stehen
lautl. durchweg wie
gehen; also Rhfrk
šdēn, dau –ēst, –št, ər –ēt, mər, sə –ēn, dīr –ēt, Imperat.
-ē, Pl.
-ēt, Prät. fehlt,
Part. gəšdan; WMosfrk
-:n [NWSaarbg, WBitb
-ō:-],
eiχ –ī:n, dou –Es, hēan –Et, mər –:n, dīr –:t, zə –:n; Imperat.
-ē:; Prät. fehlt meist, in der WEif
-ū:n, –ō:- u.
-ū:ŋ, –ō:-, Part. gəšdānən; WSaarbg
-ō:n, ęiχ –i·n., dy –Es, hę, –Et, mər –i'ns, dīr –e·i.t, zə –i'n, Part. gəštāŋ, Trier-Stdt
-ī:n, eiχ –ī:n, dou –i:s usf. mit
-ī:-, Prät. fehlt,
Part. gəšdān u.
-āŋ; uMos
-ī:n, –in, dǫu –Es, –ā-, ər –Et, –ā-, mər –ī:n, –i-, dīr –ī:t, zə -in, Prät. fehlt meist (in Koch
-ō:ŋ, –e·ŋ.; Neuw
-o·n., Part. gəšda·n.ə; Altk
-:n, du –aist, he –ait, –ęi-, mər, sə -:n, –īr –:t, Imperat.
-ant, Prät.
-o·n., Part. gəsta·n.ə; Siegld
-, du –ēăst, he –ēăt, Imperat.
-ant, Prät.
-on, Part. gəšdanə, Rip
-:n, du –ēs [uAhr, kurköln. Neuw, Siebengeb., Köln-Stdt
-ei-],
hę -ēt [
-eit],
mər, zə –:n, ȳr –:t, Imperat.
-ant (im mouillierenden Geb.
-aŋk), Pl.
-:t, Prät. älter
-ō:nt u.
-ō:n, jünger
-ont, –u-, auch -ǫ-, Part. jəšta·ŋ.də [
-·ŋ.ə] [Köln, Bergh, Dür, Jül, Aach, Monsch
-ǫn statt
-:-, Prät.
-o·ŋ., –u- (Köln-Stdt
-unt)]; OBerg
-:n, –ən, ek - u.
-ǫn, du –ēs, hę –ēt, vīr, zə –ən, ət –ən u.
-ǫn, Imperat.
-aŋk, Pl.
-t, Prät.
-uŋ, –o-, Part. jəštaŋən; NBerg
-ǫn [Lennep
-:-, –ō:-],
ek –:-, du –ēs, he –ēt, Pl.
-ǫnt, Imperat.
-:, –ō:, älter
-aŋk; Prät.
-o·ŋ., Part. jəšta·ŋ.ən [
-ēsə »stehst du«,
-ǫfə »stehe
n wir«;
-ǫxət »steht ihr«] [Sol
-ǫn, du –eis, he –eit, mər, zə ǫnt, -ǫn, ȳər –:t, Prät.
-ont, Part. jəštā:nə], Eup
-:nə, Prät.
-ǫ·u.nt, Part. γəšta·i.ntə; Selfk
-:nə, –·ə.-, eχ –:n, –·ə.-, du -ēs (Millen
-ei-),
hę –ēt (-ei-), vər, zə –ǫnt, ər –ǫt; Imperat.
-aŋk (-ǫ-), Prät.
-o·ŋ. (-u- u.
-ǫ-), Part. jəšta·ŋ.ə (-ǫ-); sonst
-ǫn, du –ēs, hę –ēt, Pl.
-ǫ-; Imperat.
-aŋk (-ǫ-), Prät.
-o·ŋ. (u. selten
-e-),
Part. jəšta·ŋ.ə [Kref
-·ə.n, ek –ǫn, du –īəs, hę –īət, vər, zə –ǫnt, iər –ot usf.)]; Klevld
-n, ek –n, du –ēs (γe –ǫnt), he –t, we, ze –ǫnt, ye –ont; Imperat.
-n, Pl.
-ǫt (--); Prät.
-ōn u.
-ont u.
un u.
-iŋ u.
-in, Part. γəštn [MülhRuhr
xəstǫunə] st.: 1. intrans. mit »haben«, selten mit »sein« (Klevld häufiger). a. in rein sinnl. Bed. st. im Gegensatz zu »gehen, sitzen, liegen«; mit
adv. oder präpos. Bestimmungen = sich stellen. α. von lebenden Wesen;
op den Desch (udgl.)
st. gohn sich stellen Rip, Nfrk;
wann de dengen Vatter net mih häs, dann stehste do! ratlos;
he steht ze kicke (schauen) u.
he st. on kick (on gapp, on lonk, on hält Mulaffe feil, — on hät de Häng [Hände]
en der Täisch usf.) Rip, Nfrk;
heə stong te haute (halten) stand wie ein armer Sünder, wie einer, der etwas tun will, aber aus irgendeinem Grunde nicht kann Selfk;
he stong op ene Appel (udgl.)
te granke er sah verlangend nach dem Apfel Kemp;
gippe st. verlangend zusehen Dür-Winden;
stand spille Standball spielen Mosfrk. RA.:
Der steht wie en Zeller ist tapfer, weicht nicht zurück Mos.
