entwickeln auch -ik- u -(e)len Rund 1300 Belege, davon ca die Hälfte refl.1) An den bei G noch deutl belegten konkr Wortgebrauch (A 1) schließt sich eine reiche Metaphorik im geistig-intellektuellen u künstlerischen Bereich. Die Wortinhalte des Auswickelns, Ausbreitens, Entfaltens wirken nach als Verdeutlichung, Analyse, Explikation (A2u3). Das Wort hat traditionell (u bei G) Eingang gefunden in zahlreiche Fachterminologien, im künstlerischen u naturwiss Bereich gleich mehrfach (in versch Bedeutungen). So stehen der konkr u der (den Wandlungsgedanken implizierende) allgemeinere Entwicklungsbegriff für die beiden in der Zeit kontrovers diskutierten biol Theorien, die Präformationstheorie u die Epigenese (sd). G sieht beide Theorien als komplementäre Vorstellungsarten zur Erfassung extensiver u intensiver Entfaltungsvorgänge, allerdings kommt der epigenet Entwicklungsbegriff seiner dynam Naturauffassung sehr viel mehr entgegen, als die von mechanist Vorstellungen ausgehende Präformationstheorie2).
Die bei weitem überwiegende Anzahl der Belege setzt epigenet Vorstellungen voraus. Insgesamt verwendet G das Wort im natwiss (u päd) Bereich zwar in ähnl Zusammenhängen, jedoch weniger prägnant als das bevorzugte ‘bilden’. Die beiden zentralen Wortinhalte (Entfaltung eines Vorhandenen u sukzessives Werden eines Neuen) korrespondieren unmittelbar mit G-s Annahme einer vorgegebenen, stabilen Individualität, die jedoch die Möglichkeit des Wandels in sich trägt. Dieser dialekt Ansatz gilt auch für den organolog Bereich. Die zahlreichen präp Vbdgn, in denen das Wort erscheint, stellen überwiegend kausale Bezüge her, der finale Aspekt tritt demgegenüber stark zurück. Besondere Bedeutung erlangt der kausalgenet Aspekt für die Auffassung geschichtl Prozesse als ein Sinnganzes od Kontinuum. A
ein Vorhandenes auswickeln, ausbreiten, zur Anschauung, Evidenz bringen (überwiegend trans) 1
konkr a
Eingepacktes, Zusammengelegtes aus- od aufwickeln, etw od sich entfalten, sich aus einer Verstrickung, Umklammerung, einem Labyrinth herauswinden, befreien Die .. übersorgfältig gepackte Sendung ist von mir nicht ohne Schwierigkeit entwickelt worden GWBB33,131,10 Meyer 28.7.20 [
Eos zu den Fischern:] Schnell entwickelt eure Netze, | Die bekannte Fluth umzinglend GWBPand 968 [
Eugenie, den Schrank öffnend:] Welch köstliches Gewand entwickelt sich, | Indem ich’s nur berühre, meinem Blick GWBNatT 1038 [
Pylad:] Warf die Verderbliche [
Klytämnestra] ein faltenreich | Und künstlich sich verwirrendes Gewebe | Ihm [
Agamemnon] auf die Schultern, um das edle Haupt; | Und da er wie von einem Netze sich | Vergebens zu e. strebte GWBIph
2 898 GWB4,112 Vs 31 Chin-dt Jahres-uTagesz V GWB31,197,3 ItR
uö als Wirkung eines künstlichen Mechanismus Schreibtisch von Röntgen .. wo .. Pult und Schreibzeug, Brief- und Geldfächer sich auf einmal oder kurz nach einander e.
3) GWB25
1,159,16 Wj III 6
im Bild Von deinem Georg habe ich immer das beste gehoft .. Ein Blat das groß werden soll, ist voller Runzeln und Knittern eh es sich entwickelt GWBB9,22,18 Jacobi 9.9.88 GWB8,272,9 Egm IV b
als Terminus der Präformations- od Evolutionstheorie: im Keim fertig Vorhandenes (Präformiertes) auswickeln, entfalten; iUz den (dynam, epigenet) Begriffen der Aus-, Fort- u Umbildung (zur Verwendung im epigenet Sinne s B 2 a) Eintretende wichtige Fragen: Ob aus dem Saamen das Vorhandene entwickelt wird? Oder ob gegebene Anfänge gesetzmäßig fort- und umgebildet werden. Atomistische Vorstellungsart .. Dynamische Vorstellungsart GWBN6,304,26 PhysiolPfl Im Grunde haben auch beide Hypothesen [
Einschachtelungslehre u Epigenese] keinen Einfluß auf unsere Ausführung, indem wir nur die Theile nehmen, wie wir sie gewahr werden, und sie also immer entweder entwickelt oder ausgebildet sind GWBN6,315,6 Morph FrühEinl c
milit: Truppen auseinanderziehen, (aus einer Stellung heraus) Gefechtsformation annehmen lassen4) GWB33,303,11 BelagergMainz 2
metaphor a
Verwickeltes, Verworrenes, Geheimnisvolles, Dunkles entwirren, klären, lösen (auch refl) α
etw geistig durchdringen, Ordnung, Klarheit in eine Sache bringen, etw ergründen, enträtseln; auch: sich jdm od jdm etw erschließen Um es [
das reine Phänomen] darzustellen bestimmt der menschliche Geist das empirisch Wankende, schließt das Zufällige aus, sondert das Unreine, entwickelt das Verworrene, ja entdeckt das Unbekannte GWBN11,40,18 ErfahrgWissensch daß der Major [
bei der Regelung einer familiären Angelegenheit] .. auf unerwartete Hindernisse traf. Wie es denn überhaupt so leicht nicht ist, einen alten verworrenen Zustand zu e. und die vielen verschränkten Fäden auf einen Knaul zu winden GWB24,334,24 Wj II 5 Vor langer Weile und aus Lust Geheimnisse zu e. oder zu suppliren, dacht’ ich mir was in dieser Briefmenge [
der Emigrierten] wohl enthalten sein möchte GWB33,11,13 Camp wie das Studium zu Berlichingen und Egmont mir tiefere Einsicht in das funfzehnte und sechzehnte Jahrhundert gewährte, so mußte mir dießmal [
