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klappern

mhd. bis spez. · 15 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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19 in 15 Wb.
Sprachstufen
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

klappern

Bd. 11, Sp. 970
klappern , crepitare, blaterare. II. Form und verwandtschaft. I@aa) klappern ist iterativbildung zu klappen, md. und nd. wie dieses, aber seit lange und jetzt wol allgemein auch hd.; die streng hd. form ist klaffern, das aber selten ist, nur in der zweiten bed., wie klapfern, kläpfern noch seltner nur in der ersten. I@bb) in beiden bed. entspricht oberd. kläffeln, mit umlaut, wie es neben klappern auch kläppern gibt, und mit l für r, wie auch mnd. clapplen pulsare Dief. 472c, vgl.cleppelesch loquax 336b, klappeln noch in einem nd. kinderspruche Simrock kinderbuch nr. 331; dem md. fehlt diese form mit l. ablautend klippern. [] I@cc) schon in mhd. zeit erscheint das wort md., hessisch: die juden .. rîfen wider in und klaperten mit iren zenen. myst. 35, 15, knirschten. aber auch im Elsasz schon im 14. jh.: si fielent alle kriuzewîs ûf die erde, daʒ eʒ klaperte. Closener 84; und in Franken. swenn einer (im turnier) velt, daʒ leber und lunge klappernt von sînes rosses sprunge. Renner 14522. diesz frühe auftreten im hd. musz aber eine entlehnung fraglich machen, zumal bei einem worte wo ein grund zur entlehnung nicht sichtbar ist; und wenn es jetzt auch schweiz. heiszt der storch chlapperet Rochholz al. kinderlied 85, so ist dabei entlehnung schwer denkbar; vgl. klapperl m., klipperl klapperl als schimpfwort in Tirol i. j. 1408 Fromm. 5, 371, wo freilich die siechenklapper zu grunde liegt, bei der sich entlehnung denken liesze. Doch dürfte hier der merkwürdige fall vorliegen, wo die lautverschiebung ausblieb (Weinhold alem. gr. s. 117. 118), wenn es nicht eine nebenform mit andrer auslautstufe ist; für letzteres könnte ein schott. wort sprechen, glabber schwatzen (s. II, 2, b), doch vgl. e. dieselbe erscheinung zeigt das gut hd. kläppern, das sicher dazu gehörende oberd. kläpper gleich klaffer hahnenkamm und das stammverwandte oberd. klampern, auch klüppel u. a. I@dd) auch das einfache p in mhd. klapern vorhin, chlaperen Weigand 1, 589, rhein. 15. jh. zenklapern Dief. 246c könnte bedeutung haben, vgl. henneb. klôpern vor kälte zittern (s. II, 1, e) Reinw. 1, 81, klöpern gleich kläppern (1, c) das. 80, klapen sp. 976. I@ee) eine abweichung der anlautstufe zeigt z. b. glapperdesche unter klappertasche, wie schott. glabber vorhin, vgl. schwed. gläfs unter klappe 6; doch s. dazu klaffen a. e. sp. 898. I@ff) nur in der ersten bed. nl. klapperen, entlehntn. klappre (echtn. knäbbre, vgl. unter knappen). IIII. Bedeutung und gebrauch. II@11) Eigentlich. II@1@aa) klappern ist ein fortgesetztes klappen, besonders in rascher folge hintereinander, s. z. b. von der mühle sp. 960 b a. e.; der absatz klappt auf dem boden bei einmaligem auftreten, im gehen aber klappert er: stiefel, welche auf den steinen mit denen benagelten hölzernen absätzen klapperten. avanturier 1, 193; klapperten die tritte. Göthe 2, 104; (Philine) die .. singend die treppe hinunter klapperte (in pantoffeln). 18, 153, klappernd gieng. man klappt mit dem fusze auf den boden, fortgesetzt aber wird klappern daraus: mit den voeszen klapperen ind mit den henden. Harff pilgerf. 138, 19, vergl. mit den henden klappen sp. 960; hör, Franz, und klappre nicht dazu in ungeduld mit den füszen. Arnim schaub. 