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bekennen

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
Anchors
26 in 22 Wb.
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53

Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

bekennen

Bd. 1, Sp. 1415
bekennen , fateri, confiteri, praet. bekannte und bekennte, 11) und alle zungen sollen gott bekennen (goth. andhaitiþ alla razdô guþa). m. 14, 11; gott anbeten und bekennen (invaitiþ guþ). 1 Cor. 14, 25; Jesum Christum bekennen. 2 Joh. 1, 7; das ist die frucht der lippen, die seinen namen bekennen. Ebr. 13, 15; ich will seinen namen bekennen. offenb. Joh. 3, 5; sie bekennen allein got (für) iren hern. Münster 1339; zu Jerusalem bekanten und bezeugten zwölf apostel den namen Jesu Christi. Schuppius 842; in Newyork sind neunzig verschiedene christliche confessionen, von welchen jede auf ihre art gott und den herrn bekennt, ohne weiter an einander irre zu werden. Göthe 50, 123. 22) da werden sie denn bekennen ire missethat und irer veter missethat. 3 Mos. 26, 40; und sie sollen ire sünde bekennen, die sie gethan haben. 4 Mos. 5, 7; und die priester bekandten ire schande und heiligeten sich. 2 chron. 30, 15; und bekenne die sünde der kinder Israel. Neh. 1, 6; und traten hin und bekanten ire sünde und irer veter missethat. 9, 2; darumb bekenne ich dir meine sünde und verhele meine missethat nicht. ps. 32, 5. 33) der dieb hat schon bekannt (gestanden); er will immer noch nicht bekennen; der mund soll nicht bekennen, was das herz leugnet; alles was herz, mund, fedder und hand bekennet. Luther 3, 56b; ein kläger kam und sprach, herr richter ich bekenne, beklagter soll mir thun, soviel als ich benenne. Logau 1, 6, 50; die fische lieben auch, mag wasserliebe brennen? kein fisch bin ich, und sie sind stumm, wer wils bekennen? 1, 10, 41; verlangst, dasz ich den edeln stolz verleugne, den dieses freie herz von je bekannt? Schiller 610; es ist gar löblich von dem alten patriarchen, dasz er sein volk auch vor der welt und ihren groszen bekennet. Göthe 60, 240. die ältere sprache setzt auch noch die sache in den genitiv: der warheit bekennen; er hat aller sach bekennt; darauf sie sich des bekandt und verjach. Plut. 5; der küng des selbert hat bekent. Schwarzenb. 117, 1; weistu nit, das junkfrewlich bild in lieb ist alzeit rauch und wild, und seiner lieb nit leicht bekent. H. Sachs I, 436b. 44) seinen namen bekennen (nomen suum profiteri. l. unica C. de fam. libell.), angeben: wann einer dem gemeinen besten zu schutz und gutem etwas anzubringen, sol er seinen namen bekennen. Schuppius 673. im kartenspiel, farbe bekennen, blätter derselben farbe hinzuwerfen. 55) von sachen, sie bekennen, geben kund, zeigen an, bezeugen, profiteri: im gras, das seiner grünen farb entkleidt die zeit bekennet. Wernike 273; lagern wir uns im schatten der alten familienbuche, die vorlangst uns bekennt mit schon auswachsenden namen. Luise 1, 250. 66) auf einen bekennen: da sol denn Aaron seine beide hende auf sein (des bockes) heubt legen und bekennen auf in alle missethat der kinder Israel. 3 Mos. 16, 21; wiltu aber nicht, so wollen wir auf dich bekennen, das wir einen jungen gesellen allein bei dir funden haben. Susanna 21; bekenne selbst auf dich mein kranker sinn, hast du nicht schuld, dasz ich so elend bin? Fleming 527; die schwangere magd hat auf ihn bekannt, ihn als vater ihres kindes angegeben. 77) bekennen für: sobald jemand in für Christum bekende (ei jabai hvas ina andhaihaiti Christu). Joh. 9, 22; der oheim eines königes bekennt mich für sein kind. Göthe 9, 262. vgl.erkennen für, und 9, b sich bekennen für. 88) bekennen, mit folgesatz: ich bekenn wol, wenn dir einer schuldig ist und er dirs nit mit lieb geben wil, so machtu zanken rechtlich. Keisersb. sünden des munds 41a; ich bekenn es wol, es ist wor (dasz es wahr ist). 49b; und alsobald bekandt er frei, es müst sein eitel trügerei. Alberus 108; da Gentianus offentlich bekent, das es wol war sei. bienenk. 10a; und Gwido bekennt rund, dasz er der hacken kein stil weisz zu finden. 88a. mit inf., ich bekenn billig sein. Luthers br. 1, 411; ich bekenne — erhalten zu haben. 99) sich bekennen, 9@aa) ich bekenne mich ein sünder. Melanchthon im corp. doctr. chr. 130; der czar, des sohn ich mich bekenne. Schiller 662; die vornehmen personen, welche sich heute als diener des reichsoberhaupts bekannten. Göthe 24, 326. 9@bb) das stot uns zuo, und ist gewonheit der guoten gemüt, sich schuldig bekennen, da kein schuld ist. Keisersb. sünden des munds 15b; sie bat um verzeihung einer groszen ubelthat, deren sie sich gegen diese dame schuldig bekannte. Wieland 12, 360; denn dieser bekannte sich selbst als mitschuldigen ihrer vergehungen. Göthe 18, 181; er bekennt sich überwunden, für überwunden; alles was heilsam, was löblich sich nennet, was sich selbst herlich und witzig bekennet. Logau 3, 212. 9@cc) sich zu einem glauben, einer lehre bekennen; sie bekannte sich zu dem verbrechen; er bekennt sich zu dem kinde, gesteht, dasz er dessen vater sei; er wollte sich nicht zu der schrift, zu der urkunde bekennen. 9@dd) sich gegen einen bekennen: bekenne dich gegen im, gesteh ihm deine schuld. Keisersb. sieben scheiden 3. 9@ee) sich (sibi) bekennen, eingestehn: er muste sich selbst bekennen; du must dir selbst bekennen. 1010) im 15 jh. öfter, im 16 selten, im 17 fast gar nicht mehr hat bekennen noch die alte bedeutung von erkennen: wer ein weib bekennet (leiblich erkennt). kunkelevang. f.; vor dem er dann nie kein frauw bekandt. Plut. 146; der da sich selbs bekennet. Keisersb. sieben scheiden 3; im wart der dieb zu sehen, das er in bekant. chr. bilger 43; gleichwie wir in der taufe eitel wasser bekennen. Luther 3, 86b; allwo ich mich dem geländer (der landschaft) nach wieder ein wenig bekennen (zurecht finden) konte. Simpl. 1, 523.
5621 Zeichen · 105 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bekennenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +8 Parallelbelege

