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spielen

nhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

spielen verb.

Bd. 16, Sp. 2325
spielen, verb. ludere. denominativbildung zu spiel, vgl. das. westgerm. wort, im nord. erst in jüngerer zeit, wol als deutsches lehnwort: isl. spila (im 14. jahrh., selten) Cleasby-Vigfusson 582b, norw. schwed. spela, n. spille. ags. spilian Bosworth-Toller 902a, später im engl. erloschen. alts. spilon, mnd. spelen, spolen, spalen, spillen Schiller-Lübben 4, 312, mnl. holl. spelen; ahd. spilôn (ludere, ludificare, illudere, lascivire, gestare, in-, exsultare). Graff 6, 331, mhd. spiln, -en, spelen Lexer handwb. 2, 1094 f. vgl. die glossen: joculari .. spuelen, boerden vel spelen, splen, speln. Dief. gloss. 307c; ludere hd. spilen, spyln, spieln, hd. nd. spelen, spuelen. 338b; ludibundus spelende, spuelende. ebenda. im ältern oberd. zuweilen in der form spüllen: junge oder ander verwegne leut, die sich mit spüllen einlassen. steir. taid. 383, 28, s. auch 112, 33. nhd. allgemein verbreitet, auch in den mundarten, ohne wesentliche abweichungen der form: schweiz. spĭle Hunziker 246. Seiler 272a; bair.-österr. spiln, spiel'n Schm. 2, 663. Schöpf 688. Lexer 236. Hügel 152b; in Handschuhsheim spiilə Lenz 66b, pfälz. schbēle Autenrieth 134, nass. spielen, spillen Kehrein 1, 383, westerw. spille Schmidt 225, luxemb. spillen Gangler 425, ebenso ungarisch und siebenbürgisch Schröer 290b. Schuller 62, henneb. spîl(e) Spiess 237. Frommann 4, 238, mansfeld. špêlen Jecht 105b. neund. spelen brem. wb. 4, 940. Mi 84b. Schambach 203b, speelen (spälen) Dähnert 446a. Schütze 4, 164, späöln Danneil 202b, ostfries. spȫlen ten Doornkaat Koolman 3, 284b (vgl. Stürenburg 254a), westfäl. spiəlen Woeste 250a, špîlen Bauer - Collitz 297a. vgl. zum ganzen Kluge6 371a. bedeutung: spielen, gespielet, ludere, it. otium terere, alea et chartis tempus fallere, ludos exercere: nonnunquam etiam est jocari, ridere, et tandem fidibus canere. Stieler 2085. II. spielen im allgemeinen. I@11) die grundbedeutung von spielen ist die einer lebhaften, muntern hin- und herbewegung, vgl. Froehde in Bezzenbergers beitr. 19, 243 und Zacher zeitschr. f. d. phil. 4, 467. sie zeigt sich in der alten sprache zuweilen in einer freiern, allgemeinern wendung als jetzt. so vom kampfe (vgl. II, 2 und spiel II, 3, c): sang uuas gisungan,uuîg uuas bigunnan. bluot skein in uuangôn:spilôdun ther Vrankon. Ludwigsl. 49. ähnlich das part. von lebhafter, übermütiger bewegung: vore there scare er spilete. Rolandsl. 4222; duo fuor der helt milte vor der scar spilende. kaiserchron. 5262; duo vuor Rômære here widere spilende zuo dem mere mit grôʒer ubermuote. 11311. von kindern, hüpfen; so im altdeutschen von dem ungebornen Johannes nach Luc. 1, 41 (exultavit infans in utero eius, gr. ἐσκίρτησε, Luther: hüpffet): joh spilôta in theru muaterther ira sun guatêr. Otfrid 1, 6, 4; den in der muoter wambe spilende versparter daʒ chint verstuont (quem matris alvo gestiens clausus Johonnes senserat). Kehrein kirchl. lieder 37, 5; ze hant erfrewet sich das kindlein in seiner muter leibe, und spilte gen unsern herren. quelle bei Schm. 2, 664 (c). ähnlich sonst mit derselben ergänzung: al da die rittere die swert truogen bar in den handen und die kint wolden slahen, ... do spileten die kint den swerten zu gegene. Schönbach altd. pred. 1, 144, 5 (d. mystiker 40, 16). vgl. 5, b. so besonders von thieren, s. 2, a. I@22) gewöhnlich bezeichnet spielen eine bewegung oder thätigkeit, die nicht um eines praktischen zweckes oder bedürfnisses willen, sondern allein zum zeitvertreib und zum vergnügen geübt wird, die aber doch im allgemeinen von irgend welchen vorstellungen oder regeln geleitet ist: spilen, schimpffen, ludere. kurtzweylen, colludere. Maaler 380c; spielen, jouer, s'esbatre. giuocare, ricrearsi. Hulsius 302b; ludere, ludo se recreare. Frisch 2, 300b. vgl.: das thier arbeitet, wenn ein mangel die triebfeder seiner thätigkeit ist, und es spielt, wenn der reichthum der kraft diese triebfeder ist, wenn das überflüszige leben sich selbst zur thätigkeit stachelt. Schiller 10, 377. I@2@aa) so in der allgemeinsten weise von thieren: die berge tragen jm kreuter, und alle wilde thier spielen daselbs. Hiob 40, 15; so wird auch beym Hiob gesagt: alle wilde thiere spielen auff den bergen, i. e. sie sprüngen ihren schöpffer zu ehren, in wäldern und auff den bergen herum. Wesenick spiel-sieben 157. in diesem allgemeinen sinne freier, lebhafter bewegung besonders von den niedern thieren, als feste verbindung die mücken spielen (auch tanzen): schönes wetter heut, herr pastor ... die mücken spielen so tief — es wird noch gewitter geben heut. Ludwig 3, 57 (erbf. 2, 10); daher bildlich: und wenn wir nur als spielende eintagmücken, eigentlich einabendmücken in den stralen der untergehenden sonne uns sonnen, und dann senken: so geht nicht blos die mücke, auch die sonne unter. J. Paul unsichtb. loge 1, s. xxxix. (s. auch denselben unter 5, d, γ.) von schmetterlingen: und eine wolke trunkner, spielender, schwirrender kleinwesen aus seidenstaub zog und hing über das wallende gemälde her. Hesp. 1, 166; von andern thieren: sie (kinder) haben jenen himmel, den Luther in seinen tischreden den seligen verspricht, wo die wanzen wohlriechend, die schlangen spielend ... sind. Lev. 1, 93; hier sitz' ich mit lässigen händen in still behaglicher ruh; und schaue den spielenden fischlein im glitzernden wasser zu. Grillparzer5 1, 214; und der kalten tief' entschlüpfend, spielt der fisch im sonnenschein. Hölty 139 Halm; sein bestrohetes dach, wo sich das taubenvolk sonnt und spielet und hüpft. 113; wie thie valken spileten. Rolandsl. 664; dagegen nähert sich das spielen der höheren thiere mehr den menschlichen spielen: die hunde, katzen, pferde spielen mit einander, i cani, le gatti, i cavalli scherzano trà di loro. Kramer dict. 2, 862c; eine prachtvolle graue katze folgte ..., die spielenden und zutäppischen hunde würdevoll abweisend. Keller 1, 179. so auch: ir hermel und ir hundelîn diu spilten in ir gêren. Virg. 848, 8, vgl. 352, 6; er Gotschalc zemde eme eine muis unde maichde si zo leste so zam, dat si spelende zo eme quam, wanne dat hei der muis rief. Hagen boich v. Colne 1782 (d. städtechron. 12, 73); da hüpft ein junger has daher und spielt vor mir im grase. Keller 9, 63. daher im vergleich: männer such ich, die dem tod ins gesicht sehen, und die gefahr wie eine zahme schlange um sich spielen lassen. Schiller 2, 120 (räuber 3, 2 schausp.). ungewöhnlicher: lange schon wünsch' ich, die deine zu seyn, ... wie ein jugendlich lamm um deine winke zu spielen. Klopstock Mess. 4, 754, vgl. Schönaich ästh. in einer nusz 379, 9—12 Köster.weitere belege s. 6, b. e, α. 7, d. I@2@bb) in ähnlicher weise spielen kinder: daʒ kint spilete und was fro. graf Rudolf 6, 12; vil manich scône magetîn wir al dâ funden, di dâ in den stunden spilten ûf den grûnen clê. hundirt tûsent unde mê di spileten unde sprungen; hei wî scône si sungen. Lampreht Alex. 5210—6 Kinzel (vgl. die anm.); daʒ kint zu der mûter gie, mit armen sie umbevie, vruntlîche eʒ sie kuste und spilde ûf ir bruste. Albr. v. Halberstadt 16, 482; dazu: daʒ geschuof sîn spilndiu kintheit. Trist. 296, vgl. 5, i, α. nhd. spielen wie die kinder, giocare come fanno i fanciulli. Kramer dict. 2, 862c; was jung ist, das spielt gern, la gioventù ama il gioco ed i scherzi. ebenda; und der stad gassen sollen sein vol kneblin und meidlin, die auff jrer gassen spielen. Sacharja 8, 5; spielen ist die erste und einzige beschäftigung unserer kindheit, und bleibt uns die angenehmste unser ganzes leben durch. Wieland 24, 134; als knab pflanzte ich ein kirschbäumgen im spielen. Göthe br. 1, 260; der spielende knabe. Schiller 11, 43 (überschr. eines ged. v. 1800); um ihn herum, bald zum vater auf die bank kletternd und ihm ernsthaft zuschauend, bald den durch die offen stehende thür aus- und einwandelnden gravitätischen haushahn jagend und neckend, spielte ein kind. Hebbel 8, 245 Werner; du bist vielleicht das letzte kind von den unsern, das noch auf den groszen über einander gethürmten bodenräumen gespielt hat. Storm 1, 197; wenn sie bemerkte, dasz er andere kinder beim spielen belog, um sich kleine vorteile zu erwerben, strafte sie ihn härter, als wenn er ein erkleckliches vergehen abgeleugnet hätte. Keller 4, 172; lange schon gefiel mir kein puppenspiel, unter mädchen blosz: süszer spielt es sich, wieget Hännschen mich sanft auf seinem schoosz. Weisze kom. op. (1771) 3, 336 (ärndtekr. 2, 7); unbekannt mit reu' und leide, wie die lämmchen auf der weide, spielten ich und du. Gotter 1, 13; was im weinenden aug' mir oft die thränen zurückhält ist ein spielendes kind, oder ein vogel im flug. J. Kerner lyr. ged. (1847) 101; es ist von klang und düften ein wunderbarer ort, umrankt von stillen klüften, wir alle spielten dort. Eichendorff2 1, 346 (Eldorado); mit richtungsangabe, spielend kommen: die mutter lag im todtenschrein, zum letzten mal geschmückt; da spielt das kleine kind herein, das staunend sie erblickt. Hebbel 6, 189 Werner. vgl. auch: sie trug ein kämmerchen in ihrem kopf, drin spielte ein todtes kind. Storm 1, 180. ebenso von geistern und engeln: wo die jungen geister meiner brüder unter blumen spielen, süsze lieder in die lauten singen. Hölty 139 Halm; die engel spielen noch um's grab, doch er ist auferstanden! Platen 53c. von der (als kind gedachten?) Weisheit: da war ich der werckmeister bey jm (gott), und hatte meine lust teglich, und spielet fur jm allezeit. und spielet auff seinem erdboden. spr. Sal. 8, 30 f. (kinderseelen spielen, s. Lenau unter 5, d, α.) I@2@cc) selten wird spielen von erwachsenen in diesem unbestimmten sinne gesagt. hier bezeichnet es vielmehr die einzelnen, in besonderer weise geregelten spiele, s. II. in folgender stelle ist vielleicht ein metapher, vom spielen der mücken (s. a) aus, anzunehmen: wir spielen all' im sonnenschein, vergnügt gemeiner gabe. Voss 1, 51 (Luise 1, 410). I@33) einzelne freiere gebrauchsweisen und besondere nuancen der bedeutung begegnen zuweilen in der ältern sprache. I@3@aa) von fröhlicher geselligkeit, vgl.: guter ding sein, kurtzweilen, zechen, spielen, potare, ludere, frui occasione hilaritatis. Henisch 711, 15; der mennischen genist ist enzwîvil, die mit gesuntim lîbe vravelichin êʒʒint so si scholtin vastin, zeden zîtin lachint unde spilint, so si got ir sunti clâgin soltin. spec. eccles. 72; si spilten unde trunchenunz in iʒ der slâf binam. fundgr. 2, 35, 8 (genes.). I@3@bb) von vertrauter oder zärtlicher unterhaltung, kosen, liebkosen: der herre (Ysaach) ir (Reb.) engegen gie:vil wol er si enphie, er vie si bi der hende,er gie mit ir spilende ubir daʒ schone velt,er leitot si in sin gezelt, genes. 44, 6 Diemer; Sîfrit der hêrrevil minneclîchen saʒ bî sîme schœnen wîbemit vröuden âne haʒ. si trûte sîne hendemit ir vil wîʒen hant ... dô si mit im spilte u. s. w. Nib. 610, 1; spilnde bî einandersâʒen die hêren. Kudr. 1309, 3. ähnlich noch nhd. vereinzelt: wie trutzlich sitzt der mann! fürwahr, man dächt' es nimmermehr, wie sanft er spielen kann. Uhland ged. (1864) 205 (Gretchens freude). vgl. ferner II, 7, a. I@3@cc) spielen ist meistens der ausdruck der freude, lust u. ähnl., s. 1. so nähert es sich manchmal geradezu der bedeutung 'sich freuen': wie willecliche min herre s. Andres zu dem martel gie unn wie vrolich, unn wie er in im selbe spilte von vroiden. quelle bei Scherz-Oberlin 1534; so auch (?): swer so ungerne hort gotis wort, in des herzin spilt der tuovil. Schönbach pred. 1, 298, 11. dafür häufiger wendungen wie das herz spielt, s. 5, b. s. auch 4, b. I@44) nicht selten wird der gegensatz zur arbeit und zum ernst zum hauptbegriff, vgl. spiel I, 3. I@4@aa) so ausdrücklich gegenübergestellt: wir spieleten damals nur, es war kein ernst, allhora giuocavamo, burlavamo solamente; non facevamo daddovero. Kramer dict. 2, 863a; es sollen disze eyn anfangk des ernsts seyn, denn ich biszher doch nur geschertzt und gespielt hab mit des bapsts sach. Luther warumb des bapsts ... bucher ... vorbrant seynn s. 53 neudr.; wer also blos seinen schönheitssinn übte, der begnügt sich auch da, wo schlechterdings studium nöthig ist, mit der superfiziellen betrachtung, und will auch da blos verständig spielen, wo anstrengung und ernst erfordert wird. Schiller 10, 405. mit bestimmterem gegensatz: doch endlich kam ich so weit, dasz ich die bären erreichen konnte, und zugleich sah ich auch, dasz sie nicht mit einander kämpften, sondern nur spielten. (Bürger) Münchhausens reisen12 121; nur spielte mehr mein herr, anstatt zu fechten. Shakespeare Cymbel. 1, 2. ähnlich: der hund beisset in finger, und spielt doch nur, il cane morde il dito si, dolcemente, per vezzo e senza far male. Kramer dict. 2, 862c. auch häufig, ohne dasz der gegensatz ausgesprochen wird: wir haben nur gespielt. 863a; das war nur gespielt, questo non era ch' uno scherzo, giuoco, cioè un procedere, castigare etc. benigno. es ist nicht gespielt, egli non è già gioco, burla, non vi paia gioco. 864b; ich bin zu alt, um nur zu spielen, zu jung, um ohne wunsch zu seyn. Göthe 12, 80; um etwas als leicht und angenehm zu bezeichnen: schwach ist was der herr befiehlt, thut's der diener, es ist gespielt. 41, 217 (Faust II, 3). selten transitiv gebraucht: von jeher gab es männer, die, um desto mehr zu wirken, unbeamtet blieben, die beschäftiget waren, wenn dagegen dienstmänner blosz den dienst — spielten. Hippel 9, 342. I@4@bb) so steht besonders gern das part.: ludibundus, adj. spielend, allerley kurtzweil treibend. Corvinus fons lat. 374b; spielend, kurtzweilig Dentzler 1, 412a. etwas spielend thun, zunächst vom wirklichen spiel: seine (Leonardo da Vincis) geschicklichkeit und sein witz ... verriethen sich ... schon in seiner zarten jugend, und sahen durch die bunten figuren, die seine kindische hand spielend herausbrachte, deutlich hervor. Wackenroder herzenserg. 63. freier vom ästhetischen spiel: der dichter dagegen verspricht wenig und kündigt ein bloses spiel mit ideen an, leistet aber etwas, das eines geschäftes würdig ist, nämlich dem verstande spielend nahrung zu verschaffen und seinen begriffen durch einbildungskraft leben zu geben. Kant 7, 185. dann auch als oder wie ein spiel, einen vergnüglichen zeitvertreib, zunächst vergleichsweise: ein feld- und welt messer beschawet (betrachtet) gleichsam spielend die bilder (figuren) und misset den raum, geometra (cosmimetra) quasi ludibundus figuras contemplatur. Comenius sprachenth. 757; wenn man einen jungen herrn ... anfienge täglich zwey bisz drey stunden von diesen materien mit einem von ernst und schertz gemengten discurs zu unterhalten, ... man würde ohne ihm einigen ekel vor dem studiren ... zu machen, ... gleichsam spielende und als durch den angenehmsten zeit-vertreib noch vor dem achzehenden oder zwantzigsten jahre dieses alles zu wege bringen können. Thomasius von nachahmung der Franzosen s. 22, 33 neudr.; vgl.: der schlaue war des italienischen nicht unkundig, er hatte es mit Jenatsch halb spielend getrieben. Meyer Jenatsch s. 19; dafür auch: er verrichtet es als im spielen, spielender weise, ludibundus perficit. Frisch 2, 301a; war gar kurtzweilig wie ein floh im ohr, lustig wie ein nasser sontag, und dasselb spilender und gailender weisz, wie folget. Garg. 164a; während dem das scharmützel allmählig ausging, ... hatte drüben ein knabe, wie spielenderweis, ein breites, grüngesticktes netz ergriffen. Mörike 2, 357; mhd. ferner: wand er erloufet, swenne er wil, daʒ wilde tier als er spil. Wigal. 4768. vgl. spiel I, 3, c.doch auch geradezu: man kan es spielend verrichten, lernen etc., questo si può fare, imparare giuocando ò come per giuoco. Kramer dict. 2, 864b. die vorstellung dabei ist einerseits, dasz etwas einem vergnügen macht, dasz man es gern und mit freude thut, vgl. besonders: eʒ wâren dem rîchen dürftigen alle genâde verzigen, wan daʒ er al sîn arbeit mit willigem muote leit ... spilnde bestuont er dise nôt. Hartman v. Aue Gregor. 2760, d. h. die not war ihm ein spiel (I, 3, d), ein leichtes, eine kleinigkeit, oder geradezu ein vergnügen, wobei spiln der bedeutung 3, c nahe kommen würde, vgl. den ersten dort angezogenen beleg und: so daʒ wir in gelouben, den uns nieman mac berouben, spilende hin ze himele gan. pass. 99, 53 Köpke. andrerseits ist gemeint, dasz man etwas ohne eigentliche arbeit und anstrengung, leicht und mühelos erreicht, ausführt, und diese vorstellung überwiegt gewöhnlich, so: freylich ist die sache, der du nachjagest, nicht etwa eine kleinigkeit, die man mit geringer mühe und spielend weg haben könnte. Wieland Luc. 6, 5; überhaupt sollte man in manchen sittlichen bildungsfällen die mängel nicht zu schwer nehmen, und sich nicht nach allzuernsten, weitliegenden mitteln umsehen, da sich gewisse fehler sehr leicht, ja spielend abthun lassen. Göthe 25, 311; zwingen musz man dich, dein glük zu erkennen. wo zehn andre mit aller anstrengung nicht hinaufklimmen, wirst du spielend, im schlafe gehoben. Schiller 3, 382 (kab. u. liebe 1, 7); unendlich viel hätte ich in diesem winter von ihnen gewonnen, und spielend gewonnen, was des angewendetsten fleiszes ... ungeachtet, mir vielleicht erst in jahren erreichbar wird. Novalis 1, 40 Meiszner; euch recht-erlauchte sinnen, geht spielend etwas ab (gelingt), das über meine macht. A. Gryphius 2, 505. der begriff des leichten und sichern ist auch in folgenden stellen deutlich: nach der meynung des göttlichen Plato verrichteten gott und die natur alles spielende. Lohenstein Armin. 1, 86a; sein ganzes denken war darauf gerichtet, das gespräCh auf seinen freund Jenatsch zu bringen, ohne durch die sichere unterhaltungskunst des provveditore von der fährte abgebracht und spielend im kreise herumgeführt zu werden. Meyer Jenatsch 154. dafür auch: man kan mit spielen darzu kommen, illa perdiscere ludus est, facili negotio haec fiunt, nutu quod velis, consequare. Stieler 2088. ungewöhnlich ist dagegen der genitiv: also möcht man die jugend kinderlicher weise und spielens auffziehen. Luther 4, 393a. in der Wiener volkssprache: des is ihm nur a spielendi arweid, er verrichtet sie leicht. Hügel 152b. — mit andrer wendung, etwas leicht, nicht ernst nehmen: so entsteht zuletzt ... eine art von ironie in und mit uns selbst, so dasz wir unsere fehler und irrthümer, wie ungezogene kinder, spielend behandeln, die uns vielleicht nicht so lieb seyn würden, wenn sie nicht eben mit solchen unarten behaftet wären. Göthe 54, 104. I@55) spielen können eigentlich nur lebende wesen; es wird jedoch in freierem sinne auch von den verschiedensten andern subjecten ausgesagt, zumeist im sinne einer zwecklosen, ungeregelten, daher willkürlich erscheinenden hin- und herbewegung, mit der nebenvorstellung des leichten und flüchtigen; vgl. spiel I, 2. I@5@aa) von den einzelnen gliedern und theilen des menschlichen oder thierischen körpers; in dem angegebenen sinne: dabei war ein stehendes bitteres lächeln, wenn er schwieg, um die spielenden mundwinkel zu sehen. Heyse kinder der welt13 1, 123; das gesellschaftliche lächeln war plötzlich von seinem gesicht verschwunden, um einem gespannten und besorgten ausdruck platz zu machen, und an seinen schläfen spielten, als ob er die zähne aufeinander bisse, ein paar muskeln. Th. Mann Buddenbrooks 1, 21; ihre zungenspitze spielte mit einem halb verzweifelten, halb spitzbübischen ausdruck an der oberlippe. 2, 132; aber die linke ruht' in des jünglinges arm, und es spielten ihm in der hand die warmen und niedlichen finger des mägdleins. Voss 1, 19 (Luise 1, 106). so schon mnd.: so dat von der zoeticheit und vrouwede alle dyne aderen spelden und al dyn march groeigede. quelle bei Jostes Veghe s. 457 (zu 289, 23). aber auch von den regelmäszigen functionen der organe: ich fühle deine qual! dich hat der tod entbunden ... wahr ist's! ich fühl an dir die adern nicht mehr spielen. A. Gryphius (1698) 1, 397 (Papinian 2, v. 351); ich will es nun euerm eigenen scharfsinn und urtheil überlassen, ... was für einen zweck der göttliche Plato mit diesem geistigen gastmahl beabsichtigt haben könne, und ob ihm grosses unrecht geschähe, wenn man es mit einem zaubermahl vergliche, wo die gäste, nachdem sie ihre kinnbacken ein paar stunden lang weidlich spielen liessen, und von einer menge der köstlichsten schüsseln gesättigt zu seyn glaubten, am ende die entdeckung machen, dass sie nichts als luft gegessen haben. Wieland 35, 166 (Aristipp 3, 12). so spielt die zunge, indem sie spricht: wenn der schah seinem knecht befiehlt, dasz mir gelöst die zunge spielt. Rückert Firdosi 1, 290. geistig gewendet, indem zugleich der begriff des spiels deutlicher heraustritt (vgl. i): ich höre gern dem streit der klugen zu, wenn um die kräfte, die des menschen brust so freundlich und so fürchterlich bewegen, mit grazie die rednerlippe spielt. Göthe 9, 106 (Tasso 1, 1). als kunstwort der plastik vom bein und fusz, vgl. spielbein: spielend wird auch der fusz genannt, auf dem der körper nicht ruhet, und der bald diese bald jene stellung in gefälligem unebenmaasze hat. Jacobsson 4, 214a; im ruhigen stande, wo ein bein das tragende ist, und das andre das spielende, tritt dieses nur so weit zurück, als nöthig war, die figur aus der senkrechten linie zu setzen. Winckelmann 1, 259; den neuern künstlern schien ein ruhiger stand unbedeutend und ohne geist; sie rücken daher den spielenden fusz weiter hinaus. ebenda. — mit einem gliede spielen, s. 6, b. I@5@bb) im mhd. ist sehr gewöhnlich die wendung daʒ herze spilt, hüpft, springt, ist in lebhafter bewegung (also in engem anschlusz an 1), fast immer als ausdruck der freude, vgl. Germ. 7, 488: tho ervrowete sih ther alte. thaʒ herze in ime spilete. Rolandsl. 1899; sîn herze gar nâch vröuden spilt, als ime der minne got gebôt. krone 3418; sîn herze vor fröuden spilte. Stricker Daniel 3012; vrowe, swen uch min ougen ansehen, so mocht mir niht lieber ie gescheen. vor liebe spielt daʒ herze min in minem liebe, sunder pin. Kolocz. 