klappen ,
die nd. und md. form für klaffen (klapfen),
im nhd. aber allgemein geworden und zu einer eigenen entwickelung gediehen. ags. clappjan,
altfries. altn. schwed. klappa,
dän. klappe,
mit der bed. schlagen, pochen, klatschen; reicher entwickelt nl. klappen,
besonders engl. clap.
es lebt auch auf rom. boden, in ital. chiappare,
s. 5,
a. von der verwandtschaft s. klapf 4.
[] 11)
Schallen, in der art wie klapp 1,
ursprünglich gewiss mit derselben manigfaltigkeit wie klaffen 1. 1@aa)
wie klatschen,
von der peitsche: ên ôlden fôrman hört noch gêrn de swepen klappen
br. wb. 2, 790 (
vgl.klacken 2).
so denn Luther
in der bibel: da wird man hören die geiseln klappen und die reder rasseln.
Nahum 3, 2; ein alt fuhrmann hört doch gern klappen. Schottel 1131
b.
ebenso nl. klappen,
engl. clap,
entsprechend oberd. kläpfen,
landsch. auch klappern,
während im md. vielmehr klatschen (knallen)
heimisch ist, das denn schriftdeutsch wurde. ganz ebenso ist es beim klatschen
mit den händen: man wird uber in mit den henden klappen und uber in zischen.
Hiob 27, 23,
vor schadenfreude; alle die fur uber gehen, klappen mit henden.
Jer. 2, 15,
auch Jes. 55, 12.
Nahum 3, 19.
Zeph. 2, 15,
vgl.klopfen
in gleicher bedeutung. nd. auch gleich knallen, z. b. mit der klapperbüchse (
s. d.). 1@bb)
gewöhnlich und allgemein von mehr kurzen stumpfen tönen: Marien bilde am Peiner schlot moste liden mennigen schot: noch (
doch noch) stehet dat bilde like (
ebenso) fast, ir schetent klappet alse bast.
lied aus der hildesh. stiftsfehde Lüntzel 196. Wolff
hist. volksl. 377,
die schüsse klingen beim anschlagen wie bast, nicht wie kugeln, doch ist zugleich das anschlagen, auftreffen selbst gemeint, s. ebenso hd. klaffen 1
und vgl. hier 4.
von der schnellenden sehne der leeren armbrust: wenn er die sehnen klappen höret. Luther 3, 451
a.
Hauptsächlich von allerlei tönen die durch ein an- oder aufschlagen entstehen, obwol das nach dem vorigen nicht ursprünglich darin liegt: dort trampeln die stampenden klepper, hier klappen die tappen der rappen. Joh. Franke
ird. Helicon 54; des pferdes huf klappte freilich nicht, es war nicht beschlagen. Göthe 23, 227; die thür ward zugeschlagen dasz es klappte. Ludwig
teutsch-engl. wb. 1024; und wieder hört man durch die stille ... des tritts geknarr, des alpstocks klappen. Ann. v. Droste 448; das (
offene) fenster klappt,
wenn es vom winde hin und her getrieben wird (
auch klappt hin und her);
eine thüre
die schlecht schlieszt, klappt vom zuge
hin und her im schlosse; das mühlenrad, das träg die schaufeln dreht, klappt langsam fort mit gleich gemesznen schlä
gen. Salis 93,
das md. wort bei einem Schweizer; man hört ein paar pantoffeln die treppe herauf klappen; ein loses hufeisen, ein losgegangner absatz klappt
beim reiten, beim gehn (
mhd. klaffendeʒ huofîsen); holla! her! die teller klappen. brüder, nahet euch der kost. Riemer
pol. maulaffe c. 41.
von den zähnen die aufeinander schlagen: heulen und zeen klappen
Matth. 8, 12
u. o., oberd. klaffen (
auch klopfen); mitten durchs heulen und klappen der hölle ... erkannt ich den süszen, den liebenden ton. Göthe 12, 240. ob ihm vor angst gleich jede nerve bebte, die zähne klappten. Gotter 1, 193; und dem schaudernden klappen die zähne. Voss
Il. 13, 284.