1, 41. das klipp klapp der drescher (sp. 957) ist ein klappern: die dröscher klappern sonder rast. Voss id. 5, 189. eimer, teller klappen bei einmaligem anstoszen, unter umständen aber klappern sie: körbe knarren, eimer klappern (bei der weinlese). Göthe 41, 249; die teller klappern Stieler 968, bes. beim decken mittags; du hast in deinen ohren, glaube ich, die teller klappern hören. Arnim schaub. 1, 11; gegen mittag, da bereits mit den tellern geklappert wurde. Felsenb. 3, 230, denn der deckende klappert mit den tellern. II@1@bb) mit einer klapper: clatrare, clapperen. voc. rerum (md.). Dief. 125c (s. clatria unter klapper), altköln. Fromm. 2, 441b; nicht leuten, aber klappern (in der charwoche). Luther 5, 93a unter kath. gebräuchen, s. sp. 887 unten. der storch klappert mit dem schnabel, wie mit einer klapper (daher klapperstorch): glacorare ciconiarum, clappern Dief. 264a, crocolare 159a, nl. klepperen, mhd. auch snateren Wh. 375, 10, ital. chioccare (s. klocken). II@1@cc) mühlen, webstühle klappern, maschinen aller art, in werkstätten überhaupt gibt es vielerlei klappern: wenn meine mühle nicht klappert, kann ich nicht sonderlich hören. Arnim schaub. 2, 94; es klappert im ganzen orte von webstühlen; die werke klappern nacht und tag, im tacte pocht der hämmer schlag. Schiller 68a. Daher das sprichwort klappern gehört zum handwerk, auch in dem sinne: etwas groszthun gehört zum geschäfte, man musz ein wenig wesens von sich machen; vgl. klippern. danach wol folg.: natur! natur! die herren klappern immer mit ihrer natur. Wieland Abderiten (1781) 1, 300, machen viel lärm damit, wie ein handwerker mit seinem werkzeuge. II@1@dd) von den zähnen, die von furcht oder frost klappern: frigutit, ohm (ihm, md.) klappern di zehn. Trochus Q 3b; eine nachtmusik, davon einem die zähne klappern und die nägel blau [] werden. Schiller 135a; mein innerstes mark gefror in mir und meine zähne klapperten laut. 138a. persönlich mit den zähnen klappern Rädlein 540a (nl. klappertanden): Miller .. wechselsweise vor wuth mit den zähnen knirschend und vor angst damit klappernd. Schiller 193b. aber auch vor zorn, wut, wie knirschen, s. unter I, c; auch stridere, frendere zenclappern, zanclappern, stridor zene klappern Dief. 556a, nd tene clappern 555c mag meist so gemeint sein. kühn für zähneklappernd sagen: wer lacht dahier? klapperte Trossel. Klinger 3, 157, er klappert vor schreck, es gehört zugleich zum folgenden. II@1@ee) vor frost klappern, auch vor angst, wie schlottern, mit den gliedern schlagen: und bin zwar erst haim kummen nechten beschlagen hinten und voren mit eiszapfen, schier gar erfroren, klapprent als hett ich an ein panzer. H. Sachs 1, 510a; er friert dasz er klappert. Stieler 968; warum bist du auch zu der kälte gekommen? 'liebste mutter, sie wollten es ja', antwortet er ganz harmlos und klappert dabei an händen und füszen. Lessings leben von seinem bruder 1, 74; das ärmliche bübchen! o wärmt mir das stübchen, es klappert, es friert. Göthe 4, 222 (1850 13, 261); Trossel klapperte vor furcht und angst. Klinger 3, 158. auch schlottern heiszt eig. klappern (schlötterlein kinderklapper, vgl. unter klatzen). das ist denn freilich starke übertreibung, man sieht die bewegung des klapperns (vgl. i) und glaubt nun wirklich auch das klappern zu hören. II@1@ff) ebenso von fleischlosen, 'knöchernen' menschen: und die alten gliedmaszen klapperten, wann sie fortgieng, wie ein bortenwürkergestelle. polit. col. 87; klappern hört man beinah in gerunzelter haut das gebein dir. Voss 1825 2, 136 (d. bezaub. teufel 15). da liegt zugleich der gedanke an das todtengerippe nahe: (das 16. jh.) wo man .. den tod unter der unform eines klappernden gerippes .. zu vergegenwärtigen wuszte. Göthe 25, 