klappern ,
crepitare, blaterare. II.
Form und verwandtschaft. I@aa) klappern
ist iterativbildung zu klappen,
md. und nd. wie dieses, aber seit lange und jetzt wol allgemein auch hd.; die streng hd. form ist klaffern,
das aber selten ist, nur in der zweiten bed., wie klapfern, kläpfern
noch seltner nur in der ersten. I@bb)
in beiden bed. entspricht oberd. kläffeln,
mit umlaut, wie es neben klappern
auch kläppern
gibt, und mit l
für r,
wie auch mnd. clapplen
pulsare Dief. 472
c,
vgl.cleppelesch
loquax 336
b, klappeln
noch in einem nd. kinderspruche Simrock
kinderbuch nr. 331;
dem md. fehlt diese form mit l.
ablautend klippern.
[] I@cc)
schon in mhd. zeit erscheint das wort md., hessisch: die juden .. rîfen wider in und klaperten mit iren zenen.
myst. 35, 15,
knirschten. aber auch im Elsasz schon im 14.
jh.: si fielent alle kriuzewîs ûf die erde, daʒ eʒ klaperte. Closener 84;
und in Franken. swenn einer (
im turnier) velt, daʒ leber und lunge klappernt von sînes rosses sprunge.
Renner 14522.
diesz frühe auftreten im hd. musz aber eine entlehnung fraglich machen, zumal bei einem worte wo ein grund zur entlehnung nicht sichtbar ist; und wenn es jetzt auch schweiz. heiszt der storch chlapperet Rochholz
al. kinderlied 85,
so ist dabei entlehnung schwer denkbar; vgl. klapperl
m., klipperl klapperl
als schimpfwort in Tirol i. j. 1408 Fromm. 5, 371,
wo freilich die siechenklapper zu grunde liegt, bei der sich entlehnung denken liesze. Doch dürfte hier der merkwürdige fall vorliegen, wo die lautverschiebung ausblieb (Weinhold
alem. gr. s. 117. 118),
wenn es nicht eine nebenform mit andrer auslautstufe ist; für letzteres könnte ein schott. wort sprechen, glabber
schwatzen (
s. II, 2,
b),
doch vgl. e. dieselbe erscheinung zeigt das gut hd. kläppern,
das sicher dazu gehörende oberd. kläpper
gleich klaffer
hahnenkamm und das stammverwandte oberd. klampern,
auch klüppel
u. a. I@dd)
auch das einfache p
in mhd. klapern
vorhin, chlaperen Weigand 1, 589,
rhein. 15.
jh. zenklapern Dief. 246
c könnte bedeutung haben, vgl. henneb. klôpern
vor kälte zittern (
s. II, 1,
e) Reinw. 1, 81, klöpern
gleich kläppern (1,
c)
das. 80, klapen
sp. 976. I@ee)
eine abweichung der anlautstufe zeigt z. b. glapperdesche
unter klappertasche,
wie schott. glabber
vorhin, vgl. schwed. gläfs
unter klappe 6;
doch s. dazu klaffen
a. e. sp. 898. I@ff)
nur in der ersten bed. nl. klapperen,
entlehnt dän. klappre (
echt dän. knäbbre,
vgl. unter knappen). IIII.
Bedeutung und gebrauch. II@11)
Eigentlich. II@1@aa) klappern
ist ein fortgesetztes klappen,
besonders in rascher folge hintereinander, s. z. b. von der mühle sp. 960
b a. e.; der absatz klappt
auf dem boden bei einmaligem auftreten, im gehen aber klappert
er: stiefel, welche auf den steinen mit denen benagelten hölzernen absätzen klapperten.
avanturier 1, 193; klapperten die tritte. Göthe 2, 104; (Philine) die .. singend die treppe hinunter klapperte (
in pantoffeln). 18, 153,
klappernd gieng. man klappt
mit dem fusze auf den boden, fortgesetzt aber wird klappern
daraus: mit den voeszen klapperen ind mit den henden. Harff
pilgerf. 138, 19,
vergl. mit den henden klappen
sp. 960; hör, Franz, und klappre nicht dazu in ungeduld mit den füszen. Arnim
schaub. 1, 41.
das klipp klapp
der drescher (
sp. 957)
ist ein klappern: die dröscher klappern sonder rast. Voss
id. 5, 189.
eimer, teller klappen
bei einmaligem anstoszen, unter umständen aber klappern
sie: körbe knarren, eimer klappern (
bei der weinlese). Göthe 41, 249; die teller klappern Stieler 968,
bes. beim decken mittags; du hast in deinen ohren, glaube ich, die teller klappern hören. Arnim
schaub. 1, 11; gegen mittag, da bereits mit den tellern geklappert wurde.
