nicht Negationswort1) - Die Standardform ist in etwa 70 000 Belegen überliefert; vereinzelt in Zusammenschr mit -wahr, -mehr, gar- wo-. Die mundartl (oberdt, auch rheinfränkisch-frankf) Form ‘nit’ ist nur etwa 65 mal belegt, vereinzelt in Goethes persönlichem Sprachgebrauch (Briefe, Gespräche), überwiegend jedoch (auch neben ‘nich(t)’) in der Figurenrede (bes niederer sozialer Gruppen) in frühen Dramen(-Fassungen) wie ‘Götz’(1771, 1773), ‘Jahrmarktsfest zu Plundersweilern’ (1774), ‘Urfaust’ (1775), ‘Claudine von Villa Bella’ (1775) bzw in (alemannischen) Volksliedern. - Selten kommt ‘nich’ vor, dabei überwiegend verschrieben, vereinzelt als Indiz mündlichen, einmal das Jiddische nachahmenden (GWB37,60,5
) Sprachgebrauchs.2) A
Negationspartikel 1
eine Aussage verneinend a
in einfacher Verneinung α
mBez auf Sätze u Satzglieder [
Franz zu Weislingen:] wir trauen dem Götz
n. GWB13
1,226,10 Götz
3 II 5 Bedeutende Dubletten habe ich
n. zum Austausch anzubieten; wäre aber die Medaille von Bovy in Silber angenehm, so könnte ich damit dienen GWBB43,45,21 Zelter 1.9.27 [
Kroate zum Kapuziner:] Bleib da, Pfäfflein, fürcht' dich nit GWB40,23,11 EröffnWeimTheat [
Sickingen:] Man freit
n. besser und schneller als zu Zeiten des Kriegs und der Gefahr GWB13
1,265,11 Götz
3 III 8 [
mBez auf das Porträt des frz Marschalls JLannes (1769-1809), 1810] ein schlanker, wohlgebauter, wohlgebildeter Krieger,
n. mehr geschmückt als nöthig ist, um ihn..als Befehlshaber zu bezeichnen GWB49
1,396,19 Üb:Gérard,Collect des portraits hist B44,178,10 August [10.7.28] 2,167 Bilde, Künstler 1 AA43,8 Werth I B45,63,1 Stieler 20.11.28 3,57 Freibeuter 11
uö speziell in Wdgn wie ‘n. umhinkönnen’, ‘n. anders können, wissen, denken als..’ uä Wilhelm konnte
n. umhin, das Theater zu besteigen, die Actricen in der Nähe zu besehen GWB21,139,27 Lj II 3 [
mBez auf Johannes vHildesheims ‘Heilige drei Könige’ in GSchwabs Übersetzung] stellenweise verglich ich sie mit dem Original und konnte die Behandlung
n. anders als billigen GWBB34,277,10 Boisserée 7.6.21 man wußte
n. anders als daß ich diesem Kreise angehöre GWB28,28,25 DuW 11 Eduard..glaubte
n. anders als daß er ihren [
Charlottes] entschiedenen Wünschen entgegen komme GWB20,355,17 Wv II 13 26,305,23 DuW 5 52,197,14 ThS VI 1
uö speziell in elliptischen bzw satzäquivalenten Konstruktionen; mehrf ‘wo/wenn n.’ für einen verneinten Konditionalsatz; vereinzelt ‘warum (denn) n.?’ auch als (vorsichtige) Bejahung, Zustimmung Aufrichtig zu sein kann ich versprechen, unparteiisch zu sein aber
n. GWB42
2,129,17 MuR(184) [
Doctor:] Wie gefällt Ihnen das Drama? Amtmann.. [
antwortend:]
N.! Sind doch immer Scandala GWB16,30 JahrmPlund
2 456 [
mBez auf Goethes Italienreise]
N. daß mirs in irgend einem Sinne übel gegangen wäre..aber die erste Blüte der Neigung und Neugierde ist abgefallen GWBB9,197,23 CarlAug 2./3.4.90 Ich erkundige mich ob meine Geliebte in die Gesellschafft geht? Wonicht, so komme ich gegen sieben GWBB7,175,2 ChStein 3.2.86 [
Valentin zum gegen ihn fechtenden Mephisto:] Parire den! [