Stangk, din Mor (Mutter)
hat oach gestangen! Sol.
De es ze ful, dat e steht, — für ze st. Rip, —
es te domm, dat he stiht Kref, —
es su besoffe, dat e net mih st. kann Rip, Allg.
Wenn de lang stehst, werste alt Simm.
Wie he geht on steht wie er so ist, ohne Vorbereitung oder Ausrüstung;
he kom, wie e geng on stong Rip, Nfrk;
he koəm wie he geng on stong ohne zu zögern Selfk, Rip, Nfrk;
wu e gang un gestang hat, do hat e gesong on gepeff Trier.
Van Gohn küt mer an et Stohn Sieg.
Winnig Stonns güt (schad) völl Gonns SNfrk;
vöəl Gestonns macht langk Gegonns Eup.
Mer hät esu vell vam Setze wie auch vam St. sagt einer, indem er sich setzt, der vorher lange genug gestanden hat Sieg-ODollend.
Schlech gesessen os besser wie got gestangen Waldbr-Bladersb.
Nu st. ech on setz do! ich weiss mir nicht mehr zu helfen Grevbr-Aldenhv.
St. on halen (halten) aushalten, seine Pflicht tun Mos, Eif;
hale st. nicht vorankommen Schleid-Hellenth.
De Junges stonnt, de Aulen falle MülhRuhr.
De kann st. on stenken, ohne dat et iemes sütt (sieht) Mörs-Hombg.
Die kenne jo st. ohne Stihl (Stühle)! scherzh. wenn keine St. mehr vorhanden sind Wend-Baltersw.
De git (wird)
e Bauer zum St. kommt zum St., hat ausgewirtschaftet Prüm-Ihren.
Ech bön ne Mann va Gesekirke (MGladb-Giesenk),
ich hätt so ger e Stöck vam Ferke; lot mich net so lang st., ech mott noch ne wide Weg gonn! im Heischeld. MGladb (u. in vielen Heischeliedern Verbr.).
Ene Lossmichst. träger, schwer in Gang zu bringender Mensch Rip. — Mit
Adj. (
Adv.);
parat st. bereit sein Allg.;
wer huh steiht, de fällt ach (auch)
dief Goar-Weiler;
he stong stif sprachlos vor Verwunderung:
stell st. stehen bleiben; laut- u. geräuschlos st. Rip, Allg.;
do stehste wie der hellige Stangkstell Schleid-Glehn;
Stohnstell Zittergras Mörs-Gerdt;
he hat föət (feucht)
gestande en wörpt sech ist bezecht Eup;
für enem hübsch st. aufrecht st., vom Hunde Verbr., diensteifrig gegen jmd. sein Eusk-Dirmerzh (u. so in andern Verb. wie
nhd. Allg.). — Mit
adv. Best.
De steht wie ene Bom, — en Mur (Mauer), —
ene Oss (Ochse) ohne sich zu rühren Rip, Allg., —
as ene Märtschnuck (Märzhecht) Klev, —
do agewasse wie ene Klöppel Holz Monsch-Ruhrbg.
De steiht do (so steif, stumm, ohne Verstand)
we nen hölzen Herrgott, — nen h. Zaldat Köln-Stdt, —
en Stöck Holz Rip, Allg., —
en Holzbock Aden-Wanderath, —
en Opperstock Rhfrk, Saarl, Bernk, Geld, —
en alder Bock Kreuzn-Kirn, —
en hölze Bock Ahrw-NBreisig, —
en Ochs fir em (am) Berg, — fir en nei Dir, — fir de Scheireport, — fir en neigestreche Dör Mosfrk, Allg., —
wei en Ochs am Elberg (Ölberg) so ratlos Birkf-Oberst, —
wie a zent Vitt (SVith) Aach-Stdt, —
Botter an (en) der Sonn so verschämt, zerknirscht Allg., —
en Döppen so verblüfft, —
enin Drickes Mörs, —
Pitter Schnott Klevld, —
en satt Hohn unbekümmert MülhRh-Overath, —
en Sau, die en de Bach sächt (seicht) sich wundernd, unentschlossen Koch, Kobl, —
wie en Kand (Kind)
beim Dreck so rat- u. hilflos Mosfrk, Rhfrk, —
der Dreck im Weg Saarbr-Völkl, —
wie gekozt in äusserst schlechter Haltung Bitb, —
als wenne us der Welt gefalle wör so verblüfft Köln-Stdt, —
e Wasser en de Uhre hätt Rip, Allg., —
bie aus de Wolke gefal Koch, Allg., —
wie wenn er noch kä drei zihle kennt so dumm Rhfrk, Allg., —
als wenn he hergelihnt (-geliehen)
wär als wenn er nichts zu tun hätte Schleid, —
äs wenn hei wat in de Bocks (Hose)
gemack häi (hätte) so verblüfft Mörs, Allg., —
als of he Nüss (Neuss)
verroəne (verraten)
hätt so schuldbewusst SNfrk.
