sagen
das Wort
ist allg., u. zwar Rhfrk.
sān, dǫu sEst, –št, er sEt, (
sErə sagt er) [
sās, sāt seltener
in Simm, Kreuzn, Wend, häufiger in Ottw, Saarbr]
mər sān, dīr sāt, se sān, Imperat.
sā, Prät. sāt, Part. gesāt südl. der Mos bis einschl. Saarl-Filsd Hemmersd, Merz-Becking Haustdt Rissent Nunk Wadern, Trier-Sitzerath Züsch Einschiederhf, Bernk-Allenb Sensw Bruchw Schauren Hottenb Stipshsn Rhaunen, Zell-Wahlenau Büchenbeuren Lötzbeuren Raversbeuren Enkirch (hier die Mos berührend) Petersw Panzw Blankenr Mastershsn, Simm-Buch Mörs Sabershsn Dorw, Goar-Macken Herschwiesen Udenhsn Halsenb;
n. davon
z:n, dǫu zE:s, en zE:t, Imperat.
z:, Prät.
z:t, Part. gez:t bis einschl. im Rip Schleid-Schöneseifen Steinf Zingsh Bouderath, Rheinb-Houverath Hilberath, Ahrw-Gelsd Eckend Fritzd,
Sieg-Honnef Ägid, Neuw-Asb, Altk-Rimb Hilgenr [von hier aus nach O. ö. einschl. Altk-Mörsb Gebhardshain Bitzen, Waldbr-Rosb Holpe Stdt Völkenr;
zā:n bis Siegld-Freudenbg OFischb OSchelden Eisern Wilnsd; ö.
sE; ebenso am WRande
zā:n w. einschl. Prüm-Welchenh Laschd, Malm-Reuland Vith Mackenb Lanzerath Honsf Wirtzf Rocherath Elsenborn, Monsch-Hammer Ruhrb Zweifall, Aach-Kornelimünster Büsb Brand Burtschd (Eup-Stdt
zānə); in diesen beiden
sān-Geb.
dū zE:s, hE zE:t, Imperat.
zā:; [Altk-Betzd
zā, zęχ u.
zęi; Prät.
sā:t (Altk
zā:də),
Part. gəzā:t]; im
nicht entrundeten Teile des
sn-Geb.
du z:s u.
-E:-, hE z·t. u.
-E-, Imperat.
z: (
zǫu Sieg-Ägid), Prät.
z:t u.
--, Part. jəz:t, –-, nach dem
sagen-Geb. zu
du zE:s, Prät.
zE:t, Part. jəzEt; n. der
sn-L. (
s. o.)
zā:γə, du zE:s, he zE:t, mer zā:γə, ȳr zā:t, –ā-, Imperat.
zāx, so im Rip, im sndfrk. Teil
eχ zāx, du zęs, hE zęt, wər zāγə, ȳər zat, zēzȳγə, Imperat.
zāx, Pl.
zat (so Heinsb-Lümb);
du zEs, –ę-, hE zEt, –ę-, (so MGladb-Schelsen); Prät. u.
Part. im sagen-Geb., im Rip am WRande u. uSieg, MülhRh
zāt, jəzāt; in Rheinb, Eusk, Bo, Köln-Ld, Bergh, Dür, SErk
-E-, auch in MülhRh
n. einschl. Dünnwald Odenth Altenbg, Wippf-Bechen Kürten bis Sol-Monh Leichl; Lennep-Ellinghsn (ö. davon
zęχt, n. davon im NBerg
zęit; im SNfrk. um Geilk-Süggerath Brachelen
zEt, um Geilk-Kraud Randerath, Heinsb-Dremmen Stdt Orsbeck
zx(t), innerh. Heinsb-Hilfarth Ratheim Myhl Asbeck Dalh, Kemp-Lüttelforst, Erk-Rickelr Beek Stdt
zǫut; ö. davon
zęit);
n. der
sagen-L.
zęgə, ek zęk, du zE:s (Klevld
gei sękt, hę zE:t, mə zęgə, ør zękt, ze zęgə), [MülhRuhr
zęγə, ek zęx, du sēs, hE zēt], Prät.,
Part. in diesen Geb. in der Selfk w. einschl. Geilk-Gangelt Birgden Braunsr
zax(t), jəzax(t); w. einschl. Kemp-Dilkr Bracht Breyell Kaldenk
zt; ö. davon bis Kemp-Boish Lobberich Grefr. Vinkr, Geld-Wankum Wachtend Pont
zx(t); ö. davon
zęit bis MGladb-Schiefbahn, Kref-Willich Stdt Anr, Kemp-Hüls; innerh. Geld-Stenden Aldekerk Hartef, Mörs-Repelen
zāxt; n. einschl. Geld-Spitzf Stdt Hörstgen, Mörs-Rheinkamp Orsoy bis Klev-Goch Üdem, Mörs-Xanten u. rrhn, Ruhr
zaxt; n. dieser L.
