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spiel

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

spiel n.

Bd. 16, Sp. 2275
spiel, n. ludus, lusus. das wort scheint dem Germ. des festlandes eigenthümlich zu sein. (got. und ags. unbelegt, altn. spil selten und spät, Cleasby-Vigfusson 582b, ist wol deutsches lehnwort.) altfries. spel, spil Richthofen 1041; alts. spil (nur zweimal belegt), mnd. spil, spel, spele, spol(e) Schiller-Lübben 4, 310 f. 6, 268a, mnl. holl. spel; ahd. spil Graff 6, 329 f. verwandte wörter auszerhalb des germ. sind mit sicherheit nicht zu erkennen. Kluge6 371a. Franck 932. vermutungen geben Froehde in Bezzenbergers beitr. 19, 243, und Koegel gesch. d. d. litt. 1, I, s. 11, anm. die form unterliegt wenig änderungen. mhd. spil Lexer handwb. 2, 1091 f. glossen bieten die schreibungen: ludus hd. spil, spyl, spele, spiel, nd. spel, speel, spul Dief. gloss. 338c; ludicra ... schympffige spyl. ludicrosus vol spils, spiles o. spottes, spels off borden. ebenda. nhd. wechseln die schreibungen spil und spiel, sodasz eintritt oder nichteintreten der tondehnung nicht immer erkennbar ist. in neuern mundarten: schweiz. spĭl, pl. spiler Hunziker 246. Seiler 272a; bair. spil, gespil Schm. 2, 665, spiul s. Hartmann-Abele volksschausp. s. 159, tirol. spîl, g'spîl Schöpf 688. Lexer 236 (spîl, m. name einer alpe), spil Zingerle 52b. cimbr. wb. 235a; mitteld. spiel Sartorius 116. Schmidt 225. Spiess 237. Hertel sprachsch. 231. Regel 271 (spîl), nassauisch Kehrein 1, 382, in Köln spil Hönig 149a, auch spēl, so pfälzisch Autenrieth 134, hess. spiel, gespr. spêl Vilmar 392, besonders in den nördlichsten strichen. Müller - Weitz 229, nordthür. speel (und speelleich) Schultze 44b, schpîl Liesenberg 200. nd. im küstengebiete spill brem. wb. 4, 940. Dähnert 447b. Schütze 4, 165. Mi 84b. Frischbier 2, 351a (auch als familienname). Stürenburg 252b, spil oder spül ten Doornkaat Koolman 3, 275a (danach neuwestfries. spil, nordfries. spal); im binnenlande dagegen mit dehnung: spel, speel Strodtmann 223, spêl (pl. spêle) Schambach 203b, spiəl Woeste 249b, špîl Bauer-Collitz 97a. II. spiel im allgemeinen. I@11) spiel bezeichnet im allgemeinen eine thätigkeit, die man nicht um eines resultats oder eines praktischen zweckes willen, sondern zum zeitvertreib, zur unterhaltung und zum vergnügen übt: spiel, ludus, jeu. überhaupt ein thun, so zur belustigung und zeitvertreib angesehen. Jablonski 737a. vgl.: diesen nahmen (spieltrieb) rechtfertigt der sprachgebrauch vollkommen, der alles das, was weder subjektiv noch objektiv zufällig ist, und doch weder äuszerlich noch innerlich nöthigt, mit dem wort spiel zu bezeichnen pflegt. Schiller 10, 325. I@1@aa) so besonders spiel der kinder: di jungen an der strâʒen, dâ si ze spile sâʒen. Lampreht Alex. 3371 Kinzel (vgl. die anm.); und daʒ kinden töhte zuo ir kintlîchen spil, des gap der herre ir vil. der arme Heinr. 331; wenne die kinder hatten spil, ... si liʒ sich jagen unde floch. Elisab. 710; wie mancher tag verflosz, eh vom geschäftgen spiel (des kindes) ein lächelnd heitrer blick schief auf die mutter fiel? Lessing 1, 189; die schlachtenfrohe jugend erweist im spiele, dasz ihre kraft dereinst die ehren der väter mehren wird. Freytag ahnen 1, 41. I@1@bb) von thieren: da trippelt' ich (als vogel) auf einem bein, und hatte so mein spiel. Hölty s. 36 Halm (ballade); es schlummert alles, nur im klaren grunde seh' ich die goldnen fischlein spiele treiben. W. Müller ged. (1868) 2, 7. von der katze: sô diu katze vriʒʒet vil, zehant sô hevet sî ir spil. Iwein 824. spiel der katze mit der maus, vgl. spielen I, 7. dazu das sprichwort: der katzen spiel, ist der meuse tod. Luther sprichw. 35 Thiele, vgl. s. 62, und: aber das sey scherzens eine masze. wir wissen fast wohl, dasz des teufels scherz uns christen einen ernst gilt; wie man spricht: der katzen spiel ist der mäuse tod. briefe 4, 592. I@1@cc) in bezug auf erwachsene menschen ist spiel in dem allgemeinen sinne der unterhaltung und zeitkürzung wenig gebräuchlich, am meisten noch im mhd. kurzweil, vergnügen: thiu ougûn sie imo buntun(thaʒ in zi spile funtun) joh frâgêtun ginuagi,wer inan thanne sluagi. Otfrid 4, 19, 73; deme vugetiʒ sich in einer zit, daʒ sine man ritten jagen und wolten wilt han geslagen durch ir nutz und durch ir spil. pass. 169, 81 Köpke; sie enhêten kein ander spil zwâr vür in genumen alhie. Heinr. v. Freiberg Trist. 4954. vgl. auch: und, wie der dichter kunst mir immer wohlgefiel, so sey der saiten scherz auch meines alters spiel. Hagedorn 3, 25 (oden 1, 2, nach Horat. od. 1, 31, 19 f.). oft in die bedeutung 6 übergehend; so besonders sein spiel haben, haver' un gioco ò il suo gioco, cioè star' in solazzi, canti, suoni ed altre allegrezze e contenti. Kramer dict. 2, 865c; im himmel, im himmel seynd der freuden so viel, da singen die engel und haben ihr spiel (e menano gioco). s. ebenda. vgl. auch: behagt dir, freund, dies rothe rosenleben, so sei von mir auf morgen eingeladen; denn alle tage wird solch spiel gespielt. W. Müller ged. (1868) 2, 6. gewöhnlich ist spiel in solchen verbindungen mit einem synonymon verbunden: da was spil unde wunneunder wiben unde manne. fundgr. 2, 35, 6 (Wiener genesis, Diemer 43, 20: spil unde gamene); da ist fride unde wunne,alles spiles wunne (l. chunne). 36, 5; unde (sie) machten im dô beide vreude unde spil. Iwein 4805. nhd. das zu spiel oder kurtzweil gehört, lusorius. Dasypodius; wo ist der frische muth, der noch für kurtzer zeit allein zu lauterm spiel und kurtzweil war bereit? Rachel sat. ged. s. 97 Drescher (7, 408); das alter sucht die ruh, die jugend liebt die freude, der winter traurigkeit, der frühling lust und spiel (verno tempore ludum jocosque sectamur). Hoffmannswaldau s. ebenda; scherz und spiel wird nur obenhin gekostet. Göthe 26, 12. ferner: nach dem fest und spiel soll man erbs essen, post festum ac lusum pisa edenda, hoc est, parcius vivendum. Henisch 910, 67; der bedeutung II näherstehend: da fieng wir alerlei spil und fantasy an, warn also frelig beisamen. Paumgartner briefw. 15 Steinhausen. s. ferner II, 2, i. in neuerer zeit besonders in der verbindung: er girrte noch ein weilchen, pflückte nun jenen kranz, der seine blonde scheitel schmückte bei spiel und tanz. Hölty s. 4 Halm; er irrte täglich durch den hain, ... und sah dem spiel, und sah dem reihn der dörferinnen zu. 14; für mich ist spiel und tanz vorbey, das lachen ist vorüber. Miller im Göttinger musenalm. 1773, 35 (klagelied eines bauren), zum geflügelten wort geworden, s. Büchmann20 198. der tanz selbst scheint als spil bezeichnet zu sein in der alts. glosse: (audivit symphoniam et) chorum spil. Wadstein 56a, 8 (Essener evangeliargl., zu Luc. 15, 25). vgl.: danzen, reien unde to anderem spele hefstu di geovet mit allem vlît. des dodes danz 262 Bäthcke. I@1@dd) specialisiert spiel mit etwas, da man einen gegenstand zwecklos, oft unbewuszt, irgendwie bewegt oder handhabt, vgl. spielen I, 6: vielleicht, dasz es auf diese art zuletzt das zucken einer oberlippe war, oder ein zweideutiges spiel an der manschette, was in Frankreich den umsturz der ordnung der dinge bewirkte. Kleist 4, 285, 4 Zolling. dann auch spiel mit dem feuer u. ähnl., vgl. spielen I, 6. I@22) spiel wird zunächst nur von menschen und thieren gesagt; doch finden sich in der neuern sprache zahlreiche gebrauchsweisen, wo spiel auch unpersönlichen subjecten zugeschrieben wird. die belege reichen indessen nicht über das 18. jahrh. zurück. der sinn des wortes ändert sich insofern, als der begriff der unterhaltung, des vergnügens dabei fortfällt; es bleibt also im allgemeinen die vorstellung einer zwecklosen, zumeist regellosen bewegung, doch wird zuweilen auch diese aufgegeben. I@2@aa) von theilen des menschlichen leibes, spiel eines muskels, lebhaftes spiel der hände u. ähnl.: das spiel der hände eines schauspielers, 'die in seiner kunst gegründete bewegung der hände'. Adelung (2, 1, a); wie reitzend ist dabey aus ihrem offnen weiten rückfallenden gewand der schönen arme spiel! Wieland 23, 236 (Ob. 11, 61); eine unwillkürliche bewegung der mundwinkel sprach nur zu beredt. eine bewegung der flachen hand nach dem sofa, ... und wieder statt der rede jenes verächtliche spiel der mundwinkel. Ludwig 2, 603; den schweren ernst, welcher unverkennbar auf des offiziers stirn lag, suchte das lebhafte spiel der schön geformten lippen wegzuspielen. W. Alexis Isegrimm 250. von den gesichtszügen, in's spiel setzen: mienen sind ins spiel gesetzte gesichtszüge. Kant 10, 335; dagegen kannte er die wirkung einer fröhlichen musik, wie sie sich in den mienen des gesichts abspiegelt, wie sie alle züge auflöst, und in ein liebliches, reges spiel setzt. Wackenroder herzenserg. 83. ähnlich vom ganzen körper: zur anmuth musz sowohl der körperliche bau, als der charakter beytragen; jener durch seine biegsamkeit, eindrücke anzunehmen und ins spiel gesetzt zu werden. Schiller 10, 104. auch: jeder sinn hat seine eigene schickliche materie, welche die nerven in das erforderliche spiel setzet. Adelung (2, 1, a). I@2@bb) spiel der augen, der blicke u. ähnl.: ihr (der königin) galten die stummen seufzer seiner brust, der winke bedeutungsvolles spiel, die feurige beredsamkeit der blike. Schiller 5, 1, 128 (dom Karlos 2, 10); sie spricht so ganz mit kindersinne, so fromm ist ihrer augen spiel. Uhland ged. (1864) 16 (das wunder). I@2@cc) spiel der lichter, schatten: die zwei flämmchen bewegten sich in einem von zerbrochenen fensterscheiben eingelassenen luftzuge, der sie auszulöschen drohte, und tanzende schatten trieben auf dem altare ein seltsames spiel. Meyer Jürg Jenatsch 48. schattenspiel, licht- und schattenspiel häufig bei Brockes, s. theil 6, 891 und theil 8, 2266: ein vorhang, welcher sonst einfärbig grün, liesz durch diesz schatten-spiel mit laub bewirckt, und schien geblümt wie ein damast. Brockes 1, 222. ungewöhnlicher: oft fuhr sie bey dem säuseln der blätter, dem spiele des monds, ... bebend aus ihrem nachsinnen. Klinger 5, 325; das spiel der niedersinkenden flämmchen. Göthe 30, 36 (vgl. zur erklärung s. 29 f.); ah! und das blizende spiel der perlen, das einem die augen bald wund brennt. Schiller Fiesko 2, 2. — spiel der farben: der farben wechselnd spiel auf krampfhaft zuckenden wangen, jetzt flammroth, jetzt vom nahenden geschick durchschauert, bleich wie eine büste, stürzt in den innern hof, und, wahnsinn in dem blick, besteigt sie (Dido) das entsetzliche gerüste. Schiller 6, 147 (Didos tod 116). dazu farbenspiel, s. theil 3, 1328. ähnlich: einst sasz er am offenen fenster allein in der scheidenden sonne verlöschendem schein und starrte, befallen mit finsterem mut, hinaus in die blutig dämmernde glut. da regte geräusch sich im säulengang; hin warf er den blick: noch schimmerte lang ein farbiges spiel dem geblendeten vor. Chamisso 1, 266 Koch (vetter Anselmo 3). I@2@dd) vom winde: heisz kam der wind geflogen, und trieb sein seltsam spiel. Novalis 1, 230 Meiszner; da trieb der wind sein spiel, dasz aus der blumen kreise die schönste rose fiel. Uhland ged. (1864) 525 (jungfr. Sieglinde); von gegenständen, die der wind bewegt, vgl.: blüten beben in dem spiel der winde. Hoffmann v. Fallersleben ged.9 156; lasz mich dann an deinem munde hangen, dann im rosenschimmer deiner wangen und im spiel der locken lasz mich liegen. 157; sie ... übergab den winden ihr geringelt haar zum spiele. Hölty 20 Halm; dazu flockenspiel (theil 3, 1812): wie es sanft schneiet. wenn ich der lüfte schaum, den weissen schnee, von oben dicht herunter fallen seh: so scheint oft selbst die luft, von regen flocken schwer, und recht, als ob sie, sanft zu uns herab zu sincken, beschäftigt in bewegung wär. durch welche schwebende beschaffenheit gerühret, ein es betrachtendes gelassenes gemüth, das dieses flocken-spiel besieht, ein' innigliche lust, in sanftem schaudern, spüret. Brockes 6, 175. von bewegten wassermassen, vgl. fluthenspiel (theil 3, 1861): ich hatte dieses fluthen-spiel, und ihr veränderlichs gewühl, kaum eine zeitlang angesehn; so brachte mich der wellen wanken, derselben rege flüchtigkeit, ... zu diesen ernstlichen gedanken. 7, 113; die woge stand und rollte dann zurück, entfernte sich vom stolz erreichten ziel; die stunde kommt, sie wiederholt das spiel. Göthe 41, 258 (Faust II, 4); als diese brennende flotte der brücke ... nahe gekommen, zündeten ihre führer die lunten an, trieben die zwey minenschiffe in die eigentliche mitte des stroms und überlieszen die übrigen dem spiele der wellen. Schiller 9, 58. beides zusammen: und kaum aus Sidons stadt gewaltsam fortgezogen, vertraust du sie (die genossen) aufs neu dem spiel von wind und wogen? 6, 412 (Didos tod 99); und mit dem groszen orlogschiffe treiben die wind' und fluten ihre wilden spiele wie kinder mit dem leichten federballe. W. Müller ged. (1868) 1, 95. I@2@ee) von gegenständen, die der mensch in bewegung setzt: die unbändigen leidenschaften des volks, gleich soviel strampfenden roszen, mit dem weichen spiele des zügels zu zwingen. Schiller 3, 85 (Fiesko 3, 2). so gewöhnlich von maschinen und maschinentheilen, spiel der räder, einer feder u. ähnl., wo die eigentliche bedeutung von spiel ganz aufgegeben ist, indem es die gewöhnliche function dieser dinge, also sowol eine zweckvolle wie eine geregelte bewegung bezeichnet und höchstens noch die leichtigkeit und geschmeidigkeit derselben ausdrückt: das spiel des perpendikels einer uhr, der stampfer in einer stampfmühle. Adelung (2, 1, a); das spiel der nadel beim nähen und besonders beim sticken. Campe. so als technischer ausdruck der seesprache: 'die auf- und niederbewegung des pumpenschuhs in der pumpenröhre heiszt das spiel der pumpe; die hin- und herbewegung des steuers das spiel des steuers'. Bobrik 647b, dazu pumpen-spiel 541b, s. theil 7, 2230. ebenso die masten haben spiel, wenn sie beim schlingern des schiffes sich hin und her bewegen, s. Eggers 2, 951. Campe. im bilde: solchen lesern, welche eine geschichte nur alsdann recht zu wissen glauben, wenn ihnen das spiel der räder und triebfedern mit dem ganzen zusammenhange der ursachen und folgen einer begebenheit aufgeschlossen wird. Wieland 20, 18 (Abderiten 4, 3); freylich habe ich nicht ... eine neue oper von Naumann aufführen ... gesehen: aber dafür sah ich ... alle federn eines gerührten weiblichen herzens im spiele. Thümmel 2, 181; es (das volk) hat allzusehr gelitten unter den furchtbaren übeln, die durch die unbrauchbarkeit dieser (staats-)maschinen ... über die welt hereingebrochen, und ist ein allzu aufmerksamer zeuge der schmach gewesen, mit der sich die bedeckt, die sie gegen die erste lebendige bewegung, die wieder in die zeit getreten, ins spiel gesetzt. Görres die heil. allianz (1822) 38. I@2@ff) auf die seelisch-geistige sphäre übertragen. allgemein: den werth dieser eigenschaften erhöhte eine empfehlende gestalt, das volle bild blühender gesundheit und herkulischer stärke, durch das beredte spiel eines regen geistes beseelet. Schiller 6, 105. dafür auch: weil ich anfing, etwas mehr zu ahnen als bloszes kaltes spiel des kopfes. Seume 1, 23 Hempel. gewöhnlich von den einzelnen seelenkräften: ob es zwar bis dahin nur als ein spiel der urtheilskraft, in welchem kinder mit einander wetteifern können, getrieben wird. Kant krit. der prakt. vern. 185 Kehrbach; denn sie (die grundsätze) sagen nicht was geschieht, d. i. nach welcher regel unsere erkenntniszkräfte ihr spiel wirklich treiben. krit. der urtheilskr. s. 20 Kehrbach (einl. V); die spontaneität im spiele der erkenntniszvermögen. 38 (IX); wenn sich das geheime spiel der begehrungskraft bei dem matteren licht gewöhnlicher affekte versteckt, so wird es im zustand gewaltsamer leidenschaft desto hervorspringender. Schiller 4, 61; in thätigen und zum gefühl ihrer moralischen würde erwachten gemüthern sieht die vernunft dem spiele der einbildungskraft niemals müssig zu. 10, 245. gleichbedeutend: in den spielen der einbildung. Kant 3, 96, s. unten g; er schrieb es einem rückfall in seine ehmahlige schwärmerey zu, dasz er durch einen traum, welchen er, bey aller seiner wunderbaren beschaffenheit, doch für nichts mehr als ein spiel der fantasie halten konnte, sich in so heftige bewegungen hatte setzen lassen. Wieland 1, 367 (Agathon 6, 4); wie? dachte er, wenn die erscheinung, die ich von der fee Radiante zu haben glaubte, ein blosses spiel einer erhitzten fantasie gewesen wäre? 12, 24 (don Sylvio 5, 3); es wäre also blosz nöthig, ... jene theatralischen vorfälle, die er (der leser) nur als ein spiel der imagination ansehen mochte, durch eine deutlicher ausgesprochene beziehung auf den höchsten ernst des gedichtes, auch vor der vernunft zu legitimieren. Schiller br. 5, 21 (an Göthe den 8. juli 1796). ähnlich: indem ich nun aber darauf sinne, was wohl zunächst weiter mitzutheilen wäre, so kommt mir durch ein seltsames spiel der erinnerung, das ehrwürdige münstergebäude wieder in die gedanken. Göthe 25, 264. spiel der ideen: da haben wir nun das ganze dialektische spiel der kosmologischen ideen. Kant 2, 370 (krit. der reinen vern. s. 382 Kehrbach, antinomie der reinen vern. 3); wie er meine überspannten ideen von wirksamkeit ... dahin zu leiten sucht, wo sie ihr wahres spiel haben, ihre kräftige wirkung thun können. Göthe 16, 102. dazu: es war nur sache des gedächtnisses und eines lebendigen ideenspiels ohne weitere untersuchung. Seume 1, 23 Hempel; dieses leben trat in bald schroffern, bald mildern übergängen, gerade wie es der zufall oder das wunderbare gedankenspiel in unserer seele mitbringt, in ... gesprächen zu tage. Gotthelf geld u. geist (1895) 1, 96. spiel der empfindungen, leidenschaften u. ähnl.: welches ... allen begriff der pflicht ganz aufheben, und an deren statt blosz ein mechanisches spiel feinerer, mit den gröberen bisweilen in zwist gerathender, neigungen setzen würde. Kant krit. der prakt. vern. 47 Kehrbach; alle form der gegenstände der sinne ... ist entweder gestalt oder spiel, im letzteren falle entweder spiel der gestalten (im raume, die mimik und der tanz) oder spiel der empfindungen (in der zeit). krit. der urtheilskr. s. 71 Kehrbach (analytik des schönen § 14); spiel der leidenschaften sieht man also überall. Heyne briefe an Joh. v. Müller 2, s. 236; das geheime spiel der leidenschaft entfaltet sich hier vor unsern augen. Schiller (1822) 17, 159; es begleite dein gesang das laute spiel meiner gefühle. Schleiermacher monologen 4. — ins spiel setzen (vgl. a zu ende): wenn man ein erkenntniszvermögen ins spiel setzt, so thun sich ... verschiedene begriffe hervor. Kant 2, 101 (transc. analytik 1, 1); weil eben in der vermengung des bösen mit dem guten die groszen triebfedern liegen, welche die schlafenden kräfte der menschheit ins spiel setzen und sie nöthigen, alle ihre talente zu entwickeln. 10, 28; ist hingegen die leidenschaft sein (des dichters) hauptzweck, so ist ihm oft die unscheinbarste handlung schon genug, wenn sie jene nur ins spiel setzt. Schiller 6, 81; von dem vergoldeten saum der berge können wir uns nicht ohne einen sprung auf die blühende und duftende wiese versetzen; und dieser sprung wird dadurch noch fühlbarer, dass wir auch einen andern sinn ins spiel setzen müssen. 10, 248; wenn nicht wirklich die menschheit, nach ihrem ganzen gehalt, in dem Meister hervorgerufen und ins spiel gesetzt ist, so ist der roman nicht fertig. br. 5, 120 (an Göthe den 28. nov. 1796). I@2@gg) stärker wird der eigentliche begriff des spiels empfunden in der häufigen wendung spiel der natur. die natur erscheint hier fast personificiert, wie ein mensch, der neben seiner regelmäszigen thätigkeit zur unterhaltung unregelmäszige dinge nach willkür und laune hervorbringt. der ausdruck bezeichnet gewöhnlich das resultat einer solchen unregelmäszigen wirkung, also einen gegenstand, der von der norm seiner gattung abweicht und durch seine form merkwürdig ist, besonders indem er die täuschung kunstmäsziger erzeugung erweckt, vgl. naturspiel, theil 7, 466. Campe: wenn ich hier diejenige seltenheit in den spielen der einbildung finde, die so viel andere sammler in den spielen der natur angetroffen haben, als wenn sie etwa im fleckigen marmor die heilige familie, oder in bildungen von tropfstein mönche, taufstein und orgeln ... entdecken. Kant 3, 96; die spiele der natur, am himmel und auf der erde, sind bei ihrer mannigfaltigkeit so verschieden von einander. Thümmel 10, 145; da ich aber bey einigen von dieser art puppen, statt derer goldenen, nur silberne puncte angetroffen; so achte ich diesen unterschied wol einer anmerckung würdig, indeme dergleichen spiele der natur unsere gemüther oft mehr belustigen, als die unveränderlichen schönheiten. Rösel insecten belust. 1, 1 cl. der tagv. s. 28. abstract in den verbalen ausdrücken: jedoch findet man; dasz auch unter denen vollkommen-erwachsenen (wollkraut-raupen) die zeichnungen nicht bey allen auf das genaueste übereintreffen, sondern dasz die natur mit der grösse und anzahl der flecken bisweilen ihr spiel zu treiben pfleget. 2 cl. der nachtv. s. 142. ähnlich von der normalen wirkung der natur: dazu kam, dasz die natur ihr ewig altes spiel mit ihnen gemacht hatte. Frenssen Jörn Uhl s. 145. vgl. noch: ihr (des rittersporns) grünes kraut ist lieblich von figur, man sieht, wie die natur mit einem neuen bildung-spiele auf jedem langen stiele ein rundes blat in neun sanfft ausgehölten spitzen sehr ordentlich getheilt. Brockes 2, 338. I@2@hh) ähnlich, der personification nahe kommend: spiel des schicksals. ein bruchstück aus einer wahren geschichte. Schiller 6, 105 (titel einer erzählung von 1789, vgl. Rudolph 2, 345 f. und Campe); wir durchschneiden die unendliche linie der zeit in gleichen entfernungen, an willkührlich durch den leichtesten schein bestimmten punkten, die für das leben ganz gleichgültig sind, nach denen nichts sich richten will, ... weder das gebäude unserer werke, ... noch das spiel unserer schiksale. Schleiermacher monol. 9, 21 Schiele, dazu: wer noch über dies seinen (des lebens) ganzen zusammenhang mechanisch erklären und auch die geheimsten springfedern dieses spiels aufzeigen könne. s. 10, var. — spiel des zufalls: weil aber manche davon (mottenlöcher) noch von wassertropfen wie mit kleinen glaskügelchen verschlossen waren, so schimmerten sie in den sonnenstrahlen bläulich oder rötlich, und don Correa, der ein sternkenner und astrologe war, betrachtete die erscheinung sogleich mit aufmerksamkeit als ein bedeutsames spiel des zufalls. Keller 7, 223; der zufall spielt zuweilen solche spiele. Wieland 22, 17 (Oberon 1, 25), I@33) da spiel eine zwecklose und unterhaltende thätigkeit ausdrückt, so stellt sich leicht der begriff des leichten, mühelosen oder wertlosen und der gegensatz zur arbeit und zum ernst ein. I@3@aa) so: er (der sanguinische) ermüdet unter geschäften und ist doch rastlos beschäftigt in dem, was blos spiel ist, weil dieses abwechselung bei sich führt und das beharren seine sache nicht ist. Kant 10, 320; genialität liefert dem fleisze den stoff zur bearbeitung ... der fleisz aber führt diesen stoff, der ohne ihn ein leeres spiel bleiben würde, ins leben ein. Fichte reden (1871) 64; wage du, zu irren und zu träumen, hoher sinn liegt oft in kind'schem spiel. Schiller 11, 374. ähnlich: hier aber folgt noch allzuvieles in meinen papieren lustigen spieles. Göthe 5, I, 118 Weim. ausg. (zahme xenien viii). so verbunden: wir können auch politik nicht als eine art sport oder spiel behandeln. Naumann-buch 180. — sprichwörtlich: am spiel erkend man, was in einem stecket. Petri J 2b (oder zu II, 7?) — der arbeit gegenübergestellt: was für ein geheimniszvolles, glückliches leben giebt uns die weisheit von erster hand! spiel in der arbeit, arbeit im spiele. Hamann 3, 24. I@3@bb) eine thätigkeit ist einem nur spiel, zum spiele, nicht anstrengend und lästig: aber wenn sie nur ein wenig mühe (fleisz) angewendet, mercken sie, dasz es nur spiel (kurtzweil) sey (ludum et jocum esse). Comenius sprachenth. 9; der mensch ist nur dann an leib und seele gesund, ... wenn ihm alle seine verrichtungen, geistige und körperliche, zum spiele werden. Wieland 24, 135; auch dem hengst war der unebene weg zum spiele. Freytag ahnen 1, 9; zum zweiten sollt ihr mit berechnen und sagen: wie bald ich zu rosse die welt mag umjagen? ... ich weisz, der bescheid darauf ist euch nur spiel. Bürger 66b (der kaiser und der abt); doch unser poet, seit jahren erwägt sein geist die gefährliche laufbahn: was andern ein spiel blos dünkt, was leicht, wie den schaum, von der fläche sie schöpfen; — er findet es schwer. Platen 282b (rom. Oed. 1). sprichwörtlich: starcker männer spiel, ist krancker männer todt. Lehmann 745, 14. kühner: ihrer viele wissen viel, von der weisheit sind sie weit entfernt. andre leute sind euch ein spiel; sich selbst hat niemand ausgelernt. Göthe 2, 261. I@3@cc) im spiele etwas lernen, erreichen u. ähnl. (noch häufiger spielend, s. spielen I, 4, b), ohne mühe: es wäre zu wünschen, dasz man alles dis, was ein fürst zu lernen hätte, ihm im spiele beybringen könte. Lohenstein Armin. 1, 86b; wie hat ein mann, wie du, so leicht die kunst, darob sich die juristen auf richterstülen mächtig brüsten, so bald er will, im spiel erreicht. Göckingk 1, 228; folg' als jünger nicht dem lehrer, dessen saal ist immer voll, weil im spiel er alle schüler zu doctoren machen soll; der mit müh' dem doctor lehret, dasz er nur ein schüler ist, dessen kleine pforte suche, eh' zu grosz du worden bist. W. Müller ged. (1868) 2, 151. ähnlich schon in mittelalterlicher sprache: hei sprach: die Colne wolde winnen, hei insoilde is mit spele neit beginnen. boich v. Colne 796 (d. städtechron. 12, 44). in bezug auf wirkliches spiel (eines kindes): o! würdest du der maler und der dichter gewaltigster, du wirst durch all dein ringen das höchste nie, wie jetzt im spiel, verrathen. Hebbel 6, 321 Werner etwas anders nuanciert, gemächlich: so viele haben dreimal mehr als ich; rennen nach der freude ziele täglich auszer athem sich; ich geh' auch den weg im spiele, und der erst' am ziel — bin ich! Göckingk 1, 79. I@3@dd) ferner steht spiel häufig, um etwas geringfügiges, belangloses zu bezeichnen: so ein man pricht die ee und das die frawe erfert so ist es ein spile und schimpff gewest und ist an (ohne) straffe. Albr. v. Eybe elich weib 9a; er starb in des erlösern land, und sterben war ihm spiel. Hölty 185 Halm; denn des genius feind, der vielgebietende Perse, jahrlang zählt' er sie schon, der waffen menge, der knechte, spottend des griechischen lands und seiner wenigen inseln, und sie däuchten dem herrscher ein spiel. Hölderlin 1, 172 Köstlin. was man nicht achtet, worauf man nichts giebt: rechtschaffenheit, gewissen, alles ist ihm nur ein spiel. Adelung (2, 2, a). s. auch kinderspiel, theil 5, 748 ff. ähnlich schon mhd.: sît si jehent eʒ sî niht ein kinde spil, dem ein wîp sô nâhen an sîn herze gê. minnes. frühl. 138, 5; jane ist eʒ niht ein kindes spil, swer daʒ mit rehte erwerben sol daʒ im von wîbe geschihet wol. Hartmann v. Aue 1. büchl. 