Wo er steht, do stehr er er ist steif, unbeweglich Rhfrk, Allg.
De steht emmer do en hat de Zong leer (ledig)
em Maul er schweigt Saarl-Hüttersd, —
elo mat de Z. am (im)
Maul, wei wann en am (im)
Orsch ken Plaz derfir hätt. Do steiht me bei on kick! Ausr. der Verwunderung Mörs.
Ech stong do allen (allein)
met mengem decken Kopp ich war der Hereingefallene Gummb, Allg.
Jetz steht e do mem gewäschene Hals er weiss nicht mehr, was er tun soll Lennep-Radevormwald.
Ich hon do gestann wie fir Holz un fir Kohle ratlos Goar, Allg.
So woəhr, als ech hei st.! Versicherung SNfrk, Allg.
Dobei-, dofür-, dohenger-, doheröm-, donevve-, dodrop-, dobusse-, hengeren- (hintereinander-),
zoröck-, zosammenst. (usf. wie
nhd.).
Met der Schmeck derhengerst. zur Arbeit antreiben Rip, Allg.;
me söckt (sucht)
nömmes henger de Heck (Düar), me hät selwer derhenger gestangen (Elbf, Allg.);
hej steht dorop, as ene Lewerek (Lerche)
op ene Klütt (Scholle) er hat dünne Beine Klev.
Wo mer en hi stelt, bleift en st. der Dumme Trier, Allg.
Dau kannscht mich hinnen erumdrohn un fir st. lossen! abschl. Antw. Saarl. — Imperat. Wortformen:
ene (lange) Standdoher schwerfälliger, steifer Mensch Ahrw, Sieg, Köln;
ene hellige St. fauler Betbruder Köln-Stdt;
e Standdohin steifer, dummer Mensch May-Saffig, Prüm-Leidenborn, MülhRh-Overath, Aach-Merkst;
ene Stangkdar ein Faulenzer Schleid;
en Standfürdar dass. Gummb-Nümbrecht;
en domme Stangkhü Dummkopf Aach-Berensbg;
ene Standundriss (stehe u. scheisse) schlapper Kerl Köln, Jül
(-onschiss); scherzh. Abtritt ohne Sitzbrett, alter Wirtshausn. Köln-Stdt. Mit präpos. Best. (
s. auch o. bei den
adv. Best.).
Klen Kender st. an der Wand haben nicht mitzureden Sieg-Müllekoven.
Dem ene Beddeler es et led (leid),
wenn de angere an de Düər steht Dür, Allg.
Et steng e Mädche an de Wand on hatt en Appel en de Hand, det däht en ger essen, hat äwwer kai Messer; schnipp, schnapp dau bes ab! Abzählr. Koch-Laub.
Op ene Fut (Fuss)
kö'j (kannst du)
niet st., op twee Füt steht sich gut, alle guje Denge sin dri! trinke mindestens drei Schnäpse Klev. Er ist noch so schwach,
dat e noch net st. kann op de Ben Rip, Allg.;
en stäht nöt fest op de Benen, — op wackelige Feissen (Füssen) Saarbg, Allg.
Op e B. steht mer net sagt der Trinker, der nach
einem Glas noch ein zweites trinkt Rip, Allg.
De steht op de Hengerben widersetzt sich Sieg.
De wet (weiss)
nich, wie he op sinen Knocken st. sall so voll Gicht ist er Wippf (nfrk.), Allg.
Da moss de ömmer op eine Tiəhn (Zehe),
op ei Föttje (Füss-chen)
st. bereitstehen zu Gefälligkeiten Eup.
Mer muss nit luter (immer)
om Kopp st. auch nachgeben können Wippf-Biesf.
Op en schwache Mur st. vor dem Konkurs st. Aach-Stdt.
De steht ganz allen (allein)
op de Welt ohne Angehörige Rip, Allg., —
op si Stöck (Stücke) lässt sich sein Recht nicht nehmen, füllt seine Stellung aus, hält auf Ordnung Aach, SNfrk, —
wie Ferkeswellem Aach, —
(wie) op hesse Kolle wie
nhd. Rip, Allg., —
wie op Desteln un Diaren (Dornen) Bitb, Wittl.