104, 268; von fröuden spilt daʒ herze mîn, so ich hôre nennen den namen dîn. minne spiegel 639 (Bartsch erlös. s. 263); so auch: ach herceliep mins, ich befinde das min herce in mime libe fert spillende von freuden von dirre menschen annegesihthe. Merswin v. d. 9 felsen s. 119. so noch im 16. jahrh.: die uns dies neue liedlein sang, der ward bei irem bulen nicht lang ..., lebete mit im in lieblichkeit. da spielt das herz, wenns so zugeiht. liederb. aus dem 16. jahrh. s. 29, 30. häufig wird der anlasz der freude mit gegen angeknüpft: dô kunde ein sælic man gebâren, unde spilet im sîn herze gein der wünneclîchen zît. Walther v. d. Vogelweide 120, 13; dâ gein mir doch mîn herze spilt. Krolewiz 30; swenne dû in minnen muost, daʒ dargegen dîn herze spilt. Lamprecht v. Regensburg tohter v. Syon 2091. dafür auch: dâgegen sîn muot von fröuden spilte. Francisken leb. 492. vgl. auch: unde froute sih (spilite) geist min in gote heilante mineme (et exultavit spiritus meus). handschr. v. 1178, s. zeitschr. f. d. alterth. 8, 139. ähnlich: zô zin spilete uns der lîb. Lampreht Alex. 5307 Kinzel (s. die anm.). ungewöhnlich ist die construction: myn hertze dyner liebe spilt. Cersne minne regel 997. dazu mit verschobener beziehung spilndiu fröude u. ähnl., s. i, δ. I@5@cc) die augen spielen, funkeln, womit zugleich der glanz und die lebhafte bewegung bezeichnet ist. gewöhnlich als ausdruck der freude, der verliebtheit u. ähnl. auch diese verbindung besonders mhd., vgl.: 'spilnde ougen liebender, die in minnedichtungen so oft vorkommen, sind wol mit lebhaften wendungen anblickende, wenn nicht glänzende, da man noch jetzt im dialekt von sachen sagt, dasz sie schœn spilen, wenn sie glänzen, schimmern oder überhaupt hübsch aussehen.' Schm. 2, 664 (c). belege: ich ensach die guoten hie sô dicke nie, daʒ ich des iht verbære, mirne spilten dougen ie. Walther v. d. Vogelweide 118, 32; sine ougen spelden do he se sach. Eschenburg denkm. s. 241; so besonders im part.: daʒ sint ir spilnden ougen und ir valscheʒ gên und ir trügenlîcheʒ smieren. Berthold v. Regensburg 1, 286, 37 ('mit dem nebenbegriff des buhlerischen' mhd. wb. 2, 2, 507a); wenn die frawen die gift vail tragent do mit sie die sel tötten das sind die spilunden ougen. quelle bei Schm. a. a. o.; dû (minne) lêrest liebe ûʒ spilnden ougen lachen. Walther v. d. Vogelweide 109, 19 (vgl. 27, 25 f.); lachelich ein lôser blik ûʒ ir liehten, spilnden ougen, ... sach ich liuhten in mîns herzen grunt. minnes. 1, 359b Hagen; Kassîe die vrouwe clâr torste ir vriunt nicht offenbâr mit spilenden ougen an gesehen, doch schôʒ sie underwîlen ein brehen im mit spilenden ougen. Heinr. v. Freiberg Tristan 5857—61; merkch unde meld tzwey wetter sint, die machent spilnde augen plint, di durch vier blikche scholden sehen. Suchenwirt 26, 40; ore spilden ogen und or blaynder (blühende) wange van deme scriver nicht wolden geyn. Eschenburg denkm. s. 244; du scholt ... oft und dik sey smieren an mit spilnden augen hin und dan. Heinr. Wittenweiler ring 12a, 3; got grüsz euch, eur spilende euglein klar, da pei eur wänglein wolgefar! fastn. sp. 409, 10. so auch: hei welh ein lebendeʒ ougen brehen, swâ spilnde blikke bringent munt ze munde! minnes. 1, 9b Hagen; sein spilend brechend angesicht mir kunde sorgen stœren. minne-falkner 13; ir herzen sehen hin unde her gienc spilend under in entwer. Heinr. v. Freiberg Tristan 2642. so noch nhd. ganz gewöhnlich: schön spielende augen, occhi brillanti, brillarini. Kramer dict. 2, 864b; do (du) sy uff der mterlichen schosse so lieblichen, so zartlich mit dynen spilngen ouglin an lachtest. der ewigen wiszheit betbüchlin (1518) 41b; ihre augen, so schwarz als si waren, so stark spihlten si mit feuer-flammen. Zesen Rosemund s. 127 neudr.; in welchem actu ich mich trefflich zustellen und meine liebste mit seufftzen und spielenden augen anzublicken wuste. Simpl. 1, 365, 8 Kurz (4, 3); schutz-rede einer jungfraw, über die spielenden augen. Logau 2, 10, 37 (überschr.); in allgemeinerem sinne: der puls ist fast nicht mehr zu fühlen, die augen hören auf zu spielen. Günther 986. so auch, mit richtungsangabe: gieng dir die höflichkeit nicht ieder zeit entgegen, so offt dein holder blick in unser hausz gespielt? 1100. ungewöhnlich mit object (durch spielen, glänzen ausdrücken): wenn sie so gnädig wären etwas milder und mit weniger groszem blick auf mich zu sehen, dasz meine augen sich hell öffneten und süsze liebe spielten. Klinger theater 2, 220. ferner mit den augen, mit blicken, blicke spielen s. 6, b. 9. jetzt kaum anders als in der verbindung die augen spielen lassen, theils im obigen sinne: er war ein groszer, starker herr, und hatte ein schönes, röthliches gesicht mit groszen, herrschenden augen, welche er nach belieben spielen lassen konnte; je nach umständen vermochte er sanft und schmachtend um sich zu blicken, aber auch im zorn die augen unter den zusammengezogenen brauen rollen zu lassen. Mosen 7, 111; im herbst sagte doktor Langhals, indem er seine schönen augen spielen liesz wie eine frau. Th. Mann Buddenbrooks 2, 397. theils in schwächerem sinne mit richtungsangaben, die augen wohin oder über etwas hin schweifen lassen: niemand soll über unsere regelmäszigen parterre, lauben und schattigen gänge, seine augen spielen lassen. Göthe 15, 303; die (jungfrauen) hatten nun bekannter massen nichts zu thun als männerherzen aufzupassen, und ihre augen spät und früh nach allen ecken spielen zu lassen. Wieland 21, 30 (liebe um liebe 2, 126). I@5@dd) von dem, was durch das auge wahrgenommen wird, besonders von lebhaften licht- und farbenerscheinungen. I@5@d@aα) so zunächst strahlen spielen, womit einerseits das vibrieren der strahlen und die wechselnden eindrücke, die sie im auge hervorrufen, andrerseits ihre bewegung im raume, ihr weiter- oder hin- und hergleiten gemeint ist. daher bald mit ortsangaben, die ein verweilen ausdrücken: oben spielten die letzten strahlen der abendsonne auf den warmen goldgrünen blättern. C. F. Meyer Jenatsch 39; halt, lacertchen, lasz mich sehn, wie der sonnenstrahl so schön spielt auf deinem rücken! W. Müller ged. (1868) 1, 64; hell scheint der mond, es spielen, leisen bebens, die strahlen lieblich auf dem tiefen see, wie über den geheimnissen des lebens, und seiner tiefe ungeahntem weh, die kinderseelen lieblich zitternd spielen, die rein und klar vom himmel niederfielen. Lenau 2, 147 f. Koch (Faust v. 1724—9). theils mit richtungsangaben: ich erwachte mit den ersten strahlen, welche die aufgehende sonne durch das leicht umlaubte fenster in mein kleines schlafgemach spielen liess. Wieland 32, 415 (Agathod. 7, 1); die sonnenstrahlen spielten durch das laub auf dem stamme. Keller 1, 201; ein sonnenstrahl spielte über sein mildes, ehrwürdiges gesicht. Pichler allerlei gesch. aus Tirol 2, 215. I@5@d@bβ) so auch die sonne spielt: de sunne vorclarde unde spelde in den heven. quelle bei Jostes Veghe s. 457; wiewoln die schönspilende sonne auch die unreine örter durchstrahlet. Abele 25; so mhd. häufig: sô die bluomen ûʒ dem grase dringent, same si lachen gegen der spilden sunnen. Walther v. d. Vogelweide 45, 38. gern bildlich: ahie! wie spilend im ûf gêt der vröude brehende sunne. Heinr. v. Freiberg Tristan 1366; sô sich die schœne Îsôten an, die spilende sunne von Îrlant. 4551; du ein lichte spelende sunne. Brun v. Schonebeck 298. jetzt in der regel mit ortsangaben: die sonne spielte auf ihrer geschliffenen eisernen rüstung. Schiller 9, 198; jeder tropfen auf dem anger, wenn auf ihn die sonne spielt, und er ihren eindruck fühlt, wird von glantz und schimmer schwanger. Brockes 1, 179; ein säuselnd abendlüftchen kühlte die lechzende au'; und durchs gebüsch und um die schlanken pappeln spielte die sinkende sonne zauberisch. Wieland 21, 87 (liebe um liebe 6, 7); die sonn in ihrer strahlengluth sinkt endlich auch hinab: die see, worauf sie wohlgemuth gespielt hat, wird ihr grab. Hoffmann v. Fallersleben ged.9 67; dafür auch (zu 7): aber das alles vergeht, wenn es der sonne gefällt, sich über Paris zu legen ... und mit der goldkuppe zu spielen. Naumann-buch s. 60. die sonne spielt mit ihren strahlen, s. Lohenstein unter e, ε. — ebenso: der helle mond spielte auf den beträufelten bäumen. Bräker der arme mann im Tockenburg s. 197 Reclam; ob donner rollen, ob orkane wühlen, die sonne wankt nicht und die sterne spielen. Uhland ged. (1864) 144 (gesang u. krieg 1). ähnlich: willkommen, auge du der nacht, ... gegrüszt im kranz der sternenpracht, die spielend sich im weltraum wiegt! Vischer auch einer 1, 254. I@5@d@gγ) das licht spielt, ganz allgemein: dasz das licht, welches zwischen unserem auge und den weltkörpern spielt, eine mittelbare gemeinschaft zwischen uns und diesen bewirke. Kant 2, 214; Fiesko. stellen sie ihr tableau auf ... mahler Romano. das licht mus von der seite spielen. Schiller 3, 75 (Fiesko 2, 17). vom sonnen-, mondlicht: das mondlicht spielte zwischen den zweigen herein. Storm 1, 109; so auch: es war nichts darinnen als einsamer sonnenschein, der an den messingknöpfen des ofens spielte. 103; es (das bild) schien unter dem wechseln des spielenden silberscheines zu leben. Keller 1, 180; wie des mondes silberhelle auf des baches dunkler welle spielt. Hoffmann v. Fallersleben ged.9 65; zitternd auf der glatten schale spielt des mittagslichtes flimmern. R. Dehmel erlösungen 168. bildlich in der anrede: du myner ougen spilndes licht! herzog Ernst 5191 Hagen-Büsching. vereinzelt: über der schlafstätte der ruhenden riesen (gebirge) spielet ein gaukelnder nachtschmetterling und ein hüpfendes licht. J. Paul unsichtb. loge 1, vorr. s. xxviii; es spielen dunkelrote lichter in meines kelches purpurnacht. Strachwitz ged. 187 Weinhold. blitze, im bilde: sein witz war leicht, launigt und sinnreich. es waren blitze, die am heiteren himmel spielten. Jachmann Im. Kant (1804) 25 (3. br.). dazu: dorten überm walde spielete die nacht in stummen blitzen. Storm 3, 248. I@5@d@dδ) spielender glanz: solchergestalt warff unser kirch- und thurmdach ... bey sonnenschein, einen artig durch einander spielenden glantz von sich. Felsenb, 2, 73; stolze insekten, ... die ihr ... den spielenden glanz eurer flügeldecken bewundert, wie leicht kann euch der nächste frost zerstöhren! J. Paul grönl. proc. 1, 8; als ich den stul bestiegen; sah ich in einem nu die gantze pracht verfliegen, den diamanten glantz der auf dem kleide spielt in perlen gantz verkehrt. A. Gryphius (1698) 1, 106 (Cathar. 1, v. 331); wischt doch nicht gäntzlich ab den glantz der herrligkeit der im gesicht ihr spielt. 603 (Gibeoniter 5); alles ist himmel und meer; doch auch die unendliche wüste lacht mit spielendem glanz aus allen funkelnden wogen. Zachariä tagesz. 8 (morgen 134). I@5@d@eε) auch von gegenständen, die nicht selbst leuchten, sondern nur das licht zurückwerfen, sagt man, sie spielen, funkeln, leuchten, schimmern. vgl. Adelung (3). so von edelsteinen geradezu als technischer ausdruck: dieser demant spielet schön, questo diamante gioca cioè brilla, spicca pur bene. Kramer dict. 2, 863b; ein schön spielender demant, un diamante che brilla, spicca e getta fuochi belli. 864b; spielen, als ein geschliffener edelstein, scintillare, micare ut gemma polita. Frisch 2, 300c; 'spielen, (diamantschneider) wenn die edelgesteine strahlen von mancherley farben von sich werfen; so wie man überhaupt von glänzenden dingen und harmonirenden farben sagt: sie spielen.' Jacobsson 7, 397a; das frauenzimmer ist weisz gekleidet, und ein brillant spielt an ihrem finger. Schiller 4, 337; dar ûʒ golt und gesteine der heide engegen spilte. Konrad v. Würzburg turnei v. Nantheiz 533; ein wohlversetzter stein scheint in dem golde grösser; das kostbarliche glasz, der demant spielet besser aus einer weissen hand. P. Fleming 224; macht einen krantz von ungemeinen nelcken, und leget ihn mit diamanten ein, wie plötzlich wird der blumen schmuck verwelcken? wie flüchtig wird der steine spielen seyn? Chr. Gryphius poet. wälder 1, 516; wie blitzen der demanten helle sonnen! wie spielen farbig all die edeln sterne! Uhland ged. (1864) 451 (Fortunat 2); und als das kränzlein war bereit und spielt' in reichem glanz. 235. daher bildlich: fürstin, eure himmels-gaben, die ihr habt, wie euch sie haben, sind verfast und spielen weit, durch das gold der frömigkeit. Logau 2, 7, 20. I@5@d@zζ) von andern dingen; von metall: grosze silberne schnallen ... spielen an seinen füssen. Möser patr. phant. 1, 89; 'noch ist der ring in eurer hand.' — flugs zog ihn graf Konrad vom finger; nun spielte er an ihrer hand. Musäus 4, 60 Hempel; von dem helm zum kranz spielt's, wie sonnenglanz. Schiller 11, 318 (glocke 394). von blumen: ouch spilten unde smierten rôsen, vîol unde bluot in manges edelen herzen muot durch der ougen bürgetor. troj. krieg 1124; ja an vielen (blumen), die mit so holder schönheit spielen, dasz man sie nicht beschreiben kan, trifft man fast alle farben an. Brockes 1, 78. dazu wol: lieblich in der bräute locken spielt der jungfräuliche kranz. Schiller 11, 308 (glocke 97). vgl. auch e, δ zu ende. vereinzeltes: so oft ein glas burgunder vor dir spielt, erinnre dich, welch feuer aus dir sprühte, wenn deine hand es schwankend kaum noch hielt. Göckingk lieder zweier lieb. 156; die frühlingssonne lacht uns an ... der blaue himmel spielt mit drein und hat sich von dem trüben schein der wolken aufgekläret. Schade handwerksl. 113 (Weim. jahrb. 4, 305). I@5@d@hη) so deutlicher im sonnenschein spielen u. ähnl.: da hebt sich aus dem grunde ein ritter jung und fein, er prangt in goldnen schuppen und spielt im sonnenschein. Uhland ged. (1864) 177; spielend in dem strahl der sonne, lockte mich des bechers rand. Grillparzer4 3, 66 (ahnfr. 2). dazu: durch ein hochgelegenes rundfenster über der thür drang ein röthlicher, von goldnen stäubchen durchspielter sonnenstrahl. C. F. Meyer Jenatsch 108. I@5@d@thθ) in schwächerem sinne, durchscheinen: als wenn ein schönes blut durch eine zarte haut der rosen-farbnen jugend spielet. Brockes 2, 145. abstracter: jedoch ist sie (die mutter) gleich fort, so ruht ihr seegen hier, so spielt ihr ebenbild, verliebte braut! aus dir. Günther 794. I@5@d@iι) zuweilen ganz allgemein für 'glänzen, schön aussehen': der frode spilndiu ougen weide ist swar siu sich kerent. H. v. Langenstein Mart. 246d, 112; alles schwindet und vergehet, was auch noch so herrlich spielt. Brockes 1, 75. so noch tirol.: 'von sachen: hübsch aussehen, gute figur machen; glänzen. die farben spîlen; das gewand spîlt.' Schöpf 689. I@5@d@kκ) dazu in die augen spielen (ähnlich wie in die augen fallen, springen), freier und auf geistiges bezogen: andere fürsten haben mit den letztern (den schönen wissenschaften), weil sie mehr in die augen spielen, angefangen. Möser verm. schr. 1, 185. indem der begriff des spiels stärker hervortritt: ihr widriger anblick kann mich allenfalls in meinem vornehmen befestigen, die folgenden (stunden), die mir etwa noch werden, mit guten, nützlichen, wohlthätigen werken zu schmücken, damit nie eine mehr bey mir vorüberschlüpfe, die mir nicht freundlich und friedlich in die augen spiele, und noch im verschwinden einen kusz zurück werfe. Thümmel reise 6, 369. I@5@d@lλ) gern wird spielen in bezug auf farben gesagt. (so z. th. schon vorher.) die farbe selbst als subject: dieser farben lieblichs spielen wechselt sich verwunderlich, was itzt scheint auf roth zu zielen, wird itzt grün, itzt änderts sich, und wird wieder blau die stelle wird aufs neue gelb und helle. Brockes 9, 77. so auch: die farben des zimmers ... waren erloschen, die nüancen in Tonys kleide spielten nicht mehr. Th. Mann Buddenbrooks 1, 352. — spielen geht dabei in der regel auf den farbenwechsel (wie in der ersten stelle) oder auf die harmonie- und contrastwirkungen, die verschiedene farben neben einander hervorbringen, oder auf leise nuancen und farbenübergänge. daher verbindungen wie: im verschieszen, mag man roht bey roht, auch gelb bey gelb, zusammen spielen lassen: doch also, dasz sie in roht-gelb und grün-gelb, auch in blaulich und röhtlich-purpur sich verlieren. Sandrart academie (1675) 1, 84b; in den backen spielete eine annehmliche röthe durch die braunen milchhärgen hervor. Chr. Weise kl. leute 24; aus eines bischofs schatz verlor sich ein smaragd, in dem ein helles grün mit reinen farben spielte. Hagedorn 2, 43; wie herrlich blond in blond (haar) auf ihrer stirne spielt. Wieland 4, 17 (der neue Am. 1, 21). eine farbe spielt in eine andre, nähert sich ihr: die farbe spielt ein wenig in das gelbliche. Adelung (3); ob wir gleich bemerken, dasz je reiner und gedrängter das berlinerblau oder das kobaltglas bereitet wird, es immer einen röthlichen schein annimmt und mehr in's violette spielt. Göthe 52, 220. vgl.μ zu ende. I@5@d@mμ) ein gegenstand spielt mit farben: auch sah man allmählig die gewaltigen säulen und mauren selbst sich erhellen; endlich standen sie im reinsten, milchblauen schimmer und spielten mit den sanftesten farben. Novalis 2, 164 Meiszner; der eine apfel spielt mit hundert farben, der andre hat ein streifchen kaum. Göckingk 3, 174. bildlich: dieser ungekünstelte, viereckigte vortrag .. ist besser als aller stil, der sich in schönheitslinien krümmet und windet, mit farben spielt. Herder 2, 93 Suphan.jetzt gewöhnlich in farben spielen, schillern: zuletzt ... ist wohl noch das farbenspiel gewisser mollusken zu erwähnen, so wie die phosphorescenz einiger seegeschöpfe, welche sich auch in farben spielend verlieren soll. Göthe 52, 261. in allen oder alle farben spielen: der schneider mache dir ein wams von schillertaft, denn dein gemüth ist ein opal, der in allen farben spielt! Shakespeare was ihr wollt 2, 4 (ausg. v. 1826 4, 30, dagegen 1797 2, 215: in alle farben); schweiz. de tube chropf spilt in alle farbe. Hunziker 246. dagegen stets im acc. bei einzelnen bestimmten farben, vgl. λ zu ende: an den oberflügeln finde ich folgendes zu bemerken, nemlich, dasz solche in der mitte etwas in's braunlichte spielen, gegen den euseren rand aber ins weise vertrieben, und daselbst mit einigen schwarzen adern und puncten gezeichnet sind. Rösel ins. bel. 1, 2. cl. der nachtv. 156; einige tage zuvor führte er mich ans fenster, zeigte mir eine tuchprobe, machte mich auf die drei verschiedenen farben des melirten tuches aufmerksam und ersuchte mich, dasz ich ihm ein seidenes futter aussuchen möchte, das gerade in diese drei farben spielte. Jachmann Im. Kant (1804) 110 (10. br.). I@5@d@nν) sehr gewöhnlich ist auch die transitive fügung farben spielen: ich bemerkte, dasz die fischlein indem sie sich bewegten, verschiedene farben spielten. Göthe 30, 29; herr Christian spielt alle farben — verschüttet den wein — hustet und bringt das tuch nicht vom gesicht. Iffland dram. werke (1798) 3, 2, 17 (bewuszts. 1, 3); der stein war ein opal, der hundert schöne farben spielte. Lessing 2, 276 (Nathan 3, 7). im bilde: einen brief voll doppelsinniger fratzen, der, wie ein schillertaft, zwei farben spielt, und weder ja sagt noch nein. H. v. Kleist Käthchen 3, 3. kühner, zugleich zu 9, c: eine ähnliche wirkung würde der anblick der erde thun, wenn bäume, gras und kräuter, gleich einem mit den buntesten blumen aller art besetzten gartenstück, einen unaufhörlichen wechsel der lebhaftesten farben in unsre augen spielten. Wieland 34, 328 (Aristipp 2, 44). I@5@d@xξ) die farbe ist durch einen adjectivischen zusatz ausgedrückt: welch zarte schattierung der farbe! wie lieblich spielen diese kleinen blauen adern aus der durchsichtigen röthe! Wieland suppl. 4, 48; es war lustig anzusehen wie sie (die delphine) ... mit ihren rückenstacheln und floszfedern, grün- und goldspielenden seiten sich über dem wasser springend bewegten. Göthe 28, 87; für was bin ich schön hier? für was dieses blaue, spielende auge? Klinger theater 2, 281 (sturm u. dr. 1, 3); aber es war ein letzter sonnenstrahl zwischen wolken, der es (das Engadin) erhellte und thalabwärts in lichter ferne über dem see und den weiden von St. Moritz regenbogenfarbig spielte. C. F. Meyer Jenatsch 24; wie spielt die schöne blase nicht so bunt am goldnen sonnenlicht! Weisze bei Adelung (3). I@5@d@oο) zuweilen auch spielen allein für '(in verschiedenen farben) schillern': sie (die arten der münzverständigen) sind alle drei unterschieden, ihre unterschiede aber flieszen, so wie die farben eines regenbogens, oder eines spielenden seidengewandes, in einander. Herder 3, 383 Suphan; auf Otaheiti bemerkte Forster fische, deren oberflächen sehr schön spielten, besonders im augenblick, da der fisch starb. man erinnere sich hierbei des chamäleons. Göthe 52, 261; des körpers seidner anzug spielt, bunt, wie ein taubenhälschen schielt, und glänzt bis zum bespiegeln. Weisze kom. op. 3, 233 (ärndtekr. 1, 1). I@5@ee) sehr gewöhnlich wird die bewegung der luft und des wassers als spielen bezeichnet mit bezug auf ihre leichtigkeit, ihren wechselnden charakter und ihre scheinbare willkür. I@5@e@aα) der wind spielt: Eolus, der alte, gehet, hemmet seiner knechte lauff, und lässt keinen von so vielen als die linden westen spielen. Fleming 45; Apoll, der gern nach mädchen schielte, ... sah einst im thal, wo zephyr spielte, die Daphne ruhn. Hölty s. 3 Halm. I@5@e@bβ) in der regel tritt eine nähere ortsangabe hinzu: der abendwind spielte in ihren locken. Klinger 8, 19; der wind hatte inzwischen in den kiefern zu spielen angefangen. W. Alexis Isegrimm 9; und der wind, der westwind, der eben noch drüben in den bäumen auf dem Marienkirchhof gespielt hatte und den staub auf der dunklen strasze in kleinen wirbeln umhergetrieben hatte, regte sich nicht mehr. Th. Mann Buddenbrooks 1, 352; es ist drauszen kein frühling, ein kalter wind spielt in den grünen blättern. Hoffmann v. Fallersleben leben 5, 250; schon spielt in dunklen zweigen der kalte abendwind. ged.9 56; im laube spielet frische luft. 218; und der wind spielt in den locken. Eichendorff2 1, 347. durch: die ange[ne]hme lufft spielt durch die grünen wälder. A. Gryphius 1, 101 (Cath. v. Georgien 1, 173); sonst alles still; — nur durch das schilf spielt lind der abendwind. Leuthold ged.4 83. über, s. Gotthelf unter γ. um: eure thränen trockne die frische luft, die um das schlängelnde wasser spielt. Göthe 20, 154; indessen rings um ihn gelinde weste spielen, und die erhitzte luft mit ihren flügeln kühlen. Uz s. 287 Sauer (sieg des liebesg. 