604; swaʒ ie gestreit iwer hant, daʒ was noch gar ein kindes spil. Parz. 557, 13; daʒ im wære ein kindes spil, het er daʒ wîp nie gesehen. Stricker kl. ged. 4, 292 (vgl. die anm.). I@3@ee) in ähnlichem sinne werden gern spiel und ernst gegenübergestellt, vgl.: spiel, ... ludus; omne quod joco et non serio fit. Frisch 2, 300a; eʒ sî in ernest ode in spil. Wigal. 6519 (vgl. Teichner 3); daʒ ich im gerne lônen wil beidiu mit ernste und mit spil. 8795; wenn's nur dein spiel gewesen, glaube mir, du wirst's in schwerem ernste büszen müssen. Schiller 12, 213 (Wallensteins tod 1, 3); wie mit dem stab des götterboten beherrscht er das bewegte herz, ... und wiegt es zwischen ernst und spiele auf schwanker leiter der gefühle. 11, 15. streng genommen verträgt zwar der zweck des dichters weder den ton der strafe noch den der belustigung. jener ist zu ernst für das spiel, was die poesie immer seyn soll; dieser ist zu frivol für den ernst, der allem poetischen spiele zum grund liegen soll. 10, 457; nur aus innig verbundenem ernst und spiel kann wahre kunst entspringen. Göthe 38, 139; aus demselben grunde ist es einem volke der ersten art (dem 'volke der lebendigen sprache') mit aller geistesbildung rechter eigentlicher ernst, und es will dasz dieselbe ins leben eingreife, dagegen einem von der letztern art diese vielmehr ein genialisches spiel ist, mit dem sie nichts weiter wollen. Fichte reden (1871) 53. — spiel ist hier nahezu synonym mit scherz, spasz, in der ältern sprache auch schimpf, s. 8, 2595. 9, 169. 10, 1961. so zusammengestellt: zuo schympff und ernst und allem spil findt man hie narren wie man wil. Brant narrensch. vorr. 55 (vgl. indessen II, 11); furcht ist nur spiel und spott, wo nichts zu fürchten ist. A. Gryphius (1698) 1, 72 (Leo 2, 53). ebenso im spiel und spott, wie sonst im scherz, in dem sprichwort: in spêl unde spot sprikt men vake de wârheit (ludus sive jocus verum tacuisse recusat). Tunnicius 610, danach Wander 4, 698, 91. — es ist nur ein spiel gewesen, non è stato ch' un giuoco. Kramer dict. 2, 865c. I@3@ff) aus spiel wird ernst: und wie oft ist nicht (wie das sprichwort sagt) aus spiel ernst ... geworden? Wieland 24, 135; das war zu toll! nun wird ernst aus dem spiele. Göthe 11, 22. daher die im mhd. und mnd. gebräuchliche redensart ûʒ dem spile gên, komen, ernst werden: doe gienc et ût den spele. Eneit 148; sô mochte ich ovele genesen. dat gienge mir harde ût den spele. 13051; eʒ was im komen ûʒ dem spil. krone 1854; so sprachen wyr der worde so vele, dat id zo leest usser dem spele tuschen uns beyden sere geynck. zo syme sper dat hey veynck. Karlmeinet 69, 43; schlimm ergehen, sehr miszfallen: so we dat minem herten dôt, dat ek ne kan werden blide, went ek der lude lucke nide, de se ek degelikes vele, des geit it mi jo ût deme spele. Gerh. v. Minden 100, 72 Seelmann; do ghynck yd Reynken uth deme spele. Reinke de vos 1822. eʒ ûʒ dem spile bringen, ernst machen, es einem eintränken: ih bringe iʒ ûʒ theme spile. Rolandsl. 60, 11; wultu mi moien icht to vele, ik bringet di wol ût dem spele. Gerh. v. Minden 8, 60 Seelmann. s. auch Schiller-Lübben 4, 310b. I@3@gg) etwas im spiel sagen (da man es nicht wirklich meint), aliquid per jocum dicere. Stieler 2086. so mhd. eine rede vür ein oder zeime spil hân u. ähnl., für scherz halten, nicht ernst nehmen oder nicht glauben: er hete sîn rede vür ein spil. Iwein 6282; ditz vernam er für ein spil und ahte eʒ lützel noch vil. Erec 8696; diz mêre daʒ ich sagen wil, eʒ sol manegem dunken spil: die bösen abetiêre manege wâre mêre kêren zeiner lugene unt sprechen eʒ sî ein trugene. Ebernand v. Erfurt 3730; einer sache keine bedeutung beilegen: frowe, ir sult niht sêre klagen umb iuwers œheims widersagen: daʒ sult ir haben für ein spil. Pleier Meleranz 11601; mnd.: here, dit hebbe nicht to spele: sulker knechte vyndestu nicht vele! Redentiner sp. 1662. so auch: dâ von ich bin an vröuden tôt; daʒ ist der lieben gar ein spil. minnes. 1, 96a Hagen; wie hab' ich Paris väterlich gewarnt, ... des alten wort dem frechen schien's ein spiel. Göthe 41, 161 (Faust II, 2). spiel für etwas, das nicht ernstlich und wirklich ist: noch gestern glaubt' ich alle mädchen zu lieben, die mir gefielen; es war lauter spiel und kinderey. Wieland 38, 107. I@44) diesen gebrauchsweisen steht nahe die häufige verbindung sein spiel womit, mit einem haben, treiben u. ähnl. I@4@aa) sein spiel mit jemanden haben, seinen scherz. Adelung (2, 2, a), besonders im ältern nhd., zunächst im sinne von unterhaltung, kurzweil, aber zugleich mit dem nebensinne 'einen verspotten, zum besten haben' u. ähnl.: ir herren, thut em an ein wisz gewant, ... und habet mit em uwer spiel! Alsf. passionssp. 4098; sein spiel mit jemand haben, haver' il suo giuoco con uno, pigliarsi gioco, spasso, burla, baia del fatto suo, tener, metter' uno à giuoco, voler la baia, la berta con uno. v. äffen. Kramer dict. 2, 865c; er hat nur sein spiel mit ihm, pro delectamento saltem illum habet. Stieler 2086; sein spiel mit einem haben, ludum jocumque aliquem facere. Frisch 2, 300a, s. auch spielen I, 7. seltner mit etwas: he hed sîn spil (vergnügen, scherz) d'r mit. ten Doornkaat Koolman 3, 275a, vgl. c. I@4@bb) so besonders gern vom teufel: es ist eben, alsz wen der teüffel sein spiel mitt gehabt hette; den keine woche ist vergangen, dasz ich mich nicht sambstags undt mittwogs ... niedergesetzt habe, umb eüch zu antwortten, ist mir aber allemahl wasz darzwischen kommen, so mich dran verhindert hat. Elisabeth Charlotte 2, 98; zerreisz den brief ja, der teufel möchte sein spiel damit haben. Rabener (1777) 3, 41; habe nur nicht der teufel mit meinen pässen sein spiel! Chamisso 5, 205. so auch häufig absolut, wo es dann der bedeutung 7 nahe kommt: der teufel kann sein spiel haben, wenn sie —. K. Lessing lotteriespieler 85; ey, gnädige gräfin, kein geladen gewehr jemals auf einen menschen gehalten! da kann der böse sein spiel haben. Göthe 15, 71 (die aufgeregten 4, 8); es geht was auf dem gang! es geht doch sonst nicht um — der teufel hat vielleicht sein spiel — das spiel wär' dumm! 7, 64 (mitschuld. 2, 1); nun schau, wie der satan sein spiel hat. Voss 2, 39 (id. 3, 39); de düwel kann siin spill hebben, es kann das unglück seyn. Dähnert 448a. dafür: ich liebte deswegen fast 33 solche gipsabgüsse von engeln so gut wie möglich, und es müszte der henker sein spiel haben, wenn ich dadurch nicht liebe genug zusammengebracht hätte für einen engel auf dem künftigen planeten. J. Paul aus des teufels pap. 1, 16. I@4@cc) jetzt ist die gewöhnliche verbindung sein spiel treiben, mit einem: he drift sîn spil (scherz, geckerei, fopperei) wat mit hum. ten Doornkaat Koolman 3, 275a; das wilde spiel, welches Attila mit den schwachen trieb. Freytag bilder 1, 142; wie? abermahl getäuscht! treibt man wohl gar nur spiel mit mir? und könnten so die frömmsten augen lügen? Wieland 21, 254 (Klelia u. Sin. 4, 247); ähnlich schon in mittelalterlicher sprache: gedenket, wat spils mit uch gedreven si hei bevoren. boich v. Colne 5952 (d. städtechron. 12, 190); ich fürchte, oberst Buttler, man hat mit euch ein schändlich spiel getrieben. Schiller 12, 259 (Wallensteins tod 2, 6); so auch: alle treibt ihr mit dem glück eure spiel' und possen; wenn es euch ein beinchen stellt, seid ihr gleich verdrossen. W. Müller ged. (1868) 2, 176. dafür ferner: auch ... blieb es immer ein unverzeihliches verbrechen in meinen augen, dass sie bey dem grenzenlosen vertrauen, das ich in die unschuld ihrer seele setzte, fähig gewesen war, mit einem herzen wie das meinige ein solches spiel zu treiben, und einen mann ... dem hohngelächter einer frau ... preiszugeben. Wieland 28, 209 (Peregr. Proteus 9); ein moralischer gaukler, der aus selbstsüchtigen bewegursachen sein spiel mit der leichtglaubigkeit der menschen treibt. 32, 143 (Agathod. 3, 1). vgl.: colludium spil, offen- [l. affen- ?] o. snodspil, schemp. Dief. gl. 133a; schentlik spel nov. gl. 101b. mit gegenständen (wobei natürlich der nebensinn des aufziehens u. s. w. wegfällt): bysluft und wetterluft treiben ihr spiel mit den nebeln. Gotthelf geist u. geld (1852) 124. I@4@dd) spiel mit einem oder etwas in demselben sinne auszerhalb dieser verbindungen: Attila setzte mit seinen nachfolgern dasselbe wilde spiel fort, der hunnische löwe mit den katzen von Byzanz. Freytag bilder 1, 172; der alte spruchdichter (spr. Sal. 25, 2) vergleicht den beruf gottes und des königs aber keineswegs in der herkömmlichen weise, ... sondern, tiefer grabend, gelangt er zu einem unterschiede, der geradezu ein spiel des ewigen mit den staatsmännern der sterblichen enthüllt. Naumann gottesh. s. 519; herr pater, hütet euch! der kurfürst ist ein gnäd'ger herr, doch ein gerechter auch, der, was er reif beschlossen, streng vollführt, und nie ein spiel mit seinem entschlusz duldet. Werner M. Luther 1, 2, v. 217. spiel mit etwas, da es einem damit nicht ernst ist (vgl. 3): spiel mit der liebe u. ähnl., vgl. spielen I, 6. I@4@ee) ähnlich mhd. ze spile hân, theils ohne nebensinn, sich womit vergnügen: der (blumen) viengen di hêren vile und heten si zô einen spile. Lamprecht Alex. 6774 Kinzel; theils in dem sinne von c: Fortuna di ist sô getân: ... si hilfit den armen, sô si wile, den rîchen hât si ze spile. 3419. diese wendungen bilden den übergang zur folgenden gebrauchsweise. I@55) häufig steht spiel concret für das object eines solchen spiels, das, womit einer spielt oder sein spiel treibt, s. auch spielball. meist eine person bezeichnend. I@5@aa) selten mit persönlichem subjectsgen., einer ist jemandes spiel. der wird des Hannas spiel, der uns vom ewigen gespötte freyen wil. Fleming 8, ich bin der meinen spiel. gleich wie der wolf dz schaf, ... so fleischet mich die welt. 116; ich bin der götter-spiel, und kurtzweil, ihr behagen, und lustiger pallon, den immer himmelan bald die, bald jene faust, bald hin und her thut schlagen. 117; mein leben schien das spiel eines zauberers. Meyern Dya Na Sore 3 (1791), 396. meist wird die person durch ein abstractum umschrieben: wäre es möglich, .., dasz Lothario selbst nichts davon wüszte, oder wenn er davon weisz, dasz er mit uns das spiel versteckter plane wäre? Göthe 20, 191 (W. Meister 8, 4); Amalia hat ihre stüzen verloren, und ist ein spiel meines willens. Schiller 2, 64 (räuber 2, 1); könig Jakob, das spiel der österreichischen arglist, wie immer, trug durch seine thörichte geschäftigkeit nicht wenig dazu bey, die maszregeln des kaisers zu unterstützen. 8, 113; ihre leichname wären das spiel der bosheit geworden, meine edlen wärter hatten sie geborgen. Meyern Dya Na Sore 3 (1791), 393. in anderm sinne: o du mein heisz verlangen, du meiner wünsche spiel (womit oder um das meine wünsche spielen, vaterland). Hoffmann v. Fallersleben ged.9 383. I@5@bb) häufig spiel des zufalls, schicksals u. ähnl.: o freilich, wenn entschlüsse nur wünsche sind, so ist der mensch des zufalls spiel! Schleiermacher monol. 100; aber sind sie auch sicher, dasz dieser erkieser seines weibes nicht ein wenig das spiel des zufalls war, oder am ende selbst eher gewählt wurde, während er zu wählen glaubte? Keller 7, 175; jener (Epikur) nahm das weltall als spiel des zufalls. Hase kirchengesch.9 (1867), s. 18; freund, so spielen auch wir, selber ein spiel des glücks. Herder 27, 26 Suphan; vgl.: vorschnell und thöricht, ächt wahrhaftes weibsgebild! vom augenblick abhängig, spiel der witterung (laune) des glücks und unglücks. Göthe 41, 208 (Faust II, 3). so auch: euch, tieffen, kan kein sterblichs aug durchdringen; wie? will der denkende, kaum heut entstandne staub, der zeiten spiel, des zufalls raub, sich auch durch diese nächte schwingen? Creuz 1, 81. ungewöhnlich spiel zweier jahre, was in 2 jahren durchgebracht wird: um dem reichen gleich zu prassen, ist dein güthchen kaum das spiel zweier jahre. Göckingk 2, 51. I@5@cc) spiel der winde, von dingen; 'so wird das bewegliche rohr, und überhaupt etwas was der wind bewegen und fortführen kann, ein spiel der winde genannt'. Campe (518a). im bilde: ein fremdling war ich auf erden hier, ein wirbelndes blatt, ein spiel der winde. Fulda talisman 125. vgl.: windgeschaffen, federleicht, locker wie von staube, gleich' ich loser lüfte spiel, gleich' ich einem laube! (similis sum folio, de quo ludunt venti). Laistner Golias 10. das schiff war ein spiel der wellen u. ähnl. auch von menschen: und sollt' ich mich mit ihm ein spiel der wellen sehen; so sey der balken selbst, auf dem ich mich gewagt, dem abgrund zu entfliehn, dem nächsten unversagt. Lichtwer 240. I@5@dd) mit abstracten: wir spielen oft mit dunklen vorstellungen; ... öfter aber noch sind wir selbst ein spiel dunkler vorstellungen. Kant 10, 132; fühle nun, was du bist, zur dunkelheit geboren, ein spiel der zweifel. Klinger 3, 57; weh dem menschen, ... der, des unbestandes spiel, nirgends seiner wünsche ziel, nirgends ruhe findet. Gotter 1, 108; und ich, der fest das leben wollte halten, steh' sinnend da, ein spiel von wahngestalten. Chamisso 6, 279. I@5@ee) für den gen. kann der dativ eintreten: mich warf die menge meiner sünden als ein erbostes meer herum, ich ward ein traurig spiel den winden und des verderbens eigentnm. hannov. gesangb. 283, 2. I@66) der begriff des vergnügens und der freude, der in spiel enthalten ist, wird in der ältern sprache (mhd., mnd. und noch im 16. jahrh.) zuweilen geradezu zum hauptbegriffe. I@6@aa) der gebrauch geht wol aus von der redewendung herzen spil, ursprünglich eine lebhafte bewegung des herzens, eine beschleunigung der herzthätigkeit und des blutumlaufs, worin sich die freude äuszert, vgl.: mîn herze hebet sich ze spil, ze fröiden swinget sich mîn muot. minnes. frühl. 156, 11. doch ist diese sinnliche grundbedeutung meist vergessen. so in ähnlicher verbindung schon abstract für lust, freude: ach, myn herte sprinkt my van spele. Redentiner ostersp. 1754. die verbindung herzen spil selbst lehnt sich indessen gewöhnlich an 5 an und geht auf den gegenstand oder die ursache dieser freude: sîn (Abels) opfer gote sô wol geviel und was sînes herzen spil. denkm.3 nr. 47, 4, 98; da vind ich die diu mich dâ wil: diu ist ouch mînes herzen spil. minnes. frühl. 217, 4, sô hân ich alleʒ daʒ ich wil, süeʒ ougen wunne, herzen spil. Ulr. v. Lichtenstein 425, 9; ich freu mich sîner künfte sô daʒ ich mînes herzen spil hiute an im geschouwen wil. Helmbr. 1863; dû bist gotes meienrîs und sînes herzen spil. Marner XIV, 18 f, 8 Strauch. so noch: aber weil sie es ja sein wollen, mus ich solche ehre leiden, und aus jrem zorn und wüten, meins hertzens freud und spiel machen. Luther 3, 331a (23, 27 Weim. ausg.). I@6@bb) ähnlich mhd. auch ougen spil: si îst mîner ougen spil. minnes. 2, 66b Hagen; si was ir ougen spil, von dem si ganzer wunne vil enphiengen unde nâmen. troj. krieg 143b. I@6@cc) spil allein für freude, lust: vrucht gift uns nut, de blome spil. Gerh. v. Minden vorr. 57 Seelmann; der was dâ ûʒ der mâʒen vil. die in ir herzen heten daʒ vür spil, daʒ sie den grôʒ gemuoten solden schouwen. Lohengr. 6772. mit subjectsgenitiv: der heiden leit, der cristen spil geschach dâ an der stunde. Ulr. v. Türheim Wh. 136a. gewöhnlich treten synonyme ausdrücke verdeutlichend hinzu: wan sie (die frauen) sint der werlde spil und ir wunne mit stæten. Marner VIII, 47 Strauch; daʒ si wâren âne kint, diu rîcher liute wunne sint unde ir spil ûf erden hie. Konr. v. Würzburg Alexius 103; vasten unde venje, wachte unde ouch gebedes vil daʒ was ir vroude, ir selen spil. Elisab. 1518. so noch: also bleibet der glaube an Christo und hat seine freude, lust und spiel an im. Luther 16, 236, 22 Weim. ausg. I@6@dd) häufig ist die ganz unsinnliche verbindung: man pot im wirtschafft reiche mit mennger frewden spil. Albrecht v. Scharfenberg Seifrid de Ardemont 327, 12; daz er uns wil geben noch dirre czit daz ewige leben, daz ist aller vroyden spil und vroyden mit vroyden berigk vil. Mone altt. schausp. III, 525 (s. 158); auch. da vant si aller genaden vil,aller mandunge spil. genes. 72, 8 Diemer. vereinzelnd: der küng wirt han ein frOeuden spil, uff hüttigen tag kostlich hoff halten. trag. Joh. N 6a. hier nähert sich also der sinn der gewöhnlichen bedeutung von spiel, so noch mehr: sô hept sich der fröuden spil, daʒ der geist mit gote hât. Lampreht v. Regensburg tohter v. Syon 3703. I@77) in andern fällen wird die specielle bedeutung von spiel ganz aufgegeben und es bezeichnet einfach die gewöhnliche thätigkeit oder function. I@7@aa) bei menschen, arbeit, dienst; doch nur ganz vereinzelt vom scharfrichter, also wol euphemistisch: dem nachrichter alle wuchen 3 β oder 8 β, so er nicht spiel hat. hat er aber spiel, so gibt man ihm von dem rade 1 pfd., vom sieden 1 pfd., vom pfählen 1 pfd. quelle bei Seiler 272a. I@7@bb) von dingen, maschinen, rädern, federn u. a., s. 2, e. I@7@cc) hieran schlieszt sich, allgemeiner und unbestimmter, die häufige verbindung sein spiel spielen: ich sehe eines jeden gemüthsart und handelsweise. der eine spielt sein spiel, der andre nicht, dieser wird vorwärts kommen, jener schwerlich. Göthe 29, 108. in seiner gewöhnlichen, besondern, angebornen weise verfahren, handeln: unde se slachten na my seer vele, wente grymmende spelen se er spele uppe de, de se vorhaten. Reinke de vos 3650, wofür Göthe: denn sie schlagen mir nach und spielen grimmige spiele. 40, 123 (Rein. fuchs 7); Reinhart, mein andrer (sohn), sah die begegnung und faszte den äugler grad an der kehle, spielte sein spiel und rächte den bruder. 149 (9, für Reinke 4394, s. unten); sehet, oheim, bemerk' ich nun das und sinne darüber, nun, so spiel' ich halt auch mein spiel. 133 (8). so auch jemandes spiel spielen, in dessen weise verfahren: do dat sach myn ander sone Reynardyn, he greep dat kannyn by der kele unde spelde myt eme her Nyterdes spele. Reinke de vos 4394. gern mit unpersönlichem subject: jede gewerbe-ausstellung spielt hier ihr eigenes spiel. Naumann-buch 69; im anschlusz an 2, f, mit ansatz zur personification: die sympathie spielt ihre spiele wieder. Wieland 10, 239 (Aur. u. Cef. 741); der lauben grüne nacht entwickelt zärtliche gefühle, und der instinkt spielt auch ganz heimlich seine spiele. 17, 297 (Idris 5, 78); allmählich ... spielte ihr altes wohlthätiges spiel die fantasie, taucht' ins gefühl des gegenwärtigen alle bilder der schmerzlich süssen vergangenheit. 21, 27 (liebe um liebe 2, 53). dafür auch: sus kan diu minne machen an werden liuten noch ir spil. Pleier Meleranz 1379. s. ferner 2, g zu ende. auch: deus macht sein spil. Luther 16, 115, 7 Weim. ausg. treiben: gott treibet also sein spil. 34; nun ist das innere wesen des auslandes, ... der glaube ... an eine grenze, diesseit welcher zwar das freie leben sein spiel treibe, welche selbst aber es niemals zu durchbrechen ... vermöge. Fichte reden (1871) 81; die ewigkeit hat nur kein ziel, sie treibet fort und fort ihr spiel, läst nimmer ab zu toben. Rist himml. lieder 1, 204. ferner: als er niemand bemerkte nah oder fern, begann er sein spiel. Göthe 40, 78 (Rein. fuchs 5); men Reynke de vos lach up der wachte, ... he brukede al syn olde speel. Reinke de vos 3297. sein spiel wol können, giuocar bene il suo giuoco. Kramer dict. 2, 865c. vgl. noch: nu soltu dînes gewaltes spil, herre, an mir erzeigen hie. Wigal. 6851. hierher auch (?): aber etliche fanden es sey doch nicht ihr spiel (ihre sache?), ihre sorgen deutlich zu zeigen. Pestalozzi Lienh. u. Gertr. 2, 15. I@7@dd) sehr merkwürdig und ganz isoliert ist die mnd. wendung to spele gan, 'ihre thätigkeit beginnen'. Schiller-Lübben 4, 310b: sine ben se em tobet. kleien, biten, ropen und slan, de mosten dar to spele gan. Gerh. v. Minden 99, 36 Leitzmann. IIII. spiel bezeichnet ferner specieller die einzelnen arten der unterhaltung. II@11) als specialisierung von I, 1. so besonders spiele der kinder. sie bestehen theils in bestimmten bewegungen des eignen leibes oder andrer gegenstände, deren motiv die lust an der kraftübung oder an der ausbildung einer besondern geschicklichkeit ist, wie das ball-, kreiselspiel, das spiel mit schussern oder kügelchen, springen durch reifen; theils liegt eine gewisse phantasiethätigkeit und selbsttäuschung zu grunde, häufig verbunden mit einer spielenden vorübung späterer thätigkeiten und berufe, wie das reiten auf steckenpferden bei knaben, das spielen mit puppen bei mädchen. daraus können sich weiter ansätze zu mimischen, dialogischen, dramatischen darstellungen entwickeln. die kinderspiele waren im mittelalter zum gröszten theile dieselben, die noch heute üblich sind, vgl. J. V. Zingerle das deutsche kinderspiel im mittelalter2. Innsbr. 1873. A. Schultz f. leben2 1, 152—5. Weinhold deutsche frauen2 107—13. Krünitz 158, 35—37 (s. auch jugendspiele 1—10): spiele der kinder. J. Paul Levana 1, 89—104; die gewöhnlichen spiele der kinder sind ... nichts als die äuszerungen ernster thätigkeit, aber in leichtesten flügelkleidern. ... schriebe nun ein Deutscher ein werkchen über die kinderspiele ... so würde er sie .. nur in zwei klassen theilen: 1) in spiele, oder anstrengungen der empfangenden, auffassenden, lernenden kraft; 2) in spiele der handelnden, gestaltenden kraft. 89 f.; kint sint nu tratz und unverwiʒʒen; die kintlicher spil sich wollent fliʒʒen, zölle, tribkugeln und meiʒʒen, die siht man nu luders sich fleiʒʒen. renner 14863; ich floh vom spiel zum spiel, und nirgends blieb ich stehen. nach allem sehnt ich mich, und alles wurd ich satt, der kreysel wich dem ball, der ball dem kartenblatt. zu glücklich, wär mein spiel ein bloszes spiel gewesen. Lessing 1, 189; nun folgen kriegerische spiele dem gänsespiel, der blinden kuh; es flieht vorm lärmenden gewühle der kindheit sorgenfreye ruh. Wieland 10, 218 (Aur. u. Cef.); ihre jahre, eine zunehmende bildung ... zogen sie von den heftigen spielen hinweg, die sie bisher in gesellschaft der knaben auszuüben pflegte. Göthe 17, 325; ihre (der Germanen) jahresfeste und die spiele ihrer kinder kamen regelmäszig von halmfrucht und heerde. Freytag bilder 1, 89. s. ferner zusammensetzungen wie ballspiel (theil 1, 1092 f.), puppenspiel (theil 7, 2249), kreisel- oder kräuselspiel (theil 5, 2100. 2157): der alte hob den stab und zeigte: 'dort sind muntre knaben bei dem kräuselspiel'. Herder 26, 151 Suphan (zerstr. bl. 2, 185). mimische oder masken-spiele, vgl. unten 3: so wird uns der bischoff und sein chresem nimermehr zu pfaffen machen, larven und fastnachtspfaffen mag er wol aus uns machen, ... wie die knaben in einem spiel, könige, jungfrawen, und andere personen oder larven machen. Luther 6, 95a. kriegsspiel: unterdessen rüsteten die jungen ungeduldig auf dem rasengrund vor dem hofe die bahn zu kriegerischem spiel. Freytag ahnen 1, 35. das kinderspiel kann auch den charakter eines gewinnspieles (s. unten 7) annehmen: under wilen si besaʒ mit den jungen kindes spil: seht, hette si dan gewunnen vil, si gap ir zehenden ie da von. des was daʒ megedin gewon, swanne si ir spil gedreip, alles daʒ ir uber bleip, daʒ gab si armen kinden. Elisab. 748—55. ähnliche spiele auch bei den thieren, besonders bei den jungen thieren, s. K. Groos die spiele der thiere. Jena 1896. II@22) ähnliche spiele üben auch erwachsene zur erholung und zeitkürzung. vgl. im allgem. J. Schaller das spiel und die spiele. Weimar 1861. K. Groos die spiele des menschen. Jena 1899. Schrader reallex. 784 f. (würfelspiel schon idg., ballspiel bei Homer, brettspiel aus dem süden entlehnt). Müllenhoff altertumsk. 4, 350 ff. Klud in Pauls grundr.2 3, 452 f. (nord. alterthum), für das mittelalter A. Schultz f. leben2 1, 531 ff. Weinhold d. frauen2 1, 113—121. s. ferner spielen. II@2@aa) im allgemeinen: spil, allerley kurtzweyl, ludus. Maaler 380c; ludus, allerley spiel und kurtzweil, ut: ludus talorum, würffelspiel. Corvinus fons lat. 374a; von den schertz- (kurtzweiligen) spielen, de ludicris. Comenius sprachenth. cap. xcvi; über die ältesten zeitkürzungsspiele. Wieland 24, 97 (überschr.); die erfindung der meisten ergetzungsspiele. 102; allerleie juncvrowen spil und junkherren spil, des was dâ gnûc. d. mystiker 1, 223, 1; das ist kein frölich und kurtzweilig spiel, darauff man umb ein schlecht närrisch ding grosse witz und nachdenckens haben musz, und die den kopff so geschäfftig machen, als hätte man wichtige sachen zu thun. spiel seyn erfunden, unlustige gedancken, die ausz verdrieszlichen geschäfften entsprossen, ausz dem sinn zu räumen. die narrheit ist der witz nicht werth, und bey kurtzweil soll man die witz nicht spitzen. Lehmann (1640) 747, 47; die spile bey den gastereyen ... seyn zwar zu einer aufmunterung, aber nicht das rechte hertze, darinnen das leben und die sele der lust wohnet. Butschky Pathmos s. 869; die sämmtlichen spiele aber wären wegen ihrer vergebenen, wo nicht schädlichen bemühung, für etwas geringers als der müssiggang zu halten. Lohenstein Armin. 1, 86a. II@2@bb) die einzelnen spiele: von des Gargantuavals mancherley spiel, und gewül. Garg. 163a (überschr. von cap. 25; dieses zählt auf bl. 164b—170a nicht weniger als 581 spiele auf). zahlreiche spielbenennungen, die meist verbale fügungen sind, s. unter spielen II, vgl. z. b.: es soll auch inhalt hochgedachter künigclicher majestat ausgegangen mandatta alles unzimblich spilen nit gestattet, sonder abgethan werden, als karten, köglen, plattenschieszen und andere spil, daraus sünd, schant und laster flieszen möcht. tirol. weisth. 1, 226, 25; er wäre zwar ein naher nachbar der Lyder, welche das würffel- bret- und ball-spiel erfunden haben solten. Lohenstein Armin. 1, 86a. II@2@cc) die spiele der erwachsenen, namentlich der jugend, sind groszentheils dieselben wie die der kinder; das gilt besonders von den kraft- und geschicklichkeitsübungen. sehr alt und verbreitet ist das ballschlagen, vgl. A. Schultz2 1, 541 f. Krünitz 157, 627—656. 710 f.: die priester ... lieffen in das spilhaus, und sahen, wie man den pallen schlug, und ander spiel treib. 2 Macc. 4, 14; jârlanc wirft der jungen vil ûf der strâʒen einen bal: dast des sumers êrsteʒ spil. Neidhart v. Reuental XLI, 2. ähnliche spiele sind im mittelalter: so erhuobin die werdin vor der brûte pherdin ein spil, daʒ was ein linde hût, ubir ein weich hâr gesût, als ein kûle alsô grôʒ; disin handeweichin klôʒ den wurfin sie ein andir. swilch ir dâ was gerandir und snellir dan die andirn, sô sie begondin wandirn, die behielt dâ den scal. dit spil was geheiʒin bal in rômischir zungin. Athis Ca, 83—95; mit schaggûn ist in ein spil erloubet. buch d. rügen 505 (zeitschr. f. d. alterth. 2, 59), vgl. die anm. von Karajan (schlagball?) und A. Schultz2 1, 541, anm. 2. über kugelspiele ebenda 540. in neuerer zeit sind manche ballspiele (mit gröszeren bällen) aus England gekommen, wie das fuszballspiel. — s. ferner kegelspiel. II@2@dd) über brettspiele s. theil 2, 378, und A. Schultz2 1, 533. Müllenhoff d. altertumsk. 4, 352. ein solches (πεσσός) kommt schon bei Homer vor (Od. 1, 107): so viel ergiebt sich aus Homers Odyssee, dasz das spiel mit einer art von steinernen kegeln, die man pessos nannte, ... zu den zeiten des trojanischen krieges unter den Griechen ... gewöhnlich war. Wieland 24, 103; Athenäus giebt uns in seinen gelehrten tischreden eine sehr deutliche beschreibung, wie die besagten freyer dieses spiel gespielt hätten. 