sieben Schwerter der Marienbilder) und seine Bezeichnung als des schlechthin edelsten Körperteils, das daher häufig getrennt an solchen Orten beigesetzt wurde, zu denen jemand im Leben sein »H. hingezogen fühlte« (z. B. das H. Kaiser Heinrichs III. im Kaiserhause zu Goslar), die Darbringung der Herzen beim Götzenopfer, die zahlreichen Sagen vom »H. aus dem Leibe reißen« und dem Herzessen, um Kraft und Mut des vorigen Inhabers in sich überzuleiten, in der Helden-, Götter- und Tiersage. So sollte Zeus das noch zuckende H. des von den Titanen zerrissenen Zagreus verschluckt haben, und Loki durch Verzehrung des verknöcherten Herzens eines alten Weibes so hartherzig geworden sein; Siegfried erbt durch Verzehrung von Fafnirs H. dessen Tiersprachenkunde. Den menschlichen Vorzügen der Weich-, Warm- und Barmherzigkeit werden die Raben-, Tiger- u. Steinherzen gegenübergestellt. Vgl. Engelmann, Das H. und seine Tätigkeit im Lichte neuerer Forschung (Leipz. 1904). Herzkrankheiten betreffen entweder den Herzbeutel, wie die Herzbeutelentzündung, oder die Herzinnenhaut mit dem Klappenapparat (s. Herzfehler und Herzentzündung) oder das Herzfleisch selbst. Hier sind namentlich die chronische Entzündung und die Entartung des Herzmuskels, ferner die Koronarsklerose (s. Herzmuskelerkrankungen) zu nennen, dann kommen die sogen. Herzfehler in Betracht, die angeboren oder erworben sein können, sowie die Herzerweiterung und die übermäßige Vermehrung der Muskelsubstanz des Herzens, die Herzhypertrophie. Das krankhafte Herzklopfen und andre nervöse Störungen faßt man unter der Bezeichnung Herzneurosen zusammen. Eine auffallende, aber ziemlich bedeutungslose Veränderung des Herzfleisches ist die braune Atrophie, bestehend in Schwund der Muskelsubstanz und Einlagerung brauner Farbstoffkörnchen in die Muskelfasern, wodurch eine tiefbraune Färbung des Fleisches entsteht. Diese Erscheinung findet sich besonders bei an Altersschwäche und an zehrenden Krankheiten Gestorbenen. In der neuesten Zeit ist im deutschen Heer eine Zunahme der Herzkrankheiten beobachtet worden. Der Zugang an Herzkranken betrug vom Tausend der Kopfstärke im Durchschnitt der Jahre 350@@break Bei der Musterung und Aushebung wurden unter 1000 Vorgestellten herzleidend befunden und als untauglich für den Heeresdienst erklärt: 250@@break In den Provinzen Hannover, Sachsen, im Großherzogtum Hessen und den thüringischen Staaten und daran anschließend in Teilen der Rheinprovinz, der Provinz Brandenburg und Badens sind Herzfehler besonders häufig. Am häufigsten sind nervöse Störungen der Herztätigkeit und Herzklappenerkrankungen, am wenigsten häufig idiopathische Herzvergrößerung und Herzbeutelentzündung, doch sind in die erste Gruppe wohl nicht wenige Fälle von Herzmuskelerkrankungen und wohl auch Herzgefäßerkrankungen und Erkrankungen des arteriellen Gefäßsystems mit eingereiht, die klinisch das Bild nervöser Herzstörungen darboten. Als Ursachen der Zunahme der Herzkrankheiten sind zu betrachten: soziale Mißstände, vorzeitiges Heranziehen unreifer Knaben zu anstrengender Tätigkeit, unregelmäßige Verteilung zwischen Ruhe und Arbeit, das hierdurch bedingte Zurückbleiben körperlicher Entwickelung, frühe Angewöhnung an alkoholische Getränke und Tabak, übertriebener Sport, besonders unvernünftiges Radfahren, Rudern, Schwimmen, Scheu vor Körpertätigkeit in den verschiedenen Berufsklassen, Überhandnahme der Hysterie und Neurasthenie im Jünglingsalter. Dazu kommt dann noch die Influenza, die wie eine große Anzahl andrer Infektionskrankheiten recht oft Herzmuskelveränderungen mit ihren Folgen und noch häufiger lang dauernde Schwächezustände erzeugt, die der Entstehung von Herzstörungen leicht Vorschub leisten. Vgl. Stokes, Krankheiten des Herzens und der Aorta (deutsch von Lindwurm, Würzb. 1855); Bamberger, Lehrbuch der Krankheiten des Herzens (Wien 1857); F ri ed reich, Krankheiten des Herzens (2. Aufl., Erlang. 1867); Fräntzel, Vorlesungen über die Krankheiten des Herzens (Berl. 1889–92, 3 Bde.); Sée, »Traité des maladies du cœur« (Par. 1889–1893, 2 Bde.; Bd. 1 deutsch: Klinik der Herzkrankheiten (Hamb. 1890); Rosenbach, Die Krankheiten des Herzens (Wien 1893–97) und Grundriß der Pathologie und Therapie der Herzkrankheiten (das. 1899); Romberg, Krankheiten der Kreislaufsorgane (in Ebstein Schwalbes »Handbuch der praktischen Medizin«, Stuttgart 1899); die betreffenden Teile von Jürgensen, Krehl, Schrötter und Vierordt in Nothnagels »Spezieller Pathologie und Therapie« (Wien 1894–1901), A. Hoffmann, Pathologie und Therapie der Herzneurosen und funktionellen Kreislaufstörungen (Wiesbaden 1901); Burwinkel, Die Herzleiden, ihre Ursachen und Bekämpfung (4. Aufl., Münch. 1903).
14579 Zeichen · 140 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    herz

