sehen
das Wort
ist allg. (doch bes. Rhfrk, Mosfrk durch
gucken, kucken, kauken bedrängt, bes. der Imperat. wird fast ausschl. von diesen Verben gebildet;
auch im Rip, Nfrk steht vollwertig daneben
kicken, kiken, aber mehr
in vertraulichem Sinne;
s. auch noch Grade des Sehens bei
äugen luchsen, lauern, lucken, lugen, spinksen); Rhfrk
sīn, –ēi-, ęiχ sīn (usf.),
dau sīst [südl. der
st/št-L.
sīšt, –ēi-, –ē-, –i-],
ər sīt, mər sīn (usf.),
dīər sēt, [Saargeb.
sīn],
sə sīn (usf.);
Part. gəsīn, –ēi-, –ē- (usf.); Imperat.
guk [
sei Birkf-Idar]; Mosfrk in Saarl
ze·i.n u.
gə- im NO, dann
zin u.
gə- [Sprengen
gəzē:n], im Hauptgeb.
ęiχ (ge)zin, dǫu (gə)zišt, ər (gə)zit, mir, dir, se (gə)zin, Part. gəsin (dazu noch ein Conj. Prät.
(gə)zE:ŋ u.
(gə)zE:t); Merz
(gə)zin, dǫu (gə)sišt, ər (gə)zit usf.; Saarbg
(gə)zin u.
-ze·i.n, dǫu (gə)zeis, hę (gə)zeit, mər (gə)zin, –zei:n, dīr (gə)ze·i.t, zə (gə)zin, –ze·i.n; sonst Mosfrk
zīn, –ē-, dou zeis, en zeit, mər zīn, –ē-, diər zīt, –ē-, zə zēn, –ē-, Prät.
zū:x, –ō:-, Conj.
zī:χ, zē:χ [Trier-Stdt Prät.
z:; OMosfrk
z:x u.
z:],
Part. gəzē:n, –ī:- [die Formen der 2., 3. Pers. Sg. Prä
s. entsprechen dem rip. nfrk.
zȳs, zȳt]; Imperat.
kuk [
ziχ nur in
s. do, əlo s. u.
kuk, ziχ Trier-Stdt, Prüm;
-a- Prüm-Mürlenb, Daun-Strohn]; Westerw
zē:n, –E:-, entrundet
du zęis, ər zęit, nicht entrundet
zys, zyt, mər, zə zē:n, –E:-, diər zē:t, -E:-, Prät.
z:x, Conj.
-:-, Part. gəzē:n, –E:-; Imperat.
kuk (doch
ziχ, –e-, –ø- əmol, zømol!); Siegld
sē, eχ sē, də sist, –y-, ər sit, –y-;
mər, sə sē, dir sēt, Prät.
sx, Conj.
sχ, –E-, Part. gəsē; Imperat.
seχ; Rip
zē:n, zen, –i-, eχ zē:n, –e-, –i-, də zȳs, hę zȳt [u. jünger daneben
-ī-, –i-; uAhr
-ei-; Prüm,
Malm, Monsch-Kalterherbg
zekt; Neuw-Asb
-i- (auch die 2. Pers. oft in dieser Lautung)];
mər, zə zē:n, –e-, –i-, ȳər zē:t, –i- [im Geb. von
zə hant, štǫnt, zent]; Prät.
z:x, Conj.
-:-, Part. jəzē:n, –e-, –i-; Imperat.
zyχ, –ø-, –i-, –e- [uAhr
zei]; OBerg
zēn, –ei-, ek zīn, –ei- u.
zeiə, du zȳs, hę zȳt, –y-, Pl.
zīn, –ei-, Prät.
zx, Conj.
--, Part. jəzēn, –ei-, Imperat.
zȳ u.
zyχ; NBerg
zen, ek zen, du zȳs, hę zȳt, mər, zə zent, ȳər zet; Prät.
z:, z:x, –ō:-, Conj.
-:-, –:-;
Part. jəzen; Imperat.
zȳ, zyχ (
so Sol); Lennep
zī:n; Barm, Elbf
zen, ek zē, də zys, he zyt, Pl.
zent, Prät.
zo:x, Conj.