bei dem Plan einer Lebensbeschreibung Hzg Bernhards] die Verworrenheit des siebzehnten sich, mehr als sonst vielleicht geschehen wäre, e. GWB35,7,14 TuJ GWB31,57,4 ItR GWBN5
1,288,15 EntoptFarb 27 GWBB37,80,22 Nees 13.6.23 GWB32,92,28 ItR
uö β
bezogen auf das Handlungsgefüge eines Dramas od Romans: (sich) entwirren, lösen; mehrf in der vorgegebenen Formel5) ‘sich verwickeln und e.’; auch bildl für die Lösung einer verworrenen Situation Die gute und reine Aufnahme meiner eintretenden Helena .. ich denke, es muß Ihnen angenehm seyn zu sehen, wie das Räthsel sich verwickelt und entwickelt
6) GWBB41,251,6 Boisserée 10.12.26 [
Beaum:] Sie fühlen wohl, daß ich nicht gekommen bin den Komödienbruder zu machen, der den Roman e. und seiner Schwester einen Mann schaffen will GWB11,70,19 Clav II Gespr(He1,570) Schiller 9.10.94 GWB11,106,22 Clav IV
uö b
Verborgenes, latent Vorhandenes, Unsichtbares enthüllen, zeigen (auch refl) α
best Eigenschaften od Fähigkeiten (Talente, Tugenden, Vorzüge, Reize) an den Tag legen, zeigen, zur Geltung bringen; auch mit sachl Subj [
Darstellung lebender Bilder] Sie [
Luciane] entwickelte in der ohnmächtig hingesunkenen Königin [
Esther] alle ihre Reize GWB20,254,6 Wv II 5 Die Schlußdecoration, das Innere eines architektonischen Labyrinths vorstellend, wird den Meistern theatralischer Architektur die beste Gelegenheit geben, ihr hohes Talent zu erproben und zu e. GWB42
2,104,3 Üb:Jouy,Athenerinnen [
Äbtissin:] Gar manche Prüfung muß die neue Schwester, | Und ihren ganzen Werth, uns erst e. GWBNatT 2543 [
für: déployer] GWB45,155,5 RamNeffe GWB28,12,28 DuW 11 GWB30,69,18 ItR
uö als jd in Erscheinung treten, sich in einer best Eigenschaft zeigen Wenn ein unerwartet hereintretender, schnell entwickelter < sich schnell e-der
K] neuer Freund sogleich sich wieder entfernt GWBB35,172,11 Joukovsky 16.11.21 β
sein Inneres, die eigene geistige Position (im Gespräch) eröffnen, enthüllen, auch: etw im Orakelspruch offenbaren [
Aurelie üb Lothario:] er hatte nichts Geheimes vor mir; er entwickelte mir sein Innerstes, ließ mich in die verborgensten Winkel seiner Seele sehen GWB22,104,15 Lj IV 16 [
Prinz:] Ich bat sie [
die Götter] .. mir zu e.: Wann denn diese stürmische Bewegung meines Herzens endlich aufhören .. würde? GWB17,65,2 TriumphEmpfindsamk VI [< Entwickelung
K] GWBB43,168,17 Knebel 14.11.27 [
Zit GWb 1,1009,47 s v aufschließen]
uö ‘nach außen entwickelt’: (im Bildzusammenhang des Knotens) für einen offenen Gesichtsausdruck GWBB48,189,7 Boisserée 24.4.31 γ
mBez auf intellektuell od künstlerisch Antizipiertes, Vorahnungen, Visionen des inspirierten od sensitiven Menschen: (sich) an (od in) der Wirklichkeit zeigen, manifestieren, entfalten; auch: einem ‘inwohnenden Bild’ im Kunstwerk Gestalt verleihen Wer an sich erfuhr was ein reichhaltiger Gedanke .. zu sagen hat .. wie wir uns begeistert fühlen, indem wir alles dasjenige in Gesammtheit vorausahnen, was in der Folge sich mehr und mehr e., wozu das Entwickelte weiter führen solle GWBN6,122,4 BotanStudien Alles was wir Erfinden, Entdecken im höheren Sinne nennen, ist die bedeutende Ausübung .. eines originellen Wahrheitsgefühles .. Es ist eine aus dem Innern am Aeußern sich e-de Offenbarung, die den Menschen seine Gottähnlichkeit vorahnen läßt GWBN11,128,11 MuR(562) [
Aurelie zu Wilh:] es scheint eine Vorempfindung der ganzen Welt in Ihnen zu liegen, welche durch die harmonische Berührung der Dichtkunst erregt und entwickelt wird GWB22,94,18 Lj IV 16 wenn beide [
Maler u Musiker] den wahren Namen eines Künstlers verdienen sollen, so setzen sie ihre Werke nicht zusammen, sondern sie e. irgend ein inwohnendes Bild, einen höhern Anklang natur- und kunstgemäß [eine inwohnende Erscheinung, einem höherem Begriff der Kunst gemäß Var Korr DKuhn 244]
7) GWBN7,208,7 PrincPhilZool II GWB21,310,16 Lj III 11 GWB24,191,27 u 192,3 Wj I 10 δ
etw (experimentell) zur Erscheinung, Evidenz bringen (meist polem gegen Newtons Ableitung der Spektralfarben aus versch brechenden Lichtstrahlen) die Farben .. seien [
nach Newtons Meinung] in dem Licht als ursprüngliche Lichter enthalten, welche nur durch die Refraction und andre äußere Bedingungen manifestirt, aus dem Lichte hervorgebracht .. würden. Daß an diesen dergestalt entwickelten und entdeckten Lichtern keine weitere Veränderung vorgehe, davon sucht er sich und andere durch das Experimentum Crucis zu überzeugen GWBN4,38,24 FlH VI Möget ihr das Licht zerstückeln, | Farb’ um Farbe draus e., | Oder andre Schwänke führen, | Kügelchen polarisiren GWB3,103 Was es gilt 6 GWBN3,307,20 FlH V GWBN4,39,4 FlH VI GWBN2,48,12 FlP 85 GWBN5
2,395,9 Fl Plp
uö ε
sich dem Blick darbieten, sich räuml erschließen Ich näherte mich den Gebirgen, die sich nach und nach entwickelten GWB30,12,27 ItR GWB24,165,25 Wj I 9 GWB26,22,6 DuW 1
uö PartPrät iSv deutl überschaubar Wie ein Luftballon hebt sie [
die wahre Poesie] uns .. in höhere Regionen, und läßt die verwirrten Irrgänge der Erde in Vogelperspective vor uns entwickelt daliegen GWB28,214,1 DuW 13 c