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    -herz vgl. -herz(i).

  2. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    hërzswn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +3 Parallelbelege

    hërze , hërz swn. BMZ dat. sing. u. nom. acc. pl. zuweilen st. herze; gen. sing. unecht herzens Chr. 3. 169,17. 170,25 (…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Hêrz

    Adelung (1793–1801) · +6 Parallelbelege

    1. Das Hêrz , des -ens, Dat. -en, Accus. das Herz, plur. die -en; Diminut. das Herzchen, Oberd. Herzlein, zusammen gezog…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Herz

    Goethe-Wörterbuch

    Herz vereinzelt Kleinschr (zB T1,294,11 ), gelegentl -tz (zB DjG3 1 ,32,28 ); Nom/AkkSg bes in der Frühzeit auch ‘H-e’. …

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Herz

    Herder (Konv.-Lex., 1854–57) · +5 Parallelbelege

    Herz (cor) , das Centralorgan d. gesammten Gefäßsystems, liegt unter dem Brustbeine zwischen den beiden Lungenflügeln, e…

  6. modern
    Dialekt
    Hërz

    Elsässisches Wb. · +5 Parallelbelege

    Hërz [Hárts Liebsd. Mü. Banzenh. Su. ; Harts fast allg.; Hærts Str. W.; Pl. –ər; Hartsə Bf. ] n. 1. Herz. Hes t du e H.?…

  7. Sprichwörter
    Herz

    Wander (Sprichwörter)

    Herz 1. Ae frühlich Hatz, en fresche Moth magd Scha' (Schaden) wier jod, hölpt ouch noch witt enn schlête Zitt. ( Aachen…

  8. Spezial
    Herz

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    Herz n. (-ens,-en) 1 (auch ‹fig› ) cör (cörs) m. 2 (Brust) piet (piec) m. 3 ‹fig› (Gemüt) anim (-s) m. 4 ‹fig› (Mut) cor…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit herz

1.592 Bildungen · 1.539 Erstglied · 39 Zweitglied · 14 Ableitungen

herz‑ als Erstglied (30 von 1.539)

herz(a)sioh

EWA

herzâdraAWB f. ō(n)-St., in Gl. nicht vor dem letzten Drittel des 9. Jh.s: ‚(Herz-)Schlagader, Arterie, Brusthöhle; ar- teria, carotica, fib…

herz(a)suht

EWA

herzâdraAWB f. ō(n)-St., in Gl. nicht vor dem letzten Drittel des 9. Jh.s: ‚(Herz-)Schlagader, Arterie, Brusthöhle; ar- teria, carotica, fib…

herz(a)suhtîg

EWA

herzâdraAWB f. ō(n)-St., in Gl. nicht vor dem letzten Drittel des 9. Jh.s: ‚(Herz-)Schlagader, Arterie, Brusthöhle; ar- teria, carotica, fib…

herz(e)blat

EWA

herzâdraAWB f. ō(n)-St., in Gl. nicht vor dem letzten Drittel des 9. Jh.s: ‚(Herz-)Schlagader, Arterie, Brusthöhle; ar- teria, carotica, fib…

