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federspiel

nhd. bis sprichw. · 9 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

federspiel n.

Bd. 3, Sp. 1407
federspiel, n. aucupium, spiel in der bedeutung von lust (die lust der vogeljagd) oder auch von streit und schauspiel genommen?; kein ahd. fëdarspil verzeichnet, so häufig das mhd. vëderspil vorkommt. 11) dieses erscheint nun zwar einigemal im angegebnen sinn: scal unde vëdirspil, dës ist in mînis hërrn hove vil. Rother 298; würfel, ros und vëderspil triegent ofte, swërʒ merken wil. Renner 12476. allein auch hier, wie sonst überall, könnte der falke, sperber gemeint sein, mit dem gebeiszet wird: dâ wæren valken veile und ander schœne vëderspil. Trist. 56, 7; ir hunde und ir vëderspil daʒ hæten si ze handen. 135, 36; mit hunden und mit vëderspil reit der gast als im gezam. Wigal. 1031; wir wârn geriten an dise stat ich und mîn friunt mit vëderspil. 4952; zwiu sol ich füeren hinnen ditz schœne vëderspil? Bit. 7003; wie ungërne Rüedegêr arbeite sich mit vëderspil. 7035; lancveʒʒel alsô wol getân wart nie an vëderspil gesehen. 13186; wilt, zam und vëderspil. 13316; wir gërten als diu vëderspil. frauend. 69, 3; wan ich sie gelîchen wil dem schalkhaften vëderspil, sô man daʒ ie baʒ hât, ie mêr untugent ëʒ begât. Helbl. 4, 254; sus vermeistert ër sîn vëderspil. Haupt 7, 342 ër kaller, ër beller, ër vëderspil, daʒ krimmet und doch niht vâhen wil. 8, 577; ich wünsch daʒ im kein vëderspil niht guot müg belîben, swâ ër beiʒe, daʒ imʒ vertrîben diu krâ und daʒ gefügel, ich wünsch daʒ ëʒ die flügel abe brëche. Ls. 2, 427; wan ër grâʒet nâch êren hie rëhte als ein vëderspil nâch vogeln in den lüften. MSH. 3, 108a; sie baiszend zu der krâ auch understunden zu ruochen und ouch zu rappen, die edelen fëderspil ir freund verwunden. Laber s. 197, 129. einmal wird federspiel spöttisch sogar von einem abgerichteten löwen gebraucht, Asprian hatte Constantius löwen an die wand geworfen, dasz er todt niederfiel: 'nu warte, wie gënir hoveman dîn vëdirspil irzogen hât'. Rother 1168. in einem liede bei Wackernagel leseb. 966 (ausg. 4. 1169): das federspil ist worden stil steht es collectiv für gevögel, ohne bezug auf jagd. 22) nhd. lebt das wort nur noch im 16 jh. fort, im 17 hört es beinahe auf, Dasypodius hat es schon nicht mehr, wol aber Frisius 136b, Maaler 129b, Henisch 1035, 41, Stieler 2087 und sie alle für aucupium, weidwerk zum vogeln. federspiel für falke, sperber oder raubvogel überhaupt kommt seltner vor: die sich selbs in allen dingen suchen, ires leibes lustes in begirden pflegen und wartend als eines federspils. Keisersberg selenparad. 186a; so der habich sich muszet und die ersten fädern fallen laszt, wird er hüpscher dan vor, also auch gemeinlich alle fäderspil werdent ie älter ie schöner. so vil von fäderspilen und röubigem gefügel. Stumpfs chronik 291; der sperber ist der kleinest und geringest under den gebrüchlichen fäderspiln. ebenda im folgenden capitel. Gargantua, als er die sanften wische aufzählt, sagt: ich brauch auch von wegen lindigkeit der federn das federspiel. Garg. 138b, deutlich den vogel meinend. anderwärts geht es vorzugsweise auf die jagd selbst: der falkner soll auf das federspiel ein sonderliches bedächtiges fleisziges aufsehen und aufmerken haben. Feierabend falknerei 3a; um gut so kauft man was man wil, schöne weib und federspil, adel und ehr, auch alle ding. Görres meisterl. 232; ir wisset dasz sich die beiden ritter fast auf das federspiel gelegt haben und noch thun, so wil ich mit Reinhart den morgenden tag verschaffen, dasz er mit seim falken hinden an mein gemach reiten musz. b. d. liebe 239, 3; die ritter sich rüsteten mit allem so ihn zum federspiel und weidwerk dienstlich war. 240, 1; gedunkt sich der adel teutscher nation des guot sein, das si jagen, müszig geen oder reuterei und federspil treiben. Frank weltb. 46a; namen spatzen aus, fiengen wachtelen, triben federspiel. Garg. 193a; der spatz und schwalbe nester macht zu morgen früh, zu mitternacht, sie hüpfen auf der misten, sie singen, kosten doch nicht viel, ich liebe dieses federspiel für sieben lautenisten. Langbeins ged. 1, 119. 120, wo es vögelmusik oder schauspiel ausdrückt. 33) wol zu merken sind einige angaben älterer jagdbücher selbst, nach welchen es weder die vogeljagd, noch den jagenden vogel, sondern soviel als vorlasz, fürlasz, d. i. köder bedeutet. im Frankfurter weidwerkbuch von 1582 2, 11a. 12b. 13a heiszt es 'vorlasz oder federspiel', was bei Frisch 1, 253c in die deutlichen worte gefaszt wird: avis ad alliciendos falcones fictus et in aerem jactus laqueoque retractus, es war ein blendwerk zur abrichtung des falken auf den vogelfang. bei Hohberg, welcher 'vorlosz' schreibt, 3, 2, 352a eine nähere beschreibung: das federspiel anbelangend so soll der falconier den vogel auch zum federspiel angewohnen. es ist aber das federspiel oder vorlosz ein instrument gleichwie von zwei zusammengebundenen vogelfittigen, daran hanget ein windstrick und an dem ende ist ein häcklein von haaren gemacht. mit diesem vorlosz soll man den falken fleiszig locken, so wird er nicht anderst meinen, dann es sei ein lebendiges hun oder sonst ein gleichförmiger raub; auch bracht er jäger und jagdhunde, auch federspil und vil zeugs zu der jagd, das in Preuszen noch nie war gesehen worden. Waissel pr. chron. 52. wahrscheinlich drehte, wand und band man zierliche lockvögel, das erläutert eine vergleichung Gotfrieds, der Isot schildert: suoʒe gebildet über al, lanc, ûf gewollen unde smal gestellet in dër wæte, als si diu Minne dræte ir sëlber zeime vëderspil. Trist. 274, 23 und dann dër Minnen vëderspil Isôt. 301, 31, federspiel ist spielvogel, der die falken lockt, mit dem sie spielen, und wurde gern figürlich gebraucht: nein, fraw, diesen spilvogel wollen wir der furstin bringen. ged. der spiegel hinter Altswert 161, 29; spilent als diu zarten kint, diu spilvogil ir muoter sint. Martína 23, 8, wie noch später: es ist doch hübsch, wenn wir ein spielvögelchen zum groszvater schicken. Weise com. probe 223. in einer urk. von 1185 stehn unter den zeugen ein Heinricus Spilvogil und Arinwic Vogelare nebeneinander. das federspiel und jagdzeug bei Waissel wird auch solche gedrehte vögel oder gebundne fittiche enthalten haben. wie der löwe ein federspiel des königs konnte das enkelchen ein spielvogel des groszvaters heiszen.
6248 Zeichen · 88 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Fêderspiel