-:-, Part. xəzen; Imperat.
zyχ [
zysə siehst du;
zemfə sehen
wir]; Eup
zęn, du zīs, hę zīt, mə, zə zęn, ə zīt, Prät.
z·ə.x, Part. γəzēənə; Imperat.
zīχ; SNfrk
zīən [Selfk
-nə absol.],
eχ zen, du zȳs, hę zȳt, vir, zə zent, ir zet, Prät.
z·ə.x, Conj.
zȳ·ə.χ, Part. jəzīən, Imperat
zȳχ, –y- (meist
kīk) [in Kemp auch
ek zȳ; statt
hę zȳt auch
-y-; statt Imperat.
zyχ in der Selfk auch
tsyχ; in Kemp-Amern
eχ zen u.
ze·i.χ, vər zent u.
ze·i.jə, ēr zēt u.
-e·i.-]; Klevld
zīn, ek zīn, dou zyts, he zyt, we, zə zīnən, γet zyt (so Dinsl);
zīn, ek zin, ge zit (
zi siehst du),
he zīt, –ȳ-, we, zə zin (so Klev);
ek zīn, do zys, hei zyt, wə, zə zīn, ge zyt (so Mörs), Prät.
zx (MülhRuhr
-ū·a.-), Pl.
-γən, Part. γəzīn; Imperat.
zīn, zīt st.: 1. wie
nhd. a. fähig sein, zu
s.;
der kann got (net mih g., scharf, schlech) s.; der süht met enem Og jet schääl er schielt;
he kann net mih us den Oge s. so schläferig, träge ist er;
dem seng O. sehn noch got Rip, Allg. RA.:
Er sieht wie de Katz in de Nacht Rhfrk, —
en Ül (Eule) Dür-Weisw.
Mer männt (meinte),
de dähscht net here on s.; eich haə deich, dass dir H. on S. vergeht! Rhfrk, Allg.
Er hert nit un sieht nit un läft (läuft)
ach (auch)
käner Herd no der schwerfällige Mensch Saar, Hunsr, Mos, Eif, Westerw.
Weə net sitt, deə es blengk (blind) du willst das Richtige nicht erkennen Aach, Allg.
Wammer net s. kann, ös et Föhlen (Fühlen)
net verbodden Sieg-Rhö
nd. Wammer nit s. well, hilf och keinen Brell Köln;
wat helpt den Ap (Affe)
en Kerz en (u.)
en Brell, as et Dier niet s. well! Klevld.
Wenn dou nit s. kas, dann batt (nützt)
dech ock ken Löch (
Löchten = Leuchte) Mörs, Geld, Kemp, MülhRuhr, Dür-Gürzenich, Sieg-ODollend, —
holl der de Katz (
s. weiter da)
of de Arm! Ottw, Verbr., —
dann spannt de Katt för de Oge e kick dör de Klowe! Klev-Warbeyen. A.:
Ik ka ni s.! B.: Hol sche Otterbeck sinne Ferkesbrill, da kas de s.! MülhRuhr.
De sitt net widder (weiter)
wie ene Maiköbbel (-käfer) Schleid-Lückerath, Dür-Weisw, —
wie sing Nas Köln, Allg., —
sine Schnute Gummb.
Den Alen seiht noch widder (weiter)
iwer et Wasser as wie de Jungen dran (drein) Bitb.
De süht durch en eiche Dör (e Brell, en Plank), wann e Loch dren es Köln, Klev, —
dörch sövve Mure hat seine Augen überall Aach-Stdt. Einem, der behauptete, dass dem Monschäuer erst am neunten Tage nach der Geburt oder sogar erst mit dem vierzigsten Jahr die Augen aufgingen, erwiderte ein
M.:
Jo, Här, dat stemmt, wann de Ogen em dann ävver och op sen, da sitt he sone Eəsel, we ihr set, dörch en eche Düər erdörch! — Scherzfr.
Et hät Oge on kann net s.? die Kartoffel Heinsb.
Wil (welches)
Perd seiht henne so gout wie vore? das blinde Pferd Bernk-Bruchw. — b. wahrnehmen, von positiven einzelnen Wahrnehmungen; absol. u. etwas, einen
s. in folgenden Fügungen:
richtig s.; die Sach (den Mann) han ech gesehn; dat moss ech met mengen ege Oge s.; he süht net vill (mih), nur wat e well; he süht gern arbede; mer s., wie et wiəs (wächst), —
dat et w. Rip, Allg. RA. (in Auswahl):
S. hölpt (brengt) gedenke lässt einen
an Versprochenes erinnern Kemp, Geld.