104. so in neuerer zeit das dame-, mühlespiel u. a. s. damenspiel Krünitz 157, 696—706; ähnlich ferner dominospiel 158, 122—7, billardspiel 157, 658—82. s. auch 7, e. das vornehmste und künstlichste brettspiel ist jedoch das aus dem morgenlande (Persien) stammende und seit dem 11. jahrh. in Deutschland bekannte schachspiel, s. theil 8, 1956 ff. (schach). 1962. 1967 (schachzabel). Wackernagel kl. schr. 1, 107—127. A. Schultz f. leben2 1, 535—9: scacus sachzagelspil voc. opt. 35a Wackernagel ( xxvii, 22). vom schach ist die rede: mit dirre meide wol getân er ûf vür den turn gie, wan sie in des niht erlie und spilt mit ime daʒ selbe spil. krone 18819; si zugen mit dem gesteine. eʒ heiʒet noch ein herren spil. Virginal 514, 11, wâ von daʒ spil ervunden wart, hœrt, daʒ wirt iu von mir enbart. Beringen schachged. 241; das wahre schachspiel ... war in Europa vor den kreuzzügen unbekannt. es ist ein morgenländisches spiel. Wieland 24, 107; von der einzelnen partie: aber nicht lange, so nahm das spiel eine wendung, die seiner geschicklichkeit nicht so viel ehre machte als seinem muthe. 127. sprichwörtlich: wann das [schach] spiel aus ist, musz sowol der könig als der fuszknecht in sack, dopo il giuoco, così nel sacco il rè, come la pedina. Kramer dict. 2, 865c. — ein ähnliches spiel ist vielleicht auch mhd. wihtel(în), vgl. spielen II, 1. II@2@ee) eine art brettspiel mit würfeln ist trictrac, mhd. wurfzabel: noch ist einerleye spil des herren spulgen, von dem doch vil sünden und schanden kümt etswenne; wurfzabel ich daʒ spil ouch nenne. renner 11398 ff. vgl. A. Schultz2 1, 533 f. über das eigentliche würfelspiel ebenda 531 f. und unten 7. dazu: cinck, ein spiel, pentas, quinnio, quinarius, quincunx. Henisch 605, 1. — ohne geräte spielt man in Italien das fingerspiel. Krünitz 157, 711 f. II@2@ff) während diese spiele besondere geräte verlangen, ist das bei den sogen. gesellschaftsspielen nicht der fall (vgl. A. Schultz2 1, 543 f.). unter diesen sind die meisten bewegungsspiele den kindern und der erwachsenen jugend gemeinsam, namentlich die mannigfachen arten von versteck- und haschespielen. ein sehr gewöhnliches ist: so kan auch das spiel, die blinde-kuh genannt, die jungen leute gar wohl lehren, dasz sie sich in der welt-lust und freude nicht alzu sehr vertieffen sollen. denn bekannt ists, wie bey diesem spiel einem die augen mit einem tüchlein verbunden werden, und er also geblendet, einen andern von denen, die in der stuben umblauffen, erhaschen musz, da er ja so bald wieder eine seule, wand, tisch oder banck, alsz einem andern in die armen läufft. Wesenigk spiel-sieben (1702) 169. dafür auch: myinda, das spiel, so man nennet die blinde kuhe, oder die blintzelmausz. Corvinus fons lat. 158b. s. ferner Krünitz 157, 601. 610 f. 713—40. 158, 128—142, im einzelnen z. b. plumpsackspiel 78 f. u. a. vgl. auch spielen II, 1. eine scherzhafte bildung für ein versteckspiel ist spinkelwinkelspiel (wobei spinkel aus spiel und winkel contaminiert scheint), bildlich: du thor, ich nennte dich ja keinen narren nicht, nur diesz hab' ich gesagt: es spielen deine sinnen das spinkelwinkel-spiel, drey haben sich verstekkt, die andern suchen sie. heist dieses denn gegekkt? G. Neumark poet. lustwäldchen (1652) 224 ('als Fabian wegen eines schertzes sich entrüstete'). II@2@gg) insbesondere aber nennt man gesellschaftsspiele (vgl. theil 4, 1, 4067) solche, die mehr eine spielende thätigkeit und übung des geistes und gewissermaszen nur eine specielle form und eine steigerung der conversation sind, wie insbesondere die rate- und pfänderspiele, ferner nachahmungsspiele u. a.: kaum waren wir da angelangt, als Lotte beschäftigt war, einen kreis von stühlen zu stellen, und ... den vortrag zu einem spiele zu thun. ich sah manchen, der in hoffnung auf ein saftiges pfand sein mäulchen spitzte. Göthe 16, 35; die alten gesellten sich vielmehr zu uns, ... wenn wir kleine spiele aufbrachten, in denen zufall, geist und witz durcheinander wirken. 206; wir hatten uns in abwechselnden spielen erschöpft als wir endlich aufs heirathen fielen, das als spiel lustig genug ist. 207; wir ... machten einander wechselseitig mit neuen geselligen spielen bekannt. 26, 12; eben jene, mehr oder minder geistreichen, sogenannten kleinen spiele, durch welche ein munterer jugendlicher kreis gesammelt und vereinigt wird, sind groszentheils auf pfänder gegründet, bei deren einforderung die küsse keinen unbedeutenden lösewerth haben. 13; noch blieb für räthsel, witz und geist und feine spiele platz. 1, 123 (stiftungsl.). vgl. Krünitz 157, 556 f. 158, 94—96 (quodlibet-spiel). 107—111 (sinnreiche spiele, gedankenspiele). 120 f. (sprichwörterspiel). II@2@hh) namen einzelner spiele ohne erklärung: ich erinere mich desz spils a la guere nicht mehr. Elisab. Charlotte 2, 272; von dem spiel, dasz man in ein eck pfeifft, habe ich mein leben nichts gehört. 399; Grodniz von Grodnow gedencket in seinen nachdencklichen geschichten auch mancherleyer kurtzweils-spiele mit nahmen, deren eine princeszin ergeben gewesen, nehmlich: königs-lösen, der richter; Burckhard mit der nasen, komm hilff mir grasen; wir geben und nehmen einander; des glücks; wer findt, der gewinnt; nun fah den ball, eh denn er fall; wormit dienst du deinem buhlen; was für bluhmen gebt ihr mir zum krantze; des liebrathens; ich fisch in meines herrn teiche; der blinden kuh; wechsel-tantz; gevatter leihet mir euren sack; des hökkerichten hoffemanns; der hoffe-amter; welches narrheit wäre dir am liebsten; was gilt ein grosz maul guts; ich fange euch ohne einen mayen; ich fange euch, wo ich euch finde; der neun hände; der königin; (stirbt der fuchs so gilt der balg) des todten-tantzes; den haber seen; spring aus dem busch; rath, wer hat dich geschlagen; für sich, hinter sich; rath was ist das? der schönsten den stein; es kömmt ein fisch, es kömmt ein vögelein; rathet ihr, was stund im brieff? ich rühr, ich rühr; wer das nicht kan, der kan nicht viel; der unverständlichen sprachen; worzu ist das stroh gut? was schenckest du mir ins hausz? warum hast du deinen liebsten lieb? helmlein ziehen; verbergens; da sitz ich; (des nachtbars; des kirmesbauers; in der lufft, auff erden, im wasser; das stumm seyn, etc.) und dergleichen lustige spiele mehr. Wesenigk spiel-sieben (1702) 16 f. s. auch nd. korrespondenzbl. 1, 22. 3, 48. 62 f. 75 f. II@2@ii) überhaupt etwas, was man des vergnügens willen thut oder veranstaltet, vgl. I, 1, c. so besonders mhd.: do lieʒ ouch er als durch ein spil ... binden zu einem pfale Anastasien, und dar na hieʒ er beide hie und da umb sie ein vuer machen. pass. 36, 46 Köpke. freier: got, von dir reden birt gnâden vil und ist daʒ aller liebste spil daʒ ich wol wil für elliu spil flôrieren. lobges. 81, 1—4. im vergleich: ir herzen blicke in dem sal hin unde her recht als ein bal giengen, dâ die kint mite spilen nâch kintlîchem site. doch wâren sie des spiles nicht kint, sie heten sîn vor unde sint gespilt und spilten sîn noch vil und was ir allerbeste spil, daʒ spil und ouch ein ander spil, dâvon ich nû nicht sprechen wil (s. 11, b). Heinr. v. Freiberg Tristan 265. weiteres der art s. unter 11. — ähnliches nhd.: das ist ein scherz, ein heitres spiel, ein fest, das er sich selbst und seinem herzen giebt, sich eine schuldlos reine welt zu gründen, in dieser rauh barbar'schen wirklichkeit. Schiller 13, 192 (jungfrau v. Orl. 1, 2). der bedeutung 'schmuck' sich nähernd: und wenn die muse heut, des tanzes freye göttin und gesangs, ihr altes deutsches recht, des reimes spiel, bescheiden wieder fodert — tadelts nicht! 12, 10 (Wallenst. prol.). II@2@kk) ganz allgemein und unbestimmt: ein lustiges spiel, hilaris ludus; ein gewöhnliches, ludus solennis; ein lustiges spiel an sehen, ludum festivum videre. Steinbach 2, 625; sprichwörtlich: es geht keyn spil on schaden ab. Franck sprichw. 1, 84b (vorher: schimpff wil schaden haben). Petri Z 6b; manches spiel ist den sehenden gemacht, manches vor die blinden (mit bezug auf das blindekuhspiel?). Lehman 744, 4. Eiselein 573. Simrock 9710. — für spasz: ey das ist guot spil, das ist spöttlich, lächerig, hui tam cito, ridiculum. Maaler 380c. — s. ferner 11. II@33) die blosz körperlichen übungen und geschicklichkeiten, wie turnen, schwimmen u. ähnl. werden im allgemeinen nicht als spiel bezeichnet, obwol auf sie die vorangestellte definition durchaus zutrifft. vgl. jedoch: sie triben maniger hande spieles kraft: etlîche schuʒʒen dô den schaft, ir genuoge stieʒen den stein. Salman u. Morolf 187. (spiel für tanz s. I, 1, c.) wol aber nennt man spiele besondere veranstaltungen, wo solche künste als schaustellung vor einem publicum und meistens in der form eines wettkampfes geübt werden. II@3@aa) so insbesondere die groszen, periodischen, öffentlichen wettkämpfe des griechischen alterthums in gymnastischen, doch auch in musischen künsten: die alten haben spiele genennet alle öffentliche aufzüge, kampff und gefechte unter menschen und thieren, wettläuffe zu fusse und mit pferden, u. d. g. Jablonski 737a; feierlichkeiten, selbst öffentliche spiele, wie bei Griechen und Römern, haben oft dazu dienen müssen, ... um die gottheit einem volke ... günstig zu machen. Kant religion in d. grenzen d. bl. vern. 182 Kehrbach; ihre (der alten) staatsklugheit erstreckte sich von dem götterdienst bis auf die spiele, die tanzkunst und musik. Hamann 1, 10; da man nu das grosse spiel zu Tyro hielt, und der könig selbs dabey war, schickte der böswicht Jason etliche Antiochener, als weren sie von Jerusalem, das sie das spiel auch besehen. 2 Macc. 4, 18 f. so auch: Homer gedenkt auch noch andrer spiele, mit denen sich die freyer der schönen Penelope die zeit kürzten: aber da sie von der kriegerischen und gymnastischen art sind, welche bey den Griechen, ausser den lieblichen spielen der Musen und Grazien, (gesang, tanz, musik und theaterspielen) fast alle andre verdrängten, so gehören sie nicht zu meinem dermahligen gegenstande. Wieland 24, 106; nach vollbrachter mahlzeit wurden auch, wie in Griechenland von ringern und fechtern, ... allerhand spiele gehalten. Lohenstein Armin. 2, 884a. im einzelnen: die olympische, circensische, hundertjährige spiele, li giuochi (ludi) olimpici, circensi, secolari etc. Kramer dict. 2, 866c; wer nun einmahl hier den preisz erwarb, ward so hoch, als die in olympischen spielen siebenmahl siegende Griechen geschätzt. Lohenstein Armin. 2, 884b; die olympischen spiele. Schiller 3, 587; (bildlich:) wenn man die schicksale dieses namens oder wortes: philosophie ... nicht wie ein gelehrter oder weltweiser selbst, sondern als ein müsziger zuschauer ihrer olympischen spiele studirt hätte. Hamann 2, 16; nur die Korinthier hatten ... keine lust, eher mitzufahren, bis sie mit der feier der isthmischen spiele, welche damals eben einfielen, fertig wären. Heilmann Thuc. 1039 (8, 9). — sonst von gymnastischen übungen und wettkämpfen: so mühelos und lustig schien das spiel mit dem eichenkloben, dasz die zuschauer näher traten und lautes gelächter durch den kreis ging. Freytag ahnen 1, 37; als nach dem spiel der reigentanz begann. 112. II@3@bb) im mittelalter ritterliche spiele, die nur zur unterhaltung und zum schauspiel unternommenen kämpfe, turniere u. ähnl.: ihren kindern hatten ihn (Egmont) die mütter bei ritterlichen spielen gezeigt. Schiller 7, 86. ritterspiel, s. theil 8, 1073 f.: also heissen bey uns ritterspiele alle übungen mit dem gewehr zu pferde oder zu fusz. Jablonski 737a, vgl. Krünitz 157, 555; vorzeiten als Teutschland mit unterschiedlichen kriegen verhörgt war worden, hat Henricus Auceps röm. käyser, ritterspiel angestellt. selbiger zeit ist ein höchste ehr gewesen, bey früher tagzeit die adeliche hände an den pflug legen, nachmittag aber den helm und huth ergreiffen, und selben ritterspielen obliegen. Schuppius 711; (in weiterem sinne?:) nachdem sie aber erwuchsent, warden sie in allem ritterspil ... unterricht. Zimm. chron.2 1, 106, 6. im einzelnen: unsere vorfahren hatten ein solches spiel, welches sie bundwerck hiessen, oder das rennen in den alten pund, wie denn sonderlich folgende spiele wohl zu mercken: das alt teutsche gestech in hohen zeugen, das teutsche alt-crönlein-gestech, das alte geschifft, tartzen-rennen, das wilisch rennen in den armen u. s. w. Fleming t. soldat (1726) 24b. — in diesem sinne sehr häufig in mhd. dichtung: die rîtâre schieʒen den schaft, dâr ist michil spilis kraft. Rother 2118; sô diz ritterlîche spil eine wîle gewert, âne sper und âne swert wirt ein kurzwîle nâch. Stricker Daniel 674; durch lust unde umme ritter spil daʒ hergesinde komen was uf in des fursten palas. Elisab. 2618; die weil ich rait und suechet ritterliche spil. Oswald v. Wolkenstein 1, 4, 5. II@3@cc) aber auch der wirkliche ernstkampf wird in alter sprache als spiel bezeichnet, und diese bedeutung scheint besonders alt zu sein. so in dem einzigen belege der alts. litteratur: ik giBu mîn ferah furi thik an uuâpno spil. Hel. 4686 (Cott.). vgl. dazu spielen. doch findet sich schon im mhd. spil für kampf nur auf grund einer vergleichung oder einer metapher, häufig in der ausgeprägten bedeutung eines glücksspiels (7); vgl. zeitschr. f. d. alterth. 11, 53—59. vom einzelkampfe: sî bêde spilten ein spil daʒ lîhte den man beroubet, der fünfzehen ûf daʒ houbet. Erec 867 (vgl. die anm. und Germ. 4, 196 f.); sus spilten si des tôdes spil. Wigal. 2132, vgl. 10747; dô spilten sî ein ander spil: si zugen von den sîten zwei swert, dô wart ein strîten ze rosse herte und angestlich. Germ. 6, 398 (Gauriel v. Montavel); swâr î gestrêt mîn werde hant, dâr was dat spel gewunnen mîn. Berthold v. Holle Crane 2799 (vgl. die anm.). eigentlicher von den wettkämpfen, die Brünhild ihren freiern auferlegt (vgl. unten 10): si schôʒ mit snellen degnenumbe minne den schaft. den stein vorf si verre,dar nâch si wîten spranc. swer ir minne gerte,der muose âne wanc driu spil an gewinnender vrowen wol geborn: gebrast im an eime,er het daʒ houbet verlorn. Nib. 326, 3; der rinc was bezeiget,dâ soldeʒ spil geschehen. 412, 1; si wânden er hêtemit sîner kraft diu spil getân. 439, 4. von der feldschlacht: die baniere wurden dô bevolen den, die vollen vrô zû deme strîte wâren und ouch gebâren konden mit sô getânem spil. livländ. reimchr. 4201. ähnlich noch nhd.: um eines siegs, der deine junge seele flüchtig reizt, willst du das spiel der schlachten neu beginnen? H. v. Kleist 2, 314 Zolling (Penthes. 5). vgl. die zusammensetzung: nicht kam dem Sacripant sein muth zu statten, nicht dem Torind die stärk' im kämpferspiel. Gries Bojardo 1, 14, 51. II@3@dd) selten wird spiel auf die jagd angewendet: federspiel, jagd mit falken. Adelung (2, 1, a); nu hôret, wie der jongelinc Ascânius sîn dinc toe den spele ane vienc end wie dat birsen ergienc end welich wiltbrât he gewan. Eneit 4563; ich vant ûf einer heide Angeras mit gejeide bî einem rôtwilde und bî ime ûf dem gevilde knappen unde ritter vil lâgn und pflâgen hunde spil mit vil grôʒem schalle. krone 22702. vgl.: nun waren es unzählige kleine fischchen, nach denen die kriegsleute angelten. ... das wasser war das klarste von der welt und die jagd lustig genug anzusehen. ich hatte jedoch nicht lange diesem spiele zugeschaut u. s. w. Göthe 30, 29. II@44) der hier mehr nebensächliche begriff der schaustellung wird in andern fällen zur hauptsache, wenn nämlich der zweck des spieles allein die unterhaltung der zuschauer ist. solches spiel ist für die ausübenden eigentlich eine arbeit, zumal wenn es gewerbsmäszig betrieben wird, und heiszt spiel im hinblick auf die zuschauer, denen es vergnügen und zeitvertreib, aber keinen nutzen bringt. so schon die altgerm. waffentänze: so lief das spiel der helden in des fürsten halle bis die tänzer anhielten, wie durch zauber gebannt, in der stellung von kämpfern je zwei gegenüber. Freytag ahnen 1, 44; besonders aber die gladiatorenspiele der Römer: von schwachen Gotenkönigen hatte die byzantinische staatskunst gefordert, dasz das römische volk bei den circusspielen ... zuerst dem oströmischen kaiser heil wünschen sollte. bilder 1, 126. dann von allerlei vorführungen von gauklern, taschenspielern, seiltänzern u. ähnl.: die jenige müssige speculanten und disputanten ... beduncken mich den seiltäntzern und gaucklern gleich zu seyn. es ist nemlich ein kunst uff dem sail können tantzen. es ist ein kunst, unterschiedliche spiel üben, wie der Jean Potage, oder Ockes Bockes der Amsterdammer zumachen pflegte. Schuppius 708. im allgemeinen: ludicris spectaculis spilum scernum. ahd. gl. 2, 147, 42; edere ludos, ein spiel halten lassen. Corvinus fons lat. 209a; ludos facere, exhibere, ein spiel halten. celebrare, einem spiel zusehen. 374a; spiel anrichten, ludos apparare, spectaculum dare. Stieler 2086; spiel ... spectaculum, editio munerum. ebenda; sich vom spiel ernehren, ludicram artem facere. ebenda.so auch: welch ein lustiges spiel (οἵην τερπωλήν) doch ein gott herführt' in die wohnung! jener fremd' und Iros ereifern sich wider einander, gierig zum kampfe der faust. Voss Od. 18, 37. bildlich: die tappende neugier der sterblichen (nach dem verfasser der 'fragmente') ist für beyde (dessen geist und gott) ein spiel, das des zusehens nicht werth ist. Lessing 10, 222 (Anti-Goeze 10). II@55) jetzt gewöhnlich in engerer anwendung auf eine mimische darstellung, die scenische aufführung einer dramatischen dichtung. II@5@aa) scena lesbanck zem spile. voc. opt. 34b ( xxvii, 8); ludix cleyt des men in spelen bruyckt. Dief. gl. 338c; spiel, als schau-spiel, spectaculum. Frisch 2, 300b; daʒ ander ist uns alleʒ angelihen, als der zeinem spile ein vremedeʒ kleit entnimt, dâ inne er zeiner kurzen vrist erschîne. d. mystiker 1, 333, 1; nach den weyhenachtt feyrtagen aber sollen anndere (comedianten) herkommen, sind aber gegen eurn spyeln in s. Martha unnd prediger closter nichtt zu vergleichenn. Paumgartner briefw. 9 Steinhausen. mit zusatz: der scherzenden, der ernsten maske spiel ... vereinigt uns aufs neu in diesem saal. Schiller 12, 5; doch heute, wen vielleicht der bühne spiel verwundet, der gedenke, sich zum troste, welch fest wir wahr und wirklich heut begehn! Uhland ged. (1864) 103 (prol. zu Ernst v. Schwaben). II@5@bb) meist wird zwischen der aufführung und dem aufgeführten stück nicht strenge geschieden. so besonders in den verbalen fügungen; spiel als subject: nu swiget, lieben lude, und lat uch betuden, wie dit spiel sal vor sich gehen. Alsf. passionssp. 87; ein ernstes spiel wird euch vorübergehn, der vorhang hebt sich über einer welt, die längst hinab ist in der zeiten strom. Uhland ged. 101 (vgl. oben); auch: nicht um andere schuld wird der bock den altären des Bacchus abgewürgt, und besteigen der vorwelt spiele den schauplaz (veteres ineunt proscaenia ludi). Voss Virgils georg. 2, 381. bildlich: das spiel geht zu ende. Lessing 2, 185 (Em. Gal. 5, 6). — ein spil halten, agere comoediam. Maaler 380b; fare, recitare, rappresentare una comedia ò tal giuoco teatrale. Kramer dict. 2, 867a; got gebe, dasz mer das spiel so triben, dasz mer got da midde eren. Alsf. passionssp. 76; seidt das man diese fasznacht vil ubet kurtzweil und schöne spiel. H. Sachs fastn. sp. 1, 12 neudr.; zu hören und sehn was wir hie wollen ein spiel agirn euch zu gefallen. Römoldt laster der hoffart 10a; ungewöhnlicher: ein hüpsch oder verrümpt spil an einem ort machen, locum aliquem ludis celebrare. Maaler 380b; vgl. auch: handel so in eim spil geübt wird, res comica. ebenda. sprichwörtlich: man hat das spiel noch nicht in kleydern gespielt, wann man die comoedi in kleidern spielt, so hats ein gestalt. Lehman 745, 24; das spil erst wol ist zu studieren, eh' man die rolle musz auffüren. Eiselein 574. ins spiel gehen, andar' alla comedia etc. (noch oberdeutsch nach Adelung 2, 2, b, β). das spiel sehen, dem spiel zusehen, star' alla, star' à guardare la comedia. Kramer dict. 2, 867a; wir werden ein schönes, artiges spiel sehen, vederemo un bel gioco, una bella comedia. 865b; ludos celebrare, facere, ein schauspiel halten, einem spiel zusehen. Dentzler 1, 412a; dar umb sollet ir nu an sehen mit innikeit das schone spiell, das man hie beginnen well von dem liden unsers herren. Alsf. passionssp. 47; die ir dem spil habt zugehört. schausp. aus dem 16. jahrh. 1, s. 102, 3. die person (personen) inn das spiel. H. Sachs fastn. sp. 1, 21 neudr. (u. oft); nun was ein junger kauffmann an der tafel, so kurtz darvor in einem spil ein teufel gewesen was. Wickram rollwagenb. 145, 24 Kurz. so auch: wer da betredden wirt in dissem kreisz, ... der do nit gehoret in dit spiel, ... der musz sin busze groiplich entphan. Alsf. passionssp. 113. freier von der mimischen nachahmung eines actes in parodistischer absicht: desgleichen lieset man in den legenden, das etliche stocknarren, wolten den heiden hofirn in einem spiel, und der christen spotten mit der taufe, ... aber dem einen erschein mitten im spiel ein schrifft. Luther 6, 100b (v. d. winkelmesse). II@5@cc) spiel für theaterstück, drama ('schauspiel, bühnenstück' Schöpf 688): spil (das) schauwspil, gemein spil, darinn der gemein lauff unnd das gantz läben der menschen angebildet und für die augen gestelt wirdt, comoedia, fabula, tragoedia. dichter der spilen, poeta comicus, comoedus poeta. Maaler 380b; spiel mit einem frölichen auszgang, n. comedie. spiel mit einem trawrigen auszgang, n. tragedie. Hulsius 302b; planipedia comoedia, humilis argumenti, ein schlecht gantz handwerckerisch spiel. Corvinus fons lat. 494b; si perplacuit fabula, plaudite, hat euch das spiel wohl gefallen, so ... klitschet mit den händen. 495a; spiel, schau-spiel, giuoco teatrale, opera teatrale, drama, opera dramatica. Kramer dict. 2, 866c; spiel mit persohnen auf dem schau-platz, drama. ein lustiges spiel, fabula, comoedia. ein trauer-spiel, tragoedia. Frisch 2, 300b. die einzelnen arten s. trauer-, lust-, freuden-, scherz-, fastnachts-, oster-, weihnachtsspiel u. s. w. belege: und das griechische exemplar sihet fast also, das es ein spiel gewest sey, denn es redet alles in Tobias person, wie die personen im spiel zu thun pflegen. darnach ist ein meister komen, und hat solch spiel in eine ordenliche rede gefasset. Luther bibelübers. 7, 417 (vorr. auffs b. Tobie); von den arten des griechischen dramas: und so entstand ein neues spiel, worinn halb nakte satyrn vom Silen geführt den chor vertraten. Wieland Horazens br. 2, 220 (dazu die anm.: die eigentliche tragödie; ars poet. 221); zu ihren süszen weisen neigte sich das ohr der könige, und endlich schlosz des jahres arbeit sich mit ihren spielen. 236 (v. 405), mit der anm.: mit den tragödien, komödien, und andern theaterspielen, welche anfangs nur nach der erndte gegeben wurden. 't spil fan Jan Klâssen, d. kasperle-theater. ten Doornkaat Koolman 3, 275a. — ein spiel über etwas machen, far, componer' una comedia, drama etc. sopra qualche materia. Kramer dict. 2, 866c; dat ik dat spel sus hebbe gescreven. sündenf. 56. so regelmäszig in den alten titeln von schauspielen: ein spil, der walbruder genant. ein spil von einem schweher, schwiger, tochter und eiden. fastn. sp. 3, reg., s. weiteres das. und nachl.; ein spiel. mit 4. personen, sanct Peter letzt sich mit seinen freunden. H. Sachs 3, 1, 240a; ein spiel. mit 11 personen, wie gott der herr Adam unnd Eva jhre kinder segnet. 243a; ein spil mit sechs personen zu spilen. der knab Lucius Papirius Cursor. 5, 274b; tragoedia Ioannis ... usz den vier evangelisten in spils weisz zuosammen gsetzt. (titel. Solothurn 1549). — vgl. Koberstein gesch. der d. nationallit. 16, 384, anm. 6. 401 und das reg. zeitschr. f. d. phil. 1, 176 f. Germ. 22, 19. II@5@dd) dichterisch zuweilen auch von andrer dichtung: für dieses mahl — doch ohne präjudiz — soll keine muse sich mit unserm spiel bemühen. Wieland 21, 157 (Klelia u. Sin. einl. 2). freier: dis ist ein schon evangelion (von Nicodemus und Jesus), daryn uns furgehalten wird ein schon geistlich spiel, wie die aller beste vernunfft ... anleufft mit der rechten warheit. Luther 20, 414, 29 Weim. ausg. II@5@ee) spiel bezeichnet aber auch die thätigkeit und leistung des schauspielers, besonders in bezug auf ihre qualität: schiefes spiel vergibt man dem schwachen kopf, aber den schauspieler, der sich dem publikum durch nichts als fleisziges memorieren empfehlen kann, und der jezt da steht, und seinen dialog um gottes willen aus der souffleurgrube hervor hohlt, sollten die geseze bestrafen. Schiller 3, 586; in dieser groszen rolle erscheint herr Ifland im ganzen umfang seiner kunst. ich behalte mir die freiheit vor, über das, was ich an seinem spiel bewundre, und was ich nicht bewundre, ein andermal weitläuftiger zu reden. 587. vom ausdruck im einzelnen falle: Fiesko ... (mit erhabenem spiel). 84 (Fiesko 3, 2). II@5@ff) übertragen oder im bilde: wann wir die vorige und alte zeiten beleuchten, befinden und sehen wir eben das alte spiel, wiewol von unterschiedlichen personen agiret und gespielet. Schuppius 522; glaubt ihr wol, diese neunhundert und neun und neunzig seyen nur zum verderben, nur zu puppen eures satanischen spieles da? Schiller 2, 184 (räuber 5, 1 schausp.); viele leser, fürchte ich, werden in jenem geheimen einflusz blosz ein theatralisches spiel und einen kunstgriff zu finden glauben, um die verwicklung zu vermehren. br. 5, 20; wenn du geglaubt, ich werde eine rolle in deinem spiele spielen, hast du dich in mir verrechnet. Piccol. 5, 3. besonders in gewissen redeweisen: die fürnemst person in einem spil seyn, primas partes agere. Maaler 380b; nicht wahr, gnädiger herr, ich bin mit die hauptperson im spiele? Weisze kom. op. 2, 135; der narr im spiel seyn ò seyn müssen, esser ò dover essere il buffone, il zanni, l'arlecchino, lo scaramuccia della comedia. Kramer dict. 2, 867a. sprichwörtlich: man musz allweg ein narren im spiel haben. Lehman 745, 26; darnach das spiel, macht man ein strohwisch zum könig. 12. Eiselein 573. Simrock 9739. s. auch 11, g, α. II@66) eine ähnliche darbietung für das ohr ist die musik, auf die ebenfalls das wort spiel mit vorliebe angewandt wird. so schon ahd.: thaʒ spil, thaʒ seiton fuarentjoh man mit hanton ruarent, ouh mit blâsanne:thaʒ hôrist thu allaʒ thanne. Otfrid 5, 23, 201. doch wird spiel nur von instrumentalmusik, nicht von gesang gesagt. diese bedeutung ist erst im nhd. reicher entfaltet. vgl. spielen II, 5. II@6@aa) spiel, in der musik, instrumentorum musicorum harmonia. Frisch 2, 300a. die thätigkeit des spielens: 'nun, Hanno, ein biszchen musik naschen?' fragte Gerda in einer pause und liesz ihre ... augen, in denen das spiel einen feuchten glanz entzündet hatte, zu ihm hinübergleiten. Th. Mann Buddenbrooks 2, 154; sobald sich diesem ziel der festzug naht, soll euer muntres spiel den könig grüszen von des schlosses zinnen. Fulda talisman s. 90 mit gesang verbunden: wolan mein mund und meine händ, wol auff harpff, instrument behend, vermählet spihl und stim anmuhtiglich zusamen. Weckherlin ged. 180 (ps. 57, 8). früher zum spiele singen: sie nahm ihre zuflucht zum clavier, und hauchte mit süszer, leiser stimme harmonische laute zu ihrem spiele. Göthe 16, 134. in folgender stelle scheint spiel den mit instrumenten begleiteten gesang (lied) selbst zu bezeichnen: sie lobeten gott mit allerhand musicalischen instrumenten, und zugleich mit herrlichen lob- und danck liedern. und dergleichen geistliche gott-lobende spiele finden wir vielmehr in h. schrifft. Wesenigk spiel-sieben 159. so in zusammensetzung klavierspiel, spiel auf dem klavier, orgel-, geigen-, saitenspiel, s. theil 8, 1668 ff.: saiten-spiel, fides, chordarum sonus. Frisch 2, 300a; bey der mahlzeit liesz sie sich von zwölf verschnittenen edel-knaben, welche wechselsweise in die annehmlichsten saiten-spiele sangen, ... bedienen. Lohenstein Armin. 