Mer muss nit op halvem Weg st. blive seine Arbeit halb durchführen Rip,
Wat fir en Helligen stäht an (in)
der Kirch op der rechten Seit? Käner; se st. all op de Bän Trier-Schleid.
Eich hunn dich geseih beim Mädchen st., do hos däu de kle Leit nit meih geseihn Saarbg-Wellen.
Enen (sech) em Dag (Lich), em Weg, — en de Föss st. wie
nhd. Rip, Allg.
He steht met enem Foss (Ben) em Graf ist sehr krank
ebd. En dem singe Schohn (Schuhe;
s. weiter dort)
möch ech net st. in seiner schlechten Lage Rip, Allg.
Sek de Ben in den Arsch st. Gummb, Allg.
Ärme Lücks (Leute)
Kinder st. hinger der Dör (Türe;
s. weiter dort) Köln-Stdt
De steht iwwer (de) Erd der Tote liegt auf der Bahre Prüm, Allg.
Den hät ok onder den Dröpp (Traufe)
gestohn von dem, der eine Glatze hat Klevld.
Hei steht allein wie en Üll (Eule)
töschen (
zwischen )
en Koppel Kräihen Mörs, Geld, Ess.
Etz st. ech to descher Diər on Ang unentschieden Siegld. — Von
Tieren im bes.; der Jagdhund
steht wittert das Wild u. bleibt zum Zeichen st., —
st. got für dem Weld Rip, Allg.;
bei Nordwengk steht kenne Hongk Düss-NKassel;
de Kuh steht gut beim Melken, stösst nicht den Eimer um Wend, Allg.;
dat Perd steht wie Hot (Holz) ohne sich zu rühren Heinsb-Süsterseel;
do steaht en Frell (Forelle,
en Fesch) unbeweglich gegen die Strömung Siegld, Allg.; das Muttertier
hät gestange ist gedeckt worden LRip, u. so Rhfrk, Mosfrk u. Kemp, —
hot gestann wie e Mauer Simm;
jö, stoəhn! zur Kuh, sich etwas bei Seite zu stellen;
jö, stoəhn (stand) Perd! Zuruf, geh um einen Schritt voran u. bleib dann wieder st. OBerg in nfrk. Gummb, Wippf;
römstand! Zuruf an die Kuh, zur Seite zu treten Siegld, Allg. (
enen römst. lihren Gehorsam, Achtung beibringen OBerg);
as me »
stohn«
rüppt (ruft),
meint me alle Hennen Mörs;
wo de de Koh fasbengt (festbindet),
do blifft se st. alles gelingt ihm Kref-Osterath. — β. von leblosen Wesen; die Klinge, die vom
Härter ihre Federkraft erhielt,
steht; nach dem heutigen Sprachgebrauch darf das in den Schraubstock gespannte Messer nicht »stehenbleiben«, wenn es bei einer Probe seiner Federkraft nach seitwärts gebogen wird, sondern es muss wieder in seine ursprüngliche Stellung zurückgehen Sol;
he steht (em) vom Penis gesagt (die Hanfmeise flötet:
Piss-chen steht, P. st.! Gummb-Berghsn);
de Noh die Nahe (
u. a. Flüsse)
steht das Eis hat sich
gestellt; der Rhing (zugefroren)
stund su fas, dat de schwörtste Kar dorüover konnt Allg.;
de Flot steaht das Hochwasser steigt nicht mehr Siegld;
dat Blot st. ist gestillt Rip, Allg.;
der Schniə steht der Schnee bleibt, schmilzt nicht Selfk;
dat Wasser steht hu (nidderig) Rip, Allg.;
det Saft stäht stockt im Rebstock Mos;
der Drache steaht der Windvogel steht ruhig gegen den Wind,
der st. Siegld, Allg.;
nu steht der Pohl (Pfahl)
(fas) nachdem er eingerammt ist, —
noch los nicht fest, —
grad, — schef (schief);
nu steht et Hus es ist aufgerichtet;
do st. vill Böm; he hät do vill B. st.; mer welle de Bom st. losse; de B. blif mer st., he hät at Johre long do gestande; et Gras steht got, deck, schlech, dönn; et st. alles got em Feld; et steht vill Froch (Getreide)
em F.; wo dis Johr de Eərpel (Kartoffeln)
st., küt et nächste Johr et klen Gesöms hin; wat st. do vill Hüser; et Döppe (udgl.)
steht voll (Wasser) do; Wolke (der Mond, de Sonn) st. am Himmel, — üvver dem Hus Rip, Allg. (u. so vor allem, was in die Höhe gerichtet ist);
es stähr alles bei de Kuh sie hat schlechten Stoffwechsel Wend-Dörrenb. RA.:
Dat (de Mur udgl.)
steht so fast as Wesel Klevld, —
äs en Mur Elbf, Allg., —
esu fas wie der kalvinische Glaub Aach, Allg.