1, 173); ein west, wie du so heiter, spielt um dein blondes haar. Gotter 1, 27; und um die knospen spielet ein linder morgenhauch. Hoffmann v. Fallersleben ged.9 202. so auch: der blick (glitt) hinauf zu jenen frischen blättern, in denen sich der westwind spielend wiegt. Grillparzer5 1, 226. ähnlich ferner: die flamme spielt im kreise um den gefütterten kessel. Forster ansichten 1, 309. I@5@e@gγ) dafür spielen mit, zuweilen der personification nahe kommend: und ein sanfter morgenwind schlich sich aus dem mit wolkenflor verhangnen morgenthor und spielte mit himmel und erde. J. Paul Hesp. 3, 216; die ruhiger gewordene luft spielte mit seinem feinen ... haare. Vischer auch einer 1, 82; was spielst du, lieber abendwind, mit ihren blonden locken? Hölty 171 Halm; ich seh', es ist der abendwind, der mit dem vorhang spielt. Göthe 1, 31 (selbstbetrug); von eichen wehn die blätter nieder ..., der sturm mit traurigem gefieder durchhaust sie auf der zeit geheisz, entreiszet ihr das blatt gewaltsam, das ganz allein noch an ihr hing, und spielt damit nun unaufhaltsam, und wirft es, dasz er's wiederfing. Novalis 1, 197 Meiszner; die sonne strahlt, es spielt die luft mit seinen goldnen haaren. Uhland ged. (1864) 384 (königss. 2); mit der locken schwarzen ringen spielt der sommerlaue wind. Eichendorff2 1, 487; der wind spielt mit der wetterfahne auf meines schönen liebchens haus. W. Müller ged. (1868) 1, 47. von dingen, die der wind fortträgt. so auch: einzelne glockenklänge, mit denen leise winde über den wald her spielten, weckten ihn. Gotthelf geld u. geist (1895) 1, 65. selten umgekehrt: wie schwankes schilfrohr mit dem winde spielt. Shakespeare der widersp. zähm. einl. I@5@e@dδ) auch gegenstände, die der wind bewegt oder fortträgt, spielen; vereinzelt schon mhd.: die berge rôt dûhten von den goltvarwen schilten. diu zeichen ob in spilten diu in dem lufte fluʒʒen. Servat. 2034; meine augen verirrten sich jetzt bald in dem spielenden laubwerke, das die corniche füllte. Thümmel reise 2, 85; nun schieben sich ... überlange posaunen in die luft vor; an ihnen spielen herabhängende bänder. Göthe 39, 150; oben auf dem welschen dache, vor dessen brustgeländer silberpappeln, von breiten rebenblättern umgürtet, spielen. J. Paul Titan 2, 52; das lange rothe band hing spielend den halben baum herab. leben Fibels 106; es spielte ein buch des feinsten seidenpapiers in seiner hand, vom hauche seines mundes und dem schlage seiner flügel durchfächelt. Brentano 4, 166. spielen lassen: die fahne spielen lassen, fliegen. Adelung (2, 2, a); die konsulin liesz ihr battisttüchlein im winde spielen, bis der wagen ... zu verschwinden begann. Th. Mann Buddenbrooks 1, 232. da erläuternde zusätze meist fehlen, so läszt sich zuweilen nicht entscheiden, ob diese bedeutung oder d vorliegt; so z. b.: und um seine schultern spielet ausgeplüscht ein hermelin. Herder 28, 425 Suphan (Cid 15). I@5@e@eε) spielen von der bewegung des wassers, besonders von den wellen, sehr gewöhnlich ohne zusatz: Rose sass in der leichten barke, schwamm gleich der göttin der liebe über die spielenden wogen. Klinger 10, 127; kleine spielende wellchen ... beklatschten das hohlgespülte gestein. Bronner fischerged. (1787) 39; als er die wogen spielend auf die schwelle der grotte hüpfen sah. J. Paul Titan 1, 31; das zitternde gläntzen der spielenden wellen versilbert das ufer, beperlet den strand. Brockes 1, 26; nun rauschen lebendige quellen und tränken mit spielenden wellen die triften, den anger, den wald. Hagedorn 3, 98; der Hellespont läszt, kindern gleich, die frommen wellen spielen. sie flüstern kaum, so still sind sie vergnügt. Grillparzer4 6, 49 (wellen 3). wie besonders die letzte stelle zeigt, bezeichnet spielen die sanfte, leise wellenbewegung. so durch den gegensatz verdeutlicht, mit adverbialer bestimmung: wo, als orcane grimmig stürmten, sich wellen hoch auf wellen thürmten, da spielen sanfte wogen hin. J. A. v. Schlegel verm. ged. (1787) 1, 47. in früherer sprache auch von heftigem wogengange: die seen kahmen gantz das schwache schiff zu decken, und spielten häuffig ein. P. Fleming 204. ebenso mit richtungsangabe: als der schenke den becher hielt, leise den wein zu nippen, hat die woge emporgespielt küssend an seine lippen. Rückert (1882) 5, 330. ferner: wenn das meer am annehmlichsten wäre, spielte es mit seinen sanften wellen, und wenn das auge der welt der welt seinen segen austheile, mit seinen straalen. Lohenstein Armin. 1, 86b; die see spielt an seinem (des kastells) felsenfusz. Klinger 1, 309. I@5@e@zζ) vereinzeltes. von fallendem wasser: so sah ich denn von oben hinab seinem (des wassers) stürzen, seinem sprudlen, seinem ruhigen lauf zu; ich sah, wie es sich sammelte und kunstreich emporsprang und in feinen strahlen umher spielte. Bettina tageb. 60; über die steinblöcke, von denen lange wasserfäden spielen. Pichler allerlei gesch. aus Tirol 2, 220. so bildlich: wie sehn' ich mich, natur, nach dir, dich treu und lieb zu fühlen! ein lust'ger springbrunn, wirst du mir aus tausend röhren spielen! Göthe 2, 191 (künstlers abendlied). ferner: dann kehr' ich in der schenke ein und trink' mein gläschen goldnen wein und spielt es durch die adern leis', da klingt in mir die alte weis'. Anzengruber3 5, 254. von dingen, die das wasser trägt und treibt: die arme filzgestalt (der hut) trieb dem quirlenden kessel hart an einem der abstürze zu und spielte hier eine weile im kreise. Vischer auch einer 1, 81. anderes: durch dieses Eden, worüber ein doppeltes schneegestöber von funken und von tropfen zwischen einem staubregen von blütendüften spielte und wirbelte. J. Paul Hesp. 1, 118. I@5@ff) ferner von allerlei geräten. I@5@f@aα) an die vorige gruppe reihen sich einige ausdrücke des seewesens, wo spielen auf eine durch wind und wasser veranlaszte bewegung geht: 'das schiff spielt oder giert vor seinem anker. (e. the ship rides easy etc.) wenn strom und wind beide schwach sind, so dasz das schiff leichte schwingungen zwischen beiden hin und her macht.' Bobrik 30b, 7; 'spielen, spiel haben ... die bewegung der hölzer, masten, stengen u. s. w., welche los geworden, oder auch losgesprungen sind, und bei dem schlingern und stampfen des schiffs hin- und hergehen.' 647b. der mast spielet, le mât joue, = hat spiel, s. spiel I, 2, e. I@5@f@bβ) sonst von gegenständen, die der mensch in bewegung setzt; daher gern in der verbindung spielen lassen: er ... liesz auf dem breiten rücken der pferde gemächlich die peitsche spielen. Frenssen Jörn Uhl 218. — von der bedeutung 4 aus, indem die vorstellung des spielens vom menschen auf das werkzeug übertragen wird, in dem kunstausdruck 'eine spielende nadel, fr. badin, (kupferstecher)züge, mit fertiger und in führung des werkzeuges leichter hand gemacht, welche, ohne sich bey regelmäszig zu ordnenden rissen und schraffirungen aufzuhalten, nur zu spielen oder zum zeitvertreib zu arbeiten scheinen'. Jacobsson 4, 214a. I@5@f@gγ) so im allgemeinen nur als technischer ausdruck, wo dann spielen die regelmäszige und zweckvolle bewegung eines instruments bezeichnet, doch gewöhnlich mit dem nebensinne des leichten und geläufigen, und zumeist von einer hin und her gehenden bewegung; auch nicht nur für die bewegung selbst, sondern ebensowol die möglichkeit und bewegungsfreiheit ausdrückend: 'in der mechanik wird dieses zeitwort sehr häufig von der freyen ungehinderten bewegung eines körpers in einem bestimmten raume gebraucht. die zapfen eines rades oder der welle spielen in ihrer pfanne, wenn sie sich frey in derselben herum drehen. das riedblatt musz in der lade des webers spielen (beweglich seyn), weil es sonst zerbricht.' Adelung (2, 2, a); 'die feder in einer uhr spielet, wenn sie sich an ihrem zapfen frei und leicht beweget.' Campe (519a); 'spielen, fr. jouer, auf und nieder gehen, wird von den kunstgezeugen gesagt, wenn das gebläse oder die bälge in bewegung gesetzt werden.' Jacobsson 4, 214a. so in vielen mundarten: freien spielraum haben. Seiler 272a, sich frei bewegen: d'achs het g'nueg spazig für z'spile. Hunziker 246, besonders von der freien bewegung in einer röhre oder öffnung. Dähnert 446a, vom zünglein der wage. Lenz 66b; 'raum haben, sich in einem loche hin und her zu bewegen, als z. e. der zapfen einer walze in dem loche, worin er sich drehet.' brem. wb. 4, 940. I@5@f@dδ) so überhaupt von maschinen und maschinentheilen, rädern, federn u. ähnl., wenn sie in function treten; im bilde: in solchen augenblicken ... spielen alle federn, räder, druck- und saugwerke unsrer einbildung und unsers herzens leicht und harmonisch zusammen. Wieland 8, 37 (Danischm. 4). I@5@f@eε) meistens spielen lassen: o wir müssen den prinzen bitten, dasz er uns die maschinen einmal spielen läszt. Göthe 14, 21 (triumph der empf. 2); das spielenlassen gewisser maschinen. J. Paul Titan 2, 68. meist im bilde: die verschiedenen maschinen, welche man diesen tag über auf beiden seiten hatte spielen lassen, brachten den abderitischen staatskörper ... in eine art von wagerechtem schwanken. Wieland 20, 126 (Abder. 4, 12); was sezte Philipp (II.) nicht in bewegung, Heinrich den vierten zu unterdrüken! was für maschinen liesz er nicht spielen, die aussöhnung dieses prinzen mit dem römischen stul zu hintertreiben! Schiller 4, 92. dafür seltner: die artigen kammermädchen der sultanin waren schlechterdings unentbehrlich, die federn ihrer einbildungskraft spielen zu machen, und eine sehr nachtheilige stagnazion ihres herzens ... zu verhüten. Wieland 6, 214 (der goldene spiegel 1, 8). I@5@f@zζ) so auch uneigentlich: und nun mag Kleon meinetwegen alle seine ränke und kniffe gegen mich spielen lassen. Wieland (1857) 34, 303 (Arist. Acharner 2); alle künste soll er spielen lassen, hier beruhigen, dort ermutigen. Prutz preusz. gesch. 3, 7; und dann charmierte er umher und liesz seine künste spielen und machte ein unglaubliches geld. Th. Mann Buddenbrooks 1, 383. s. ferner i, ζ. I@5@gg) insbesondere wird spielen vom geschütz gesagt. I@5@g@aα) im allgemeinen nur vom groben geschütz (der artillerie): da fieng das schwere geschütz an zu spielen, und des königs leute wurden geschlagen. Grimm märchen s. 218 (nr. 54); die batterieen beginnen zu spielen, wie lebendige wesen tanzen die kugeln zerschmetternd auf der kuppel der moschee. Jul. Mosen 7, 367; drauf spielte das geschütz und blumensträusze, wohlriechend köstliche essenzen wurden aus niedlichen feldstücken abgefeuert. Schiller 12, 446 (M. Stuart 2, 1); mit richtungsangabe: da nun zugleich das geschütz anfieng, von den nächsten batterien auf die anrückende flotte zu spielen. 9, 68; von den wurfmaschinen der alten: inzwischen brachten die Peloponnesier ihre sturmgeräte gegen die mauren; worunter das eine, so auf dem wall gegen das hohe gerüst spielete, dasselbe gewaltig erschütterte. Heilmann Thucyd. 270 (2, 76). vgl.: ein gang, unter welchem die sturmböcke gegen die mauer spielten. Adelung (2, 1). mit raketen spielen: um mitternacht fing das bombardement an, sowohl von der batterie auf unserm rechten ufer, als von einer andern auf dem linken, welche näher gelegen und mit brandraketen spielend, die stärkste wirkung hervorbrachte. Göthe 30, 30. im bilde: ich hoffe, liebster, bester, all' fehd' hat nun ein ende; die schwere artillerie, welche du den 30. april wider mich aufgepflanzet hast und welche mit vortrefflichem effect gespielt hat, bringe in den parc zurück. Joh. v. Müller sämmtl. werke 14, 184. I@5@g@bβ) in älterer sprache zuweilen von andern geschossen: drumb gott nur eil, dan deine pfeil recht spielen mir zum leben. Spee trutzn. (1649) 30. I@5@g@gγ) sehr gewöhnlich geschütz spielen lassen: 'die kanonen spielen lassen, sie auf einen gegenstand wirken, die kugeln darauf fliegen lassen.' Campe (519a); die tarentinischen befehlshaber konnten sich nicht das herz fassen, ihr geschüz spielen zu lassen, als sie wahrnahmen, dasz der Römer die zahlreichen gefangenen ... also fortziehen liesz, dasz sie das nächste ziel des geschosses bildeten. Niebuhr 3, 524; dank dem schweren geschütz, das man gegen sie spielen liesz, waren in drei wochen alle vier plätze genommen. Prutz preusz. gesch. 1, 133. batterien spielen lassen, gern figürlich: da ... alle batterien, die man mit verdoppeltem eifer dagegen spielen liess, nicht nur ohne wirkung blieben, sondern gerade die gegentheilige wirkung thaten. Wieland 20, 91 (Abder. 4, 9); wenn man gegen ein herz, das sich nicht vertheidigen will noch vertheidigen kann, alle mögliche batterien spielen läszt, um es ... zu zerstören, einzuäschern, das ist unrecht. Lenz 1, 55; 'haben sie denn sonst keine briefe mit bekommen?' Heinrich hielt ihm mit verdrieszlichem schweigen seine übrigen creditive hin, und der expeditionsrath rief: 'sehen sie, das sind ja die hauptbatterien, die sie zuerst hätten spielen lassen sollen'. Herm. Kurz 2, 54. I@5@g@dδ) so auch: eine mine, ein feuerwerck spielen lassen, far giuocar' una mina, un furnello, un fuoco d'artificio. Kramer dict. 2, 863a, gewöhnlich eine mine springen lassen, sprengen. Adelung (2, 1). bildlich: ja wie sie nun merkte, ... dasz ihn die liebe schon ganz durchgeweicht und mürbe gebeitzt habe, liesz sie noch eine andere mine spielen, die ihm den kopf vollends verrücken sollte. Wieland Luc. 4, 20. I@5@g@eε) dann tritt auch die person, die das geschütz abfeuert, als subject zu spielen: die Frantzosen haben auf die stadt gespielt, i Francesi cannonarono, fulminarono, bersagliarono la città. Kramer dict. 2, 864b. in der regel wird das geschütz durch mit angefügt: mit den stücken spielen auf die basteyen, giuocare cioè tirare col cannone contro i ripari, bersagliare, fulminare, cannonare le mura. v. beschiessen. 863a; spielen, mit stücken auf eine vestung, aeneis globis quatere, bellicis tormentis diverberare. Frisch 2, 300c; mit mörsern auf eine festung spielen. Adelung (2, 1); wir aber spielten ohne unterlasz mit unsern stücken auff sie, dasz wir bald zwey von ihren fregatten sahen zu grunde gehen. Mandelslo morgenl. reisebeschr. 102a; freier: kan deine rache sich verweilen? hast du denn keinen donner mehr? auf, spiele doch mit tausend keilen nach deiner widersacher heer! Drollinger 37. mit aus: hierauff ward ... anfangs aus kleinen, hernachmahls aus groben stücken hinein (in die belagerte stadt) gespielet. Chemnitz schwed. krieg 4, 1, 49a. absolut, im ausgeführten bilde: wir führen grosse dämme von gläsern vor uns auff.wir spielen für und für. das kraut ist hier der wein, das loth ein frisches bier, das man das beste heisst.wir feuren aus den stücken, die uns ein glaser geusst. P. Fleming 164. I@5@g@zζ) von andern waffen: mit der fahne, mit der picke etc. spielen, giuocare di (maneggiare il) drappello, brandire la pica, l'hasta. Kramer dict. 2, 863b. dafür genitivisch: der pike spielen, hastilia vibrare, crispare, torquere. Stieler 2085. jetzt ganz auszer gebrauch. I@5@g@hη) zuweilen begegnet transitive fügung, in freierem gebrauche: man gibt mit liebe und achtung den lesern und leserinnen die zweite auflage einer erziehlehre, wenn man das vergreifen der ersten als einen beweis ansieht, dasz, während die kriegerischen Vesuve und Aetna ihre feuer und donner in einander spielten, doch das deutsche vater- und mutterherz ruhe ... genug behielten u. s. w. J. Paul Lev. 1, s. vii (vorr. zur 2. aufl. von 1811); wann der satan mit haubitzen seine plagen auf dich spielt, dann so wisse dich zu schützen mit gebet als einem schildt, sein geschütz, gepflanzt zu haglen, wird dein' andacht bald vernaglen! Keller 6, 13. I@5@hh) die natur spielt, 'wenn sie zufällige veränderungen unter den geschöpfen hervor bringet'. Adelung (2, 2, b, α), vgl. spiel I, 2, g, meistens von einer auffallenden, unregelmäszigen wirkung oder hervorbringung der natur: wie die natur daselbst mit sonderbaren aller guten sachen unterschied spielet, und mit kleinem begriff so viel form repræsentirt. Schuppius 690; wie wunderlich doch die natur spielet, weil ein hungeriger gast unter wegens ist, und sich bald einstellen wird, so ist die natur gleichsam des gasts fourier, und würcket in dem brodtschneiden soviel, dasz der aufschneider des brodts, ohne seinem vorsatz, den noch abwesenden hungerigen gast auch mit einem stück brodt versehen musz. rockenphil.5 (1759) 622 (4. hund., cap. 55); sie werden über die seltsamen figuren erstaunen, und gestehen, dasz die natur ... noch niemahlen etwas hervor gebracht hat, das mit selbigen zu vergleichen wäre. ... ich will eben nicht sagen, dasz die natur bey ihnen nicht eben so spiele als bey uns. Liscow 54; meines vaters kränkende bitterkeit und Rosenbergs leicht zu reizender stolz! jenes trübsinn und Rosenbergs heitre muthwillige freude! — unglücklicher konnte die natur nicht spielen. Schiller 6, 283 (menschenf. 2); unsre seele, Angelika, erschafft sich zuweilen grosze bezaubernde bilder, bilder aus schöneren welten, in edlern formen gegossen. in fern nachahmenden zügen erreicht sie zuweilen die spielende natur. 302 (8); ja ja, die natur spielt manchmal so wunderlich. Gaudy ausgew. erz. 117; sie zeigen, dasz die spielende natur sowol an farben als figur nicht zu erschöpfen ist. Brockes 1, 227. ungewöhnlich: altes gemäuer, worauf die zeit mit allerley wunderbaren figuren und farben gespielt hatte. Wackenroder herzenserg. 73. vgl.: die ewige weiszheit gottes spielet auf dem erdboden, la Sapienza eterna di Dio lude (gioca) in orbe terrarum [nella bellezza e varietà ed effetti maravigliosi delle sue creature]. Kramer dict. 2, 863b (nach spr. Sal. 8, 30 f., zunächst wol anders gemeint, s. 2, b zu ende). ferner: das glück spielt oft wunderlich, la fortuna giuoca talvolta cioè si cangia, si aucivenda maravigliosamento. ebenda, maxima fortunae jactatio est. Stieler 2085, vgl. spiel I, 2, h: wie's das glück auch spielt, das vaterland darf jedes opfer fordern. Körner 3, 38 Fischer (Zriny 2, 6); von all den mädchen, die je ein spielend glück mir zugeführt, war keine theurer mir, als sie, Melitta. Grillparzer4 3, 182 (Sappho 2, 6). womit (vgl. 7, q): ist es wahr, ... dass des schicksals blinde macht ... mit unsern entschlüssen wie mit unsern wünschen spielt? Schleiermacher monol. 100; weil alles hier den wechsel fühlet, das glück mit unsern wünschen spielet. Gotter 1, 5. ähnlich noch: erhör mein hertz, das in der stille die früchte deiner liebe schmeckt, und das auch schon im glauben fühlt, wie gütig deine vorsicht spielt. Günther 9. I@5@ii) sonst von allerlei abstracten subjecten. I@5@i@aα) unter ihr wälzte sich wilde fluth und zerstörung, um sie herum spielte sorglos das kleine leben der natur. die libellen jagten einander über dem wasser, die bienen summten um die kräuter der berglehne, die waldvögel sangen ihr abendlied. Freytag handschr. 3, 315. hier ist also das subject nicht eigentlich abstract, sondern eher als collectivbegriff zu fassen, und die bedeutung schlieszt sich an 2, a an. ebenso liegt in folgender stelle die bedeutung 2, b vor, indem spielen durch eine kühne verschiebung vom menschen auf die zeit, während der er spielt, übertragen ist: er ... begegnete am liebsten den kindern, deren tage noch so spielten wie seine stunden. J. Paul Hesp. 1, 166. in anderm sinne von der zeit selbst, in bezug auf ihren wechselnden inhalt (?): ach vor einem jahre kam ich so glücklich, wurde so unglücklich, und bin wieder so glücklich — o ihr fliehenden, spielenden, nachtönenden, zitternden jahre des menschen! 3, 145. I@5@i@bβ) gewöhnlich kräfte spielen; besonders von den menschlichen seelen- und geisteskräften: zu fühlen, wie wunderbare spielende und schwermütige kräfte sich in dir regen. Th. Mann Tristan 191; die jugend freut sich nur des vorwärts-strebens, versucht sich weit umher, versucht sich viel. der kräfte spielen ist drum nicht vergebens. Göthe 11, 332 (was wir bringen forts. 3); so im einzelnen: was ich je von einbildungskraft hatte, spielte immer in sanften, rosenfarbenen bildern. Forster briefw. 1, 426; eine und eben dieselbe fertigkeit oder begierde kann in tausenderlei formen und richtungen spielen, kann tausend widersprechende phänomene bewirken. Schiller 4, 61. spielen lassen, machen: er (der dichter) musz fürs erste unsre einbildungskraft frey spielen und selbst handeln lassen. 10, 238; oder ist es nicht die natur, die den menschen von einem grade der entwicklung zum andern fortführt, und, indem sie durch die bedürfnisse seine einbildungskraft und durch die einbildungskraft seine leidenschaften spielen macht, diese vermehrte geselligkeit, dieses verfeinerte gefühl ... hervorbringt? Wieland 6, 77 (der goldene spiegel 1, 2). I@5@i@gγ) von vorstellungen, sinneswahrnehmungen u. ähnl., vgl.: ich wirde eins in mir gewar, daʒ vorspilt unde vorblicket mîner sêle: würde daʒ vollebrâht unde bestêteget in mir, daʒ müeste êwig leben sîn. d. mystiker 2, 9, 9. von träumen: der traum spielt auf dem kissen dein. wunderh. 2, 577 Boxberger (ammenuhr); dasselbe (lager), das um rothgeschlafne wangen die träume spielen sah von einem glück, das nun verwirklicht. Grillparzer4 6, 45 (wellen 3). so auch: also spielen liebesträume perlend in des dichters brust. W. Müller ged. (1868) 1, 110. von tönen u. ähnl.: 'komm! komm!' spielt es lind und weich ihm um das ohr. Hebbel 6, 151 Werner. so auch: ein holder zauber spielt um deine sinnen, ergiesz' ich (musik) meinen strom von harmonien. Schiller 15, 1, 12 (huld. der künste 201). I@5@i@dδ) von seelenzuständen u. ähnl.: die liebe ... nimpt alle beständigkeit aus deinem gemüthe, du denckest stets wachend an sie, ... sie spielet auch in deinen gedancken, wann du schläffst. Olearius pers. baumgarten 39b (3, 2); ich bedauere deine so niedlich um fremden und eignen kummer spielende laune. J. Paul unsichtb. loge 2, 71; der alte wahnsinn spielte in ihm weiter. Hesp. 4, 62; er geniesze sanft und still, und im tempel seines herzens spiele die lust nur wie ein ungehört-irrender schmetterling in einer kirche. 