Weə net sött, wenn heə gelt (kauft),
deə s., w. heə gegolden hat dann ist es aber zu spät Aach, MGladb.
De sohch, wie e necks hott (er stierte ins Blaue),
on deə oss, wie e jet kreg Dür-Birkesd.
He süht net rechs noch lenks geht unbekümmert seinen Weg Rip, Allg.
De süht ander Lücks (Leute)
Splinter (Splitter)
un singen eige Balke nit Köln, Verbr.
Do häs te et Eng (Ende)
noch net van gesiəhn! das wird ein schlimmes Ende nehmen;
de hät och si E. noch net g.! SNfrk, Allg.
Du häs dem Keng (Kinde)
de Ben noch net gesinn! Warnung vor voreiligem Urteil Rip, Berg, MGladb. Der Überkluge
sitt enem et Brut em Lif Sieg.
He süht de Welt net miəh stirbt bald Heinsb.
Ek mich de Lik (Leiche)
ens s.! ich zweifle den Erfolg an Kemp-Tönisbg.
He kann de grote Arbet gott s. on de klein löt he legen Lennep.
Den Ärbeit s., säj de Frau, es wäll gedoəhn, mar dernewe goəhn, s. de Maid, es ok gene Quoəd (Böses)
gedoəhn Geld-Schravelen.
Der sieht de bloə Himmel nit meh Goar, —
va luter Böm der Bösch (Wald)
net Dür, Allg.
Ech kann (in dem Düstern)
ken Hangk för de Ogen s. MGladb, —
Fout (Fuss)
noch Feild s. Eup, —
keng Futz s. Malm.
Ich han kä Stibb on kä Stab (Staub)
meh gesinn es war mir entschwunden Saarbr, —
der Spier (Spur, Hor) net mih derva g. Prüm, Bitb.
He hät nen Apen gesenn ist nicht recht gescheit Remschd, —
ene Wolf gesehn ist erkältet, heiser MüEif, Simm-Klosterchumbd.
Er sitzt uf em Gaul un siehr en nit er sucht vergeblich Simm-Horn.
Et es so deister, dat ich af drei Schritt ken Mann s. ka Altk, Allg.
De hät Abraham gesenn ist über 50 Jahre alt Verbr.
De seiht och lewer e sching (schönes, jung)
Mädche als wie en ale Judd (en alt Perd) Bitb, Verbr.
Den hot och mih Legt (Leute)
gesiehn os wie Kirchtir (-türme) er hat die Welt gesehen Prüm-Ihren.
Den lo (der Zornige)
muss der Deiwel geseihn hun Merz-Brotd.
Dat kann ene Bleng (Blinder;
s. weiter
d.)
siə! Aach, Allg.
We het söhch, sätt der Blenge, dat der Lahme geng! gesagt, wenn man eine Aussage nicht glaubt Jül-Selgersd.
Wenn dat der Schenner (Schinder)
süəhch! wenn einer gähnt MGladb.
Dat süht sogar e Perd! du siehst aber schlecht Gummb.
Dat han ich woll hondertmol gesenn Heinsb, Allg.;
häste ze Lebdesdag esu jet g.! Rip, Allg.
Dat s. ich, Herr Börgermester, sät der en, du log he en der Bach Dür-Stdt.
Ich ha mengen Auen net gedräjt (getraut),
wie ich dat suhch Bitb, Allg.
Dat hammer Mach ze s. wir können dabei nur zusehen, wie es in Zukunft geht, uns nicht wehren Sieg-ODollend.
Weə gelt (kauft),
wat heə sitt, deə es gau (schnell)
sing Penneke quitt Aach-Stdt.
Ber alles sät, bat e hirt on seiht, wird all sein gode Freinde queit May-Trimbs.
Wat der Bor nit süht, dat käuf he nit Köln-Stdt.
Nemm et Aug en de Hand, de Katz op dat Knee; wat do nit sühs, süht dee Köln, Rip.