163, s. klapperbein, klappermann 3. II@1@gg) überhaupt klappert das trockene, dürre, daher klapperdürre (vgl. klapperig); trocknes brot klappert im ranzen, im schranke, ein ausgetrocknetes fasz klappert; schon klappert zwischen dürrem laub der rauhe wind. Wieland 23, 55 (Oberon 9, 27). II@1@hh) auch das lockere, lose, das fest sein sollte, verrät sich durch klappern (vgl.klappen sp. 963 unten): ein klapperndes schlosz, das nicht scharf schlieszt; die thüren (der schränke) klappern, die schlösser sind schlecht verwahrt. Göthe 14, 277. du riegle die thüre fest ... 'und klapperte sie ein hundert jahr (vom winde), ich riegelte sie nicht zu'. 47, 84; ein lockeres hufeisen klappert: ain pferdseisen, so das ein reiter auf dem felde hört klappern, das es abfallen wil, erschrickt er. rätsel bei Haupt 3, 31 nr. 35, oberd. aus dem 16. jh. II@1@ii) da gesellt sich übrigens der begriff der bewegung hinzu, wie eben bei schlottern (s. u. e): das fenster klappert hin und her im winde, und so öfter. ferner klappern gleich klappernd gehn u. ä. (s. a): erst plumpten die schwereren (steinstückeaus dem krater des Vesuvs) und hupften mit dumpfem getön an die kegelseite hinab, die geringeren klapperten hinterdrein. Göthe 28, 30, fielen, rollten klappernd, noch klapperten die kleinen steine um uns herum. 28, 31. II@1@kk) das subject des klapperns ist wechselnd zwischen sache und person, wie die beispiele zeigen, sowol die nüsse klappern im sacke (und selbst der sack klappert) als auch der weihnachtsmann klappert mit den nüssen, bewegt sie dasz sie klappern; die thaler klappern im beutel und man klappert damit (oder darin); kam L. D. herangesprungen und klapperte fröhlich mit den murmeln in der tasche. Smidt Devrient-novellen 17. natürlich auch mit sächlichem subj., das als person behandelt wird, s. vom winde unter g: dazwischen noch manchmal eine kanonenkugel, die sich herüberverirrend in den überresten der ziegeldächer klapperte. Göthe 30, 73; der wind pfiff durch die zerbrochenen fenster und klapperte mit den losen dachziegeln. Bettine tageb. 110. oder mit es: nun dappelts und rappelts und klapperts im saal von bänken und stühlen und tischen. Göthe 1, 197; das drängt und stöszt, das ruscht und klappert. 12, 210; was ist drin? es klirrt und klappert (im schnappsacke). Platen 250; [] grausam, dasz er bei seinem reichthum nicht alle tage eine million in den kirchenkasten würfe dasz es recht klappere. Arnim kronenw. 1, 219, als kraftwort wie dasz es kracht. II@1@ll) an etwas klappern, mit klappern daran thätig sein, tasten, hantieren: doch wer kommt denn noch so spät, klappert dort an schlosz und riegel? J. Fr. Kind ged. von faulen arbeitern: wenn sie eine viertelstunde an ihren hauenstielen geklappert hatten, ohne zum hauen zu kommen. Gotthelf 2, 42 (Uli d. kn. cap. 5), da tritt der begriff des kleinlich tändelnden hinzu, wie ähnlich in schweiz. täppelen, täpperen langsam arbeiten Stalder 1, 266. vgl.kläppern 3, verklappern. II@1@mm) klappern im gegensatz zu klingen, wie sonst klappen (sp. 961 unten): die welt ist eine glocke die einen risz hat, sie klappert aber klingt nicht. Göthe 49, 65, wie ein topf mit einem risse auch. ebenso in dem sprichw., wo sonst klappen steht: das alt klappert, das new klingelt. Frank spr. 2, 18a, vgl. 7a. das alte klappert, das newe klingt Lehmann flor. 1, 13; das alte klappert, das junge klinget, das alte schleichet, das junge springet. Logau 3, 1, 84; ich hör es gern wenn auch die jugend plappert, das neue klingt, das alte klappert. Göthe 3, 248. ein klappernder vers, der schlechten rhythmus hat (s.klappen sp. 962): glaubst du es nicht, so versuchs! der italische