Mephisto antwortend:] Warum denn
n.? GWB14,188 Faust I 3708 B44,247,8 August 7.8.28 B28,263,16 JGLenz 26.9.17 33,84,21 Camp 53,566 Faust I Plp 42
2,116,16 MuR(79)
uö in Ausdrucksstellung; überwiegend in gebundener Sprache [
Faust, mBez auf die Gottheit:]
N. darf ich dir zu gleichen mich vermessen! GWB14,37 Faust I 623 Ohne Umschweife|Begreife,|Was dich mit der Welt entzweit;|
N. will sie Gemüth, will Höflichkeit GWB2,249 Sprichw 581
N. mißbilligen können wir nun, wenn dieser [
der Sachwalter der frz Schauspieler in Berlin]..rügt, womit man vor einigen Jahren in Deutschland Molièren verletzte GWB40,131,3 FrzSchausp Bln 12,310 Feradeddin 12 14,307 Faust I Plp 37
uö im Wortspiel mit ‘nichts’ [
Charlotte:] doch ist es in manchen Fällen..nothwendig und freundlich, lieber nichts zu schreiben, als
n. zu schreiben GWB20,13,20 Wv I 1 Das radicale Übel: daß jeder gern sein möchte, was er sein könnte, und die Übrigen nichts, ja
n. wären GWB42
2,219,17 MuR(863) [
mBez auf Lavaters Religiosität] Es ist hier nicht die Rede vom Ausschließen, als wenn das Andre
n. oder nichts wäre, es ist die Rede vom Hinausschließen, hinaus wo die Hündlein sind, die von des Herren Tische mit Brosamen genährt werden GWBB6,37,16 Lavater 9.8.82 39,152,16 Götz
1 V
uö(selten) β
als Bestandteil negierender (getrennt-mehrteiliger) koordinierender (bisweilen subordinierender) Funktionswörter: ‘n. ..n.’, ‘n. ..noch’, ‘n. sowohl..als (auch)’ als kopulative Konjunktion iSv weder..noch hab ich es [
Schillers ‘Wallenstein’] in zwanzig Jahren
n. gesehen und
n. gelesen [
n. gesehen noch gelesen
K] GWBB44,139,18 Carlyle 15.6.28 [
Mephisto zu Faust:] Bist du bereit? —|
N. Schlösser sind,
n. Riegel wegzuschieben,|Von Einsamkeiten wirst umhergetrieben GWB15
1,70 Faust II 6225 Sage mir ein weiser Mann,|Was das Mick-Mack heißen kann?|Solch zweideutig Achseltragen|Nutzen wird's
n., noch behagen GWB3,326 ZXen V 1334 Willst du dich als Dichter beweisen,|Mußt du
n. Helden noch Hirten preisen GWBB35,140,2 Zelter 14.10.21 13
1,270,9 Götz
3 III 10 8,125,13f Götz
2 IV~13
1,315,12f Götz
3 IV 21 B44,260,19 Zelter 9.8.28 B41,139,6 MineralCompt 3.9.26 K T1,255,22 v 3.10.86
uö ‘n. (etwa, allein, nur)..sondern (sogar, auch, zugleich,)’, ‘n. sowohl..sondern (vielmehr)’, ‘n. sowohl..als vielmehr’ uä Terra di Lavoro (
n. das Land der Arbeit, sondern das Land des Ackerbaues) GWB31,261,25 ItR [
mBez auf die geringe Wertschätzung Friedrichs II vPreußen durch habsburgisch gesinnte Familienmitglieder] ein..schnödes Unrecht geschah dem einzigen..Manne, der täglich bewies und darthat was er vermöge; und dieß
n. etwa vom Pöbel, sondern von vorzüglichen Männern, wofür ich doch meinen Großvater und meine Oheime zu halten hatte GWB26,72,26 DuW 2 [
mBez auf das Buch der Betrachtungen] es widmet sich
n. allein der Klugheit..sondern es wird zugleich auf jene Puncte geführt, wo die..Probleme des Erde-Lebens..uns nöthigen..einer Vorsehung..die Kniee zu beugen und unbedingte Ergebung als höchstes politisch-sittlich-religioses Gesetz auszusprechen GWB7,138,11 DivNot KünftDiv Wie sehr bin ich Ihnen..den aufrichtigsten Dank schuldig, da Sie mir in Ihrem Hause, an Ihrer Vorsorge, Thätigkeit und Langmuth,