Mer moss net nur s., wat flüg (fliegt),
ävver och s., wat krüch (kriecht) auch vor
sich auf den Boden
s. MülhRh-Herrenstrunden.
Et es esu düster, dat mar net sieht, wat mer sät (sagt) scherzh. Dür-Gürzenich.
Do micht (möchte)
ich awwer emol s., wat geschafft is! Birkf, Allg.
Et gohn er noch hondert langs Kölle, die s. et net Rip, Verbr.
Komm, gehste met, da sühste't; dat glöf ech net ihder, bös ech et s., gesehn han Rip, Allg.
Ech han et gesenn, ävver net besenn, sät der Pescher (Pisser) MGladb.
Der Buər (on der Börger) sitt et jeden Dag, de Könnek (on der Kaiser) s. et selden, on use Herrgott (der doch alles s.) s. et gar net? seinesgleichen Sieg, Allg.
Wer sachte geht, der acht et nich, wer schier g., der seiht et nich! zu dem, der sich über einen Flecken oder Riss im Kleide ärgert Wippf.
Mer männt (meint),
der hätt äne Grosse (einen Grossen = l)
gesiehn der ist, glaube ich, betrunken Saarbr.
Weə lang leəft, sitt völ Aach-Stdt.
En fliegende Kräih süht mehr äs en settende Mörs.
Weə süht miəh, weə twiə Ogen hät of deə mar en hät? Wer eins hat; denn er sieht an andern zwei Heinsb.
Du darfs alles s., mar nit a. wete Duisbg.
Die dohn, als wenn mer nüs (nichts)
gesehn hätt Rip, Allg.
Ess net so vel, sost kasche de Nacht nicks s.! warnt die Mutter das Kind, das abends zu viel isst Siegld;
ech s. nicks, ech s. n.! ruft einer, der sich von einer Übermacht bedroht sieht u. um sich schlägt
ebd., Allg.;
ech han nüs mih gesehn on nur su öm mech gehaue! Rip, Allg.
De kann käne s. (keinen Schnaps) er muss trinken Kobl-Bendrf.
Wenn mer en (
ihn)
net seiht, hirt mer en den Schwätzer Neuw-Dierd.
Engen e hondert Johr (e J. en Dag) net miəh gesiəh ha Aach, Allg. Dem diebischen Menschen
traut mer esu weck (weit),
wie mer en sitt Rip, Allg.
De ös ze ful, dat e sech sieht Sieg-Ägid. — Der Überkluge
hürt de Flüəh hoste en sieht et Gras wasse Rip, Allg.
S. eisse, mät e. durch Zusehen beim Essen bekommt man Appetit Bergh-Blatzh.
He süht lever ete as Geld tälle (zählen) er möchte gerne zum Essen eingeladen sein Klevld.
He süht gerne Kerzken brennen Zank u. Streit Sol. —
De sitt alles schwatz (wiss) ist ein Pessimist (Optimist), —
alles dubbel (doppelt) ist bezecht Rip, Allg., —
et blo on grin fir de Auen es schwindelt ihm Mosfrk, Allg.; —
ech han mech satt (möd) gesenn Rip, Allg. —
Ver Awe sieh mih wie zwei zwei finden eher etwas als einer oder scherzh. wenn man eine Brille aufsetzt, sieht man besser Trier.
Was mei Auə s., glabt mei Herz Kreuzn;
wat de Oge net sennt, kränkt och et Hart net Heinsb.
Et es jet, wat et Og s. ka es ist sehr schöne Arbeit Aach. A.:
Häsde de Buər berem (mit dem)
Kerrel (Kittel)
geseh? B. scherzh.:
Naə, bet de Auge Siegld.
Hej süht de Katt (Katze)
üt dem Bom verfolgt sein Ziel, bis er es erreicht hat Klevld;
do kammer sech de Oge us dem Kopp s. so schlecht ist der Gegenstand zu
s.; voller Interesse hinstarren Rip, Allg. — c. schauen (aktiv, durativ), schauend betrachten, erkennen (dafür mehr
gucken usf.), bes. in der Verb.
s. lossen u. in präpos. Verb.