wogende rhythmus wird jénseits des gebürgs klappernde monotonie. Platen 143 (2, 292). II@1@nn) endlich auch klappern knallen, klatschen, wie klappen 1, a. so rhein. Kehrein 226, und es musz nach klapperbüchse, auch klapperrose, klappermohn, klapperblume gleich klatschrose md. und rhein. einst weiter gegolten haben. da jedoch hier eig. nicht von rasch auf einander folgenden schallen die rede ist, so tritt da klappern ganz in klappen zurück, mit aufgabe der iterativen bed., wie umgekehrt klappen sp. 960 oft für das eig. klappern eintritt. II@22) Klappern, plappern, plaudern, klatschen. II@2@aa) es ist an sich ganz denkbar als entlehnung vom vorigen klappern, wie sie ebenso vorliegt bei klappen (6), kläpfen (5), kläffeln, klaffern, klaffen, und man fühlte es als solche: der mund erzeugt die worte und klappert wie eine mühle. Butschky Patmos 212; der mund ergeust die worte und klappert wie eine mühle (beim gedankenlosen beten). Scriver seelensch. 1721 307, daher klappermühle geradezu gleich plappermaul (s. unter klapper 2 sp. 966); erzeugt doch das schwatzen, schnattern, plappern u. s. w. im ohre eine ähnlich ermüdende betäubende wirkung wie das klappern einer mühle. so läszt umgekehrt Hugo v. Trimberg die räder der mühle redend mit einander slappern Renner 7887 (slabern Haupt 4, 512, vgl. sp. 955). wie nahe die entlehnung liegt, zeigt auch lat. crepare klappern und plappern, gr. κρόταλον klapper, rassel und plappermaul; vgl. nl. ratel rassel und starke stimme (wie klepel sp. 893 unten), und dazu nl. ratelen, nd. ratern, rætern, ræteln rasseln und plappern. auch die siechenklapper hat diese entlehnung erfahren (s.klapperbüchse 3) und manches andere ähnliche, das grelle, unangenehme töne erzeugt, z. b. die peitsche (s.klatschen 3); die schwierigkeit ist nur, im bestimmten falle den bestimmten ursprung zu finden, weil das sprachgefühl leicht von einer anlehnung zur andern übergieng, s. z. b. bei klaffen 2 sp. 894, wozu nachträglich bemerkt sei, dasz der mhd. gebrauch auch vom klaffen klingeln der schellen entnommen sein kann, die mann und ross so vielfach an sich trugen. II@2@bb) dennoch hat es gerade mit klappern vielleicht eine andere bewandtnis, sodasz es erst nachträglich an klappern 1 angelehnt wäre; darauf deuten die spuren einer nebenform mit gl- unter I, e (s. dort), die besonders deutlich auftritt in schott. glabber, glebber plappern (und lallen), auch glibber-glabber, womit das md. glappern in glapperdesche genau stimmt. II@2@cc) es ist hauptsächlich oberd., besonders alem., klappern loqui Mones anz. 5, 87 aus einer oberrhein. hs. des 15. jh.; oft in der Donaueschinger passion: der mensch (Jesus) der wil uns all betriegen mit sinem falschen clappern und liegen. Mone schausp. d. m. 2, 223; din liegen muosz dir werden leit, das du im tempel hast geseit (Christi prophezeiung), wir wend dich anders clappern leren. 270; kum tüfel, min clappern ist umb sus (Judas von seinem verrat). 284, vgl. 322. 333; [] do (in der kirche) ist ein klappern und ein schwätzen. Brant narr. 44, 8; ein frow ist worden bald ein hätz (elster), wann in sunst wol ist mit geschwätz (sie thun es gar zu gern) ... dis klagt, die klappert, dise lügt, die richt usz als, das (dasz es) stübt und flügt. 64, 25; vil schwetzen und klappern ist ein zeichen der narheit. Keisersberg narrensch. 