2, 84b. das spiel gehet an, il giuoco, il ballo, la musica comincia. Kramer dict. 2, 865b; nd. dat spil geit, sprichwörtlich: da heff wi't spill gaan, seed de kröpel, un full up de liere ('das heiszt gespielt! sagte der krüppel, und fiel auf die leier'). Schütze 2, 354. II@6@bb) nicht selten in allgemeinerer weise, sodasz nicht nur an die thätigkeit, sondern auch an die ausführenden musiker und die gespielten instrumente gedacht wird, wie musik. insbesondere von tanzmusik: denen von der ritterschaft, auch den alten geschlechten in den hauptstetten soll bey hochzeiten zwaerley spil (als pfeiffer und geiger), aber dem ringern stand mehr nicht dann ein spil zugelassen seyn. landr. v. 1616, f. 564 bei Schm. 2, 665 (b); dazu (?): im städtchen gibt es des jubels viel, da halten sie hochzeit mit tanz und mit spiel. Chamisso 2, 160 Koch (der spielmann). vgl. oben I, 1, c. daher übertragen: wo gelehrte und leutselige reden schallen, da höre ich ein spiel, nach welchem mir das ohre, samt dem hertze, hüpffet. Butschky Pathmos s. 870. so in neuerer zeit besonders mundartlich: 'spill, heiszt auch die musik; und insonderheit, die bey hochzeiten zum tanz bestellte. diese werden daher in hochtiden mit spill und ane spill, so wie die musik in dat grote spill und geheme spill, in unsren ordnungen, unterschieden, so wie die musik mit allen oder nur mit wenigen instrumenten erlaubt ist.' Dähnert 448a; 'speel am ganzen Niederrhein, wie auch im holländ. für tanzmusik, besonders bei den kirmessen.' Müller-Weitz 229, s. ferner Stalder 2, 383. Kehrein 1, 382 (schweiz. bair. hess.). — schweiz. spil musikbande Hunziker 246. II@6@cc) besonders sagt man spiel von der militärmusik. auch hier bezeichnet das wort z. th. die musikübung: (spiel) bey den soldaten, cantilena. Steinbach 2, 626, in der regel jedoch direct die dazu verwendeten musikinstrumente: spill, für trummen und pfeyffen. Maaler 380b; ein spiel (feld-spiel) [term. milit.] giuoco di campagna cioè tamburro v. pauck. trummel. Kramer dict. 2, 867a; spiel bey den soldaten, die trummel, tympanum peditum. Frisch 2, 300b; in der music werden alle instrumente unter diesem namen begriffen, insonderheit in der kriegs-übung diejenigen, so bey den soldaten im brauch, daher mit klingendem spiel ausziehen, so viel heisset, als bey trompeten- und paucken-schall, mit trommeln und pfeiffen. Jablonski 737a; besonders für die trommel: der tambour spannet sein spiel zur reveille. Adelung (1, 2); ehe das commando geschiehet, musz kein klappern auf dem spiel geschehen. Fleming t. soldat 143b; so bald der seiger zwölff uhr schläget, commandirt der vorstehende ältiste regiments tambour nach einen ordentlichen tempo die tambours, dasz sie ihre spiele oder trommeln von denen schultern abnehmen. 144b; der flaggen hoher flug, der blitz der falckeneten, der stücken donnerschlag, das jauchtzen der trompeten, der spiele voller lärm vermengte furcht und lust. P. Fleming ged. 204; last euch erschrecken nicht die jauchtzenden trompeten, der spiele vollen lerm, der flaggen hohen flug. 585; der spiele lauter lerm, der flaggen rothes blut, der hacken dunckler plitz, der stücken trübe glut, und was ihr schrecklichs seht, und was ihr furchtsam höret, das macht euch keine furcht. 591. mit verben: das spiel hören lassen, batter' il tamburo. Kramer dict. 2, 867a; gewöhnlich: der commendant begleitete Eckarthen bisz unter das thor, da die wache auf ordre des commendanten das spiel rühren liesz. Ettner hebamme 273. am häufigsten in der verbindung: mit dem spill gon, mit der trummen umb ziehen, comitari tympana. Maaler 380b; ohne spiel marschiren, marciare senza toccar' il tamburo. Kramer dict. 2, 867a; dargegen (sind) uff 1200 knecht angenommen, die uff den wellen haben wachen müssen und die mit dem speil alle morgen uf wacht gefrt. Imlinsche chron. (16. jahrh.), s. Alsatia 10, 472. so schon mhd.: ein kalb habeten si gegoʒʒen, di irren unde di tumben, mit spile gingen si dar umbe. Diemer ged. 54, 2. dafür jetzt gewöhnlich mit klingendem spiel abmarschiren, ausziehen, uscire, sortire d'una piazza col tamburro battente ò à tamburri battenti. Kramer dict. 2, 867a; sie sind mit klingendem spiel ausgezogen, tympana pulsantes exiverunt ex arce capta. Frisch 2, 300b; es (das militär) zieht ... in guter ordnung und neuer montur mit klingendem spiel den corso herauf. Göthe 29, 238; oder (wollt ihr) bey klingendem spiel nach dem takt der trommel spazieren gehn? Schiller 2, 40 (räuber 1, 2 schausp.); das ganze städtchen, ihr gnaden, kommt angezogen im sonntagsschmuck, und mit klingendem spiel, und hält unten vor dem schlosz. 6, 293 (menschenf. 5); bei klingendem spiele wird paradiert. Chamisso 2, 160 Koch (der soldat). diese wendung allein ist in der heutigen allgemeinen sprache lebendig geblieben; doch wird dabei spiel vom sprachgefühl leicht in dem gewöhnlichen abstracten sinne aufgefaszt, vgl.: das klingende spiel, sonus tympanorum. Steinbach 2, 626. — musikbande oder der einzelne musikant (?): ao. 1620 ist auf eine compagnia fuszvolck in der marck Brandenburg gegeben worden, wie man die grentze belegen müssen: 300 gulden dem capitain. ... 36 gulden — auf vier spiel. balt. stud. 15, 27; daneben: ao. 1623 aber ist es also verhandelt ... 11½ gulden aufs spiel. 28. II@6@dd) spiel für musikinstrument sonst, so zuweilen in älterer sprache: engel myt eren spelen. quelle v. 1495 bei Schiller-Lübben 6, 268a; vgl. saitenspiel 2, theil 8, 1669 f.: seiten spil, nauplium, coraulum barbitum, acetabulum. voc. opt. 35a ( xxviii, 5—8). nhd. spiel, giuoco, cioè stromento musicale, it. stromento d'altro gioco. sein spiel mitnehmen, im sack tragen, portar con esso seco il suo giuoco etc. in scarfella. einem sein spiel zerschlagen, rompere, sfracassare il suo violino, liuto ò altro stromento ad uno. Kramer dict. 2, 867a. nur poetisch: schon glitt, zärtliche braut, meine verlorne hand nach Anakreons spiel, rann es, wie silberton durch die saiten herunter. Klopstock 1, 64; denn rasch dränget sich Arcas heran, ... schlägt das goldene spiel (die leier) wild mit dem eisen entzwey. Göthe 2, 138; fasst seine leyer dann, von welcher liebesschmerz in düstern stunden oft erklungen, und singt sein schwanenlied. so bald er ausgesungen, zertrümmert er das spiel; brich, sagt er, wie mein herz. Alxinger Doolin (1797) 270 (8, 22); erwacht mit trunknen blicken ... gewahr' ich noch im rücken den sänger mit dem spiel. Uhland ged. (1864) 246 (sängers vorüberziehn). auch glockenspiel bezeichnet sowol die zusammenstellung abgestimmter glocken oder glöckchen, wie die damit hervorgebrachte musik, vgl. das.: glocken-spiel, tintinnabulorum sive campanarum concentus. Frisch 2, 300b. — dazu (?) die nd. sprichwörtlichen redensarten: doa häw ick 't spell up'n wa'n, söä de bûr, doa har 'n besoapnen musekanten up de karr. Wander 4, 696, 54. II@77) spiel entwickelt sich ferner mit einer neuen wendung zur bedeutung eines gewinn- oder glücksspiels, indem eine sonst nebensächliche beziehung zur hauptsache wird. schon bei den spielen in gestalt von wettkämpfen (s. oben 3) scheidet der ausgang die spielenden in gewinner und verlierende; schon hier erhält der gewinner meist ein concretes zeichen seines sieges. dasselbe ist bei manchen unterhaltungs- und kinderspielen der fall. doch ist hier meistens der reiz der thätigkeit an sich das entscheidende, und der materielle wert des siegespreises von geringerem belang. namentlich gehören viele brettspiele, schach, billard, kegeln u. a. hierher. entschiedener ist der charakter des gewinnspieles beim kartenspiel ausgeprägt, am meisten jedoch beim würfeln und bei den eigentlichen glücks- oder hazardspielen, wo der ausfall gar nicht von der geschicklichkeit des spielers, sondern ausschlieszlich vom zufall abhängt. vgl. Krünitz 157, 557 f. ihnen schlieszt sich das lotteriespiel an. hier kann also von einer an sich lust gewährenden beschäftigung nicht die rede sein; der reiz des spiels beruht allein auf der gespannten erwartung des ausganges und der hoffnung auf den materiellen gewinn, der zuweilen auch mit unehrlichen mitteln erstrebt wird. II@7@aa) allgemeine definitionen und umschreibungen solcher spiele: spil, als karten und würffelspil, alea. Maaler 380c; spiel, als glück-spiel, ludus, ubi fortuna dominatur. Frisch 2, 300c; das hinfür nyemantz, er sey fraw oder man, eynich spil, wie das genannt ist, domit man den pfenning gewinnen oder verliesen mag, weder hie noch auszwendig der stat thun sol. Nürnb. polizeiordn. 87 Baader; item alle spele, das da gelt magk brengen, ist verboden an X schilling, als dicke das geschieht, keynerley uszgenommen den bredspiele ... off das hoeste umb eyn phening. weisth. 1, 508 (Seligenstadt 1423); item kartenspiln, kuglen und alles spil, was den pfenning bedeütt, ist im gericht verpoten bei dem grossen wantl. Salzb. taid. 19, 34; unter uns ... sind gewisse gewinnsüchtige spiele ... verboten. Jablonski 737b. II@7@bb) so gern im allgemeinen sing., meist ohne artikel, gleichbedeutend mit dem inf. spielen: 'oft bedeutet das spiel, ohne plural, oder das spielen collective, alle beschäftigungen dieser art, besonders so fern sie auf die erlangung eines gewinnstes von dem andern abgesehen sind. das spiel für unerlaubt halten. das spiel hassen.' Adelung (2, 2, b, α); von spilen im leithaus. spilt ain man in einem leithaus oder wettet umb ain guet bey einem rennen oder wie es sich fuegt von spil oder von wetten, das hat kain krafft. Wiener stadtr. v. 1435, s. zeitschr. f. d. alterth. 11, 56; item, als auch nichts guts vom spil kompt, so wöllen wir, da alle geltspile ... allen kindern gemelten thals ... sollen verpoten sein. weisth. 5, 349, 18 (Urbeisthal, Oberels., 1536); was von spill wegen zugâd, sol man enkain recht nit halten, won es nit götlich, noch recht, gott hat ouch kain spill nit beschaffen, won spill ist falsch und untrüw. tirol. weisth. 3, 361, 14—16; spil das ist mit ernst verpoten. steir. taid. 20, 4; ja, das war schon ein ander ding! alles da lustiger, loser ging, soff und spiel und mädels die menge! Schiller 12, 25 (Wallensteins lager 6). so besonders in sentenzen, sprichwörtern u. ähnl.: irriu wîp, zern unde spil diu machent diebe harte vil ... von spile hebt sich manege zît fluoch, zorn, schelten, sweren, strît ... spil tuot genuogen liuten leit: eʒ lêret bœse kündecheit. Vridanc 48, 9—22; ô wê dir, spil, wie bœse ein amt! Reinmar v. Zweter 107, 1 Roethe (vgl. die anm.); spil machet manegen bœsen wiht. Konrad v. Haslau jüngl. 298; spil hât tôren, affen ouch, narren unde manegen gouch. spil ist der tumben ougenweide, swie eʒ lêre untriuwe und meineide. 333 ff.; das spiel treibt unnatürlich hitz, gibt angst, und macht den beutel spitz. Petri M 6b. Henisch 357, 48. Wander 4, 696, 46; das spiel ist ein faden, der hängt voller schaden. das spiel ist ein kübel, in dem steckt alles übel. das spiel ist ein pflaster, auf dem gehen alle laster. das spiel ist eine bank, auf der ruht aller zank. das spiel ist eine linde, unter der ruht jede sünde. das spiel ist eine wurst, nur gefüllt mit durst. 36—41. — verbale und präpositionale fügungen: er ist hitzig über das spil, alea decoquit eum. Maaler 380c; aufs spiel erpicht. Lessing 1, 22, s. unten 8, h; sein bedienter war der einzige, dem die herrschende leidenschaft seines herrn für das spiel bekannt war. 4, 342; wenn sich die frau dem spiel ergiebt, den mann erst nach der karte liebt. Weisze kom. op. 2, 138; sprichwörtlich: wer dem spiel nachhenget, der wird am ersten auff dem spiel betrogen. Petri Eee 4b. — wie er gestern abends mit einigen cavaliers ins spiel gerathen, einige zecchins gewonnen und versprochen hätte, ihnen diesen abend revange zu geben. cav. im irrg. 72; dasz ihr könig während der schlacht beim spiele gesessen. Freytag bilder 1, 130; und ligent tag und nacht im spil. spil wie mann die narren von einem beschweren soll (1554) C 2b. dasz er das spiel nicht verstünde. Hamann 2, 33 (s. spielen II, 6); ein ehrlicher mann, von dem man wüszte, dasz er alle mögliche stärke im spiel besäsze und in den regeln so wohl, als verbotenen künsten desselben bewandert wäre. ebenda; sprichwörtlich: man musz das spil verstehen. Eiselein 673. Simrock 9707; wer ein spiel nicht spielen kan, der soll zusehen. Lehman 745, 17, vgl. Schottel 1120a. Simrock 9705. Wander 4, 701, 171, vgl. 172 f.; wer das spiel nicht versteht, soll die karten nicht mengen. 164 (aus Rabener); nd. de 't spill nich kann, de bliv davan; denn et is lêg un swar to drapen: en waken drôm un drêgsam hapen (trügerische hoffnung). 696, 50; wer dat spill nig versteit, de blive davun, 'mische dich nicht in fremde händel, auch unternimm nichts, dem du nicht gewachsen bist'. Schütze 4, 165; wer des spils recht nit weysz, der sol nit spilen. Franck sprichw. 2, 114b. Petri Eee 6b. Wander 4, 701, 174; ich spiele nicht, nämlich mit solchen, als ihr seyd, welche die gesetze des spieles brechen. Hamann 2, 34. damit ich im sollichs fürkom, will ich in zu allen spilen underrichten lassen, damit er allen vorthail und haimliche verborgne stuck auf dem spil wisse und also aim andern villeucht das sein ehe, dann im ain anderer etwas abbreche. Zimm. chron.2 1, 424, 4; uf sollichs hat er im ain juden von Vilingen .., der diser zeit auf dem spil sonderlich berombt und erfaren, bestellt. 8; sampt allen zukünfftigen meistern und erfindern neuwer listiger spiel, und der verborgenen künsten unnd meisterstücken auff dem spiel. theatr. diabol. (1569) 506b E. — spiel halten von dem, der raum, licht, event. auch die zum spiel nötigen geräte bereit hält und hergiebt: item wer spiel heltt oder thutt, der soll gehalttenn und gestrafft werdenn uff leibs straff. weisth. 1, 801 (v. j. 1491); doch mögen die hern ... die straf nach verwürkung und vermögen der spieler, deszgleichen auch mit dem, so dasz spiel in seinem haus helt, setzen. 5, 571, 9. — im spiele gewinnen, verlieren, älter auf dem spiel: gleich wie das gelt auff dem spiel gewonnen, ist auch nicht wucher, dennoch ists nicht ... on sünde gewonnen. Luther 1, 195a; darümb dürffen die vom adel nicht dencken, das sie yhr gut umbsonst haben, als hetten sie es funden odder auffm spiel gewunnen. 19, 654, 7 Weim. ausg.; sprichwörtlich: wer auff dem spiel verleurt, dem thut es weh. Egenolff 182a; mancher gewint auffm spiel das auffsetzen oder das zusehen (d. h. nichts). Petri Nn 4a; wer unglük hat im spile, ist glüklich im heiraten. Eiselein 573. Simrock 9734; glück im spiel, unglück in der liebe. 9733. dazu: keines mannes sun, der unbestatet ist, den sal nimant hoer verpflegen an spile, wen uf also vil, als he anme halse hat ('haussöhnen darf man nicht mehr abgewinnen, als sie an sich tragen'). Freib. stadtr. 5, § 9. mhd. spil geradezu für spielschuld: die erben gelten ouch weder spil noch wucher. Schwabensp. 240. — wer beim spiel borgt, gewinnt. wer beim spiel wegleiht, verliert. Simrock sprichw. 9735 a/b; dafür älter: item, wer entlechnet über spil, oder wer über spil lichet, ist die pen 3 ℔ ₰. weisth. 5, 214, § 13 (Überlingen, 15. jahrh.). wer einen auff dem spiel kan erzürnen, der hat halb gewonnen. Petri Fff 1b. Henisch 1609, 51. Wander 4, 701, 177; auff dem spiel ist auffhören das best. Petri J 6b. im spile lernt man die leute kennen. Eiselein 573; im spiel gilt keine brüderschaft. Simrock 9704; beim spiel gilt alles. 9743, s. auch Wander 4, 695, 6. 13. 698, 87 f. II@7@cc) von der thätigkeit des spielens. in bezug auf die dauer: mitler weil haben sie uf ainen abent mit ainandern gespilt und im spill sovern für geschritten, das der Beringer auch sein harnasch und das ross in die schanz geschlagen und verloren. Zimm. chron.2 1, 243, 26. in bezug auf die art und weise: gäch, hitzig und unbesinnet spil, praeceps alea. Maaler 380c; sprichwörtlich: schnell spil ubersihet vil. Franck sprichw. 1, 89b. Petri Ss 5a. Eiselein 573. Simrock 9727; je besser spil, je ärger schalk. volksm. aleator quanto in arte est melior, tanto nequior. Eiselein 573. Simrock 9736. — aufrichtig spiel, ludus legitimus. falsch, liederlich spiel, improbus. Stieler 2086. II@7@dd) der plural bezeichnet erstlich die verschiedenen arten zu spielen. hier werden die hauptunterschiede nach den verwendeten geräten bestimmt, spiel mit (früher auch auf) karten, würfeln u. s. w.: darzu soll sich keiner in solchem geloch keines spiels, es sey würfel oder karten, gebrauchen. weisth. 4, 560, 18 (Eddersheim 1535); es soll auch niemands in seim haus kein spil nit lassen thuen, weder uf dem brett, uf der karten oder kuglen, weder umb haller oder pfennig. 6, 273, 5 (Goldburghausen bei Nördlingen 1575); es soll auch alls spill auf allen unszern gründen verpotten sein mit würfl und karten. steir. taid. 299, 4. gewöhnlich treten dafür zusammensetzungen ein wie kartenspiel (theil 5, 242), würfel- oder doppelspiel (theil 2, 1271): du hast es gewunnen mit reichem doppel spiel. bergr. s. 73, 5 neudr. (36, 17); beym würffel- kart- und duppel-spiel ist sünd- und seeln-gefahr sehr viel. Wesenigk spiel-sieben s. 31. (vgl. Müllenhoff d. alterthumsk. 4, 352.) II@7@ee) die arten des spiels im einzelnen haben bestimmte namen, besonders die zahllosen kartenspiele, so z. b.: wir Teutschen haben mancherley spil, mit karten und würffeln, im bret, das meist vor, dreyerley büff, büff regal, da man den gantzen würffel gibt, alle sesz, alle zincken (fünf), alle quatuor, alle drey, alle dausz, alle esz, büff unden und oben, büff, unnd sieben zurück, der frawen spil, das lang verkert, das kurtz, das lortschen, unnd auch der ticketack. Egenolff sprichw. 199b; wer aber kan die vielfältige spiele, so bey dem würffel- bret- und karten-spiele erfunden worden, und noch täglich erfunden werden, alle nennen? denn da ist im bret-spiel das spiel aus und ein, das puffen, ticktack, lurtschspiel, verkehrtes, das interim, schachspiel, die dam und mühle ziehen. etc. in der karten sind die spiele fast unzehlig, da ist scharff und klein trumpffen, carnöffeln, rickelen, vier blatt stich, das spiel ein und dreiszig, treppeliren, primiren, die andere farbe, kauffmanns-labet, etc. Wesenigk spiel-sieben (1702) s. 15; ihrer viel pflegen das spiel ein und dreiszig gar gern in der karten zu spielen, da denn der, so am ersten so viel augen im spiel hat, es gewinnet, sich aussaget, und dem spiel ein ende machet. 159; plistobolinda, polluci ludus, quo qui plura jactu numerat puncta, appositam argenti summam aufert, das spiel der meisten augen. Corvinus fons lat. 322a; da fand ich auff dem tisch ein karten, ich sprach, fraw, mit euch spielt ich gern. sie sprach, das will ich euch gewern. doch sagt mir, was wölt jr für spiel? ich sprach zu jr, zart fraw ich will mit euch ein spiel, das heist man rümpfen. H. Sachs 1, 518b (folgen andre namen); sie sprach zu mir, jr künd nicht viel, ich kan ein rechtgeschaffen spiel. ich sprach, wie haists, ist es noch new? sie sprach, es haisset der untrew. da gibt man yederman ein blat, das wenger dann verloren hat. 518c; ich kan ain spil, haist man das rüempffen, nembt oft den pewtel zu den stüempffen; kan auch ain spil, haist man das flössen, drawff det ich oft den ablas lössen; auch ist ain spil, haist man das puecken, thuet mir oft gwant zum gelt hinzuecken; wais auch ain spil, haist man das possen, des hab ich oft gar weng genossen; auch nent man ain spil: in den thuern, ... auch ist ain spil, nent man den schleck, ... treib auch ain spil, haist man das puczen, ... sich oft ob aim spil, haist das losen, ... der gleichen auch das offen rawschen, ... kan auch ein spil, haist ain undreissig, ... der gleichen das spil ains und hundert, ... der gleich ein spil, haist das carnöffeln, ... dreib auch das spil der leczten les, ... auch ain spil des stichs und der pild, ... noch ist ain spil, haist: der untrew, des ich mich noch am maisten frew. wol kan ich die fünfzehen spil, treib mit aim eines, welchs er wil. der gleich dem pretspil ich anhang, ich kan das kurz und auch das lang, pueff, gegen pueff und pueff regal, dickadack und die lurtsch zu mal, auch umbschanczen und ubern krais, plint wüerffel mir oft machen hais. fastn. sp. 7, 87 f. neudr. ('der verspilt rewter', werke 5, 557b); ich hab eine karten oder zwo, Ellerkuntz ich bring dir ein mumschantz da. Ellerkuntz. wolan ich bins zuofrieden mit, aber das spiel gefelt mir nit, wir wolln karnOeffeln oder rauschen. Heintz ohne trost. wollen retzen oder mit blatern tauschen. Larviculus. ein jder merck auff sein spiel gar vleissig. wir wollen spielen ein und dreissig, sonst wirds der kleine thurm genant, in aller welt jtzt wol bekant. Römoldt laster der hoffart (1564) 40b. so bildlich (mit z. th. fingierten spielnamen): der Scharle (Karl v. Anjou) hât driu spil vürpfliht (geboten) ... daʒ êrste spil ist buf (brettspiel, trictrac?) genant, daʒ verlôs der Prinz, er brach die bunde sâ zehant, des gab er leben unde lant; daʒ ander spil verlôs künic Kuonrâdîn, daʒ heiʒet wol von houbt ouwê, ... ze dem dritten spil sô ist künic Ruodolf niht ze gâch, eʒ mac wol heiʒen hackânâch. minnes. 2, 138b Hagen; s. ferner die beschreibungen zahlreicher kartenspiele bei Krünitz: ambigu- 157, 618—25, baziga- 656—8, boston- 683—7, commerce- 689—94, cucu- 694—6, dreiblatt- 706 f., elfern- 707—10, guimbarde- oder brautspiel 740—4, guinguette- 744—7, hok- 765 f., l'hombre- 766—85, imperial- 785—9, komet- oder manille— 158, 38—47, mariage- 54—6, millioni- und minchiate- 57 f., mouche-, fliegenspiel 59—62, papillon- 64—6, piquet- 68—78, quadrille- (l'hombre en quatre) 80—92, quintille- 92—4, reversis- 96—99, solo- 111—20, connectionen-, réunion 142—7, verständnisz- und patience- 147 f., wechsel- (écarté) 149—53, whist- 154 und im allgemeinen 11—34. wortspielend: vier spiel spielt man in der welt: die reichen bocken, die armen torflent, die frowen untruwen und rauschen die bawren. Wander 4, 699, 141. weiteres s. spielen II, 1, besonders h. l. II@7@ff) spiel heiszt ferner sehr gewöhnlich die einzelne partie: zwey spiele billiard spielen. Adelung (2, 2, b, α, 1), vgl. auch spielchen; ob ich zu einem mâle ein spil (partie schach) des tages mit iu spilen sol. Heinrich v. Freiberg Tristan 4270; sie zog das geld, das spiel war ausz. also giengs darnach alle spiel: behielt ich weng, so hub sie viel. sie war listig, geschwind und rund, das ich kein spiel gewinnen kundt. H. Sachs 1, 518c; ein gelährter wolt nicht spielen, man setze nach jedes spiel ein rosenobel, weil die zeit so köstlich ist, so dadurch vertrieben wird. Lehman 747, 46; gleich wie ein potentat, der sich mit einer privat-person in ein spiel einläst, leiden musz, dasz er nicht als obrigkeit, sondern als ein gegen-spieler tractiret, und etwan schachmatt, oder labet werde. P. F. Sperling Nicodemus quaerens 2 (1719), 1004; vgl.: gesetzt aber, ein ehrlicher mann, ... (s. oben b), der ein spiel aber niemals anders als auf den fusz eines unschuldigen zeitvertreibes lieben und treiben könnte, würde in einer gesellschaft von feinen betrügern ... zu einer parthie mit ihnen aufgefordert. Hamann 2, 33 f. so sprichwörtlich: ein spiel bringt das ander. Lehman bei Wander 4, 696, 58, vgl.: disz laster nimpt im werck wie andere zu, dasz wie ein trunck den andern fodert, also ein spiel das ander bringet. Egenolff 219a; wann das spiel ausz ist, so judicirt jeder nach seinem kopff, wie mans hätt sollen karten, da es doch verlohren. Lehman 746, 38; wann das spiel ausz ist, so sicht man wer gewonnen hat. 41. Eiselein 573. Simrock 9723; sieh wie viel du reicher bist, wenn das spiel geendet ist. 9724; nach dem spiel will jeder wiszen wie man hätt ausspielen müszen. 9725. holstein. spill 'spielgattung, auch stich, lever'. Schütze 4, 165. II@7@gg) mit adjectiven. II@7@g@aα) groszes spiel, wobei um eine grosze summe gespielt wird, sowol von der einzelnen partie wie von der art zu spielen (s. e): allhie inn diesem wylldbad gibtt es kein andere khurtzweil, dann grosse spiel, da man zu 500 in 600 cronen auf einmal unnd gar lyderlichem, ringen spiel verspieltt. Paumgartner briefw. 245; es sollen alle grosse spill in ganzen gericht ... genzlichen aufgehebt und verpoten sein, das hinfiran kain wirt, noch kain hausgesössner in sein haus kain gross spill soll gestaten. tirol. weisth. 4, 267, 6. 9. vgl. holstein. 'en spill as en huus ein groszes spiel, mit dem zusatze: et givt ook lütje (kleine) hüser'. Schütze 4, 165. auch ganz allgemein (s. b), wofür jetzt gewöhnlicher: sei übrigens der hauptmann Jenatsch auf hohes spiel erpicht, so habe er gestern abend seine lust büszen können. C. F. Meyer Jenatsch s. 175. veraltet: kostbares spiel, ludi sumtuosi. Stieler 2086 (hierher?), vgl. 8, b. die genaue höhe des einsatzes wird mit um angegeben: spiel um einen thaler u. ähnl. (s. z. b. d). sprichwörtliche bezeichnung eines niedrigen spiels: ein spil, so kein dreierlicht wert ist! Eiselein 573. II@7@g@bβ) gutes spiel, wenn einer günstige karten bekommen hat: aber wenn die ungeschickten tölpel, ja die sich auch auff dem spiel meister düncken, hefftig gut spiel in der faust haben, unnd kartens so unfürsichtiglichen, dasz sie sichs mit geringem spiel abgewinnen lassen, denn gehets ans rechte lachen unnd spotten. theatr. diabol. 508a A; nun habe ich gut spiel, und wo ich das verliehre, so will ich gott im himmel erstechen. Wesenigk spiel-sieben 124. sprichwörtlich: wer gut spiel hat, der darffs wol bieten. Lehman 745, 20. — ein leichtes spiel, meist bildlich, s. 8, d. in Holstein sprichwörtlich für ein sicheres, leicht zu spielendes spiel: dat spill kann Hemm Mink ook speelen. Schütze 4, 165. II@7@g@gγ) falsche spiele, wobei betrügerische mittel und kniffe angewendet werden, oder diese listen selbst: das ... falsche spiel ... sollen ... durch die churfürstl. Pfalz als den obersten zentherrn allein gestrafet werden. weisth. 5, 234, 3 (Schwarzw., 1561); die drit kunst solt ihr wissen, das sind die falschen spiel: ist man itzt gar gevlissen und treibt sein auch gar viel. welcher bald kan verschlagen, falsch würffel und karten tragen, falsch geld unter schantz schlagen, die lobet itzt die welt: die triegen leut umbs gelt. bergr. s. 43, 11 neudr. (21, 6), (jetzt nur im sing., falsches spiel, zu c, vgl. spielen II, 6). — verbotten spil nach dem gsatz, vetita legibus alea. Maaler 380c; wol mögen unsere burgere gemelten thals (des Urbeisthals im Oberelsasz) zu ergetztlichkeit ötwan am tag die unverpotnen und [un]erlichen spile spilen, doch nit umb grosz gelt. weisth. 