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Da

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Campe
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42 in 26 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Da

Bd. 1, Sp. 663b
Da, ein Wörtchen, das sowol für sich allein und zwar als Umstandswort und Bindewort, als auch in Zusammensetzungen gebraucht wird. 1. Als Umstandswort, und zwar 1) auf den Ort hinweisend, entweder auf einen Ort überhaupt, wo da? wo denn da? für wo? wo denn? besonders aber einen nahen, wo es denn für hier steht, als: da steht er. Da habe ich es. Da sind sie schon. Was will er da? Da hast du bare funfzig Thaler Nur unterlasse den Gesang. Hagedorn. Oder auf einen entfernten, wo es dem hier entgegengesetzt wird. Da ist dein Platz und hier ist meiner. Wer ist da? Oft wird es auch für gegenwärtig gebraucht. It er schon wieder da? Ih bin gleich wieder da. Genug, er ist nicht mehr da. I allen diesen Fällen, wo das da auf einen Ort bestimmt hinweiset, oder für gegenwärtig steht, bekömmt es den Ton. Diesen bekömmt es nicht, wenn es keine bestimmte Bedeutung hat, sondern mehr der Ründung der Rede wegen gesetzt ist. Wer da hat, dem wird gegeben  »Von Gott, der da mächtig ist, uns zu stärken.« Teller. Aus deinem Feuermeere fließt Die Wärm' in Alles, was da ist, Im Kraft und Glanz zu geben. Weiße. 2) Eine Beziehung andeutend, (1) entweder auf einen Ort für wo, in welchem Orte, an welchem Orte. Ih lebe in einer Stadt, da mich niemand kennt. Ein Ort, da er sein gutes Auskommen hat. I dieser Bedeutung gebraucht man dafür lieber wo, ganz richtig steht es aber, wenn es außer der beziehlichen Bedeutung auch zugleich noch eine hinweisende hat. Er reis'te erst nach England, von da begab er sich nach Frankreich. Wo sie ist, da ist auch er nicht weit. Oder (2) auf eine Zeit, für alsdann. »Was werde ich erst da empfinden, wenn ich meinen Geliebten vor Freude über mein Glück erschrecken sehe!« Gellert. »Oft wird dein Schatten in einsamen melancholischen (düstern) Stunden vor mir erscheinen, da werde ich dich immer noch sterben sehen und weinen.« Dusch. Oft steht es bloß beziehlich. Es vergeht kein Tag, da er nicht etwas Nützliches thut. Am Morgen, da der Geist noch nicht zerstreut und ermüdet ist. »Die angenehmen Augenblicke, da ich das Vergnügen hatte, in ihrer Gesellschaft zu sein.« Rabener. Oder (3) auf Personen und Sachen. »Da (unter ihnen) ist keiner der Gutes thue.« »Da (in der Sache) soll schon Rath werden.« Weiße. »Sie kennen ihn nicht? O da (in diesem Falle) kennen sie einen großen Geist weniger.« Lessing. Da sieht man, was aus einer solchen Erziehung kömmt. Zuweilen wird es auch nur gesetzt um die Rede zu ründen, oder einen kleinen Unwillen auszudrucken. Da wird man sich erst lange besinnen. Da soll man immer gleich zuspringen. 2. Als Bindewort, in welchem Falle es 1) meist eine Zeit bezeichnet und sowol im Vordersatze als im Nachsatze gebraucht wird. I Vordersatze steht es für als. Da ich ihn nur noch sah, war ich schon ruhig. I Nachsatze, da die Sonne aufging, da hatten wir das herrlichste Schauspiel, wird es das zweite Mahl entweder weggelassen, oder statt des ersten da wird als gesetzt. Als Doris, die freundliche Schöne, Den Vorzug der Freiheit verlor: Da flohen die gaukelnde Freude, Die Scherze, der Liebreiz, die Huld. Ungen. 2) Eine Ursache, für weil, nachdem. Da ich einmahl hier bin, so will ich auch bleiben. Da er von seiner Ankunft gehört hatte, lief er gleich herbei. 3) Einen Gegensatz, für anstatt, indem, obgleich. Du bleibst stehen, da du doch forteilen solltest. Die gute Galathee! Man spricht, sie schwärz' ihr Haar, Da doch ihr Haar schon schwarz, als sie es kaufte, war. Lessing. Nicht so gut wird da mit schon verbunden. Der Fürsten Macht hat meinen Fall begehrt, Und mich verfolgt, da ich schon (doch) nichts begangen. Opitz. 4) Die Bedingung einer noch ungewissen Sache, für wenn, welche Bedeutung aber meist veraltet ist. Da es ja also sein müßte. Da er ja sterben sollte. Daß dieses Buch niemand nachdrucken, noch da es an andern Orten gedruckt wäre, verkaufen und verhandeln solle. Gewöhnlicher ist dafür dafern. 3. I Zusammensetzungen. 1) Mit Aussagewörtern, wo es eine Gegenwart überhaupt oder an einem bestimmten Orte anzeigt, wie in dasein, dableiben, dastehen  Bei mehrern lautet es Dar, z. B. bei darbringen, darreichen  S. Dar. 2) Mit Umstandswörtern, wo es gewöhnlich vorangesetzt wird, und unverändert bleibt, wenn das damit verbundene Wort mit einem Bestimmungslaute anfängt, dafern, daheim, daher, dahin, dahinten, danieden. Fängt aber das angehängte Wort mit einem Selbstlauter an, so wird dem da des Wohlklangs wegen ein r zugesetzt, darinnen, darunten, darunter, daraußen, daroben, welche aber in drinnen, drunten, drunter, draußen, droben, im gemeinen Leben zusammengezogen werden. 3) Mit Verhältnißwörtern, bei welchen Zusammensetzungen dieselbe Regel Statt findet wie bei der vorigen Klasse. I diesen Zusammensetzungen steht da nur für dieser, diese, dieses und derselbe, dieselbe, dasselbe; als: dabei, dadurch, dafür, dagegen, damit, danach, daneben, davor, dawider, dazu, dazwischen, daran, daran, darauf, daraus, darein, darin, darüber, darum, darunter. Diese Zusammensetzungen dürfen aber nicht beziehlich gebraucht werden, für welche Bedeutung man die Verhältnißwörter mit wo zusammensetzt. »Die Zusätze, dadurch (wodurch oder durch welche) diese Auflage sich von den vorigen unterscheidet.« Gottsched. Das Land, darein (worein oder in welches) ich euch bringen will.  Auch ist es nicht gut, diese Zusammensetzungen zu trennen, ob es gleich in Versen das Versmaß zuweilen nöthig macht. Da zankten sie nicht über, da gebe Gott Glück zu für, darüber zankten sie nicht, dazu gebe Gott Glück. Das da noch einmahl dabei zu wiederholen, verursacht einen großen Übelklang und ist unstatthaft. Da sorge nicht dafür. Da habe ich nichts davon gesehen. Endlich bekömmt in solchen Zusammensetzungen das da den Ton, wenn es hinweisend gebraucht wird. Dáhin soll er gehen. Dábei will ich bleiben. Dámit ist nichts ausgerichtet. Dázu soll es nicht kommen. I andern Fällen bekömmt das Verhältnißwort den Ton. Er ist dahín. Er ist nicht mit dabéi. Ih mag damít nichts zu thun haben. Es wird niemand dazú gelassen. Noch ist zu merken, daß die O. D. in den meisten Zusammensetzungen dem da ein r anhängen und es auch noch mit andern Wörtern auf eine verwerfliche Art verbinden, z. B. um da weniger, um so viel weniger; um da angelegenster, um desto angelegentlicher.
6250 Zeichen · 99 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. * rekonstr.
    Indoeuropäisch