Der (die) kann sech s. losse er (
sie) ist durchaus nicht hässlich, vielmehr ganz ansehnlich, schön;
dat (
die Arbet, der Desch udgl.)
k. (darf) sech s. l. u.
löt sech s. ist nicht schlecht, vielmehr ordentlich, beachtenswert;
en dem Rock (udgl.)
kann mer sech net s. losse der R. ist zu schlecht, alt, passt nicht mehr;
loss mech dat es s. (wat de do häs)! zeige es mir (abschl. Antw.
hat geng Ojje keine Augen) Aach;
du könns dech och es bei mir s. losse mich aufsuchen Rip, Allg.;
du has os jet s. losse! hast uns Kummer, Verdruss, Auftritte bereitet Aach;
et Stetsche (Sterzchen)
s. loəte Reissaus nehmen Heinsb, Nfrk;
den Hond lott sech för't Wett (Weisse)
s. er fletscht mit den Zähnen Mörs, —
de Tant (Zahn)
s. Rees, Allg.;
hin-, dar-, zeröck-, herops. (usf.);
no ovve (bovve), henner sich s. (usf.);
sich ens bei den! besuche ihn (etwa den Kranken, Einsamen) Rip, Allg.;
ek well ens debis. mal selbst hingehen, um sich ein Urteil zu bilden;
Kinger (Kinder)
mutten för sek s. (sich nicht umsehen),
dat se nich fallen Gummb, Allg.
An sin Kender ka me s., dat me alt werd Mörs, Allg.
De sitt an sengem Krom (Kram),
wei et angere ze Mot es an seiner eigenen Not erkennt man die anderer Dür-Lucherbg.
Ech s. an mengem Wess (Weizen),
wann der anderer Löck (Leute)
W. rif es von mir kann ich auf andere schliessen Sieg, Allg.
De deiht, wat e einem an de Auge s. kann; sing Freud a jet s. Köln, Allg.
Er sitt em of de Aue folgt seinen Wünschen Ottw, Allg.
Me süht de Lü wäll op de Klejer (Kleider,
de Beus),
äwwel nit dronder man kann das Wesen des Menschen nicht an seinen Kleidern erkennen Mörs, Allg., —
op de Kragen, ävver nit op den Magen Sol, Wend;
mer süht eim op et Lif, ävver nit dren aber nicht, ob er schlecht ist: Sol.
Enem leiver op en Röck (de Puckel) wie en ett Gesit s. Aach, Allg.
Mer sieht äm uf der Kopp, awer nit in de Kropp man kann die wahre Gesinnung der Leute nicht erkennen Simm-Horn.
He süht arg op et Geld (Verdens) Rip, Allg.
Dem moss mer op de Kapp s. ihn gehörig beaufsichtigen Sieg.
Der süht op enen eraf ist hochnäsig Rip, Allg.
Dem (Magern)
kammer durch de Backe (
Zänn »Zähne«)
s. Rip, Allg.
Den moss mer dat durch de Fengere s. ihn nachsichtig beurteilen Rip, Allg.
De süht dat durch enen dubbelen Brell betrachtet es nach beiden Seiten hin Köln.
Dat s. ech en dem sing Oge ich merke seinen Wunsch Aach,Allg.
Du siss dir och net en der Mongk (Mund) das ist dir nicht so gemeint Schleid-Hellenth.
He löt sech net en de Oge s. ist ein Heimlichtuer, ihm ist nicht zu trauen Rip, Allg., —
en de Zäng (Zähne)
s. hält Maulaffen feil LRip, —
net en de Kart s. weiss seine Pläne zu verheimlichen Allg.;
enem en et Spell s. ihn durchschauen Rip.
Du siehs iərsch met em halve Og en de Welt bist noch ein Grünschnabel Eusk-Billig. Der Schielende
süht met dem rechte Og en de lenke Westentäsch, — s. en de ander Wech (Woche) Rip, Allg.
He hät te diepe en et Glas gesiehn zu viel getrunken Gummb, Allg.
He riss de Mul op, dat mer öm bis en de decke Zieh (Zehe)
s. kann Bo-Buschd.
He süht em no de Oge richtet sich nach seinen Wünschen Rip, Allg.
De seiht no em Mond ist nicht bei Trost Ahrw-Hepping.
Gej könnt de Mensse wäll för de Kopp s., äwer niet drin Rees, Nfrk, Aach-Eilend.
