gestalten vereinzelt subst u PartPräs, mehrf ‘sich g. und umgestalten’, PartPrät einmal in der Kurzform ‘gestallt’ GWBB4,106,25
; ein Drittel der 170 Belege im morphol, ein Viertel im ästhet Bereich 1
‘sich (aus, zu etw) g.’ für das Hervorgehen aus dem Chaos, dem Nichts od dem Göttlichen u zugl für das Gewinnen von Form, Struktur u geordneter Existenz [
Dorotheas Freund üb die Frz Revolution:] Uns gehört der Boden nicht mehr .. | Gold und Silber schmilzt aus den alten heiligen Formen; | Alles regt sich, als wollte die Welt, die gestaltete, rückwärts | Lösen in Chaos .. sich auf, und neu sich g. GWBHermDor IX 273f [
betr vermutlich Anhänger der Identitätsphilosophie] An gewisse Umschöpfer. | Nichts soll werden das Etwas, daß Nichts sich zu Etwas gestalte; | Laß das Etwas nur sein! nie wird zu Etwas das Nichts GWB5
1,222 Xen 123(795) Als wenn das auf Namen ruhte, | Was sich schweigend nur entfaltet! | Lieb’ ich doch das schöne Gute | Wie es sich aus Gott [<sich umher] gestaltet GWB6,102 Div Als wenn 4 GWBN3,113,17 FlH II 2
zur Bezeichnung des Aussehens od der phys Beschaffenheit; überwiegend ‘gestaltet’ (Zustandsperf), vereinzelt ‘sich zu etw g.’ iSv eine best äußere Form annehmen; öfter im Vergl a
mBez auf natürl Bildungen u Formationen, meist hinsichtl der (geometr beschreibbaren) Form, Struktur od eines best Musters, vereinzelt hinsichtl der Konsistenz [
Ankunft in] les Rousses .. wo wir .. les sept moncels, sieben kleine, verschieden gestallte [gestaltete GWB19,236,5 BrSchweiz II] und verbundene Hügel .. vor uns sahen GWBB4,106,25 ChStein 28.10.79 man heizte ein, und die baumförmig gestalteten Eisrinden [
an den Fensterscheiben] fingen an aufzuthauen GWBN5
1,419,10 EntoptFall Wurzeln [
der keimenden Kresse] .. über der Erde, feine Härchen wie Schimmel gestaltet GWBN7,314 Versuche übWachstum dPfl [
für: in the shape of] GWB46,221,17 Hackert TgbKnight
uö b
von Personen, mythol od allegor Figuren: einen best Körperwuchs, ein best Aussehen od eine best (auch vorübergehende) Erscheinungsform haben, zeigen [
Begutachtung von Schauspielern] Madame Urspruch. Junge Mädchen; nicht übel gestaltet, aber in Sprache und Action ganz Null GWB34
1,233,20 ReiseSchweiz 1797 [G/Eckerm] [
Hoffnung:] Nie der Verzweiflung geb’ ich mich dahin; | .. Weiblich gestaltet, bin ich männlich kühn GWB16,365 Epimen 621 [
Thales zu Homunc:] Er [
Proteus] ist ganz nah .. | Und wo er auch gestaltet stockt,
1) | Durch Flammen wird er hergelockt GWBFaust II 8233 GWB14,297,28 Faust I Plp GWBFaust II Regiebem vor 8243 c
handwerklich, technisch konstruieren, herstellen, einrichten od (refl) sich formieren (von einem best Arrangement) Ein Instrument (das Brittli) .. wie ein Sistrum gestaltet, hat Löcher auf beiden Seiten, durch welche die Fäden gezogen sind GWB25
1,119,4 Wj III 5 [Meyer] Manigfaltigkeit der Farberscheinung .. Durch Wirckung besonders gestalteter Mittel aufs Auge .. Wirckung der convexen Gläser .. der concaven Gläser GWBN5
2,53,9 Fl Plp [
Johannisfeuer zu Ehren von AnnaAm] wo sie [
Knaben] .. ihre Reisfackeln .. entzündeten und .. mit ihnen .. Bewegungen machten, welche sich .. zu einem großen A gestalteten GWB35,176,25 TuJ 1804 GWBN1,87,20 FlD 211 3
im Bereich gesellschaftl (hist) od persönl menschl Verhältnisse, Einrichtungen u Beziehungen, fast ausschließl refl: eine best (organisator) Form gewinnen, sich (allmähl) zu etw entwickeln, sich etablieren, vorankommen uä; öfter im floskelhaften Ausdruck des Wunsches Möge sich Deutschland bald beruhigen, und auf eine Weise g., daß wir .. uns noch endlich einmal froh wiedersehen mögen GWBB24,252,26 Klinger 8.5.14 Böhmisches Museum .. reiche Hülfsmittel wurden zusammengebracht, und die Gesellschaft begann sich zu g. .. Die Organisation kam nicht ohne Schwierigkeit zu Stande GWB42