n. sowohl ein Bild desjenigen gaben, was ich verloren hatte, sondern es meinem Gefühl vollkommen ersetzten GWBB25,124,12 MSchlosser 30.12.14 [
mBez auf Wieland] er fühlte den Platonischen Geist in sich weben, er fühlte, daß er dessen bedurfte..und dieses um so eher, als er
n. sowohl dichterische Schattenbilder hervorrufen, sondern vielmehr wirklichen Wesen einen sittlichen Einfluß zu verschaffen hoffte GWB36,320,14 Zu brüderlAndenkWielands 1813 27,27,8 DuW 8 16,519,5 Epimen Promem 27,217,15 DuW 6 N9,243,10 GebirgsGestaltg [1824]
uö ‘n. weniger’, seltener ‘n. minder’ in kopulativer Funktion iSv desgleichen, auch, ebenso Ein zweijähriger Knabe hatte die Geburtstagsfeier begriffen, an der seinigen die bescherten Gaben..sich zugeeignet,
n. weniger dem Bruder die seinigen bei gleichem Feste gegönnt GWB42
2,145,12 MuR(277) Das Einpacken der Schillerischen Briefe
n. weniger der dazu gehörigen Expeditionen weiter besorgt GWBT11,10,15 v 21.1.27 ersuche..mir nachgemeldetes Werk: Organographie végétale..baldigst zu verschaffen,
n. weniger: Encyclopédie portative, die Theile von Anatomie und Physiologie GWBB44,95,20 Jügel 15.5.28 K ich..nicht verfehlen werde, eine Bilance von den vorgenommenen Straßen-Bau..
n. minder anderweites Verzeichniß von denen Land Straßen und Brücken die..in Stand zu sezen und..neu zu bauen seyn möchte..vorzulegen GWBB7,357,16 CarlAug [25.]4.79 K 26,55,27 DuW 1 B44,253,16 Jügel [7.]8.28 K T8,29,16 v 17.3.21 B37,129,25 FChFikentscher 13.7.23
uö ‘wo n. ..doch (wenigstens)’ als konzessive Subjunktion [
mBez auf Behrisch] wir versicherten, daß man ihn nach seinem Äußeren wo
n. für einen französischen Tanzmeister, doch wenigstens für den akademischen Sprachmeister ansehen müsse GWB27,135,9 DuW 7 war es grauerlich, in Feindesland, nach solchen Ereignissen [
Kanonade von Valmy] vereinzelt, aufgegeben, wo
n. zu sein doch für den Augenblick zu scheinen GWB33,95,8 Camp wie sehr wünsche ich mir..so viel Raum und Ruhe um die angefangnen Arbeiten..wo
n. sämmtlich doch zum Theil vollendet zu liefern GWBB7,236,13 Bertuch u Göschen [Ende Juni 86] Ich schicke Ihnen Erdbeeren wo
n. in meinem Garten doch in unsrer Gegend gewachsen GWBB3,232,7 ChStein 17.6.78 26,33,15 DuW 1 B12,182,13 Schiller 5.7.97 33,45,4 Camp B12,307,16 Christiane 23.9.97
uö b
in modifizierter Verneinung; in Vbdg mit versch (bes verstärkenden od abmildernden) Sprachmitteln; auch in elliptischen u satzäquivalenten Konstruktionen α
in phraseologischen Wdgn wie ‘ums Leben n.’, ‘beim/bei jds Leben n.’, ‘n. um die ganze Welt’, ‘n. (um) ein Haar, Jota’ [
Narr, mBez auf die Hexe:] das Weiblein wandte sich ein wenig und winkt mir..und wie sie winkt hätt' ich ums Leben
n. mögen zurück bleiben GWB13
2,286,37 Götz
3 Plp [
Alcest zum Wirt:] sagen Sie mir's doch — Wirth [
ablehnend:]
N. um die ganze Welt! GWBDjG
31,399 Mitsch
2 682~DjG
31,333 Mitsch
1 330~9,86 Mitsch
3 650 bemerken, daß der sogenannte Lazarone