5, 349, 18 (v. j. 1536). II@7@hh) mit verben. II@7@h@aα) das spiel austheilen, die karten zum spiel (jetzt meistens einfach geben), im bilde: letzlich kömpt unser herr gott, theilt das spiel ausz, schlegt den bapst mit dem Luther, der ist sein tausz. Luther tischr. 32a. so auch: so wolt es doch keinen rimen haben, wen dass man muost das spil ufheben und ein nws ussgeben, desse die spiler eins wAerid. Anshelm Berner chron. 4, 460, 6. — das spiel bieten (jetzt reizen): provocator, der einen wozu anreitzt, einem eine wette anmuthet, oder das spiel beut, oder nicht passet, sondern spielen will. ... dona provocatoria, die summa wie hoch man wettet, oder das spiel beut. ... provocatione certare, das spiel bieten. Corvinus fons lat. 755b. das spiel wagen: ein spieler gewinnet auch gelt mit sünden, aber wenn ers gewonnen hat, darff ers dem nicht widergeben, dem ers abgewonnen hat, denn er hats so wöllen haben, da er das spiel wagen und des glücks warten wolt. Luther 5, 243a. das spiel karten, von der durchführung der partie im einzelnen, s. karten, theil 5, 239 f. und oben f (Lehman) und g, β; jetzt veraltet. oft bildlich, s. 8, g. sprichwörtlich: man musz das spiel karten, wie mans hat. Lehman 746, 37; das spil verblättern. Eiselein 573. aus dem spiel scheiden, uscire, disimpegnarsi dal gioco. das spiel aushalten, tenere, sostentare il gioco. Kramer dict. 2, 865c. II@7@h@bβ) das spiel gewinnen (die einzelne partie, also verschieden von im spiel gewinnen, s. b), vincer' il giuoco ò la partita. Kramer dict. 2, 865b, vincere Stieler 2086; nun kompts offt, dasz mit eim stein das gantze spiel gewonnen oder verloren wirt. Egenolff sprichw. 199b; wer auff dem spiel einen guten bund im bret hat, darüber ein ander sein stein spielen musz, der hats spiel halb gewunnen. 200a; (sprichwörtlich:) man sagt offt, den stein musz man ziehen, wann man das spiel will gewinnen. Lehman 745, 11; mancher hilfft einem andern das spiel gewinnen zu seinem schaden. er wirfft jhme solche blätter, die er leicht stechen, und das spiel gewinnen kan. 746, 36; wer gewint das spiel, verleurt die huldt, und ist eins andern unglück schuldt. 40. sprichwörtlich: mit gewonnen spiel sol man scheiden. Schottel 1134b. — das spiel verlieren, perder' il gioco. Kramer dict. 2, 865b, victum discedere Stieler 2086; da jm aber ein gut spiel kommen, hat ers für unmüglich geachtet dasz ers verspielen solt, hat derhalben trotzig gesagt, wo er solch gut spiel verlieren würde, wolt er gott im himmel erstechen. aber was er sich geforchtet hat, das ist jm widerfahren, unnd hat das spiel verloren. theatr. diabol. 511b E. sprichwörtlich: hett ich den stein nit gezogen, so hette ichs spiel verloren. Egenolff 199b (Simrock 9732), vgl. dazu: wer aber einen solchen guten zug thut, und zeucht den rechten stein, der gewinnet das spiel, und sagt: hett ich den stein nicht gezogen, so hett ich das spiel verloren. wir brauchens auch schertzweise, als wann zween nach einem glasz mit wein, oder einer kandel biers greiffen, oder nach dem gelt, das jemandt gewonnen hat: hett ich den stein nit gezogen, so hett ich das spiel verloren, das ist, es war zeit, dasz ich zugriff, es were sonst ein anderer kommen. 200a. — von andern spielen: etliche zeichnen ein strich (linien) ab, welchen, sobald sie berühret haben, bleiben sie flugs stehen: welcher darüber hingelauffen, oder auch diszseit bestehen geblieben ist, der verleuret das spiel. Comenius sprachenth. 947. II@7@h@gγ) auf dem spiel aufsetzen, in ludum deponere. auf dem spiel wetten, facere sponsionem deposito nummo. Stieler 2086; es soll einer nicht mehr zum spiel auffsetzen, als so viel er hätt wollen den buben auff der gassen preisz geben. Lehman 745, 13; wan er gerne sæhe, daʒ ir den kopf als wæhe an daʒ spil saztent. Flore u. Blansch. 4825; ins spiel setz ich, da steht ein groschen. Römoldt laster der hoffart 41a. so auch: es stehen zehn thaler auf dem spiele, es wird darum gespielt. Adelung; und stand gar oft das geld thalerweise auf dem spiel. (K. Fischer) denkwürdigkeiten eines arbeiters (1903) 220. solche wendungen, besonders auch aufs spiel setzen, sehr gewöhnlich übertragen, s. 8, i. II@7@h@dδ) dem spiele zusehen, sprichwörtlich: gleich, wie man spricht, wer dem spiel zusihet, der kans am besten. Luther 6, 136a; wer dem spiel zusihet, der kans am besten, kan besser sehen, wie die streich gehen, als die spieler selbst. Lehman 745, 10, s. ferner Petri Eee 5a. Eiselein 573. Simrock 9708. Wander 4, 701, 169; vgl.: in einem jeglichen spiel sind mehr zuseher den spieler. Petri Kk 5a. II@7@h@eε) einem ins spiel sehen, in die karten (um sich dadurch einen unrechtmäszigen vortheil zu verschaffen): collusio, propr. wenn einer den andern ins spiel lässet sehen, comm. wenn mans mit einander hält. Corvinus fons lat. 374b (hier also von zweien, die gegen dritte zusammen spielen; sonst sieht man dem gegner in die karten); wer jhme ins spiel oder karten sehen lässet, der kan leicht sein schantz verliehren. Lehman 598, 12; bildlich, in freierer weise: Aristoteles, Homerus, unnd vil der alten, sich selbs hart bekümmert, zum teil unsinnig gemacht und getödt haben, dz sy aller ding art und ursach nit haben finden mögen, noch gott durchausz ... in sein spiel sehen. Franck weltb. 23a; die (sachen) kund ich verglosiren ertig, schosz doch offt zu weyt von dem ziel und liesz mir sehen inn das spiel, das man offt uber mich thet schnaltzen. H. Sachs 1, 541b. sprichwörtlich: sihe in dein eigen spiel (bekümmere dich um deine angelegenheiten). Petri Ss 1b. Simrock 1918. ähnlich in freierer weise: eim weib ich nicht gestatten kan in der gemein zu reden viel, sie schweig nur still und wart jr spiel. Dedekind christl. ritter (1590) F 1a (2, 2). ins spiel reden: es mögen aber seine regenten noch so geschickt und klüglich handeln, so weisz er doch solches zu traduciren und durchzuhecheln. solche leute aber gemahnen mich nichts anders, als wie die, so ein paar spielern zusehen. dieselben pflegen meistentheils in das spiel zu reden, und wissen bald dieses, bald jenes zu carpiren. da spielet dieser nicht recht, da spielet jener nicht recht, und wenn sie selber mitspielen solten, so würden sie es weit schlimmer machen. P. F. Sperling Nicodemus quaerens 2 (1719), 1035. so bildlich: sol man das gesetz gar ligen lan, das man davon nicht predig mehr, weils doch ist ein verdrieslich lehr? welch niemand gerne hören wil, denn sie sagt jederman ins spiel. Dedekind christl. ritter D 5b (1, 4). ein ähnlicher, stärkerer ausdruck begegnet ebenfalls im bilde: (gott) greiffet den tyrannen ins spiel, verwirfft inen die würffel, zerreisset die karten und machet sie mit allen iren anschlegen und verfolgungen zu schanden. Luther 16, 18, 33 Weim. ausg.für den, der 'ins spiel redet', begegnet die bezeichnung: den dritten mann im spiele steckt man unter den tisch, tertius, qui interpellat, in lusu chartarum non admittitur. Steinbach 2, 625 (setzt also nur 2 spieler voraus, während die heutigen kartenspiele zumeist 3 oder 4 spieler verlangen). II@7@ii) spiel in diesem sinne hat anlasz zu unzähligen sprichwörtern und volksthümlichen redeweisen gegeben. viele sind schon im vorstehenden angeführt; weitere sollen hier zusammengestellt werden. mahnungen zum aufpassen: wer nicht gern verlieren will, der habe achtung auf das spiel. Simrock sprichw. 9728; wer desz spiels nicht acht, der gewint nichts. Lehman 744, 1; denn auffsehen ist im spiel die beste schantz, unnd wer nicht wil die augen auffthun, der thue den beutel auff. theatr. diabol. 507b A; nd. vörseen, is't beste bi'm spill 'vorsichtigkeit ist bei allem handel gut'. brem. wb. 4, 940 f.; toseen is dat beste bim spill 'spieler, thu die augen auf!' Schütze 4, 164 (dagegen erklärt Dähnert 447b dieselbe wendung, wol aus miszverständnis: 'wer nicht mitspielt, hat oft das meiste vergnügen'); spiel wil auffsehen haben. Agricola 119, s. unten. Petri Tt 1a; dasz spiel braucht aufseher. Simrock 9703. dafür: spiel wil augen haben. Luther sprichw. 34 Thiele, vgl. s. 61 f. vgl. die deutlichere fassung: oculos habere in capite Hebraismus est, quem nos Germanice et vulgo sic exprimimus: wer auff dem schach wil spielen, der sol die augen nicht inn beutel stecken, quo significamus, eum non modo oportere eius ludi esse gnarum, sed etiam vigilem et diligentem lusorem. Luther werke 20, 47, 29 Weim. ausg. daher übertragen: habt das spiel in guter acht, und steckt die augen nicht in beutel, damit nicht solche prediger bey euch sein, noch zu euch komen. 6, 111a; jr lieben ratherrn zu Basel, Strasburg, und alle die so jr solche sacramentsrotten bey euch habt, mügt euch solche jre rede wol warnen lassen, dasz jr die augen nicht in den beutel steckt, sondern des spiels wol acht habt. 3, 382b. vgl. auch: es darff einer die augen im beutel. 27, 281, 13 Weim. ausg. und dazu die anm. s. 546 f. so auch als scherzhafter spielname: das spiel heisset, sihe zu. Petri M 6b; manches spiel heist, sihe zu, hab acht auff die schantz. Lehman 745, 28. ferner: es heiszt, warts spiels, es gilt auffsehens, ubersehen ist auch verspielt. das glück und recht ist der wachenden. Egenolff 354a. dafür oft die weniger klare wendung: es heiszt, spiel (imp. des verbs?) warte desz munds. der sich eins handels understehen wil, sehe eben zu, wie er in treib, dasz er nit schaden darvon nemme. 80a; es heisset, spiel warte des munds. disz ist spotlich geredet, denn so yemand im spiel uberforteylt, betrogen, odder ubereylet wirt, also das er verleuret, so sagt man, es heisset, spiel warte des munds, spiel wil auffsehen haben. wir brauchens auch zu allen hendeln, dasz, der sich eines handels unterstehn wil, eben zusehe wie er yhn treyb, dasz er nicht schaden da von neme, denn die iungen hendeler müssen gemeynigklich leergelt geben, unnd mit yhrem schaden klug werden. Agricola 119, s. ferner Petri Aa 1a. Simrock 9702. Wander 4, 697, 61. 699, 136 (hier mit der jedenfalls unpassenden erklärung: 'das recht hilft nicht; niemand braucht spielschulden zu bezahlen, selbst irrthümlich zu wenig bezahltes kann nicht nachgefordert werden'). in der litteratur: mir gilt es sehen auff die hend. ich kan gar gschwind die würffel knüpfen, die karten pletter mercken und krüpfen. kan einer das, ich kan das ander; offt bscheisz wir beyde an einander. darumb spricht man: spil wart des munds. H. Sachs 1, 228b. dafür: spiel wart desz manns, so spricht Hans Sachs. 4, 3, 4c. versehen ist das best auffm spiel. denn (l. dem?) der da gewinnet kompt das versehen eines andern zu gut. es sind etliche spiel also gethan, da es auff einem versehen stehet, als wenn zween das schachtspiel wol konnen, so ists umb ein versehen zuthun, dasz einer dem andern zuvil einreumet und verleuret, also auch im bredt, und auff der karten, dasz er zum stich ein blat behalten solt, unnd würffet es weg, da durch er sonst das spiel gewunnen hette. Agricola 121; übersehn ist das beste im spiel. Simrock 9730 (ist auch verspielt. 9731); es ist kein spiel, es ist ein ubersehens drauff. Lehman 745, 7. Simrock 9729. ebenso: es ist keyn spil, es ist ein vorteyl drauff. Franck sprichw. 1, 103a. Pauli schimpf 63b. Petri Bb 2a. Wander 4, 697, 75; kein spil, so nicht seinen vortheil, seinen list hätte. Eiselein 573. Simrock 9706. darnach das spiel ist, musz man hertz wehlen, nicht schellen. Lehman 745, 9. Eiselein 573. Simrock 9740; darnach das spiel ist, sticht die sau den könig, bezw. sticht der bub die dame. 9741 f. so bildlich: diejenigen aber auff die der pfeil gerichtet, namen bey guter zeit einen fürsichtigen abtritt, erwarteten desz ernsts nicht, wuszten wol dasz in dergleichen spiel die saw den könig sticht. Stettler Schweizerchron. 1, 505a. II@88) häufig ist spiel in diesem sinne in freierem und bildlichem gebrauche. (einzelnes schon unter 7.) II@8@aa) so: bei dem letztern (dem kaufmanne) ist lauter spiel, heute wird er getrümpft, morgen trümpft er wieder; eines tages kann er zehntausend verlieren, morgen zwanzigtausend gewinnen. Gotthelf geld u. geist (1895) 1, 21. vom kampfe: wir wichen zurück aus dem schwertergedräng, aus des streites glut, wir verloren im eisernen spiele. Körner 1, 177 Fischer. spiel um etwas: dort im süden war ein kühnes spiel um das leben, der gewinner erwarb das höchste erdenglück. Freytag bilder 1, 104; hab' ich die beszten karten nicht zum sieg in diesem leichten spiel um eine krone? Shakespearen. Joh. 5, 2. II@8@bb) groszes, hohes spiel, vgl. 7, g, α; freier: Göthe spielt allerdings grosz spiel in Weimar, lebt aber doch am hofe nach seiner eignen sitte. Merck briefs. 2, 98. ebenso: wer klein spiel spielt, hat immer freude, auch am kleinen gewinn, und der kleine verlust ist zu verschmerzen. Göthe 7, 119 (geschw.); lord Clive spielt ja auch gerne kleines spiel. 33, 56. II@8@cc) gewagtes spiel, wobei der ausgang unsicher und gefährlich ist: es ist ein gewaget spiel, periculosae plenum opus aleae. Dentzler 2, 269a; wenn bei behandlung der wissenschaften im groszen und breiten die alten sich schon in einer gewissen peinlichen lage befanden, ... so hat ein neuerer im ähnlichen falle ein noch gewagteres spiel, indem er bei der einzelnen ausarbeitung des mannichfaltigen wiszbaren sich zu zerstreuen, in unzusammenhängenden kenntnissen sich zu verlieren in gefahr kömmt. Göthe 37, 22; Hertzberg trieb doch ein gewagtes spiel. Prutz preusz. gesch. 3, 281; (königin) ... ich fürchte, sie spielen ein gewagtes spiel. marquis. ich hab' es verloren. Schiller 5, 2, 383 (don Karlos 4, 21); ich habe ein gewagtes spiel gespielt, ich weisz, und nur graf Lester durfte sich an diesem hofe solcher that erkühnen. 12, 528 (M. Stuart 4, 6). sprichwörtlich: gewagte spiel geraten nicht allewege. Petri Ff 4a. Henisch 1590, 41. Wander 4, 697, 79. gleichbedeutend: er hat ein gefährliches, ungewisses spiel, anguillam cauda tenet. Dentzler 2, 269a; jeden andern, als Gustav, würde ein so gefahrvolles spiel zurückgeschreckt haben. Schiller 8, 148. das gegentheil gewisses spiel: gefallen kanst du gar nicht allen, gefallen vilen ist zu-vil: hast also dein gewisses spihl, dasz du wirst wenigen gefallen. Weckherlin ged. 336. bair. 's gwisse' spil spiln, die sichere partie ergreifen. Schm. 2, 665. gewöhnlich nur das gewisse (des gewissen) spielen, s. spielen II, 7. II@8@dd) gutes spiel haben, günstige chancen (vgl. 7, g, β): ein gutes spiel haben, haver' un buon giuoco, met. haver fortuna. Kramer dict. 2, 865b; die lehre von der gänzlichen verderbnisz der menschlichen vernunft in göttlichen dingen, gegen welche er in dem ersten fragmente so gutes spiel hatte. Lessing 10, 21; meine dichtung gerieth in's stocken und nun hatte mein vater gutes spiel bei der unruhe, von der ich innerlich zerarbeitet war. Göthe 48, 187 (dicht. u. wahrh. 20); so auch: wenn ein mensch einmal todt ist, hört bald alle gunst auf; und wer am leben bleibt, hat immer das beste spiel. Heinse Ardingh. 1, 159. gutes spiel ist kaum verschieden von leichtes spiel: der herzog strebte nach der herrschaft über die angränzenden meere, und konnte daher nichts eifriger wünschen als den untergang einer macht, die ihm allein die überlegenheit streitig machte, und bei welcher er kein so leichtes spiel hatte als bei den Türken. Schiller 4, 130; die dalmatischen räuber sind zu paaren getrieben. ... es war kein leichtes spiel. C. F. Meyer Jenatsch 109. ähnlich auch: und dieweil die Römer selbs aneinander verderbten, war's den obgenanten Teutschen ein ebens spil und gemäte wisen. Aventin chron. 1, 1036, 7. ganz ähnlich, doch so, dasz die bedeutung des tanzes anklingt (vgl. I, 1, c): das war dan den Teutschen, denen sunst auch guet zu pfeifen war, ain ebens spil und rechter tanz; hetten sunst auch gueten lust zu kriegen. 936, 9. bei freies spiel kann man eher an die bedeutung I, 2 denken (gewöhnlich freier spielraum): alle erinnerungen, hoffnungen und wünsche hatten ein freies spiel. Göthe 48, 180. einem gutes, leichtes spiel geben u. ähnl.: so trifft es sich oft in dem geistigen tauschhandel wie in dem bürgerlichen, dasz zufällig die vornehmsten händler en gros einander aus dem wege fahren, und darüber den kleinen krämern gut spiel geben. Thümmel reise 7, 84; die zweyte stelle des Tertullian ... würde mir eben so leichtes spiel machen, wenn ich im geringsten auf die hinterfüsze treten wollte. Lessing 11, 582. sinnlicher ist die wendung (wobei spiel auf die karten geht): meine vornehmste absicht war, ihnen beyzubringen, wie viel überall das geld thun könne, und was für ein vortreffliches spiel ein liebhaber in den händen habe, wenn er gegen alle freygebig ist. 1, 242 (d. j. gelehrte 2, 2); ähnlich: wahrlich, Ludwig hielt kein aussichtsloses spiel! Philippson gesch. der neuern zeit 2, 502. dafür ferner, vom brettspiel ausgehend: einen guten stein im spiel (jetzt gewöhnlich im brett) haben, haver' una buona tavola nel giuoco, met. haver grand' avantaggio, gran fondamento nella sua pretensione etc. Kramer dict. 2, 865c. II@8@ee) in ähnlichem sinne auch allein das spiel in händen halten (eigentlich die karten, an denen die entscheidung hängt): 'ich fürchte, es sind grosze herren', sagte der pater, 'Spanier, vielleicht auch bündner, die diesmal das spiel in händen halten und zu ihren habgierigen und herrschsüchtigen zwecken den frommen, einfältigen glauben des Veltlinervolks miszbrauchen'. C. F. Meyer Jenatsch 75; als aber Gedicke ... die frommen herrschaften beklagte, 'die von den geheimsten und vertrauten dienern, die das werk treiben und das spiel in fäusten haben, schändlich ... betrogen worden', da risz ihm (Joh. Sigismund) doch die geduld. Prutz preusz. gesch. 1, 315; und wer die hertzen weisz zu wenden, der hat das spiel gar in sein henden und gibt die kharten wie er wil. Rollenhagen froschm. L 4a. dieselbe vorstellung in den wendungen: als junker papst nun das spiel so ferne in seine hand gebracht, dasz er in der kirchen Christi sich obenan gesetzt, und ein oberster herr in der christenheit worden. Luther 44, 103 Erl. ausg.; ja, lieben herren, das spil habt ir ausz der hant geben und ist schon verloren. ir habts den pauren haim gesetzt, es ist schon ausz mit dem besingen. Schade sat. u. pasqu. 3, 144, 20. — nd. dat spill in händen hebben, seiner sache sicher sein. Dähnert 448a. ähnlich dat spill up'n duum (daumen) hebben, gewonnen spiel haben. brem. wb. 4, 941. II@8@ff) falsches spiel, s. 7, g, γ: er (der feind) ziehlet schon, der armen frommen blut, die noch biszher enttrunnen seiner wuht, (sein falsches spihl beschliessend) zu vergiessen. Weckherlin ged. 41 (ps. 11, 2); da fieng es an das falsche spiel! Schiller 5, 1, 183 (dom Karlos 3, 4 bezw. don Karlos 3, 3); o Rosenberg, ihr spielt ein falsches spiel; ich glaub', ihr seid nicht wahrhaft, Rosenberg. Grillparzer4 5, 83 (könig Ottokar 3); Hannover spielt ein falsches spiel. Bismarck ged. u. erinn. 1, 104. ähnlich: sind sie einmal auf diesen punkt gerathen, so treiben sie gerne ein doppelt spiel, lassen sich von uns bezahlen und von andern bestechen, um uns zu foppen und zu betrügen. Gotthelf geld u. geist (1895) 1, 18; dafür auch: man traut selbst Egon, dem gegenwärtigen premierminister, nicht und kann der besorgnisz noch immer nicht entledigt werden, dasz fürst Hohenberg auf ein doppeltes spiel setzt. Gutzkow ritter v. geiste 8, 403. ferner: du hasts nun! Glamis! Cawdor! könig! alles wie es die zauberschwestern dir verhieszen. ich fürchte sehr, du hast ein schändlich spiel darum gespielt. Schiller 13, 66 (Macb. 3, 1). vgl. auch unter I, 4, c.das gegentheil ehrliches spiel. dafür mnd.: ghelick speel hebbe ik vorsocht, up eventr tom ende brocht. d. städtechron. 16, 201 (schichtsp. 3179). einen ähnlichen sinn hat der gegensatz: nachdem er seine karten drey jahre vor uns verborgen gehalten hat und noch verborgen hält, sollen wir die unsrigen auflegen, und ein offenes spiel gegen ein verdecktes spielen. Göthe 21, 109 (wanderj. 1, 6). II@8@gg) verbale fügungen, vgl. 7, h (α): das spiel wagen, cimentare, azzardare, rischiare giuoco. ich will das spiel wagen, vada! Kramer dict. 2, 865b; so ein listig geschwind volck, ... dem auch kein abentheur unnd muotwill zuvil ist, das alle spil wagt, das niemant wagen will. Franck weltb. 42b. mhd. ein spil verbieten, zu hoch bieten, höher als man halten kann, überreizen: ein man verbiutet âne pfliht ein spil, des im nieman wol gevolgen mac. er gihet, swenne ein wîp ersiht sîn ouge, ir sî mat sîn ôsterlîcher tac. Walther v. d. Vogelweide 111, 23. vgl. Neidhart v. Reuental 50, 6. 11 und Haupts anm. — ein spiel karten, sprichwörtlich: es kompt offt ein spiel man kans nicht so wohl karten, es thut von nOethen. Lehman 745, 18; also treibt es gott mit den seinen, kartet das spiel so seltsam, dasz es scheinet, als sollt nur das widerspiel geschehen. Luther 34, 62 Erl. ausg.; ich beger ir nit zuo keinen eren und truw mich ir ouch mit recht zuo erweren; so wol kan sie das spil nit karten. N. Manuel 260 Bächtold (Elsli Tragdenkn. 94). so auch: magst wol ein ander spiel auskarten, und gehn wo du zu schaffen hast. Römoldt laster der hoffart 44b. ferner: das wil ich euch nu allen vergeben, hatte selbst das spiel versehen eben. 53a. auch reflexiv: ich will der zeit erwarten, das spiel wirdt sich wol anderst karten. Alberus Esop s. 121 neudr. (25, 234). unbestimmter: Ulenspiegel lacht und gedacht das spil wil sich recht stellen. Eulensp. s. 12 neudr. (9. hist.). II@8@hh) das spiel gewinnen, s. 7, h, β: si heten alle freuden vil unde wânden ein spil dem Tolden an gewinnen. Ottokar reimchron. 61852; wan sie also gespötlet werden ... und müsen dan in schanden ston, von allen widersprechen lon, so hon wir dan das spil gewunnen. Murner luth. narr, im kloster 10, 85; auch vor allem begriff ich es wohl: behielte mein vater seinen schatz in der hand, so brächt' er viele zusammen, sicher gewänn er das spiel und wir verlören den könig. Göthe 40, 78 (Rein. fuchs 5); gewonnen ist das grosze spiel. Schiller 5, 1, 150 (dom Karlos 2, 15); was bekümmert's dich, wenn du das spiel gewinnest, wer es zahlt? 12, 106 (Piccol. 2, 5); ihr haltet euer spiel schon für gewonnen — jauchzt nicht zu frühe! 150 (3, 8); denn ich sage euch: das spiel ist gewonnen, durfet nicht sorgen, dasz ich euch wolle dahin schicken, da ihrs musztet wagen auf äbentheur, und in fahr stehen, ob ihr verlieren oder gewinnen wurdet. es ist nicht hievon zu reden, als sollt man erst angreifen und ein treffen thun, sondern der sieg ist schön da, und alles eröbert. Luther 50, 146 Erl. ausg.; sprichwörtlich: das spiel ist noch nicht gewonnen, die kart ligt noch auffm tisch. Lehman 745, 27. entsprechend das spiel verlieren: si hânt daʒ spil verlorn, er eine tuot in allen mat. Walther v. d. Vogelweide 114, 22; ich hab hie spiel unnd both verlorn. theatr. diabol. 527d (Chryseus hofteufel 5, 1). nur in diesem freieren sinne findet sich die häufige redeweise gewonnen spiel haben: gewonnen spiel haben mit jemand, haver giuoco vinto con uno, cioè haverlo vinto à avantaggiato. Kramer dict. 2, 865b; gewonnen spiel haben, in portu navigare. Stieler 2086, victoriam in manu habere Frisch 2, 300c; denn wenn wirs gleubten, so hetten wir schon gewonnen spiel. Luther 6, 182b; da ihr ihm einmal diesen vortheil über euch gegeben hattet, zog er euch bey der nase fort, und auf den weg zu euerer geliebten, der seinem vorgeben nach der nächste war. denn nun hatte er gewonnen spiel. Wieland Luc. 5, 89; darum rettete ein schauspiel, das man zu rechter zeit gab, oft die öffentliche ruhe (in Athen), welche der aufruhr bedrohte — darum hatte oft ein usurpator gewonnen spiel, wenn er nur diesem hange des volkes durch eine reyhe von lustbarkeiten opferte. Schiller 9, 179; desz hat der bös gewonnen spiel. Luther 29, 362 Erl. ausg.; ich het ein vorgewunnen spiel. theatr. diabol. 518c (Chryseus hofteufel 2, 3); wenn er die warheit zeugen wil, so hab ich ein gewunnen spil. 522b (3, 3). so auch sinnlicher: dieses aber führe ich zu dem ende an, damit man sehen möge, wie der Satan dem gebete feind sey, und wie er gewonnen spiel in den händen habe, wenn ein mensch das gebet unterläst. Sperling Nicodemus quaerens 1 (1718), 1197; ähnlich: ich swimme an ein ze verreʒ zil unt halde ein gar verlorneʒ spil. minnes. 1, 105a Hagen. sonst unüblich: verloren spiel haben mit jemand, haver giuoco perduto con uno, andarsene col peggio con uno. Kramer dict. 2, 865b. — ferner: schiens nicht, als ob das glük uns das spiel gewonnen gegeben, und nur unsere thorheit den zug verfehlt hätte? Dya Na Sore 3 (1791), 360; dasz man aber ... zu solchen mitteln griff, ja, wollte man den gegnern nicht gewonnenes spiel geben, greifen muszte, entsprach der verfahrenheit der deutschen lage. Prutz preusz. gesch. 3, 323. in demselben sinne: der junge Zürcher gab das spiel noch nicht verloren. C. F. Meyer Jenatsch 27; jetzt gab Reineke selbst das spiel verloren; es hatten seine klugen worte nur wenig geholfen. Göthe 40, 63 (Rein. fuchs 4). 'um auszudrücken, dasz das spiel, dasz alles verloren ist, sagt eine jüdisch-deutsche redensart: dus spiél is var'n tauvel (teufel).' Wander 4, 702, 206. II@8@ii) etwas auf das spiel setzen, eigentlich als einsatz, um den gespielt wird (s. 7, h, γ), doch so im allgemeinen nicht üblich, vgl. jedoch: so äuszerst war, nach Tacitus bericht, der alte Deutsch' aufs spiel erpicht, dasz, wenn er ins verlieren kam, er endlich keinen anstand nahm, den letzten schatz von allen schätzen, sich selber, auf das spiel zu setzen. Lessing 1, 22. dann einer gefahr aussetzen, wagen (wie in demselben bilde in die schanze schlagen, s. theil 8, 2165 f. 9, 376 f.): aufs spiel setzen, wagen, aufsetzen, invitare, rischiare, mettere al gioco. Kramer dict. 2, 865c; welches recht hat der staat gegen seine eigenen unterthanen, sie zum kriege gegen andere staaten zu brauchen, ihre güter, ja ihr leben dabei aufzuwenden, oder aufs spiel zu setzen? Kant 5, 182; ein frauenzimmer, das ihre ehre einmal verscherzet, wird sie noch ein, zwey, dreymal aufs spiel setzen, bis sie keine mehr zu verlieren hat. Weisze lustsp. 2, 72; nachdem er (Cäsar) beynahe die ganze römische welt besasz, war es wenigstens unklugheit, in einem solchen mordloche (Alexandria) leib und leben und sein ganzes glück aufs spiel zu setzen. Heinse 3, 165 Schüddekopf; wer liesze sich nicht lieber den arm abnehmen, als dasz er durch zaudern und zagen sein leben auf's spiel setzte? Göthe 16, 62; capitän Cativanza hatte keine grosze lust sich selbst aufs spiel zu setzen, desto mehr, andere vorzuschieben. 34, 140; wenn er den ruhm seiner väter, der sich schon sieben jahrhunderte unbefleckt erhalten hat, in einer wollüstigen minute aufs spiel setzt? Schiller 2, 22 (räuber 1, 1 schausp.); mit verstärkenden zusätzen: ich hoffe, ihr habt manche gefahr für mich bereit ... übertragt mir ein geschäft, das ich allein, wie ihr bedürft, verrichten kann, bei dem ich das mir geschenkte leben zehnfach auf das spiel setze. C. F. Meyer Jenatsch s. 172; nur war die schwierigkeit, wie diess geschehen könne ohne ... das, was jedes sich selbst schuldig zu seyn glaubte, auf ein ungewisses spiel zu setzen. Wieland 38, 71; aber wir ... sind zu vernünftig, den guten oder bösen erfolg einer so wichtigen angelegenheit auf ein so ungewisses spiel zu setzen, und uns mit allem was wir haben und hoffen, in einem weidenkorbe auf das ägeische und ionische meer zu wagen. Luc. 5, 38; das leben ist zu viel, drum setzt es nicht umsonst auf ungewisses spiel. A. Gryphius (1698) 1, 297 (Stuart 3, 316). (anders auf ein doppeltes spiel setzen, s. f.) ebenso intransitiv auf dem spiele stehen: es steht alles auf dem spile! Eiselein 573; die sache ist keine kleinigkeit. das heil unsers ganzen volkes und unsrer nachkommenschaft steht auf dem spiele. Wieland 8, 286 (Danischm. 