Felsenb. 3, 230,
denn der deckende klappert mit den tellern. II@1@bb)
mit einer klapper: clatrare, clapperen.
voc. rerum (
md.). Dief. 125
c (
s. clatria
unter klapper),
altköln. Fromm. 2, 441
b; nicht leuten, aber klappern (
in der charwoche). Luther 5, 93
a unter kath. gebräuchen, s. sp. 887
unten. der storch klappert
mit dem schnabel, wie mit einer klapper (
daher klapperstorch):
glacorare ciconiarum, clappern Dief. 264
a,
crocolare 159
a,
nl. klepperen,
mhd. auch snateren
Wh. 375, 10,
ital. chioccare (
s. klocken). II@1@cc)
mühlen, webstühle klappern,
maschinen aller art, in werkstätten überhaupt gibt es vielerlei klappern: wenn meine mühle nicht klappert, kann ich nicht sonderlich hören. Arnim
schaub. 2, 94; es klappert im ganzen orte von webstühlen; die werke klappern nacht und tag, im tacte pocht der hämmer schlag. Schiller 68
a.
Daher das sprichwort klappern gehört zum handwerk,
auch in dem sinne: etwas groszthun gehört zum geschäfte, man musz ein wenig wesens von sich machen; vgl. klippern.
danach wol folg.: natur! natur! die herren klappern immer mit ihrer natur. Wieland
Abderiten (1781) 1, 300,
machen viel lärm damit, wie ein handwerker mit seinem werkzeuge. II@1@dd)
von den zähnen, die von furcht oder frost klappern:
frigutit, ohm (
ihm, md.) klappern di zehn. Trochus Q 3
b; eine nachtmusik, davon einem die zähne klappern und die nägel blau
[] werden. Schiller 135
a; mein innerstes mark gefror in mir und meine zähne klapperten laut. 138
a.
persönlich mit den zähnen klappern Rädlein 540
a (
nl. klappertanden): Miller .. wechselsweise vor wuth mit den zähnen knirschend und vor angst damit klappernd. Schiller 193
b.
aber auch vor zorn, wut, wie knirschen,
s. unter I,
c; auch stridere, frendere zenclappern, zanclappern,
stridor zene klappern Dief. 556
a,
nd tene clappern 555
c mag meist so gemeint sein. kühn für zähneklappernd sagen: wer lacht dahier? klapperte Trossel. Klinger 3, 157,
er klappert vor schreck, es gehört zugleich zum folgenden. II@1@ee) vor frost klappern,
auch vor angst,
wie schlottern,
mit den gliedern schlagen: und bin zwar erst haim kummen nechten beschlagen hinten und voren mit eiszapfen, schier gar erfroren, klapprent als hett ich an ein panzer. H. Sachs 1, 510
a; er friert dasz er klappert. Stieler 968; warum bist du auch zu der kälte gekommen? 'liebste mutter, sie wollten es ja', antwortet er ganz harmlos und klappert dabei an händen und füszen. Lessings
leben von seinem bruder 1, 74; das ärmliche bübchen! o wärmt mir das stübchen, es klappert, es friert. Göthe 4, 222 (1850 13, 261); Trossel klapperte vor furcht und angst. Klinger 3, 158.
auch schlottern
heiszt eig. klappern (schlötterlein
kinderklapper, vgl. unter klatzen).
das ist denn freilich starke übertreibung, man sieht die bewegung des klapperns (
vgl. i)
und glaubt nun wirklich auch das klappern
zu hören. II@1@ff)
ebenso von fleischlosen, '
knöchernen'
menschen: und die alten gliedmaszen klapperten, wann sie fortgieng, wie ein bortenwürkergestelle.
polit. col. 87; klappern hört man beinah in gerunzelter haut das gebein dir. Voss 1825 2, 136 (
d. bezaub. teufel 15).
da liegt zugleich der gedanke an das todtengerippe nahe: (
das 16.