2, 114. — mhd. häufig spilndiu fröude, an b anschlieszend: wenne sol mir iemer spilndiu fröide komen? minnes. frühl. 156, 32; sîn ors in spilnden vröuden spranc. Dietrichs flucht 3288. auch: spilnde wunne wil uns der meie bringen, wir süln vrœlich reien, singen. minnes. 1, 352a Hagen, hier also 'wonne, die in spielen besteht', 'spielwonne'. I@5@i@eε) von handlungen und zuständen: die gespräche spielten und beschenkten mit allem, was uns hebt und bereichert (als Albano einen ganzen tag lang im gedankenaustausch mit seinem freunde auf dessen zimmer war). J. Paul Titan 2, 129; es ist, als spielt' um sie ein züngeln. Immermann 13, 203 Hempel. auch: etwas koketterie spielt ... aus dem fusze. Möser patr. phant. 2, 40. besonders in bezug auf den gesichtsausdruck: um die lippen des alten spielte schadenfrohes grinsen. Pichler allerlei gesch. aus Tirol 1, 86; ein gütiges lächeln spielte um ihre wangen. Schiller 4, 319; denn heiter blickst du, wie ein glücklicher, um dich und lächeln spielt um deine wangen. 14, 39 (braut v. Mess. 1, 7); seht, wie sie da liegt, schmerzlos und ruhig, wie ein schlafend kind! des himmels friede spielt um ihre züge. 13, 334 (jungfrau v. Orl. 5, 14); im traum sind solche wünsche nah. sie spielen um die rothen lippen. Immermann 13, 155 Hempel; vgl. auch: ach, eine holde Venus spielt um sie! Schiller 6, 136 (Phöniz. 3, v. 395). I@5@i@zζ) häufig in der verbindung spielen lassen (in demselben sinne wie ins spiel setzen, s. spiel I, 2, f), s. auch oben β und f, ζ: auch ist izo der grosse geschmak, seinen wiz auf kosten der religion spielen zu lassen, dasz man beinahe für kein genie mehr paszirt, wenn man nicht seinen gottlosen satyr auf ihren heiligsten wahrheiten sich herumtummeln läszt. Schiller 2, 10 (räuber, 2. vorr.); man kann zu ihm hineingehn, mit ihm sprechen — und was ist dann nicht möglich, wenn wir klug die furcht, die überredung spielen lassen. 13, 438 (Turandot 4, 3). so auch: diese welt ist geistig-menschlich; — daher der überglaube in den sympathieen und antipathieen u. s. w. überall liebe und hasz, statt der schweren kalten körper spielen ... läszt. J. Paul kl. bücherschau 1, 11. ungewöhnlich ist die wendung (für 'etwas andeuten, zu verstehen geben'): schlau aus dem winkel wollte jener spielen, kurz, dasz er wisse, wie, und auch den mann, liesz jeder deutlich durch die blume spielen. Droste-Hülshoff 1, 70. I@66) eine ergänzende bestimmung zu spielen wird gewöhnlich durch mit angefügt. I@6@aa) als pleonastischer zusatz: als der mit schimpfe spilde und vedern würfe in den wint. Parz. 211, 30. I@6@bb) mit einem gliede spielen, es spielend bewegen (vgl. 5, a); von thieren: mit der zunge spielen: das pferd spielt mit der zunge, il cavallo gioca, scapola colla lingua. Kramer dict. 2, 863a; mit den fersen spielen, i. e. ausschlagen, giuocar di calci. ebenda; (die schlange) schaut uns mit hellen funckelnden augen an, spielt mit seiner spitzigen zunge und schleicht mit aufgehabenem haupte immer näher. Göthe br. 1, 7; der wurm in dem ringe spilt mit dem zagel in manegen wîs. krone 13445; ihr mäuszgen, die ihr mit den schwäntzen spielet, und so bald da bald dorthin wieder ziehlet. Rachel sat. ged. 130. kühner von pflanzen in ähnlicher weise (vgl. 5, e, γ. δ): der ahorn mild, von süszem safte trächtig, steigt rein empor und spielt mit seiner last. Göthe 41, 225 (Faust II, 3). von menschen: mit den fingern spielen. Adelung (2, 2, b, α); Matthes stand ruhig da, er spielte nur leise mit dem fusze nach einer melodie, die er innerlich sang. Auerbach dorfgesch. 1, 89. auch (zu 5, c): da spielen sie verliebt mit ihren äugelein. Rachel sat. ged. 116. mit richtungsangabe (vgl. 5, c): ob er gebâr icht vrœlîchen, als er offenlîchen unt tougen gegen dir spilte mit den ougen. Heinr. v. Melk von des todes gehugede 606. ähnlich: ich sprach: 'warum mit blicken wieder spielst du?' sie sprach: 'weil ich dies spiel allein verstehe'. Rückert (1882) 5, 89 (sicilianen 50). I@6@cc) mit etwas spielen, indem man es mit der hand zwecklos, oft gedankenlos in bewegung setzt (vgl. spiel I, 1, d): stumm sasz sie da, und spielte mit der scheere, und klebte mit dem blick an einem Fleck. Göckingk 2, 207 (schlittenfahrt 3, 3). besonders mit dem fächer spielen: und nun machte er den gang seiner frau nach, ... er spielte mit dem fächer, er schwänzelte. Göthe 36, 149. so auch: mit dieser wallenden seidenflut (des haares) fing ich neckend an zu spielen. Keller 1, 233; er spielte mit seinem jungen spitzen kinnbarte. C. F. Meyer Jenatsch 131. — dazu: und wo er in gesellschaft war, da muszten dose, stock und uhr den fingern stets zu spielen machen. Günther bei Steinbach 2, 627 (tum horologium et baculus manibus ludendi praebebant occasionem). I@6@dd) dafür zuweilen andre präpositionen: Marbod (indem er gedankenvoll in den haaren der knaben spielt). H. v. Kleist 3, 208 Zolling (Hermannsschl. 4, 1 bühnenanw.); sie sah ihn zehnmal an, und spielt an seinen haaren. Gellert 1, 24. vgl.: und für ein paar verbuhlte küss', ein spielen in eurem nacken mit verdammten fingern, bringt diesen ganzen handel an den tag. Shakespeare Hamlet 3, 3. s. auch unten 11. I@6@ee) sonst, indem man etwas als mittel zu einem eigentlichen spiel, zur belustigung und unterhaltung, als spielzeug benutzt: I@6@e@aα) so von thieren: mit dem gebisz spielen, giuocare col morso, masticarlo. Kramer dict. 2, 863a; so spilit diu aittula mit den gerten, unze si sich vaste bewindet mit den hornen. Massmann d. ged. s. 316; (er) spilt wie der walfisch mit den tonnen. Garg. 178b. dazu: du wirfst dem wallfisch, wie das sprichwort sagt, zum spielen eine tonne vor. H. v. Kleist 3, 172 Zolling (Hermannsschl. 2, 8). I@6@e@bβ) von kindern: ich fand mich gleich einem neugebornen kinde, welches mit allem spielet. Brentano 4, 6; formen unsere kinder nicht auch kleine bären aus lehm und backöfen aus sand und spielen tage lang mit nichtigem? Freytag ahnen 1, 164; ich spielte mit kieseln, s. Rückert unter o.so im bilde: da steht der knabe, schaamroth und ausgehönt vor dem auge des himmels, der sich anmaszte mit Jupiters keule zu spielen, und pygmeen niederwarf, da er Titanen zerschmettern sollte. Schiller 2, 96 (räuber 2, 3 schausp.). I@6@e@gγ) von den seligen geistern im himmel: mit der palm und chronen ir spilt (palma et coronis luditis,die unschuldigen kindlein). Kehrein kirchl. lieder 41, 2; darnach aber, wenn er also geistlich in gott lebet, wird er auch eraus gehen, in himel und erden, mit sonn und mond, und allen andern creaturn spielen, und auch seine frewd und lust daran haben (nach dem tode). Luther 6, 262b; sie (Maria) ... führte sie in den himmel, und zeigte ihr da ihre beiden ältesten kinder, die lachten sie an und spielten mit der weltkugel. Grimm märchen 11 (nr. 3). I@6@e@dδ) von erwachsenen menschen: mit den bluomen spilt ich dô. Walther v. d. Vogelweide 76, 12. oft mit besonderer beziehung: dann werd ich von den harten schwielen die mir das joch auf meine schultern drückt, sehr wenig oder nichts mehr fühlen, und hab ich je aus müdigkeit genickt, so werd ich nun mit meinem joche spielen. Gockingk 2, 183. im bilde: szo frist der bapst den kern, szo spielen wir mit der ledigen schalen. Luther an den christl. adel s. 75 neudr. I@6@ff) hieran schlieszt sich dann besonders das spielen mit den eigentlichen spielgeräten: mit dem balle, mit puppen, würfeln, karten spielen u. s. w. diese verbindungen, die auch sprachliche besonderheiten aufweisen, sind unter II, 1 behandelt. — mit stücken spielen u. ähnl. s. 5, g, ε. ζ. — mit musikinstrumenten II, 5, c. I@6@gg) häufig freier und geistig gewendet, mit gedanken spielen u. ähnl., sich damit unterhalten, belustigen, auch einfach sich damit beschäftigen: das ein mensch ... nicht an die welt gedechte, noch sich mit weltlichen sachen und geschefften bekümmert, sondern mit eitel himlischen gedancken spielete. Luther 5, 357a; nu hab ich offt gesagt, man solle fur allen dingen bey der schrifft bleiben ym einfeltigen verstand, ... wenn das geschehen, mag man darnach mit figurn und deutung spielen. 24, 178, 19 Weim. ausg.; wie man bisher jnn hohen schulen speculirt und gespilet hat mit seinen wercken droben jm himel. 28, 101, 19; wir spielen mit voraussagungen, ahnungen und träumen und machen dadurch das alltägliche leben bedeutend. Göthe 17, 191; es entspricht der energischen heftigkeit seines geistes (Gregors VII.), dass ihm ein zug zum phantastischen eignete. nur spielte er nicht wie ein dichter mit verschwimmenden vorstellungen, sondern ihn packten die gedanken grosser thaten. Hauck kirchengesch. Deutschlands 3, 756. ähnlich: eine solche ... vergleichung (der malerei und der tonkunst) kann uns eigentlich nur dadurch unterhalten, dasz wir mit gewissen schwankenden ähnlichkeiten spielen, und indem wir das eine fallen lassen, das andere ergreifen .., uns geistreich hin und wieder zu schaukeln. Göthe 54, 257. vgl. auch: hör' auf mit deinem gram zu spielen der, wie ein geier, dir am leben friszt. 12, 83; s. ferner k, m und Wieland unter o. I@6@hh) zuweilen tritt die vorstellung, dasz man an etwas freude hat, deutlich heraus, s. Luther unter e, γ; ferner: (wir sollen die lehre von der auferstehung recht lebendig in uns werden lassen,) auff das wir unser hertz trösten, neeren, und stercken können, und bereit an mit solchen gedancken spielen, und unser frewde haben, des schönen herrlichen wesens, das wir dort empfahen sollen. Luther 6, 263a. — nd. sprichwörtlich: dar speelet godd mit, 'das ist eine auszerordentliche ergötzlichkeit'. Dähnert 446a. I@6@ii) sonst treten andre nebenbeziehungen zu tage. mit einem gefährlichen dinge spielen, leichtsinnig umgehen, so besonders: mit dem feuer spielen, giuocare col fuoco cioè spargerlo per diporto, con pericolo di cagionar qualche incendio. Kramer dict. 2, 862c. daher warnt man kleine kinder: as män spielt sich bei nacht mit feuer, bepischt (bepiszt) män sich. (jüdischdeutsch aus Warschau.) Wander 4, 704, 2. ähnlich: mit dem wine nescol man nieht spilen wanta dar an ist huorluost. Massmann ged. des 12. jahrh. s. 316. I@6@kk) spielen im gegensatz zum ernst, vgl. 4: die trefflich gottes wort rhmen und doch nur damit gauckeln und spielen. Luther 28, 169, 27 Weim. ausg.; als er aber aufhörte, mit dem stoffe blos zu spielen, wie sich Hebbel gerne ausdrückte, und als er das drama wirklich in angriff nahm. Emil Kuh bei Hebbel (1891) 6, 7; er (Heine) besasz ... jenen ... unfruchtbaren esprit, der mit den dingen spielt ohne sie zu beherrschen. Treitschke d. gesch. 4, 423; Gerontes hält nichts auf sein ambt, und denckt nur, wie er insgesambt im spiel die spieler mög' entkräfften, ... er spielet nur mit den geschäfften, und ist geschäfftig in dem spiel. Wernike ged. 288; wer mit dem leben spielt, kommt nie zurecht. Göthe 5, 1, 106 Weim. ausg. (zahme xenien 8). s. auch Luther unter 4, a. ähnlich: du spieltest, freund, mit lieb und schönen, als einer der sie nicht gekannt. Uz 350, 6 Sauer; alle gedanken dieser art sind erzeugnisse eines blos mit sich selber spielenden und in seinem gespinste zuweilen auch hängen bleibenden denkens, unwerth deutscher gründlichkeit und ernstes. Fichte reden (1871) 167. so besonders mit einem gedanken, vorsatze u. ähnl. spielen, wenn es einem nicht ernst damit ist: daʒ ein mensche ... spilet mit bôsen gedanken willeclîchen und doch der werke nicht tun wil. d. mystiker 1, 115, 17. vgl. Schiller unter 7, e.milder, ohne tadelnden nebensinn: sobald er aber zugleich unsre neigung interesziert und unsre achtung sich erworben, so verschwindet sowohl der zwang der empfindung als der zwang des gewissens, und wir fangen an, ihn zu lieben, d. h. zugleich mit unsrer neigung und mit unsrer achtung zu spielen. Schiller 10, 322. I@6@ll) häufig erscheint das spielen als ein unrecht gegen das, womit man spielt, indem man seine würde kränkt, es nicht mit dem schuldigen ernst behandelt u. ähnl. so: mit der religion, mit dem eide etc. spielen, giuocare colla religione, col giuramento etc. cioè abusarne etc. senza scrupolo, far servire l'una ò l'altro a' suoi interessi da buon' ateista. v. spotten. Kramer dict. 2, 863a; mit der religion, mit einem eide, mit der tugend spielen, 'sie als blosz zur belustigung erfundene dinge behandeln'. Adelung (2, 2, b, α); das war nicht der geringste brunn, darausz allerley böse unordnung in der jüdischen policey gequollen, dasz sie mit den geistlichen ämptern so spielten (simonie trieben). Schuppius 643. etwas freventlich oder unbedachtsam aufs spiel setzen: voll selbstheit, nicht des nutzens, doch des sinns, spielt er mit seinem und der andern glück. Grillparzer4 4, 165 (Medea 2). s. auch Wieland unter o. I@6@mm) eine häufige, feste verbindung ist mit worten spielen, die verschiedenen bedeutungen eines wortes oder den gleichklang mehrerer zu einem geistreichen scherze, einer witzigen pointe oder auch einer täuschung benutzen, auch worte nur zu solchen spielereien benutzen ohne rücksicht auf den sinn: mit worten spielen, giuocare, cioè bisticciare con le voci ò parole, farne bisticci. Kramer dict. 2, 863b; ludere verbis Frisch 2, 300b; 'mit den worten spielen, es mit denselben und mit ihrem sinne nicht genau, streng nehmen, und oft nur auf eine witzige art ähnlichkeiten etc. in denselben aufsuchen.' Campe (519b); nur so reden, ohne dasz man es im ernst meint: zum vaterland fühlt jeder sich gezogen. wer anders redet, mutter, spielt mit worten, und nach der heimat stehen die gedanken. Schiller 6, 134 (Phöniz. 2, 3, v. 639). ähnliches: mit lettern, buchstaben etc. spielen, giocare con lettere; cioè farne anagrammi etc. mit reimen spielen, giocare con rime, rimeggiare facetamente etc. mit sinnbildern, figuren etc. spielen, giocare con emblemi e divise, cioè farne di quelli che hanno del sottile e arguto. Kramer a. a. o.; tie syllogismi ... sô die redenâra in dinge alde in sprâcho mitespilent. Notker 1, 613, 16 Piper; ich wollte er zeigte was ihn (Thucydides) bewogen hat mit antitheten zu spielen und rechtfertigte dieselben gegen allen anspruch. Reiske Thuc. vorr.s. auch wortspielen, besonders im part. I@6@nn) dafür zuweilen spielen allein: 'zeige mir ... auf der landkarte eine bessere laufbahn!' — 'einen bösen laufgraben?' (sagte sie spielend). J. Paul Titan 4, 180; aber da in keiner von den handschriften ... die geringste spur davon musz anzutreffen gewesen seyn, als in welchen es schlechtweg liber de corpore et sanguine domini geheissen: so könnte ja gar wohl eine so spielende aufschrift, das buch der funken, der witzige einfall eines späteren mönchs seyn. Lessing 8, 342; wenn nun noch, damit Gaddo's charakter mit dem seinigen contrastire, auch dieser sich auf so kleinfügige spielende weise äussert, und seiten- seitenhin der spielende contrast fortgeht, beide aus ihrer einbildungskraft spielen, beide mit einem worte spielen. Herder 4, 315 Suphan; so auch das part. substantiviert: ein schriftsteller, der den ganzen schatz der sprache in seiner gewalt hat, wie G. (Gerstenberg), müszte, um nicht in das spielende hingerissen zu werden, desto genauer auf seiner hut seyn. 316. I@6@oo) verschiedene bedeutungen vereinigen die stellen: die künstler spielen mit der natur, die dichter mit ihrer einbildungskraft, die filosofen mit ideen und hypothesen, die schönen mit unsern herzen, und die könige — leider! — mit unsern köpfen. Wieland 24, 135; ich spielte mit kieseln, ein knabe so jung ... drauf spielt' ich mit mädchen ein wärmeres spiel; schlecht fiel mir ein blättchen, das spielchen zerfiel. nun spiel' ich noch eben mit jammer und noth; verspielt ist mein leben, mit mir spielt der tod. Rückert (1882) 2, 120 ('die spiele'). I@6@pp) mit unpersönlichem subject s. unter 5, d, β (sonne spielt womit). μ (mit farben spielen). e, γ (wind spielt womit). g, α (geschütz spielt mit raketen). h (natur, zeit, glück spielt womit). I@77) mit einem spielen. I@7@aa) mit ihm gemeinsam, als spielgefährten; zumeist mit kindern, zu deren unterhaltung: mit dem kinde spielen, scherzare col fantolino, fargli festa, carezze. Kramer dict. 2, 862c; auf der gassen spielen mit den kindern, giocare, trastullarsi, solazzarsi sulle piazze co' fanciulli. ebenda; nur künftig — bitt ich, gute königin, verschonen sie mein reich mit der satire, dasz Philipps frau, wenn ihr der einfall kommt mit ihrem kleinen wiegenkind zu spielen, in einem winkel zu Aranjuez es so erwarten soll. Schiller 5, 1, 50 (don Karlos 2, 6). so auch: die englein spielten mit ihm. Grimm märchen s. 7 (nr. 3 'Marienkind'); dieser ... hatte mühe, nicht aus dem schlafe heraus zu lächeln wie ein kind, womit engel spielen. J. Paul Katzenb. 1, 37. — mit tadelndem beigeschmack: zertle mit deinem kinde, so mustu dich hernach fur jm fürchten, spiele mit jm, so wird es dich hernach betrüben. Syrach 30, 9; was du für tand aussinnst, mutwillige! soll ich zulezt noch mädchenhaft mit meiner Amalia spielen und albern? Voss 1, 134 (Luise 3, 135). andres, wie das sprichwort: spiel mit deines gleichen. Petri Tt 1a, wird eher zu II, 6 gehören. vgl. überhaupt daselbst. I@7@bb) in älterer sprache mit einem spielen, kosen, zärtlich thun, s. 3, b. vom liebesspiel, s. II, 7, a, γ. δ. I@7@cc) wenn man mit einem thiere spielt, so wird man im allgemeinen eher geneigt sein, s als spielzeug, denn als spielkameraden zu betrachten: mit einem jungen hunde spielen. Adelung (2, 2, b, α); kanstu mit jm (dem leviathan) spielen wie mit einem vogel? Hiob 40, 24. nicht recht klar: wo sind die fürsten der heiden, die uber das wild auff erden herrschen? die da spielen mit den vogeln des himels? (οἱ ἐν τοῖς ὀρνέοις τοῦ οὐρανοῦ ἐμπαίζοντες). Bar. 3, 16. 17, vgl.: spilen, venari, feras persequi, aves avibus capere. Scherz - Oberlin 1534 (mit anführung dieser stelle). so auch: Gackeleia aber konnte sich nie satt mit den artigen kätzchen spielen, sie brachte alle ihre freistunden bei denselben zu. Brentano 5, 53. — vgl. indessen: wenn ich mit meiner katze spiele, wer kann es entscheiden, ob sie sich mehr zeitvertreib mit mir mache, als ich mir mit ihr? wir machen uns spasz mit einander. Bode Montaigne 3, 290. I@7@dd) thiere als subject: dâ bî (bei dem wasser) sô loufent hermelîn, eichhorne unde wiselen vil: mit den sô spilent hundelîn. Virg. 560, 13. so besonders: wenn die katze eine weile mit der mausz gespielet, und ihrer gleichsam gespottet, ... so verschlinget sie solche hernach unversehens, und frist sie mit haut und haar in ihren halsz hinein. Wesenigk spiel-sieben s. 10. gern zum vergleich benutzt; so fährt Wesenigk fort: eben also machets auch der teuffel mit den spielern, denen er bey dem spielen liebkoset, sie auch von einem und dem andern spiel ein wenig abweichen läst, solche aber doch bald wieder an das spiel zu sich zeucht, bisz er sie endlich, wenn er, und nicht sie, sich an dem spiel gnug ergötzt, solche mit leib und seel verschlinget. ferner: denn mit einem spieler spielet der teuffel, wie die katze mit der mausz, und noch viel ärger. 8. auch folgender stelle liegt offenbar dies bild zu grunde: drumb spilet er (der teufel) mit yhm, lessit yhn tzuo weylen ruge haben, weysz doch wol, das on glaube ym niemant entlauffen kan. Luther schr. 138, 35 Wolff; er stellte sich, als verstünde er die geschichtlichen anspielungen seines volontairs, der eigentlich mit ihm wie die katze mit der maus spielte. Gutzkow ritter v. geiste 8, 400. ähnliche vergleiche: ock lese van dem wulffe, dath he grote lust hefft, dat he moghe spalen med eineme kinde; darna so vorteret he dat kint. also deit de bose geist, de spalet gerne med dem sundere. dar na so vorteret he en. quelle bei Schiller - Lübben 4, 312a; er spielt mit ihm, wie der hund mit der katze, egli gioca con esso lui, come il cane colla gatta, cioè gli ogni crudele strapazzo. Kramer dict. 2, 863a. I@7@ee) mit einem spielen, da man es nicht ernst meint: mit einer weibs-person nur spielen, giocare con una, toccheggiarla ò maneggiarla lascivamente senza venir' all' atto, ò senza venir' al compimento dell' atto. Kramer dict. 2, 863a. so an 6, k anschlieszend: wie? sollt' ich's nun im ernst erfüllen müssen, weil ich zu frey gescherzt mit dem gedanken? verflucht, wer mit dem teufel spielt? Schiller 12, 213 (Wallensteins tod 1, 3). I@7@ff) sonst mit einem spielen, wie sein spiel mit einem treiben, s. spiel I, 4. theils in milderem sinne, mit einem scherz treiben, sich über ihn lustig machen: unde begunde myt eme to lachende unde schympende unde mit eme to spelende also mit enem gecke. quelle bei Schiller-Lübben 4, 312a. theils stärker, einen hintergehen, unter dem scheine der freundschaft anfeinden u. ähnl.: weib, es kommt mir vor, als ob du mit mir spieltest. Hebbel 1, 54 Werner (Jud. 4); man hintergeht dich — spielt auf's schändlichste mit dir und mit uns allen. Schiller 12, 183 (Piccol. 5, 1). einen auf die probe stellen: gott hat yhn (Abraham) auch selbs lieb, noch (dennoch) als er sihet, das er yhn so lieb hat und recht dran thut, dencket er: harr, ich mus mit yhm spielen, und spricht: nym Isaac deinen einigen son (1 Mos. 22, 2). Luther 20, 380, 27 Weim. ausg.; vgl.: also spielet gott mit yhm (Abraham) wie mit einem apfel. 