zai, jəzait [
jəzęxt um Dinsl-Gahlen Besten Östrich, um Rees-Dämmerwald Overbeck, innerhalb Rees-Wackenbr Vinkel Obrighv Lackhsn, nö. einschl. Rees-Loikum Elsholt Wertherbr Heelden Vehling;
-ā- um Rees-Lackhsn Obrighv]; das am ORande des Berg hinstreifende
säjen-Geb.
zEjən, eχ zEχ, du zEst, hE zEt, vi zEjən, er z., se z., Imperat.
zęχ [Gummb-Wiehl u. Umgebg
zEən, du zEs usf.; Gummb-Berghsn
zāγən, ek zāx, du zEs, hE zEt, Prät.
zātə, Conj.
zEχtə, Part. jəzāt; veralt.
ek zir, hE zirt, Prät.
ek zir, Pl.
zirən; Siegld
sE, du sEs, er sęt, Imperat.
sE, Prät.
sEdə, Part. gəsEt; Barm, Elbf
zęiən, du zęis, hE zeit u. älter
zīas, zīat, Imperat.
zęk; Sieg-Fussh zu
zE:jən, Imperat.
zE:, zęiχ]; Prät.
Part. zaxtə u.
-ęχt-, xəzaxt, -ę-, um Gummb-Nümbrecht
zEt, jəzEt, um Wiehl
-ā-; Barm
-ęi- schw.: 1.
wie nhd.;
es gibt Wend., in denen
nur ‘sagen’ steht gegenüber Fällen des Sprechens, in denen neben
den Synom.
schwätzen, reden, sprechen, kallen auch
s. stehen kann, u. Fälle, in denen
s. nie stehen kann. — a. absol. in der Anrede (nur
s.);
sat ens! hören Sie einmal, zu einem, dessen Namen man nicht kennt;
s. ens, ech han üch doch es (einmal)
gesehn; auch ohne diese Beziehung
sag du! so reden sich auch die Eheleute an;
sag, Motter, du könns mer dat gen; sag du, hür es! Rip, Allg. [
tsęk, –E- neben
zęk ens Kemp-Amern SAnton Süchteln];
sei (ens)! darauf die scherzh. Antw.:
De Seih (Seihe)
hangt te Hus an der Wand! Barm.
Sa, eich hätt der't gesat! Warnung Hunsr. — In Ausrufen des Staunens (nur
s.);
nau so əmol; so mol net noch; so nemmen (nur)
ā Mensch! Merz, Allg.;
sou (soll)
me saje, wie me döcks (oft)
jet (etwa eine unbedeutende Verletzung)
krige kann Aach, Allg.;
mer sall nit s., wie't möglek es! Mörs, Allg.;
jo, mer sät alt! Bernk;
o, son ich jo! Ausr. des Unwillens, oft auch im Scherze Merz, Allg.;
eso sich sag! so! (zu Kindern gesagt) Trier-Mehring;
wie mer esu sät nach dem Gerüchte, nach allgemeiner Meinung Rip, Allg. — In der Erzählung (nur
s.);
On ich, sät der Geck (Esel), wenn man etwas erzählt, wobei man mit andern zusammen war, eine Art Bescheidenheit, eine Abschwächung des ‘Ich’ Rip, Nfrk. Der Erzählende über das, was er bei einer Gelegenheit gesagt hat, schiebt gern u. zu oft ‘
sät ich’ ein,
z. B. Dohn dat net, sät ech; sos krigste jet ze hüre, s. ech; on wie he net rech woll, s. ich, dann, s. ech, kann ech dir net rode (raten),
su han ech gesat; auch wo kein Sprechen vorlag, wird
s. ech oft eingefügt,
ich geng spaziere, s. ech; do kom ene Hongk (Hund),
s. ech usf. Rip, Allg.
In de Kerk, saij sej, sin ek gewest, s. sej; mar (aber)
gebeje (gebetet),
s. sej, häbb ek niet, s. sej; nette Jonges, s. sej, häbb ek gesiehn, s. sej; mar gesproke, s. sej, häbb ek se niet, s. sej Klev.
Ochter Löt (Geld-Leuth)
sett de Flöt; löpp enne Has, sät den Bas; nä, s. de Get (Geiss);
wahl, s. den Schmal; dou häs Reit (Recht),
s. de Kneit (Knecht) Kemp-Breyell.
