kennen vereinzelt -n-, einmal ‘gekandt’ GWB38,59 Vs 109
, Perf auch ‘kannt’ GWB39,24,9~8,25, 21
; öfter PartPräs, einmal ‘die K-den’ GWBB13,208,10
; mehrfach ‘das K.’ u einmal ‘das Gekannte’ GWBB40,251,6
; Konjunktiv II vereinzelt ‘kennete’; häufig apokopiert. — Gut 2000 der rund 2500 Belege in Punkt A (ca 500 in A1b) A
Kenntnis von etw haben, über etw/jdn Bescheid wissen 1
über etw unterrichtet sein a
von einer Sache, einem Sachverhalt (oft des Alltagslebens) erfahren haben, mit etw in Berührung gekommen sein, (aus eigener Erfahrung, unmittelbarer Anschauung) mit etw bekannt od vertraut sein α
etw schon gesehen, erlebt, kennengelernt od in einer bestimmten Form vorgefunden haben; unter dem Aspekt einer spezifischen Eigenschaft, Erscheinungsweise gelegentlich iSv ansehen als, halten für (mehrfach in der Fügung ‘etw als etw k.’) Man kennt die zarten .. Herbstnebel, welche den Himmel mit reinem leichten Schleier, besonders des Morgens, bedecken GWBN5
1,265,4 EntoptFarb 14 Das große, Carlsbad betroffene Unglück [
Hochwasser] .. hinderte mich, den Ort, den ich sonst in seinem Flor gekannt, nunmehro in solchen Wust eingehüllt zu besuchen GWBB35,89,1 CarlAug [18.9.21] K Die Wände unserer Zimmer, die du noch weiß gekannt hast, sind .. in bunte Felder abgetheilt GWBB20,71,20 August 3.6.08 [
Minnesinger über den Winter:] Von allen Jahreszeiten die wir k. | Ist sie’s, die eine, die uns so [
festlich] vereint GWB16,222 Maskenz RomantPoesie 85 Dieses Baumes Blatt .. | Ist es Ein lebendig Wesen, | Das sich in sich selbst getrennt? | Sind es zwei, die sich erlesen, | Daß man sie als Eines kennt? GWB6,152 Div Gingo biloba 8 GWB6,131 Getretner Quark 5 GWB41
1,60,8 Shakesp u kein Ende
uö negiert od eingeschränkt zum Ausdruck der Unerfahrenheit, von Entbehrungen, mangelnden Möglichkeiten uä; in Vbdgn wie ‘(nur) vom Hörensagen, vom Sehen k.’, ‘nur als Namen, (kaum) dem Namen nach k.’,‘etw vorläufig, nur im Allgemeinen k.’ auch iSv oberflächlich od (nur) in den groben Zügen mit etw bekannt sein, (kaum) wissen, wovon die Rede ist Das Ding .. das uns von dem Wesen trennt, dem wir das Leben verdanken .. das Ding, das man Sünde nennt, kannte ich noch gar nicht GWB22,309,9 Lj VI SchöneSeele [
Iphigenie:] O eine köstliche Gabe ist des Freundes tröstliche Rede, die der Einsame nicht kennt [deren Himmelskraft ein Einsamer entbehrt GWB10,70 Iph
2 1625 ] GWB39,382,13 Iph
1 IV 4 [
Bruder Martin:] Kann ich ein Bett haben? [
Georg:] Nein Herr, ich kenn Better nur vom Hörensagen, in unsrer Herberg ist nichts als Stroh GWB39,16,4 Götz
1 I [
betr Aufzeichnungen des Weimarer Hzgs Bernhard über seine Studienreise nach Nordamerika] Dürfte ich wohl .. um die Journale bitten, sie würden mich über gar manches, was ich nur im Allgemeinen kenne .. aufklären GWBB40,226,5 CarlAug 4.1.26 K GWB42
1,202,5 Carlyle,Schiller GWB49
1,12,25 Anz:KuARheinMain
uö ‘die Welt, das Leben k.’ uä, öfter pauschalierend mBez auf (übliche) Verhaltensformen od gesellschaftliche Spielregeln; auch in Berührung mit b [
Lothario:] Dem Manne, der die Welt kennt, der weiß, was er darin zu thun, was er von ihr zu hoffen hat GWB23,77,24 Lj VII 7 [
Proteus:] Kennte der Jüngling die Welt genau | Er würde im ersten Jahre grau GWB15
2,222 Faust II Plp 155 der edle verständige Pfarrherr, | .. die Zierde der Stadt .... kannte das Leben, und kannte der Hörer Bedürfniß GWB50,192 HermDor I 80 GWBB6,222,21 CEGoethe 7.12.83
uö β
iSv gelesen, betrachtet, zur Kenntnis genommen haben; öfter ‘etw von jdm k.’ K. Sie die Kantischen Beobachtungen über das Gefühl des Schönen und Erhabenen von 1771? .. Gewiß k. Sie es schon GWBB10,235,4u10 Schiller 18.2.95 Von Tischbeinen hab ich schöne Köpfe und Studien nach Raphael erhalten die du kennst GWBB6,8,23 Merck 16.7.82 eine Auswahl seiner [
JKGrübels] Gedichte .. Ich kenne schon manches von ihm GWBB13,49,22 Schiller 31.1.98 GWBB27,267,4 Darnstädt 10.12.16 K
uö γ
in seelisch-emotionaler Vertiefung, Differenzierung od Problematisierung; Subj mehrfach ‘ein/das Herz’ Ach, daß .. eine Bildung voller Saft | Aus meinen Fingern quölle! | Ich zittre nur, ich stottre nur, | Und kann es doch nicht lassen; | Ich fühl’, ich kenne dich, Natur, | Und so muß ich dich fassen GWB2,185 Künstlers Abendlied 7 Wer ist zum Enthusiasmus der Freundschaft fähig? .. wer zur Leidenschaft für seine Kinder? als ein Herz das die Liebe gekannt [
connu] oder verziehen hat GWB40,226,22 Staël,Dichtgn Ich bin vergnügt .. Das fühle ich, und doch ist der ganze Innhalt meiner Freüde ein wallendes Sehnen nach etwas, das ich nicht habe, nach etwas, das ich nicht kenne DjG