1,39,2 Üb:Monatsschr Böhmen [G/Varnhagen] [
betr Differenzen mit Cotta] Auch bleibt das mercantile Verhältniß unverrückt, wie sich das persönliche auch g. mag GWBB44,15,8 Boisserée 8.3.28 GWBB42,82,26 Reinhard [vor 12.3.27] GWB42
1,286,10 NationDichtk Illyr Plp
uö idWdg ‘bei so gestalteten Sachen’2) iSv in dieser Lage, unter solchen Umständen GWB36,280,23 BiogrEinzh
‘eine Welt g.’ iSv seinen Tätigkeits- u Lebenskreis maßgebl prägen [
zum Dienstjub eines Ministers] Leb’ er so, mit Jünglingskräften | .. In den wichtigsten Geschäften | Heiter klug und weise regsam, | Und in seiner Trauten Kreise | Sorgenfrei und unterhaltend, | Eine Welt, nach seiner Weise, | Nah und fern umher g-d GWB2,155 Jubiläum 36
‘öde Stunden g.’: ihnen einen Inhalt u Sinn geben GWBB40,277,20 CEgloffstein 31.1.26 4
im seel-geistigen Bereich: (sich) innerlich formen, (aus)bilden a
als (langwierige) Bildung, Entfaltung der Persönlichkeit od eines best seel Vermögens; einmal ‘sich innerlich wieder g.’ iSv sich konsolidieren, bezogen auf psych Genesung u Stabilität; vereinzelt in Berührung mit 2 Sein [
Herders] anziehendes Wesen sammelte nicht eigentlich eine Menge um ihn her, aber Einzelne gestalteten sich an und um ihn .. hatten zu ihrem größten Vortheile sich ihm ganz hingegeben GWB35,39,14 TuJ 1794 ich las nun mit Eifer manche Bücher [
relig Inhalts] .. aber nie fiel es mir ein zu denken .. ob meine Seele auch so gestaltet sei, ob sie einem Spiegel gleiche, von dem die ewige Sonne widerglänzen könnte GWB22,263,26 Lj VI SchöneSeele so stellte Schlaf und Transpiration mich [
nach schwerem Katarrh] .. wieder her. Innerlich hatte ich mich indessen schon wieder so gestaltet, daß .. die Langeweile .. mir eine mäßige Thätigkeit abforderte GWB35,89,15 TuJ 1801 GWBB45,46,23 Göttling 8.11.28
uö b
in der Vorstellung, Phantasie genauer umreißen od festlegen; (sich) geistig, intellektuell geordnet, zusammenhängend darstellen, auch: ein Schreiben, Werk, eine Werkausgabe zweckentspr anlegen, redigieren od gliedern [
betr das Verhältnis des Majors zu Hilarie] Bedauern wir den .. Mann, dem diese Sorgen, diese Qualen wie ein beweglicher Nebel .. vorschwebten .. so war es bei nächtlichem Erwachen wo alles Widerwärtige, gestaltet und immer umgestaltet, im unerfreulichsten Kreis sich in seinem Innern umwälzte GWB24,345,9 Wj II 5 eh wir ein Gebildetes mit Augen erblicken, sehen wir ein Ungebilde, in welchem und aus welchem jenes sich gestaltet GWBN13,50,27 Morph Plp wie die Meinungen über sittliche Gegenstände sich in der Seele eines jeden, der selbst denkt, anders reihen und g. GWB47,79,10 Nachahmg,Manier,Stil [
betr eine Sammlung griech Lieder] eigentlich würde jede Einleitung überflüssig seyn, wenn man Ihr Schreiben an mich einigermaßen dazu gestaltete GWBB37,187,21 Haxthsn 23.8.23 K GWBB24,313,8 Knebel 9.7.14
uö 5
ästhetisch: eine best Form verleihen od (refl) annehmen; mehrf ‘(sich) zu, in, als etw g.’ a
als Dichter od bildKünstler darstellen, erschaffen, einen best Gegenstand, ein Thema, Motiv od ein best Material bearbeiten, nach gewissen Regeln etw bilden; je einmal als Akt des göttl Bildners u absol iGz zügellosen Produzieren der Phantasie [
zu G-s Entwicklung um 1775] in meiner Richtung, die .. darauf hinging, das Höhere gewahr zu werden .. und wo möglich solches nachbildend zu g. GWB29,24,17 DuW 16 [