räuml ausweiten, entfalten (im Bilde des Knotens) wenn es Gott und der Natur gefallen hätte, den Urgebirgsknoten von Nubien durchaus nach Westen bis an das große Meer zu e. und fortzusetzen GWBN11,121,20 MuR(718) 3
ableiten, verdeutlichen, explizieren a
etw gedankl ableiten, aus etw herauslesen, wiss herleiten, auch: etw auf etw zurückführen Wenn man von einem trefflichen Kunstwerke sprechen will, so ist es fast nöthig von der ganzen Kunst zu reden, denn es enthält sie ganz, und jeder kann .. das Allgemeine aus einem solchen besondern Fall e. GWB47,101,17 ÜbLaokoon [
mBez auf Lj] Die Form behält immer etwas unreines und man kann Gott danken, wenn man im Stand war so viel Gehalt hinein zu legen, daß fühlende und denkende Menschen sich beschäftigen mögen, ihn wieder daraus zu e. GWBB15,209,20 Rochlitz 29.3.01 Es ist nicht genug, daß wir bei Beobachtung der Natur das analytische Verfahren anwenden,
d.h. daß wir aus einem irgend gegebenen Gegenstande so viel Einzelnheiten als möglich e. und sie auf diese Weise kennen lernen, sondern wir haben auch eben diese Analyse auf die vorhandenen Synthesen anzuwenden GWBN11,69,10 AnalyseSynth Wer zuerst aus der Systole und Diastole, zu der die Retina gebildet ist, aus dieser Synkrisis und Diakrisis, mit Plato zu sprechen, die Farbenharmonie entwickelte, der hat die Principien des Colorits entdeckt GWB48,204,4 MuR(1079) Hier .. wird jener Gedanke immer lebendiger: daß man sich alle Pflanzengestalten vielleicht aus Einer e. könne GWB30,89,27 ItR GWB22,120,12 Lj IV 18 GWBB44,29,18 Carlyle 14.3.28 GWBN7,168,27 PrincPhilZool I GWBN3,246,25 FlH V
uö PartPräs idVbdgn ‘e-de Methode, Vorstellungsart’, in Gegenüberstellung zu ‘zusammenstellend’, ‘ordnend’, ‘sondernd’: zur Umschreibung einer genet Betrachtungsweise, der Betrachtung der Phänomene ‘im Werden’, in ihren kausalen od hist Bezügen ich besaß die e-de entfaltende Methode, keineswegs die zusammenstellende ordnende; mit den Erscheinungen neben einander wußt’ ich nichts zu machen, hingegen mit ihrer Filiation mich eher zu benehmen GWB36,253,12 BiogrEinzh Verhältn zuSchiller [
vgl GWBN11,63,12ff] GWB49
2,116,26 Verz geschnSteine Bln 1827 GWBTgb 17.5.18
iUz ‘erklären’, zu voreiliger Theorien- od Hypothesenbildung Der Regenbogen fährt fort die Naturforscher zu interessiren. Streben des menschlichen Geistes complicirte Phänomene zu erklären statt sie zu entwickeln. Übereilung durchaus der menschlichen Natur eigen GWBN5
2,252,5 Fl Plp GWBB15,291,5 WHumboldt 29.11.01 K
uö b
etw (einen Sachverhalt, best Gegenstände, Inhalte, auch: eine Theorie, eine Lehre) vermitteln, darlegen, im einzelnen ausführen, schildern es ist von Erscheinungen die Rede, die man vor den Augen des Leibes und des Geistes gegenwärtig haben muß, um ihre Abkunft, ihre Herleitung sich und andern mit Klarheit e. zu können GWBN1,99,22 FlD 242 das Heft .. in welchem Geoffroy das ganze Ereigniß vorträgt, seine Theorie der Analogien entwickelt und die Angelegenheit aus der Akademie ins größere Publicum zu führen denkt GWBN13,110,9 PrincPhilZool Plp Lebhafte Frage nach der Ursache, Verwechselung von Ursache und Wirkung, Beruhigung in einer falschen Theorie sind von großer nicht zu e-der Schädlichkeit GWBN11,134,3 MuR(585) Der Graf .. gedachte mit Lebhaftigkeit an die Schönheit Charlottens, die er als ein Kenner mit vielem Feuer entwickelte. Ein schöner Fuß ist eine große Gabe der Natur .. GWB20,125,7 Wv I 11 GWB28,50,11 DuW 11 GWBB27,61,5 Nees 18.6.16 GWBN11,367 MuR(1294)
uö B
für die Hervorbringung od Entstehung eines (qualitativ) Neuen, die intensive (das Moment der Veränderung implizierende) Entfaltung eines im Ansatz od Keim Vorhandenen; meist als allmähl, kontinuierl, gesetzmäßiger Aus- u Fortbildungsprozeß, seltener iS einer Aktualgenese 1
für kreative Prozesse im mentalen Bereich (auch in bildl Konkretisierung) a
für das Spinnen der Seidenraupe (als Metapher für den künstlerischen Schöpfungsprozeß)8) [
Tasso zu Alphons:] Verbiete du dem Seidenwurm zu spinnen, | .. Das köstliche Geweb’ entwickelt er | Aus seinem Innersten, und läßt nicht ab, | Bis er in seinen Sarg sich eingeschlossen Tasso 3085 b
etw (Gedanken, Gefühle, Ideen uä) schöpferisch od nachvollziehend (aus sich) hervorbringen, ausbilden; mit sachl Subj: iSv hervorrufen, zur Entwicklung bringen schon hab ich über den Einfluß der Jahrszeit und der damit zusammenhängenden Wärme mir fruchtbare Gedanken entwickelt GWBB37,181,27 Schultz 9./19.8.23 Am Ende der Schlucht stieg ich ab und kehrte einen Theil allein zurück. Ich entwickelte mir noch ein tiefes Gefühl, durch welches das Vergnügen auf einen hohen Grad für den aufmerksamen Geist vermehrt wird GWB19,225,16 BrSchweiz II Wenn nun verstehen [
von Dichtung] heißt, dasjenige, was ein anderer ausgesprochen hat, aus sich selbst e.; so sind die Frauen, sobald es Innerlichkeiten gilt, immer in Vortheil GWBB33,255,9 Conta 25.9.20 Ihre gehaltvollen Blätter, die immer wieder neue Gedanken aufregen und e. GWBB36,59,6 Reinhard 10.6.22 GWBIph
2 1628 GWB5
1,170 Journal dModen 6