32,25,14 Arianne an Wetty Sentenzen GWB10,182 Tasso 1912
uö δ
in Kennzeichnung einer persönlichen Stellungnahme uä; oft im Ausdruck des Wohlgefallens od von Widerwillen, Überdruß uä, insbesondere iVbdg mit superlativen Ausdrücken od in Vbdgn wie ‘etw schon/ (nur) zu gut k.’; öfter in Berührung mit anderen Bedeutungspunkten Franz (allein) .. Ich kenne das schon! Heute streiten sich die Herren .. und morgen sind sie wieder einig, Freunde .. gute Gesellen GWB13
2,282 Götz
3 II Var [
Mephisto, mBez auf Fausts Ausführungen zu Ebbe u Flut:] Da ist für mich nichts Neues zu erfahren, | Das kenn’ ich schon seit hunderttausend Jahren GWB15
1,252 Faust II 10211 [
Tancred:] ich kenne [
connais] nur zu sehr des Neides | Und der Verläumdung lügnerischen Trug GWB9,407 Tancred 1013 GWB35,43,25 TuJ 1795
uö in Fügungen wie ‘außer sich nichts k. als’, ‘nichts anderes k. (noch wissen) als’ zum Ausdruck der (völligen) Hingabe, Faszination od Besessenheit von etw, gelegentlich auch der Borniertheit; einmal ‘sich nichts Besseres k. als’ In einem der hintersten Zimmer verschlossen .. lebte und webte er [
Wilhelm] in der Shakespearischen Welt, so daß er außer sich nichts kannte noch empfand GWB21,298,15 Lj III 9~52,153,22 ThS V 8 Friederike dankte mir .. für die Geduld bei der Unart der Mitgäste. Ich aber kannte keinen Schmerz noch Verdruß in ihrer Nähe GWB28,20,20 DuW 11 wer nur mathematische Regeln kennt | Wird Schlüsse finden welche Wunder wircken. | Die der gemeine Sinn nicht fassen kann GWB5
2,417 Baco 1 [
Graf:] die zwar etwas barbarische, aber doch tief gefühlte Ehrenbezeugung der Sarmaten .. die sich nichts Bessers k., als aus dem Schuh einer geliebten und verehrten Person ihre Gesundheit zu trinken GWB20,125,13 Wv I 11 AA93,4 Werth
1 I~Werth
2 GWBB8,130,23 Weimarer Freunde 13.1.87
uö ε
in normativer u regulativer Hinsicht, oft in entspr Forderung, Einschätzung, auch iSv sich (einer Sache) bewußt sein sowie mit Bedeutungsnuancen wie respektieren, anerkennen, beherzigen (u entspr handeln); öfter ‘seine Pflicht, jds Pflichten und Befugnisse k.’ uä, insbesondere in Betonung der Entschlossenheit; vereinzelt ‘sich schuldig k.’ (einmal mBez auf Lehnspflichten) [
Sopir:] Vertilget, große Götter, von der Erde | Den Mann der Menschenblut mit Lust vergießt! | [
Seide:] .. Die Tugend kennt [
connaît] auch meines Gottes Feind? [
Sopir:] Du kennst [
connais] sie wenig, weil du staunst GWB9,326 Mahomet 1131f [
Domherr:] Verbergen Sie, was Sie gesehen haben .. [
Oberst:] Ich kenne meine Pflicht. Ich sehe hier nur meine Gefangenen GWB17,236,8 GrCoph V 6 Ihr [
der Fremden] Geist war fein und treffend .. Dabei kannte [
entendoit] sie die Gesetze eines guten Betragens und übte sie gegen einen jeden von uns .. vollkommen aus GWB24,82,23 Wj I 5 Pilg Törin [
Reineke zu Nobel:] ich kenne [erkenne GWB50,147] mich schuldig [
Reinke de Vos: byn schuldich] | Euch zu leisten so viel ich vermag GWB50,373 ReinF X 350 Var GWB3,9 PariaGebet 11
uö in negierenden Vbdgn wie ‘kein(e) Gesetz(e), kein Gebot, nicht Schonung, keine Grenze(n) k.’ überwiegend zum Ausdruck von Gewissenlosigkeit, Erbarmungs- od Rücksichtslosigkeit; öfter mit Abstraktsubj wie ‘Not, Selbsterhaltung’ des Mannes, der mit allen Arten von Schändlichkeit befleckt ist .. der weder Treue, noch Gesetz .. kennt [
qui n’a ni foi, ni loi] GWB45,98,22 RamNeffe [
Schlange:] Es zwingt mich des Hungers | Allgewaltige Noth, sie kennet keine Gesetze [
Reinke de Vos: Dede gheyt bouen alle noet] GWB50,129 ReinF IX 291 [
Merkur zu Atropos:] Auf Einmal droht dein Stahl dem Armen! - | Du kennest nicht Werth, nicht Schonung, nicht Erbarmen GWB13
2,174 Was wir bringen Halle [1814] Var [G/Riemer] GWB9,14 LauneVerl 183 GWB33,131,21 Camp
uö in (problematischer) relig Erfahrung u Verehrung: ‘(seinen) Gott, den Vater, unsern Herrn k.’ uä; vereinzelt in Anspielung auf das Jesuswort Joh 17,25 einst sagte ich ihr [
einer Freundin] ganz entschieden .. ich brauche ihren Rath nicht; ich kenne meinen Gott und wolle ihn ganz allein zum Führer haben GWB22,308,20 Lj VI SchöneSeele [
Dialog vermutlich zwischen einem Priester und Christus:] “Es waren, die den Vater auch gekandt; | Wo sind denn die?” “Eh man hat sie verbrandt” GWB38,59 EwJude 109 [
Klagelied des Harfners] Wer nie die kummervollen Nächte | Auf seinem Bette weinend saß, | Der kennt euch nicht, ihr himmlischen Mächte. | Ihr .. laßt den Armen schuldig werden, | Dann überlaßt ihr ihn der Pein GWB21,217,20 Lj II 13 O Gott! du siehst meine Thränen .. Allliebender .. Vater! den ich nicht kenne!