111b; wenn man also bei den lüten (in gesellschaft) ist, da fahet man an clappern .. und sagt von edel und unedel, von münch und pfaffen und von leien, so hat der das gethon und die hat das gethon ... sünden des munds 30a; die klappern in dem gottes hus. Murner narrenb. d ij; habstu dalame klappert gnuog? Joh. der täufer, trag. Bern 1549 R vj. Auch wie klatschen für ausplaudern, hinterreden, verläumden (s.klaffen 2, c): als mich bedünkt, so wär das klappern und eerabschneiden éin ding. Keisersberg sünden d. m. 46b, er braucht auch verklappern für verklaffen verschwatzen; (eine frau) die sich durch los klappern, schwetzen laszt gegen irem man verhetzen, die thut ir selbs in finger beiszen. Fischart ehz. 69 (463 Sch.); eliminare foras dicta, ausz der schuol schwetzen, anderswo hin klapperen. Frisius 411b, zugleich trans., wie nachher bei H. Sachs. Mit klaffen verbunden: der Fröwler sprach 'thu vermiden din clappern und din claffen'. J. Lenz Schwabenkrieg 117b; Maaler 244b erklärt klaffen mit klapperen, liegen und verschwätzen, so geläufig ist es ihm. Seltener, wie es scheint, fränkisch, bairisch: erst fieng sie an ein sölches schnadern, ein schwatzen, klappern und ein dadern. H. Sachs 1, 520a; die alles klappern das sie wissen. 3, 2, 171b, trans., ausplaudern; mit ewern seelmessen, vigilien .. fasten und klappern. Carlstadt vom stand der christgl. seelen b ija; als er (Eck) das hört, welch ein geruf und klappern ward von im gehört! ders. bei Luther 1, 148b; wie die gäns gern im haberstro schnateren und tateren .. also thun die volle zapfen (trinker) nichts anders als schwätzen, klapperen, schnaderen, tateren, juchzen und schreien. Albertinus narrenhatz Augsb. 1617 s. 225; klapperen blaterare Megiser dict. Gräz 1592 H 3a. Die östr. bair. wbb. von heute aber führen es nicht an, nur Schöpf aus Tirol; doch schweiz. ist es noch in geltung (auch ausklappern, verklappern, ab- oder erklappern), wol auch schwäb., denn Wieland braucht es: der schmucke städter wird ein bauer, klappert nun von nichts als äckern und rebeland. Horaz 1, 144. auch fränkisch noch, in Henneberg hurtig und eintönig reden. Fromm. 2, 464, wahrscheinlich also mit bewuszter anlehnung an die klappermühle. die Schweizer haben dazu ein hübsches dem. kläpperlen, s. dort. II@2@dd) mitteldeutsch dagegen erscheint es selten, obwol es die md. wbb., Stieler, Rädlein, Steinbach noch aufführen. Luther z. b. scheint es nicht zu brauchen, doch spricht er einmal vom vaterunser, das on alle andacht zuplappert (zerplappert) und zuklappert werde in aller welt 6, 310a, das reimende plappern, das md. heimisch ist, zog es leicht nach sich; die jungfräulein, welche fast beinern sein und gerne klappern, wie denn manche sich mit einem wörtlein verschnappet, das man ihr herz auslernet. Mathesius Syrach 2, 5b, nach dem beinern denkt er wol zugleich an das eigentliche klappern. Rollenhagen braucht es einmal, von weibern und gänsen zugleich (s. e), die kackeln, quackeln, klappern und lallen. froschm. A 5b; vgl.klappersucht. Doch findet es sich noch z. b. in Thüringen in ausklappern verschwatzen, aus der schule schwatzen, sag dem nichts, er klappert alles aus (Arnstadt). vom Mittelrhein gibt es Kehrein aus Nassau, es mag also auch hessisch sein. Dagegen fehlt es, wie es scheint, nd. ganz, auch nl.; doch einmal bei Rist mit merkwürdiger rom. endung, in einer komödie: wenn dar de studiosen stahn und mit den schnuten klappereeren ut eenem groten langen book. weim. jahrb. 6, 380, vgl. klapperern. aber älter engl. claper to chatter Halliwell 252a. II@2@ee) von vögeln: cornicari, wie ein kräy klapperen. Frisius 334b, vgl. von gänsen Albertinus und Rollenhagen vorhin; die thierheit schnattert und klappert. Tieck ges. nov. 1, 180. vgl. unter kläppen, auch unter kläppern 2.
17928 Zeichen · 412 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    klappernswv.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +6 Parallelbelege