n. um ein Haar unthätiger ist als alle übrigen Classen GWB31,262,10 ItR Beste Freundin, versetzte Wilhelm, ich kann auch hier
n. ein Jota nachgeben GWB22,91,12 Lj IV 16 B29,8,18 ABrentano 16.1.18 39,317 Urfaust Kerker 80 30,226,17 ItR Gespr(He1,474) CHerder 23.4.89
uö β
mit Abtönungs-, Grad- u Steigerungspartikeln3) bzw adverbialen Fügungen wie ‘(ganz und) gar n.’, ‘n. einmal’, ‘n. ganz/eben/gerade’, ‘auch/doch/wohl/nur n.’, ‘n. im geringsten/mindesten’, ‘gewiß/durchaus/überhaupt/wahrlich/ja n.’ ua, öfter auch mit temp Akzent ‘n. mehr/schon’ od ‘noch n.’ (s auch Pkt A1aβ) [
Mana, mBez auf ein Lied:] Es gefällt mir ganz und gar
n. GWB17,26,5 TriumphEmpfindsamk II [
Camille:] den Pedro möcht' ich nit einmal. Es ist ein langweiliger träumiger Mensch GWB38,128,15 Claud
1 [
betr mögliche Pflanzensendung nach Darmstadt] dort..man sich einzurichten nur erst anfängt, deshalben auch gar manche
n. eben rare Pflanze willkommen seyn möchte GWBB39,133,11 CarlAug 9.3.25 K [
mBez auf die Ausg letzter Hand] Das Neue, bisher noch
n. Gedruckte sey Ihnen besonders empfohlen GWBB44,137,3 Carlyle 15.6.28 [
mBez auf einen literar Text] Die Erfindung ist
n. im geringsten lobenswürdig GWB21,50,23 Lj I 10 42
2,184,14 MuR(621) B44,289,4 Zelter 26.8.28 5
1,258 Xen 365(854) 13
2,302,30 Götz
3 V 2 Plp 6,217,8 Vs 8 DivSchenk
uö γ
in doppelter, dabei pleonastischer (auch verstärkender) Negation4): neben anderen Negationswörtern wie ‘kein, niemals’ Kein Gebratenes brauch ich dießmal
n., ich habe dessen mehr als ich verzehren kann GWBB28,319,17 August 2.12.17 Was ist Weißes dort am grünen Walde?..|Ist kein Schnee
n., es sind keine Schwäne,|'s ist der Glanz der Zelten Asan Aga GWB2,49 Klaggesang AsanAga 5 [
betr Mitgliedsurkunden der Naturforschenden Gesellschaft] Was die äußre Form der Diplome betrifft; so hat das alte Siegel mit den drey Kronen niemals
n. gefallen wollen GWBA(FfA I 27,529,27) Votum [etwa Aug 06] 38,78,3 ErwElm
1 B20,328,27 Christiane 9.5.09 B25,38,9 Christiane 21.9.14
uö neben der Konjunktion ‘weder..noch’ [
mBez auf KLeybolds Federzeichnung ‘Charon’, 1825] das..setzte gleich bey'm ersten Anblick in Erstaunen und man hört noch nicht auf es zu bewundern..Dergleichen war weder überhaupt, noch besonders von unserer Zeit
n. zu erwarten GWBB40,4,18 Zelter 5.8.25 25
1,247,5 Wj III 13
uö(selten) in von Verben u Vbdgn des Verbietens, Unterlassens, Leugnens, Fürchtens oä abhängigen Nebensätzen bzw Infinitivkonstruktionen er [
Werther]..dem Diener verbot, des andern Morgens
n. in's Zimmer zu kommen, bis er ihn rufte GWBAA131,24 Werth
1 II [
Susanne, mBez auf ihre pietistische Umgebung:] ob wir gleich uns sehr hüteten
n. zu lügen und im groben Sinne falsch zu sein, so waren wir es doch im zartern GWB25
1,236,28 Wj III 13 wir mussten durch den Moor und Moos..wo wir doch oft unsere Pferde führen mussten aus Furcht
n. einzusinken GWBB4,76,26 ChStein 9.10.79 wer wird läugnen, daß unter ihnen [
Staatsbeamten]