35); die sache wurde mit ... einem interesse getrieben, die kaum gröszer hätten seyn können, wenn das heil gemeiner stadt und republik auf dem spiele gestanden hätte. 20, 18 (Abder. 4, 3); wie man auch in ungeheuren fällen, wo alles auf dem spiele steht, noch immer so fort lebt, als wenn von nichts die rede wäre. Göthe 17, 149 (wahlverw. 1, 13); meine ehre steht auf dem spiele, junger herr, und die liegt mir nicht weniger am herzen, als euch die liebe. Schiller 14, 254 (parasit 4, 7); dasz dieser (Luther), der immerfort das heil aller unsterblichen seelen auf dem spiel stehen sah, alles ernstes allen teufeln in der hölle furchtlos entgegenging, ist natürlich. Fichte reden (1871) 71; wenn ehre zu verlezen war, so fürcht ich, stand eine gröszre auf dem spiel, als mir Kastilien zur morgengabe brachte. Schiller 5, 1, 51 (dom Karlos 2, 6) so auch: das reich ist auf dem spiele — auszerordentliche mittel erlaubt die dringende gefahr. 5, 2, 360 (don Karlos 4, 12); nein madam. sie haben vollkommen recht, wir beide haben die ehre nur einmal auf dem spiel (zu verlieren). 3, 126 (Fiesko 4, 12); vor allen dingen ... erklären sie sich mir, wie viel sie bei der fernern weigerung des majors auf dem spiel haben. 424 (kab. u. liebe 3, 1). ungewöhnlich sind die ausdrücke: das was auf dem spiele liegt, ist ja nicht ihre tugend, sondern bloss die frage, ob sie auf diese oder eine andere weise glücklich seyn wollen. Wieland 8, 390 (Danischm. 45); ein zwar dunkles, mehr instinktartiges, aber desto richtigeres und festes pflichtgefühl, das nicht angestanden haben würde biber- und andere felle aufzuopfern, wenn das wohl seines landes ... im spiele stand. Sealsfield d. legitime (1833) 1, 13. noch ungewöhnlicher die nur individuelle verbindung, worin spiel den einsatz, preis bedeutet: es gilt um eine krone, die zum spiel dieser schlacht steht! Klinger 1, 289; ihr hadert um eine kleinigkeit, da euer thron vielleicht zum spiel der rache steht. 2, 71. II@8@kk) das spiel fällt, von den würfeln ausgehend: ich will des spiels warten, wo es hinfällt. Luther br. 1, 519. es liegt, gut oder schlecht: es liegt das spiel nicht ganz zu meinem vortheil. Schiller 12, 219 (Wallensteins tod 1, 5). mhd. daʒ spil lît in dem prägnanten sinne 'es steht gut': sun, swer daʒ hûs nû haben wil, der muoʒ driu dinc ze stiure hân, guot, milte, zuht, sô lît sîn spil. Winsbeke 49. dagegen: sun, ich hân lange her vernomen, swer über sich mit hôchvart wil, ... daʒ sich vervellet gar sîn spil. 41. II@99) das spiel dient auch als los, etwa so, dasz zwei oder mehrere würfeln, und der, welcher die meisten oder wenigsten augen wirft, etwas thun oder leiden musz, vgl.: dies spiel war also zugleich eine art von sortilegium, und wurde, wie es scheint, bey den alten öfters zu diesem ende gebraucht. Wieland 24, 106. im spätmittelalter als eine art des wahlverfahrens: und sullent sich da mit gutem willen von ainander tailen die alten zwelf und die niuwen zwelf mit dem lozz, oder mit spill; und weder zwelf under in gewinnent mit spil oder mit dem losz, die sullent sweren vor dem groszen raut. d. städtechr. 4, 130, 9; als si dann mit dem lozze oder mit dem spil davon gescheiden und besundert werden. 136, 22; zuo dem obern viertail gen sant Ulrich, das auch yetzo mit dem spil verloren hat. 251, 16. II@1010) nur mhd. (12.—13. jahrh.) findet sich die wendung ein spil teilen, so eigentlich von einem wettkampfe, dessen ausgang über etwas entscheidet: dâ diu küniginneteilte ir hôhiu spil. Nib. 411, 2; wil er mîn geteiltiuspil alsô bestân, behabe er die meisterschaft,sô wird ich sîn wîp: gewinne aber ich,eʒ gêt iu allen an den lîp. 402, 2. gewöhnlich unsinnlicher, einem zweierlei oder mehrerlei zur wahl vorlegen, dazwischen die wahl lassen, vgl. Benecke zu Iwein 4630. Schm. 2, 665: ob aber ir muot alsô stât, daʒ si êlîcher hîrât doch niht entwesen wil, sô teile ich ir ein ander spil: ich hân zwêne junge man ... der neme sî ir einen. Konr. v. Fussesbrunnen 160; nû wil ich iu teilen ein spil: tuot dem siechen man den tôt oder lîdet dise nôt, die maneger hie geliten habe, oder slahet mir daʒ houbet abe ... dirre dinge sint driu, herre, darunder welt iu. Stricker Daniel 4550 Rosenhagen. daher geteilteʒ spil 'eine mit ungewissem ausgange verbundene wahl zwischen mehreren sich einigermaszen gleichstehenden dingen'. Benecke Iwein-wb.3 s. 217: er dâhte 'ich darf wol meisterschaft, sol ich daʒ wægest ersehn. mir ist ze spilne geschehn ein gâch geteilteʒ spil: eʒn giltet lützel noch vil, niuwan al mîn êre ... ich weiʒ wol, swederʒ ich kiuse, daʒ ich an dem verliuse. Iwein 4873; iu ist ze spiln geschehen ein harte gâch geteilteʒ spil. Ottokar reimchron. 5883; ein geteilteʒ spil wil ich dir gebenhie an diser stunt, nim, swelheʒ du wellest,du wirst sîn ungesunt. gip mir hie ze zolleeinen fuoʒ oder ein hant. Wolfdietr. D VII, 36. als name einer dichtungsart (nach franz. jeu parti), streitgedicht, s. Wackernagel gesch. der d. litt.2 1, 329. — ungeteilteʒ spil, wo die zur wahl stehenden dinge ungleich sind: sô helfe uns der megede sun ..., daʒ wir daʒ wæger nemen. wan eʒ ist ein ungeteilteʒ spil daʒ êwige leben unde der êwige tôt. Berthold v. Regensburg 1, 138, 39. ungerechte vertheilung der chancen: tuot ein man ein missetât, der ein man wol tûsent hât, der tûsent wil er êre hân, unt sol ir êre sîn vertân. diz ist ein ungeteilteʒ spil. Vridanc 102, 24, vgl. die anm. auch für das eine der zur wahl stehenden dinge: seht an in (d. maien) und seht an schœne frouwen, wederʒ ir daʒ ander überstrîte; daʒ beʒʒer spil, ob ich daʒ hân genomen. Walther v. d. Vogelweide 46, 26. daher zwei spil teilen: zwei spil diu wil ich teilen dir ...: du wirt geselle und wirt mîn man, daʒ ist daʒ beste dir getân, ald kius den tôt vil vreide. Ecken liet 131, 2. II@1111) spiel steht sehr häufig in freierer weise, zumal in der ältern sprache, theils, indem irgend etwas metaphorisch als spiel bezeichnet wird, gewöhnlich von der bedeutung 2 ausgehend, theils in einem ganz allgemeinen und unbestimmten sinne, der eine bestimmte anknüpfung kaum zuläszt. II@11@aa) der kampf als spiel, s. 3, c. II@11@bb) vom liebesgenusz: spiel, ludus venereus. Frisch 2, 300a. so besonders mhd.: des spiles des si gespilite Lia wart suanger. fundgr. 2, 43, 37 (genes.); keiner fröude sie vergâʒen, diu ze minnen treffen mac, ... ân daʒ einige spil, daʒ lîhte ein törper haben wil für daʒ beste an der minne. Flore u. Blanschefl. 6097; ân daʒ eine liebe spil, ... des man in dem bette pfliget, sô liep bî liebem liebe liget. Heinr. v. Freiberg Tristan 945; si (die liebenden) spilten da ain solches spil, da von ich nicht vil reden wil. quelle bei Schm. 2, 664 (d). spil der minne u. ähnl.: ain schoner jungling da zu ir kom und sey undter sein arm nam. er spilt mit ir der freuden spil, das ich hye nit nennen wil. Susanna 148, s. Germ. 22, 344; s. auch bettespil, minnespil. Lexer handwb. 1, 244. 2155. so noch im 16. jahrh.: nu wil he sinen lusten boten, mit junfer Greteken dat spil versoken. Daniel v. Soest s. 186, 2354 Jostes; do he dat spil mit er begant antoleggen. 251, 684; nur, das ich mit Susann selbander der liebe spil mit lust soll pflegen. P. Rebhun Sus. 1, 1, v. 97 (schausp. aus dem 16. jahrh. 1, s. 34). und in freierer, poetischer redeweise bis jetzt: weisz Amor seinem schönen spiele doch immer zeitig nachzugehn. er läszt fürwahr nicht in der mühle die blumen sechzehn jahre stehn. Göthe 1, 212; an die bedeutung 7 anknüpfend: komm, ernste nacht, ... und lehre mir ein spiel wo jedes reiner jugend blüte zum pfande setzt, gewinnend zu verlieren! Shakespeare Rom. u. Jul. 3, 2. sonst jetzt meistens in anderm sinne für liebesgetändel, kosen u. ähnl.: sie (die natur) versagte mir das süsse spiel des herzens, der liebe überredendes geschwätze. Schiller 2, 216 (räuber 1, 1 trauersp.); das ist für ihn so viel, wie für die maid der erste kusz, der ihr für's süsze spiel die lippen weiht. Hebbel 2, 155 Werner. II@11@cc) spiel des lebens u. ähnl. diese wendung steht den unter I, 2 (besonders g. h) behandelten nahe, doch ist das sprachgefühl eher geneigt, in dem gen. einen erklärenden als einen subjectsgen. zu empfinden. das wechselnde getriebe (vgl. unten d), worin das leben besteht, oder ähnl.: niederlegen muss ich erst jede neue erwerbung im innern des gemüths, und dann das gewohnte spiel des lebens mit seinem mannigfaltigen thun forttreiben. Schleiermacher monol. 56; jetzt fliehet aus des lebens wildem spiel mein groszer schatten zu des grabes frieden. Schiller 6, 417 (Didos tod 118); selbst herzlos, ohne mitgefühl, begleite sie (die glocke) mit ihrem schwunge des lebens wechselvolles spiel. 11, 319; ach, dasz im lauten spiel des lebens nicht eine seele mich versteht! Körner 1, 153 Fischer. in andern stellen klingt die vorstellung eines schauspiels (s. 5) an: es ist oft zum verwundern, wie gut es meinen provinsalen in ihrem wettstreite gelingt, mir durch immer veränderte decorationen das spiel des lebens nicht nur erträglich, sondern auch angenehm zu machen. Thümmel reise 7, 91; das spiel des lebens. (überschr.) wollt ihr in meinen kasten sehn? des lebens spiel, die welt im kleinen, gleich soll sie eurem aug' erscheinen. Schiller 11, 206; das spiel des lebens sieht sich heiter an, wenn man den sichern schatz im herzen trägt. 12, 139 (Piccol. 3, 4); du bist der mittelpunkt der welt, in den die liebe mich gestellt. nun seh ich stets in heitrer ruh dem wirren spiel des lebens zu. Hoffmann v. Fallersleben ged.9 89. noch deutlicher in der verbindung: ich gaffte mit gefärbter brille das spiel der schöpfung an. Thümmel reise 1, 2. im wortspiel mit der bedeutung 8: das spiel des lebens sah mich heiter an vom grünen tisch, wenn stark pointirt wurde, und die kugel für die bank sprang. Immermann Münchh. 2, 121. — ähnliche wendungen: um deswillen muszte der stoische weise alle dergleichen triebe, die ein gefühl groszer sinnlicher lust enthalten, ausrotten, weil man mit ihnen zugleich gründe groszer unzufriedenheit und des miszvergnügens pflanzt, die nach dem abwechselnden spiel des weltlaufs den ganzen werth der ersteren aufheben können. Kant 1, 53; wan aber mit der zeit ... der held ausz der welt spihl wird zu der götter zunft von dir und uns gerissen. Weckherlin ged. 665. so schon mhd.: hiut liebes vil, morne leides ein herze vol. sich, daʒ ist dises zîtes spil. Suso bei Wackernagel leseb. 1, 878, 40 (4 1041, 14). — das leben als spiel bezeichnet, im bilde: wer ihm vertraut, stets auf ihn baut, und festiglich kan hoffen, der hat das ziel auf disem spiel zum allerbesten troffen. Rist himl. lieder 2, 119. ähnlich spiel für welt (?): so we dâr nu heft des tîtliken gudes vele, de is grôt gerekent in dem spele. des dodes danz 68 Bäthcke (vgl. die anm.). II@11@dd) ohne zusatz steht spiel namentlich im ältern nhd. gern für tumult, aufstand, lärm, affäre u. ähnl.: spiel ... porro strepitus, tumultus. Stieler 2086; spiel ... 2) idem ac: verwirrung, aufruhr, turba, tumultus. Steinbach 2, 626; spiel, für lermen, getösz, turba. Frisch 2, 300b. nach Adelung 'nur im gemeinen leben einiger gegenden üblich'. ebenso mnd. 'eine mit ungewissem ausgang verbundene thätigkeit (vgl. 8), die so oder so ablaufen kann; meist in bösem sinne: zwist, aufruhr, aufstand, daher vielfach der teufel als anstifter genannt'. Schiller-Lübben 4, 310b: fraw, wan ich, als ir were, wolt ich mit meinem gut ain tag vier oder funf hieplieben, denn es were ain spill mit den reutern vorhanden, was es wurde werden, konten sie nit wissen. Frankf. urk. v. 1566 bei Dief.-Wülcker 858; dar makeden de jenne, de van dussem spele wat wusten, alsodan errung dat men dar nergen mede komen mochte. d. städtechr. 7, 404, 28; ton Peweleren (dominikanern) in dem huse ... brochten se up des scheles (streites) veel uth eynes ydermannes speel. 16, 107 (schichtsp. 181, im glossar 'unternehmen auf gut glück'); dann als der adel an dich setzt, dich wie ein bären gleichsam hetzt, da hast dich wie ein bär gesetzt und deine waaffen recht gewetzt, und jm gewisen in dem spil, dasz man gedult nicht reitz zu vil. Fischart dicht. 3, 344, 23 Kurz; welchs ich denn nun beweisen wil mit diesem nachfolgenden spiel. 1, 216, 3318. der teufel als urheber: (dasz gott) uns veterlich warnet, und zur busse vermanet, durch solch grob teufels spiel zu Münster. Luther 6, 316b; vgl.: der teufel hatte solch spiel (aufruhr wider den kaiser) gern. 4a; gleichwol, weil das werck gibt, das hertzog George sein selbs nicht mechtig, und der teufel in der welt allenthalben ein schalck ist, wolt ich dennoch, das sein adel und landschafft, des spiels ein acht hetten. 8a; sie solten sonst selbs gar viel ein ander spiel gesehen haben, wie der teufel gantz Deudschland in seinem eigenen blut verderbet hette. 4, 415b. so auch (?): nu sehen wir, wie sie mit der christenheit umbgahn. ... das zubesorgen ist, es sey des endtchrists spiel, odder sein nehster vorlaufft. an den christl. adel s. 12 neudr.ähnliches findet sich in neund. mundarten: 'dat speel is ferdig: sagt man, wenn man eine sache, die man betreibet, zu stande bringt, z. e. wenn man zwo personen gegen einander aufhetzet, und die händel zwischen ihnen wirklich erfolgen. dar hef wy et spel gahn. ist eben das. spiel wird hier für eine böse, unglückliche begebenheit genommen'. Strodtmann 223; ostfries. so 'n spil (vertrackte geschichte) as hê mî dâr mâkt, heb' 'k mîn lefen noch nêt had; dâr heb' 'k jo 'n spil (geschäftigkeit, lauferei, last und mühe) mit had, dat ik dat klâr kregen heb'. ten Doornkaat Koolman 3, 275a. II@11@ee) so sehr häufig in verbalen fügungen, wo die bedeutung zuweilen stark verblaszt ist. spiel als subject: den wirt sich das spil erheben, tum illae turbae fient. Maaler 380c; hie hebt sich nu ein new spiel. etliche oberkeit, so nu solche unser lere hören ..., faren sie zu, und wollen uns mit listen fahen. Luther 3, 523b; nu hie wird sich aber ein spiel heben. 16, 51, 32 Weim. ausg.; das spiel wil sich machen. sprichw. 127 Thiele, vgl. die anm., s. 138 ff.; nu gehet die erlösung an und wil sich das spiel machen, jedoch verzeuhet sichs noch eine weile. werke 16, 24, 15 Weim. ausg.; aber ich sorg, der papst wollt sich nit leiden einen richter, so werd ich des papsts urtheil auch nit leiden: darum so das erst mittel nit fur sich geht, wird sich das spiel machen, dasz der papst text wird machen, und ich ihn glossieren. br. 1, 208; ir püchsen wurden krachen, das spil wil sich machen. Uhland volksl.2 394 (186, 5); letzlich hat sich das spiel wider gewandt und sein die unsern der feinde gewaltigk worden. d. städtechron. 27, 62, 1 (v. j. 1551); da wacht gott auff, und weckt Christum auff von todten, da wendet sichs spiel gar umb. Luther 5, 463b; da sind sie frölich worden, das sie los und frey sind, und die geistlichen tyrannen die pfeiffen einziehen müssen, und sich das spiel gleich umbkeret, das jtzt widerumb, papst, bischove ... müssen die fürsten und herrn ... fürchten und ehren. 6, 148a; weil sie jtzt uns verfolgen, und martern, so wird sich als denn (am jüngsten tage) das spiel umbkeren, das sie ewiglich ah und wehe schreien, wir aber ewiglich uns frewen werden. 232a; nun weisz gott, dasz mein ganzer ernst gewesen, und frohe war, dasz das spill also sollt ein ende haben. br. 1, 237; sie haben mich aber mit list und gewalt erfür gezogen, preis und ehre an mir zu erlangen. nu so jnen das spiel mislinget, bin ich für jnen der ehrgeitzigkeit schüldig. schr. 1, 400b; die erde musz manchen bösen buben und schalck tragen, unnd viel unschüldigs blut einsauffen, desgleichen musz wasser, fewer und lufft einem so wol als dem andern dienen, unnd sich offtmals schendtlich von geitzigen, boszhafftigen weltkindern miszbrauchen lassen, dasz also die creatur auch jhr creutz hat, doch auff hoffnung, dasz das spiel ein mal solle und werde ein end nemen, und mit jhr besser werden. Dan. Schaller theolog. heroldt (1604) 331; sehen, warten, was das spiel für einen ausgang haben werde, vedere come riuscirà un giuoco, aspettare ... il fine di qualche giuoco, cioè fatto, avventura, lite, guerra, successo etc. Kramer dict. 2, 865c; gott ist inen zu starck und mechtig, das sie in von seinem stuele und throne nicht stossen mögen, darumb gehet spiel uber irem kopff aus. Luther 16, 11, 13 Weim. ausg. weitere belege aus Luther bei Thiele a. a. o. (2, a). ähnliches aus neuerer sprache: auf neue beschwerden kommen dann neue gesandtschaften, lange geht das spiel zwischen gewaltthat und treuloser schwäche. Freytag bilder 1, 118. II@11@ff) spiel als object. ein spiel anfangen: man musz hie mit einem vortzag leyplicher gewalt, in demutigem vortrawen gottis, die sach angreyffen, ... wo das nit, szo sol sichs spiel wol lassen anfahenn mit grossem schein, aber wen man hynein kumpt, sollen die boszen geist, ein solch yrrung zurichten, das die gantz welt must ym blut schweben. Luther an den christl. adel s. 6 neudr.; und siehet mich gleich an, als hätten diejenigen, so dieses spiel angefangen haben, ihren ruhm gesucht. br. 2, 119; e. k. f. g. denken nur nicht, dasz Luther todt sey: er wird auf den gott, der den papst demuthiget hat, so frey und frohlich pochen, und ein spiel mit dem cardinal von Menz anfahen, dasz sich nicht viel versehen. 113; aber der das spil hatt angefangen, ille dilexit veritatem. tischr. 18 Preger; mein herr der wil ein spiel anfahen, bösen lohn wir[d] er davon empfahen, das er sich so starck wider gott setzt. Römoldt laster der hoffart (1564) 19a; blasphemant deum et wenden und keren gott dar hin, das er sich mit gewalt stutz, das sie ein spiel anheben, et volentes dempffen et ipsi eradicentur. Luther 27, 88, 2 Weim. ausg.; an-, zurichten: ein spiel anrichten, tumultuari, tragoedias efficere, turbas ciere. Stieler 2086; ein schlimmes spiel anrichten, turbas concitare. Frisch 2, 300b; er wird ein übeles spiel anrichten. Steinbach 2, 626; rex Midian et principes richten ein solch spil zu, das ein tantz, feier tag, fest anrichten. Luther 25, 502, 21 Weim. ausg. mit dativ: einem ein spiel anrichten, aliquem perturbare. Steinbach 2, 626, alicui ludum suggerere, infortunium parare. Dentzler 2, 269a; was würde er mir vor ein spiel anrichten, quos mihi ludos redderet. Steinbach 2, 625; was hat er ihm für ein spiel angerichtet. Frisch 2, 300b; darwider waren auff tausent personen, die gegen der Demeneta argwönig, sie hette mir ein solches spiel, wie dann andere stieffmütter gethan, ausz neidt zugericht (durch eine falsche anklage). buch d. liebe 182a. so sprichwörtlich, indem zugleich die bedeutung 7 vorschwebt: das bad ist mir uber gehenckt, das spil mir zuogericht. ich muosz die zech bzalen ... das spil ist auff meinn seckel angesehen ... das seind schöne sprichwörter zu sagen das wir müssen entgelten, das nie genossen, unnd bussen das nie thon. Franck sprichw. 2, 81a auch: hilff gott, wie offt und in viel landen haben sie (die juden) ein spiel wider Christum angericht, darüber sie verbrand ... sind. Luther 3, 314a; uber uns ist angericht das spiel. theatr. diabol. (1569) 524a. vom teufel: Satanas ... hat uns, furnehmlich mir, ein fein spiel zu Wittemberg angericht, und den widdersachern einmal ihre lust an uns gebüszet. Luther br. 2, 165; de duvel heft angherycht dyt spyl! Reinke de vos 1207; der tüfel hat das spiel erdacht, so man solt suochen selen heyl, das man erst dantz am narren seyl. Brant narrensch. 110b, 40; sed Satan gibt ander spil drein. Luther 27, 104, 1 Weim. ausg. ferner: denn es scheinet ja zu unbillich, und ungereimpt, das gott das spiel so ebenthewrlich angreiffen, und sich so törlich zur sache stellen sol, mit seinem gericht, das, weil Adam in einen apffel beisset, sol er so viel ausgerichtet haben, das alle menschen ... müssen des tods sein. schr. 6, 232a. — sein spiel haben, ... fare strepito, fracasso. Kramer dict. 2, 865c; was hastu vor ein spiel? cur coelum ac terras misces? Stieler 2086; ein spiel machen, turbas agere. Steinbach 2, 626; einem ein böses spil machen. Schm. 2, 666. besonders: aber nu mus er (der teufel) aus göttlicher macht verhindert, nicht seinem bösen willen nach, sondern so fern jm verhenget wird, das spiel treiben. Luther 6, 317a; unnser lieber herrgott hatt das spill so triben durch unnsern ytzigen churfürsten, das es nie ist harter gestanden den bei im. tischred. 191 Preger; es wisse ein radt und gantze gemein, das drey von den jungern Thumbsern dasz spiel treiben sollen. d. städtechron. 27, 184, 19; sie waren so hart verstockt, die das spil trieben, das man sie uff keine ander wege mochte bringen. Spittendorff 46; uffn dinstagk ... lissen die uffs rathaus leiten von innungen und gemeine, die das spiel triben. 68; dafür: die meister regirten das spil; wie sie den anfang dieser dinge gethan hatten, so thaten sie hirmit auch. 21 (im glossar 'den gang der verhandlungen nach seinem willen lenken'). besonders nuanciert in neuerer zeit: sie ist mir nur darum gut gewesen, weil ich ihr präsente machte. ich bin ja durch sie in schulden gekommen, dasz es erstaunend war, sie hätte mich um haus und hof gebracht, hätt' ich das spiel länger getrieben. Lenz 1, 309 (d. sold. 5, 3). ferner: darumb hoff ich, dieser Christus soll uns diesz spiel, und ob noch ein ärgers erstunde nach diesem, nicht allein widder zurecht bringen, sonder auch zu foderlichen nutz wenden. Luther br. 2, 166; noch hat gott das urtheil troffen, dem papst mit alle den seinen ubrig genug zu schaffen gegeben, wider und uber aller welt meinung das spiel dahin gefuhrt, dasz dem papst schwerlich wiederzubringen ist. 113; gott hat jnen den rechten geist ... gegeben, dar auff frOelich zu hoffen ist, gott wolle mit jnen eilen, und des spiels ein ende mache. schr. 6, 325a (Mitweid, umbs ev. willen verjagt); bittet aber, dasz gott dem kaiser und den fürsten einen muth und herz gebe, dasz sie anders thun, denn bisher geschehen ist, ... oder wolle mit dem jungsten tage drein kommen, und dem spiel ein ende machen. 45, 10 Erl. ausg.; man sol und wirt mir das spiel nit alszo dempfen. 7, 273, 8 Weim. ausg. weiteres bei Thiele a. a. o. s. 139 f. — das spiel verführen alt für 'die sache verfahren': do diese und andere fromme leute wol der stadt bestes hetten gerathen, do wolden die regierer und handthaber dieses spils niemande hören noch zulassen, sondern ihre heupte musten vorgehen; nun zihen sie doch etzliche zu sich, nun das spiel vorfurt ist. Spittendorff 331; dafür sinnlicher: he heft dat spyl in den graven gefOeret. zeitschr. f. hamb. gesch. 2, 261, 24. dargegen aber gefiel dem mehrern teil, disen raht bisz auff die letste und höchste noth zusparen, und dasz man dem spil noch ein wenig zuosähen und das läger wol verwaren sOelte. Stumpf Schweytzer chron. 673a; jr (pharisäer) sehend was das volck facht an, es laufft harzuo schier iederman. die sach mir gantz nit gfallen wil. nun lAend uns sehen in das spil, wir wellent heim, und samlen rat. trag. Joh. B 6b. und du Emser, ... du hast meine feddern auffs new erregt, du wirst je das spiel aushalten, und dein name sol noch in viel mehr büchern erzelet werden, hilfft nicht klagen. Luther 1, 366a. II@11@gg) ähnlich allgemeinen sinn (affäre, angelegenheit) hat spiel in den sehr gewöhnlichen verbindungen im spiele sein, ins spiel kommen, ziehen u. ähnl. II@11@g@aα) im spiele sein, zunächst von personen, wobei betheiligt sein: mit im spiel seyn, die hand mit im spiel haben, esser' impegnato, entrato, haver le mani con altri nel giuoco. Kramer dict. 2, 865c; er ist mit im spiele, consilia sua consociavit, particeps ejus rei est. Stieler 2086; denn gott befihlet noch gebeut niemand etwas, aus eigenem rath oder krafft zu thun, sondern er wil auch mit im spiel sein, und gefürchtet sein, ja er wils durch uns thun. Luther 4, 441b; man sagt, dise margrefin hab den herzogen von Schleswig und Holstain gar ungeren genommen und soll ain anderer im spil sein gewest. Zimm. chron.2 1, 181, 21; Lucidor. es steckt ein verrath dahinter! — Julie. ja wohl! ein verräther ist im spiele. Göthe 21, 167 (wanderj. 1, 9); was hindert mich, zu glauben, dasz der Armenier bei der entweichung dieses menschen mit im spiele sei? Schiller 4, 255; Bausset, der überall, wo sein groszer Bossuet im spiele ist, gewisz nicht zum nachtheile des letztern partei macht. Brentano 9, 449; und wären's ratten noch so viele, und wären wiesel mit im spiele. Göthe 1, 200; eure händel dagegen die kommen mir öfters zu ohren, immer seyd ihr im spiel. 40, 182 (Rein. fuchs 10). so auch: mich dünckt ich sehe schon ... die landschafft: ausgezehret, die kirchen: in dem grausz, die dörffer: gantz verheeret, den nachbar: mit im spiel. A. Gryphius (1698) 1, 303 (Stuart 3, 543). sprichwörtlich: wer in dem spiel ist, der wolt gern herausz. Wander 4, 701, 179 (aus Schuppius); so nun in allem spil ein münch sein musz, ob man in schon darzu malen müst, und ich augenscheinlich merck, das ich in disem spil derselbig münch sein musz, wolhin uff das solch spil und lutherische gaucklerei usz mangel eines münchs nit underwegen bleib, wie fast ich mich in dem handel gern weiszlich erzögt het, wil ich eben derselb Murnar oder nar sein, fuor den sie mich halten. Murner luth. narr, im kloster 10, 5; sy sollen auch eynsam von der welt abgschnitten sein, wie man sihet, dz sy niendert nit entpor lauffen, unnd kein spil gantz ist (nach dem sprüchwort) es sey dann ein münch oder pfaff darbey. Franck weltb. (1542) 127a; so auch: wer bey allen spielen sein wil, der wird selten gelehrt. Petri Eee 2b. zugegen, da sein: auff der stätt (als, wann man vom wolff sagt, so ist er im spil) kam mein mönch daher getrollt. Garg. 257b. — hierher auch: dafür besorge ich mich gar nichts, wann nur nicht gewaldt für recht gienge. die beiden richter sein hoch im spiel. Heinr. Julius v. Braunschweig s. 92 Holland. II@11@g@bβ) in demselben sinne (s. Kramer zu anfang von α) die hand mit im spiele haben. Eiselein 573, nd. Bauer-Collitz 97a: gott hätte seine hand bey allem im spiele: nur bey unsern irrthümern nicht? Lessing 10, 309; einer von den zauberern, meinen feinden, muss die hand im spiele haben. Wieland 7, 134 (der gold. spiegel 2, 5); bey jedem familienhandel haben sie (die geistlichen) die hand im spiele. Gotter 3, 23; je mehr ich wünschte, zugleich unter den bezauberten und zauberern zu seyn, zugleich meine hände verdeckt im spiel zu haben und als zuschauer die freude der illusion zu genieszen. Göthe 18, 19 (W. Meister 1, 4); indessen war das publicum so leicht nicht zu überzeugen, dasz Wagner der verfasser (von 'Prometheus Deukalion u. s. recensenten') sey, und dasz ich keine hand mit im spiel gehabt habe. 26, 333 (dicht. u. wahrh. 