Man braucht in den meisten der angeführten fälle lieber klappern,
womit das klappen
als in rascher fortsetzung hinter einander erfolgend bezeichnet ist; wenn z. b. das mühlrad
bei Salis
vorhin in rascheren gang kommt, geht sein klappen
in klappern
über. daher auch vom storche beides: dort klappt und klappert er genung. Göthe 56, 34 (
beruf des storchs). 1@cc)
natürlich dann auch mit einer person als subject, wie u. a: klappen,
die thüre auf und zu machen, nordd. (klappschwänzen
oft s. aus und eingehen, hannov. klap-pœrtjen Fromm. 5, 151); so lang der sterbende noch mit den zähnen klappt. Gotter 1, 193; der schneider tanzt wie toll ... klappt mit holzschuhen und schnalzt mit den fingern. Arnim
schaub. 2, 235; nun schlug sie stahl und stein zusammen, klappend, in grader richtung nieder nach dem zunder. Rückert 157 (1, 161); mit dem deckel (
des bierglases) klappen,
z. b. um den kellner herbeizurufen. das geht denn schon in '
schlagen'
über, s. 2.
ungewöhnlich trans.: es möchten teufelchen in schwarz gemalten kappen um dich herum die zähne klappen. J. G. Jacobi (1807) 2, 208,
das ist jedoch nur aus dem geläufigen 'zähneklappen'
durch zerlegung genommen. [] 1@dd)
klappend fallen u. ä., gewöhnlich mit praepositionen zur angabe der art der bewegung: der deckel klappte zu,
auch blosz klappte,
wenn nur der schall zu bezeichnen ist; er klappt ein,
fällt klappend in die fugen; der foliant klappte zusammen.
ebenso wieder trans. und pers., s. 5,
b. 22)
Klappend schlagen, stoszen. 2@aa)
intr.: da werdet ir denn anfahen drauszen zu stehen und an die thür klappen und sagen 'herr, herr, thu uns auf'
Luc. 13, 25 (
var. kloppen, klopfen),
vgl.anklappen
ebenso; tanzten sie leicht einher ... und andere jünglinge klappten stehend im kreise dazu. Voss
Od. 8, 379,
schlugen oder stampften den takt, ἐπελήκεον.
nd. auch '
durch einen schlag in des andern hand ihm etwas versichern' (
wie schweiz. klepfen
sp. 956
mitte), dat is beklappt,
es ist alles richtig Dähnert 231
b,
s. sp. 957
mitte, vgl. hier c a. e. 2@bb)
trans., z. b. den takt klappen: es (
das oratorium) wäre ein trefflicher genusz gewesen, wenn nicht der vermaledeite capellmeister den takt mit einer rolle noten wider das gitter und so unverschämt geklappt hätte. Göthe 27, 114 (
gleich darauf klatschen
genannt). das fenster zuklappen,
klappend zuschlagen, altengl. ebenso: (she) clapt the window to. Chaucer
Cant. t. 3738. das buch zuklappen, zusammenklappen,
aber auch aufklappen,
klappend aufschlagen, s. dazu 5,
b. auch mit persönlichem object: einen auf die finger klappen,
klopfen, klapsen, ihm einen klapp geben; eim solchen narrn und vollen zapfn solt man bisweil die nase klappn. B. Ringwaldt
laut. warh. 74,
der verf. schrieb wol zappn,
aber in der ausg. v. 1621
s. 66
steht wirklich auch klapfn. eine fliege klappen,
mit der klappe
schlagen: die fliege, die nicht geklappt sein will, setzt sich am sichersten auf die klappe selbst. Lichtenberg 2, 89. 2@cc)
von kampf oder rauferei wird herrühren die redensart 'wenns zum klappen kommt',
zum '
treffen' (
der feinde auf einander),
wenn es ernst wird, los geht, im 16.
jh. nd. went to klappende ginge Berckmann
strals. chron. 119; as et schull tom klappen gahn Lappenbergs
Lauremb. s. 130.
auch wenns klappens gilt. Ringwalds
l. w. 1621 122 (
urspr. stand kappens,
s. sp. 198); er sperrt, er brüstet sich und macht sich eben grosz, wenns aber klappens gilt, ist er ein armer klohs.
reime dich oder ich fresse dich 184.