herz(en)leidig

FWB

1. ›die Seele bedrückend, beschwerend‹; 2. ›mitleidig, mitfühlend‹

Herzachter

SHW

Herz-achter Band 3, Spalte 449-450

Herzaß

SHW

Herz-aß Band 3, Spalte 449-450

Herzbauer

SHW

Herz-bauer Band 3, Spalte 449-450

Herzblatt

SHW

Herz-blatt Band 3, Spalte 449-450

Herzblut

SHW

Herz-blut Band 3, Spalte 449-450

Herzbrast

SHW

Herz-brast Band 3, Spalte 449-450

Herzbube

SHW

Herz-bube Band 3, Spalte 449-450

Herzdame

SHW

Herz-dame Band 3, Spalte 449-450

Herzdrache

SHW

Herz-drache Band 3, Spalte 449-450

Herzert

SHW

Herz-ert Band 3, Spalte 451-452

herz als Zweitglied (30 von 39)

geilherz?

KöblerAhd

*geilherz? , Adj. Vw.: s. geilherzī* Hw.: vgl. as. gēlhert

giherz?

KöblerAhd

*giherz? , Adj. nhd. einig ne. agreed, united Vw.: s. un-

gramherz?

KöblerAhd

*gramherz? , Adj. Hw.: vgl. as. gramhert*

armherz

AWB

arm·herz

armherz adj. ; ae. earmheort; got. armahairts. — Graff IV, 1046. arm-herz-: nom. sg. m. -o Np, -e Npw 110,4; nom. pl. m. -e Gl 1,790,6. O 2,…

beherz

KöblerMhd

beherz , Adj. nhd. beherzt, mutig Hw.: s. beherzet Q.: LexerHW (15. Jh.) E.: s. be, herz W.: nhd. DW- L.: Lexer 12b (beherz), LexerN 3, 52 (…

bruderherz

DWB

bruder·herz

bruderherz , n animus fraternus, brüderliches herz. in vertrauter anrede so viel als herzbruder, fratercule! was teufel, bruderherz, sprach …

frauenherz

DWB

frau·n·herz

frauenherz , n. cor femineum: dann weil es heiszet similis simili gaudet, so henget das frawenherz allezeit oder jo des mehrentheils an ihre…

hasenherz

DWB

hasen·herz

hasenherz , n. herz eines hasen. 1 1) im eigentlichen sinne: den schmerzen so von der muoter kumpt, das hasenherz gedert und klein geschnätz…

heldenherz

DWB

helden·herz

heldenherz . n. tapfres herz: heldenherze pectus heroicum, animosum Stieler 830 ; wie die flüss in das meer sich ohn zunehmen gieszen, wie a…

hreinherz

KöblerAhd

hreinherz , Adj. Vw.: s. reinherzi*

jungfernherz

DWB

jungfern·herz

jungfernherz , n. : jungfernherz ein taubenhaus, fliegt einer ein, der andre aus. Simrock sprichw. 282 .

Jungfrauenherz

Wander

jungfrauen·herz

Jungfrauenherz 1. Jungfrauenherz ist ein offenes Gasthaus, geht ein Gesell ein, der andere aus. 2. Jungfraw Hertz ist ein Taubhauss, da eine…

Liebesherz

Campe

liebes·herz

○ Das Liebesherz , — ens, Mz. — en , ein liebendes Herz. »Sie hat für Alle das alte erfreuende Liebesherz mitgebracht, für mich nicht.« I P.…

löwenherz

DWB

loewen·herz

löwenherz , n. herz eines löwen und wie eines löwen, tapferes herz; mhd. lewenherze Lexer handwb. 1, 1894 : wie das Theagenes sahe, fasset e…

mädchenherz

DWB

maedchen·herz

mädchenherz , n. : könnt ich die deine werden, könnt ich an dies klopfende mädchenherz dich drücken. Hölty 84 Halm; ein mädchenherz erforsch…

Mauthèrz

Adelung

maut·herz

Das Mauthèrz , des -es, plur. doch nur von mehrern Arten, die -e, ein Erz, welches nicht in Gängen, sondern stockweise oder nierenweise bric…

menschenherz

DWB

menschen·herz

menschenherz , n. 1 1) herz eines menschen; namentlich als sitz des menschlichen verstandes, der gedanken, überlegung, meinung, gesinnung, u…

mutterherz

DWB

mutter·herz

mutterherz , n. herz, als sitz der empfindungen einer mutter: dein beweis flosz aus dem mutterherzen. Klinger 1, 69 ; ihr mutterherz zerspra…

ochsenherz

DWB

ochsen·herz

ochsenherz , n. das herz eines ochsen; uneigentlich, eine herzförmige, auch in fossilem zustande vorkommende muschel, chama cor, bucardia Fr…

pecherz

DWB

pech·erz

pecherz , n. was kupferpecherz Richter a. a. o. 2, 125 ; was pechblende Nemnich 3, 427 .