    klappern swv. BMZ klappern. dâ clapperde daʒ gesteine Roth. 4551. daʒ leber und lunge klappernt von sînes rosses sprunge…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Klappern

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Klappern , verb. reg. neutr. welches das Hülfswort haben erfordert, und das Iterativum und Intensivum von klappen ist, e…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    klappern

    Goethe-Wörterbuch

    klappern auch subst Inf 1 hart klingende, kurze Geräusche wiederholt hintereinander von sich geben od verursachen; auch …

  4. modern
    Dialekt
    klappernschw.

    Pfälzisches Wb. · +2 Parallelbelege

    klappern , kläppern schw. : 1. 'klapperndes Geräusch hervorbringen', klappere (glabərə) [verbr. WPf (ohne O-PS) u. NPf m…

  5. Sprichwörter
    Klappern

    Wander (Sprichwörter)

    Klappern 1. Am Klappern kann man nicht erkennen (merken), wie die Mühle mahlt. Frz. : Vous ne oriez (n'entendriez pas) p…

  6. Spezial
    klappern

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    klap|pern vb.intr. tlaperné (-nëia), rebate (rebat, rebatü), slangherné (-nëia). ▬ taktmäßiges Klappern (besonders beim …

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit klappern

33 Bildungen · 7 Erstglied · 24 Zweitglied · 2 Ableitungen

Zerlegung von klappern 2 Komponenten

klapp+ern

klappern setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

klappern‑ als Erstglied (7 von 7)

klappernarr

DWB

klapper·narr

klappernarr , m. nugator, garrulus Frisch 1, 519 b aus Keisersbergs narrenschiff 24 a . s. DWB klappern 2.

Klappernoors

MeckWB

Wossidia Klappernoors m. Schelte für Knaben, der mit Türen klappert oder sie nicht schließt Pa Parchim@Ganzlin Ganzl .

Kláppernúß

Adelung

klapper·nuss

Die Kláppernúß , plur. die -nüsse, in einigen Gegenden, ein Nahme der Pimpernüsse, weil sie klappern wenn sie geschüttelt werden; Staphylea …

klappernusz

DWB

klappernusz , f. die pimpernusz, staphylea pinnata, weil sie geschüttelt klappert, nd. kläternöte pl. Adelung ; siebenbürgisch klpernss Ha…

klappern als Zweitglied (24 von 24)

ABKLAPPERN

DWB2

DWB2 ABKLAPPERN vb. abgeklappert part.adj. vereinzelt früh, ‘ DWB2 abschwatzen ’ ⟨1530⟩ die maultaffern ( schwätzer ) , die unserm .. got se…

afklappern

MeckWB

Wossidia afklappern eine Gegend durchstreifen, abjagen, z.B. vom umherziehenden Händler: hei klappert all de Dörper af allgem.; Reut. 3, 256…

anklappern

DWB

anklapp·ern

anklappern , crepitare: der storch kommt angeklappert, naht sich klappernd.