Dann unpersönlich wenn es klappen soll,
wenn es zur entscheidung kommt: ich gieng hin und wolte meine sachen proponiren. aber wanns klappen solte, da war ich ganz verstummt, dasz ich unverrichteter sachen wider zu hause kam.
wollüstige u. verstandslose jugend eines reuigen studenten. o. o. 1664 B 5
a; aber in dem, da es solte klappen (
dasz er eine anstellung bekäme), da schickte mir gott eine krankheit zu. B 2
b.
doch mischt sich das mit 3,
g. Übrigens wird es auch auf den handschlag bezogen (
s. a): as dat tom klappen kamen sull, tôg he torügge (
die hand nämlich). Dähnert 231
b. 33) Klappen
im verhältnis zu klingen, klappen
gleich passen. 3@aa)
dem mehr musikalischen klingen
steht klappen
gegenüber als das kurze, stumpfe, klanglose tönen, z. b. von holz; gläser klingen
beim anstoszen, zinnerne kannen, blecherne becher klappen
nur; auch ein falsch gehaltnes glas klappt
nur: sprachs, und es klangen die gläser mit hellem gekling an einander. nur des jünglinges glas verstimmte den klang mit rauhem puf; da schüttelte zürnend der vater das haupt, und bedräut' ihn ... klappt nicht immer sein glas wie ein spaltiger topf und des neuern dichterschwarms ungeschlifner hexameter ... kein vernünftiger faszt an den oberen kelch wenn er anklingt, nein, an den fusz! Voss
Luise (1795) 1, 515
ff. Etwas dem ähnliches musz folg. redensart veranlaszt haben: das alte klapt, das newe klingt, das alt nichts taug, das new lust bringt. Eyering 1, 263 (
s. dasselbe u. klappern II, 1,
m). Luther
erzählt einmal von dem rate, den er zu Worms 1521
dem bischof von Trier gab, man solte diese sachen gott lassen ... were sie aus menschen, so würde sie bald untergehen
u. s. w., und sagt vom erfolge: aber es wolt nicht klingen. wolan, wie es auch hernach geklappet hat und noch klappe, da frage man das ganze Deudschland umb. Luther 3, 424
b,
d. h. der rat fand kein gehör, er klang
den leuten nicht (
vgl. Günther
unter d),
er klappte
nur, '
taugte ihnen nichts'
nach Eyering
vorhin, doch tritt klappen
da zugleich in die bed. 4
über. 3@bb)
aber auch anders erscheint diesz klappen,
als eine art ersatz fürs klingen,
in der redensart klingts nicht so klappts doch,
[] in rebus magnis vel ipse conatus laudatur Stieler 967, Stein bach 1, 860,
besser etwas als nichts, man musz den guten willen für die that nehmen u. dgl., auch nordfries. klingt't eeg, so klapt't dagh. Haupt 8, 375.
man kann wol auch da an das klappen
der becher beim zutrinken denken, aber das folg. weist auf wichtigeres hin. 3@cc)
die redensart wird von versen angegeben: klingen sie nicht, so klappen sie doch gut,
parum inventionis poeticae habent, rhythmi tamen boni sunt. Frisch 1, 519
a; diese verse klappen nicht gut,
non eurhythmi sunt. das., also klingen
vom inhalte, klappen
von der form, genauer vom tonfall, eigentlich vom takte, der die hebungen bezeichnet. so deutlich in folg.: denk, der waffenméistèr hämmert, singet! ísts àuch ungereimt, so kláppts dòch! Eichendorff
ged. 93, '
chor der schmiede' dien old schillingsdöhnken (
liedchen) vam lindworm dögt
d. nicht só väl! wat so en malle kumpan henfummelde, klingt nich un klappt nich. J. H. Voss
de winterawend 35,
in den anm. (
idyllen 1801
s. 356) '
die verse haben weder wolklang noch gemessenen fall'; scheuen oder verachten wir alle kunstregel (
in der metrik) und meinen dem genius genug zu thun, wenn wir was klingt und klappt nur ungefähr herausfühlen. Voss
zeitmessung der d. spr. 1802
s. 5
*); das ist keine gute harmonie, das klappt nicht, schlechter reim. Fr. Müller 1, 246.