Die bruche net derno ze s. in ihren Ausgaben brauchen sie sich nicht einzuschränken, br. sich nicht nach andern zu richten Rip, Allg.;
he liegt (lügt),
dat mer derdurch seiht dass man es leicht erkennen kann WMosfrk;
sich net d.siehn kein Ende seiner Arbeit sehen, viel u. schwierige Arbeit haben, sich bei den Schwierigkeiten keinen Rat mehr wissen Mosfrk, Allg.;
dat kann der ach (auch)
passeere, dat de so ebbes mol iwer siehst nicht bemerkst Rhfrk, Allg. —
Der hät die ok nich bi Dag gesiehn, sös häre die nich gehirot. (Lo mek) ens s.! lass mich mal überlegen Gummb, Allg.;
ech well en der Sach iərsch klor s.; ech well emol s. will mal zusehen, mir's mal überlegen, —
s., wat ech dodren dohn kann; ech konnt mech net satt dran s. Rip, Allg. —
Ongesiehn unbemerkt Allg.;
ongesiehns Mörs.
Weə dorch Vossem geht o., dorch Harzem (Harzh)
ongefrog, dorch Peisch (Pesch)
ongefopp (nicht verhöhnt),
deə dank Gott Neckspr. auf diese Dörfer in Schleid. —
d. mit starker Gefühlsbetonung. α. einen nicht
s. können, leiden, ausstehen k.;
de Kerl kann (mag) ich nit (vor de Aue, im Au) s. Rhfrk, Allg.;
hej kann öm ni löchten of s. Klev;
die konne sech net s. Rip, Allg.;
den han ech geziəhn ich kann ihn nicht leiden MGladb-Rheind.
De es esu gern gesinn (willkommen)
wie de Sau beim Rabiner Köln-Stdt.
De s. ech esu g. wie me ege Herz (das ich nicht
s. kann) Rheinb-Meckenh. — β.
de sitt de andere net will sie aus Hochmut nicht
s., er ist hochmütig;
de Koh kann ke grön Hälmche s. sie ist begierig darauf, frisst es auf;
de kann ken Lache (usf.)
s. so missfällt ihm dies in seiner traurigen, griesgrämischen Gesinnung; der Faule
kann ken Arbet s. so missfällt ihm diese;
de kann ken Blot s. so erschreckt ihn Blut Rip, Allg.
De kann och net s., wenn en Vul (Vogel)
of et Dach scheisst er ist sehr empfindlich Westerw. — γ. zweifelnd;
dat wommer (wollen wir)
da mol s.! erst mal abwarten, ob du es wagst, fertigbringst;
dat wearn mer jo s.! erleben Siegld, Allg.;
der kümmt wiər, gewess, äwwer wann, dat han ve noch te s.; wie dann dat geht, dat han ve noch te s. das liegt in der Zukunft;
ek mutt s., wie ek parat weər zusehen, Geduld üben Gummb, Allg.;
dat häs de net für dir gesehn! es ist noch fraglich, ob du das erwartete Gut erhältst, ob sich deine Erwartungen erfüllen Aden, Ahrw, Rheinb;
kann sech derför s. sich für fähig halten, Mut zu etwas haben Eup;
mer welle s., wat fett mächt was in diesem Falle gut ist Prüm;
mer mosse iərsch s., of (wie) et geröt (gerät) usf.;
ech men, ech söch et alt! ich zweifle dran Rip, Allg. — δ. freudig bewegt;
no, seiht mer dich och emol näs (noch einmal)! Merz, Allg.;
wannihr sitt mer üch dann widder? Jül, Allg.;
adjüs, op Widders.; no, dann bes op W. Rip, Allg.;
adjüs, on sennt mer os net miəh an diser Welt, da trefe ver os en Bielefeld! MGladb-Rheind, Ess. — ε. warnend, mahnend, ablehnend;
dou wiərsch (salls) (ävver) ens s.! deiner wartet Strafe;
glich salls du es s.! Rip, Allg.;
da sich, dat (wo) de et krigs, — dat et en anderer deht, ech dohn et net! Rip, Allg. — ζ. staunend;
do kammer ävver es (einmal)
enen (jet)s.; no süch ens, wat en Popp, — wat se lofe; kut ens her, he konnt er ens e paar s.! die Auffallendes an sich haben;
do git et jet ze s.! Rip, Allg.;
dat hät den Deubel gesehn! Ausr. der Verwunderung, des Zornes Sieg-ODollend;
sich elo! sieh einmal an! Mosfrk, —
es do! sonst;
sech (emol), bes de do! Siegld, Allg.