Aufklappern

Campe

auf·klappern

Aufklappern , v. trs. durch Klappern, klapperndes Geräusch aufwecken. Einen aufklappern. Das Aufklappern. Die Aufklapperung.

erklappern

DWB

erk·lappern

erklappern , was erklappen 1: doch mich weckt das donnergetöse der spritzenden räder, und des raschen gespanns dumpfig erklappernder huf Sal…

hinausklappern

PfWB

hinaus·klappern

hinaus-klappern schw. : 'mit der Peitsche hinausjagen ', in der RA.: Die g'heert uf 's Rad g'setzt un mit der Knottelpeitsch zum Dorf nausge…

hinterdreinklappern

GWB

hinterdrein·klappern

hinterdreinklappern in Vergegenwärtigung der unterschiedl Geräusche bergab kollernden Gesteins [ auf dem Vesuv; Auswurf von Gesteinsbrocken …

hinunterklappern

GWB

hinunter·klappern

hinunterklappern Philinen .. die .. die Treppe hinunter klapperte [ mit den Absätzen ihrer Pantoffeln ] 1) GWB 21,153,9 Lj II 4 1) zur mytho…

maulklappern

DWB

maul·klappern

maulklappern , n. klappern mit dem maul, schwätzen, prahlen ( vgl. DWB klappern 2, th. 5, 973 fg. ): eben so ( närrisch ) thut dieser geist …

Mitklappern

Campe

mit·klappern

Mitklappern , v. intrs . u. ntr . mit haben. — klatschen , v. intrs . — klettern , v. intrs . — klimmen , v. intrs . — klimpern , v. intrs .…

nachklappern

DWB

nachklapp·ern

nachklappern , verb. : wo die nymphen bei stillem mondschein oft nach meiner flöte tanzen, wenn die hüpfenden faunen auf iren crotalen mir n…

rutklappern

MeckWB

rut·klappern

Wossidia rutklappern Lärm schlagen beim Abzug unbeliebter Inspektoren, Statthalter und Mamsellen Ma Malchin@Quitzenow Quitz ; s. -käteln; ve…

Tähnenklappern

MeckWBN

Wossidia Tähnenklappern n. Zähneklappern Müll. Reut. 136 a .

tausamenklappern

MeckWB

tausamen·klappern

Wossidia tausamenklappern mühsam sammeln: rod' Sand tosamklappern Ro Rostock@Warnemünde Warn . Zu 'Klapper' der Aussätzigen und Almosensamml…

utklappern

MeckWB

Wossidia utklappern 1. mit der Maschine ausdreschen Sta; Wa Waren@Jabel Jab ; mit de Lokomobil un Döschmaschin ne Kurnmiet utklappern Hack. …

verklappern

DWB

verk·lappern

verklappern , verb. durch klappern wegscheuchen, beschädigen. in dieser bedeutung bei Heinsius 4, 2, 1308 a aufgeführt, sonst nicht belegt. …

vorklappern

DWB

vor·klappern

vorklappern , verb. , mit dem dat.: ihr möget demnach euren kindern klappern aus Welschland, Pohlen, Franckreich ... holen lassen und ihnen …

zähneklappern

DWB

zaehne·klappern

zähneklappern , verb. , weiterbildung zum vorigen, gleicher bedeutung, heute üblicher, frühnhd. zeneclappern, -klapern, frendere Dief. 246 c…

Zähnklappern

Campe

zahn·klappern

Zähnklappern , — s , o. Mz . das Klappen oder Klappern mit den Zähnen, da die Zähne unwillkührlich zusammenschlagen, z. B. vor Frost. »Da wi…

Zuklappern

Campe

Х Zuklappern , v. intrs . s. Campe Zu 2. 2).

Ableitungen von klappern (2 von 2)

erklappern

DWB

erklappern , was erklappen 1: doch mich weckt das donnergetöse der spritzenden räder, und des raschen gespanns dumpfig erklappernder huf Sal…

verklappern

DWB

verklappern , verb. durch klappern wegscheuchen, beschädigen. in dieser bedeutung bei Heinsius 4, 2, 1308 a aufgeführt, sonst nicht belegt. …