1) .. Schweige nicht länger! AA111,11 Werth
1 II=Werth
2 GWB5
1,192 Wenn schönes Mädchen 11
uö in bildhafter (anthropomorphisierender) Charakteristik einer naturgesetzlich festgelegten Existenzform od einer typologischen Ausprägung das Leben, die rotirende Bewegung der Monas um sich selbst, welche weder Rast noch Ruhe kennt; der Trieb das Leben zu hegen und zu pflegen ist einem jeden unverwüstlich eingeboren GWBN6,216,7 MuR(391) Wie sich nun das Gebilde der Nagethiere hin und her wiegt und keine Gränzen zu k. scheint, so findet es zuletzt sich doch eingeschlossen in der allgemeinen Animalität und muß diesem oder jenem Thiergeschlecht sich annähern GWBN8,251,15 SkelNagetiere b
über etw gut, genau(er) informiert sein, auch: sich über etw im klaren sein α
allgemeiner mBez auf Lebensumstände, berufliche Praxis uä; oft mit (adv) Zusätzen wie ‘(recht) genau, gut, näher’ die Réligion Simonienne .. An der Spitze dieser Secte stehen sehr gescheite Leute, sie k. die Mängel unserer Zeit genau GWBB48,258,28 Zelter 28.6.31 [
betr die Mission des frz Gesandten, Truppen für Napoleons Feldzug gegen Rußland durch die sächsisch-thüringischen Höfe rekrutieren zu lassen] Den Zweck seiner Sendung k. Sie am besten, da Sie eine gleiche an die Anhältischen, Lippischen pp. Häuser haben GWBB22,271,12 Reinhard 13.2.12 So hatte ich denn [
als Knabe] das Lateinische gelernt .. nur aus dem Gebrauch, ohne Regel und ohne Begriff. Wer den damaligen Zustand des Schulunterrichts kennt, wird nicht seltsam finden, daß ich die Grammatik übersprang GWB27,40,12 DuW 6 GWB42
2,163,14 MuR(387)
uö(sehr häufig) als Sichauskennen in bestimmten Räumlichkeiten, in einer landschaftlichen Umgebung od Stadt, auch hinsichtlich der kulturellen Aktivitäten; mehrfach ‘alle/jeden Winkel, die Pfade/Wege (u Stege) k.’ [
Scapin:] ich weiß nun wie es [
bei dem Arzte] steht, | Ich kenne .. jeden Winkel seines Hauses GWB12,125 ScherzLR 151 Für Tiefurt hab ich eine Operette [
‘Die Fischerin’] gemacht .. Da du das lokale so genau kennst, wirst du dir beym Lesen den schönen Effeckt dencken können GWBB6,17,19 Knebel 27.7.82 [
betr Humboldts Stanzen auf Rom] Haben Sie .. Dank in jedem Sinne von uns die wir Rom k. und von denen, die Sie zu einer Reise dahin anfeuern GWBB51,198 WHumboldt 22.8.06 [
für: connaître] GWB9,384 Tancred 514 GWBB47,308,5 Zelter 29.10.30
uö in den Vbdgn ‘(jdn/jdm) etw k. lehren/zu k. geben/etw k. machen’: mit etw bekanntmachen, (jdm) zur Kenntnis bringen, beibringen; in Berührung mit C [
Epimenides:] Schön ist’s dem Höchsten sich vertraun. | Er lehrte mich das Gegenwärt’ge k.; | Nun aber soll mein Blick entbrennen, | In fremde Zeiten auszuschaun GWB16,379 Epimen 950 Fritz [
vStein] .. hat in Franckfurt erst recht Freyheit kennen lernen, und meine Mutter hat ihm die Philosophie des lustigen Lebens .. ausführlich k. gelehrt GWBB7,106,7 ChStein 6.10.85 [
Kanzler] Müller .. wird bey seiner Rückkehr auch das Nähere von Ihrem .. glücklichen Zustande zu k. geben [<geben] GWBB41,160,6 Reinhard 20.9.26 GWB10,132 Tasso 666 GWBT1,341,6 v 9.4.87
uö β
anzugeben od zu bezeichnen wissen; mehrfach in Rätselfragen, vereinzelt in Vbdgn wie ‘das Wort/den Sinn und die Bedeutung der Worte k.’ [
Götz:] Ich kannt alle Pfade, Weeg und Furthen eh ich kannt [wusst GWB39,26,14] wie Fluss Dorf und Burg hies GWB39,414 Götz
1 I Var Gegrüßet seid mir, edle Herrn, | Gegrüßt ihr, schöne Damen! | Welch reicher Himmel! Stern bei Stern! | Wer kennet ihre Namen? GWB1,162 Der Sänger 11 Kennt ihr die Dirne mit lauerndem Blick und raschen Geberden? | Die Schalkin, sie heißt Gelegenheit GWB5
2,373 Edelknabe u Wahrsagerin 1 Bergrath Baum .. hat mit der Krumhälser Arbeit angefangen .. wenn du das Wort nicht kennst lass dir’s vom Herzog erklären GWBB5,324,22 ChStein [10.]5.98 DjG
34,192,27 RAnw [15.1.74]
uö etw (jds Handschrift uä) anhand bestimmter äußerer Merkmale identifizieren, verifizieren können Sie lassen vielleicht in meinem Hause anfragen ob ein Brief von Götze angekommen. Man kennt dort .. seine Hand und Siegel GWBB16,65,6 Kirms 6.4.02 GWB50,12 ReinF I 217
uö γ