15); warum muszte der tod grade die beiden söhne des fürsten treffen ..? konnten die rastlosen Wittelsbachischen erbschleicher nicht auch hier die hand im spiele haben? Treitschke d. gesch. 2, 361; doch dir geziemt es nicht, in solchem spiel die hand zu haben. Schiller 12, 132 (Piccol. 3, 2). nd. dat händken mit in't spill hebben willen, an einer sache gern theil haben wollen. Dähnert 448a. so auch: aber die schlimme hand, die bei der wahl dieser schriften im spiele war, liesz ihm (dem prinzen) unglücklicherweise immer auf solche stoszen, bei denen seine vernunft und sein herz wenig gebessert war. Schiller 4, 265; geht mit gott — ich bin ein greis und ahne eine höh're hand im spiel. Grabbe 1, 254 Grisebach. die hände ins spiel mischen, s. unten ζ. II@11@g@gγ) im spiele sein mit sächlichem subject, meist abstracten, auch in dem sinne 'activ betheiligt sein', als bestimmendes motiv: da ist denn unsers eigen fleischs schwacheit, und der alte Adam auch mit jm spiel. Luther 6, 148a; da keine nebenabsichten dabei im spiele sind. Göthe 19, 128 (W. Meister 4, 19); unsre eitelkeit ist dabey im spiele, wir haben uns betrogen, und wollen es nicht wort haben. briefe 1, s. 243; wenn auch wirklich ... die eifersucht hier im spiel seyn solte, so wäre sie es wenigstens nur mit den augen und nicht mit der zunge. Schiller 3, 375 (kab. u. liebe 1, 5). aber auch im sinne einer rein passiven betheiligung, wobei betroffen sein, als etwas, worum es sich handelt: um die deutschen protestanten einzuschläfern, erklärten die Guisen, dasz die religion nicht im spiele sey, und der krieg blosz den aufrührern gelte. 9, 287; weil aber mein name auch mit im spiel ist, und ihr als die Lutherischen verfolget werdet, hat mirs, acht ich, nicht ubel geziemet, mich auch euer anzunehmen, als mein selbst. Luther br. 2, 483, vgl. Thiele Luthers sprichw. s. 140. (kann in diesem sinne auch mit persönlichem subject gesagt werden.) — anders gewendet in schweizerischen mundarten: es ist im spil, wird beabsichtigt. Hunziker 246. dazu: du muszt heirathen, und dasz du etwas im spiel (in petto) habest, das hast du mir ja einmal selbst gesagt. Gotthelf geld u. geist (1895) 1, 97. II@11@g@dδ) ins spiel kommen. Luther sprichw. 380, vgl. s. 342 f.; mit ins spiel kommen, venir' impegnato, imbarazzato, intrigato, nel giuoco, cioè in qualche disturbo, lite, guerra etc. Kramer dict. 2, 865c; du wirst mit ins spiel kommen, immisceris turbae. Frisch 2, 300b. von personen, sich einmischen, betheiligen, eingreifen: wenn man meinet, es soll nu zu scheitern gehen, so kömmet etwa ein Nicodemus oder Chusai in das spiel, der wendets. Luther 48, 244 Erl. ausg.; zu dem ain clag über die andern geen hof kam, iezo vom bischof, dann von denen von Bruntrut, und mechte man den Schweizern leucht haben gepfiffen, sie weren auch ins spill komen. Zimm. chron. 4, 97, 14 Barack2; hiezwischen kamen andere ins spill, die boten sich, mer zu geben. 155, 11; Mesana die stat wolt kain partei annemen, wolt ein freistat sein; rüeften das römisch reich umb hilf an ... also kamen die Römer auch ins spil, zwungen künig Hiero. Aventin chron. 1, 403, 8 Lexer; alle diese unruhen würden nicht viel auf sich gehabt haben, wenn nicht die päbste endlich in das spiel getreten, und den guten kAeyser (Heinr. IV.) länger als 30 jahr ohne auffhören gequälet. Hahn hist. 3, 61; wann rath und that erliegt, wann alles ist gethan, kömpt gott doch in das spiel (zu hilfe), und nimbt sich unser an. Opitz 3, 278; ich hütte mich vor zanck, ich meide die gefahr, denn komm ich in das spiel, so lasz ich haut und haar (nam in turba inferior evado). Rachel bei Steinbach 2, 626; doch käm' auch allenfalls ein geist von jenen braunen, die stets geschäftig sind auf unheil auszugehn, dabey ins spiel, wer wird darob erstaunen? Wieland 21, 159 (Klelia u. Sin. einl. 27). von sachen: wer weisz, ob nicht auch ein unbegreiflicher einflusz der ehemaligen, jetzt unsichtbaren bewohner mit ins spiel kommt. Novalis 2, 75 Meiszner; das leben ist ein schlechter spasz, dem fehlt's an diesz, dem fehlt's an das, der will nicht wenig, der zuviel, und kann und glück kommt auch in's spiel. Göthe 5, 79. II@11@g@eε) einen mit ins spiel bringen, trahere aliquem in tumultum. Steinbach 2, 626; etwas: dichten sie Bürgern nur nicht mehr weisheit an, als er wirklich in's spiel gebracht haben mag. Bürger 179a; dieses materielle interesse ist es, was der gemeine satyriker ins spiel bringt. Schiller 10, 458. passivisch: andre leser, deren eigenliebe nicht so gut ins spiel gebracht wird. Herder 1, 477 Suphan; dann aber müssen daneben die eigenheiten der besonderen thierischen natur ins spiel gebracht und geltend gemacht werden. J. Grimm Reinh. fuchs s. vii. seltner, weniger fest und veraltet ins spiel führen: der teuffel uns beschissen hat, und führt uns in das spiel hinein. Alberus fab. s. 99 neudr. vgl. auch: man hat mich sust in ein spil gefurdt, das es zcu erbarmen were. herzog Johann v. Sachsen an kurfürst Friedr. v. Sachsen, um den 30. april 1525. — ziehen: wird aber auf die anmuthigen folgen gesehen, welche die tugend, wenn sie überall eingang fände, in der welt verbreiten würde, so zieht alsdann die moralisch-gerichtete vernunft die sinnlichkeit ... mit ins spiel. Kant relig. s. 22 Kehrbach; und würden erst noch die gesetze von Athen, die gerichtshöfe, die volksversammlungen und solennen feste ... mit ins spiel gezogen: so reichte ... éin mann nicht zu, von so vielen und groszen gegenständen nach würden zu sprechen. Wieland Luc. 6, 133; daher stimme er ... dafür, das mittel, das für solche fälle eingesetzt sei, ins spiel zu ziehen: einen kriegshaufen ... zusammenzuraffen. H. v. Kleist 4, 103 Zolling; Elise. nun ziehen sie gar das herz ins spiel. Blumenau. ja leider steht es auf dem spiel. Kotzebue dramat. sp. 3, 209. — mengen: herr major, es verdrieszt mich, dasz sie immer die pfaffen mit ins spiel mengen. Lenz 1, 266 (sold. 1, 4); im passiv: der vorsatz war gut und löblich, sagte Pedrillo, aber warum musst' ich mit ins spiel gemischt werden. Wieland 11, 196 (don Sylvio 3, 4); die einbildungskraft wird also bey dem populären vortrag schon weit mehr ins spiel gemischt. Schiller 10, 392. (anders ins spiel setzen, s. I, 2, f.) II@11@g@zζ) so reflexiv: sich mit ins spiel mischen, mescolarsi, intrigarsi, impegnarsi di sua posta nel giuoco, nel ballo, nella lite etc. Kramer dict. 2, 866a; es trau ein anderer! der teufel müszte sich selbst ins spiel gemischt haben. C. F. Weisze kom. opern 2, 136; in einem von ihren briefen fragen sie mich, ob ich glaubte, dasz uns die groszmuth thränen auspressen könne, wenn sich kein mitleiden in das spiel mischt? Lessing 12, 38; vielleicht mochte auch eine geheime eifersucht über die gute Psyche sich mit ins spiel gemischt ... haben. Wieland 2, 177 (Agath. 9, 1); der entwurf war wohl ausgesonnen, und hätte ... unmöglich misslingen können, wenn man auf irgend eine voraussetzung rechnung machen dürfte, so bald sich die liebe ins spiel mischt. 190 (9, 2). dafür auch (vgl.β): sollte ... teufel und dessen groszmutter ihre hände ins spiel mischen wollen? Gaudy ausgew. erz. 91; es wäre doch recht artig, meine freundin, wenn in das grosze spiel wir auch zuweilen die zarten hände mischen könnten — nicht? Göthe 9, 128 (Tasso 1, 4). in stärkerem sinne: ir selber fürt euch in das spil (bringt euch in diese not). Rebhun Sus. 5, 5, v. 406 (schausp. aus dem 16. jahrh. 1, s. 94). II@11@g@hη) aus dem spiele heraus kommen, evolvere se turba. Frisch 2, 300b. gewöhnlicher aus dem spiele bleiben: ich dächte, wir bleiben aus dem spiele, ich fürchte es steckt zauberey dahinter. Göthe 14, 54 (triumph der empf. 5). meist in passivischem sinne, nicht betroffen, berücksichtigt werden: der leztere (Ferdinand) bleibt ganz und gar aus dem spiel, desto freier können wir mit dem musikanten umspringen. Schiller 3, 424 (kab. u. liebe 3, 1). II@11@g@thθ) laszt mich aus dem spile. Eiselein 573, nd. laat mi ut'n spill, menge mich nicht in die händel. Dähnert 448a. belege: am besten ist es also: wir lassen diesen berühmten mann aus dem spiel, und nehmen die sätze, die herr Eberhard auf dessen namen schreibt ..., für seine eigene behauptungen. Kant 3, 320; eigentlich ist es aber der begriff von einem sitz der seele, welcher die uneinigkeit der facultäten über das gemeinsame sinnenwerkzeug veranlaszt, und den man daher besser thut, ganz aus dem spiel zu lassen. 10, 108; vor allen dingen wünschte ich, die religion hier aus dem spiele zu lassen. Lessing 7, 49; lassen sie mich aus dem spiel, ich bitte sie. Lenz 1, 278 (d. sold. 2, 2); was sie thun, lieber La Roche! — mich und meine liebe lassen sie auf jeden fall aus dem spiel! Schiller 14, 199 (parasit 1, 2); den lieben gott laszt mir beim spiele aus dem spiel. Alexis hosen12 68; lasz mich mit diesem Römer aus dem spiele. H. v. Kleist 3, 167 Zolling (Hermannsschl. 2, 3). ungewöhnlicher: freylich desto besser, wenn die briefe, welche herr licentiat Wittenberg in händen hat, einen mann aus dem spiele setzen, welchen mancher schwache gesell sich als seinen gewährsmann wohl wünschen möchte. Lessing 10, 226. II@11@hh) in andern redeweisen ist wenigstens die vorstellung von etwas, was einem freude macht, deutlich vorhanden, so in dem verbreiteten sprichwort: wenn das spiel am besten, sol man auffhören. Petri Aaa 7a. Eyering 3, 373 (soll mans bleiben lan). Simrock 9714. Kramer dict. 2, 865c, dum ludus bonus est, ipsum dimittere fas est. Stieler 2086. Dentzler 1, 412a, in ähnlicher lat. fassung schon in Egberts fecunda ratis 571 belegt. andere fassungen und ausdrücke desselben gedankens: wenn das spiel am besten und genuglichsten ist, so soll man auffhören, hirudo nisi plena non omittit cutem. Henisch 328, 49; nd. me moot uphören, wenn 't spill am beszten is 'ist eine erinnerung, sich in keiner lust zu sehr zu vertiefen'. Dähnert 448a; ein gut spiel soll bald auffhören. Lehman 745, 25. Eiselein 573. Simrock 9713; auff dem spiel ist auffhören das best. Henisch 326, 27; des guden spêls wert ôk to vele, jucundus crebro lusus mutatur in iram. Tunnicius 529; desz guten spiels wird auch offt zu viel. Petri P 6a; das beste spiel wird auch zuviel. Simrock 9715. diese redeweisen gestatten an die verschiedenen bedeutungen von spiel (besonders II, 2. 7) zu denken, können aber auch in ganz allgemeinem sinne verstanden werden. II@11@ii) das spiel verderben. Luther sprichw. 379, vgl. s. 342, guastare, perdere il giuoco. Kramer dict. 2, 865b; einem sein spiel verderben. ebenda. zu grunde zu liegen scheint die bedeutung II, 6 (musik), nach der stelle: ne vities musicam, verderbe uns nicht die musicam oder das spiel. Joh. Gerling sylloge adagiorum aliquot (1649) 156, bei Borchardt2 444 f. doch wird man im allgemeinen eher an ein unterhaltungsspiel denken. auch hier ist, wenn ein dativ hinzutritt, zuweilen die vorstellung 'einen in seiner freude, im genusse von etwas stören', so noch deutlicher: fünf stunden schon ... in pappe eingescheidet zu stecken, hätt' ihm schier das ganze spiel verleidet. Wieland 21, 300 (Klelia u. Sin. 6, 6). gewöhnlich ist indessen die meinung 'einen in einer thätigkeit stören, ein geschäft verderben, erfolglos oder aussichtslos machen, seine chancen verschlechtern' u. ähnl.: ich hetsch mit wie der schultheisz von Stechfelden. der hieng mit, man kan mir kein spiel verderben. Garg. 228b (37. cap.); weisz nicht, wo die dämonen eigentlich sitzen, die den menschen auf den tod hassen dafür, dasz er die liebe und die vernünftige arbeit in die welt gebracht hat und ihnen damit das spiel verderbt. Vischer auch einer 1, 45. mit unbestimmtem subject: lasz seyn! geduld! wenn's jemand sähe, das könnt' uns gleich das ganze spiel verderben. Göthe 11, 126 (scherz, list u. rache 1). sprichwörtlich: zu wenig oder zu viel verderbt das spiel, troppo ò troppo poco, guasta il giuoco. Kramer dict. 2, 865c. reflexivisch: ich wollte kenner anführen, ... verdarb mir aber selbst das spiel: aus vergeszlichkeit hatt' ich in die kleine sammlung ein stück aufgenommen, das schon bekannt geworden war. brief Gleims bei Lessing 13, 205; durch umständlichkeit, kleinigkeitskrämerey und weitschweifigkeit verdirbt er sich das spiel gegen den billigsten leser. Göthe 54, 150. II@11@kk) spiel wird gern mit spielen verbunden. s. sein spiel spielen unter I, 7. II@11@k@aα) ein spiel spielen mit adjectivischem zusatz, s. z. b. groszes, kleines, gewagtes spiel spielen unter 8, b. c. ähnlich auch: hier, wo es worte künstlich setzen gilt, ein feines spiel zu spielen. Ludwig 3, 323. II@11@k@bβ) ganz allgemein und unbestimmt: ein spiel spielen. was spielen wir für ein spiel? à che giuoco giuochiamo? Kramer dict. 2, 864a, vgl. 865b; ein gleiches spiel spielen, consimilem ludum ludere. Steinbach 2, 625. II@11@k@gγ) ein spiel mit einem spielen, mit ihm in bestimmter weise verfahren (vgl. einem mitspielen): wo nicht, so wollen wir ein ander spiel mit einander spielen. Kramer dict. 2, 865b; eines spiles wirt mit dir gespilt, daʒ dîne vriunt beginnen clagen. Heinrich v. Freiberg Tristan 3858. II@11@ll) spiel hat diesen allgemeinen sinn überhaupt gern in verbindung mit adjectiven, wo es meistens für den sinn ganz belanglos ist. II@11@l@aα) so schon mhd.: wê daʒ si sô maneger siht der sînen willen reden wil ze allen zîten, unde ich niht! daʒ ist mir ein swære spil. minnes. frühl. 201, 29; swer im seckel niht enhât, daʒ ist ein herteʒ spil. Marner 14, 112 Strauch (vgl. die anm.); wenn untrew ist mir ein herttes spil. Mondseer liederhs. 53, 13 (vgl. s. 79); ich wil uch von den (jüngsten) gerichte sagen ... eʒ wert gar eyn herte spil, der richter wert so ernst werden. Mone altt. schausp. 3, 340. auch in folgender stelle kaum wesentlicher: daʒ klag ich dir, Minne, von der süeʒen sît daʒ si mir niht enwil mîn sende swære büeʒen, Minne, füege enzît daʒ eʒ werd ein gemeineʒ spil. Gottfr. v. Neifen 4, 26. II@11@l@bβ) nhd.: Joseph fülets auch noch nicht, hoffet aber, gott werde yhn nicht lassen, aber wie mans ansihet, so ist es ein unfreundlichs spiel, doch ym grunde so grosse gnade, das er hernach so zu ehren kömpt. Luther 24, 637, 19 Weim. ausg.; auch mitten in der fluht, auch mitten in den pfützen ... zu machen solche wäll', ist wahrlich gahr zu viel! wo komt das erdreich her? das ist ein seltzam spiel, aus wasser solche werk' und starke schantzen bauen? Rist Parn. 815. in der bekannten stelle dagegen: laszt vater genug seyn das grausame spiel. Schiller 11, 225 (der taucher, gewöhnlich citiert: des grausamen spiels. Büchmann20 217) ist spiel wol in der stärkeren bedeutung 'wagnis, gefahrvolles unternehmen' zu fassen. (sonst: grausames spiel, spectaculum dirum, saevum, turbamenta maxima, tumultus horrendus. Stieler 2086, s. d.) II@11@l@gγ) sprichwörtliche redeweisen: das ist das beste spiel, viel schöne thaten thun und nicht reden viel (still schweigen), il più bello del giuoco è far fatti, e parlar poco. Kramer dict. 2, 865c; es ist ein bösz spiel, da der eine lachet und der ander weinet. Petri Aa 5a; es ist kein recht spiel, dasz man mit krummen kolben schlegt. Bb 2a, s. auch Simrock 9737 f. II@11@l@dδ) auch sonst gern in der verbindung böses spiel: ein schlimmes, schlechtes, elendes spiel haben, haver' un misero, cattivo giuoco. Kramer dict. 2, 865b; einem ein böses, schlimmes spiel machen, far' un cattivo giuoco cioè affare, negotio ad uno. 865c; mit unsern weibern auch ist es ein übel spiel; sie haben nie kein geld und brauchen immer viel. Göthe 13, 23. in deutlicher anlehnung an 7: es ist ein unergründlich ubel ... denn wo ein fürst sich solt wissentlich, so schendlich lassen melcken, da ers wol wehren kündte, das were ein böse spiel, da alle zeit eitel schellen, und nimer mehr kein hertz gewelet würde. Luther 6, 159b. so auch: wo ihr selbs oder euer prädicanten dermaszen von der concordia viel wollten schreiben oder reden, wie diese euer schrift meldet, so wollt wohl kein gut spiel daraus werden. Luther br. 5, 125; nd. 't iss 'n mall spill, eine verwickelte, miszliche sache. Stürenburg 252b. jetzt besonders in der verbindung gute miene zum bösen spiel machen (eigentlich in der bedeutung 7?): zum bösen spil heitere mine machen. Eiselein 573. II@11@mm) andre, mehr vereinzelte wendungen: das spiel wird an alle kommen, omnibus paria imminent. Dentzler 2, 269a. — das spiel gehet dich an, mir gehet da weder ab noch zu, tibi luditur, mihi istic neque seritur, neque metitur. Henisch 1428, 68. — die weyl wir dan hie in das rechte spiel (zur eigentlichen sache) kommen, wollen wir ein wenig stil halten. Luther 6, 418, 3 Weim. ausg. (an den christl. adel s. 20 neudr.). — we sinen vrunt bedregen wil, vil dicke drücht em dat sülve spil. Gerhard v. Minden 3, 44 Leitzmann; nun hett ich (Herodias) doch nit anderst gmeint, min herr der küng het nit verseit noch mir abgschlagen sOelche bitt; nun weisz ich nitt, wett tusend ritt, mir uberzwerch lyt in dem spil, das er den man nit tödten wil. trag. Joh. N 6b. wenn er einen knecht bekommen solte, der mir die stange hielte, und den er brauchen könnte wie mich in alle spiel (zu jeder arbeit). Gotthelf Uli d. knecht 127 Vetter; denn daneben ist sie eine gute in alle spiel, trägt sorge zu allem, und es ist kein zeichen im kalender, über welches sie nicht bericht geben kann. geld u. geist (1895) 1, 64. IIIIII. spiel nimmt in einigen gebrauchsweisen concrete bedeutung an. manches der art ist bereits zur sprache gekommen. III@11) etwas, womit man spielt, object, resultat eines spiels. III@1@aa) allgemein, spielzeug, spielerei. so vielleicht in folgender stelle: von perdehar makde he en spil. Gerhard v. Minden 99, 105 Leitzmann (vgl. die anm.). so auch dockenspiel für puppe (?): was nütz[e]t ihm das geld, des er nicht mehr begehrt, als wenn man der Dion' ein dokkenspiel verehrt? Rachel sat. ged. 58 Drescher (5, 132, vgl. die anm. und unten 3 zu ende). III@1@bb) spiel der natur, s. I, 2, g. III@1@cc) freier, spiel des zufalls, der winde u. ähnl., s. I, 5. III@1@dd) schauspiel, dichtung, s. II, 5, c. d. III@1@ee) musikinstrument, besonders trommel, s. II, 6, c. d. III@22) gewöhnlich speciell zu spiel II, 2, d. e, bezw. II, 7. gerät zu brett- und kartenspiel. III@2@aa) in diesem sinne brett- und königspiel (schach): in welchem absehen ein indischer könig dem mit ihm kriegenden persischen ein könig- dieser aber jenem ein bret-spiel überschickt. Lohenstein Armin. 1, 86a. mhd. spil von den figuren zum schachspiel: des spiles snîder, merket eben, ir sult im menschen bilde geben dem stein nâch mînes hêrren lêr und snîdet in alsô, daʒ er ein schær füer in der rehten hant. Beringen schachged. 4662. beides jetzt kaum noch üblich. (bei Campe in diesem sinne ein schachspiel, ein damenspiel. vgl. schachspiel 2, theil 8, 1962.) III@2@bb) dagegen sagt man spiel gern in bezug auf die karten zum kartenspiel; so in freierer weise, s. oben II, 7, g, β. h, α. ε. 8, e. (würfel 8, k; einsatz beim spiele 8, i zu ende.) bestimmter in der verbindung ein spiel karten für die zusammengehörende menge von karten, die zum kartenspiel erforderlich ist: ein spiel karten, un gioco, mazzo, paio di carte. Kramer dict. 2, 867a, s. auch Adelung 2, 2, b, α, 5. Jacobsson 7, 397b. nd. en spiel kârten Woeste 249b: kurz darauf meldet man seine gebieterin bey ihm an; und weil er von ihr für keinen spieler angesehen seyn will, so stekt er geschwind ein spiel karten, welches auf dem tische lieget, zu sich in die tasche. Lessing 4, 342; ist nun das ganze spiel karten ausgegeben. Krünitz 158, 28. ebenso: ein spiel kegel, un gioco di boccie colle sue balle. ein spiel (pasch) würfel, un giuoco cioè due ò trè dadi. Kramer a. a. o.; zwey spiele kegel. drey spiele würfel. Adelung ('so viel hülfsmittel oder werkzeuge als zu einem spiele jeder art gehören'). (nicht mehr üblich.) III@2@cc) von da aus ist, besonders in mundartlicher redeweise, spiel für 'eine anzahl gegenstände, die für den gebrauch zusammengehören' weiter ausgedehnt und wird auch gesagt in bezug auf thätigkeiten, die nicht als spiel zu bezeichnen sind (wie sonst satz, s. das. 1, f, theil 8, 1838 und besonders engl. set). so namentlich ein spiel stricknadeln, 5 stück. Frischbier 2, 350b, schweiz. e spil (e ris) nodle 'fünf gleich dicke und gleich lange stricknadeln'). Seiler 272a, nd. en spiel strickstöcke. Woeste 249b. III@33) in mundarten wird aber spiel in weitem umfange auch für menge überhaupt gesagt. so besonders im mitteld. (fränk.-thür.) und einigen nachbardialecten. doch bildet spiel in diesem sinne meist den zweiten theil einer zusammensetzung, und hat in der regel den unbestimmten artikel vor sich. so nass. spiel, spill (2) 'lebhaftes gedränge, menge, hier aber immer hinter dem den inhalt bezeichnenden worte stehend: bücher-, dreck-, geld-, leut-, mensche-, zeugspiel u. a. auch bair.' Kehrein 1, 382 f.; westerw. en dreck spiel im leibe haben. da war'n hase spiel ('besser hasen spiel; allein das volk läszt in diesen redensarten das n stets hinweg'). Schmidt 225; würzb. an obstspiel Sartorius 116; frankfurtisch: gott im himmel, wos is for e borschelinern dellerspiel (unzählige porzellanene teller) druff gange. Malsz bürgercap. s. 30. so häufig ein spiel geld, ein mördsches geldspiel. Vilmar 392, en spiel geld. Woeste 249b, geldspiel s. auch Spiess 237. Hertel sprachsch. 231, jaltschpêl Liesenberg 200, vgl. theil 4, 1, 2922: was das ein geldspiel kost! Göthe 8, 76 (Götz 2). in andern verbindungen mit dem nebensinn 'lebhafte bewegung, gedränge'. Schm. 2, 665 (c); 'überall lebendig in Thüringen ist die bedeutung: 'bewegte masse, grosze hin- und herwogende menge' in den beiden compositen wasserspîl, wallender wasserstrudel, und mnschenspîl, durch einander wogende menschenmenge (z. b. durch ds mnschenspîl kûn ich net duirchgekomm)'. Regel 271, ebenso Hertel sprachsch. 231. so namentlich (ein groszes) menschenspiel Vilmar 392, menschaspiel Sartorius 116, menschenschpêl Liesenberg 200; köln. et wor üch e minschespill op dem nüümaat, ich kann et üch nit sage, wat för e minschespill! Firmenich 1, 455a; getrennt westf.: bat en spiel mensken dà wæren! Woeste 249b. auch e leutspiel (Donnersberg) Autenrieth 135, schwäb. volks-spiel 'eine menge volks in bewegung'. Schmid 501, volkspil Schm. 2, 665. — dazu wol auch kirchspiel, s. das., theil 5, 825 und Grimm gramm. 2, 524. Adelung (1. das spiel). Krünitz 157, 510. Kluge6 206b. — einen ähnlichen collectiven sinn scheint spiel in zusammensetzungen vereinzelt schon im 17. jahrh. zu haben: zu Straszburg ist der ruhm, man träget nicht belieben zu solcher tändeley wie unsre jungfern üben, das frauen-zimmer acht der hoffarth dort nicht viel, wie hie bey unsrer welt das tolle jungfer-spiel. Rachel sat. ged. s. 130 neudr. (9, 172); ja hätt ich hundert jahr und einen solchen rachen mit hundert zungen-spiel, könnt ich die jungfer-sachen auszsprechen dennoch nicht. ebenda (158); wer mit ihn schwatzen will, der musz seyn wohl versehn mit gutem lippen-spiel. s. 134 (300). die letzten stellen zu 2? s. auch unter 4. III@44) technisches. III@4@aa) spiel bey den jägern, in den worten federspiel, venatio volucrum ... item, accipiter quo venantur. windspiel, vertagus. Frisch 2, 300b. vgl. Adelung 2, 1, a. b. so schon mhd. vederspil 'zur vogelbeize abgerichteter vogel, falke, sperber, habicht'. Lexer handwb. 3, 39 f. (auch habechspil 1, 1130) und wintspil 3, 920; die habicht- sparbar und dergleichen federspill. kärnt. jagdordn. v. 1617 bei Lexer 237 ('kommt mundartlich nicht mehr vor'). hat sich vermutlich von der allerdings seltnen bedeutung 'jagd' (s. II, 3, d) aus entwickelt in ähnlicher weise wie die unter 1. 2 besprochenen verwendungen. III@4@bb) in der weidmannssprache 'der schwanz beim fasanen und allem hühnerartigen wald- und feldgeflügel'. Behlen 5, 650, speciell beim fasanen 6, 227, ebenso Kehrein weidmannsspr. 276, schwanz der fasanen und elstern Nemnich, der elster Adelung 2, 1, b: der hahn (fasan) ist daran zu erkennen, dasz er gerade aufgeweckt, munter und keck aufsitzet, den hals gerade in die höhe, das spiel aber oder den schwantz gerade aus hält. Döbel 2, 174b; bey dem phasanenwildpret und bey der aglaster heisset der schwanz das spiel. Heppe leithund 205; spiel nennt man den schwanz des fasanen und des hühnerartigen hochgeflügels. v. Thüngen waidm. pract. 309; das spiel umfaszt 16 bis 18 schwarze weisz geränderte ruderfedern. 192. vgl. spielen I, 6, b und spielhahn. III@4@cc) 'bey den jägern werden auch die federlappen das federspiel oder das spiel schlechthin genannt. auch die zusammen gebundenen federfittige bey der falkenjagd, womit man den geworfenen falken wieder an sich lockt, werden ... das spiel oder federspiel genannt.' Adelung 2, 1, b. III@4@dd) 'bey den büchsenmachern ist das spiel ein schmahles bewegliches stück stahl in der nusz, welches bey dem abdrucken des hahnes hindert, dasz die stange nicht in die mittelrast fallen kann.' ebenda. Jacobsson 4, 214a. Krünitz 157, 511. III@4@ee) auf schiffen eine winde, s. spill. Eggers 2, 953. Campe. III@55) mundartliche besonderheiten. III@5@aa) für das weibliche geschlechtsglied: er (Achilles) graif von der brust ze tal pey dem pain überal an daʒ werd frawenspil. Docen misc. 2, 169. so noch im bair. wald das gespil geschlechtstheile. Schm. 2, 666 (d). vgl. spiel II, 11, b und spielen. III@5@bb) ostfries. spööl, auch bullnöten, boletus cervinus, hirschbrunst, hirschtrüffel, den kühen zur beförderung des spölens (s. spielen, brünstig sein) eingegeben. Stürenburg 254a; spȫle, spȫl ten Doornkaat Koolman 3, 283b (fem.?). III@5@cc) henneb. 'das spiel, feiner: das böse spiel, die fallende sucht', epilepsie. Reinwald 1, 154, spiel allein bei Spiess 237. IVIV. die folgenden gebrauchsweisen scheinen auf andre wörter zurückzugehen. IV@11) mhd. spil(e), m. f., für gespil(e) s. Haupt zu Erec 1969. Lachmann zu Iwein 5208. Beneke-Borchling wb. zum Iwein3 217. Germ. 9, 369. IV@22) spiel, hiesz vor alters erzehlung, mähre, rede. ... von dieser bedeutung scheint spiel annoch im wort kirchspiel zu seyn, der ort und die gemeine, wo man vom evangelio redet, und deszwegen zusammen kommt. Frisch 2, 300b. vgl. Adelung (1, 1). Krünitz 157, 510. gemeint ist got. spill, altn. spjall, ags. spell, ahd. mhd. spel erzählung, erdichtung, märchen, gerede. Lexer handwb. 2, 1077. dieses wort scheint im ältern nhd. zuweilen in der form spiel fortzuleben, vgl. beispiel aus bîspel; wenigstens legen einzelne stellen diese auffassung nahe. so: was sind mir nu das für geister und leute, die also den guten alten lerer in der welt spiel tragen, mit lügen und teuscherey. Luther 3, 371a (23, 228, 14 Weim. ausg.). vgl. auch: mir wart in dem geiste kunt gar eyn froliches spil, daz got alle sunden vorgeben wil. Mone altt. schausp. 3, 461. mundartlich noch in der verbindung zu spill oder spiel gehen, zu besuch, s. spell, sp. 2137 und spielen II, 8. IV@33) spiel für spill, s. daselbst. IV@44) silber und gold ..., das ich ... im spiel hatte. Simpl. (1685) 1, 305 (1, 3, 13) ist druckfehler für seckel, s. 1, 454, 17 Keller; 1, 299, 30 Kurz (s. 244 neudr.).
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    spielstm.