Wi kloppt dor, saij sej; wi es dor, frag ek; duw saij sej, dat sin ek Klev. Solchen Personen, die bei der Wiedergabe von Gesprächen fast bei jedem Satz ‘
sat ich’ einfügen, verspottet man:
sar ich, s. ich, hon ich gesat Simm;
he sät, on sie s., wat soll dat senn, hat he geseit, dat sie dat soll geseit han auch als Sprechübung Grevbr, Allg.;
e Gesots on en Hotegesots Trier, Bitb. Scherz; der Lehrer zu den Kindern:
Man sagt nicht: sät mer; man sät; sagt man, esu sät mer Trier, Mos. — In RA. (nur
s.):
Sät mer, da s. mer! das glaube ich nicht recht Trier-Stdt.
Tweemol (zweimal)
s. kost Geld, dreimol de ganze Welt! sagt derjenige, der nicht verstanden, etwas noch einmal erzählen soll Gummb, Verbr.
S. on duəhn es tweierlei MGladb, Köln.
Wie gesat, z. B. et blif su, wie g. abgesprochen;
der Jong, w. g., hät net gedog (getaugt) Rip, Allg.
Geseit, gedonn das Gesagte sofort ausgeführt Sol.
Wie sät mer? fragt man, wenn ein Kind beim Erhalten eines Geschenkes die Dankesbezeugung unterlässt Allg.
Der sät, wie er et ment (auch die Synon.) Rip, Allg.
Hart gesot, h. gedohn was laut gesagt wird, muss dementsprechend auch schnell u. kräftig getan werden (Schifferregel) Kobl-SSebastian.
Jərsch (erst)
bedat (bedacht),
dann gesat Schleid-Hellenth.
Enner ons (Mädercher) gesot bei einer vertraulichen Mitteilung Bitb, Allg.
Ongesot en ongehesch (heischen) ohne Wunsch u. Befehl Bitb-Dudeld.
Van S. (u. Synon.)
kumme de Lege (Lügen)
en de Welt Grevbr, Allg.
Den kenn ech vam Hürens.; vam H.s. lüg mer gern Rip, Allg.;
van H. s. soll ke Mann seng Frau schlohn WEif;
vum H.s. un Widders. werd mer ön de Mul geschlage Köln-Stdt, —
kommen de Lüəger an et Lound Heinsb.
Et (dat) es ein S. allgemeine Meinung (u. die Synon.) Rip.
We der ene Mann sät, sol mer su s. wie man zu
s. pflegt Rip, Allg.
Bal ze s. das kann ich behaupten, es trifft bald zu Sieg;
et es des Sages net; su ongenüsseg (ungenügsam),
et es des S. net; et schneit, et es des S. net es ist nicht mit Worten auszudrücken Sieg, Köln, Sol, —
des Sons nöt (mih); en hat esu vill Led, et as des S. net WEif, Trier;
esu ze s. nüs sozusagen nichts Rip;
da's sotesägges ut möt der das Verlöbnis zwischen beiden ist sozusagen, fast, beinahe gelöst Selfk, Geld, Kemp, Kref;
dat wor man so s. nur um so zu sagen, tun, von einer Gefälligkeit, die man nur ungern anbietet Rees;
et as et Sons not wert es ist doch nur eine Kleinigkeit Mosfrk, Rip, Eup. — b. etwas
s. α. Obj. unbestimmte Fürwörter u. Zahladverbia. αα.
et s. (nur
s.):
ech han et jo gesat ich habe es vorausgesagt, das wusste ich schon vorher;
der well et net s. nicht bekannt geben;
ech s., wat ech s. ich sage es ausdrücklich;
of mer et sät, of mer et sing was nutzt alles Jammern, die Tat bleibt so Rip, Allg.;
of ich dat s. en of ich dat seng (singe),
et geschücht (geschieht)
evvewall net Aach;
des es kaum esu vill, dät mer et sät eine Kleinigkeit Merz;
et es net ze s. oder soll mer et s.! das ist unbegreiflich, schrecklich Koch, Allg.;
et es got, dats de't selvs säs zu dem, der von sich selbst in spöttischer Weise spricht Aach, MGladb, Erk.
Wen et net sangen (singen)
kan, den sät et ewen Trier-Schleidw.
De Dumme säggt et, un de Klouken denkt et Ess.
Ek lüg nit, of ek sägg et scherzh. ich lüge nie Mörs;
wenn e lüg, sät er et Eusk-Billig, Prüm-Mürlenb.
Die et hart (laut)
s., sind net esu schlomm (schlimm)
als die, die et höəsch (leise)
s. Sol-Neuk Pattschd.
In der Mihl sat mer's zweimol! wenn man es ablehnt, schon Gesagtes zu wiederholen Rhfrk, Mosfrk.
Ich sag et, wie et am Stöck steht grade heraus Jül-Inden, —
grad för de Schwart (usf.) MülhRuhr, Allg.