jh.) wo man .. den tod unter der unform eines klappernden gerippes .. zu vergegenwärtigen wuszte. Göthe 25, 163,
s. klapperbein, klappermann 3. II@1@gg)
überhaupt klappert
das trockene, dürre, daher klapperdürre (
vgl. klapperig); trocknes brot klappert
im ranzen, im schranke, ein ausgetrocknetes fasz klappert; schon klappert zwischen dürrem laub der rauhe wind. Wieland 23, 55 (
Oberon 9, 27). II@1@hh)
auch das lockere, lose, das fest sein sollte, verrät sich durch klappern (
vgl.klappen
sp. 963
unten): ein klapperndes schlosz,
das nicht scharf schlieszt; die thüren (
der schränke) klappern, die schlösser sind schlecht verwahrt. Göthe 14, 277. du riegle die thüre fest ... 'und klapperte sie ein hundert jahr (
vom winde), ich riegelte sie nicht zu'. 47, 84;
ein lockeres hufeisen klappert: ain pferdseisen, so das ein reiter auf dem felde hört klappern, das es abfallen wil, erschrickt er.
rätsel bei Haupt 3, 31
nr. 35,
oberd. aus dem 16.
jh. II@1@ii)
da gesellt sich übrigens der begriff der bewegung hinzu, wie eben bei schlottern (
s. u. e): das fenster klappert hin und her
im winde, und so öfter. ferner klappern
gleich klappernd gehn u. ä. (
s. a): erst plumpten die schwereren (
steinstückeaus dem krater des Vesuvs) und hupften mit dumpfem getön an die kegelseite hinab, die geringeren klapperten hinterdrein. Göthe 28, 30,
fielen, rollten klappernd, noch klapperten die kleinen steine um uns herum. 28, 31. II@1@kk)
das subject des klapperns
ist wechselnd zwischen sache und person, wie die beispiele zeigen, sowol die nüsse klappern im sacke (
und selbst der sack klappert)
als auch der weihnachtsmann klappert mit den nüssen,
bewegt sie dasz sie klappern; die thaler klappern im beutel
und man klappert damit (
oder darin); kam L. D. herangesprungen und klapperte fröhlich mit den murmeln in der tasche. Smidt
Devrient-novellen 17.
natürlich auch mit sächlichem subj., das als person behandelt wird, s. vom winde
unter g: dazwischen noch manchmal eine kanonenkugel, die sich herüberverirrend in den überresten der ziegeldächer klapperte. Göthe 30, 73; der wind pfiff durch die zerbrochenen fenster und klapperte mit den losen dachziegeln. Bettine
tageb. 110.
oder mit es: nun dappelts und rappelts und klapperts im saal von bänken und stühlen und tischen. Göthe 1, 197; das drängt und stöszt, das ruscht und klappert. 12, 210; was ist drin? es klirrt und klappert (
im schnappsacke). Platen 250;
[] grausam, dasz er bei seinem reichthum nicht alle tage eine million in den kirchenkasten würfe dasz es recht klappere. Arnim
kronenw. 1, 219,
als kraftwort wie dasz es kracht. II@1@ll) an etwas klappern,
mit klappern daran thätig sein, tasten, hantieren: doch wer kommt denn noch so spät, klappert dort an schlosz und riegel? J. Fr. Kind
ged. von faulen arbeitern: wenn sie eine viertelstunde an ihren hauenstielen geklappert hatten,
ohne zum hauen zu kommen. Gotthelf 2, 42 (
Uli d. kn. cap. 5),
da tritt der begriff des kleinlich tändelnden hinzu, wie ähnlich in schweiz. täppelen, täpperen
langsam arbeiten Stalder 1, 266.
vgl.kläppern 3, verklappern. II@1@mm) klappern
im gegensatz zu klingen,
wie sonst klappen (
sp. 961
unten): die welt ist eine glocke die einen risz hat, sie klappert aber klingt nicht. Göthe 49, 65,
wie ein topf
mit einem risse auch. ebenso in dem sprichw., wo sonst klappen
steht: das alt klappert, das new klingelt. Frank
spr. 2, 18
a,
vgl. 7
a. das alte klappert, das newe klingt Lehmann
flor. 1, 13; das alte klappert, das junge klinget, das alte schleichet, das junge springet. Logau 3, 1, 84; ich hör es gern wenn auch die jugend plappert, das neue klingt, das alte klappert. Göthe 3, 248.