iSv um die Existenz, das Vorhandensein von etw wissen, öfter in wiss(geschichtlichen) Betrachtungen; auch spezieller hinsichtlich des (öffentlichen) Bekanntheitsgrades od zum Ausdruck eines weithin (un)bekannten Sachverhalts in Vbdgn wie ‘nicht viel/(bisher) noch nicht gekannt’ od ‘allgemein gekannt’; PartPrät auch iSv bekannt, verbreitet Das Büchlein [
Theophrasts] von den Farben .. scheint in der mittlern Zeit nicht viel gekannt gewesen zu sein GWBN3,197,9 FlH IV die in Ihro [
des Grhzgs] Bibliotheken, Sammlungen und Museen befindlichen Merkwürdigkeiten an Kupferstichen .. Alterthümern und andern bisher noch nicht gekannten Seltenheiten GWB49
1,417,10 Üb:WeimPinakothek GWBN7,210,17 PrincPholZool II
uö δ
zugleich mit (divinatorischen) Nuancen wie voraussehen (können) od ahnen [
betr den Meeresdämonen Glaukos] zukünftige Dinge kennt [μαντεύεται] er, und nun steigt er herauf den Argonauten ihre Schicksale zu verkünden GWB49
1,98,18 Philostrat [
Weislingen:] Mein Pferd scheute wie ich zum Schloßthor hereinwollte, mein guter Geist stellte sich ihm entgegen, er kannte die Gefahren die mein hier warteten GWB8,69,16 Götz
2 II GWB16,283 Maskenz 1818 Festz 558
uö(selten) c
sich auf eine bestimmte (überwiegend komplexe) Materie verstehen α
etw (eine fremde Sprache, das Lesen, Schreiben uä) beherrschen, praktizieren (können) Verwechslung ausländischer Worte. Aus der Zeit da man so viel französische Worte in die deutsche Sprache mischte welche von denen nachgesprochen wurden die kein Französch [
sic!] kannten GWBT3,361,23 v 16.7.08 Die ältesten Griechen kannten die Schreibkunst nicht DVjs44,1970,482 Gedanken über histKritik [G?/Riemer] [
Arkas:] der König .. der nur | Gewohnt ist zu befehlen und zu thun, | Kennt nicht die Kunst, von weitem ein Gespräch | Nach seiner Absicht langsam fein zu lenken GWB10,9 Iph
2 167~39,329,9 Iph
1 I 2 GWBB50,131,16 Kayser 3.9.86
uö β
sich als Fachmann, Experte in etw auskennen, etw von Grund auf studiert haben; öfter in Vbdgn wie ‘etw durch und durch/in- und auswendig/auf’s genauste/aus dem Grunde k.’ sowie (besonders in praktisch- beruflicher Hinsicht) ‘sein Handwerk, die Mittel (und Wege) k.’; mehrfach PartPräs [
Euripides:] ach daß Äskulap noch lebte, der Sohn Apollo’s, der die Kräuter kennte und jeden Balsam, sie [
Alkeste] würde gerettet werden GWB38,29,15 GöttHeldWieland Für das Theater zu schreiben .. ist ein eigenes Ding, und wer es nicht durch und durch kennet, der mag es unterlassen Gespr(FfA II 12,302,33) Eckerm 4.2.29 [
Martin der Affe:] Und sein [
des Papstes] Schreiber Johannes Partei, der kennt auf’s genauste [
Reinke de Vos: kennet wol] | Alte und neue Münze GWB50,114 ReinF VIII 322 GWB21,261,27 Lj III 4~52, 119,1 ThS V 4 GWB40,122,18 Wunsch freundlBegehren GWB14,64 Faust I 1277 GWB13
1,234,19 Götz
3 II 8
uö mBez auf Gesetzmäßigkeiten, Regeln, Techniken in Wissenschaft, Kunst u Literatur; öfter iSv (theoretisch) erfaßt od intellektuell durchdrungen haben; mehrfach mBez auf jds Werk, einmal ‘seinen Horaz k.’ Ein Zeugniß .. wie sehr er [
Jungius] jene dialektischen Geistesübungen durchgearbeitet und gekannt, liefert uns die Logica Hamburgensis GWBN7,108,18 Jungius wir berufen uns auf jeden Leser, der seinen Horaz kennt, ob nicht .. der Dichter .. matt wird, wo ihm nicht Horaz .. seine Mythologie leihet GWB37,218,9 FGA Blum,Lyrische Ged [Schlosser/G?] GWBB9,251,4 Meyer 13.3.91
uö spezieller iSv auf der Grundlage einer bestimmten Theorie als existent annehmen od vorfinden (können) Homogene grüne Strahlen, die wir nach unsrer Lehre gar nicht k., sollen [
nach RBlair in achromatischen Objektivgläsern] die meist refrangirten sein GWBN4,278,3 FlH VI ob Jungius die Metamorphose, wie wir sie k., gedacht habe .... daß er sie gar nicht hat aussprechen können .. Der menschliche Geist macht solche Sprünge nicht GWBN7,114,22 Jungius GWBN5
2,417,6 Fl Plp
uö(selten) 2
von jdm, jds Eigenschaften, Verhaltensweisen od Vorlieben eine genauere Vorstellung haben, jdn in bestimmter Weise erlebt, erfahren haben, auch: jdn (richtig) einzuschätzen wissen od verstehen; vereinzelt ‘jdm/sich etw k.’ a
mBez auf eine andere Person; oft ‘wie ich jdn kenne’ (insbesondere iZshg mit bestimmten Erwartungen), ‘jds (Gemüts)Art, Gesinnunge(en) k.’ sowie ‘jdn als/für etw k.’, ‘an jdm etw k.’; oft pejor mit der Nuance: durchschaut haben (in Berührung mit B) [