recht deutlich von den hebungen im verse bei Gottsched
in der übers. von Horazens dichtkunst (cum senos redderet ictus 253): er (
der jambus) flieszt ganz schnell und leicht, daher man solchen zeilen, darinn er sechsmal klappt, dén namen läszt ertheilen.
krit. dichtk. 1751
s. 39. Schottel
braucht das trans., vom dichter, aber verächtlich: auch noch heute die reimenschmiede lappen und klappen in dieser art gemeiniglich immer hin.
haubtspr. 892,
er spricht von dem altdeutschen verse mit vier hebungen (
s. knüttelvers),
ärgerlich dasz sie nur an die hebungen, nicht an jamben denken, vergl. Bürger
unter klippklapp
und Platen
unter klappern 1,
m. Der ausdruck, nebst dem gegensatz zu klingen,
geht wol eben auf die meistersänger zurück, aus deren '
tabulatur'
ja manches in den mund des volkes kam; man schlug oder klappte
wol wirklich im unterrichte den takt, und der nl. name klippelveersken
für jenen altdeutschen vers bei Kilian (
s. klippelvers)
stammt vielleicht daher (
es hiesz auch klippen und klappen,
s. i),
ebenso der trost unter b. 3@dd)
so begreift sich auch, dasz klappen
selbst gleich klingen
gebraucht wird, indem man im tonfalle das hauptstück des wolklanges sah: auch schifft ich oftermahl auf dielen über meer, und holt ein gleichnisswort aus Misisippi her, bestahl den Lohenstein ..... da klappte mir kein vers, der nicht auf stelzen gieng. Günther 376,
mit mir
verbunden, klang mir gut, gefiel mir im klange, im bau; wer sagt mir, wie ich soll auf recht poetisch sagen 'ich schlief, und träumte mir'? denn das ist zu gemein, und Opitz würde gar dadurch an hals geschlagen, wenns nicht fein kunterbunt beschrieben solte sein. vielleicht klappt dieses gut: die schnellen feuerpferde des Titans wurden nun bei Thetis ausgespannt
u. s. w. Philander von der Linde; 'de verske klappet nig,
die verse reimen nicht gut (reimen
vom rhythmus),
it. haben keinen wohlklang'.
brem. wb. 2, 790.
Aber auch geringschätzig, wie bei Schottel
vorhin: men heft sick twar tomartert, dat boek (
Reineke Vos) to bringen in hochdüdsche spraek, men (
aber) it will ganz nich klingen, it klappet jegen dat original to reken als wen men plecht een stücke vûl holt to breken
u. s. w. Lauremberg
scherzg. 79 (4, 632
Lapp.); in dergleichen fällen klappen denn keine verse einfältiger (
klingen eintöniger) als die so genannten Alexandriner. Spreng
zu Drollinger 215.
Auch von musik, gesang, was zu a zurückkehrt: ja wie allhie (
auf erden) ein gansgeschrei klapt gegen einer symphonei, also klapt auch im jammerthal die music gegen gottes sal. Ringwald
tr. Eck. D 6
a. 3@ee)
auch abgesehen von poesie klappen
völlig gleich klingen,
oder verbunden damit: *)
umgekehrt, zum glück blieb den dichtern diesz unbewuszte herausfühlen noch übrig unter dem drucke, den ihr bewusztsein erlitt durch das unsäglich verkehrte streben der schule, unsre sprache über den ihrem genius wildfremden leisten der antiken metrik zu schlagen, der ihr nun einmal allein bekannt war oder ist. [] 'herr F ...' liesze gar zu seichte (
als titel), 'magister F ...' klappt und klingt so zärtlich als die ohrenbeichte, die Dorgen (
die junge frau) in dem bette singt. Günther 522; 'magister' kriegen von dem schreiber ('schulmeister' klappt nicht) mehr respect. 523.