Et es net vor davan se schwätzen, et es nurren (nur)
vor't se s. ich will es nur kurz mitteilen, aber kein langes Geschwätz darüber machen. — ββ.
dat s. (nur
s.):
dat son ech, ech dohn et net; wann ech dat soll s. wenn es erlaubt ist zu sprechen;
dat s. se at (schon)
su ist aber nicht böse gemeint;
dat kammer wahl s. wahrscheinlich;
dat moss ech s. (dat kann ech net angersch s.): got es mer dat bekommen das muss ich eingestehen, ich muss bei der Wahrheit bleiben Rip, Allg;
dat sät mer all es ist leicht zu kritisieren, man muss auch die Umstände betrachten, es lässt sich darüber vieles sagen Westerw, Allg.;
dat soll mer neit s. das ist kaum zu glauben;
dat so net! behaupte das nicht so fest; das wird nicht der Fall sein; ich glaube das nicht;
de kann dat su aus em Kopp s. auswendig Trier, Allg.
Dat sät os Griet (Margrete)
och! entgegnet man einem Aufschneider, der es zu toll treibt Rheinb-Meckenh.
Sag dat, ohne ze lache! ich bezweifele die Richtigkeit des Gesagten Aach-Stdt.
Dat säste got du hast recht, das will ich wohl meinen Bitb, Allg,, —
worm (warm) Bitb-Badem, —
staats Aach-Stdt.
Du häs got s. (u. Synon.) von deinem Standpunkt aus, bei deinen Verhältnissen Rip, Allg.
Dat ös got s., ävver schlech dohn; dat es schnell (gau, sihr, flöck usf.
) gesot, ävver net schn. (schwor) gedohn Sieg-Ägid, Allg.;
da's flöck gesat, ävver et krit sich kollig Köln;
dat es all let (leicht)
geseit, äwwer nit l. gedonn Sol.
Dat kann ich för en Worret (Wahrheit)
(för fas) net s. das weiss ich nicht gewiss Aach. — γγ. was sagst du, (das), was man sagt usf. (fragend u. relat.) (nur
s.);
wat sät hen dann; no, wat s. se dann? scherzh. Anrede Merz;
wat hatt e gesot? Mosfrk, Allg.;
wat de net säs(t); wat de säs(t)! Ausr. des Staunens über das Gehörte, das ist kaum glaublich MGladb, Allg. [
wa säs! Jül];
wat se net alles sät! Verspottung einer klatschsüchtigen Frau Merz, Allg.
Wat säs te da nu Sting (Christine)? nicht, das ist eine Überraschung Aach, MGladb. A.:
Wat säs de do? B. (der sein Wort nicht wiederholen will):
O, et wor nich vill, et w. n. lang, sös här et en Schwanz gehat! Gummb-Berghsn. A.:
Wat säs dau? B. (
dass.):
Den Här (der Geistliche)
predigt ken zweimol an ener Mass (Messe)
! WMosfrk. —
Wat eich s. wollt um auf mein Thema zu kommen Trier, Allg. —
Wat de sät, giəht net op Mettm, —
hät (net) Hangk on Foss Rip, Allg., —
dat wiəss (wächst)
nit all er prahlt MülhRh-UEschb;
wat du siəs, do es doch so kein Salt (Salz)
bi das ist doch Unsinn Gummb-Lautenb.
Der wett (weiss)
(net), wat he sät; der w. net, wat he s. soll Nfrk., Allg. (in diesen Wend. auch die Synon.) —
Häər, du wetts (weisst),
wat ech s. well! scherzh. für ein abgekürztes Tischgebet MGladb.
No wolle mer emol kicke (schauen),
wat der Drickes sät! gesagt, wenn man eine schwierige Arbeit beginnt Düss-Stdt.
Dat es jo, wat mer sät! die Voraussage ist also eingetroffen Merz.
Et es esu düster, dat mer net sieht, wat mer sät scherzh. Dür-Gürzenich.
Wat soll dat sin, wat sej dor saij (sagte),
wat sej dor soll gesait häbbe! so verspottet man den Neugierigen Klev.
Wa'k (was ich)
s. well en liege (lüge)
nit zur Einleitung eines Gespräches Klev.
Da's ävver, wat mer s. kann das ist vorzüglich MüEif.
Wat ech geseit han, h. ech g. bleibt gesagt, ich nehme es nicht zurück MGladb, Allg.
Wat de al Leu (Leute)
saden, dat es wohr Waldbr-Morsb.
Wat Kinder s., muss noch einmol gesat werde Köln (in diesen Wend. nur
s.). — δδ. etwas
(ebbes, jet, wat) s. (daneben überall die Synon.).
Sa doch ebbes, wo grad so hässt (heisst)
! sagt man, wenn einem etwas auf der Zunge liegt, ohne dass es einem einfällt Simm-Horn.