uö ‘etw (einen Plan, eine Idee) zum Gefühl e.’: (im Vorfeld künstlerischer Bearbeitung) ausbilden, steigern DjG
32,71,18 Herder [Anf 72] c
für Gestaltungsvorgänge im künstlerischen Bereich α
terminolog: für die (folgerechte) Entfaltung, Ausführung, Verdeutlichung eines künstlerischen Gegenstandes, das Herausarbeiten der in dem Gegenstand liegenden Motive, die Profilierung, Belebung der Figuren, die konsequente Entfaltung ihrer ‘Gesinnungen’, ‘Handlungen’ uä9); überwiegend positiv als Wirken der produktiven künstlerischen Phantasie, vereinzelt (krit) als Akt rationaler Routine der junge Künstler .. lernt denken, das Passende gehörig zusammenbinden, und wenn er auf diese Weise geistreich componirt, wird es ihm zuletzt auch an dem, was man Erfindung nennt, an dem E. des Mannichfaltigen aus dem Einzelnen, keinswegs fehlen können GWB48,189,9 MuR(453) [
mBez auf Lukrez] Zur Anschauung gesellt sich die Einbildungskraft, diese ist zuerst nachbildend, die Gegenstände nur wiederholend. Sodann ist sie productiv, indem sie das Angefaßte belebt, entwickelt, erweitert, verwandelt GWBB34,137,1 Knebel 21.2.21 Die Nothwendigkeit eines entschiedenen Gehaltes, man nenne ihn Idee oder Begriff, ward allgemein anerkannt, daher konnte der Verstand sich in die Erfindung mischen und, wenn er den Gegenstand klug entwickelte, sich dünken, er dichte wirklich GWB42
2,442,6 Epoche d forciertTalente Schema der Künstler hat das Recht .. das unvollkommen Gebildete als Stoff zu behandeln .. Er leistet .. etwas Rühmliches, wenn er einem flüchtigen mangelhaften Entwurf mehr Gehalt verleiht, die Anordnung verbessert, die Charaktere mehr bestimmt und entwickelt GWB48,64,20 Kunstausstellg 1803 GWB28,228,14 DuW 13 GWB42
2,205,20 MuR(792)
uö β
(iS der klassizist Kunstauffassung) für das Herausarbeiten des ideellen Gehalts (zugl verstanden als Steigerung, Veredelung des künstlerischen Gegenstandes) daß der Geist des Wirklichen eigentlich das wahre Ideelle ist .. wobey ich denn aber- und abermals wiederhole, daß der bildende Künstler sich zuerst an der kräftigen Wirklichkeit vollkommen durchüben müsse, um das Ideelle daraus zu e., ja zum Religiosen endlich aufzusteigen GWBB42,109,24 Grustner 30.3.27 wie jene unvergleichlichen Künstler [
die Griechen] verfuhren, um aus der menschlichen Gestalt den Kreis göttlicher Bildung zu e. GWB30,264,28 ItR GWB48,179,7 MuR(191)
uö γ
eine plastische Gruppe flächenhaft umformen GWB25
1,15,16 Wj II 8 d
refl: für die (willensunabhängige) Entstehung künstlerischer Werke od wiss Ideen, als Wirken der produktiven Phantasie; mehrf in Vbdgn wie ‘sich in jdm, von innen heraus, aus jds Innerem (an einem Äußeren) e.’ uä Ist es [
das Kunstwerk] einmal hervorgebracht, steht es in seiner idealen Wirklichkeit vor der Welt, so bringt es eine dauernde Wirkung .. hervor: denn indem es aus den gesammten Kräften sich geistig entwickelt, so nimmt es alles Herrliche, Verehrungs- und Liebenswürdige in sich auf GWB46,29,17 Winckelm zweierlei Arten von Menschen .. Die ersten, genial, productiv .. bringen eine Welt aus sich selbst hervor .. Gelingt es, daß dasjenige was sich in ihnen entwickelt, mit den Ideen des Weltgeistes zusammentrifft, so werden Wahrheiten bekannt, wovor die Menschen erstaunen GWBN4,25,12 FlH VI Schöne Bestätigungen meiner botanischen Ideen .. Nur .. macht michs fürchten .. daß meine Existenz wie ein Schneeball wächst .. und doch entwickelt sich alles von innen heraus, und ich kann nicht leben ohne das GWBT1,239,26 v 27.9.86 Und gerade jenes Herankommen von Ereignissen, welche Aufmerksamkeit mußte es einer solchen Natur [
JMüller] .. erregen, und was mußte sich an diesem Äußeren aus seinem Inneren e.! GWB40,363,20 Üb:BildnisseGelehrtenBln GWB24,307,14 Wj II 4 GWB42
1,117,6 Anz:Ausg.l.H. GWB42
2,203,9 MuR(775)
uö 2
für Entstehungs-, Wachstums-, intensive Entfaltungsvorgänge in der Natur; überwiegend im organ Bereich (in ontogenet Sicht); etwa 2 Drittel refl a
für die gesetzmäßige, stufenweise Aus-, Fort- und Umbildung organ Wesen od ihrer Teile (nach den Regeln der Metamorphose, nach urbildl Grundmodellen, in Abhängigkeit von best Bedingungen); mehrf (im epigenet Sinne) als Wirkung einer ‘schaffenden’ Kraft, eines ‘Triebes’; häufig ‘(sich) aus etw, auseinander e.’, auch ‘(sich) in eine, zu einer best Form od Gestalt, als etw e.’ od ‘eine best Form od Gestalt e.’; auch Inf u PartPräs subst α
in Gegenüberstellung der beiden konkurrierenden Theorien der Präformation u Epigenese (sa A 1 b) zur Umschreibung epigenet Positionen die Eigenschaft [
organ Wesen] .. ihres gleichen hervorzubringen .. Das Neue, Gleiche ist anfangs immer ein Theil desselbigen und kommt in diesem Sinne aus ihm hervor. Dieses begünstigt die Idee von Evolution; das Neue kann sich aber nicht aus dem Alten e., ohne daß das Alte durch eine gewisse Aufnahme äußerer Nahrung zu einer Art von Vollkommenheit gelangt sei. Dieses begünstigt den Begriff der Epigenese. Beide Vorstellungsarten sind aber roh und grob gegen die Zartheit des unergründlichen Gegenstandes GWBN6,288,24 PhysiolPfl ob man eine gewisse Einheit, an der die Mannichfaltigkeit sichtbar ist, aus schon vorhandenem Mannichfaltigen, Zusammengesetzten erklären oder aus einer productiven Einheit entwickelt ansehen und annehmen wolle GWBN6,350,23 Morph Aphorist Die Organe componiren sich nicht als vorher fertig; sie e. sich aus- und aneinander zu einem nothwendigen, in’s Ganze greifende Dasein GWBN7,208,13 PrincPhilZool II β