von geld in einem sprichworte aus der geschäftswelt, mit dem Schönsleder f 3
d dicta non sonant (
Plaut.)
wiedergibt (
während er doch klappen
selbst noch nicht aufführt): 'thaler klappen, wort lappen, handschrift klingen nichts,
tinnulae rationes (
klingende gründe)
plurimum habent virium ad persuadendum'. 3@ff)
aber auch der reim selbst, das zusammenklingen wird damit bezeichnet, s. klappwort
gleich reimwort
und klappreim
als kunstausdruck der meistersänger. ebenso das zusammenklingen in der musik, z. b. auer (
eure) waldhörner klappe nött zusamme Schmidt
westerw. id. 79;
schon bei Ringwald
vorhin wird das mit gemeint sein, '
wie gansgeschrei mit einer symph. harmoniert',
und die anwendung auf den reim rührt erst daher. auch das mag auf die meistersänger zurückgehn, musz aber doch ebenfalls vom taktieren herkommen; klappen
hiesz etwa das zusammentreffen der verschiednen stimmen im takte, oder das pünktliche einsetzen éiner stimme in einer fuge. es ist bei gesangübungen noch jetzt so in allgemeinem gebrauche, ein mehrstimmiger gesang wird geübt, bis alles klappt,
scharf und rein zusammenstimmt, dann überhaupt, bis alles '
gut geht'
; der dirigent erklärt das klappt noch nicht, das musz besser klappen,
wie es wesentlich der klappende taktstock regelt, vergl. Göthe
unter 2,
b und den takt 'schlagen',
bei Chytraeus '
modi .. de schlach, de tact im sange'
cap. 51. 3@gg)
daher überhaupt passen, schon im 16.
jh. geläufig: denn es klapt noch klinget nicht, wenn ich sagt 'Luther bedeut Husz', sondern 'er ist ein Husz' (
klingt und klappt allein). Luther 3, 442
b; lieber, wie klappets, wenn du solchs also wilt deuten nach Zwingels dünkel 'Christus bedeut den rechten weinstock'?
das., er meint, diese auffassung '
stimmt'
nicht zur meinung des verfassers, auch diesz klappen und klingen
stammt wol wie es ist aus gesangübungen; zu befestigung desselben (
der auslegung eines bibeltextes) so holen sie den text Salomonis mit den haaren herzu .. horcht, wie klappt das (
passt auf den fall), als strichen die kinder den treck mit ruten ausz. secht, kompt das nicht wunderlich uberein? es scheinet als ob es mit einem hauspensel zusamen geflöszet und mit einer holzschären beschnitten wer. Fischart
bienenk. 1588 150
a,
wie die letzten vergleiche für das passen von malerei und holzschnitzerei entlehnt sind, wird klappen
gesang im sinne haben; aber er erzählt noch wol andere (
geschichtchen als belege seiner behauptung), die wol besser klappen.
das. 215
a; soll ich sagen, es (
das lamm) sei mir die nacht, wie ich etwas hart entschlafen, gestolen? das klapt abermal nicht, hab ich sorg. Kirchhof
wendunm. 1602 2, 236,
hier von worten zur sache übergehend; hört: glyk als eene warme semmel is nich kold, also de nie maneern van kledern syn nich old. klapt dat nicht wol? de glyknis kan sick flaschen (
passen) als eene fust ant ohr, als botter in der taschen. Lauremberg
scherzged. 33 (2, 529).
ebenso scherzhaft et klappt wie de faust ofs âge Schmidt
westerw. id. 79, dat klappt as vûst up oge '
ist ungereimt'
Brem. wb., dat klappt nig
das., non quadrat, ganz in dem sinne wie es reimt sich nicht
oder es stimmt nicht,
jenes vom dichten, diesz vom singen ausgegangen. Das gilt denn endlich auch von ganz unmusikalischen dingen, z. b. von einer rechnung,
die nicht klappen will,
wie man sagt sie stimmt
oder trifft.