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Das Fêderspiel , des -es, plur. die -e. 1) Zusammen geknüpfte Büschel Federn, das Wild damit abzuschrecken, S. Adelung F…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    Federspiel

    Goethe-Wörterbuch

    Federspiel in einer Liste von Worterklärungen F. [=] Falken 53,443,26 Aus Notizb Cornelia Schulze C. S.

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Federspiel

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Federspiel , s. Falken , S. 292.

  4. modern
    Dialekt
    Feder+spieln.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    Feder + -spiel n. : 'Jagd mit Falken'. o. J.: doch soll Neustadt an dieser Geraiden haben 3 Teil ... samt dem ganzen Wal…

  5. Sprichwörter
    Federspiel

    Wander (Sprichwörter)

    Federspiel 1. Einem gierigen Federspiel ist gut locken. – Eiselein, 162. 2. Federspiel gibt keinen Zoll. – Graf, 510, 18…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit federspiel

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Zerlegung von federspiel 2 Komponenten

feder+spiel

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federspiel als Zweitglied (1 von 1)

rotfederspiel

DWB

rotfeder·spiel

rotfederspiel , n. höheres vogelwild, wahrscheinlich mit anlehnung an rotwild gebildet: an allain rottwyld und rottfederspyll, das gehörtt i…

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Cotta, M. (2026). „federspiel". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/federspiel/dwb?formid=F01738
MLA
Cotta, Marcel. „federspiel". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/federspiel/dwb?formid=F01738. Abgerufen 15. May 2026.
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Cotta, Marcel. „federspiel". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/federspiel/dwb?formid=F01738.
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