allg für ontogenet Prozesse Werdend betrachte sie nun, wie nach und nach sich die Pflanze, | Stufenweise geführt, bildet zu Blüthen und Frucht. | Aus dem Samen entwickelt sie sich, sobald ihn der Erde | Stille befruchtender Schoos hold in das Leben entläßt GWB3,85 MetamPfl Eleg 11 Der Hauptbegriff der Metamorphose ist, daß die sich aus einander e-den, der innern Naturmöglichkeit nach gleichen Theile, sich nach verschiedenen Umständen einander coordiniren, subordiniren und, wenn man sagen darf, superordiniren müssen GWBN7,338 Versuche üb Wachstum dPfl sie [
die Raupe] erstickt nicht gleich ohne Luft oder im Wasser, aber ihre Organisation würde sich ohne Luft nicht e. und vollenden GWBN6,431,24 Entomolog Studien Verflächung deutet immer auf einen mächtigen, ja gewaltsamen Trieb, der zum Ende der Vegetation, zu Entwicklung aller möglichen Gemmen hinstrebt, und sie zuletzt auch es sey nun als Blume oder Knospe entwickelt Tgb 21.5.10 Geoffroy .. sucht in’s Ganze zu dringen, aber nicht wie Buffon in’s Vorhandene, Bestehende, Ausgebildete, sondern in’s Wirkende, Werdende, sich E-de GWBN7,186,3 PrincPhilZool II GWBN6,77,15 MetamPfl 99 GWBN6,307,9u22 PhysiolPfl GWBN7,283 MorphStudien inItal
uö im Bild dachte ich sie [
die ersten drei Bde DuW] nach jenen Gesetzen zu bilden, wovon uns die Metamorphose der Pflanzen belehrt. In dem ersten sollte das Kind nach allen Seiten zarte Wurzeln treiben und nur wenig Keimblätter e. GWB28,356,5 DuW III EntwVorr GWB20,38,13 Wv I 3 GWBN6,171,19 MetamPfl Nachtr
uö PartPrät iSv ausgebildet; häufig mit Gradangaben (wohl, gut, schön, stärkst, völlig, vollkommen uä), auch Komp Ein völlig entwickelter Schmetterling GWBN6,418,39 MetamIns GWBN7,277 MorphStudien inItal GWBN13,68,22 Morph Plp GWBN6,325,7 Zu MetamPfl 15
uö γ
in entwicklungsgeschichtl Sicht: sowohl als Artengenese wie als realhist Artenwandel; PartPrät iSv auf einer höheren Entwicklungsstufe stehend Unser [
G-s u Herders] tägliches Gespräch beschäftigte sich mit den Uranfängen der Wasser-Erde, und der darauf von altersher sich entwicklenden organischen Geschöpfe GWBN6,20,19 MorphH Inhalt
10) Sollte es denn aber unmöglich sein, da wir einmal anerkennen, daß die schaffende Gewalt nach einem allgemeinen Schema die vollkommneren organischen Naturen erzeugt und entwickelt, dieses Urbild, wo nicht den Sinnen, doch dem Geiste darzustellen GWBN8,73,4 Vortr VglAnatomie 2 Sobald die unbedeutenden oder ungestalteten Bildungen der Würmer, Mollusken .. sich durch Metamorphose oder sonst zu einer entschiedenen Gestalt e., findet man den Körper in drey Hauptabtheilungen gesondert, welche .. die organische Existenz auf einer höhern Stufe darstellen GWBN13,204,14 VglAnatomie 3 Plp Er [
Nees] hat .. an völlig entschiedenen Geschlechtern gezeigt, wie man bei Sonderung der Arten dergestalt zu Werke gehen könne, daß eine aus der andern sich reihenweise entwickele GWBN6,185,11 MetamPfl Nachtr Man ging bey Vergleichungen von dem Menschen aus, als von dem vollkommensten Geschöpf das wir kennen .. Wir .. finden es räthlich, umgekehrt zu verfahren, vom Einfacheren, vom Geringeren auszugehen, zum Entwickelten, zum Gesteigerten uns aufwärts zu bewegen GWBN13,116,10 PrincPhilZool Plp GWBN8,20,3 VglAnatomie 4 GWBB43,23,5 Carus 16.8.27 GWBN8,13,5 VglAnatomie 3
uö b
für die Herausbildung einzelner Kristalle od best Kristallisationsformen, die Konsolidierung einer Gesteinsart od die Entstehung ihrer Bestandteile (unter best Bedingungen, in einem best Medium, in od aus einer umgebenden Gesteinsmasse) Hornstein-Crystalle .. die Gangart auf welcher sie ansitzen, oder vielleicht richtiger zu sagen: aus welcher sie sich durch freye Gestaltung entwickelten GWBB47,147,10 Wackenroder 17.7.30 K Massen, in welchen sich bei ihrer Entstehung etwas für den äußeren Sinn mehr oder weniger Entschiedenes, entwickelt hat, um mit der ganzen Masse zu solidesciren GWBN10,11,7 Porphyrartig GWBN10,120,8 u 123,25 Zinnformation GWBN10,8,14 Porphyrartig
uö subst der Kategorie des ‘Dynamischen’ zugeordnet Die Hauptschwierigkeit der Geologie beruht .. darauf .. daß man das Atomistische und Mechanische .. zurückdrängt, dem Dynamischen dagegen, einem gesetzmäßig-bedingten Entstehen, einem E. und Umgestalten sein Recht gibt GWBN10,78,11 DynamismGeol [1814?] [ChHSchlosser/G] c