Alles, was st. on gehn konn! alles, was recht ist, nichts übertreiben Saarbr.
He schwätz, wie em de Mul steht wie ihm der Schnabel gewachsen ist Schleid. Das Getreide
steht (su deck) wie Hor om Honn (Hunde), —
op er Koh Rip, Allg., —
wie Hanf Saarbr-Sulzb.
Hej hät den Hut st. as enen Bur, den Weit (Weizen)
verkocht (-kauft)
hät so keck, er ist übermütig Klevld.
Eich hon em et gesot, wie et owen stäht ihm die Wahrheit gesagt Wittl-Binsf.
Ech wäss (weiss)
net, bo (wo)
mer de Kopp stiht so viele Sorgen habe ich Koch, Allg.
Doə steəht mich der K. net noə dazu bin ich nicht aufgelegt Aach, Allg.;
da stount em de Nas net noə das ging über sein Können heraus Eup, Allg.
Dat Wasser steht em am Halse er st. vor dem Ruin Rip, Allg.
Du moss et sage, wie et am Stöck steht on hält den Sachverhalt genau erklären MGladb.
De Düər steht op de Streck ist nur wenig geöffnet Kemp.
Dat (die Sach usf.)
stiht of huə Berg ist sehr fraglich Goar-Weiler.
Steəhte noch op de nämlije Platsch? Scherzfr. wenn jmd. erzählt, er sei in Köln gewesen u. habe den Dom gesehen Aach, Rip.
Steht de Sonn op Stippe (Stützen),
gift et morge Reəgedrippe Heinsb, Rip, Nfrk (
s. Sonne).
Dem stond för Wot et Wasser om Werf er war sehr zornig Köln-Stdt.
Dat (dat Eəte, die Sak usf.)
steht mech der Hals (tom H.) erut, — em Hals ich bin dessen überdrüssig, —
st. mich bis doə (dar) Nfrk, Rip, —
st. mek en de Kitsche Barm.
Klen Kender ehre Welle steht en der Holzhött sie haben nichts zu wollen Sieg.
Dat stäht noch a (in)
weide Säken ist noch fraglich Mosfrk.
So steht de Häp em Stiel! so ist die Sache Saarl-Niedaltorf.
Et Hus steht en Für on Flamme; et Wasser (de Trone) stont em en de Oge; dat steht net en menger Gewalt, — en Goddes Hangk Rip, Allg.
Der hät de Oge för der Kopp st. Jül, Allg.
De Hor st. em ze Berg er hat straffes, aufrecht stehendes Haar; die Haare sträuben sich ihm vor Schrecken Bitb, Allg. —
Jet st. losse es nicht nehmen, es so lassen, wie es ist Allg.;
e got Perd löt nicks st. Düss;
de lässt käne st. keinen Schnaps, er ist kein Kostverächter Mosfrk, Allg.;
do hät widder ene de Schohn (Schuhe)
st. l. wenn das Sterbegeläute erklingt Rip;
won hos de de Kor st. geloss? zu dem, der schwer atmend herankommt Wittl, Bitb;
alles st. on lige losse Rip, Allg. — Nach einer Richtung hin;
et Thermometer steht op Null; et Wedderglas st. op Ren (Regen);
de Uhr steht op halver zwei Rip, Allg.
Ich hauen dich, dat der de Nas em Nacke st. blif! Schleid-Dahlem, —
der Zeiger om Zefferblatt st. bl. Wermelsk. —
De Uhr, de Müll, de Fabrik, et Rad blif st., — steht stell; dem steht de Mul net st.; do steht enem jo der Verstand st. Rip, Allg.;
et Maul ston em kän Aueblack (Augenblick) er hat immer gesprochen Bitb. —
Dat Bier (
u. a. Flüssigkeit)
steht bei dem Wirt ze lang in der Leitung;
der Kaffe hät ze lang gestande, — schmäck no gest. Rip, Allg.
Et bleibt kä Plug om Enne (Ende)
st. jeder ist zu ersetzen Birkf.
Berg bleiwe st., äwer Mensche begenen (-gegnen)
sich Prüm, Allg.
Fängt de Mongk (Mund)
an te goəhn, blive de Häng (Hände)
st. Kemp.
Et Hatz (Herz)
sall mich st. blive! Beteuerung Aach. — b. übertr. α. mit persönl. Subj. αα.
de Kuh st. gibt keine Milch mehr, bes. vor dem Kalben Saarl-Beaumarais OLimbg SBarbara Wallerfang, Merz-Hargarten, sonst
se st. drocken (drechen, drü usf.). — ββ.
he steht got (net g., schlech) in guten (schlechten) Verhältnissen, meist —
st. sech g.; he steht (sech) net vam beste Rip, Allg., —
des gut Bitb, —
es sich got (schlecht) Aach-Stdt, —
sech net ze bret (breit) seine Vermögensverhältnisse lassen zu wünschen übrig Sieg, —
es sich net breət Aach-Stdt;
hean hat (sich) gut dobei gestanen ist gut dabei gefahren Bitb, Allg.