    Idg. Etym. Wb. (Pokorny)

  2. 8.–11. Jh.
    Althochdeutsch
    da

    Althochdeutsches Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    da s. thâr adv., thaz conj. u. ther, thiu, thaz pron. dem., pron. rel. u. art.

  3. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +6 Parallelbelege

    DÂ s. DÂR.

  4. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    ¹dâ

    Mittelniederdeutsches Wb. · +1 Parallelbeleg

    1 dâ Lehm, Ton. dâērde, ~kûle, ~lê(i)m.

  5. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Da

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    Da , ein Bestimmungswörtchen, welches so wohl für sich allein, als auch in seinen Zusammensetzungen zu betrachten ist. I…

  6. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    da

    Goethe-Wörterbuch · +2 Parallelbelege

    3 da ital ‘dal segno’: vom Zeichen an; musiksprachl Terminus B7,167,15 Kayser 23.1.86 vgl da capo Gertrud Herwig G. H.

  7. modern
    Dialekt
    da

    Bayerisches Wörterbuch · +11 Parallelbelege

    da Band 3, Spalte 3,919–922

  8. Sprichwörter
    Da

    Wander (Sprichwörter)

    Da 2. Was da was dort. ( Schles. ) Um zu sagen, dass man von irgend einem gewissen Vorgange nicht empfindlich berührt we…

  9. Latein
    da

    Mittellateinisches Wb.

    * da praep. ( cf. ital. da a de ab; v. J. Svennung, ALMA 21. 1949. p. 55sqq.) struct. : fere c. abl. c. nom. : p. 2,9. 2…

  10. Spezial
    da

    Ladinisch-Deutsch (Mischí) · +3 Parallelbelege

    da [dạ] praep. (te forma articolada: d l, di, dla, dles) 1 (temporal) um, zu, von, seit; da agn incá seit Jahren; da en …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit da

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Keine Komposita gefunden — da kommt in keinem anderen Lemma als Erst- oder Zweitglied vor.