für die (aktuelle) Entstehung opt od atmosphär Erscheinungen (unter best experimentellen od natürl Bedingungen); insbes für das Erscheinen (od Hervorrufen) der Farben in dem Medium des Trüben (auch in symbol-bildl Verwendung der eigenen chromat Ansichten im poet Bereich) Wir sehen auf der einen Seite das Licht, das Helle, auf der andern die Finsterniß, das Dunkle, wir bringen die Trübe zwischen beide, und aus diesen Gegensätzen, mit Hülfe gedachter Vermittlung, e. sich, gleichfalls in einem Gegensatz, die Farben GWBN1,73,3 FlD 175 Auf that sich das Licht: so trennte | Scheu sich Finsterniß von ihm, | Und sogleich die Elemente | Scheidend auseinander fliehn. | .. Da erschuf er [
Gott] Morgenröthe, | .. Sie entwickelte dem Trüben | Ein erklingend Farbenspiel, | Und nun konnte wieder lieben | Was erst auseinander fiel
11) GWB6,189 Div Wiederfinden 29 GWBN5
1,261,11 u 268,8 EntoptFarb 8u16 GWBN13,494,16u27 MeteorolTgb 1823
uö d
für die Entstehung verschiedenartiger Substanzen od Phänomene (Schaum, Schimmel, Dünste, Dämpfe, Gase, Luft); auch im Hinblick auf die primäre Gestaltung materieller Absonderungen die heranfluthende Wassermasse .. den sich e-den Schaum GWB48,168,14 Ruisdael als Dichter ich hatte nicht Vorsicht genug, mich gegen die schädlichen Dünste zu verwahren, die sich bei solcher Gelegenheit [
beim Ätzen] zu e. pflegen GWB27,181,7 DuW 8 Verstäubung einer ablebenden Fliege .. höchstmerkwürdig .. daß die sich e-de aura sich wieder entschieden gestaltet! GWBB40,124,10 Nees 13.11.25
uö e
in umfassendem Zusammenhang (bezogen auf Grundprinzipien genet Prozesse) er [
Telesius] faßte jene geheimnißvolle Systole und Diastole, aus der sich alle Erscheinungen e., gleichfalls unter einer empirischen Form auf GWBN3,217,4 FlH IV ich bin auf dem Wege, neue schöne Verhältnisse zu entdecken, wie die Natur, solch ein Ungeheueres, das wie nichts aussieht, aus dem Einfachen das Mannichfaltigste entwickelt GWB30,276,9 ItR GWBN2,16,2 FlP 27
uö 3
als (individueller) Reifungs- u Vervollkommnungsprozeß des Menschen a
für die körperl-geistige Entfaltung des (jungen) Menschen, die Ausbildung best Anlagen, Fähigkeiten, ‘Organe’; meist refl als Selbstentfaltung, Selbstbildung (im Einflußbereich eines Erziehers, im Rahmen päd Anstalten, in Abhängigkeit von der Umgebung), seltener trans als gezieltes Wirken eines Pädagogen (nach best Erziehungsprinzipien); mehrf ‘sich aus sich selbst e.’; auch verbunden mit Zielvorstellungen [
Wilh:] mich dünkt der Sohn entwickele sich nirgends besser als in Gegenwart des Vaters. Keineswegs! erwiderte Lenardo .. GWB24,215,7 Wj I 11 [
Wilh im Selbstgespräch:] dein innerstes Bedürfniß erzeugt .. den Wunsch, die Anlagen, die in dir zum Guten und Schönen ruhen mögen, sie seien körperlich oder geistig, immer mehr zu e. und auszubilden GWB22,125,15 Lj IV 19 Wohlgeborne, gesunde Kinder, versetzten jene [
die drei Vorsteher der päd Provinz], bringen viel mit; die Natur hat jedem alles gegeben, was er für Zeit und Dauer nöthig hätte, dieses zu e. ist unsere Pflicht, öfters entwickelt sich’s besser von selbst GWB24,240,1 Wj II 1 [
die drei Vorsteher der päd Provinz:] Ungern entschließt sich der Mensch zur Ehrfurcht .. es ist ein höherer Sinn, der seiner Natur gegeben werden muß, und der sich nur bei besonders Begünstigten aus sich selbst entwickelt, die man auch deßwegen von jeher für Heilige, für Götter gehalten GWB24,242,14 Wj II 1 [
Jarno zu Wilh:] von dem reinsten Gefühl der sinnlichen Gegenwart bis zu den leisesten Ahnungen und Hoffnungen der entferntesten geistigen Zukunft, alles das .. liegt im Menschen, und muß ausgebildet werden; aber nicht in einem, sondern in vielen. Jede Anlage ist wichtig, und sie muß entwickelt werden. Wenn einer nur das Schöne, der andere nur das Nützliche befördert, so machen beide zusammen erst einen Menschen aus GWB23,217,13 Lj VIII 5 GWB25
2,59 Wj I 10 Var GWBT1,75,9 v Ende Dez 78 GWBNatT 122 GWB5
2,370 Epist II Plp Und was deine Söhne 4
uö für die komplexe innere (geistig-sittl) Ausformung des individuellen Wesens, des Charakters, die Entfaltung, Ausprägung, Vervollkommnung der (in ihrer Grunddisposition stabilen) Individualität; (in bildl Verallgemeinerung) verbunden mit Formvorstellungen [
Hofmstrn:] Eugenie! du, deren holdes Wesen | In meiner Nähe sich von Jugend auf | Aus reicher Fülle rein e. sollte, | Kann ich noch unterscheiden, was an dir | Dein eigen ist und was du mir verdankst? GWBNatT 694 Wie an dem Tag, der dich der Welt verliehen, | Die Sonne stand zum Gruße der Planeten, | Bist alsobald und fort und fort gediehen, | Nach dem Gesetz wonach du angetreten. | So mußt du sein, dir kannst du nicht entfliehen, | .. Und keine Zeit und keine Macht zerstückelt | Geprägte Form die lebend sich entwickelt GWB3,95 Urworte 8 Dieses feste, zähe, dieses nur aus sich selbst zu e-de Wesen kommt freilich in mancherlei Beziehungen, wodurch sein erster und ursprünglicher Charakter in seinen Wirkungen gehemmt .. wird GWB41
1,216,23 Üb Urworte daß mancher seinen Lebensgang gerade so endet, wie er ihn geführt; dergleichen sind eigentlich solche, in welchen ein entschiedener Naturcharakter durch Erziehung und Umstände vollkommen entwickelt und befestigt worden GWB41
2,81,7 Nekrol dtGil Blas GWB41
1,64,2 Shakesp u kein Ende