Et steəht əs sich genge (keiner)
beister, als deə əs sich gott st. Aach-Stdt.
Wör ich mar (nur)
lans de Fuss (Fuchs)
gegange, dann hött ich mich besser gestange Dür-Gürzenich. — γγ. einem st., zu ihm halten, für ihn eintreten Rip;
de kann em ledigen (leidigen)
Dog (Tage)
st. ist jeder Sorge enthoben Prü
m. — δδ. für einen (etwas) st., einstehen, sorgen, bürgen;
der Mann muss vor die Familie, vor Fra un Kinner st.; mer st. all für en bürgen für ihn Saarbr, Allg.;
eich st. (net) dafir ich verbürge mich (nicht);
eich st. möt mein Kopp d. Trier, Allg.;
hej steht för alles Mörs, Allg.;
der steht für mek (für de tiəhn Mark) grad Berg;
för jet st. für die Wahrheit dessen eintreten, was man gesagt hat Aach, Allg.;
hier, de steht ävver för't Vaderland diese Spielkarte ist ein tieferer Trumpf MGladb. — εε. mit einem gut st., freundlich verkehren, sich vertragen, bes. von Jungen u. Mädchen;
ek st. mej ganz gut (nät g., schlech) met minen Nober (Nachbar);
sej steht sech met öhrem Mann g., äwer sej st. sech ärg schlech met öhr Schwegermodder Mörs, Allg.;
wie stoht ihr metene (miteinander)? Selfk, Allg. RA.:
Wemmer mit de Heilige gut steht, brauch mer nit se bere (beten) Simm-Laub.
Wenn de dech bet dem got steahst, st. de dich got ist es vorteilhaft für dich Siegld. — ζζ.
op sech st. ohne Angehörige sein, auf sich selbst angewiesen sein Schleid;
he steht für sech allen (allein), —
für senge Kopp a. Rip, Allg. — ηη.
der steht (stif) va Dreck er starrt von Schmutz; auch mit sachl. Subj.
dat Kled (
dat Hus udgl.)
steht (stif) va luter Dreck Rip, May, Kobl, Trier-Mertesd, Merz-Becking;
der Bam stiht von Äppel er hängt voller Äpfel Kobl-Güls. — θθ. mit andern präpos. Best.;
he steht om hühtste (höchsten)
Gehalt, — steht sich noch op dusend Daler Rip;
der steht bei mir noch op der Lei (Schreibtafel) ist mir noch schuldig Sol, —
em Boch Rip, Allg., —
em Knidd (Kreide) Aach-Breinig;
em Dens, en der Arbet bei enem st.; wo stehs du nu? wo bist du in Stellung? Gummb, Allg.;
der hät ene (eine Braut)
em Hombergschen st. OBerg;
he steht en Kölle bei de Hacketäuer (bei den Sechzehnern) ist Soldat in diesem Regiment (auch
dat Regiment st. en K.);
he steht bei de Zaldaten, — en der dritten Kompanie; he steht ze got em Foder (Futter), —
en Sörg on Angs, — en Ansehn Rip, Allg.;
du stehs jetz allen (allein)
en all der Arbeit Gummb, Allg.;
engen e jen Röcke st. ihn unterstützen Aach; das Brautpaar
steht en de Röf (Rufen) in der kirchl. Verkündigung Rip, —
an (in)
de Froge (Fragen) Trier, Wittl, Bitb, Prüm;
de steht onger (
unter )
em im Range, — noch onger et Veh ist ein gottloser, verkommener Mensch;
he steht für et Senge steht seinen Mann Rip, Allg. —
ii. im Begriffe stehen, in folg. Wend.:
He steht op der Lur (Lauer) um zu lauern, —
om Sprong zu kommen, —
op der Wipp(e) er wird demnächst seine Stellung verlieren, steht vor dem Konkurs Rip, Nfrk, —
op et Nippe Aach-Stdt;
op et Bestaə (Traue) st. im Begriffe sein zu heiraten SNfrk;
de Koh steht op et Kalve kalbt bald Eif, Rip, SNfrk, —
op et Fallen Mörs;
dat es ein, de steiht no et Beddele das Betteln liegt ihr, sie ist darin geübt. — β. mit unpersönl. u. sachl. Subj. αα. unpersönl.