Götz:] Ich verlange nichts als ritterliche Haft .. [
Sickingen:] wie ich Ihro Majestät kenne, darfst du sicher auf mehr .. dringen GWB8,129,2 Götz
2~39,130,22 Götz
1 IV der Prälat von Diez .. da ich seine strenge und eigene Gemüthsart kannte, so hütete ich mich ihn von gewisser Seite zu berühren GWB7,223,19 DivNot [
Lotte zu Werther:] ich kannte Alberten immer als einen edlen, ruhigen und doch warmen Mann, aber seit .. er .. mir die niedrigsten Vorwürfe macht .. ist er mir ganz unerträglich GWB38,41,6 AnekdoteWerth [
Marquise über den Grafen:] Ein großer Schelm ist er! Seine Zauberei besteht in seiner .. Unverschämtheit. Er fühlt wohl daß ich ihn kenne GWB17,147,22 GrCoph II 2 [
betr Goethes Medaillensammlung] Darf ich nun auch noch einer Liebhaberey gedenken die Sie mir [an mir
K] schon k.? darf ich Sie um Beförderung derselben bitten? GWBB17,49,9 WWolzogen 4.2.04 GWB42
2,217,5 MuR(845)
uö(häufig) zugleich iSv Zeuge sein (von Tieren, in Reihung mit sächlichem Subj) Und ihr, der Brautnacht reiche Bettgehänge .. | Ihr Käfigvögel, die durch Zwitscher-Sänge | Zu neuer Lust und nie zu früh erwecktet! | Ihr kanntet uns .. | Theilnehmend sie, mich immer unermüdet 52,349 Das Tagebuch 143
mBez auf Personenkollektive; mehrfach mit PossPron, oft ‘die, den Menschen k.’ (im Gespr auch in Entgegensetzung) man kennt die Eigenthümlichkeit einer Nation erst alsdann, wenn man sieht, wie sie sich auswärts beträgt GWBB31,160,10 Blumenthal 28.5.19 [
Dorn zu Förster:] Da sieht man daß du die Frauen wenig kennst. Wann nahmen sie Vertraute zu ihren Gefühlen? GWB9,162,8 Wette 3 ich kenne meine Italiäner schon gut. Sie sind wie Hofleute, die sich für’s erste Volk in der Welt halten .. eine recht gute Nation GWB30,85,15 ItR In der Welt kommt’s nicht drauf an, daß man die Menschen kenne, sondern daß man im Augenblick klüger sei als der vor uns Stehende GWB42
2,117,19 MuR(89) Dichter sind Nachtwandlern zu vergleichen. — Sie k. den Menschen, aber nicht die Menschen, daher sie sich öfters gröblich in ihnen irren können Gespr(He2, 662) Riemer [12.-17.5.11] GWB10,240 Tasso 3339u3342 GWB8,241,17 Egm III
uö um jds Wert, (geistigen) Rang, Format od Verdienste wissen, jdn zu würdigen wissen, auch: jdn, jds (verborgene) Qualitäten nicht verkennen; öfter ‘gekannt’ iSv in seiner Bedeutung offenbar (u anerkannt), oft in Beteuerung freundschaftlicher Verbundenheit u Liebe, vereinzelt im (formelhaften) Briefschluß [
Fabrice:] Marianne, es ist nicht ein feuriger .. Liebhaber, der mit Ihnen spricht; ich kenne Sie, ich habe Sie erkoren .. wollen Sie mein sein? GWB9,132,18 Geschw ist zu bewundern, wie er [
ESchubarth] seine Lehrer alle kennt und .. von einem jedem .. das ihm Gemäße aufzunehmen gewußt GWBB33,275,15 Schultz 1.10.20 Ein Besuch Dr. Schopenhauers, eines meist verkannten, aber auch schwer zu k-den, verdienstvollen jungen Mannes .. gedieh zur wechselseitigen Belehrung GWB36,151,15 TuJ 1819 Sein [
CDFriedrichs] schönes Talent war bei uns gekannt und geschätzt GWB36,39,27 TuJ 1808 Und so fortan in Ehrfurcht der allwaltenden Mächte. | Der gekannte | .. G. GWBB44,292,11 Zelter 26.8.28 GWBB6,254,8 ChStein 13.3.84
uö b
selbstbezüglich: ‘sich (selbst) k.’, ‘seine Kräfte, sein Verhältnis zu sich selbst k.’ uä, vereinzelt zum Ausdruck des Selbst(wert)gefühls; Subj auch ‘der Mensch’; mehrfach zeitkritisch sowie in Reflexion auf die Grundlagen wiss Erkenntnis; öfter kritisch mBez auf den im Apollontempel zu Delphi angebrachten Spruch ‘Gnothi seauton’ (auch in Berührung mit B1) [
iZshg mit botan Studien nach Linnés Systematik] wo soll .. Zeit und Ruhe zum Analysiren herkommen, das ohnehin, wenn ich mich recht kenne, meine Stärke niemals werden kann GWB30,22,5 ItR Nur klugthätige Menschen, die ihre Kräfte k. und sie mit Maß .. benutzen, werden es im Weltwesen weit bringen GWB42
2,170,17 MuR(475) alles .. ist jetzt ultra, alles transcendirt unaufhaltsam, im Denken wie im Thun. Niemand kennt sich mehr, niemand begreift das Element worin er schwebt und wirkt GWBB39,216,2 Zelter [6.6.25?] [