uö unter kunstdidakt Aspekten meine Einsichten, habe ich die nicht alle durch Sie? Wie gewiss .. ist mir der seltsame .. Satz geworden, dass die Werckstatt des grossen Künstlers mehr den keimenden Philosophen, den keimenden Dichter entwickelt, als der Hörsaal des Weltweisen und des Kritickers
12) GWBB1,178,27 Oeser 9.11.68 Deutend entwickelt’ ich mich an dem erhabenen Wort. | O wie sprach ich so gerne zum Volk die rührenden Reden, | Die du, voller Gehalt, kindlichen Lippen vertraut! | O wie bildet’ ich mich an deinen Augen GWB1,284 Euphrosyne 98 Man betrachte die Schule der Carracci. Hier lag Talent, Ernst, Fleiß und Consequenz zum Grunde, hier war ein Element, in welchem sich schöne Talente natur- und kunstgemäß e. konnten GWB49
1,154,28 Antik uModern GWB41
1,97,13 Anz:Werke 1816 ChrWGV25,26 Angeborenes Talent 2 GWBTgb 26.2.80 GWB29,147,13 DuW 19
uö bezogen auf versch körperl Entwicklungsstadien des Menschen (als Gegenstand einer das Charakteristische darstellenden Kunst) Kindheit und hohes Alter .. In so fern der Künstler auf Charakter arbeitet, mag er auch einen Versuch machen, diese zu wenig oder zu viel entwickelten Naturen in den Cyclus schöner und bedeutender Kunst aufzunehmen GWB45,267,28 Diderot,Malerei Anm [
für: se développer] GWB45,267,20 ebd b
für den komplexen Bildungsprozeß einer Nation (aus sich selbst), die Ausbildung von Fähigkeiten od Eigenschaften innerhalb einer gesellschaftl Gruppierung Der Deutsche läuft keine größere Gefahr, als sich mit und an seinen Nachbarn zu steigern; es ist vielleicht keine Nation geeigneter, sich aus sich selbst zu e., deßwegen es ihr zum größten Vortheil gereichte, daß die Außenwelt von ihr so spät Notiz nahm GWB42
2,201,16 MuR(764) eine ungebildete bildungsfähige Menge .. Was ist an ihr zu bilden wünschenswerth? Der Character, nicht der Geschmack: Der letzte muß sich aus dem ersten e. GWB42
2,414,13 LyrVolksb GWB22,106,5 Lj IV 16 GWB40,201,2 LiterarSansculottism
uö 4
für hist Prozesse od allg geschehnishaft: sich (allmähl, kontinuierl, unter best Bedingungen) herausbilden, (aus etw) hervorgehen, entspringen, in ursächl Zshg mit etw stehen; auch ‘sich auseinander, aus sich selbst e.’; (nur vereinzelt trans) a
in allg geschichtsphilos Betrachtung; mehrf in Betonung kausalgenet Zusammenhänge Alles was wir entstanden sehen und eine Succession dabei gewahr werden, davon verlangen wir dieses successive Werden einzusehen. So wie die wahre Geschichte überhaupt nicht das Geschehene aufzählt; sondern wie sich das Geschehene auseinander entwickelt uns darstellt GWBN9,276,2 BildgErde Die wichtige Epoche persischer Dichtkunst .. gibt uns zur Betrachtung Anlaß, wie große Weltereignisse nur alsdann sich e., wenn gewisse Neigungen, Begriffe, Vorsätze hie und da, ohne Zusammenhang, einzeln ausgesäet sich bewegen .. bis endlich .. ein allgemeines Zusammenwirken hervortritt GWB7,51,5 DivNot Wenn man die Reihe von geistigen Begebenheiten, woraus doch eigentlich die Geschichte der Wissenschaften besteht, so vor Augen sieht, so lacht man nicht mehr über den Einfall eine Geschichte a priori zu schreiben, denn es entwickelt sich wirklich alles aus den vor- und rückschreitenden Eigenschaften des menschlichen Geistes, aus der strebenden und sich selbst wieder retardirenden Natur GWBB13,33,18 Schiller 24.1.98 die sämmtlichen Welterscheinungen in stetiger Folge, wie sie sich auseinander e., in einander verketten, unbedenklich aufzuzeichnen GWBN5
1,415,11 Fl WarteSteine GWB42
2,161,17 MuR(374) GWBN11,315,21 Stud Spinoza [1784/85] GWBN6,216,20 MuR(393)
uö b
für die Entstehung best Epochen, das Eintreten polit od kultureller Ereignisse, die Ausbildung künstlerischer od wiss Disziplinen uä; mehrf deutl iS einer Vervollkommnung Die literarische Epoche, in der ich geboren bin, entwickelte sich aus der vorhergehenden durch Widerspruch GWB27,72,4 DuW 7 Kaum war ich in das weimarische Leben .. wieder eingerichtet, als sich die französische Revolution entwickelte und die Aufmerksamkeit aller Welt auf sich zog GWB35,11,2 TuJ werden wir belehrt, in welchem Sinn und Geschmack die nördlichere Baukunst vom achten bis zum funfzehnten Jahrhundert sich entwickelte, veränderte, auf einen hohen Grad von Trefflichkeit, Kühnheit, Zierlichkeit gelangte GWB49
2,175,20 HerstellgStraßb Münster Werden nicht Denker, Gelehrte, Künstler angelockt .. unter einem Volke [
Griechen] wenigstens in der Einbildungskraft zu wohnen .. bei dem in einer Folge von Zeit und Leben sich eine Bildung in schöner und stätiger Reihe entwickelt, die bei uns nur als Stückwerk vorübergehend erscheint? GWB47,6,7 PropylEinl [
mBez auf Mantegna] Es ist schon die ganze Kunst, das Mögliche und Unmögliche derselben vollkommen lebendig, und doch noch nicht entwickelt; wäre sie es aber, so würde sie das nicht seyn, was sie hier ist, nicht so ehrwürdig, nicht so reich an Grund und Hoffnung GWBB45,218,24 Zelter 28.3.29 GWB41
1,362,8 Üb:Knebel,Lukrez GWBN6,131,20 MetamPfl Nachtr GWB49
1,259,19 Mantegna,Triumphzug
uö c