n. wenigstens einige wohldenkende und tüchtige Männer sich befinden GWB18,107,4 Unterhaltungen B5,198,24 ChStein 1.10.81 B3,139,15 ChStein 6.3.77 B10,82,15 AnnaAm 22.6.93 B44,116,19 Eißl 4.6.[28] K
uö(selten) in von dem verneinten (litotischen) Hauptsatz ‘es kann n. fehlen, daß..’ abhängigen Nebensatzkonstruktionen Es kann
n. fehlen, daß
n. durch solche Beobachtungen [
Sömmerrings ‘Über die körperliche Verschiedenheit des Mohren vom Europäer’, 1784] die Naturlehre täglich mehr zunimmt GWBB7,21,7 Sömmerring 6.3.85 es kann
n. fehlen, daß der Morpholog bey seinen allgemeinen Arbeiten
n. etwas bringen sollte, das dem Semiotiker in seinem beschränkteren Kreise angenehm und nützlich wäre GWBN12,244 Morph Plp B10,6,10 Jacobi 18.8.92
uö(selten) c
iSv kein; bei (prädikativ verwendeten) Subst ohne Artikel bzw mit Zahlwörtern5) [
gefesselte Liebe:] Was ich fühle, sind
n. Qualen,|Was ich leide, ist
n. Schmerz GWB16,362 Epimen 565f vielleicht komme ich gegen Mittag gelaufen, sonst habe ich
n. Hoffnung dich zu sehen GWBB7,189,2 ChStein 4.3.86 da sich unsere Stadt nach allen Seiten ausdehnen kann, so haben wir
n. Ursache, vor dem Erfurter Thore..eine völlig von Häusern zusammenhangende Straße zu wünschen GWBA(53,259,13) Promem 7.2.98 [
Götz zu Elisabeth, mBez auf Lebensmittel- u Munitionsvorräte:] Wir hatten
n. Zeit uns zu versehen GWB8,110,7 Götz
2 III [
mBez auf Lottes Mutter] diese Frau mußte in der Blüthe ihrer Jahre dahin, da ihr jüngster Sohn
n. sechs Monathe alt war GWBAA68,20 Werth
1 I~Werth
2 B1,104,27 Behrisch [7. od 9.10.67] B11,29,21 Schiller 13.2.96 39,107,12 Götz
1 III~8,106,25 Götz
2 III
uö d
iSv nie, niemals, zu keinem Zeitpunkt [
Honorius:] Auch ich..war
n. frömmer als jetzt eben GWB18,334,4 Nov war ich..bey ihm [
Graf von C.] zu Tafel, eben an dem Tage, da Abends die noble Gesellschaft von Herrn und Frauen bey ihm zusammen kommt, an die ich
n. [nie GWBWerth
1] gedacht habe GWBAA81,16 Werth
2 II sagte Herr Johannes im Scherze zu Matthäus: er solle ihm auf immer aus den Augen gehen; aber aus diesem Scherz ward Ernst, denn er sah ihn nachher
n. wieder GWB43,242,15 Cell II 5 18,336,28 Nov AA51,3 Werth
1 I [nie GWBWerth
2]
uö mehrf in (die Negation verstärkenden) phraseologischen Wdgn wie ‘in jds Leben n.’, ‘jds (Leb-)Tag(e) n.’ [
Friederike, mBez auf eine Jagdflinte:] Sie wird in meinem Leben
n. wieder rein GWB18,43,21 Aufgeregten II 5 [
Gretchen:] So was hab' ich mein' Tage
n. gesehn!|Ein Schmuck! Mit dem könnt' eine Edelfrau|Am höchsten Feiertage gehen GWB14,137 Faust I 2791~39,261 Urfaust 643 Ich sagte die wunderlichsten Dinge, die sie [
Kupplerin] ihr Lebtag
n. gehört haben mochte GWB19,214,18 BrSchweiz I 38,39,6 AnekdoteWerth
uö e
iSv niemand Lassen Sie..den Brief
n. sehen als Wedeln GWBB3,10,8 CarlAug 24.12.75
uö(selten) f
iSv nirgends Liebste ich habe..bemerckt..dass ich
n. lieber seyn mag als bey Ihnen GWBB3,236,16 ChStein 3.8.78
uö(selten) g
iSv nichts (möglicherweise nur als Folge flüchtigen Schreibens anzusehen) Ich habe so viel zu thun, daß ich
n. sagen kann als, ich bitte sich zu beruhigen GWBB4,175,2 Krafft 10.2.80 Einiges erfreuliche ist mir hier vorgekommen, obgleich
