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besichtigen

mnd. bis spez. · 10 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Pfeifer_etym
Anchors
10 in 10 Wb.
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Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)

besichtigen

besichtigen

Sicht f. ‘Fähigkeit zu sehen, Sehweite, Ausblick’, auch ‘Betrachtungsweise’, ahd. (9. Jh.), mhd. siht ‘das Sehen, Ansehen, Anblick’, mnd. mnl. sicht, nl. zicht, aengl. -siht, sihþ, engl. sight sind westgerm. Abstraktbildungen (germ. *sihwti-) zu dem unter sehen (s. d.) behandelten Verb. Als Übersetzung von ital. a vista begegnen in der mnd. Handelssprache der Hanse Wendungen wie na gesichtes myns weselbreyffs (‘nach Vorlage meines Wechsels’) betalen (15. Jh.), (Wechsel) up sichtt (bezahlen), 8 dage nae sichtte der handtt schryfft (16. Jh.), dann auch im Hd. nach Sicht des Wechselbrieffs (16. Jh.). Daraus entwickelt sich im 17. Jh. die Bedeutung ‘Laufzeit (eines Wechsels)’, und es entsteht formelhaftes auf lange, auf kurze Sicht ‘für lange, für kurze Zeit’ (17. Jh.). In der Seemannssprache gilt mnd. sicht m. für ‘Sehweite’; es geht in diesem Sinne im 19. Jh. in die Literatursprache ein, vgl. in, außer, ohne Sicht (ohne erkennbares Genus, aber als Fem. aufgefaßt). S. Gesicht; für -sicht in Abstraktbildungen zu Verbalkomposita (An-, Aufsicht usw.) s. sehen. – sichtbar Adj. ‘was zu sehen ist’ (16. Jh.). sichtig Adj. ‘hell, klar’ vom Wetter (um 1800 aus der nd. Seemannssprache); vgl. ahd. gisihtīg (um 1000), mhd. sihtec, sihtic, nhd. (bis ins 17. Jh.) sichtig ‘sichtbar, wahrnehmbar, deutlich’; heute nur noch in Zusammensetzungen wie durchsichtig Adj. ‘so beschaffen, daß man hindurchsehen kann’, übertragen ‘zart, blaß, leicht durchschaubar’, ahd. thuruhsihtīg (um 1000), mhd. durchsihtec; kurzsichtig Adj. ‘Sehschärfe nur für die Nähe besitzend, nicht vorausdenkend’ (18. Jh.); umsichtig Adj. ‘bedachtsam, überlegt’, mhd. umbesihtic; weitsichtig Adj. ‘weit sichtbar, weitblickend’ (16. Jh.), ‘Sehschärfe nur für die Ferne besitzend’ (18. Jh.). sichtlich Adj. ‘offenkundig, deutlich’, mhd. sihtlich ‘was gesehen werden kann, sichtbar, leibhaftig’. 1sichten Vb. ‘erblicken’ (19. Jh.), Übernahme aus der nd. Seemannssprache. besichtigen Vb. ‘in Augenschein nehmen, genau ansehen’ (15. Jh.), älter besichten (Anfang 15. Jh.); Besichtigung f. ‘das genaue Ansehen, Inspizieren’ (15. Jh.).
2100 Zeichen · 84 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    besichtigensw. V.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +1 Parallelbeleg

    besichtigen , sw. V. nhd. besichtigen, sehen, erblicken, prüfend beschauen, untersuchen Hw.: s. besichten (2) E.: s. bes…

  2. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Besichtigen

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Besichtigen , verb. reg. act. in Augenschein nehmen, feyerlich oder mit Sorgfalt besehen. Eine streitige Grenze, einen E…

  3. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    besichtigen

    Goethe-Wörterbuch

    besichtigen a etw in amtl Funktion, in offiziellem Auftrag in Augenschein nehmen, sachkundig prüfen, inspizieren; als Or…

  4. modern
    Dialekt
    besichtigen

    Mecklenburgisches Wb.

    besichtigen in Augenschein nehmen: dat is besichtigt un beseihn Ro Bart . Mnd. besichtigen.

  5. Spezial
    besichtigen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    be|sich|ti|gen vb.tr. 1 jí a odëi 2 (prüfen) ejaminé (-nëia) 3 (inspizieren) ispezioné (-nëia) 4 (ansehen, aufsuchen) vi…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit besichtigen

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Zerlegung von besichtigen 2 Komponenten

besicht+igen

besichtigen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

besichtigen‑ als Erstglied (1 von 1)