ein klappernder vers,
der schlechten rhythmus hat (
s.klappen
sp. 962): glaubst du es nicht, so versuchs! der italische wogende rhythmus wird jénseits des gebürgs klappernde monotonie. Platen 143 (2, 292). II@1@nn)
endlich auch klappern
knallen, klatschen, wie klappen 1,
a. so rhein. Kehrein 226,
und es musz nach klapperbüchse,
auch klapperrose, klappermohn, klapperblume
gleich klatschrose
md. und rhein. einst weiter gegolten haben. da jedoch hier eig. nicht von rasch auf einander folgenden schallen die rede ist, so tritt da klappern
ganz in klappen
zurück, mit aufgabe der iterativen bed., wie umgekehrt klappen
sp. 960
oft für das eig. klappern
eintritt. II@22)
Klappern, plappern, plaudern, klatschen. II@2@aa)
es ist an sich ganz denkbar als entlehnung vom vorigen klappern,
wie sie ebenso vorliegt bei klappen (6), kläpfen (5), kläffeln, klaffern, klaffen,
und man fühlte es als solche: der mund erzeugt die worte und klappert wie eine mühle. Butschky
Patmos 212; der mund ergeust die worte und klappert wie eine mühle (
beim gedankenlosen beten). Scriver
seelensch. 1721 307,
daher klappermühle
geradezu gleich plappermaul (
s. unter klapper 2
sp. 966);
erzeugt doch das schwatzen, schnattern, plappern
u. s. w. im ohre eine ähnlich ermüdende betäubende wirkung wie das klappern
einer mühle. so läszt umgekehrt Hugo v. Trimberg
die räder der mühle redend mit einander slappern
Renner 7887 (slabern Haupt 4, 512,
vgl. sp. 955).
wie nahe die entlehnung liegt, zeigt auch lat. crepare
klappern und plappern, gr. κρόταλον klapper, rassel und plappermaul; vgl. nl. ratel
rassel und starke stimme (
wie klepel
sp. 893
unten),
und dazu nl. ratelen,
nd. ratern, rætern, ræteln
rasseln und plappern. auch die siechenklapper hat diese entlehnung erfahren (
s.klapperbüchse 3)
und manches andere ähnliche, das grelle, unangenehme töne erzeugt, z. b. die peitsche (
s.klatschen 3);
die schwierigkeit ist nur, im bestimmten falle den bestimmten ursprung zu finden, weil das sprachgefühl leicht von einer anlehnung zur andern übergieng, s. z. b. bei klaffen 2
sp. 894,
wozu nachträglich bemerkt sei, dasz der mhd. gebrauch auch vom klaffen
klingeln der schellen entnommen sein kann, die mann und ross so vielfach an sich trugen. II@2@bb)
dennoch hat es gerade mit klappern
vielleicht eine andere bewandtnis, sodasz es erst nachträglich an klappern 1
angelehnt wäre; darauf deuten die spuren einer nebenform mit gl-
unter I,
e (
s. dort),
die besonders deutlich auftritt in schott. glabber, glebber
plappern (
und lallen),
auch glibber-glabber,
womit das md. glappern
in glapperdesche
genau stimmt. II@2@cc)
es ist hauptsächlich oberd., besonders alem., klappern
loqui Mones
anz. 5, 87
aus einer oberrhein. hs. des 15.
jh.; oft in der Donaueschinger passion: der mensch (
Jesus) der wil uns all betriegen mit sinem falschen clappern und liegen. Mone
schausp. d. m. 2, 223; din liegen muosz dir werden leit, das du im tempel hast geseit (
Christi prophezeiung), wir wend dich anders clappern leren. 270; kum tüfel, min clappern ist umb sus (
Judas von seinem verrat). 284,
vgl. 322. 333;
[] do (
in der kirche) ist ein klappern und ein schwätzen. Brant
narr. 44, 8; ein frow ist worden bald ein hätz (
elster), wann in sunst wol ist mit geschwätz (
sie thun es gar zu gern) ... dis klagt, die klappert, dise lügt, die richt usz als, das (
dasz es) stübt und flügt. 64, 25; vil schwetzen und klappern ist ein zeichen der narheit. Keisersberg
narrensch. 111
b; wenn man also bei den lüten (
in gesellschaft) ist, da fahet man an clappern .. und sagt von edel und unedel, von münch und pfaffen und von leien, so hat der das gethon und die hat das gethon ...
sünden des munds 30
a; die klappern in dem gottes hus. Murner
narrenb. d ij; habstu dalame klappert gnuog?