n. was sich unmittelbar auf unsere Wünsche bezieht GWBB19,334,19 Meyer 22.5.07 AA68,25 Werth
1 I~Werth
2 uö(selten) 2
in doppelter Verneinung: die Negation einer Aussage aufhebend a
bei Verneinung der (beiden) Teilsätze eines Satzgefüges [
Mephisto zu Homunculus:] Wenn du
n. irrst, kommst du
n. zu Verstand! GWB15
1,146 Faust II 7847 Keinen Wein hab' ich getrunken,|Den mein Mädchen
n. gereicht GWB4,92 An Venus 7 Ehe ich
n. weiß, wen der Concertmeister zu den Rollen der Hexen von den Schauspielern ausliest, kann ich das übrige Stück
n. vertheilen GWBB11,195,12 Kirms 13.9.96 [
Kohl zu den Bauern, mBez auf Götz:] Bewacht ihn! daß niemand mit ihm rede, was ihr
n. hören könnt GWB13
1,329,18 Götz
3 V 2 Es ist nichts in der Haut|Was
n. im Knochen ist GWB3,119 Typus 2 B3,17,16 Herder [15.1.76] B26,259,24 Preen 12.2.16 B21,367,11 Christiane 1.8.10 8,123,20 Götz
2 IV~13
1,313,18 Götz
3 IV 21 39,82,10 Götz
1 III~8,81,2 Götz
2 uö b
in Litotes6): in Vbdgn wie ‘n. (ganz) ohne’, in Vbdgn mit (durch Präfixe wie miß- bzw un-) semantisch negativen Adjektiven wie ‘n. wenig/gering/übel’ bzw ‘n. unbekannt, mißfällig’ od Substantiven wie ‘n. mit Unrecht’ N. ohne die größte Zufriedenheit bemerke ich wenn Männer, welche die Welt kennen und Verdienste zu schätzen wissen, mit lebhafter Achtung von unserm Fürsten sprechen GWBB15,86,8 Frege 21.7.00 [
Mephisto, singend:] Es war einmal ein König|Der hett einen grosen Floh|Den liebt er gar nit wenig|Als wie sein eignen Sohn GWB39,244 Urfaust AuerbKeller 102 [
mBez auf den Opernsänger KStromeyer] Nun..soll sein gegenwärtig geforderter Urlaub noch fürs vorige Jahr gelten, wodurch er
n. undeutlich zu verstehen giebt daß er noch einen zweyten in diesem Jahre sich vorbehalte GWBB22,280,19 CarlAug 18.2.12 Eine frische Ausgabe meiner Werke, die ich so eben vorbereite, wird manches Neue bringen. Möge sie Ihnen
n. mißfällig seyn GWBB25,159,20 Schelling 16.1.15 Man gibt
n. mit Unrecht großen Städten deßhalb den Vorzug, weil sie so vieles Nothwendiges versammeln und einem jeden die Auswahl für sein Bedürfniß oder seine Liebhaberei überlassen GWB42
2,15,16 EröffnRede Freitagsges 9.9.91 20,169,23 Wv I 16 36,32,24 TuJ 1808 13
2,313,13 Götz
3 III 4 Plp 43,289,10 Cell II 8 B41,111,18 Huber [etwa 3.8.26] K
uö 3
eine Aussage affirmierend7): in auf einen Komparativ folgenden Vergleichssätzen; veraltend [
Guilbert zu Marie:] Wir schweben diesen Augenblick in einer größern Gefahr, als ihr alle
n. seht GWB11,85,11 Clav III [
Leonore zu Antonio, mBez auf Tasso u die Frauengunst:] leichter wäre sie dir zu entbehren,|Als sie es jenem guten Mann
n. ist GWB10,188 Tasso 2061 die Wurmgestalt eines sich vom Flecke bewegenden [
Infusionstierchens] war viel größer und deutlicher, als ich sie die vorigen Male
n. bemerkt hatte GWBN7,302 InfusTiere ich habe..gefunden: daß Mißverständnisse und Trägheit vielleicht mehr Irrungen in der Welt machen, als List und Bosheit
n. thun GWBAA4,15 Werth
1 I 43,248,10 Cell II 5 N6,94,7 MetamPfl 123 B4,190,4 Lavater 6.3.80
uö B
Abtönungspartikel 1