von lebensverhältnissen allerlei art, z. b.: geht man so mit seinen kindern um? stöszt man sie, wenn nicht alles gleich klappen will, sofort unbarmherzig aus dem hause? Schopenhauer
parerga 2, 117.
von den anordnungen zu einer festlichkeit sagt man, es wollte nichts recht klappen, es klappte alles vortrefflich,
auch klappte zusammen. 3@hh)
doch greift da ein andres klappen
herein, das zu derselben bed. gelangte. manche werkstücke nämlich, die genau in einander passen sollen, lassen diesz, dasz sie nun ganz scharf abgepasst sind, durch einen gewissen klappenden
ton erkennen den sie beim ineinander passen von sich geben, klappen
gleich kurz und knapp klingen; der gegensatz ist klappern,
unsicher schlottern. so musz an einer maschine mit ihren hunderterlei in einander greifenden theilen bei der probe alles klappen,
wenn sie gut sein soll. eine thüre, ein deckel, die endlich genau schlieszen, verraten diesz durch ihr einklappen,
klappendes, schnappendes einschlagen. daher bildlich: sie haben sich zwar entzweit, es wird aber wol wieder einklappen Heynatz
antib. 1, 338;
ähnlich einschlagen,
z. b. [] (gut) einschlagen in ein geschäft,
sich hinein schicken, finden. vgl. engl. pat
passend mit pat
klopfen, klapsen. aber auch die bed. 4
mischt sich in diesen bildlichen gebrauch. 3@ii)
es heiszt auch mit ablautspiel klippen und klappen,
in verschiedner wendung: mögen sie (
fremde laute, in fremdwörtern) anderswo schön klingen, hier (
im deutschen) klippen und klappen sie nicht einmal. Jahn
merke zum deutschen volksthum 183,
in der bed. a, ohne scharfes urtheil kann man bei der glücklichsten poetischen fähigkeit nichts schreiben, das da fertig ist, klippt und überall klappt. Lenau
brieflich (
L. Uhland, eine gabe für freunde s. 254),
diesz nach c oder h; s. auch unter 4,
b. sinnlich braucht man klippen und klappen
vom klappern der mühle, wie klippklapp. 44) Klappen
heiszt auch glücken, gut ablaufen, mit wieder anderm ursprunge, den ein sprichwort offenbart. 4@aa) wers trifft dem klapt es. Fischart
groszm. 85 (614
Sch.), es,
d. i. das ziel, die scheibe (
s. zu Soltau 2, 51),
wie auch die folgenden worte zeigen 'besser schäl dann fähl' sagt einmal ein schilender schütz; trifts so klapts, wirstu treffen so wirds klappen. Lehman
floril. 1, 777.
das ziel klappt,
wenn es getroffen ist, und ist die scheibe ins schwarze, vollends auf den nagel getroffen, so klappt es in ganz eigner weise. also mir klappt es
gleich '
ich habe es glücklich getroffen'.
dasselbe scheint, nur trans. gewendet, ital. chiappare,
treffen wonach man zielt, auch antreffen. 4@bb)
daher bildlich, meist auch unpersönlich: ob sichs anläszt, als wollt es nicht auf unsrer seiten klappen.
lied v. 1619, Scheibles
flieg. bl. 186,
für uns nicht gut ablaufen, der ausfall nicht für unsre parten sein. es ist noch im gange, z. b. von einem geschäftsmanne: er gibt sich alle mühe, aber es will ihm
oder bei ihm gar nicht klappen (
aber auch nicht einklappen,
nach 3,
h)
; thüring. auch es klippt und klappt nicht, es will nicht klippen und nicht klappen,
desgl. glückt und klappt nicht.
ganz gleich, vielleicht auch im ursprunge, thür. sächs. mir tappt es,
ich habe glück (
demin. mir hats getappelt),
thür. zusammentappen
zusammentreffen, sich gut treffen. 4@cc)
doch mischt sich diesz klappen
mit dem vorigen; unsicher klingen z. b. folgende stellen: wolt aber immer ausflucht suchen und es wolte ja nicht klappen. Pape
bettel- u. garteteufel M 1
b,
glücken oder passen; ich will das urtheil von dessen (
meines buches) werthe, und da selbiges vor meine partie nicht allzu vortheilhaftig klappen solte ..