24, 379, 30. so auch: ich weisz wohl, dasz politik selten treu' und glauben halten kann. ... sollen wir aber auch mit gott spielen wie unter einander? Göthe 8, 183 (Egm. 1). häufig ist die wendung: er läst nit mit sich spielen ... gall. il n'entend pas raillerie; non porta in groppa; si levar le mosche dal naso. Kramer dict. 2, 863a; 'ich will nicht mit mir spielen lassen', sagte sie. Wieland 13, 98 (nachl. des Diogenes 27); mit mir derfst di ned spiel'n. Hügel 152b. sprichwörtlich: 'in Elmshorn u. a. marschgegenden hört man häufig: he speelt mit uns as kurfürst mit sinem narren'. Schütze 4, 164. an die bedeutung II, 1, k lehnt sich die redeweise: offt spielt einer mit den leuten, als weren sie alte kartenblätter. Lehman 746, 31. s. auch II, 1, b. I@7@gg) das persönliche subject kann durch ein abstractum umschrieben werden: o Nantchen, Nantchen! alles blut musz mit der gall' ein herz durchwühlen, wenn fürstengroll und übermuth mit menschen wie mit fliegen spielen. Göckingk im alm. der d. musen 1776, s. 208; über dir mag die verläumdung geifern, ... und die falsche die gerechtigkeit wie mit würfeln so mit menschen spielen. Schiller 1, 181 (elegie auf den tod Weckherlins). auch sonst begegnen abstracta als subject: 'das schicksal spielet mit ihm, versetzt ihn gleichsam nach laune in mancherlei lagen und veränderungen'. Campe (519b), vgl. 5, h; sie sind mir in einem tage genommen, und wieder gegeben worden; lassen sie ihn den ersten und den lezten seyn, der so grausam mit uns spielen darf! Lessing 1, 283; hebt er (der mensch) sich aufwärts, ... nirgends haften dann die unsichern sohlen, und mit ihm spielen wolken und winde. Göthe 2, 84 (gränzen der menschheit); mit mir spielt der tod. Rückert, s. 6, o. auch die person, die das object des spieles ist, kann durch ein abstractum vertreten werden, s. 5, h zu ende. I@7@hh) in einzelnen fällen der ältern sprache, wo zu spielen ein characterisierender zusatz tritt, nähert sich das verb der allgemeinern bedeutung 'in bestimmter weise verfahren'; so: das er (gott) mit dir nicht nach dem rechten spielen, sondern nach seiner gnaden ... handeln wil. Luther 5, 477a; ähnliche verbindungen mit dem gen. s. II, 7, d, ζ. mit adv.: mit geiseln sie in vilten, vil spotlîchen sie spilten mit im. Barl. u. Jos. 72, 22. vgl. auch: manchmal spielt man mit einem wie die juden mit gott, hiessen jhn ein könig unnd schlugen jhn ins angesicht. Lehman 772, 6, s. Wander 4, 705, 29. I@7@ii) an andern stellen wird spielen mhd. und frühnhd. in demselben sinne mit dem dativ construiert: dâ mite spilte er leidedâ zen Hegelingen der die er in sîn dienestmit aller hande liebe wolte bringen. Kudr. 633, 3; dâ mite hân ich dir wol gespilt. Tristan 3734; so wænet ener tumbe, er hab ir alsô liep gespilt. Seifr. Helbling 1, 143; so wird dest ehe ewr masz erfüllt, dasz man euch doppel dran vergilt, gleich wie jr andern habt gespielt. Fischart ermanung an die bund bäpstler 99 (dicht. 3, 380 Kurz). (jetzt dafür einem mitspielen, s. theil 6, 2367 f.) ähnlich: es ist nicht fein, dasz du's uns so spielst, alten guten freunden. Göthe 33, 268 (götter helden u. Wieland). I@7@kk) ein volksthümlicher, sinnlich concreterer ausdruck für f ist einem auf der nase spielen (von II, 5 ausgehend?), s.nase 5, b, theil 7, 403: laat di nig up de näse speelen 'lasz dich nicht vexieren'. Dähnert 446a. I@88) spielen entwickelt sich gelegentlich zur bedeutung einer bewegung auf etwas hin und wird in diesem sinne mit richtungsangaben verbunden. I@8@aa) so ganz eigentlich mit einer kühnen verkürzung: das kind spielt herein, kommt spielend oder im spiel herein, s. Hebbel unter 2, b. noch kühner und freier: wir, denen die klippe gebahnter weg ist, wir spielen (klimmen spielend, mit leichtigkeit und im fluge) den wall hinauf. Klopstock 9, 210 (Herm. u. die fürsten 1). so häufig mit unpersönlichem subject: so offt dein ... blick in unser hausz gespielt, s. Günther unter 5, c; strahlen spielen in mein schlafgemach (s. Wieland, 5, d, α) u. ähnl., das mondlicht spielte herein (Storm, 5, d, γ, s. auch Strachwitz ebenda); seen spielen ein (jetzt herein, s. Fleming unter 5, e, ε), die woge empor (Rückert ebenda). abstracter: etwas spielt in die augen, s. 5, d, κ; rôsen spilten in maneges muot, s. troj. krieg unter 5, d, ζ. I@8@bb) nach einem ziele spielen, gewöhnlich mit abstractem subject: wie sich mîn herze sente und mîn gedanc spilte gegen einem schilte! Hartman v. Aue Greg. 1587; jedem menschen für sein leben ist ein maasz von kraft gegeben, das er nicht erweitern kann; aber nach den rechten zielen stets die kräfte lassen spielen soll und kann ein rechter mann. Rückert ged. (1841) 233. kühn und ungewöhnlich ist die verbindung: sterne sah ich bereits jugendlich auferstehn, tausendjährigen gangs durchs firmament zu gehn, sah sie spielen nach den lockenden zielen. Schiller 1, 274. ähnlich auch: es sind zwar mehr der kielen die auff dasz ferne spielen, die hin nach ewigkeiten gleichwol die fahrt bereiten. doch dünckt mich, dasz poeten noch mehr als andre röthen (verklären) was todten-asche blasset. Logau 3, 102. I@8@cc) ähnliche verbindungen sind bereits aufgeführt: geschütz spielt auf, gegen eine stadt u. ähnl., s. 5, g, α. γ. ε; so auch freier, von dem ziele eines anschlags (?): ha, donna Solina! was für begierden regen sich in mir! auf sie wird gespielt, und sie will ich davon tragen. Klinger theater 2, 206 (die neue Arria 3, 1). die augen wohin spielen lassen, s. Göthe. Wieland unter 5, c (ende). so besonders mhd. in freierem und weiterem gebrauche: als er gegen dir spilte mit den ougen, s. 6, b; herze spilt gein .., s. 5, b; kint spilt gen unserm herren, den swerten engegene, s. 1; zô zin spilete uns der lîb (Lamprecht Alex.), s. 5, b; gesteine spilt der heide engegen (Konrad v. Würzburg), s. 5, d, ε. vgl. noch: zu letzt kan auch mit der elocution sonderlich geholffen werden, wenn die reden durchgehends gantz kurtz und accurat gegen einander heraus spielen. Weise comöd. pr. vorr. b 8b. I@8@dd) in den vorstehenden fällen tritt die vorstellung einer bewegung nur als nebenbeziehung zu den sonstigen bedeutungen von spielen hinzu. zuweilen ergeben sich dabei besondre nuancen. so sagt man in anschlusz an 5, i: da spielt in unser weinen ein lächeln hold hinein. Hebbel 6, 294 Werner. ferner: die discussion über diesen antrag wurde sehr lebhaft, weil die frage der zollerhöhung hineinspielte u. dergl. I@8@ee) sonst auch in weiterer übertragung von einer beziehung oder vereinigung: dieses alles soll ... darauf nur hindeuten: wie in der groszen natur alles auf einander spielt und arbeitet, und wie sich die ersten anfänge so wie die höchsten erscheinungen alles gebildeten immer gleich und verschieden erweisen. Göthe 58, 187. vgl. zusammenspielen, 5, f, δ. so ferner: seine küsse — paradiesisch fühlen! wie zwo flammen sich ergreifen, wie harfentöne in einander spielen zu der himmelvollen harmonie. Schiller 11, 9. ungewöhnlich von personen in etwas spielen, im sinne bewuszter mitwirkung, sich der bedeutung II, 4 nähernd: wenn man so nahe vor der flamme der freude steht, so flieht man zwar menschen ... aber man sucht sie auch; ein herzlicher freund ist unser wunsch und glück, welcher den frohen traum ... leise weiter leitet, ohne ihn fortzujagen. Karl spielte sanft in des freundes traum. J. Paul Titan 3, 4. vgl. auch: wahrheit, wohlwollen und patriotischer stolz spielen hier in sanfteren mischungen mit menschlicheren lastern. Schiller 7, 61. ähnlich ist wol zu verstehen: ihr werdet sehen die bäum, was immer bey den flüssen begriffen, beederseits mit der anderen schöne der gestad desz wassers spielen. Schuppius 690. — in bezug auf qualität, annäherung oder übergang bezeichnend: eine farbe spielt in eine andere, etwas spielt in eine farbe, s. 5, d, λ. μ. I@8@ff) mit worten auff eine andere red deuten oder spielen, alludere. Maaler 380c (jetzt anspielen). I@99) häufiger finden sich solche verbindungen, wenn spielen ein object bei sich hat. I@9@aa) jedes intransitive verb kann im deutschen transitiv gebraucht werden, wenn zu dem object noch eine prädicative bestimmung tritt, die den effect bezeichnet; so z. b. sich satt, müde spielen, s. Brentano unter 7, c; und wenn sie (kinder) sich denn müde gespielet, hungerig und durstig nach hause kommen. Wesenigk spiel-sieben 174. ferner: sie spielte, wie ich (als vogel) tiefer sank, mit leisem fingerschlag, der mir durch jede nerve drang, den frohen schlummrer wach ... da trippelt' ich auf einem bein ... und spielt' ihr mit dem flügelein die rothe wange kühl. Hölty 36 Halm (ballade). s. ferner II, 5, h. 6, q. r. I@9@bb) diese prädicative bestimmung ist bei spielen in der regel eine richtungsangabe. spielen erscheint zunächst in den gewöhnlichen bedeutungen. einem etwas ins herz spielen, im spiel oder auf spielende art ins herz flöszen: was brauchte Sokrates mehr als jenen schöngewachsenen ahornbaum, und das frische blumichte grün und die cristallne quelle .., um dem neben ihm sitzenden Phädrus seine unter ironie versteckte weisheit ins herz zu spielen? Wieland Luc. 6, 331; löblich hast du gethan, o Lysippus, dasz du vor alle sieben weise das bild unsres Aesopus gesetzt. jene lehren die pflicht in schwer aufzwingenden sprüchen: dieser fabelnd mit uns, spielet uns weisheit ins herz. Herder 26, 63 Suphan (blum. aus d. gr. anthol. 6, 30); da du ein immer munterer geselle ... um mich mit neuem leben gaukeltest, mir deine lust in meine seele spieltest. Göthe 9, 30 (Iphig. 2, 1). blicke wohin spielen (vgl. 5, c. 6, b); weil er einige verliebte blicke auf die jungfer ausgeberin gespielet. Felsenb. 2, 48; der satan spielt seine plagen auf einen, s. Keller unter 5, g, η. so auch: und während wir nun die fäden der reden hin und wieder spielten — und im schwanken der gedanken uns unterhielten. Rückert (1882) 11, 236 (2. mak.). I@9@cc) mit unpersönlichem subject: dazu wollte gerade die sonne untergehn, und spielte mir die letzten strahlen ins gesicht. (K. Fischer) denkwürdigkeiten eines arbeiters (1903) 233, vgl. Wieland 34, 328 unter 5, d, ν; mit präpositionaladverb: sie wankt dahin! die abendwinde spielen ihr apfelblüthen zu. Hölty 167 Halm. so auch (vgl. 5, g, α. η und 8, e): während die kriegerischen Vesuve und Aetna ihre feuer und donner in einander spielten. J. Paul Levana 1, s. vii (vorr. zur 2. aufl. 1811). I@9@dd) mit persönlichem object selten: der feind ... lässet sich nicht durch dein fürnehmes geschlecht; sondern durch deine eigene klugheit, und weisliche anführung der armee, aus dem felde spielen. Butschky Pathmos s. 681. henneb., wo spîl überhaupt in transitiver function ('spielend in bewegung setzen') üblich ist, begegnet die redensart einen aus dem sack und wieder hinein spielen, ihm geistig ganz und gar überlegen sein. Spiess 237. I@9@ee) reflexiv, so mansf. sich wohenn špêlen, begeben. Jecht 105b. in der schriftsprache nur mit dem nebensinne des leisen, listigen und unbemerkten, sich wohin schleichen: die stadtknechte aber sollten sehen, wie sich einer zur vordern, der andere zur hintern thür spielen könnte, darauf sollten sie jählings hinauslaufen. Freytag bilder 3, 211 (nach einer handschr. von 1631). freier: kaum hatt' ich mich in die welt gespielt und fing an aufzutauchen. Göthe 2, 252. ähnlich sich einspielen, wie sich einschmeicheln: nein! nein! soll dieses gelten die aller beste kunst zu tilgen und zu schelten, wodurch sich damen sonst fein spielen ein mit list, bezaubern einen sinn, der sonst noch hatte frist? Logau 2, 11, 37 ('schutz-rede einer jungfraw über die spielenden augen'). vgl. auch g zu ende. die person ist durch einen abstracten ausdruck ersetzt: Fabius Servilian belägerte inzwischen die stadt Erisane; verrath aber spielte sich des nachts hinein. Lohenstein Armin. 1, 893a. I@9@ff) sehr gewöhnlich ist die wendung einem etwas in die hand oder hände spielen, ihm auf listige und unauffällige art zuschieben oder verschaffen. vgl. Adelung (2, 2, a). sie geht vielleicht vom kartenspiel aus, da man seinem partner eine günstige karte ausspielt oder heimlich zusteckt (vgl. II, 6, g), vgl.: 8. gehet bey dem spiel viel verleumdung für, da einer den andern beschuldiget, er habe die kart nicht recht gemischt, nicht recht geben, er habe seinem cammeraden das spiel in die hand gespielt. Schuppius 200; auch das läszt mich der herr hauptpastor so sagen, ... weil er mir am liebsten in den mund legt, was er am leichtesten beantworten kann; — weil er mir gern die karten in die hand spielt, die er stechen kann. Lessing 11, 532. oder von taschenspielerkunststücken, wie die ganz analoge, seltnere verbindung einem etwas in die tasche, aus der tasche spielen, 'es ihm schnell und unmerklich in die tasche oder aus der tasche bringen'. Campe (519b). einem etwas in die hand spielen ò zuspielen, giuocare qualche cosa nella mano ad uno, cioè farglielo havere destramente con arte, e come per un gioco di mani. v. gauckeln. Kramer dict. 2, 863a. mit concretem object: wir diktieren ihr ein billet-doux an eine dritte person in die feder und spielen das mit guter art dem major in die hände. Schiller 3, 424 (kab. u. liebe 3, 1); als wir ihn (den kaiser) unterhielten, ihm falschen reichthum in die hände spielten. Göthe 41, 260 (Faust II, 4). dafür noch sinnlicher: der graf hat ihr (Amalia) den trauring, den sie ihm vor vielen jahren gegeben, an den finger gespielt, ohne dasz sie ihn erkannt hätte. Schiller 2, 367. gewöhnlich abstracter: einem ein amt zue- sive in die hände spielen, munus alicui dispicere. Stieler 2085; der leser wird es nicht sofort inne, dasz ihm dadurch eine vorstellung von wirklichen gegenständen einer anderen art in die hand gespielt werden soll. Kant 3, 355; wenn ich, ich elender gefangener, meinem vater den sieg noch in die hände spielen will, worauf kömmt es an? Lessing 2, 98 (Philotas 4); eine so unverschuldete niederlage der menschen, ein von gott selbst der hölle so in die hände gespielter sieg, ist ein elendes hirngespinst. 10, 20; dieser plan erfoderte, dasz dem kaiser alle autorität in Deutschland entrissen, und seinem general in die hände gespielt würde. Schiller 8, 261. mit unpersönlichem subject: was spielt gelegenheit ihm herr nicht in die hand? wird dieser tag verschertzt, ... so ists auf stets verlohren. A. Gryphius 1, 263 (Carol. Stuardus 1, v. 95). ähnlich: und dardurch den beständnern genugsamen und an die hand gespielten anlasz geben thuon. verordn. herz. Eberhards v. Würt. von 1640 bei Haltaus 1702 ('apparet, translatas esse formulas ex ludo pilae'). — ganz entsprechend: einem etwas aus der hand spielen, giocar' una cosa fuor di mano ad uno; farlone restar senza, cavarglielone in cotal modo. Kramer dict. 2, 863a; nd. uut den händen speelen, mit list entwenden. Dähnert 446a. eigentlich, vgl. das sprichwort: man kan einem ein spiel inn- unnd ausz der handt spielen. Lehman 744, 6. freier: und da er ihnen demnach dieses seligmachende buch nicht aus den händen spielen kan, (wie er im papstthum es so weit gebracht) so kömmt er doch ... aufgezogen, und will ihnen das in zweifel ziehen, was in der bibel geschrieben stehet. J. B. Carpzov leichpredigten (1698) 29; durch diese maschinen wird nun tausend rechtschaffenen gliedern des staats .. eine arbeit aus den händen gespielt, bei der sie sich bisher ganz wohl befanden. J. Paul aus des teufels pap. 1, 70; damit bricht er des adels ansehn vollends und sichert sich zugleich des pöbels gunst und spielt uns dieses werkzeug aus den händen. Ludwig 3, 131. I@9@gg) auf geistiges angewendet: eben darum ist es ein wagestück; eine der allgemeinen meinung, selbst der verständigen, widerstreitende behauptung ins publicum zu spielen. Kant 10, 124; wer nun den Deutschen dennoch dieses fremde und römische sinnbild (humanität) künstlich in die sprache spielen wollte. Fichte reden (1871) 50; er ... erzählte anecdoten, spielte das gespräch geschickt weiter. Hauff 2, 9 Reclam; die frauenliebe spielte ihre ersten schwachen morgenwölkchen dazwischen. Keller 1, 92. — so auch mit unbestimmtem object: si spiltʒ mit vrâge an manegen ort. Parz. 653, 11 ('suchte ihn auf verschiedene weise auszuforschen.' mhd. wb. 2, 2, 505b). noch ungewöhnlicher reflexiv: wir wollen uns, Eleonore, nicht mit einem gleichnisz hin und wieder spielen. Göthe 9, 185 (Tasso 3, 4). I@9@hh) in rein örtlichem sinne in der häufigen wendung einen krieg wohin spielen, wo spielen gewöhnlich nur die allmähliche verlegung ausdrückt ohne weiteren nebensinn: Ludolphus hingegen spielet den krieg in (jetzt: nach) BAeyern und Schwaben. Hahn hist. (1721) 2, 41. so reflexiv: der nahe niederländische krieg schien sich nun auf deutschen boden spielen zu wollen. Schiller 8, 65; er (Napoleon) zieht dem neuen feind entgegen, und so spielt sich der krieg aus Deutschland nach Polen. Hebel 2, 65. von da übertragen: es ist die art der neuen herren philosophen alle dinge auf ihren eignen grund und boden zu spielen. Göthe 38, 102. I@9@ii) noch gewöhnlicher sind ähnliche wendungen in bezug auf die zeit: eine sache ins weite spielen, sie zu verlängern suchen. Adelung (2, 2, a); 'spielen, ludendi animo propellere. in literis Henrici Iulii ducis Brunsv. an. 1595. die dinge jhrer bösen gewohnheit nach ins weite spielen, ... in Ioh. Ge. I. el. Sax. privil. an. 1648. dadurch viele sonnen-klare sachen in vergebene weitläuffigkeit zu spielen.' Haltaus 1702; alles diesz ist in der natur so einfach und so kurz, und nur durch diese falschen theorien und sophistereien hat man die sache ins weite, ja ins unendliche gespielt. Göthe 59, 236; Faust hat sich ins gespräch mit einer, auf den hinterfüszen ruhenden sphynx eingelassen, wo die abstrusesten fragen durch gleich räthselhafte antworten ins unendliche gespielt werden. 15, 2, 204 Weim. ausg. (Faust paral. 123); da nichts entscheidendes geschah und der krieg in die länge gespielt wurde. Schiller 9, 321. dafür bildliche ausdrucksweisen: etwas in das weite feld spielen, rem trahere; er spielt den krieg ins weite, bellum ducit; eine sache mit fleisz ins weite feld spielen, rem de industria in serum trahere. Stieler 628; auff den langen banck spilen, etwas verlengeren und lang aufziehen, in longius aliquid trahere. Maaler 380c; er verdoppelt die gerichts-gebühren, und spielt die sachen, welche man in einem termin debattiren könte, in die lange banck hinausz, dasz viel unnöthige zeugen abgehöret, viel nichtige exceptiones zugelassen werden. Weise erznarren s. 154 neudr., vgl. bank 2, theil 1, 1108. (jetzt sind andre verben beliebter: in die länge ziehen, auf die lange bank schieben.) aufschieben, bis zu einem bestimmten termin: also zergat die eer diser welt, aber luog du für dich, gelaub disem schif herrn nit, er ... betreügt dich. nit spil dein sach auf morn. Keisersberg schiff der penit. 71a. ähnlich auch: er (der eigennutz) verlängert in der feder des advocaten buchstaben, perioden und prozesse, und spielet durch die künste des mit aktenstaub bedeckten gewissens die rechtliche uneinigkeit der klienten auf ihre enkel. J. Paul grönl. proc. 1, 4. I@9@kk) er hats dahin gespielet, id effecit, eo rem perduxit, id contendit. Stieler 2085; eine sache so weit spielen, dasz, rem ita ducere, ut. Steinbach 2, 628; er sucht es dahin zu spielen, dasz u. s. w., zu bringen. Adelung (2, 2, a): in der that aber suchte er (Heinrich) durch solche gantz widerrechtlich angemaszte curatel die königliche würde auf sein haus zu bringen, oder er verhoffte doch, durch listige griffe es dahin zu spielen, dasz er mit Ottone ... zugleich regieren könte. Hahn hist. 2, 136. eine sache worauf anlegen, worauf abzielen: dann die sachen waren allein dahin gespilt, dasz sy wolten sehen, was hinder dem genszköpffer für ein mannlich gemt wer. Wickram rollwagenb. 70, 6 Kurz.so auch: so habe man die sache in einen wortstreit gespielt. Göthe 53, 178. I@9@ll) in der ältern sprache (15.—16. jahrh.) sagt man auch etwas auf einen spielen, an oder gegen ihn richten, sich damit an ihn wenden. Trier, Pfalz und Hessen versprechen sich gegenseitige hilfe während des bauernaufstandes, nachdem dis furnemen, als zu achten, fast uf sie gespilt. urk. vom 24. april 1525 im Marburger staatsarchiv; so ist es nu auff Christum gespielet, wenn der kömet, der sol den namen ausrichten ... so gehets allein auff Christum. Luther 16, 53, 15 Weim. ausg.; nun hte dich lieber reicher, es ist alles auff dich gespilet. Petr. 89b; frau Fenus, edle konigin milt, die sach ist nu auf euch gespilt. fastn. sp. 262, 26. vgl. auch Klinger theater 2, 206 unter 8, c. I@9@mm) zuweilen ganz unbestimmt es spielen mit einem modaladverb: wie's das glück auch spielt, s. Körner, 5, h; dasz du's uns so spielst, s. Göthe, 7, i.ähnlich es womit spielen: ihr gnaden sind zwar die einzige person im hause, auf die er noch etwas hält — aber mit dem respekt spielt ers ganz und gar nicht; denn wenn er einmahl von ihr gnaden zu schwatzen anfängt, so kann er nicht aufhören. Gotter 3, 169. I@9@nn) endlich ist ein eigenthümlicher kunstausdruck der plastik zu erwähnen, der sich an 5, d anschlieszt. sich abspielen, durch starkes licht verringern, im umfang geringer erscheinen (?): es ist auch noch vorher zu berichten, dasz die eck-columnen jedesmal dicker gemachet werden, als die andern, nämlich auf den fünfzigsten theil in ihrem diametro. dann, so sie vom offnen liecht umgeben werden, von welcher bescheinung sie dem gesicht dünner vorkommen, so ist vonnöten, dasz das jenige, was das gesicht blendet und sich abspielet, mit verstand durch die kunst erstattet werde. Sandrart academie (1675) 1, 12b. I@1010) selten wird spielen ohne solchen zusatz transitiv gebraucht. (sehr häufig in speciellerem sinne, s. II, besonders II, 1. 4, c. d. fi. 5, e. g. 7, bf.) I@10@aa) der acc. bezeichnet die wirkung oder den inhalt des spiels: farben spielen, s. 5, d, ν. liebe spielen, im blick ausdrücken, s. Klinger unter 5, c. — den dienst spielen, s. 4, a am ende, nähert sich der bedeutung II, 4. I@10@bb) selten ein werkzeug in bewegung und wirksamkeit setzen, als transitivum zu 5, f (wofür gewöhnlich spielen lassen, s. das.): der mensch ist also eine künstliche maschiene, zwar mit genetischer disposition und einer fülle von leben begabt; aber die maschiene spielet sich nicht selbst, und auch der fähigste mensch musz lernen, wie er sie spiele. Herder 13, 345 Suphan (ideen 9, 1). — als term. techn. der henker spielet ein gutes rad, wenn er es leicht und geschickt zu führen weisz. Adelung (2, 2, a). vgl. spiel I, 7, a. I@10@cc) ganz ungewöhnlich ist die fügung: ob vielmehr sein, alss seiner gnaden nutzen darunder gespilt werde. Bingelheimer akten von 1644 bei Dief.-Wülcker 858. I@10@dd) einen spielen für mit einem spielen (s. 7, f): facere aliquem ludos deliciasque, einen spielen, foppen. Dentzer 1, 412a; einen spielen, sein spiel mit einem haben, ludos facere aliquem. 