in eine Bejahung erwartenden, sich der Zustimmung zu einem Sachverhalt vergewissernden bzw eine Bestätigung antizipierenden (rhetorischen) Entscheidungsfragen; gelegentlich durch Abtönungs-, Grad- u Steigerungspartikeln3) modifiziert [
Olearius zum Abt:] Belieben Ihro Hochwürden
n. eine kleine Promenade in den Garten zu machen? [Belieben Ihro Hochwürden eine kleine Promenade..zu machen? GWB39,40,21 Götz
1] GWB8,42,6 Götz
2 I [
Faust zu Gretchen:] Der Allumfasser,|Der Allerhalter,|Faßt und erhält er
n.|Dich, mich, sich selbst? GWB14,173 Faust I 3440 Die arme Leonore!..bin ich ganz unschuldig? Hab ich
n. ihre Empfindungen genährt? GWBAA3,13 Werth
1 I~Werth
2 [
Fuhrmann zum Bauern, mBez auf Weislingen:] Dafür war auch 's Trinckgeld gut. Gab er nit jedem drey Albus? GWB39,4,26 Götz
1 I [
Apfelbaum, mBez auf die Efeuranke:] Hab' ich
n. selbst sie genährt, und sanft sie herauf mir erzogen? GWB1,289 Amyntas 25 39,126,16 Götz
1 IV~8,124,12 Götz
2 IV~13
1,314,10 Götz
3 IV 21 4,141 Warum stehen sie davor 2 AA142,2 Werth
1 II Ossian~Werth
2 43,363,17 Cell II 13 11,162,19 Stella III
uö in Briefen häufig in bittenden bzw empfehlenden Formulierungen Wissen Sie
n. irgendwo eine Sängerin mit der man Ehre einlegen könnte? GWBB9,263,13 Reichardt 30.5.91 [
mBez auf Prz Augusts Märchen ‘Princesse perruche’] Sollte man
n. aus diesem Product..einen interessanten Beytrag zu den Horen machen können? GWBB11,161,23 Schiller 16.8.96 Könnten Sie
n. eine Gypsform über die schöne Münze machen, welche der Beichtvater der Königinn [
der bei Maria Carolina vNeapel tätige ABGürtler (1726-1791)] besitzt, und mir solche zuschicken GWBB9,74,13 Meyer [27.2.89 Korr SchrGG32,27] Wollten Sie
n. die Gefälligkeit haben, mir zu sagen, wie ich Miß Dawe eine Artigkeit erzeigen könnte GWBB33,247,16 Hüttner 22.9.20 K Möchten Sie
n. Ihre Kenntniß nordischer Litteratur, zu Gunsten des in Jena vom Neuen Jahre an herauskommenden gelehrten Blattes [
JALZ], verwenden? GWBB16,333,8 Brinkmann [24.10.03] K B10,160,1 Meyer 15.5.94 B10,16,5 Voigt 10.9.92 B2,58,24 Sophie La Roche [19.1.]73 [Korr GB2
1,5] B32,68,11 Meyer 13.10.19
uö in der (elliptischen) Vergewisserungsfloskel ‘n. (wahr)?’; überwiegend vorangestellt [
Alcest:]
n. wahr, Sophie, heut Nacht besuch' ich dich? GWB9,55 Mitsch
3 273 [
Alphons zu Leonore:] Es wäre doch recht artig, meine Freundin,|Wenn in das große Spiel wir auch zuweilen|Die zarten Hände mischen könnten —
N.? GWB10,131 Tasso 649 [
Arzt:]
N. wahr, Felix, du hast aus der Flasche getrunken und nicht aus dem Glase? GWB23,300,5 Lj VIII 10 ich muß dich auch lesen lernen. Nichtwahr, das kommt dir wunderlich für, daß ich so rede GWBB1,27,4 Cornelia [8.]12.65 [
Hanswurst zum Publikum:] Ihr mehnt, i bin Hannswurst, nit wahr? GWB16,19 JahrmPlund
2 208 11,381,13 Elp
1 I 4~11,20 Elp
2 404 [G/Riemer] 17,9,4 TriumphEmpfindsamk I B10,71,19 Christiane 7.6.93
uö in indirekten (im Nebensatz durch ‘ob’ eingeleiteten) Entscheidungsfragen Ich sah wie Doris bey Damöten stand..|Lang sahen sie einander an,|Und sahn sich um, ob
n. die Ältern wachen GWB37,45 Annette anGeliebten 4 [