Dorothea zu Hermanns Vater:] Freilich tret’ ich nur arm, mit kleinem Bündel in’s Haus ein .. | Aber ich kenne mich wohl, und fühle ganz das Verhältniß GWB50,260 Herm Dor VIII 103 daß mir von jeher die große .. Aufgabe: erkenne dich selbst, immer verdächtig vorkam .. Der Mensch kennt nur sich selbst, in sofern er die Welt kennt, die er nur in sich und sich nur in ihr gewahr wird GWBN11,59,16 BedFördernis GWBN9,42,23 AnLeonhard 25.11.07 GWB42
2,131,12 MuR(198) GWB13
1,116 ProlBln 1821 Vs 34 Gespr(FfA II 12,350,20) Eckerm 10.4.29
uö c
‘sich (vor Entzücken, im Zorn) nicht/sich (selber) nicht mehr k.’ uä: zum Ausdruck affektiver Überwältigung, des Verlustes der Selbstbeherrschung Die leidenschaftliche Elektra kennt sich selbst nicht [
bei der Nachricht vom Tode des Bruders] und weiß nicht, ob sie gegen Götter oder Menschen ihre Wuth richten soll GWB30,167,27 ItR Gretchen .. lächelte .. und unterschrieb [
den von Goethe verfaßten Liebesbrief]. Ich kannte mich nicht mehr vor Entzücken, sprang auf und wollte sie umarmen GWB26,271,18 DuW 5 [
Streitgespräch unter den Emigranten] Karl, der sich im Zorn nicht mehr kannte, hielt mit dem Geständnis nicht zurück: daß er den französischen Waffen alles Glück wünsche GWB18,108,4 Unterhaltungen
uö(selten) 3
‘jdn k.’, ‘jdn dem Namen nach k.’ uä: um jds Identität wissen, wissen, wen man vor sich hat, wie jd aussieht, heißt od welches Ansehen jd hat; auch: ‘den Verfasser k.’; oft negiert (gelegentlich bei Anonymität od iZshg mit einem Inkognito) [
unvermutet] trat ein junger schöner Mann zu mir und begrüßte mich auf’s freundlichste. Ei, seid mir willkommen! sagte ich .. “Kennt ihr mich denn?” versetzte jener .. Warum nicht? .. Ihr seid Mercur, und ich habe euch oft genug abgebildet gesehen GWB26,78,20 DuW 2 Der neueParis Die Einsamkeit .. kann ich recht genießen .. in Venedig ist vielleicht kaum ein Mensch der mich kennt und der wird mir nicht begegnen GWBT1,242,18 v 28.9.86 Calderon, den wir dem Namen nach Zeit unseres Lebens kannten GWB35,130,5 TuJ 1802 erinnere ich an den Text der heimlichen Heirath [
der Oper von Cimarosa]; man kennt den Verfasser nicht, aber er war einer der geschicktesten, die in diesem Fache gearbeitet haben, wer er auch mag gewesen sein GWB32,143,27 ItR GWB8,186,24 Egm I
uö zum Ausdruck von jds Bekanntheit, Popularität od des Ruhmes, öfter ‘(allgemein) gekannt sein’ u mehrfach mit indefinitem od kollektivem Subj wie ‘jedermann, ganz Europa’, vereinzelt in rhetorischen Fragen u Ausrufen [
Porträt des Zaren Alexander I] Das Auftreten .. dieser allgemein gekannten, verehrten, majestätischen Person ist gar trefflich ausgedrückt GWB49
1,391,15 Üb:Gérard, Collect des portraits hist Claude Lorrain .. Jedermann kennt [ihn], jeder Künstler strebt ihm nach GWB49
2,244,33 LandschaftlMalerei Entw [
bei Cagliostros Schwester in Palermo] “Sie kennen meinen Bruder?” fragte sie. — “Es kennt ihn ganz Europa”, versetzte ich GWB31,134,24 ItR [
Mephisto zum Famulus:] Wer kennt ihn nicht den edlen Doctor Wagner, | Den Ersten jetzt in der gelehrten Welt! GWB15
1,93 Faust II 6643 GWB40,362,21 Üb:BildnisseGelehrtenBln
uö iVbdg mit ‘als’ zur Bezeichnung einer bestimmten (auch sozialen) Rolle, Funktion; vereinzelt ‘jdn unter einem bestimmten Namen k.’ uä Seit länger als einem halben Jahrhundert kennt man mich .. als Dichter und läßt mich allenfalls für einen solchen gelten; daß ich aber .. mich um die Natur .. emsig bemüht .. ist nicht so allgemein bekannt GWBN6,126,12 BotanStudien ein geistvoller Dichter .. sammelte .. eine Anzahl Sectirer um sich her. Man bezeichnete ihn deßhalb mit dem Spottnamen Motanabbi, unter welchem wir ihn k., was so viel heißt als: einer der gern den Propheten spielen möchte GWB7,36,5 DivNot GWB47,357,4 Üb:Frz satirKupferst GWBN6,135,17 MetamPfl Nachtr
uö 4
mit jdm bekannt sein a
jds Bekanntschaft gemacht haben, (gesellschaftlichen) Kontakt zu jdm haben; öfter ‘jdn selbst, (nicht) persönlich, von Person, von Angesicht k.’, ‘jdn von früherer Zeit k.’ uä; vereinzelt mit der Nuance: jdm (schon) vorgestellt worden sein [
Audienz bei Napoleon] Marschall Lannes und Minister Maret mochten günstig von mir gesprochen haben. Ersterer kannte mich seit 1806 GWB36,271,4 BiogrEinzh Den Schreiber des zweyten Briefes .. Ritter v. Kirckhoff in Antwerpen, k. Ew. Königliche Hoheit persönlich GWBB42,229,2 CarlAug 20.6.27 Ich muß .. gestehen, daß so lange ich jemand von Person nicht kenne, die Nahmen wenig bezeichnendes für mich haben GWBB16,94,9 Sartorius [Mitte Jun 02] K Sie k. diesen trefflichen Kopf [