2, 269a; so auch in heutigen mundarten: eine spile, einen foppen, ausspotten. Hunziker 246; vexieren Dähnert 446a. nach Kramer würde diese bedeutung von II, 4 ausgehen: einen spielen, id est, in der comedi etc. durchziehen, giuocar' uno, controfarlo, produrlo in comedia; farne favola. dict. 2, 863b. so auch Adelung: 'in engerer bedeutung ist jemanden spielen im gemeinen leben; ihn in einem schauspiele lächerlich machen.' (2, 2, b, β, 2, 1). I@10@ee) unklar ist folgende stelle: ich seh, wohin ich will, so steht man überall bey deinem namen still, den lieb' und danckbarkeit an manchem baum verzogen, und dessen güldner zug mich öffters schön betrogen. indem ich, eh man mir den Löwenstäth gespielt, sein lorber-reiches L vor Franckreichs Ludwig hielt. Günther 743 (lobged. auf herrn v. L.). I@10@ff) nach Kurz würde auch folgende stelle hierher gehören: wie dann noch zu Paulus zeyt auch waren solche glehrte leut ..., die on verstand und gottes geyst allein den buchstab bissig hielten, damit sie alle kirchen spielten, tringen mit gwalt und list sich ein und wolten auch aposteln sein. Fischart dicht. 2, 349 (d. gel. d. verk. 682), denn er erklärt im glossar: 'spielen betrügen'. richtiger wird man in spielten das prät. zu spalten sehen. vgl. IV. I@10@gg) 'spielen der haare. (parukenmacher) so wird die arbeit genannt, wenn derselbe die haare, die er tresziren will, zuvor auf einer hechel wie flachs hechelt, damit die köpfe der haare gerade zu liegen kommen, oder nach der kunstsprache, damit sie klar werden, und sich bey dem tresziren gut ausziehen lassen.' Jacobsson 4, 214a. sonst nicht bekannt. I@1111) ganz vereinzelt findet sich reflexives sich spielen für spielen. bair. sich spilen scherzen Schm. 2, 663. ein mädchen ... spielte sich ... an der schürze. Kleist 2, s. xiii Zolling. (vgl. auch die jüdisch-deutsche redensart unter 5, i.) für 5, h: dasz die natur sich also spil, und fürbring solcher wunder vil. Scheidt Grobianus 2269 (s. 70 neudr.; am rande: natura ludit in multis). anders, wenn prädicative bestimmungen dazutreten: sich müde spielen, s. 9, a; sich wohin spielen, s. 9, e. vereinzelt auch sich worauf spielen, beziehen, berufen (?): wollen sie sich aber auf die anmerkung spielen, 'dasz, wenns schon gefärlich ist, mit dieser art menschen allein zu seyn, es unbesonnen seyn würde, sich einer jeden andern art so zu nähern': gut, so habe ich eine solche anmerkung verdient. Hermes Sophiens reise 2, 8. IIII. spielen im besonderen. II@11) spielen bezeichnet ferner besondere in bestimmte formen gefaszte und nach speciellen vorschriften geregelte arten der unterhaltung. vgl. darüber spiel II, 1. 2 und die dort angezogene litteratur, besonders K. Groos die spiele des menschen. Jena 1899. (im folgenden nur mit dem verfassernamen angeführt.) diese spiele werden theils von kindern gespielt (s. besonders bd. p. ru), theils von erwachsenen, und dann entweder nur zum zeitvertreib, oder als gewinnspiel (so besonders die würfel- und kartenspiele, s. il); im letzteren falle kommen besondere beziehungen hinzu, s. unten 6. hier sind die bezeichnungen der einzelnen spiele nur zu behandeln, soweit das verb spielen dabei verwendung findet. dabei sind besonders zu stellen die spiele, die ein besonderes gerät verlangen und danach benannt sind (bm, dazu sprachlich no); bei andern ist die bezeichnung von der thätigkeit selbst hergenommen (p) oder von einem gegenstande, der irgendwie nachgeahmt wird oder als vergleich dient (rt). in den letzten fällen tritt diese ergänzung als object zu spielen, und zwar in der ältern sprache (wenn es ein subst. ist) im gen., jetzt stets im acc. ohne artikel. der wandel vollzieht sich in der 1. hälfte des 18. jahrh. der acc. ist zuerst bei Steinbach bezeugt (noch neben dem gen.), in der litteratur seit Lessing und Wieland (doch vereinzelt schon bei Wesenigk). besonders lange hält sich der gen. eines inf., s. p. hd. mundarten halten ihn überhaupt vielfach fest: 'der nahme des spieles steht allemahl in der vierten endung ... l'hombre, picket, schach, billiard u. s. f. spielen. im oberdeutschen auch wohl in der zweyten, versteckens spielen, der blinden kuh spielen.' Adelung (2, 2, b, β, 1). so z. b. auch henneb. si špîle veršteckeles, fangerles, báttelménnles (bettelmännchen), štàpfeštæles u. a. s. Frommann 4, 238. vgl. auch unten 7. (ist das object das wort spiel oder ein damit gebildeter ausdruck, so steht es auch in der ältern sprache in der regel im acc.) wo die benennung vom gerät genommen ist, da liegt am nächsten die fügung mit etwas spielen, vgl. I, 6. sie findet sich bis ins 18. jahrh., doch nur neben andern üblichern fügungen. für mit kommen im 15.—18. jahrh. in und auf vor, nicht nur in fällen, wo es allenfalls dem sinn entspricht (auf dem, im brett und danach auf dem, im schach spielen, s. f. g), sondern auch ganz formelhaft (im ball, in, auf der karte, s. c. k); in ist dabei älter und häufiger als auf. das gewöhnlichste ist indessen, wo es sich um festgeregelte und allgemein übliche spiele handelt, dasz, ebenso wie in den vorhin erwähnten fällen, das gerät als object zu spielen tritt, früher im gen., jetzt im acc. 'das werkzeug oder hülfsmittel des spielens erhält oft das vorwort in. in der karte, im brete spielen. seltener das vorwort mit, mit würfeln spielen ... zuweilen stehet es auch in der vierten endung, kegel spielen, ball spielen.' Adelung (2, 2, b, β, 1). diese ausdrücke werden dadurch zu festen formeln geprägt und gegenüber den loseren unter I, 6 behandelten verbindungen isoliert. so sagt man karten spielen für diese festgeregelten kartenspiele, gleichsam als technischer ausdruck, dagegen mit karten spielen, wenn etwa ein kind daraus kartenhäuser baut oder ähnl. vgl. Krünitz 158, 165. doch sind nicht alle verbindungen in gleicher weise üblich. man sagt stets ball, schach, karten, verstecken, blindekuh, dagegen nicht gern kegel, würfel spielen, weil hierfür die verben kegeln, würfeln eintreten. auch meist mit puppen spielen, da es sich hier in wirklichkeit nicht um ein bestimmtes spiel in diesem sinne handelt (doch mhd. der tocken spiln). II@1@aa) allgemeine bezeichnungen, s. spiel II, 1 und 2, a: und zwischen zwei kriegen ... spielt der kleine Johann im garten am springbrunnen ... die spiele seiner 4½ jahre ... diese spiele, deren tiefsinn und reiz kein erwachsener mehr zu verstehen vermag, und zu denen nichts weiter nötig ist, als drei kieselsteine und ein stück holz u. s. w. Th. Mann Buddenbrooks 2, 66. — eine zusammenstellung von spielen giebt Altswert s. 89 f. eine noch reichhaltigere liste von nicht weniger als 583 spielen giebt Fischart im 25. cap. der Garg. (bl. 164b—170a bezw. s. 259—268 des neudr.): jedoch hett er allerley spiel ... als nemlich spilt er, der flüssen, der premiere u. s. w. (mit Garg. nr. citiert.) s. ferner Comenius sprachenth. 941 und spiel II, 2, h. II@1@bb) das eigentliche kinderspielzeug, zumal für mädchen, sind puppen, mhd. tocken, vgl. Zingerle s. 19—22. Groos 386. 400 ff.: mit puppen, docken etc. spielen, giocare, trastullarsi con bambocci etc. Kramer dict. 2, 862c, vgl.puppe 1, a, theil 7, 2244 und docke 1, theil 2, 1209 f.: in einem lebensalter, in welchem sonst die kinder nur mit der puppe spielen, hatte Emerenz eine lebendige anspruchsvolle puppe zu versorgen: aber sie that es meist mit kindlicher lust und spiel. Auerbach dorfgesch. 1, 149; alsam die kinder spilent mit den tocken. jüng. Tit. 1370, 4; dafür häufiger die genitivische fügung: sine spilten niht der tocken: eʒ galt ze bêder sît daʒ lebn. Willeh. 222, 18; mit einem (vgl. I, 7, a): er wænet dâ ze Berne sîn, mit kinden spilen der tocken. Virginal 203, 10. hier liegt jedoch der übergang in die bedeutung I, 7, f nahe; so zunächst im vergleich: als der tocken spilt der Walh (papst) mit tiutschen vürsten: er sezzet si ûf, er sezzet si abe, nâch der habe wirfet er si hin unt her, als einen bal. minnes. 2, 361a Hagen, s. auch Eiselein 625. dann auch geradezu mit einem der tocken spiln, ihn als spielball oder puppe behandeln, ihn zum besten haben u. ähnl.: ich glaub, sie sind nit wol bey sinnen, wölns die stat mit trometen gwinnen; sie spielen nur mit uns der docken. H. Sachs 3, 1, 26b. bildlich: vleischlich gelust kan uns zulocken, und spilt als lange mit uns der tocken, mit mangerleye tranke und speise, biʒ wir uns selben werden unweise. renner 9783. so auch: dieses war die puppe, mit der er mich spielen läszt, während dasz er selbst, unbeobachtet und unverdächtig, mit unsichtbaren seilen mich umwindet. Schiller 4, 256. II@1@cc) ein sehr beliebtes spielgerät für kinder und die erwachsene jugend ist der ball, eine elastische kugel, die geworfen oder mit einem holze geschlagen, auch mit dem fusze gestoszen wird und zu mannigfachen spielen anlasz giebt, s. spiel II, 2, c. Groos 132—7. 141. 143. 148—50. Zingerle 35—9. Weinhold d. frauen 2, 173 ff. mit dem balle spiln (neben den bestimmteren ausdrücken den bal werfen, slahen), vgl.ball, theil 1, 1090 f.: ir herzen blicke in dem sal hin unde her recht als ein bal giengen, dâ die kint mite spilen nâch kintlîchem site. Heinr. v. Freiberg Tristan 2648; mit scoze men dha spilde, so mit dhem balle thon dhe vrowen. Braunschw. reimchron. 8251 (d. chron. 2, 561); so spilt man dort mit dem pall. Vintler pluemen der tug. 8277. dafür: duo gevuocteʒ got alsus, daʒ der aine bruoder Astrolâbius unt ander sîn genôʒe spilten mit dem clôʒe. kaiserchron. 13104. im ältern nhd. (17. jahrh.) auch: im ballen ò im ballhausz spielen, giuocar di palla, alla pallacorda. Kramer dict. 2, 863c; ich spielen will mit dir im ball hinfürter manche stunden. Spee trutzn. (1649) 17. gewöhnlich in der ältern sprache: pilâ ludere, desz balls spielen. Corvinus fons lat. 374b, des ballens spielen. Stieler 2085; daʒ er mit anderen kinden des balles spilen gienge. Lamprecht Alex. 1467 Kinzel (vgl. die anm.); gein âbent spil wir kint des balles. Neidh. v. Reuenthal 19, 26; wir spiln dises palen nu. Heinr. v. Neustadt Apollon. 1514; als die kinder des ballens auff der gassen spieleten. Wesenigk spiel-sieben 111. mit acc.: sie spielen den ball, pila ludunt. Steinbach 2, 627. jetzt ohne artikel ball spielen: hier hat die jugend ... geschleudert, ball gespielt. Opitz 1, 94. besondere arten: da spilten sie des ballens, sprangen der röck, stiessen der böck, des handballens, des uberkreyszschenckens u. s. w. Garg. 174a; nachgehends lieff er der barr, ... spielt des grossen ballens, schmisz jn so wol mit den füssen als fäusten in die höh. 178a. federball, vgl. theil 3, 1398: sie spielte federball mit ihrem bruder im speisesaal. Heinse 5, 83 Schüddekopf. in neuerer zeit ist uns aus England das fuszballspiel zugekommen, vgl. Groos 134 f. 227 f.: dann waren nur noch drei grosze amerikanische jünglinge mit ihrem gouverneur oder hauslehrer zugegen, der ... tagüber mit ihnen fuszball spielte. Th. Mann Tristan 243. — daher bildlich: das arm elend römische reich und kaisertum war gleichsam ain pal, das glük spilet mit im des pals, warf's hin und her, iezo dorthin iezo daher. Aventin chron. 1, 881, 26; hier ist das steuer unnütz und der steurer. der sturm ist meister. wind und welle spielen ball mit dem menschen. Schiller 14, 370 (Tell 4, 1). ungewöhnlich in transitiver fügung, jemand ball spielen: die unsrigen, die sich jährlich in die brunnencur schikken lassen, ... in welchem zustande sie eigentlich weniger leben als nur ball gespielt werden von zwei ärzten, deren einer sie zu hause das jahr über nur eben so hinhält, dasz sie wieder zum brunnen können, und der andere sie dort nur so weit bringt, dasz sie wiederkommen müssen. Schleiermacher bei Wackernagel leseb. 3, 2, 1213, 12. auch: in diesem chaos von einerseits und anderseits (habe ich) beweise gesucht und keinen gefunden, mit dem der zweifel nicht fuszball spielen darf nach lust und vergnügen. Hugo Bertsch die geschwister (1903) 142. II@1@dd) bei andern kinderspielen sind solche feste verbindungen nicht gebildet. mit schüssern, knickern (schnellkügelchen) spielen, giuocare alle pallottole. Kramer dict. 2, 864a (vgl. spicken): das sint die gelben kugelin, do die schuler mit spilen. handschr. des 15. jahrh., s. Zingerle 28; des plättlins (spielen). Garg. nr. 71, jungfern werfen, s. Zingerle 26; dafür: des plattenwerffens spielen, giuocare alle piastrelle, morelle. Kramer dict. 2, 864a. spiel mit reifen, mit papierdrachen s. Groos 138. 120. (schaukel spielen, s. unten t.) II@1@ee) swer spilen welle der kegel, der sol gên ûf den plaz. ges. ab. 2, s. 451 (d. slegel 1184). vgl. Zingerle 48. nhd. mit kegeln spielen, giuocare alle boccie, alle cioni, piramidi. Kramer dict. 2, 863c; spielen ... mit kegeln, conis. Frisch 2, 300b; kegel spielen wenig üblich, dafür kegeln; holst. 'uns' herr speelt kegeln, sagt der leichtfertige, wenn's donnert.' Schütze 4, 164. dafür: in der kegelbahn spielen, giuocar' al palla-maglio. Kramer dict. 2, 863c. — verwandt ist das billard: auf dem biliard oder trocktafel spielen. giuocar' al biliardo, al trucco. 2, 863c. (billard schon Garg. nr. 178.) II@1@ff) eine überaus alte, verbreitete und beliebte gruppe der spiele bilden die brettspiele, bei denen auf einem in felder eingetheilten brette kleine 'steine' oder figuren nach bestimmten regeln versetzt werden, s. spiel II, 2, d. Groos s. 238—44. 246 f., der sie sehr ansprechend als strategische spiele erklärt. der allgemeine ausdruck dafür ist: im bret spielen, alea ludere, et exercere se. Stieler 2085; er spielte täglich im brete. Steinbach 2, 627; spielen in etwas, als im bretspiel. Frisch 2, 300b; so noch bei Campe: im brette spielen. vgl.bret 8, theil 2, 376. belege: so was bynnen Stenvorde iuncker Hynrick van Solmis und sach, dat bysschop Otte up den slotte myt der vrowen van Stenvorde int bret spelde. Münst. chron. 1, 158 Ficker; darnach giengen sy kurtzweylen unnd spilen in ein garten, ettlich in dem schach, die andern in dem spilbret. Pontus (1498) g 4a; so sitzend aber nit weit von im zwen burger, die spielten im brett. Frey gartenges. 67, 27 Bolte (cap. 52); so spilent zway dört in aim brett umb ain guldin vingerlin. minne kloster 198 (lieders. 2, 214); darnach spielt er im bredt ein' stund. Hollonius somn. vit. hum. s. 56 neudr. (4, 5, v. 1134). vom trictracspiel (s. h): der Vejenter könig, als er mit einem andern im brete spielete, und ... sein gegen-part einen guten wurff auff den würffeln thäte, sprach er ohne gefehr, occide, i. e. schlage todt, (massen denn bey dem ticktack geschiehet, da ein einiger stein, so den andern schläget, das gantze spiel ausmachet). Wesenigk spiel-sieben 64. daher übertragen in der scherzfrage: was heist im brete spielen, da man die würffel ins maul wirfft? antwort: uber tische essen, wenn man die bissen vom brod und fleisch ins maul stecket. 60. — zutreffender ist der seltnere ausdruck: auf dem brett spielen, giuocare sul tavoliere, sbaraglio. Kramer dict. 2, 863c; sie lernen auf dem brete spielen, aleam exercent. Steinbach 2, 627; vgl.: den künstreichen meistern des schachts, bretspiels, unnd anderer instrument, darauff man spielet. theatr. diabol. (1569) 506b E. II@1@gg) das vornehmste, kunstvollste, wegen der mannigfaltigkeit seiner figuren schwierigste und interessanteste spiel ist das schachspiel, s. spiel II, 2, d und Groos s. 242. mhd. gewöhnlich schâchzabels spiln: ich spil enwette, wellent ir, schâchzabels oder in schimpf. Fleck Flore 5056. bildlich vom kampfe: ûf disen vierecken schilt was schâchzabels vil gespilt: der wart im sêr zerhouwen. Parz. 408, 26. auch mit dem acc.: oben vor dem turn sâʒen ein getwerc und ein meit: sie spilten mit behendekeit schâchzabel ûf einem brete. krone 18799. nhd. im schach spielen, giuocare agli scacchi ò sullo scacchiere. Kramer dict. 2, 863c; spielen ... im schach, latrunculis. Frisch 2, 300b; im schacht spielen. theatr. diabol. 509b B; dieser spielete sehr gerne im schacht und auff der karten. Wesenigk spielsieben 73. so auch: spiel' im schachbrett, geh spatzieren, schaukle dich und trinke thee! Gotter 1, 51. daneben mit auf: oculos habere in capite Hebraismus est, quem nos Germanice et vulgo sic exprimimus: wer auff dem schach (= der auffm schacht, z. 10) wil spielen, der sol die augen nicht inn beutel stecken, quo significamus eum non modo oportere eius ludi esse gnarum sed etiam vigilem et diligentem lusorem. Luther 20, 47, 29 Weim. ausg. jetzt stets schach spielen, vgl. das., theil 8, 1956: ich bin am Ganges, wo ich leicht und barfusz den heiszen sand mit meinen lehrern trete ... und schach mit ihnen spiele. Lessing 2, 210 (Nathan 1, 3); mit tausend fürsten spielt der könig Mahmud schach, und jeden macht er auch auf andre weise matt. Wieland 24, 121. dafür das schachtspiel spielen, latrunculis ludere. Frisch 2, 300b. (in Garg. schachmatt, nr. 5, und schachzabel. wolffs zagel. 455.) besondere arten: auch der grosse asiatische eroberer Timur, oder Tamerlan, war ein grosser liebhaber vom schachspiele. er spielte aber nur das grosse, das auf hundert zwey und dreyssig feldern mit zwey und dreyssig figuren auf jeder seite gespielt wird: das gewöhnliche mit sechzehn figuren war ihm zu klein. Wieland 24, 119. so bildlich: die tochter ... kam freilich nicht dahinter, dasz ihm eigentlich die wissenschaft, nicht der kranke höher stand als geld, und dasz er mit einer gewaltigen gegnerin von kranker natur am liebsten das medizinische schach spielte, weil aus der gröszern verwicklung die gröszere lehrbeute zu holen war. J. Paul Katzenb. 1, 38. II@1@hh) verbreitete brettspiele sind ferner das mühle- und dame-spiel: mühle, dame spielen, vgl. Groos s. 240 f. für letzteres: auf dem dambrett spielen, giuocare alle dame ò à dama. Kramer dict. 2, 863c. mhd. zabelspil, zabel: sô sâʒen zwêne anderswâ und spilten zabels ûf dem bret. krone 644. eine verbindung von brett- und würfelspiel ist mhd. wurfzabel. dazu, mit bezug auf die würfel: dâ lâgen vor den frouwen fier wurfzabel unde kurrier geworht von helfenbeine. mit edelem gesteine spilten si: mit holze niht, als man nu frouwen spiln siht. Wig. 270, 1 f. jetzt heiszt das spiel puffspiel oder trictrac, s. spiel II, 2, e und Groos s. 243 f.: trickretrac Garg. nr. 29 (daneben ticketack 4); nun sitzen die beiden den ganzen tag auf der veranda und spielen tricktrack. beständig hört man das knacken der steine, die durch eine besondere fingerbewegung auf dem spielbrett hin und her geschleudert werden müssen. Gabriele Reuter der lebenskünstler 124. — den brettspielen verwandt ist das domino, s. Groos s. 244: papa spielte domino mit einem herrn, der ihn kürzlich angeredet hatte. Gabriele Reuter aus guter familie s. 321. — eine combination von brettspiel mit würfel- oder hazardspiel scheint auch das im 15.—16. jahrh. öfter erwähnte listleins spil gewesen zu sein, s. theil 6, 1071 ('eine art bretspiel mit hinterlistigen zügen') und Lexer handwb. 1, 1937: die hern verpietent, daz nu fürbaz chain burger hie ze Münchn in der stat und als ver der stat gericht geraicht, mit würfeln nit spilen sol weder umb wenik noch umb vil und besunderlich lüstleins, abr recht pretspil mag man wol tun. magistratsverordn. von etwa 1440 bei Schm. 1, 1525; die so bocken (ein kartenspiel, s. Ch. Schmidt hist. wb. der els. mundart 48b) oder listlisz spiln, und ob einer im spil gewun, solen in die andern manen. weisth. 5, 356, 20 (Balgau im Oberelsasz 1448). auch in der naheliegenden übertragenen bedeutung, s. 7, c, ε. — unbekannt ist das spiel wihtel, -în im mhd.: daʒ lât ir underwîlen dâ und spilt mit dem wihtelîn ûf dem tisch umb guoten wîn. buch der rügen 509 (zeitschr. f. d. alterth. 2, 60). vgl. Zingerle s. 49. II@1@ii) daran schlieszt sich das schon der urzeit bekannte würfelspiel mit seinen mannigfachen formen, vgl. Groos 264—6. 273. Zingerle 46. hier ist der gewöhnliche ausdruck mit würfflen spilen, talos iacere. Maaler 380c; mit würfeln spielen, giuocare a' dadi. Kramer dict. 2, 863c; sie spielten mit den würffeln. Steinbach 2, 627; spielen mit etwas, mit würffeln, tesseris. Frisch 2, 300b; und so noch bei Campe (519b). belege: nu was also groʒ haʒ under on daʒ di fumfe in falschir listekeit uff erleiten daʒ si umbe di meisterschaft zu gewinne unde zu vorlisene met worfeln spele wolden. Ködiz 9, 29: also ist dz leben der menschen eben als wann du spilest mit den würfflen. Terent. (1499) 116b; so gar Socrates und Heraclites hätten zu Ephesus unter den kindern des beinleins, und der sauersehende Cato mit den würffeln gespielt. Lohenstein Armin. 1, 86b; eben ein solcher tyrann war der kAeyser C. Caligula, der, wenn er mit würffeln spielete, das meiste mit lügen, fluchen und schwören gewanne. Wesenigk spiel-sieben 74. die festen fügungen mit dem acc. begegnen ganz vereinzelt: sie spielen die würffel, tesseris ludunt. Steinbach 2, 627; sind aber nicht üblich geworden, weil dafür das verb. würfeln eingetreten ist. ('mit würfeln spielen, wofür man doch lieber würfeln sagt.' Adelung 2, 2, b, β, 1.) der gen. findet sich mhd. in dem synonymen ausdruck topels spiln, so bildlich: vil hôhes topels er doch spilt, der an riterschaft nâch minnen zilt. Parz. 115, 19. auch: die kint die spiln der kOeten (knöchel). könig vom Odenwalde 1, 156 Schröder. auch übertragen: das sie nu solten diesen Jhesum, mit dem sie der köten (wie man spricht) gespielet hatten, ... fur den rechten Messia halten. Luther 8, 129a, wozu Thiele Luthers sprichwörters. s. 384 eine alte handschriftliche randbemerkung mittheilt: von diesem kOeten spielen hatt mir mein vater seliger Michael Hun viel gesaget, das es in seiner jugent, ettwan 1500, das beste spiel mit den kOeten gewesen. vgl.köte 3, b. c, theil 5, 1886. — besonderes: solcher wucher wirt gleicher weisz getrieben auff der rasselbanck, da man etwa umb zinengefäsz oder anders mit blinden würffeln spielet. theatr. diabol. (1569) 513b A. ein specieller ausdruck für das gewöhnliche würfelspiel ist: auf die meisten augen spielen, plistobolindam ludere. Steinbach 2, 627; umb dich well wir der meisten augen spilen. quelle bei Schm. 2, 663. II@1@kk) die kartenspiele sind die verbreitetste und mannigfachste aller spielklassen, vgl. spiel II, 7 und Groos s. 238 f. 244 f. hier zeigt die allgemeine bezeichnung besonders zahlreiche variationen. vgl. karte 2, a. b, theil 5, 235. 