Felsenb. 1,
vorr., ausfallen, doch auch '
klingen'; derowegen klappte der respect, welchen er doch im höchsten grad verlangte, gar schlecht. 1, 114. 55)
Mehrere klappen
halten sich nahe zu klappe
oder sind erst mit oder aus ihm entstanden. 5@aa)
zu klappe 6,
falle stimmt nd., in Osnabrück duven klappen, (
fremde)
tauben im taubenschlage fangen. Strodtmann 105,
nrh. in Cleve ebenso kleppen,
wie kleppe
für klappe.
ähnlich in Sachsen einen klappen,
erwischen, ertappen (
auch erklappen),
wenn das nicht von der fliegenklappe stammt. vgl. ital. chiappare
erwischen. 5@bb)
besonders zu klappe 4
ist klappen
neu weiterentwickelt; jede bewegung einer klappe
oder eines einer klappe
ähnlichen gegenstandes wird klappen
genannt. das zuklappen einer kiste,
genauer des deckels,
das zuklappen eines klappmessers
geschieht zwar noch mit einem klapp;
aber den deckel aufklappen, in die höhe klappen
enthält ein neues klappen;
es ist übrigens mit schlagen
ebenso, z. b. das buch aufschlagen.
ebenso denn die handschuhe aufklappen (
s.klapphandschuh), den hut,
genau die krämpe niederklappen Adelung, umklappen
wie eine klappe umlegen, überklappen, zusammenklappen,
es ist eine art falten. 5@cc)
auch intr.: das messer klappte von selbst zusammen; denn siehe da, der rappe trägt den knappen kaum bis mitten auf die brücke (
von pastetenteig), so klappt rings um ihn her der teig in die höhe.
Siegfr. v. Lindenberg (1790) 2, 350,
faltete sich, '
schlug'.
livl. einklappen
mit den knien, einknicken Gutzeit. 5@dd) '
einschlagen'
in einen '
umschlag',
weil es oft mit einem schlag, klapp
geschieht (
nordd. nennt man auch einen umschlag eine klappe,
z. b. um ein butterbrot einzuschlagen): da (
in der genieperiode) wurden ideen in freundschaft gebracht die sich auszer Bedlam nie gesehen hatten, raum und zeit in einen kirschkern geklappt und in die ewigkeit verschossen. Lichtenberg (1800) 1, 70.
gewöhnlich einklappen.
[] 66) Klappen
gleich klaffen,
schwätzen, plaudern, auch mnl. clappen
garrire hor. belg. 7, 6
a,
nnl. klappen,
altengl. clappe
und noch dial. clap (Halliwell).
in dieser bed. isl klappen
aufs nd. beschränkt geblieben und ist sogar hier vom hd. klaffen
bedrängt oder verdrängt worden, s. sp. 896;
doch lebt es noch in der nachbarschaft des nl., in Ostfriesland Stürenb. 109
a,
in Cleve Geerling 14
in der bed. klatschen, verklatschen (verklappen).
wenn es sich im deutsch-ungr. berglande findet, klappen
schwätzen (klapper
m., klapperin
f.) Schröer
nachtr. 36
b,
so ist das wol vom Niederrhein mit eingeführt. dennoch fehlt es auch hier nicht an mitteld. wie oberd. spuren, s. kläpper
schwätzer, das zweite klapper 3, kläppisch; klappern
dagegen ist in dieser bed. gut hd. 77)
Im billardspiel ist klappen
eine eigne art des stoszens, wo man den spielball statt in der mitte mehr nach unten trifft, um seinen lauf künstlich zu lenken, vergl. klapp 3;
der stosz gibt einen klappenden klang. auch trans. seinen ball klappen,
und refl. ich habe mich (
meinen ball) ins loch geklappt, verklappt.