et steht die Parteien haben die gleiche Anzahl Kegel (auch beim Klickersp.) geworfen, auch
et Spill st. Malm, Allg.;
stonnde spelle gleiche Punkte im Hundert-Kartensp. Eup. —
Wie steht et (met dir, der Sach)? wie geht es gesundheitl., geschäftl.; machst du mit; was hast du mit der Sache vor? Rip, Allg.;
et steht got (
net g., schlech, bedröf udgl.)
met em, — met der Sach Rip, Allg. —
Et steht ze hoffe Neuw, Allg., —
anteneəhme das ist wohl glaubwürdig, —
te verwachte (erwarten) Nfrk;
os steht jet bəfür, — nicks Gots b. SNfrk;
dat steht noch dohin das kann man jetzt noch nicht entscheiden, wird sich später zeigen Rip, Nfrk;
dat st. dech ömmer frijə (frei) Selfk, Allg.;
suvill st. fas, dat — Rip, Allg. —
Doə steht et wiər derbute on regent es regnet andauernd;
et (u.
et Weər)
hät et gut st. dass. (
et gut st. häbbe gut gelaunt sein);
et (Weər) bliff st. der Frost hält an SNfrk, Klevld. —
Dat steəht mich selfs esu völl das Gebot erreicht gerade die Höhe des Einkaufspreises Aach-Stdt;
dat sall dir düər (teuer)
ze st. kunn das wird eine teuere Geschichte werden Rip, Allg. —
Hen hat et hüh (hoch)
st. er ist hochmütig Prü
m. —
Dat kann mech egal st. das ist mir einerlei, kann möglich sein;
dat steht sech glik SNfrk;
et steht sich Sol.
Et steht sich glik, wie de Kuh utsüht, wenn se mar (nur)
gout Melk göft Kref-Osterath.
Wenn et wahl steiht, dann st. et w. wenn's genug ist, ist es g. Eup. —
Et gut (schlecht) op äne st. han ihn (nicht) gut ausstehen mögen, gern zu leiden haben Bitb, Allg.
Dat steht bei üch Eurem Ermessen überlassen Rip, Nfrk.
Es stehr alles bei der Kuh sie hat schlechten Stoffwechsel Wend. —
Dem steht et en der Fust steht die Faust zur Arbeit geschickt Gummb.
Et stäht mer nit zu Hand Saarbg.
Dem stiəht alles zom ärwe (Arbeiten),
nur de Ärme on de Bäng (Beine)
net Siegld-Vormwald-Schreibg. —
Wenn de nit willscht, dann kannscht de't st. losse! dann lass es bleiben, gute Worte gebe ich nicht, etwa wenn du es nicht glauben willst Saarl, Allg.;
lott et st. bliwe! Klevld;
ech well et st. losse die Schuld anschreiben lassen Rip, Allg.;
wenn et lang genog gestange hat, kann et sich lege sagt der Schuldner, den ein Kaufmann erinnert, dass noch soviel zu zahlen sei Aach-Merkst. A.:
Eich ma (mag)
dat (diese Speise)
nit! B.: Loss et st., da stesst dich ach (auch)
kä Buck (Bock)! Simm-Laub.
Lot et gohn, es et geiht; l. et st., es et steiht MülhRuhr, Verbr. —
Dat es su sicher wohr (geloge), wie et em Boch steht; wo steht dat geschrivve, dat ech dat dohn soll; he steht et em Boch, en der Zeidung (em Blatt) Rip, Allg.
Der Möller es ene Gauner, dat steht en der Bibel MüEif. —
Van alles steht drop, säij de Jong, du soll hej et Vaderonser van achtere (hinten)
no före (vorn)
beje (beten) Emmerich, —
du soll hen et Bejen lehre Geld. — ββ. sachl.
Wie steəht et Leəve? wie geht's? Aach;
der Gang steht der Eisensteingang fällt ziemlich senkrecht ein;
Erze st. kommen vor;
dat Kronenbohr steht schön es dauert lange, bis es abgenutzt, stumpf ist, in der Bergmspr. Siegld, Altk;
dat Geld steht sicher, — op Zinse Rip, Allg.;
dat (dat Ete) steht en de Rebbe (Rippen) NBerg, Ruhr;
Eərtzenzoppe (Erbsensuppe)
steht lang im Lif hält vor, wird langsam verdaut Gummb.