236 f. mit präpositionen: wer mit karten gerne spielt, hat daran den reise-brieff, da er in das armen-haus frey und sicher mite lieff. Logau 3, 30, 44; der fünft der spilt gern in karten. fastn. sp. 730, 23; nimpt man so viel zeit und mühe, das man die kinder spielen auff karthen, singen und tantzen leret, warumb nimpt man nicht auch so viel zeit, das man sie lesen und ander künst leret? Luther 2, 477b (15, 46, 10 Weim. ausg.). in denselben verbindungen findet sich aber neben karten, und häufiger, der collective sing.: darnach spielt er im bredt ein' stund, und mit der chart, so gut ers kunt. Hollonius somn. vit. hum. s. 56 neudr. 'auf ähnliche art, aber ungut, sagt man: in der karte spielen, für karte spielen, oder mit karten spielen.' Campe (519b): ein andrer blinde konnte in der karte spielen. Lessing 11, 381; nach dem kaffee wurde erstlich in der karte gespielt, hierauf kontertänze getanzt. Wieland suppl. 5, 353; kamerad, wollen wir eins in der karte spielen? Grimm märchen s. 16 (nr. 4). so auch: darum gilt es hier nicht, sich erbüben, im kärtlein zu spielen, im blättern zu wühlen. Wesenigk spiel-sieben 92. älter: die ohn argelist unnd böse begierde, zeit unnd weil zu vertreiben, im brett, auff der karten, oder im schacht spielen. theatr. diabol. 509b B, s. auch Wesenigk 73 unter g; er spielte mit etlichen fürsten auff der chart, und als er zween könig bekame, fragte er, ob der das gelt gewinne, der drey könig hab? Zincgref 1, 391. — im genitiv: der karten spielen, ludere chartulis pictis. Stieler 2085. jetzt nur karten spielen, dafür ungewöhnlich: die karte spielen, charta ludere. Steinbach 2, 627. notwendig ist dagegen mit, wenn zu karten ein attribut tritt: ich spiele lieber mit deutschen als mit französischen karten. so sprichwörtlich: es kan nicht jeder mit welschen karten spielen. Lehman 745, 15. mit offenen karten spielen, als eine besondere art oder tour, auch oft übertragen: Tom war zu gerieben, um mit offenen karten zu spielen; wenn doch der zweck seiner reise in dieses bärenland war: ein geschäft abzuwickeln mit diesen zwei leutchen. Hugo Bertsch die geschwister (1903) s. 197. II@1@ll) daneben bestehen besondere namen für die einzelnen kartenspiele; sie sind verschieden gebildet, meist so, dasz spielen mit einem object (im acc., früher im gen.) steht. eine grosze anzahl ist unter spiel II, 7, e zusammengestellt; ferner: (er spielte) der 31 ... rümpffen ... hundert eins. Garg. nr. 10. 12. 22; er ruffte darfür: karten her! ... etliche trapelierten in quadro, etliche in tre, andere piquetierten, die dritte thäten labeten spielen, die vierdte krimpen, etliche trischäckten mit 4 oder 3 briefen, etliche häuffleten, andere thäten 1. und 14. spielen, etliche 31, die letzte aber das gefreyte. Abele 4, 268; triumpf, labet, piket, alombre etc. spielen, giuocare al trionfetto, al labetto, al picchetto, à l'hombre etc. Kramer dict. 2, 864a; die des künigs spilen oder ander böse spil. quelle bei Schm. 2, 663; hir in Franckreich sobaldt assambleén sein, thut man nichts alsz landtsknecht spiellen, disz spiel ist ahm meisten in vogue. Elisab. Charlotte 2, 33; ich spielle auch nie, sehe nur etlichmahl zu, wen man abendts a lombre spielt. 114; erst ging er (Göthe) nach Meiningen, wo er am hofe öffentlich mit den herrschaften whist spielte. Böttiger lit. zust. 1, 57; zwei spilten der untriuwen. Altswert 90, 1 (?); wir wollen spielen ein und dreissig. Römoldt, s. spiel II, 7, e; die spielten der fünff karten. Fleming 168; stichs und der bild (spielen). H. Sachs 1, 518c, vgl. spiel II, 7, e, sp. 2299. sprichwörtlich: es spilts mancher auff rausch, und weisz nicht, was in der karten ist. Petri Cc 8b (vgl.rausch 5, rauschen 7, theil 8, 305. 313); ins gemein spielt man jetzo trumpfspiel, die geringere stechen die höhere. Lehman 746, 32. Wander 4, 795, 22. II@1@mm) andere spiele, die besondere geräte erfordern: pflocklein spielen, giuocare al cavicchietto. mit rechenpfenning spielen, giuocare a' ferlini ò ragionari. Kramer dict. 2, 864a. mhd. gräslîns spiln, halmziehen, vgl. Zingerle 33: ritter und junckfröwelin sicht man dez gräszlins spilen. kloster der minne 201 (lieders. 2, 214); zwei spilten greselis. Altswert 89, 17. (helmlin zihen Garg. nr. 476.) — (der vingerlîn spiln, s. n.) so auch (?): da (in der spinnstube) werden knecht und die roszbuben mit uns mancherley spiel anfahen, des stocks spielen, und öl auszschlahen. H. Sachs 3, 3, 7a. des schuhes spielen, giuocare alla scarpetta. Kramer dict. 2, 864a, vgl.schuh 1, f, δ, theil 9, 1851. des schuolins spilen. spil 158. nailden spelen (jouer aux épingles) in einer handschr. des 15.—16. jahrh. s. nd. korrespondenzbl. 1, 22. — uneigentlich, ironisch: einem mit dem brügel spielen, giuocar, sonar' uno di bastone. mit messern spielen, giuocar' alla coltella, ò alle coltellate. Kramer dict. 2, 863c. II@1@nn) andre spiele werden nur mit den fingern ausgeführt; so besonders das südländische, schon den alten Römern und vielleicht bereits den Ägyptern bekannte morra-spiel, wobei der eine mit den händen schnell in die höhe fährt und der andre die zahl der ausgestreckten finger erraten musz, s. Groos 266: micare digitis, mit den fingeren spilen oder lassen. genus ludi fuit apud veteres, ist eyn kurtzweil und spil gewesen bei den alten, da man die finger auffstrecket, und lasset den andern rathen wie vil jhrer seind. Dasypodius (im lat.-d. theil unter micare); mit den fingern spielen, giuocar' alla morra. Kramer dict. 2, 863c; dafür: freund gegen freund und man konnte mit ihm ohne sorge im dunkeln des fingers spielen.*) Heinse Petr. 1, 126, mit der anm.: eine art von spiel, wo man mit einem blick errathen musz, wie viel einer finger in die höhe gehoben habe. die Italiäner ergötzen sich noch daran. im spielverzeichnisz Garg. nr. 96 steht dafür der ausdruck fingerschnellen (daneben 189: rhat der finger). auch im mittelalter scheint das spiel bekannt gewesen zu sein, denn der ausdruck vinger zeln kann kaum etwas anders bedeuten: wiltu danne vinger zelln, so machtu dir erweln ains ze fragent nach dinem sine. minne kloster 203. es liegt daher die frage nahe, ob mit vingerlîn snellen bei Wolfram (Parz. 368, 10. Willeh. 327, 8) vielleicht dasselbe gemeint ist, eher als ein schnellen von ringen (Zingerle 47). dafür auch: dô spilten si der vingerlîn. slegel 319 (ges. ab. 2, 418). II@1@oo) unter den gesellschaftsspielen (dafür: die frauenzimmer spielen unter sich kleine spiele. Göthe 14, 53, triumph der empfinds. 5) heben sich die pfänderspiele als besondere gruppe ab, vgl. spiel II, 2, g. hier ist die beziehung eine andre, insofern als die pfänder nicht eigentlich die geräte des spiels, sondern eine art einsatz sind; es heiszt also zunächst um pfänder spielen, doch tritt auch dafür gewöhnlich die formelhafte fügung pfänder spielen ein, s. Campe (519b): nach tische sollten und muszten pfänder gespielt werden. Göthe 19, 279; ich spielte schach, ich spielte pfänder in Rom und in Paris. Gleim 1, 393. II@1@pp) die thätigkeit selbst, die als spiel getrieben wird, tritt, gewöhnlich in der form des inf., als object zu spielen. hier hält sich der gen. besonders lange, zumal im oberd., so noch bei Göthe und Auerbach, während das heutige norddeutsche den acc. verlangt. so von beliebigen bewegungen, die als spiel getrieben werden: ringens spielen, giuocare alla lotta. lauffens spielen, g. al corso. hüpfens spielen, giuocar' al calzoppo. Kramer dict. 2, 864a. im allgemeinen jedoch nur von bestimmten geregelten spielformen; so besonders: versteckens spielen, giuocare à nascondi-lepre. ebenda; verbergens Garg. nr. 477; natürlicher weise flösste diese feigheit seinen brüdern und den übrigen knaben im dorfe herzliche verachtung gegen Bonifazen ein, der ... mit den kleinen mädchen versteckens, frau sonn, gerad oder ungerad, und dergleichen spielchen spielte. Wieland 15, 158; auch in freierem und bildlichem gebrauche: die kinder spielen des versteckens, das gehet noch wohl hin; allein, wenn alte leute in ihren sünden- und laster-leben des versteckens spielen, und in ihren hertzen dencken, der herr siehets nicht, ... da wachet denn gott im grimm auf, und spielet mit ihnen auch des versteckens in seinen zorn-straffen. Wesenigk spiel-sieben 128 f.; ja gott der herr selbst spielet auch alsdenn mit uns das versteckens, indeme niemand weisz, wo und an welchem ort noch sein cörper versteckt und eingescharret wird: also hat der strecke-bein, der tod, vergangenes jahr ... bey uns das versteckens gespielet. 130 (hier also anders verstanden als gewöhnlich, so dasz man nicht sich, sondern einen gegenstand versteckt); warum sollte es nicht auch ein latentes licht geben? und warum sollten die ... farbigen lichter nicht auch der reihe nach versteckens spielen, und wenn es den gelben beliebte hervorzugucken, warum sollten die übrigen nicht neckisch im hinterhalte lauschen können? Göthe 54, 254; der thau im grase gab der senkung im sonnenlicht einen silbergrauen schein, und die schatten der kühe und der bäume spielten darauf versteckens mit einander. Immermann Münchh. 3, 77 (wunder im Spessart). ferner: wir spielen zählens, sagte sie. nun gebt acht! ich geh' im kreise herum von der rechten zur linken, und so zählt ihr auch rings herum, jeder die zahl, die an ihn kommt, und das musz gehen wie ein lauffeuer, und wer stockt, oder sich irrt, kriegt eine ohrfeige. Göthe 16, 35; mit dem acc.: als wir klein waren und 'kriegen' spielten, Tom, da gab es immer ein 'mal', ein abgegrenztes fleckchen, wohin man laufen konnte, wenn man in not und bedrängnis war, und wo man nicht abgeschlagen werden durfte. Th. Mann Buddenbrooks 2, 283; wenn wir spielen haschen, fliehe nicht mit raschen schritten, aber flieh! ... spielen wir verstecken, suche nur die ecken, die am schwersten sind. Rückert (1882) 2, 261 ('kinderspiele'). von thieren: über ihm schwimmen millionen fischchen und spielen fangens miteinander. Auerbach auf der höhe 2, 44. als scherzhafte umschreibung des einfachen verbs, in deminutiver weiterbildung des inf.: er wickelte das papier aus einander, das fleisch lachte ihn an, es war zum küssen, er spielte versucherles (kostete), und kurz — nach einer weile hatte er nichts mehr als das leere papier. dorfgesch. 1, 146. übertragene ausdrücke dieser art s. II, 7, d, γ. — anstatt des inf. kann ein abstractes subst. stehen: sie ... fing an mit sechs schweineknüsseln fang zu spielen (für gewöhnliches fangen). Frenssen Jörn Uhl 438. — zuweilen stellt sich eine andre nuance ein, indem spielen übergeht in die bedeutung 'etwas nachmachen, zum schein thun': wenn nun dieses (das exercieren) die kinder täglich sehen, so machen es die äfgen bald nach, und spielen, so zu sagen, des kriegs. rockenphil.5 (1759) s. 155 (2, cap. 12). des esel-abladens spielen, giuocare alla scarica l'asino ò scarica soma. Kramer dict. 2, 864a. der hochzeit, ebenda, s. s. II@1@qq) ähnliches: (er spielte) der unverständtlichen sprachen. Garg. nr. 419; also sind auch der jungen leute ihre schertzspiele offt sünd- und ärgerlich, wenn sie spielen die stille music, oder würffeln, da, nachdem der würffel fällt, entweder eines stumm seyn, oder seinen nachbarn küssen, oder einen reim sagen musz. Wesenigk s. 84; so alt, alsz ich auch jetzt bin, gestehe ich doch, dasz es mir nicht leydt sein solte, noch ein mahl spielger undt sprichwörtter undt historien zu spiellen, wie wir in unszern jungen jahren spilten. Elisab. Charlotte 2, 27. rätsel spielen, vgl. rätselspiel, theil 8, 198 f.; übertragen: Karlos. meine bitte hat einen sonderbaren ernsten sinn, den sie nicht lösen. — Philipp (gebieterisch auffahrend) was ist das? der sohn, der unterthan will rätzel mit mir spielen? Schiller 5, 1, 78 (dom Karlos 2, 3). II@1@rr) andre spielausdrücke beruhen auf einem vergleich oder einer metapher. so besonders das uralte und weitverbreitete blindekuhspiel, s. Zingerle 44 f. Groos 311 und 160. vgl. blind 14, theil 2, 121 f., kuh 5, theil 5, 2550. in der ältern sprache im gen.: alle jre anschlege wider die christen sollen sein, wie man der blindenkue spielet, oder nach den töpffen schlegt, das jr verfolgung doch feilen ... mus. Luther 4, 303b; der blinden ku. Garg. nr. 180; da gieng das schertzen an. die spielten der fünff karten, die jagten fluchs (l. fuchs) ins loch in den beschneyten garten. das kalb ward auszgetheilt. des schuchs, der blinden kuh, des richters wird gespielt, des königs auch darzu. Fleming 168. jetzt blinde kuh spielen (zuweilen in éin wort zusammengeschrieben): da erzählte sie mir wie sie auf dem lande so vergnügt gewesen wären, wie sie blinde kuh gespielt, nach dem topfe geschlagen, geangelt und gesungen hätten. Göthe br. 1, 192; die alte Vesta sogar, die ... sonst an jedem spiel viel ärgerliches fand, soll mit den grazien, und mit Amorn und dem knaben, den Jupiter sokratisch liebt und küsst, oft blinde kuh gespielet haben; ein spiel, das in der that die unschuld selber ist. Wieland 10, 102 (grazien 5). häufig übertragen: weyter ... ists nit gnug, das der grund bahr da sey und ernennet werde, szondern soll klerlich, stuck bey stuck, anzeygt und das gelt und zinsz drauff geweisset werden, ... und nit der blinden kue spilen, ynsz gemeyn oder gantz auff hauffen das gutt beschweren. Luther 6, 56, 14 Weim. ausg.; also spielt auch die vernunfft der blinden kue mit gott und thut eytel feyl griffe und schlecht ymer neben hin, das sie das gott heysst das nicht gott ist. 19, 207, 4; betrug ist ein rothwelscher, wenn er vom wasser sagt, so meint er fewer, spielt der blinden kuh. Lehman 107, 46; wehnen und düncken ist der blinden kuh spielen. 389, 17; ach wie viel kluger, gelehrter, hochansehnlicher, gewalthabender leute sind, mit welchen der satan der blinden kuh täglich spielet. Wesenigk spiel-sieben 170; dasz ich bey einer solchen denkungsart gar oft anrennen muszte, gerupft, bezogen und geäfft wurde; dasz der kleine zirkel der menschen, der mich umgab, ... mit mir blinde kuh spielte, werden sie von selbst vermuthen. Musäus physiogn. reisen (1788) 3, 10. ein älterer, schon im 15. jahrh. begegnender ausdruck dafür ist: der blinden mausz spielen, giuocare alla cieca. Kramer dict. 2, 864a; spilent der blinden müsz, oder ettwas anders geuckelwercks. Keisersberg bilg. 9a; plinden mäusz Garg. nr. 20; zwei spilten blinder musen. Altswert 90, 12. vgl.maus 3, g, theil 6, 1818 f. dasselbe meint wol auch: wie aber hat Ergasto mich bericht, dasz ich würde die Corisca bey der Amarillis finden, spielende das spiel der blinden? ich schaue hier ja keine blinde nicht. Hoffmannswaldau getr. schäfer s. 69 (3, 1). II@1@ss) auch sonst werden thier- oder personenbezeichnungen zu spielnamen verwendet, meist im sinne einer nachahmung oder mimischen darstellung: die kinder auf den fuszsteigen spielten soldaten. Gabriele Reuter aus guter familie s. 273. vgl. ferner 4, h. ähnlich (als satirische erfindung): sie (die knaben) spielten, und ihr spiel hiesz das poetenspiel. Uz s. 285 Sauer (sieg des liebesg. 1, 135). (so wol auch mit alterthümlicher construction: wir vermummen uns und spielen der jugend und lachen des alters, wo wir das alter beweinen werden. Arnim Hollins liebel. 14 Minor.) so paarweise in den fangspielen der jugend, schaf und wolf u. a. s. Zingerle 41 f. jetzt z. b. räuber und gensdarm; auch: im grünen, im grünen, im grünen, wo has' und hund wir spielten. Hoffmann v. Fallersleben ged.9 306. anderes: aber wenn wir spielen, schönste unter vielen, bräutigam und braut; welche ungebürde, wenn ein andrer würde dir vom pfarr getraut. Rückert (1882) 2, 261 (vgl. oben p). dafür getrennt: des bräutgams Garg. nr. 257; der braut 463; der hochzeit, der braut spielen, giuocare la sposa ò la nozza. Kramer dict. 2, 864a. — vieles weitere der art in Garg., z. b. des schultheissen nr. 7, des gauchs 47, des untreuen baurens 107; der krippel und lamen 234 u. a.; wenn sie den kirmes-bauer spielen, da giebets schläge, greiffens, küssens, neigens, beugens. Wesenigk spiel-sieben 84; des richters, des königs, s. Fleming unter r. (des königs als kartenspiel s. l. frau sonn spielen s. Wieland unter p.) II@1@tt) spiele werden auch nach gegenständen benannt, die irgendwie nachgeahmt oder symbolisch dargestellt werden, z. b.: zwei spilten der fuln brucken. Altswert 90, 19, vgl. Zingerle s. 40. damit wol gleichbedeutend: der zerfallenen brucken. Garg. nr. 292. so freier: die kinder spielten schaukel, auf weinguirlanden sitzend, die hoch von baum zu baume der winzer pflegt zu ziehen. W. Müller ged. (1868) 1, 163. II@1@uu) gern werden wortpaare verwendet (s. s), so gerade und (oder) ungerade als kinderspiel, s. Zingerle 42 f.: grad oder ungrad. Garg. nr. 153; rite ein gra man uf und ab mit cleinen kinden uf einem stab, und spilte gerade und ungerade. renner 2738. s. auch Wieland unter p. ebenso: kreutz oder plättlin. Garg. 154. II@1@vv) selbst ganze sätze dienen als namen von spielen, z. b. stirbt der fuchs, so gilt der balg. Göthe 1, 15 (überschr.); abgekürzt: Amor kam, und stirbt der fuchs wollt' er mit uns spielen. ebenda; zwei spilten wer tet dir daʒ? Altswert 90, 6. s. besonders Garg. c. 25, z. b.: (er spielte) der wolff hat mir ein schäflein gestolen, weil ich käsz und brot will holn. nr. 28; du der hasz, ich der wind. 25; duck dich Hänszlin duck dich. 220; raht wer hat dich geschlagen? 342. nicht eigentliche namen sind dagegen umschreibungen wie: wenn sie spielen, wie die alten männer, weiber, witben, junge gesellen und jungfern thun, welches wider die christliche liebe, und ein gespötte und aushönung der wittwen, der jungen und alten ist. Wesenigk spiel-sieben 84; dar da speylden sy gewysse, we den anderen soulde dragen. Karlm. 173, 50. II@22) von den meisten rein körperlichen übungen und thätigkeiten, die man der lust und des zeitvertreibs wegen ausübt, wie jagd, tanz, turnen, sport u. s. w., ist spielen nicht üblich. die ältere sprache kennt noch manches der art; doch treten gewöhnlich andre beziehungen hinzu. II@2@aa) kampf und turnier, vgl. spiel II, 3, b. c. im ahd. scheint spilôn von der bewegung des kampfes schlechthin gesagt zu werden, s. I, 1 (Ludwigsl. 49). mhd. in der regel nur von den 'ritterspielen', scheinkämpfen, wo der kampf als spiel geübt wurde, d. h. nach bestimmten regeln, ohne die absicht zu schädigen, daher mit stumpfer waffe, nur als unterhaltung und kraftübung, als wettkampf und als schauspiel für die höfische gesellschaft; hier ist also die bedeutung I, 4 einbegriffen. so: man spilt der ritterschaft, agitur ludus militiae. Schm. 2, 663; er traf in dâ man hæht den schilt, sô man ritterschefte spilt. Parz. 444, 22; ich tät ew seine wappen chunt, dar under er hat tzu manger stunt der ritterschefte vil gespilt. Suchenwirt 18, 545; swo man spilte ritterspil. jüng. Tit. 1354, 4. spiln allein: swenne ûfme hove woldenspilen dâ diu kint. Nib. 132, 1; spiln man dô sach. hey waʒ man starker scheftevor dem münster brach! 814, 1. turnier mit scharfen waffen: mit scharpfen swerten wart gespilt ûf liehten helmen ûf der wisen. Konr. v. Würzburg Engelh. 2714. spilen in diesem sinne dem ernstkampfe entgegengesetzt: spiln oder strîten, swes ich danne kan phlegen, des wil ich helfen. Biterolf 4642, vgl. 8470. wenn spilen vom wirklichen kampfe gesagt wird, liegt wol stets eine übertragung vor: dô wart mit grimme dâ gespilt. Stricker Karl 5131. häufig liegt ein deutlicher vergleich mit einem andern spiel zu grunde, vgl. spiel II, 3, c; mit dem schachspiel, s. II, 1, g (Parz. 408, 26); mit einem glücksspiel (vgl. unten 6): sine wert der phander liehtes niht: wer solt ouch vinsterlingen spiln? Parz. 82, 19. spiln von den wettkämpfen der Brünhild: dô kom ir gesindeund truogen dar zehant von alrôtem goldeeinen schildes rant ..., dar under spilen woldediu vil minneclîche meit. Nib. 414, 4. nhd. nur ganz vereinzelt in nachahmung fremder ausdrucksweise: acht und acht, und tag' auf tage (irrig für: zehn gegen zehn) spielen kampf die Sarrazinen, und die Aljataren gegen Alarifen und Asargen. Herder 25, 265 Suphan (volksl. 1, 3, 9, nach dem span.: ocho á ocho, diez á diez, Sarracinos y Aliatares juegan cañas en Toledo contra Alarifes y Azarques). vom kampfe oder kampfspiel ist auch hergenommen die sonst nicht bekannte metapher: er trug den mantel zu sehr auf beiden schultern, spielte mit zwei schildern. Öhlenschläger lebenserinn. 4, 227. II@2@bb) vom tanzen; so alts.: thiu thiorna spiloda. Heliand 2765. hier kommt die vorstellung der schaustellung hinzu, vgl. 3; so noch deutlicher: dô was ein prister in deme klôstere, der ime (dem heil. Benedikt) gehaʒ was; der lônte siben vrowen, daʒ si sich nackit ûʒ zugen und spilten vor sîner zellen und vor sîme venstere daʒ her bekort wurde. d. mystiker 1, 108, 5. — ohne solche nebenvorstellung von fröhlichen reigentänzen des volkes: darnach satzt sich das volck zu essen und zu trincken, und stunden auff zu spielen. 2 Mos. 32, 6, danach citiert 1 Cor. 10, 7 (παίζειν). so auch: David aber und das gantze Israel spieleten fur gott her, aus gantzer macht, mit lieden, mit harffen, mit psalter ... und mit posaunen. 1 chron. 