betr die Aufnahme dt Lit durch fremde Nationen] Fragen: .. Inwiefern sie sich unsrer ästhetischen Formen bedienen .. Inwiefern sie das was wir schon gestaltet haben wieder als Stoff behandeln GWB42
2,497,19 Stud zWeltlit [
nach ‘Des Knaben Wunderhorn’] Er [
Gott] nahm ein Erdenbutzen | Und macht ein Mann daraus. | Sobald er ihn gestaltet, | Blies er’n ein wenig an GWB38,498 Späne Phantasie. | Schaffen wohl kann sie den Stoff, doch die wilde kann nicht g., | Aus dem Harmonischen quillt alles Harmonische nur GWB5
1,310 Tab vot 37(219) GWBB42,112,12 Reinhard 30.3.27 GWB41
2,277,14 ModGuelfen uGhibell
‘(in best Weise) gestaltet (sein)’: öfter für den Kunstcharakter eines Objekts od spezieller hinsichtl der Qualität eines Werks, insbes mit adv Bestimmungen wie ‘bedeutend, wunderlich’; einmal mBez auf die durch das Wort des Dichters gesicherte, erhöhte Existenz einer Person (iGz namen- u ‘gestaltlosen’ Schattendasein) In Rom wurde [
von G] kein Stein mehr angesehen wenn er nicht gestaltet war. Die Form hatte allen Antheil an der Materie verdrängt GWBB8,376,17 Knebel 24.5.88 [
Gemälde einer Aurora] Rosen .. zu welchen die roth gesäumten Wölkchen .. bedeutungsvoll gestaltet sind GWB49
1,325,25 TischbeinsIdyllen 12 gestaltlos schweben umher in Persephoneia’s | Reiche, massenweis’, Schatten von Namen getrennt; | Wen der Dichter aber gerühmt, der wandelt, gestaltet, | Einzeln, gesellet dem Chor aller Heroen sich zu GWB1,285 Euphrosyne 125 GWB34
1,167,3 KuARheinMain GWB48,59,4 Preisaufg 1803 GWB49
1,224,17 Bossi,Leonardo
uö b
‘sich (zu etw) g.’: für den (unwillkürl) Vorgang der Entstehung, Strukturierung u Ausformung eines Werks; im Mythos als Wirkung magischer Gewalt [
Vorgeschichte des ‘Werther’] ich vergegenwärtigte mir die Fälle, die mich am meisten .. geängstigt; aber es wollte sich nichts g.: es fehlte mir eine Begebenheit .. in welcher sie sich verkörpern könnten. Auf einmal erfahre ich .. von Jerusalems Tode .. und in diesem Augenblick war der Plan zu Werthern gefunden; das Ganze schoß von allen Seiten zusammen GWB28,221,1 DuW 13 [
Zeichenübungen] Durch eine gewisse Naturanlage und Übung gelang mir wohl ein Umriß, auch gestaltete sich leicht zum Bilde was ich in der Natur vor mir sah; allein es fehlte mir die eigentliche plastische Kraft GWB29,169,25 DuW 20 Die von [
Orpheus’] .. gebietenden .. Tönen schnell ergriffenen, aus ihrer massenhaften Ganzheit gerissenen Felssteine mußten .. sich kunst- und handwerksgemäß g., um sich sodann in .. Wänden gebührend hinzuordnen GWB48,213,7 MuR(1133) GWBB42,198,9 Nees 24.5.27
uö 6
als morphol Begriff; häufig Zustandsperf, vereinzelt trans a
im anorgan Bereich: (sich) nach best, überwiegend immanenten Gesetzen u Bedingungen zu einem spezif ausgeprägten (regelmäßigen) Naturgebilde herausbilden, formieren; meist mineralog-geol α
als Grundtendenz des Materiellen (insbes von ‘Massen’) zur Bildung fester (Kristallisations-)Form; einmal spezieller ‘das G-de’ für die bei der Granitbildung prägende Kraft Die schönste Metamorphose des unorganischen Reiches ist, wenn bei’m Entstehen das Amorphe sich in’s Gestaltete verwandelt. Jede Masse hat hiezu Trieb und Recht GWB42
2,257,12 MuR(1259) Epochen .. bei der Weltbildung: 1. Krystallisationslust, Bestreben .. sich zu durchdrängen, zu g. GWBN10,255 MinGeol Plp zu demjenigen [
Granit], der wegen seiner großen Krystalle porphyrartig genannt wird. Diese Zwillingskrystalle eigentlich krystallisirter Granit, wo der Feldspat die Oberhand und das G-de hat GWBN10,29,13 Granit GWBB31,52,23 Leonhard 8.1.19 K
uö β