    be-kennen stn. das erkennen Myst. 2. 416,7 ;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bekennensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    bekennen , sw. V. nhd. erkennen, wahrnehmen, erfahren (V.), beachten, kennen, wissen, bekennen, erklären, bezeugen, auss…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bekênnen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Bekênnen , verb. irreg. act. S. Adelung Kennen . 1) Bekannt machen, in welcher Bedeutung dieses Wort nur im biblischen u…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bekennen

    Goethe-Wörterbuch

    bekennen vereinzelt subst 1 etw (dem Partner nicht Bekanntes) offen aussprechen, gestehen a etw Vertrauliches, auch Heik…

  5. modern
    Dialekt
    bekennen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    bekennen kennen Geiler P. S. 4. — mhd. Schweiz. 3, 314. Bayer. 1, 1255.

  6. Sprichwörter
    Bekennen

    Wander (Sprichwörter)

    Bekennen 1. Bekant ist halb gebuesset. – Agricola, I, 123; Guttenstein, I, 33; Egenolff, 79 a ; Eiselein, 65; Henisch, 2…

  7. Spezial
    bekennen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    be|ken|nen I vb.tr. 1 (gestehen) dé pro, confessé (-ssa) 2 (anerkennen, zugeben) reconësce (-ësc, reconesciü) 3 (eingest…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bekennen

13 Bildungen · 1 Erstglied · 11 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von bekennen

be- + kennen

bekennen leitet sich vom Lemma kennen ab mit Präfix be-.

Zerlegung von bekennen 2 Komponenten

beken+nen

bekennen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

bekennen‑ als Erstglied (1 von 1)

bekennende

KöblerMhd

beken·n·ende

bekennende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. bekennend ÜG.: lat. cognoscens STheol Vw.: s. un- Q.: EckhIII, EckhV, Seuse (FB bekennende), STheol I.:…

bekennen als Zweitglied (11 von 11)

unbekennen?

KöblerMhd

*unbekennen? , sw. V. nhd. „nicht erkennen“ E.: s. un, bekennen

abbekennen

DRW

abbe·kennen

abbekennen für nichtig erklären, verwerfen vgl. aberkennen nüt desto minder hat das gericht ... ime die appellatz abbekennt mit der urteil 1…

anbekennen

MNWB

anbekennen , swv. , anerkennen, sich zu etwas bekennen.

anebekennen

KöblerMnd

ane·bekennen

anebekennen , sw. V. nhd. anerkennen, sich zu etwas bekennen E.: s. ane (2), bekennen L.: MndHwb 1, 75 (anbekennen)

einbekennen

DWB

ein·bekennen

einbekennen , confiteri, bekennen: der missethäter hat alles einbekannt, wie eingestanden.

unbekennen

KöblerMhd

unbe·kennen

unbekennen , st. N. nhd. Nichterkennen Q.: Seuse (1330-1360) (FB unbekennen) E.: s. un, bekennen W.: nhd. DW- L.: Hennig (unbekennen)

vȫrbekennen

KöblerMnd

vȫrbekennen , sw. V. nhd. im Voraus wissen, vorhersehen Hw.: s. vȫrbekünnen E.: s. vȫr (4), bekennen L.: MndHwb 1, 777 (vȫrbekennen) Son.: l…

widerbekennen

KöblerMhd

wider·bekennen

widerbekennen , sw. V. nhd. wiederbekennen Q.: Lanc (1240-1250) E.: s. wider, bekennen W.: nhd. DW- L.: MWB (wider bekennen)

zebekennen

KöblerMhd

zebekennen , sw. V. Vw.: s. zuobekennen*

zuobekennen

KöblerMhd

zuo·bekennen

zuobekennen , sw. V. nhd. „zubekennen“ Q.: PrWack (14. Jh.) E.: s. zuo, bekennen (1) W.: nhd. zubekennen, sw. V., zubekennen, zuerkennen, DW…

Ableitungen von bekennen (1 von 1)

unbekennen

KöblerMhd

unbekennen , st. N. nhd. Nichterkennen Q.: Seuse (1330-1360) (FB unbekennen) E.: s. un, bekennen W.: nhd. DW- L.: Hennig (unbekennen)