Linck zu Köhl:] Ich dachte ob wir
n. Gottfrieden von Berlichingen zum Hauptmann machen sollten GWB39,153,15 Götz
1 V Bey diesem Studium ist mir ein Gedanke gekommen, ob wir
n. ein Werk, wo nicht von Polyclet selbst, doch in seinem Sinne besitzen sollten GWBB23,128,14 Meyer 10.11.12 Frage, ob die Gentianen und andern Blumen
n. auch schon im Frühjahr geblüht haben GWBT2,140,16 v 17.9.97 Wer die Wissenschaften und ihren Gang mit treuem Auge beobachtet hat, wird..die Frage aufwerfen:..ob es
n. bei der Beschränktheit der menschlichen Natur gemäßer sei,
z.B. den aufsuchenden und findenden von dem behandelnden und anwendenden Manne zu unterscheiden GWBN1,291,7 FlD 729 33,7,11 Camp B3,9,9 CarlAug 24.12.75 B9,232,17 Knebel 17.10.90 21,50,12 Lj I 10
uö 2
in Ausrufen der Freude, Verwunderung, Entrüstung uä [
Hermann zur Mutter:] schauet hinab, wie herrlich liegen die schönen,|Reichen Gebreite
n. da, und unten Weinberg und Gärten,|Dort die Scheunen und Ställe, die schöne Reihe der Güter GWB50,219 HermDor IV 187 Sehet, wie artig der Frosch
n. hüpft! GWB5
1,248 Xen 300(421) [
Gretchen, mBez auf Faust:] Du lieber Gott, was so ein Mann|Nit [
N. GWB14,162 Faust I 3212] alles, alles dencken kann! GWB39,287 Urfaust 1061 Wie viele Jahre muß man
n. thun, um nur einigermaßen zu wissen, was und wie es zu thun sei! GWB42
2,225,10 MuR(897) Wie erbärmlich quälen sich
n. neuere Künstler [
iUz Annibale Carracci in seinem Fresko ‘Odysseus u Circe’ im Palazzo Farnese] um die kleinsten historischen Umstände GWBB9,73,27 Meyer [27.2.89 Korr SchrGG32,27] B17,30,17 CHumboldt [25.1.04] K B29,222,15 Voigt [Ende Juni 18] K B26,347,6 Niebuhr 27.4.16 50,94 ReinF VII 98f
uö Nicht
neutr ‘reines N.’ für das absolute Nichts8), das ‘Ewig-Leere’ des Nihilisten Mephisto [
Mephisto zu den Lemuren, mBez auf Fausts Leben und Tod:] Vorbei! ein dummes Wort..|Vorbei und reines
N. [Nichts
Var], vollkommnes Einerlei!|Was soll uns denn das ew'ge Schaffen!|Geschaffenes zu nichts hinwegzuraffen!|Da ist's vorbei! Was ist daran zu lesen?|Es ist so gut als wär' es nicht gewesen,|Und treibt sich doch im Kreis als wenn es wäre.|Ich liebte mir dafür das Ewig-Leere GWB15
1,317 Faust II 11597
→ GWB
vernichten GWB
vernichtigen GWB
zernichten GWB
mitnichten GWB
zunichte GWB
Garnicht Syn zu A1d
nie niemals nimmer zu A1e niemand zu A1f nirgends nirgendwo zu ‘Nicht’ Nichts 1) zu allen lexikalischen bzw grammatischen Formen der Verneinung vgl ThBohner, Die Negation bei Goethe. Zeitschrift für dt Wortforschung 6(1904), Beiheft,141-1922) zum Schwund des auslautenden t im mündlichen Gebrauch des Hochdeutschen vgl Frühneuhochdeutsche Grammatik, Hg OReichmann ua (1993),§ L47.43) vgl GHelbig, Lexikon dt Partikeln (1994),182f4) vgl HPaul, Dt Grammatik IV (1955),§ 510 u 516-5195) vgl ThBohner, aaO,176; Frühneuhochdeutsche Grammatik, aaO,§ S2316) vgl ThBohner, aaO,156f7) zu dieser Art der sog unlogischen Verneinung vgl HPaul, aaO,§ 5148) zur Verwendung als subst Pronomen, vgl DWb13,691 s v ‘nicht’ A1; ThBohner, aaO,162f Juliane BrandschJ.B.