sech esu sech, sot de Watz (Eber),
do soss e of seiner Moder! May-Trimbs;
so sich! das habe ich geleistet;
sühste nu! dass. Rip, Allg.;
do, sich (sich do u.
jo sich), leit den Hos am (im)
Pefer! WEif;
seihste sach! Daun-Strohn. — In der WEif steht
da (su) sich als Bindewort = dann, am Anfange eines Hauptsatzes, der den Inhalt des voraufgehenden H. zur Bedingung macht,
hean hat dat gedahn; darauf die andere Person:
da sich wiərd och dat anert gemach gen; susich u. susach Trier-Schleidw, Prüm-Mürlenb. — Als Flickwort:
un, sitt do, ich soh (sah),
dat ... OBerg. — Dann in Wend., die das Staunen über schnelles Laufen, Arbeiten ausdrücken;
et geht su sihr (schnell),
wie mer sitt, — wat sühste, wat häste, — häste (et) net gesehn, — häste net g., sühste et (noch, jetz), — sallste (kriste) (et) noch s. Rip, Allg.;
häste nit gesinn, dann sühst du et nit, — kriste't nit ze s. Rip, MGladb (daneben).
In en (in't) Hergesiehn im Nu;
en en H. wor en op de Stroət, auch
et wor mar (nur)
en H., dor wor ... Geld, Mörs;
sich da (sieh da) im Nu Köln-Godrf. —
Zu s.der Auen deutlich wahrnehmbar, schnell;
et Gras wässt (wächst)
zu s.der A. Saarl-Pachten;
gesiehner A. Saarbr;
gesinnender A. Saarl-Berus;
(ge)seihner u.
zougeseihner A. Merz, Saarbg;
siehner A. Trier;
in gesiehnser A. Saarl-Hüttersd;
siehnəser (sehnəser) A. Mos in Trier, Bernk, Zell, Koch, Bitb-Kyllbgw, Prüm-Mürlenb;
sehndszer O. Prüm-Steffeln;
sehndsder O. Schleid-OReifferschd;
siehnder Oges Klevld. — 2. übertr. a. mit sachl. Subj. α.
dem sein Kideln hun schonn lang kä Wasser meih geseihn sind lange nicht mehr gewaschen worden Merz, Allg.;
dat Feld hät och at lang kene Mös (Mist)
mih g. hat lange die Düngung entbehrt Rip, Allg.;
e stump Messer schneid, war et sieht es sieht nichts u. schneidet auch nicht Kreuzn-Hoppstädten. — β.
wat et Weər süht; wat süht et deck (kronk)! es ist dicke (kranke) Luft, wenn Regen oder Schnee drohen Kemp. — b. ähnlich sein. α.
mer söuht dran wie an en al Frau die Person sieht einer alten Frau ähnlich;
mer s. dran, wie an en al Hött das Haus gleicht einer alten Hütte Altk (Sieg);
wie sürr et? wie sieht es aus Siegld-OHolzklau. — β.
erauss.; de seiht eraus wie en Sau, — en deier (teuer)
Johr WBitb;
de söuht grad eraus wie de bedröfte Mareileis aus der Lehmkaul er macht einen niedergeschlagenen Eindruck, —
en Gess för de Knie sehr mager Altk (Sieg), OBerg. — c.
subst. das Siehn die Pupille Birkf, Kreuzn-Bockenau, Simm, Bernk-Allenb Gösenr Hochschd, May, Aden-Colverath Dedenb NAdenau, Rheinb-Rupperath;
dat Sehende Altk-Weitef;
et Sehns Eusk-Enzen, Sieg-ODollend;
et Gesehns Bo-Walberbg, Neuw-Lorschd;
dat Sehende Siegld-Hilchenb Obersd;
et Sehnche Littf. S.
Sehe. — Abl.:
die Sehnerei, dat Gesehn(s).