für die Herausbildung best ‘Vorstellungsarten’, Gesinnungen, Eigenschaften, Denkod Handlungsweisen (in Abhängigkeit von der gesellschaftl od hist Situation, der Regierungsform, der natürl Umgebung uä) da ich immer gewohnter werde alle Vorstellungsarten recht zu finden, die ja doch, so mannigfaltig, aus der Natur des Individuums, den Verhältniß zu seinem nächsten Kreise und zur Weltepoche worin es geboren wurde, sich e. und ausbilden müssen GWBB45,439,2 Reinhard? [Jun 29] K daß die verschiedensten Denk- und Empfindungsweisen, welche in dem Menschen durch Atmosphäre, Landstrich, Völkerschaft, Bedürfniß, Gewohnheit entwickelt oder ihm eingedrückt werden, sich hier .. in ausgezeichneten Individuen darzustellen .. berufen seien GWB41
1,103,12 ÜbGeheimnisse Die Despotie .. schafft große Charaktere; kluge, ruhige Übersicht, strenge Thätigkeit, Festigkeit, Entschlossenheit, alles Eigenschaften die man braucht, um den Despoten zu dienen, e. sich in fähigen Geistern GWB7,40,21 DivNot habe ich gefunden, die Zeit sey die eigentlichste Vermittlerin; in derselben e. sich Handlungen, die einzige Sprache, die zwischen Freunden giltig ist GWBB43,120,26 Cotta 24.10.27 GWB24,241,25 Wj II 1 GWBB37,179,12 Schultz 9./19.8.23
uö ‘sich einer Sache e.’: aus einer best geistigen Haltung erwachsen, entspringen [
Kanzler zu Meph:] Natur und Geist — so spricht man nicht zu Christen. | .. Dem Pöbelsinn verworrner Geister | Entwickelt sich ein Widerstand, | Die Ketzer sind’s! die Hexenmeister! GWBFaust II 4910 d
für das Eintreten aktueller Ereignisse, das spontane Sich-Ergeben best Verhältnisse, Folgen od Wirkungen übertraf alle meine Wünsche und Hoffnungen das auf einmal sich e-de Verhältniß zu Schiller GWB35,41,21 TuJ [
üb einen Besuch in Ilmenau:] so ging’s denn weiter, vom alten Granit, durch die angränzenden Epochen, wobey immer neue Probleme sich e. GWBB49,56,2 Zelter 4.[9.]31 GWBNatT 916u917 GWBB43,78,13 Boisserée 25.9.27 GWBB42,1,3 CarlAug 1.1.27
uö 5
für (meist überraschende, rätselhafte) Entstehungs- u Verwandlungsvorgänge im sinnl-konkr Bereich (als Theatereffekt, Zauber, Traumgeschehen) [
Plutus:] Nun ist es Zeit die Schätze zu entfesseln! | .. Es thut sich auf! schaut her! in ehrnen Kesseln | Entwickelt sich’s und wallt von goldnem Blute GWBFaust II 5712 Proserpina tritt auf als Königin der Unterwelt .. der Contrast einer königlichen Figur mit einer daraus sich e-den Nymphengestalt GWB40,111,27 ÜbProserp GWB12,189 Zauberfl Regiebem vor 141 GWB15
2,204 Helena Plp 1,136 GWB21,325,14 Lj III 12 GWB13
1,149 NachspIffland,Hagestolzen 265 [Peucer/G]
uö → GWB
entgegenentwickeln GWB
herausentwickeln GWB
weiter- GWB
freientwickelt GWB
halbentwickelt GWB
unentwickelt Syn zu A 1 a
GWB
auseinanderbreiten GWB
ausbreiten GWB
auseinanderwickeln GWB
auswickeln GWB
auspacken GWB
entfalten GWB
herauswickeln GWB
herauswinden zu A 1 c
GWB
deployieren zu A 2 a
GWB
auflösen GWB
lösen GWB
entwirren zu A 2 a α
GWB
aufklären GWB
klären GWB
enträtseln GWB
ergründen GWB
erschließen zu A 2 b
GWB
aufschließen GWB
darbieten GWB
enthüllen GWB
eröffnen GWB
erscheinen GWB
manifestieren GWB
offenbaren GWB
zeigen zu A 3 a
GWB
ableiten GWB
deduzieren GWB
herleiten zu A 3 b
GWB
auslegen GWB
ausmalen GWB
beschreiben GWB
darlegen GWB
erklären GWB
erläutern GWB
explanieren GWB
explizieren GWB
schildern zu B
1—3
GWB
ausbilden GWB
bilden zu B 1 b
GWB
herausbilden GWB
hervorbringen GWB
hervorrufen zu B 1 c α
GWB
ausführen GWB
darstellen zu B 1
d
,2
,4u5
GWB
entstehen zu B 2 a u 3
GWB
entfalten zu B 2
GWB
erzeugen GWB
hervorbringen zu B 2 a
GWB
herankommen GWB
reifen GWB
wachsen GWB
werden zu B 3 a
GWB
entwirken GWB
exkolieren GWB
fördern GWB
heranbilden GWB
herausbilden GWB
qualifizieren GWB
vervollkommnen zu B 4
GWB
entspringen GWB
heranbilden GWB
hervorgehen 1) Im Gegensatz zu der allg Entwicklung ist refl Gebrauch bei G auch schon vor 1800 (insbes in den natwiss Schr der 90er Jahre) deutl ausgeprägt (s GeschichtlGrundbegriffe 2,211). 2) vgl DKäfer, Methodenprobleme u ihre Behandlung in G-s Schriften zur Natwiss, 1982, 222—233 3) eindrucksvolles Beispiel bei HHuth, Möbel von DRoentgen, oJ, Abb 8u9 4) zum militärtechn term der ‘Evolution’ vgl MBriegel, Evolution, Gesch eines Fremdworts im Deutschen, Diss Freiburg 1963,24—56 5) vgl Dt Enzyklopädie, ed HMGKöster u JFRoos, 8, 1783,480f 6) vgl Boisserée an G 30.11.26 (Briefw 2,455f) 7) s Begriff Anm 3 8) zur Tradition u Deutung der Metapher s HA58,
558 9) ausführl Darstellung dieser älteren terminolog Bed bei Sulzer2 2,77 sowie in Dt Enzyklopädie, aaO; G benutzt sie (mit gewissen Modifikationen) bis ins hohe Alter 10) vgl ChStein an Knebel am 1.5.84: “Herders neue Schrift [‘Ideen zur Philosophie der Geschichte der Menschheit’] macht wahrscheinlich, daß wir erst Pflanzen und Thiere waren; was nun die Natur weiter aus uns stampfen wird, wird uns wohl unbekannt bleiben. Goethe grübelt jetzt gar denkreich in diesen Dingen” (Gr2,453) 11) Zur Deutung des Symbolgehalts vgl ASchöne, G-s Farbentheologie, 1987,226—228 12) zum biogr u zeitgeschichtl Hintergrund vgl HABr 1,554fGertrude Harlass G. Ha.