HSteffens] von früherer Zeit GWBB51,198 WHumboldt 22.8.06 GWBB45,188,2 Zelter 4.3.29
uö(häufig) b
mit jdm näheren od vertrauten Umgang haben, jdm eng verbunden sein; öfter ‘viele, mehrere Jahre k.’ uä sowie in emotional intensivierender Reihung es fehlte ihm [
AFOeser] die vielen Jahre, die ich ihn kannte, niemals an Erfindung noch Arbeitsamkeit GWB27,153,13 DuW 8 [
Iphigenie:] Hast du Elektren, Eine Schwester nur? [
Orest:] Die Eine kannt’ ich; doch die ält’ste [
Iphigenie] nahm | Ihr gut Geschick .. | Bei Zeiten aus dem Elend unsers Hauses GWB10,49 Iph
2 1145~39,365,12 Iph
1 III 1 meinen .. Fehler, daß ich so bekannt an Ihnen schreibe, als wenn ich Sie schon Hundert Jahre kennete GWBB1,2,23 Ysenburg 23.5.64 Unsere beiden [
in Berlin verheirateten] Prinzessinnen haben mir durch ihre holde Gegenwart viel Vergnügen gemacht. Man mag solche, schon lang gekannte und geliebte Wesen gar zu gern nach einiger Zeit .. wiedersehen GWBB46,111,23 Zelter 19.10.29 GWBB49,267,13 Zelter 11.3.32
uö (verhüllend) zur Bezeichnung erotischer od sexueller Intimität [
A.:] Was krähst du mir und thust so groß: | “Hab’ ich doch ein köstlich Liebchen!” | .. Wer ist sie denn? | Die kennt wohl manches Bübchen! [
B.:] Kennst du sie denn, du Lumpenhund? GWB2,258 Vertrauen 4u5 [
Bruder Martin:] Wohl dem der ein tugendsam Weib hat .. Ich kenne keine Weiber und doch war die Frau die Krone der Schöpfung GWB39,14,2 Götz
1 I~8,15,28 Götz
2 GWB8,302,8 Egm V
uö 5
als (instinktives) Wissen, Orientierungsvermögen des Tieres; auch im Vergl [
Philemon:] Dort im Fernsten ziehen Segel! | Suchen nächtlich sichern Port. | K. doch ihr Nest die Vögel, | Denn jetzt ist der Hafen dort GWB15
1,292 Faust II 11101 GWB18,341,14 Nov
uö(selten) 6
von ‘Gott’, ‘Natur’ uä in einem umfassenderen, auch Nuancen wie ‘sehen’ u ‘überblicken’ einschließenden Sinne; einmal von der Sonne (in Variation des traditionellen Herrscherbildes) [
Paris:] Dein reines Herz, es weiß von keinem Scheine. [
Julia:] Kein Herz ist rein vor Gott, der alles kennt GWB9,250 RomJul 1485 Meister Franz .. rief [
bei unerwarteter Gesundung] aus: O Gewalt der Natur! sie kennt [
sa] ihre Bedürfnisse, und die Ärzte verstehen nichts GWB43,248,23 Cell II 5 Und jeder .. neigt sich, froh bewegt, | Der Sonne [
Hzgin], die das bunte Fest verguldet, | Die alles schaut und kennt, belebt und duldet GWB16,211 Maskenz 30.1.02 Vs 40 GWBN11,7,20 Natur [Tobler?]
uö(selten) B
(jdn, etw) unterscheiden, auseinanderhalten, als solchen/solches erkennen od identifizieren; gelegentlich ‘an etw k.’; in Berührung mit C [
Claudine zu Pedro:] Aber sag’, wo sind die Rechten, | Und wie kennt man sie von Schlechten; | Sieht man’s ’en an den Augen an? GWB38,125,15 Claud
1 [
Kaiser zu Mephisto:] Wer kennt den Schelm in tiefer Nacht genau? | Schwarz sind die Kühe, so die Katzen grau GWB15
1,20 Faust II 5035 [
Haman zu Ahasverus über die Verschwörung:] treues Volk ist stets zu deinem Dienst bereit. | Du wirst den Redlichsten an seinem Eifer k. GWB16,25 JahrmPlund
2 362 GWBN13,211,25 Morph Plp
uö stärker iSv wiedererkennen, als solches, in vertrauter Weise od Form wiederfinden; öfter hyperbolisch zum Ausdruck einer starken (auch seelischen) Veränderung u mehrfach mBez auf ein überarbeitetes Werk; überwiegend ‘nicht (mehr) k.’ endlich ging der Fremde auf Wilhelmen zu .. und sagte: K. Sie Ihren alten Freund nicht mehr? Es war die Stimme des Harfenspielers, aber von seiner Gestalt schien keine Spur übrig geblieben zu sein GWB23,287,13 Lj VIII 10 [
Bauer:] Ob er schon den Hut so in’s Gesicht geschoben hatte kannt ich ihn doch an der Nasen. Es war .. Weislingen GWB39,5,16 Götz
1 I [
Elmire:] den Geliebten [
Erwin], der sich einzig mir | Auf ewig gab, den schont’ ich nicht, und konnte | Mit schadenfroher Kälte den betrüben. | [
Valerio:] Ich kenne dich in deiner Schildrung nicht GWB11,296 ErwElm
2 204 Hiebei [
beim Archivieren] ging ihnen ein alter Schreiber sehr an die Hand .. mit dem Eduard bisher immer unzufrieden gewesen war. Ich kenne ihn nicht mehr, sagte Eduard .. wie thätig und brauchbar der Mensch ist GWB20,42,26 Wv I 4 Der sechste Band [