Haut (hattet)
ühr jet gesat? Frage, wenn einer halblaut eine derbe Antwort gibt Aach, Allg.;
haschde ebbes gesat oder h. nur mem Bard gewaggelt? Saarbr-Dudw, —
mem Maul g.? Neuw-Dierd.
Du kanns jet s.! iron. das ist eine übertriebene, nicht zutreffende Behauptung Rip, Allg.
Ich hei (hätte)
bau (bald)
jet gesat! was ich nicht sollte u. was vielleicht beleidigen könnte Ausdr. der Entrüstung Aach, Allg., —
ebbes ze vill gesot Bitb, Allg.
Dat es alt (schon)
esu jet gesat das ist nicht aufrichtig Monsch, Allg.;
sech jet s. losse sich beschwichtigen, beruhigen lassen uWupp;
wat kort un gut s. bündig MülhRuhr.
Wat achterheröm s. durch andere sagen lassen Mörs;
wat dörch de Bluəm s. verblümt Elbf, Allg. — εε. Obj. Zahladverbia (überall daneben die Synon.).
Du kanns noch vell (viel)
s., ih de von Alderdom sterfs Eusk.
Der Schwätzer sät vell, wenn de Dag langk sen Rip, Allg.;
der s. en einem D. mih, wie en zweien Sieg-Süchterschd.
Vell s., wennig dohn viele Worte, wenige Taten Schleid-Hellenth.
Besster jet vell gesse äs jet vell gesat Rip;
besser en Maul voll ze vill gess as we en M. v. ze vill gesot WEif.
Mer soll nöt alles s., wat mer wäss, — net meh s., als mer muss Trier. Allg.
Ber alles sät, bat e hirt (hört)
on seiht (sieht),
wird all sein gode Freinde queit (quit) May, Daun.
De alles sät, wat he wet (weiss),
wörd net alt MGladb-Giesenk.
Sag nit alles, wat de weiss, gläuf nit a., wat de hörsch; dunn nit a., wat de kanns! Köln-Stdt.
Besser alles gess, as wie alles gesot Bitb, Allg.
Löck (Leute),
de nüs (nichts)
ze s. han, spreche am mieschte (meisten) Bo-Dransd.
Wer nüs sät, esst doch met keine Antwort ist auch eine A. Aach-Warden.
Der sät nöcks, on wammer en mät em Rifkoche op de Mul höch (haut) Sieg, —
wemmer in met em wärmen Weck für de Mul schleht MülhRh-Holweide;
dem ka mer och op de Mul scheisse, dann sät he noch necks. Jül-Linnich.
Ich s. necks, on wenn de Kenger (Kinder)
et Brut all esse Dür-Birkesd, Simm-Laubach.
Ek sägg nicks, on wenn ek wat s., dann s. ek dorbej: ek well äwer nicks gesaggt habben Rees-Ringenbg, Allg.
Sou hun ich noch neischt s. hiren das ist mir völlig unbekannt Merz, Allg.
Nu sag ech ävver nicks miəh! Ausr. der Verwunderung MGladb, Allg, — mit der Forts.
wenn ech duət bön! Kemp, Emmerich.
Nüs gesot os och jet g. keine Antwort ist auch eine A. Schleid, —
as och Beschäd Trier, WEif.
Nicks geseit on n. gewonke, Frau, wat kost die Botter? ich lasse mich auf ein weiteres Feilschen nicht ein Kref-Fischeln.
Et kimmt enen un sät neist die Verhältnisse zwingen oft den Menschen, etwas zu tun oder zu lassen, gegen seine Absicht oder Grundsätze Bitb-Dudeld;
et küt noch jet, wat nüs sät scherzh. am Schluss einer Rede Jül. — β. Obj. ein Subst.,
subst. Adj., Partikel (nur
s.);
de Wohrhet, de Menung, den Name usf.
s. Allg.
Wa mer de Wohrheit sät, krit mer kein Herberg Köln-Stdt.
De sät seng Menigen (Meinung),
et öss enem zu Lief (Liebe)
oder zu Led (Leid) Prü
m. De kann ken Woərd mih s. er ist verblüfft;
do han ech ävver och noch e Wörtche ze s. in dieser Sache ist mein Wort auch von Bedeutung, ich habe da auch ein Recht dran Rip, Allg.;
besser e bes Wort ageschleckt (eingeschluckt)
wie gesot Bitb;
hean hat ke Schippswiərtchen drop gesot Bitb, —
ke Sterveswörtche dr. g. Allg.
Wa mer Schimmel sät, ka mer och Bläss (Rufn. für Ochsen)
s. es ist gleich, wen man ruft Wittl-Binsf.
Er hat net hott on net har gesat ich war über seine Meinung ganz im Unklaren Saarbr-Sulzb.
Niet ehr sägg Fess (Fisch),
bes dat de'n häs op en Dess (Tisch) Rees-Brünen.
