Eintrag · Etym. Wb. des Deutschen (Pfeifer)
Windhund m.
Windhund m.
Windhund m. verdeutlichende Zusammensetzung (Mitte 16. Jh.) im Anschluß an ahd. wint ‘Hund für die Jagd’ (9. Jh.), mhd. mnd. mnl. wint. Dieses erklärt in: Neuphilolog. Mitt. 19 (1918) 16 aus dem Völkernamen der slawischen Wenden, ahd. Winida, mhd. Winden, aengl. Venidas, Wenedas, anord. Vindr, ursprünglich Name eines östlichen illyrischen Stammes (lat. Venedī, Tacitus Venetī), der auf die an der Weichsel lebenden Slawen übertragen wurde. Windhund bedeutet danach eigentlich ‘wendischer Hund’, wird heute jedoch vielfach mit Wind verbunden und als ‘schnell (wie der Wind) laufender Hund’ aufgefaßt. Übertragen ‘leichtfertiger Mensch’ (18. Jh.). Eine andere Erklärung versucht in: Tijdschr. voor nederlandse taal- en letterkunde 96 (1980) 205 ff., indem er germ. *hwindaz ‘Hund’ auf (mit Dental gebildetes) ie. *k̑u̯ent-, eine Nebenform von ie. *k̑u̯ont- (s. Hund), zurückführt. – Windspiel n. ‘Jagdhund’, mhd. wintspil, ebenfalls eine verdeutlichende Zusammensetzung, zu mhd. spil im Sinne von ‘Jagd’ (s. Spiel); vgl. mhd. vederspil ‘zur Vogelbeize abgerichteter Falke, Sperber, Habicht’.