Joh. der täufer, trag. Bern 1549 R vj.
Auch wie klatschen
für ausplaudern, hinterreden, verläumden (
s.klaffen 2,
c): als mich bedünkt, so wär das klappern und eerabschneiden éin ding. Keisersberg
sünden d. m. 46
b,
er braucht auch verklappern
für verklaffen
verschwatzen; (
eine frau) die sich durch los klappern, schwetzen laszt gegen irem man verhetzen, die thut ir selbs in finger beiszen. Fischart
ehz. 69 (463
Sch.);
eliminare foras dicta, ausz der schuol schwetzen, anderswo hin klapperen. Frisius 411
b,
zugleich trans., wie nachher bei H. Sachs.
Mit klaffen
verbunden: der Fröwler sprach 'thu vermiden din clappern und din claffen'. J. Lenz
Schwabenkrieg 117
b; Maaler 244
b erklärt klaffen
mit klapperen, liegen und verschwätzen,
so geläufig ist es ihm. Seltener, wie es scheint, fränkisch, bairisch: erst fieng sie an ein sölches schnadern, ein schwatzen, klappern und ein dadern. H. Sachs 1, 520
a; die alles klappern das sie wissen. 3, 2, 171
b,
trans., ausplaudern; mit ewern seelmessen, vigilien .. fasten und klappern. Carlstadt
vom stand der christgl. seelen b ij
a; als er (
Eck) das hört, welch ein geruf und klappern ward von im gehört!
ders. bei Luther 1, 148
b; wie die gäns gern im haberstro schnateren und tateren .. also thun die volle zapfen (
trinker) nichts anders als schwätzen, klapperen, schnaderen, tateren, juchzen und schreien. Albertinus
narrenhatz Augsb. 1617
s. 225; klapperen
blaterare Megiser
dict. Gräz 1592 H 3
a.
Die östr. bair. wbb. von heute aber führen es nicht an, nur Schöpf
aus Tirol; doch schweiz. ist es noch in geltung (
auch ausklappern, verklappern, ab-
oder erklappern),
wol auch schwäb., denn Wieland
braucht es: der schmucke städter wird ein bauer, klappert nun von nichts als äckern und rebeland.
Horaz 1, 144.
auch fränkisch noch, in Henneberg hurtig und eintönig reden. Fromm. 2, 464,
wahrscheinlich also mit bewuszter anlehnung an die klappermühle.
die Schweizer haben dazu ein hübsches dem. kläpperlen,
s. dort. II@2@dd)
mitteldeutsch dagegen erscheint es selten, obwol es die md. wbb., Stieler, Rädlein, Steinbach
noch aufführen. Luther
z. b. scheint es nicht zu brauchen, doch spricht er einmal vom vaterunser, das on alle andacht zuplappert (
zerplappert) und zuklappert
werde in aller welt 6, 310
a,
das reimende plappern,
das md. heimisch ist, zog es leicht nach sich; die jungfräulein, welche fast beinern sein und gerne klappern, wie denn manche sich mit einem wörtlein verschnappet, das man ihr herz auslernet. Mathesius
Syrach 2, 5
b,
nach dem beinern
denkt er wol zugleich an das eigentliche klappern. Rollenhagen
braucht es einmal, von weibern und gänsen zugleich (
s. e),
die kackeln, quackeln, klappern und lallen.
froschm. A 5
b;
vgl.klappersucht.
Doch findet es sich noch z. b. in Thüringen in ausklappern
verschwatzen, aus der schule schwatzen, sag dem nichts, er klappert alles aus (
Arnstadt).
vom Mittelrhein gibt es Kehrein
aus Nassau, es mag also auch hessisch sein. Dagegen fehlt es, wie es scheint, nd. ganz, auch nl.; doch einmal bei Rist
mit merkwürdiger rom. endung, in einer komödie: wenn dar de studiosen stahn und mit den schnuten klappereeren ut eenem groten langen book.
weim. jahrb. 6, 380,
vgl. klapperern.
aber älter engl. claper
to chatter Halliwell 252
a. II@2@ee)
von vögeln: cornicari, wie ein kräy klapperen. Frisius 334
b,
vgl. von gänsen Albertinus
und Rollenhagen
vorhin; die thierheit schnattert und klappert. Tieck
ges. nov. 1, 180.
vgl. unter kläppen,
auch unter kläppern 2.