Eich hon grad so gut Vadder un Mudder gesat mir kommt grade soviel zu wie meinen Geschwistern Simm-Horn.
We A seit, mott ok B. s. Elbf, Allg.
He kann net mih Brut (Kies ‘Käse’
) s. ist sehr ermattet Rip, Nfrk; —
nich mau s. Gummb.
As twee (2
) et eigeste (dasselbe)
s., es et noch lang niet et e. Rees.
Wer et eint sät, moss och et angert s. so ermahnt man den einseitigen Ankläger, vom Angeklagten nicht nur das Gegen, sondern auch das Für vorzubringen Schleid, Prüm, Rip, Berg, SNfrk.
He sät ze lech (leicht)
jo; he kann net got nä s. Rip, Allg. — A.:
So emol donkel B.: d. A.:
Dau bas em Deiwel sein Onkel. — A.:
So emol honnert. B.: h. A.:
Dei Vatter setzt of Abtritt on donnert. A.:
So emol Botter. B.: B. A.:
Den Deiwel as dei Motter. — So emol Gordendir. B.: G. A.:
Köss de Katz hannen on fir. — A.:
So emol sechs. B.: s. A.:
Dei Motter as en al Hex usf. beliebtes Kindersagen Trier, mit vielen Var. verbr. — γ. Obj. Objectivsätze, Fragesätze,
de sät, wat e well (daneben die Synon.):
sag, wieviell Uhr sen et (nur
s.);
ech han emmer gesat, dat e net dog (taugt) (nur
s.);
he sät emmer, ech hätt geloge (nur
s.);
ech well net (grad) s., he es verröck, ävver et stemmp net bei em gemilderte Behauptung;
mer kann wahl s., dat dat net lech (leicht)
wor; se s., dat et schlech met em steht man sagt (selten daneben die Synon.) Rip, Allg.
Lot de Lüt s., wat se welle! MGladb, Allg., mit der Forts.
da weərde se auch net geck! Aach;
de hat en Gnad van Gott, de sät, wat he well Heinsb, MGladb, Mettm;
wer s., wat e well, moss senge Onwelle hüre Dür-Langerwehe;
dou kas s., watste wes, dou motts mech äwel van't Lif afbliwen! Mörs (daneben die Synon.).
Gej mott nojt (nicht)
för de Port s., waj (was du)
in de Stadt duhn wellt (nur
s.) Emmerich.
Sag, wat ich s. wou (wollte) hilf mir auf mein Thema, Einleitung zu einer Rede (nur
s.) Aach, Allg.
Der sät, wat Gott verboəne hat (daneben die Synon.) Kemp, Allg.
Wat ik dönk, mag ök ni s. MülhRuhr (nur
s.).
He sall wall s., wat de Botter kost Berg, Allg. (nur
s.). — c. einem etwas
s. (nur
s.);
ech sall et em s. werde es ihm richtig bestellen, auch scherzh. werde es nicht b.;
ech sall dech ens jet s. höre mal zu, was ich dir jetzt sage Heinsb, Allg.;
eich will der mol ebbes s., nau horch mol gutt of! Saarl, Allg.;
ek sall et ow nit s. können, of hei te Hüs es Mörs, Allg.;
enge jet klörlich s. klar, allgemeinverständlich
s. Aach-Stdt;
dat han ech em och gesat, dat dat net su wegger (weiter)
geng Rip, Allg.;
wenn ich et dich s., et es su ich versichere dir Dür, Allg.;
dat hätt mer sollen ä Mensch s.! hätte ich das nur gewusst Merz, Allg.;
et es kenem Mensche ze s., wat ech ze legge (leiden)
han es ist unsagbar MüEif, Allg.;
ek freu mek, dat kann ek genem s. so gross ist meine Freude Gummb, Allg.;
dat moss mich noch ens gesat weərde! deiner Mitteilung schenke ich erst Glauben, wenn sie mir von anderer Seite, bestätigt wird Aach;
ech hätt dir bal jet gesot aber ich traue deiner Verschwiegenheit nicht; ich hätte dir bald ein Schimpfwort an den Kopf geworfen Prüm, Allg.;
dat loss ech mer net s.! dies Ehrenrührige Rip, Allg.;
wem säste dat? ich verstehe dich, deine Sorgen, bin völlig deiner Meinung Jül, Allg.;
dem kanmer necks s. anvertrauen Rip, Allg.
Ek sägg et dej em gujen, duhn dat nit noch ens! Mörs, Allg.;
enem wat im Strengen (Schlechten) s. Gummb Allg.
De Alde sat mer nit alles, un de Junge misse nit alles wisse Kreuzn.