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer) · +1 Parallelbeleg

    spiel stm. splitter. die ( speere ) wârn ze spielen gedigen Krone 21456. vgl. spëlte 1 u. zu Er. 2 9117.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    spi(e)lm.

    Mittelniederdeutsches Wb.

    spēl(e)dach (speel-) , spi(e)l- , m. , 1. Wochentag an dem nicht gearbeitet wird, freier Tag, von êneme werkeldāge ênen …

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    1. Spiel

    Adelung (1793–1801) · +8 Parallelbelege

    1. Das Spiel , des -es, plur. die -e, ein Wort, welches nur in dem zusammen gesetzten Kirschspiel üblich ist, den zu ein…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Spiel

    Goethe-Wörterbuch

    Spiel [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Spiel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09) · +1 Parallelbeleg

    Spiel ( Stoß ), in der Jägersprache der Schwanz des Fasans sowie des Auer- und des Birkwildes.

  6. modern
    Dialekt
    Spiel

    Schweizerisches Idiotikon · +6 Parallelbelege

    Spiel Band 10, Spalte 116 Spiel 10,116

  7. Sprichwörter
    Spiel

    Wander (Sprichwörter)

    Spiel 1. A grundehrlichs Spiel, sägt der Hämmerle von Aalen. ( Aalen. ) 2. Am Ende des Spiels wartet der Teufel. Engl. :…

  8. Spezial
    Spiel, mit verteilten Rollenn

    Dt.-Russ. phil. Termini · +1 Parallelbeleg

    Spiel , n mit verteilten Rollen игра , ж , ролевая → FiloSlov Rollenspiel, n

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spiel

715 Bildungen · 605 Erstglied · 101 Zweitglied · 9 Ableitungen

spiel‑ als Erstglied (30 von 605)

Spielagathe

SHW

Spiel-agathe Band 5, Spalte 1171-1172

Spielarbeit

SHW

Spiel-arbeit Band 5, Spalte 1173-1174

Spielbaum

SHW

Spiel-baum Band 5, Spalte 1173-1174

Spielbock

SHW

Spiel-bock Band 5, Spalte 1173-1174

Spielding

SHW

Spiel-ding Band 5, Spalte 1173-1174

Spieldose

SHW

Spiel-dose Band 5, Spalte 1173-1174

Spieldunzel

SHW

Spiel-dunzel Band 5, Spalte 1173-1174

Spielfeld

SHW

Spiel-feld Band 5, Spalte 1175-1176

Spielfratz

SHW

Spiel-fratz Band 5, Spalte 1175-1176

Spielfunsel

SHW

Spiel-funsel Band 5, Spalte 1175-1176

Spielgeld

SHW

Spiel-geld Band 5, Spalte 1175-1176

Spielglucke

SHW

Spiel-glucke Band 5, Spalte 1175-1176

Spielgretel

SHW

Spiel-gretel Band 5, Spalte 1175-1176

Spielhansel

SHW

Spiel-hansel Band 5, Spalte 1175-1176

Spielhaus

SHW

Spiel-haus Band 5, Spalte 1175-1176

Spielhof

SHW

Spiel-hof Band 5, Spalte 1175-1176

Spielhose

SHW

Spiel-hose Band 5, Spalte 1175-1176

Spieljockel

SHW

Spiel-jockel Band 5, Spalte 1175-1176

Spielkarte

SHW

Spiel-karte Band 5, Spalte 1177-1178

Spielkatze

SHW

Spiel-katze Band 5, Spalte 1177-1178

Spielkind

SHW

Spiel-kind Band 5, Spalte 1177-1178

Spielkumpan

SHW

Spiel-kumpan Band 5, Spalte 1177-1178

Spielkunz

SHW

Spiel-kunz Band 5, Spalte 1177-1178

Spielkunzel

SHW

Spiel-kunzel Band 5, Spalte 1177-1178

Spielleiter

SHW

Spiel-leiter Band 5, Spalte 1177-1178

Spielleute

SHW

Spiel-leute Band 5, Spalte 1177-1178

Spielliesel

SHW

Spiel-liesel Band 5, Spalte 1177-1178

spiel als Zweitglied (30 von 101)

Fallbeispiel

RDWB1

Fallbeispiel n (Lakune) пример, прецедент, показательный случай пример из практики, который предлагается участникам какого-л. обучающего кур…

Gewinnspiel

RDWB1

Gewinnspiel n викторина, конкурс

Glücksspiel

RDWB1

Glücksspiel n (kein Bezug zu "счастье") азартная игра

Krippenspiel

RDWB1

Krippenspiel n религиозное театральное представление, проводимое детьми в праздник Первого причастия или на Рождество; представление развора…

Machtspiel

RDWB1

Machtspiel n борьба за власть übertr. борьба самолюбий; Auf ~e der Eltern reagieren die meisten Kinder mit Angst. - На родительскую борьбу с…

Nachspiel

RDWB1

Nachspiel n последствия, аукнуться перен. , разг. diese Aktion wird ein ~ haben - это так (просто) не пройдёт устойч. , это (вам) с рук не с…

Vorspiel

RDWB1

Vorspiel n исполнение, проигрывание (напр., перед жюри, преподавателем), игра перед публикой, публичное выступление (о музыканте) übertr. пр…

Wechselspiel

RDWB1

Wechselspiel n смена (напр., цветов, красок, настроений) (а не "переменная игра")

affenspiel

DWB

affen·spiel

affenspiel , n. der teufel mag wol lachen zu solchem affenspiel. Uhland 530 ; ich wolt des affenspiels gerne lachen. Luther 3, 66 b ; (das k…

bauerspiel

DWB

bauer·spiel

bauerspiel , n. ein schauspiel, in dem bauern die handelnden personen sind.

beispiel

DWB

bei·spiel

beispiel , n. fabula, exemplum, für beispell, denn mit spiel ludus hat das wort nichts zu schaffen, es stammt aus spell sermo, narratio, ahd…

Beyspiel

Adelung

bey·spiel

Das Beyspiel , des -es, plur. die -e. 1) Ein einzelner Fall, welcher zur Erläuterung einer allgemeinen Wahrheit angeführet wird, wodurch es …

bretspiel

DWB

bret·spiel

bretspiel , n. 1 1) lusus aleae: er vertreibt seine zeit mit bretspiel. 2 2) alveus lusorius: das man ein bretspiel verbrennet. Luther 3, 40…

Bruderspiel

Wander

bruder·spiel

Bruderspiel Es ist ein Bruderspiel. ( Steiermark. ) Ein Kartenspiel, bei dem Alle gleich gut durchkommen.

damenspiel

DWB

damen·spiel

damenspiel damspiel , n. spiel auf dem dambret wo zwei spieler, jeder mit zwölf steinen, gegen einander ziehen; Wieland 24, 136 . daher

doppelspiel

DWB

doppel·spiel

doppelspiel , n. lusus aleae Henisch 730 . mhd. toppelspil ( Eraclius 2463. Parz. 289, 24. Wolfr. Wilh. 427, 26 ). s. doppeln. weiber, zern,…

druckspiel

DWB

druck·spiel

druckspiel trockspiel, n. bei Stieler peilkenspiel 124, spiel auf der drucktafel, auch diese selbst.

Fastnachtsspiel

Adelung

fastnacht·s·spiel

Das Fastnachtsspiel , des -es, plur. die -e, eine ehemahlige Art von Lustspielen, welche um Fastnacht aufgeführet zu werden pflegten derglei…

federspiel

DWB

feder·spiel

federspiel , n. aucupium, spiel in der bedeutung von lust ( die lust der vogeljagd ) oder auch von streit und schauspiel genommen?; kein ahd…

gänsespiel

DWB

ganse·spiel

gänsespiel , n. ludus anserinus Stieler 2087 , Steinbach 2, 626 : das leben ist ein gänsespiel. jemehr man vorwärts gehet, je früher kommt m…

gaukelspiel

DWB

gaukel·spiel

gaukelspiel , n. das spiel des gauklers, zauberei, taschenspielerei, narrenspossen u. ähnl., mhd. schon geläufig goukelspil, md. auch kokels…

gegenspiel

DWB

gegen·spiel

gegenspiel , n. 1 1) contrarium, widerspiel Stieler 2088 , seit dem 16. jh. bezeugt, aber durchaus schon in verblaszter allgemeinheit für ge…

gespiel

DWB

gespiel , n. verstärktes spiel ( s. d. ). 1 1) beschäftigung zu zeitvertreib und vergnügen, glücksspiel: gespiel, ludus, lusus Aler 925 b ; …

glockenspiel

DWB

glocken·spiel

glockenspiel , n. , campanarum symphonia Stieler 2087. 1 ) das zusammenklingen oder das geläute von glocken überhaupt, seit der 2. hälfte de…

Ableitungen von spiel (9 von 9)

bespielen

DWB

bespielen , nnl. bespelen. 1 1) bespielen, bespotten, belachen, alludere. vocab. theut. 1482. d 5 a , ist aber ganz ungebräuchlich. vgl. ans…

erspielen

DWB

erspielen , ludendo obtinere. Stieler 2085 : und wir erspielen manchen kranz besteckt mit grünen maien. Spee trutzn. 175 (191).

gespiel

DWB

gespiel , n. verstärktes spiel ( s. d. ). 1 1) beschäftigung zu zeitvertreib und vergnügen, glücksspiel: gespiel, ludus, lusus Aler 925 b ; …

gespiele

DWB

gespiele , n. verbalsubst. zu spielen ( s. d. ). 1 1) das spielen zum zeitvertreib, das tändeln: gespiele, lusio, das gespiele meiden Steinb…

spiele

DWB

spiele , f. dünnes, zugespitztes stäbchen, bacillus teres et acutus. Schottel 1418 . entlehnt aus dem nd. spîle für hd. speil, s. das., sp. …

urspiel

DWB

urspiel , n. (ur- C 4 c): das urspiel jeder natur beginnt Novalis 4, 216 M. —

verspielen

DWB

verspielen , verb. , zu spielen gehörig. form. die bei Graff sprachschatz 6, 333 angeführte glosse vorspilt ' alludit caro spiritui ' ist al…

verspielung

DWB

verspielung , f. 1) das verspielen, der verlust, nicht mehr üblich. verspielung, damnum, perditio nummorum Stieler 2088 ; Kramer ital. 2, 86…

zerspielen

DWB

zerspielen , verb. , durch spielen entstellen, junger fachausdruck nach analogie von zersagen, zersingen für die form- und textauflösung von…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „spiel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 10. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/spiel/dwb
MLA
Cotta, Marcel. „spiel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/spiel/dwb. Abgerufen 10. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „spiel". lautwandel.de. Zugegriffen 10. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/spiel/dwb.
BibTeX
@misc{lautwandel_spiel_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„spiel"},
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  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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  urldate      = {2026-05-10},
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