mBez auf die konkr, überwiegend als charakteristisch od regulär aufgefaßte Bildungsform; einmal im Bild der (chem) Paarung u Fortpflanzung (in Berührung mit b) da die Gestalt immer das Höchste bleibt, warum sollte man ihm [
dem Kristallographen] verargen, auch das Anorganische nur in so fern es gestaltet ist zu erkennen .. und zu ordnen? GWBN11,87,27 MathMißbrauch Diese [
Stratus] .. fingen .. an, ihren oberen Umriß aufzublähen, in verschiedene Erhöhungen zu g. und dadurch das Recht zu erlangen für Cumulus zu gelten GWBN12,14,16 Wolkengest die umkies’ten Belemniten .. deuten .. dahin, daß Eisen und Schwefelsäure sich so gern .. vermählen, wenn sie nur irgend einen Thalamos finden, wo sie sich in einander fügen und g. können GWBB43,118,11 Buttel [23.]10.27 GWBN9,212,19 AnLeonhard 18.11.08 [
Zit s v Gestalt D2aβ] GWB6,197 Div In tausend 11
uö b
im organischen Bereich: ein Lebewesen od ein Organ nach einem spezif Bauplan, in einer best (typolog) Form u unter best (Umwelt-)Bedingungen hervorbringen, (weiter)bilden od (refl) sich dazu entwickeln, mehrf ‘gestaltet’ iSv gebaut; öfter iS der Metamorphose u wiederholt in funktionaler Betrachtung [
Zeichnung eines Giraffenskeletts] Ich wünschte es einmal in Natur zu sehen, es ist ein .. wunderbares Geschöpf, im Grund so einfach gestaltet GWBB7,40,18 Merck 8.4.85 obgleich Theile [
am Tier] nach außen zu unnütz erscheinen können, weil der innere Zusammenhang der thierischen Natur sie so gestaltete ..
z. B. [
bei] .. den Eckzähnen GWBN8,17,18 VglAnatomie 4 daß .. Decandolle .. die Identität aller Pflanzentheile anerkennt, so wie die lebendige Mobilität derselben, sich vorwärts oder rückwärts zu g. und sich dadurch in gränzenlos unterschiedenen Formen den Augen darzustellen GWBN6,275,25 MetamPfl Wirkg 1830 GWB3,119 Typus 6 GWBN7,197,6u10 PrincPhilZool II GWB2,216 Gott GemütWelt 40 [
Zit s v 2Flor 3d]
uö(meist mit adv Zusatz) mBez auf die sog Aura einer verendenden Fliege GWBB40,124,11 Nees 13.11.25 [
Zit s v Aura]
Zustandsperf für den Höhepunkt der organischen, die (Sinnes-)Wahrnehmung ermöglichenden Entwicklung des Wirbelknochens (im Bild pflanzl Wachstums) Apperçu daß das Haupt aus verwandelten Wirbelknochen besteht .. Atlas Kelch vor der Blüthe .. Os ethmoideum wird nun die Blüthe des ganzen. Der Bisher massenhafte Körper ist nun gestaltet, durchbohrt und jedem Leben geöffnet .. Die Gehirnknochen entstehen aus Wirbelknochen. Durch Steigerung erheben sich [
sic] zu Sinneswerckzeugen GWBN13,18,26 Morph Plp
→ GWB
ausgestalten GWB
hervorgestalten neu- GWB
um- GWB
wohl- GWB
zu- GWB
gleichgestaltet GWB
großgestaltet GWB
mißgestaltet GWB
ovalgestaltet GWB
rauhgestaltet GWB
troggestaltet GWB
ungestaltet GWB
vielgestaltet GWB
vollgestaltet GWB
wohlgestaltet GWB
zitzengestaltet GWB
zwerggestaltet Dreinamig-Dreigestaltete Syn zu 1
GWB
emanieren zu 2—6
GWB
bilden GWB
entwickeln GWB
formen zu 2a und c
GWB
bauen zu 2c
GWB
anfertigen GWB
bearbeiten GWB
fügen GWB
verfertigen zu 3
GWB
arrangieren GWB
einrichten GWB
etablieren GWB
formieren GWB
konsolidieren GWB
konstituieren GWB
ordnen zu 4—6
GWB
ausbilden GWB
organisieren zu 4
GWB
herausbilden zu 4a
GWB
herstellen zu 4b und 5a
GWB
arrangieren GWB
ausarbeiten GWB
ausführen GWB
bearbeiten GWB
behandeln GWB
darstellen GWB
entfalten GWB
formieren zu 4b
GWB
fügen GWB
redigieren GWB
umreißen zu 5
GWB
gliedern zu 5a
GWB
ausprägen GWB
konstituieren GWB
modellieren GWB
zurichten zu 6aα
GWB
bestimmen GWB
determinieren zu 6b
GWB
ausarbeiten GWB
bauen GWB
entfalten GWB
konstituieren 1) vgl dazu FfA I 72,569 2) Adelung
2 s v gestalten: “‘Bey so gestalten Sachen’, ‘so gestaltig’ .. sind Blumen Oberdeutscher Kanzelleyen” Horst FleigH.
F.