Dat häste enem Kloken (Klugen)
gesat dem Unrichtigen, —
kenem Dommen (Douven) g. mir, der ich das auszunutzen verstehe Rip, Allg.;
dat kannst de änem s., der kä Hemd anhat ich glaube es dir nicht Kreuzn-Sponh
Enem Esel sät mer et zweimol ich wiederhole dir die Antwort nicht Prüm, Allg.;
al Löck (Leute)
on jong Böck sät mer et zwei-, dreimol! Eusk-Derkum.
Sa's em Dusem (Teufel)
! dem, den es angeht Saarbr-Sulzb;
geh meinetwe zum Graf Deiwel un sa's dem! ebd. Enem jet en et Uhr (Ohr)
s. zuflüstern;
der (mit dem grossen Munde)
kann sech selver jet en et Uhr s. Rip, Allg.
Der söt der alles of et Döppche (
s. Dopp) sehr genau Neuw-Kurtschd.
Ich san der et an Jəhren (Ehren)
on a Gott (es ist mir heiliger Ernst),
betrett mer et Dengk (Haus)
net mih! Malm-Bütgenb.
Dem han ech et emol (düchteg, gehüreg, örndlech) gesat ihn derb angeschnauzt Rip, Allg.;
dem han ech et g., do kann e sech de Nas dran botze Sieg-Hennef;
ech son dir ebbes annischder! Mosfrk;
dem han ech et deck on dönn gesot May, Eif;
dem han ich et emol ges. vor drei Penning Rhfrk, Kobl-Bend, —
g., wie et owen steht Wittl-Binsf.
Enem de Wohrhet (Bescheid) s. dass. Allg.;
Et enem platt (schnack, strack, marschtich, platsch) för de Kopp s. geradeheraus, ohne Rücksicht
s., tadeln, —
op de k. zos. — för den Balg s., — för de (op de) Schwart s. — för de Schnüss s., — för de Plat s., för de Stirn s. Allg. —
widder de Bort s. May-OMendig, —
rond för de Front s. Bernk-Maring, —
twars för de Rebbe s. Klev, —
für de Schröm (Schramme)
s. Schleid-Hellenth, —
en et Gesech s. Allg., —
op de Knöp (Knäufe)
s. Rees;
enem de Schröm s. Dür, Jül.
Enem der Tit (Zeit)
vam Dag net s. ihn nicht grüssen MGladb, Allg.
Mach net, sos son ich dir, wieviel Auer (Uhr)
et as dass ich dir den Standpunkt klar mache, —
wo Bortel de Most hialt Bitb, Allg.
Sag mech, womöt de gehs, on ech sag dech, we de bös MGladb, Allg. —
Du kris et gesat! Tadel;
loss der dat g. sen! Drohung Rip, Allg. —
Ich will der mol ebbes san: de Grumbere kammer drahn; ich will der m. e. verrore (-raten):
de Gr. k. brore (braten);
ich will der m. e. verzehlen: De Gr. k. schele Wend, Rhfrk, Mosfrk verbr.
Soll ich der ebbes son: elo owen kennt e Won (Wagen);
soll ich der e. weisen: elo o. kommen de Preissen (Soldaten) Wittl,
ebd. Dat well ech dich s.: wer net isst, der werd mager on e Perd es noch lang kene Wage on doch kann mer domet fahre Grevbr-Otzenr, —
e P. es kene W.; we fett es, es nit mager; al Wiver sin ken Blage (Kinder) Berg.
Ich muss der jet s.: dat P. es keine W. un ene Hundertmarksching es kei Woschpapier (Wurst-) Köln-Stdt. —
d. von einem (etwas) etwas
s.;
mer darsch (darf)
vann em Duden nichs Schlechtes s.; wat van mir en Esel sät, drop achten ech net: van der Sach welle mer nüs s. (mehr daneben die Synon.); doch stets
s. in folg. Wend.:
Ja, do sat mer als von es könnte etwas nicht möglich sein, u. doch trifft es ein,
ja, do s. mer dervon (Pause),
en arm Mäde kann a (auch)
Glick hon; jetz wollt mer jo noch net devon s., wann ... das wäre noch annehmbarer;
de säscht dervun du erwähnst es eben, so meinst du, es ist aber anders;
et is jo nit, äs mer willt dovon redden (schwätzen), et is jo nurn, dat mer d. sat Saar bis Merz, Saarl. —
Der kann van Glöck s. (dat e net derbei wor) (auch die Synon.) Rip, Allg.