Der Wendj stong va jene Osten af; doə steht en gruəte Strof drop; domet steht vill op et Spiəll; hem steht och der Senn net of et Geldj Selfk, Allg.;
he hät Geld op dem Hus st. eine Hypothek;
op dem H. steht en grusse Hippethek; all seng Senn st. op dat Mädche, — op et Hirode Rip, Allg.;
mich steht et Eəte ich bin es satt Geilk. —
Der löss sech der Buch st. wird dick u. fett Rip, Nfrk, —
den Bart st. wie
nhd. Allg., —
de Schold st. bezahlt sie nicht Allg., —
Bart un Koschtgeld st. ist ein armer Schlucker Kreuzn. —
Dat Hus steht ze kofe (gelde), — ze Kof Rip, Allg. —
Dat Kled steht passt, kleidet, —
st. dir got (net g., schlech, miserabel) Rip, Allg. RA. über Nichtpassendes:
Dat (Kled, der Rock udgl.)
steht dem wie er alder Gäss (Ziege) Trier-Braunshsn, —
em Huhn ohne Schwanz Saarbg-Rommelfang, —
em Hunn e Hinnergescher Zell-Senh, —
em Aff e Korsett Saarbr-Riegels, —
der Gäss et K. Saarl-Wadgassen, —
er Sau en Spetzenhauf Mosfrk, —
en Schlofmetsch Wittl-Bettenf, —
en Kaputz May-Kollig, —
en Hame (Kumt) Koch-Greimersbg, —
en Brostbeidel Zell-Senh, —
er Sau (der Kuh) e Saddel Rhfrk, Mosfrk, —
dem Mund (Mond)
e Geissdeppen (Giessdüppen) Bernk-Neumag, —
en Zang op e Ferke Aach, —
en Kluət (Feuerzange)
op er Sau Schleid, —
en Kohdreck op en neu Düər MülhRh-Overath, —
en Fus (Faust)
op en Og Rip, Allg., —
en Lus op ene Botterklut Kemp.
Mich steht der Hott (Hut)! Ausr. des Missmutes Aach-Breinig.
Ale Hot steht net got! Dür-Gey.
Dat steht dech net op die Gesecht Selfk. —
Et (dat Frechsen) steht enem ardege Kend net got passt sich nicht Rip, Allg.
Beddele steht net schönn, ävver et ärmt net Aach-Vorweiden.
Dat steint dem Mann nit nett, wann de Frau de Botz (Hose)
anhät Köln-Stdt. —
Den hat de Senn (et, den Geck) dorop st. er ist erpicht darauf (auch
op dat Mädche udgl.) Prüm, Allg.;
he hät der Hot (Hut)
op Sturm st. schief st. Grevbr. — 2. trans.
sech de Ban (Beine)
en de Leif st. lange stehen Koch, Allg., —
en Buch (Fott) st. Rip, Allg.
Ei Wilche (Weile)
st., dat schad em Gonn Köln-Stdt.
Posten (Scheldwach) st. Allg.
Wen bang ös, mott Sch. st. Mörs. Der Gestorbene
steht Leich(t) liegt auf der Bahre Wend.
Enem de Partie st. auf jmds. Seite st. Eup, Aach, Selfk.
Schlang st. in Reihe hintereinanderst., warten, bis man an der Reihe ist Allg.
Kopp st. auf dem Kopfe stehen, sich verwundern Rip, Nfrk;
de Bom st. auf dem Kopfe stehen, die Füsse in die Höhe gestreckt; starr, steif sein, von einem gefrorenen Wäschestück, einem vor Schmutz starrenden Kleidungsstück Wittl, Bitb, Prüm;
Bock st. sich hinstellen, dass ein anderer über ihn springen kann Rip.
De Lihr st. in der Lehre sein Aach.
Pättche, Göt st. Pate, Patin sein Rip, Nfrk.
He steht sinne Mann ist tapfer MGladb, Allg.;
Widderpart st. widerstehen MüEif.
Pangd st. die Wette eingehen Gummb-Berghsn.
En hot em Red (on Antwort) gestanen sich verteidigt WEif, Verbr.
Der Hond steht et Weld wittert es u. bleibt davor st. Allg. — 3.
Part. Prä
s. in best. Wend.:
stoəhndəs stehend, im Stehen;
mer ha st. Kaffi gedronke Siegld-mFerndrft; sonst Siegld
stohndches; a stohənds Aach;
stohnches buhnen stehend Eisbahn schlagen Wittl-Monzel.
Stohnds Foss im Stehen, sogleich Mosfrk, Rip, Nfrk
(st. Futs); stohndes Fots Wermelsk, —
Foss MülhRh, Bergh-NEmbt;
stoəhenden Fut(e)s Gummb-Schwarzenbergisch;
stonnde Fout Eup. RA.:
Der kann st. F. sterve er hat grosse Füsse, grosse Schuhe Allg., —
un dann missen noch drei Mann kommen un en umstüssen Trier-Schleidw.
Stonnde Krag Stehkragen SNfrk, Mörs;
stohnde Lamp Stehlampe Geld. Mörs, MülhRh-Ickten;
stonnend Lecht Siegld-Kromb;
stohle Kar stehenbleibende Karre, die beladen wird, wenn die geladene fortfährt Eusk-Zülp. — Sbl.:
die Stohnerei, dat Gestohn(s).