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bekennen

mhd. bis spez. · 22 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
26 in 22 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

bekennen

bekennen

bekennen Vb. ‘gestehen’, auch ‘offen seine Überzeugung kundtun’, ahd. bikennen (8. Jh.), mhd. bekennen, eine Präfixbildung zu kennen (s. d.), bedeutet zunächst ‘kennen, erkennen’ (bis ins ältere Nhd.; daher das aus dem Part. Prät. hervorgegangene Adjektiv bekannt, s. d.). In der mhd. Rechtssprache entwickelt sich die Bedeutung ‘etw. bekanntmachen’ (‘die eigene Schuld eingestehen’ und ‘als Zeuge etw. zur Sache aussagen’), die wie die namentlich bei den Mystikern des 14. Jhs. hervortretende Variante ‘aus innerster Überzeugung öffentlich für etw. eintreten’ zu den heutigen Verwendungen hinführt. In letzterem Sinne wird das Verb im Nhd. auch reflexiv gebraucht (sich zu etw., jmdm. bekennen); vgl. dagegen ahd. sih bikennen ‘sich erinnern’, mhd. sich bekennen ‘Bescheid wissen, zur Erkenntnis kommen’. – Bekenner m. ‘wer offen seine Überzeugung kundtut’, mhd. bekenner (14. Jh.), anfangs Nomen agentis in der juristischen Sphäre, dann unter Einfluß der Mystik in der Bedeutung ‘Verfechter einer Glaubenslehre’. Bekenntnis n. ‘Geständnis, öffentliches Eintreten für eine Überzeugung’, ahd. bikantnussi n. (Hs. 12. Jh.), mhd. bekantnisse, bekentnisse f. und n. ‘Kenntnis, Geständnis, Zeugnis’, Ableitung vom Part. Prät. mhd. bekant, deshalb auch im Frühnhd. noch Nebenformen wie Bekanntnuß oder (bis ins 18. Jh.) Bekänntnis. Der bei den Mystikern einsetzende religiöse Sondergebrauch ist vom 16. Jh. an verbreitet (‘Eintreten für eine Glaubenslehre’), dazu stellt sich die Bedeutung ‘christliche Glaubenslehre, Konfession’ (19. Jh.); im 18. Jh. setzt sich allgemein neutrales Genus durch.
1590 Zeichen · 55 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    bekennenstn.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +8 Parallelbelege

    be-kennen stn. das erkennen Myst. 2. 416,7 ;

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    bekennensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    bekennen , sw. V. nhd. erkennen, wahrnehmen, erfahren (V.), beachten, kennen, wissen, bekennen, erklären, bezeugen, auss…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Bekênnen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Bekênnen , verb. irreg. act. S. Adelung Kennen . 1) Bekannt machen, in welcher Bedeutung dieses Wort nur im biblischen u…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    bekennen

    Goethe-Wörterbuch

    bekennen vereinzelt subst 1 etw (dem Partner nicht Bekanntes) offen aussprechen, gestehen a etw Vertrauliches, auch Heik…

  5. modern
    Dialekt
    bekennen

    Elsässisches Wb. · +4 Parallelbelege

    bekennen kennen Geiler P. S. 4. — mhd. Schweiz. 3, 314. Bayer. 1, 1255.

  6. Sprichwörter
    Bekennen

    Wander (Sprichwörter)

    Bekennen 1. Bekant ist halb gebuesset. – Agricola, I, 123; Guttenstein, I, 33; Egenolff, 79 a ; Eiselein, 65; Henisch, 2…

  7. Spezial
    bekennen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    be|ken|nen I vb.tr. 1 (gestehen) dé pro, confessé (-ssa) 2 (anerkennen, zugeben) reconësce (-ësc, reconesciü) 3 (eingest…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit bekennen

13 Bildungen · 1 Erstglied · 11 Zweitglied · 1 Ableitungen

Ableitung von bekennen

be- + kennen

bekennen leitet sich vom Lemma kennen ab mit Präfix be-.

Zerlegung von bekennen 2 Komponenten

beken+nen

bekennen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

bekennen‑ als Erstglied (1 von 1)

bekennende

KöblerMhd

beken·n·ende

bekennende , (Part. Präs.=)Adj. nhd. bekennend ÜG.: lat. cognoscens STheol Vw.: s. un- Q.: EckhIII, EckhV, Seuse (FB bekennende), STheol I.:…

bekennen als Zweitglied (11 von 11)

unbekennen?

KöblerMhd

*unbekennen? , sw. V. nhd. „nicht erkennen“ E.: s. un, bekennen

abbekennen

DRW

abbe·kennen

abbekennen für nichtig erklären, verwerfen vgl. aberkennen nüt desto minder hat das gericht ... ime die appellatz abbekennt mit der urteil 1…

anbekennen

MNWB

anbekennen , swv. , anerkennen, sich zu etwas bekennen.

anebekennen

KöblerMnd

ane·bekennen

anebekennen , sw. V. nhd. anerkennen, sich zu etwas bekennen E.: s. ane (2), bekennen L.: MndHwb 1, 75 (anbekennen)

einbekennen

DWB

ein·bekennen

einbekennen , confiteri, bekennen: der missethäter hat alles einbekannt, wie eingestanden.

unbekennen

KöblerMhd

unbe·kennen

unbekennen , st. N. nhd. Nichterkennen Q.: Seuse (1330-1360) (FB unbekennen) E.: s. un, bekennen W.: nhd. DW- L.: Hennig (unbekennen)

vȫrbekennen

KöblerMnd

vȫrbekennen , sw. V. nhd. im Voraus wissen, vorhersehen Hw.: s. vȫrbekünnen E.: s. vȫr (4), bekennen L.: MndHwb 1, 777 (vȫrbekennen) Son.: l…

widerbekennen

KöblerMhd

wider·bekennen

widerbekennen , sw. V. nhd. wiederbekennen Q.: Lanc (1240-1250) E.: s. wider, bekennen W.: nhd. DW- L.: MWB (wider bekennen)

zebekennen

KöblerMhd

zebekennen , sw. V. Vw.: s. zuobekennen*

zuobekennen

KöblerMhd

zuo·bekennen

zuobekennen , sw. V. nhd. „zubekennen“ Q.: PrWack (14. Jh.) E.: s. zuo, bekennen (1) W.: nhd. zubekennen, sw. V., zubekennen, zuerkennen, DW…

Ableitungen von bekennen (1 von 1)

unbekennen

KöblerMhd

unbekennen , st. N. nhd. Nichterkennen Q.: Seuse (1330-1360) (FB unbekennen) E.: s. un, bekennen W.: nhd. DW- L.: Hennig (unbekennen)