Wer kemmt durch Longuich (Krs. Trier)
ohne Spott, d. Fastrau o. Kott (Kot),
d. Fell o. den Buckel voll geschlohn, der kann von Gl. s. (u. so vielfach in Ortslitaneien). — e. zu einem etwas
s. (nur
s.) ohne ‘etwas’ (stets die Synon.); statt ‘zu’ setzt die MA. (vor allem die rip.) vor
(fir, für, för); he sät für mech, wat für mech en Esel sät, doröm gen ech necks; dat han ich ne net für de Katz (umsonst)
gesat Rip, Allg.;
doə seit ech för den Hänn (Heinrich):
H., seit ech, do säs dou e Wörtche Kref;
do kanmer ‘
Sie’
für s. das ist vorzüglich Jül. — In Goar-Weiler, Altk (Sieg), Siegld, uWupp, Selfk, Rees, Klev auch
he sät gen (gegen)
mich, im Rip —
widder mech; du kanns alles w. m. s., bloss net Hohnderknöuchelche (Hühnerknöchelchen)
! Rheinb-Meckenh; in Simm, Neuw
iwer mich s., in Monsch, Eup, Jül, Aach, Selfk, Klev, Rees, Gummb
an mich, in Malm
no mich s. —
f. über einen (etwas) etwas
s., darüber reden (mehr die Synon., ohne ‘etwas’ nur die Synon.);
er sät üvver mech necks godes Rip, Allg. — 2. in besonderer Bed. a. befehlen (nur
s. nicht
befellen, kommandieren, melden, kamellen usf.);
der hät do ze s.; der Bur hät et gesat, dann mossen mir et dohn; de hät do wennig (nüs) ze s.; der Mann hät bei der Frau nüs ze s., die hät de Botz an Rip, Allg.
Du häs su völ te s., wie (äs) der Bessemstiel, äs en Strüəhpopp Heinsb.
He het nicks te s., he schlöppt (schläft)
hengen (hinten) Elbf.
Dau hast neist ze s., nore, wenn den Hond de Axt hölt, do säste, e soll se leie (liegen)
lossen! Trier.
Hondertmal (h. so got wie emol) han ech dir gesat (nur
s.);
der hürt net, on wann ech et em h. mol s. Rip, Allg.
Wer nit hert vum s., de h. ach (auch)
nit vum Schlahn Hunsr. — b. antragen, verklatschen (nur
s.);
wart, dat son ich; wart, ech gohn et s., w., w., ech son et dem Lihrer (hier auch
für, gen, widder, iwer, an den L.); dat darfste kenem widder s. Sieg, Allg.;
ech sag et dech för der L. SNfrk;
ek sag et van di, Jong, o J. Gummb, Allg.
Wat forts. weiter
s., verbreiten Kref.
Er sat et känem Menschen als wie nore den Schulkinner un den Kirchenleid Birkf.
Säggt et niet an Vader, ek sal moj (schön)
üt et Höffke (Garten)
gohn en alle Blümmkes lote stohn! Klev.
Heija, bubäche, et Höhnche legt en Äche (Ei),
et woss net, war et lege soll; do legt et e Backes Garde, do sot et, ech soll et net s.; do sot ech et, do schlog et mech usf. Prüm-Stadtkyll, Verbr. mit Var.
Deə (der kleine Finger)
hau et an de Modder gesat aus dem F.märchen Eup, Allg. — c. für einen (etwas)
s., benennen (neben ‘einen’ (etwas)
heischen, nennen, nümen,);
dofür s. se Paul; für dat Denge s. se Klockekläppel Rip, Allg.;
de Stan, de sech net spalen lässt, sät mer fräd Knippchen driwer Koch;
en usem Dörp wonnt ener, dem s. se de Schmal Rheinb-Neuk u. an der Sürst. —
d. sage = sage u. schreibe,
z. B. 1 D.,
s. en Dutzend; Isen, s. (nämlich)
Bandisen; dat sind s. un schreibe 29 Gummb. — e. für einen, für eine Schuld
got s., für ihn bürgen (nur
s.) Allg. —
f. he wuərd (für) dut gesat man sagte schon, er sei gestorben Rip, Allg. — g.
et es net gesat, dat ... es ist nicht die Regel,
z. B. et es niet geseit, dat den, den wat hät, et behält, en dat den, den nicks hät, n. kriegt Klev, Allg. —
Et hät wat te s. (es ist schwer),
mät en olt Perd te egge, en spann j (spannst du)
en jonget derför, dat rett (reisst)
ow de Taue (Seile)
dör auch übertr. die Jugend ist stürmisch u. oft unüberlegt Emmerich u. so. ä. Allg. —
Dat wellt vell (net v.) s., dat e zo den Lögge (Leuten)
geht das hätte man nicht von ihm erwartet, ist eine (keine) grosse Herablassung Rip, Allg. —
Dat hät nicks ze s. das ist nicht der Rede wert, ich nehme es nicht übel Rip, Allg. — Abl.:
die Sagerei; dat Gesag(s) (jet Gesats) nichtssagende Redensarten Schleid,
dat es e Gesäts on e Wirgesäts daraus ist nicht klug zu werden Bergh-Hüchelhv.