pocherz

DWB

poch·erz

pocherz , n. geringhaltiges erz, das zuerst im pochwerke zerstampft und dann durch verwaschen auf herden gereinigt werden musz. Frisch 2, 64…

schalksherz

DWB

schalk·s·herz

schalksherz , n. , auch schalkherz, falsches, ungetreues herz: denn er ( gott ) sihet das schalckhertz, und der welt tücke wol. Luther 4, 40…

scherz

DWB

sch·erz

scherz , m. jocus. verbalsubstantiv zu scherzen ( s. dieses ), belegt seit mhd. zeit, verwandt mit mhd. scharz sprung, vergl. J. Grimm kl. s…

schlangenherz

DWB

schlangen·herz

schlangenherz , n. 1 1) herz einer schlange: das schlangenherz hat 2 vorkammern und nur eine kammer, worinn aber eine scheidewand mit einem …

tigerherz

DWB

tiger·herz

tigerherz , n. grausames herz, grausamer mensch, homo ferox, crudelis, tyrannus Stieler 831 . Ludwig 1980 : mit geschminkten jungfrauen - ge…

unarmherz

KöblerAhd

unarmherz , Adj. nhd. unbarmherzig ne. merciless ÜG.: lat. immisericors Gl Q.: Gl (nach 765?) I.: Lüs. lat. immisericors E.: s. un, armherz …

Ableitungen von herz (14 von 14)

beherz

KöblerMhd

beherz , Adj. nhd. beherzt, mutig Hw.: s. beherzet Q.: LexerHW (15. Jh.) E.: s. be, herz W.: nhd. DW- L.: Lexer 12b (beherz), LexerN 3, 52 (…

beherzen

DWB

beherzen , in mehrfachem sinn, 1 1) animum erigere, addere, ein herz machen, mut machen, beherzt machen: die weiber sudlen und kochen den mä…

enthërze

BMZ

enthërze swv. beraube des herzens. mit dem lieben leide daʒ elliu herze entherzet Trist. 11892.

entherzen

DWB

entherzen , animum frangere, entmutigen: durch disen harten sturm entherzet und mutlos. Weckherlin 62 ; die wahren schriften melden, dasz Al…

erherzen

DWB

erherzen , sich, animum colligere, herz fassen: Solande liesz sich eine rechte bangigkeit ankommen, indem er, so zu reden, zwischen thür und…

geherz

DWB

geherz , beherzt, mhd. geherze, noch nhd. einzeln neben geherzt: cordax, wys oder ghertz. gemmula bei Diefenb. 150 c ; temerarius, zu vil ge…

geherze

DWB

geherze , n. fortgesetztes herzen, z. b. das war ein geherze und geküsse!

gehërzen

Lexer

ge-hërzen swv. beherzt machen, ermutigen Trist. 6152 ;

hërze

Lexer

hërze adj. in barmhërze, gehërze.

unherz

DWB

unherz , n. , in der ra.: wer hätte das u. gehabt, diese schalkhafte wahrsagerin lügen zu strafen? Rosegger II 14, 391. vgl. einem kein herz…

unherzlich

DWB

unherzlich , adj. adv. , gth. v. herzlich 1/4: ob gleich einer den andern ergreufft, ist esz doch unhertzlich und blinde einigkeit Carlstadt…

urherz

KöblerAhd

urherz , Adj. nhd. unsinnig, unverständig, mutlos, einfältig ne. senseless, spiritless ÜG.: lat. excors Gl, vecors Gl Hw.: s. urherzi* Q.: G…

verherzen

RhWB

ver-herzen: 1. ein Kind v., verhätscheln Saarl-Pachten . — 2. einen Schuh fərhęrtsə (in nhd. Lautung) herzen 2 Kemp-Breyell , Mörs-Neuk Orso…

zerherzen

DWB

zerherzen , verb. , herzend ( s. th. 4, 2, 1230) zerdrücken, zerküssen: und er hat sie also zutrcket, zuposzet, zuhertzt F. Daulen im theat…