der ‘Schriften’ Goethes] enthält wahrscheinlich Tasso, Lila, Jery und Bätely, alles um- und ausgearbeitet, daß man es nicht mehr k. soll GWB32,272,19 ItR GWB12,404 Ungl Hausgenossen Plp GWBB1,87,20 Cornelia 11./15.5.67
uö von jdm, der wieder zu sich kommt [
Hzg über die schwer gestürzte Eugenie:] sie lebt! Sie hat dem Tage wieder | Ihr Aug’ eröffnet. Ja! Sie wird nun bald | Auch ihren Vater, ihre Freunde k. GWB10,257 NatT 220
uö C
etw/jdn kennenlernen od erkennen 1
etw in Erfahrung bringen, erkunden a
im Alltag, in beruflicher Praxis uä, mit Nuancen wie sich über etw informieren od mit etw in Berührung kommen; einmal iSv rekognoszieren Ein bedeutendes Factum, ein geniales Aperçu beschäftigt eine sehr große Anzahl Menschen, erst nur um es zu k., dann um es zu erkennen, dann es zu bearbeiten und weiter zu führen GWBN11,115,21 MuR(696) als er [
Odoard] .. einer gesandtschaftlichen Sendung angeschlossen die Welt zu sehen und fremde Höfe zu k. Gelegenheit hatte GWB25
1,198,9 Wj III 10 es ist hier [
in Rom] wie allenthalben .. Man muß sich zu Einer Partey schlagen .. Und das sollte ich hier? .. Nein! ich gehe nicht tiefer als nur um das auch zu k. GWBB8,109,14 Herder 29.12.86~30, 242,23 ItR [
wegen vermuteter feindlicher Truppen in der Nähe] gab man der Leib- Schwadron [
von Carl August] .. Husaren mit, die den Weg unserer Bestimmung k. sollten GWB33,67,7 Camp GWB35,63,4 TuJ 1796
uö b
wiss, intellektuell erfassen od untersuchen, erforschen, studieren; öfter ‘näher, genau(er), recht k.’; mehrfach koordiniert mit ‘(be)schauen, ordnen, zergliedern’ uä wie sollten sie [
die Gelehrten Gesellschaften] .. das Privilegium haben, das Vergangene ohne hergebrachtes Urtheil .. das Neuauftretende ohne mißtrauische Gesinnung .. zu k., zu beschauen, zu betrachten GWBN4,130,3 FlH VI ich .. suchte .. das physiologe Sehen und die daraus sich entwickelnden Haupterscheinungen zu k., zu ordnen, mitzutheilen, einer ächten Farbenlehre den Eingang hiedurch eröffnend GWBN5
2,388,12 Fl Plp Als ich mir genugsame Fertigkeit erworben, das organische Wandeln .. der Pflanzenwelt .. zu beurtheilen .. fühlte ich mich gedrungen die Metamorphose der Insecten gleichfalls näher zu k. GWBN6,17,15 MorphH Inhalt GWBN8,127,23 ZwKnoch [1819]
uö 2
jdn kennenlernen, mit jdm nähere Bekanntschaft machen; oft unter genauerer Angabe der Umstände, mehrfach iVbdg mit ‘zuerst’, häufig ‘jdn (persönlich, näher) zu k. wünschen, verlangen, hoffen’ uä Ein junger Mann .. tritt ein .. er scheint das junge Frauenzimmer auf einer Reise gekannt zu haben, freut sich sie ins Theater zu führen GWB13
2,242,27 Vorsp EröffnHbgTheat Schema [
Schüler:] Ich .. komme voll Ergebenheit, | Einen Mann [
Faust] zu sprechen und zu k., | Den alle mir mit Ehrfurcht nennen GWB14,88 Faust I 1870~39,229 Urfaust 251 Mein Wunsch ist .. Ihnen irgendwo .. wieder zu begegnen, am liebsten an dem Orte [
Rom] wo wir uns zuerst kannten GWBB9,28,19 Meyer 19.9.88 Frau von Stael wünscht Sie näher zu k., sie glaubt daß einige Zeilen von mir die erste Einleitung erleichtern GWBB17,85,15 AWSchlegel 1.3.04 GWBB2,58,15 La Roche 19.[1.73 Korr DjG
33,19,25] GWB38,124,9 Claud
1 uö → GWB
be- GWB
er- GWB
miß- GWB
ver- GWB
wieder- GWB
halbkennend GWB
menschenkennend GWB
bekannt GWB
halbgekannt GWB
ungekannt GWB
wohlgekannt GWB
Bekannte GWB
Vorgekannte GWB
bekanntlich Syn zu A1
GWB
unterrichten(unterrichtet sein) zu A1a
GWB
vertraut(v. sein mit) zu A1aδ
GWB
wissen zu A1aε
GWB
bewußt(sich einer Sache b. sein) zu A1b und c wissen zu A1bα GWB
Bescheid(B. wissen) GWB
klar(sich im klaren sein) GWB
kundig(k. sein) zu A1c GWB
beherrschen verstehen(sich v. auf) zu A2a und b verstehen zu A4 GWB
bekannt(b. sein mit) zu A4b
GWB
vertraut(v. sein mit) zu A6
GWB
wissen zu B
GWB
auseinanderbringen GWB
auseinanderhalten GWB
sondern GWB
trennen GWB
unterscheiden zu C
GWB
erkennen GWB
kennenlernen zu C1
GWB
ausmitteln GWB
h1nerfahren GWB
erkunden GWB
gewahr(g. werden) GWB
gewahren GWB
wahrnehmen zu C1a
GWB
erfassen zu C1b
GWB
begreifen GWB
erforschen GWB
erfragen GWB
ergründen GWB
studieren GWB
untersuchen zu C2
GWB
Bekanntschaft(jds B. machen) 1) vgl LMLinder, Goethes Bibelrezeption, 1998,129 Horst FleigH.
F.