13, 8 (םי, ludebant; Luther könnte auch 'musizieren' verstanden haben). II@33) die vorstellung einer thätigkeit, die der ausübende nicht zu seinem eigenen vergnügen treibt, sondern zur unterhaltung des publicums, der zuschauer, die bereits in den unter 2, b angezogenen fällen hinzukam, wird in andern gebrauchsweisen zur hauptbedeutung, vgl. spiel II, 4. so wird es von den mancherlei künsten und schaustellungen der mittelalterlichen spielleute gesagt: dar quam spillûte vil, die nâch heidenischem site ûbten ir spêhe trite, nâch ir art sie spilden vur dem vursten milden: dirre vacht, jener spranc. man hôrte meisterlich gesanc. zwêne sach man vechten hie, ein ander ûf den henden gie. Albrecht v. Halberstadt 12, 14—22. spiln als allgemeiner ausdruck für die thätigkeit des spielmanns: dô kam der varnden einer.mit vlîʒe kunde er daʒ, daʒ er vür si alle ... dâ spilte mit gevuogedaʒ in werde vürsten muosten schouwen. Kudr. 51, 4. vgl. auch: uuiêo auriga in circo spilot ûfen sînemo curru, unde uuiêo samfto er fiêr ros sament turnet. Notker ps. 39, 5. jedoch, obwol diese bedeutung (bezw. die des subst.) dem stehenden ausdruck spilman zu grunde liegt, ist sie doch nicht recht üblich geworden. häufig sind, auszer der specielleren unter 4 behandelten anwendung, nur einige feste verbindungen, die solche jongleurkunststücke und gaukeleien bezeichnen. II@3@aa) aus der tasche spielen, woher die noch häufigere zusammensetzung taschenspieler, s. theil 11, 153 f., ursprünglich allerlei dinge aus einer tasche hervorzaubern, dann in weiterem sinne, giuocar di mani ò far il giuoco di mani. gall. tours de passe passe. Kramer dict. 2, 863b, agilitate digitorum oculos spectantium praestringere. Steinbach 2, 627; 'wunderbar scheinende veränderungen durch die geschwindigkeit der bewegung und vermittelst einer tasche hervorbringen.' Adelung (2, 2, b, α): es kahmen aber anfänglich etliche gauckler, welche nach gemeiner in Teutschland üblicher art mit springen sich sehen liessen, hernach etliche die aus der taschen spielten. Olearius reisebeschr. 256a; geh, alte hexe, geh! du spielst gut aus der tasche, ich bin zufrieden mit dem kunststück. geh! H. v. Kleist 1, 216 Zolling (fam. Schroffenst., schlusz). vgl. auch I, 9, f. II@3@bb) ein ähnliches kunststück bezeichnet ursprünglich die redensart unter dem hütlein spielen. Schottel 1112a, colludere, clam decipere Stieler 2085, agere in occulto Steinbach 2, 627. wie man sich ein solches spiel zu denken hat, schildert sehr lebendig Walther v. d. Vogelweide 37, 34 ff. sonst findet sich mhd. gaukel hütlein renner 16719, und underm huot gaukeln Suchenwirt 29, 45. Sanders (unter hut 1, f) erklärt: 'gaukler bedienen sich der hüte zu einem spiel mit kugeln, die, unter verschiedene hüte gelegt, durch geschwindigkeit unter einem zusammenkommen'. s. ferner hütlein, theil 4, 2, 1991 f. Wander 2, 953, 6. 8. Thiele zu Luther sprichw. 88 (es gehet unter dem hutlin zu, s. s. 107 ff.). Reinhold Köhler zu H. Sachs dial. 29, 24. namentlich frühnhd. zahlreich belegt. der gewöhnliche sinn ist 'heimlich, versteckt und betrügerisch verfahren': denn es ist ein heimliche, meuchlinge schalckheit, und wie man spricht, unter dem htlin gespielet, das mans nicht mercken sol. Luther 4, 407b; so sind auch seine sachen offenbar, die man sihet, und höret, hie aber sind keine zeugen, sondern eine einzele person, welche im tunckeln munckelt, und unter dem hütlin spielet. 6, 88a; ists ein redlicher schwermer, ... der wird dir also sagen, er reiche dir eitel brot und wein, dabey du solt dencken und gleuben den leib und blut Christi etc. ists aber der geuckler einer, die unter dem hütlin spielen, so wird er mum mum sagen, und den brey im maul umbher werffen, und also geiffern, ey es ist gnug, das du gleubest den leib, den Christus meinet. 106b; wir haben nicht, mum, mum gesagt, noch unter dem hütlin gespielet, sondern da stehen unser helle, dürre, freie wort, on alles tunckeln und mausen. 108a; beschert gott etwas, so geb ers herfür, halt nicht hinter sich ... und spile unterm hütlein, leg keinem kein schadort. Mathesius hist. v. Jesu Christo (1569) 2, 84b; ihr ... thut eben, als ob ihr gott die augen zubinden, und alles also unter dem hütlein spielen wollet, dasz es gott nicht hören, nicht sehen oder verstehen sol? Schuppius 146; under dem hietlin spilen. (überschr.) wiltu mit herren hon zuo schaffen, sich für dich! lasz dyn umbher gaffen! sy kynnent under dem hütlin spilen, nüt bezalen und vil zilen. Murner narrenbeschw. 55, 1—4 neudr. dazu: denn die bepste hattens nie mit ernst im sinn, das sie wider den Türcken kriegen wolten, sondern brauchten des türckischen kriegs zum hütlin, darunter sie spieleten. Luther 4, 432a; o, wie hat man allhier unter dem gesetze als unter einem hütlein gespielet! es hat ein jeglicher seine schalkheit damit schmucken wollen. 44, 138 Erl. ausg. vgl.: unter dem hütlein spielen, mit einander eins seyn wieder jemanden, conspirare inter se. Frisch 2, 479b. auch mit (innerem) object: das ich solte verleugnen und verfolgen das evangelium, umb des teufels kinder und bOeser leute willen, welchs ich umb gottes willen ... hette angenomen und bekand, auff das mit mir ein solch spiel unter dem hütlin gespielet wrde, das, wenn ichs evangelium hette offentlich mit worten bekand, darnach erfr breche, wie ichs heimlich und mit der that verleugnet ... hette. Luther 8, 4b. es kann auch ein bestimmteres object dafür eintreten (dann im gen.), sodasz die bedeutung 7, d vorliegt und unter dem hütlein mehr als adverbiale bestimmung hinzutritt: es heiszt des geiz under dem htlein gespilt. H. Sachs dial. 29, 24; (die kaufleute) mit geitz den gemeinen mann bestelen; doch wissen sies so fein zu helen, des geitz fein unterm hütlein spielen. B. Waldis Esop 4, 49, 137. gleichbedeutend ist die seltnere wendung unterm mäntlein spielen. Schottel 1124a; unter uns wenigstens ein aufrichtiges wort! in einer sache, die eigentlich blos hinter dem mantel gespielt wird. Göthe an Voigt 522; s.mantel, theil 6, 1610. dazu: der untrew under dem mändlin spilen. Garg. nr. 140. II@3@cc) in der verbindung mit einem unter dem hütlein spielen entwickelt sich der begriff des geheimen einverständnisses und zusammenwirkens: unter dem hütlein ò mäntlein spielen mit einem, giocare sotto 'l cappelletto ò mantelletto con uno, met. passar' l'intelligenza, colludere, haver pratiche e collusioni segrete. Kramer dict. 2, 863a; mit einem unter dem hütlein spielen, clandestina cum aliquo inire consilia. Steinbach 2, 627; spielen, list gebrauchen, astute agere. mit einem etwas heimlich oder unter dem hütlein spielen, clandestina inire consilia cum aliquo. Frisch 2, 300c; 'mit jemanden unter dem hütlein, unter dem mäntellein spielen, figürlich, in einer bösen sache mit ihm einverstanden seyn, eine von einer ehemahligen art betrüglicher taschenspiele her genommene figur.' Adelung (2, 2, b, α); nichts destoweniger muste er (Friedrich I.) ... sich gegen Crema wenden, welcher ort, nebst Brixen und Piacenza, mit Meyland unter einem hütgen spielte. Hahn hist. (1723) 3, 265; auch clagens über closter frauwen die also über die schnr thünd hauwen wann sy aderlassen und baden thuond sy junckherr Clementen laden der hat mit jn ain haimlichs mtlin was sy dann spilen underm htlin das kan nyemandt auszspehen gor bisz das mans in der wieg wirt gwar. Gengenbach s. 405, 86 Gödeke. so auch noch in neuerer sprache: du muszt doch nicht meinen, dasz ich so dumm sei und nichts merke, was hinter meinem rücken abgekartet wird. aber ich bin auch noch da, und es ist nicht bravs an dir, so mich zum narren zu halten und mit fremden leuten unter dem hütli zu spielen gegen mich. Gotthelf Uli der knecht 410 Vetter. (selten dagegen mit einem in dem sinne, dasz dieser eine nicht mitspieler und helfershelfer, sondern object des spieles und betruges ist, wie I, 7, f: wie jr die leut nur thut betriegen und ewer mtlein an jn kület, unterm hütlein mit jn spielet. Fischart 1, 168 Kurz [S. Domin. leben 1398].) II@3@dd) jetzt dafür gern unter einer decke spielen (häufiger stecken), vgl.decke 6, theil 2, 885; se speelen unner ene dekke, sie wissen bescheid mit einander. Dähnert 446a. belege: wie denn eine der hauptklagen gegen ihn war, dasz er mit den Persern unter der dekke spielete. Heilmann Thuc. 112 (Μηδισμὸς 1, 95); die letzten halt' ich für schmuggler, für wilddiebe, und der lange, ganz letzte, der immer zeichen in den sand schrieb und den die andern mit einiger achtung behandelten, war gewisz ein schatzgräber, mit dem du unter der decke spielst. Göthe 21, 57; die handelsjuden auf den märkten waren ihm auch vielfach behilflich, und er spielte wieder mit ihnen unter einer decke. Auerbach dorfgesch. 1, 108. — vgl. auch: die schwartz-künstler und teuffels-beschwerer, die mit den teuffeln spielen (unter einer decke liegen, cum daemonibus colludentes) betriegen (verblenden) mit jhren bezauberungen sich selbst und andere. Comenius sprachenth. 998. — eine ähnliche wendung für das gegentheil: und dasz ich endlich nur hier ohne fürhang spiele. Hofmannswaldau bei Steinbach 2, 628 (et ne tectis verbis te porro in suspenso relinquam). II@44) jetzt ist spielen sehr gewöhnlich im engern sinne von der thätigkeit des schauspielers, der scenischen aufführung einer dramatischen dichtung, vgl. spiel II, 5. II@4@aa) spielen, comedien oder tragedien halten, jouer des comedies, ou tragedies. Hulsius 302b; spiel halten, spielen, ludos facere, celebrare, fabulam agere. Dentzler 2, 269a; 'menschliche handlungen nach gewissen regeln zur belustigung anderer nachahmen.' Adelung (2, 2, b, β, 2, 1), s. auch Hunziker 246. Seiler 272a. Autenrieth 134. Dähnert 446a. absolut: heute wird nicht gespielet. Adelung. vom schauspieler: die comedianten werden heut spielen, i comedianti (comici) giuocheranno cioè reciteranno etc. hoggi. Kramer dict. 2, 863b; der acteur ist krank, und kann nicht spielen. Adelung; wenn ihr griechisch könntet, würdet ihr gleich wissen, dasz das (monodram) ein schauspiel heiszt, wo nur éine person spielt. Göthe 14, 11 (triumph der empfinds. 1); nur wenig vorstellungen zum eintritt wurden in Weimar gegeben. die gesellschaft hatte einen groszen vortheil, sommers in Lauchstädt zu spielen. 31, 18; diesen mittag ist eine gesellschaft florentinischer schauspieler hier angekommen und hat sich erboten, in meinem pallaste zu spielen. Schiller 3, 105 (Fiesko 3, 10); es giebt schauspieler, die ich habe spielen sehn. Shakespeare Hamlet 3, 1; Haml. (zu Polonius.) ihr spieltet einmal auf der universität, herr? ... Pol. das that ich, gnädiger herr, und wurde für einen guten schauspieler gehalten. ebenda; sie ... haben ... schon befehl zu nacht vor ihm zu spielen. 2, 3. verdeutlichend: zur schau spielen (vgl. auch schauspielen, theil 8, 2376); übertragen: du spielst im leben auch zur schau? Arnim Hollins liebel. 98 Minor.von den marionetten in einem puppentheater: spielende docken, bambocci che giuocano. gall. marionettes. Kramer dict. 2, 864b. — von fastnachtsspielen: sie schlagen jhm ein mumbschantz. Frigius, der graf, sagt: jhr herrn mumer, ich spil jetzt nit. derhalben ich euch fleisig bitt, jhr wöllet mit uns gehn herein. villeicht noch drinnen spiler sein. Ayrer 1978, 20 Keller. II@4@bb) mit bezug auf die qualität der leistung: hr. Boek, als graf Essex, spielte meisterhaft. Schiller 3, 586; herr Bek, als Westindier, spielte grosz. 587. II@4@cc) mit object: spielen, giuocare cioè rappresentare, recitare etc. eine comedi, eine tragödi etc. spielen. eine opera spielen. Kramer dict. 2, 863b; ein schauspiel spielen, fabulam agere; ein trauerspiel spielen, agere tragoediam. Steinbach 2, 627; spielen, ein schau-spiel, agere comoediam, exhibere tragoediam, actorem esse; in scenam prodire. Frisch 2, 300b. so ganz allgemein: und gott gebe, das die Griechen jre weise, comedien und tragedien zu spielen, von den jden genomen haben. Luther bibelübers. 7, 417 Bindseil (vorr. aufs buch Tobie). komödie spielen ist in volksthümlicher sprechweise der allgemeine ausdruck für bühnenspiel überhaupt, gleichbedeutend mit theater spielen: comedi spilen, gemein schauwspil halten, facere ludos, agere fabulam. Maaler 380c; sie wünschten diese bedeutsamen begebenheiten (Schillers dramen) leibhaftig und farbig vor sich zu sehen, und weil von einem stehenden theater in den damaligen Schweizerstädten nicht die rede war, so entschlossen sie sich ... kurz und spielten selbst komödie, so gut sie konnten. Keller 1, 25; ăso hàmtis wölln und wöllnt ă bissel kamêdi spöln. Hartmann-Abele volksschausp. xxx, 14. so auch: da wir keine comödie spielten, so hätte er mehr verstand gebrauchen sollen. Möser patr. phant. 2, 60. ein bestimmtes stück spielen: und seind demnach ... wir in willens, die historiam von der Susanna zu spielen unnd zu agiren. Heinr. Jul. v. Braunschweig s. 4 Holland (Sus. prol.); in Venedig ward 1714, das ganze carneval hindurch, fast kein anderes stück gespielt, als Merope. Lessing 7, 184; ich ... entschlosz mich kurz und gut, David und Goliath zu spielen. Göthe 18, 37 (W. Meister 1, 7); indem wir ein stück, das nicht existirte, zu spielen unternahmen. 18, 36 (1, 8); ich fand kein gröszer glück, als schauspiele zu lesen, zu schreiben und zu spielen. 41; denn gespielt machen sie (die stücke) glück. ... man sieht überall die frazzen-masquen mit denen sie gespielt wurden. br. 2, 69; sie haben (man hat) die Emilia (von Lessing) gespielt. Schiller 2, 6 (räuber, 1. vorr.); höre, alter freund, könnt ihr die ermordung Ganzago's spielen? Shakespeare Hamlet 2, 2; unhôrsam heft my hir to gedreven, dat ik dut spêl sus hebbe gescreven, ... dat wil wy hir spelen to iuen eren. sündenfall 60; eu'r herrlichkeit schauspieler sind bereit, weil ihr gesund, ein lustig stück zu spielen. Shakespeare der widersp. zähm. einl. so auch: mer woln hude spielen von der martel Jhesu Crist. Alsf. passionssp. 91, so woln mer vorter an spielen, auch vorter vorzelen von der martel gottes. 2920. ein director spielt alles ohne zu prüfen. Göthe 31, 19. an stelle der dichtung wird auch der dichter genannt: von allen deutschen dramatikern wird Schiller noch immer am meisten gespielt u. dergl.; wer kann in kurzer zeit auf ein gröszeres publicum wirken, als der fleiszig gespielte dramatische dichter? Wieland bei Böttiger lit. zust. 1, 201 (19. jan. 1797). von dem einzelnen aufzuge oder auftritte: der erste act wurde am besten gespielt u. ähnl.; Andrason. der fünfte act geht zu ende und wir sind erst recht verwickelt! Sora. so laszt den sechsten spielen! Göthe 14, 65 (triumph der empfinds. 5); dazu: bildete man sich ein, vorn sei der geringere platz, ... und alle diese auftritte spielten sich deutlicher und anständiger. Tieck dram. bl. 2, 315. — von fastnachtsspielen, übertragen: also das die ketzer ausz betrachtung diser bildermummerey kein ursach haben zu zancken, dasz unser bilder nimmermehr verborgen seyen: so sie doch lang gnug der mummerei spielen: und sonderlich als dann, wan andere leut in der fasznacht auszgeroset haben, so fangen sie das fasznachtspiel erst in der fasten an. Fischart bienenk. 140b. andrer art ist die ungewöhnliche verbindung: marionetten spielen, giocare, far' il giuoco de' bambocci ò polliccinelli. Kramer dict. 2, 863b. daher übertragen: ich stehe wie vor einem raritätenkasten. ... ich spiele mit, vielmehr, ich werde gespielt wie eine marionette. Göthe 16, 99 (Werther 2), vgl. Andresen sprachgebr.7 135. II@4@dd) ähnliche ausdrücke häufig in übertragenem sinne: knaben und mädchen waren in diesen spielen nicht lange beisammen, als die natur sich zu regen, und die gesellschaft sich in verschiedene kleine liebesgeschichten zu theilen anfing, da denn meistentheils komödie in der komödie gespielt wurde. Göthe 18, 40; dasz sie, bloss um sich an seiner vergeblichen qual zu ergetzen, grausam genug hätten seyn können, tragödie mit ihm zu spielen. Wieland 3, 237 (Agathon 13, 2); gerade dieselbe nacht, wo Bianca ihre farse spielte. Heinse Ardingh. 2, 293; der herr mit meinen gesichtszügen fragte mich ..., wie ich dazu komme, diese komödie zu spielen. Hauff 2, 193 Reclam. — eine scene spielen: kaum fing mein busen an sich matter auszudehnen, so spielte reu und zorn die schrecklichste der scenen. Wieland 17, 198 (Idris 3, 122); denkst du, ich soll der thor seyn und dich ziehen lassen, und eine groszmuthsscene mit dir spielen? Schiller 12, 307 (Wallensteins tod 3, 18). so auch, uneigentlicher, romane spielen: romane dieser art hat die zeit mit mehreren instituten gespielet. Herder 16, 113 Suphan; diese gesellschaft möchte gar zu gern wissen, warum ich meinen verstand so verläugnen konnte, den tollen roman mit Genuas gröster närrin zu spielen. Schiller 3, 127 (Fiesko 4, 13). andre, ungewöhnliche verbindung: mich lasz an deinem glük arbeiten, und denke auf nichts, als in meine entwürfe zu spielen. 381 (kab. u. liebe 1, 7). II@4@ee) in gewissen verbindungen sagt man auch das stück spielt, sodasz spielen neutral angewendet wird. II@4@e@aα) in bezug auf zeit und ort der dargestellten geschichte: 'das stück spielet auf dem lande, in einem walde etc., oder in den jahren 1640—48, für, es wird gespielet, oder der schauplatz desselben ist auf dem lande, die zeit, in welche der dazu genommene stoff gehöret, fällt in die jahre 1640—48.' Campe (520a); der dritte akt der Merope mag auf einem freyen platze, unter einem säulengange, oder in einem saale spielen. Lessing 7, 201; das stück spielt in der zeit als der ewige landfriede in Deutschland errichtet ward. Schiller 2, 208 (räuber trauersp. pers.). II@4@e@bβ) vom verlaufe der aufführung: obgleich das stück ... indesz weiter gespielt hatte. Grillparzer4 15, 39 (vgl. unten f); mir war ein stein vom herzen gefallen, als das stück nun ruhig weiter spielte. Storm 4, 58; seltner reflexivisch: und nun spielte das stück sich weiter, wie es in deinem lesebuche gedruckt steht. 48. — von der zeitdauer einer vorstellung (wofür jetzt gewöhnlich dauern): was wird das stück machen? ist es ein zugstück? wie lange wird es spielen? wie oft kann es wohl gegeben werden? Göthe 18, 89 (W. Meister 1, 151); das stück (die räuber) spielte ganze vier stunden, und mich däucht die schauspieler hatten sich noch beeilet. Schiller 2, 374; trotz aller abkürzung wird das stück (Tell) aber doch so lang als die jungfrau von Orleans spielen. br. 7, 116. II@4@ff) der einzelne schauspieler spielt in einem stücke eine rolle, wofür in der ältern sprache auch eine person: seine person wol spielen, far bene la sua parte, il suo ruolo, il suo personaggio, le sue parti. Kramer dict. 2, 863b; suas partes cum laude sustinere. Frisch 2, 300c; mit benennung der rolle: einen narren spielen, morionem agere. 300b; mad. Brandel hatte diesen abend eigentlich die Nottingham zu spielen, sie vergriff sich aber in der rolle, und machte die Fulmer. Schiller 3, 586; herr Nieser sang den Belmont vortrefflich und spielte ihn gut. Tieck dramaturg. bl. 2, 315; wir führten zwei kleine stücke auf, in deren einem ich einen offizier spielte. ... obgleich er nur einen bedienten zu spielen hatte, so murmelte er doch seine wenigen worte so unverständlich, dasz sein theaterliebender vater ... verlangte, er sollte noch einmal heraustreten. Grillparzer4 15, 39; der Beaumarchais (in Göthes Clavigo) wird sehr gut gespielt. Herm. Kurz 2, 148; die bei euch die narren spielen, laszt sie nicht mehr sagen, als in ihrer rolle steht. Shakespeare Hamlet 3, 1; den burschen kenn' ich noch, er spielte eines pächters ältsten sohn. der widersp. zähm. einl. selten dafür als etwas spielen, vgl. oben b: sie (die Hendel) ist seit dem zweiten jahre auf dem theater, wo sie zuerst als Pierrot in komischen pantomimen spielte, zuletzt als Colombine und Harlikinette. Arnim an Bettina den 5. nov. 1808, s. zeitschr. f. d. phil. 29, 202. II@4@gg) überaus häufig kommen ähnliche ausdrücke in freierem und übertragenem gebrauche vor. vgl. rolle 1, c, β, theil 8, 1138 f. seine rolle gut, schlecht spielen, 'auch figürlich von der art und weise des betragens in einem übernommenen geschäfte'. Adelung (2, 2, b, β, 2, 1): Bianca ... stellte sich die ganze gehörige zeit vom herzoge schwanger an, spielte ihre rolle meisterlich. Heinse Ardingh. 2, 291; dasz Kant mit dem eitlen spiel des irdischen lebens nicht so zufrieden war, dasz er seine rolle noch einmal zu spielen wünschte. Jachmann Im. Kant 123 (11. br.); Mylord vertraut, wir spielen unsre rolle. Shakespeare der widersp. zähm. einl. eine rolle spielen: sie haben heute noch eine rolle zu spielen. Göthe 14, 208 (grosz-cophta 4, 4); spiel die rolle verstellt, die du bisher würklich spieltest, dasz er sicher werde. Klinger theater 2, 234; weit entfernt sei es von mir, dasz ich die rolle billige, die er in diesem letztern jahre gespielt. Grillparzer4 15, 112; zu einem höhern zweck hat uns die welt empfangen, wo ieder eine rolle spielt. Uz 97 Sauer; wenn du geglaubt, ich werde eine rolle in deinem spiele spielen, hast du dich in mir verrechnet. Schiller 12, 196 (Picc. 5, 3). ungewöhnlich: er war falsch, denn er spielte zwei rollen. Hauff 7, 204 Hempel; Joachime spielte drei rollen mit éinem gesicht. J. Paul Hesp. 2, 145. — meist wird rolle durch ein attribut näher bestimmt: marquise ... diese nacht werden sie eine sehr geringe rolle zu spielen haben. nichte. in diesem prächtigen kleide? marquise. dem inhalte nach, meine ich. sie haben eine halb stumme liebhaberin vorzustellen. Göthe 14, 209; Palissot, der in seinen antworten gegen jenen, die zustände mit freiheit und klugheit, man möchte sagen mit weisheit überschauenden geist (Voltaire), eine sehr beschränkte, rechthaberische, subalterne rolle spielt. 36, 186; wenn ich den mann, der auf der groszen bühne der gelehrten welt eine hauptrolle und mit beynahe allgemeinem beyfalle spielte, ohne alle schminke ... darstelle. Wasianski Kant (1804) s. 10; die leuchtenden profeten spielen vielleicht eine hauptrolle in jener alten geschichte des wunderlichen erdbaus. Novalis 2, 113 Meiszner; dieser mann hat seither in Bündnerdingen eine hervorragende rolle gespielt. C. F. Meyer Jenatsch 73; warum spielt in der geschichte und in der fabel das weib die erste rolle stets? vom ganzen menschlichen leben treibt sie das grosse rad, hat kronen zu vergeben, herrscht über die narren und ist der weisen zeitvertreib. Wieland 4, 71 (Am. 3, 21). auch von dingen: sie (die lache) und einige andere tümpel spielten hier oben als viehtränken eine wichtige rolle. Hassert reise durch Montenegro 131. — die rolle wird genauer bezeichnet: ich erkannte sogleich den abenteuerlichen Grothhus, der, seine partheygängerrolle auch hier zu spielen nicht abgeneigt, angelangt war. Göthe 30, 27; gibt es ein erbärmlicheres geschöpf als den mann, der die rolle des weinerlichen trösters spielt? Dya Na Sore 3 (1791), 355; sollten sie abgewiesen worden sein? will sie die rolle der spröden fortspielen? Hauff 2, 245 Reclam; was ihr vergnügen macht, das ist für ihn genuss: er fordert nichts dafür als höchstens einen kuss; mit éinem wort, er spielt — die alten mannes-rolle. Wieland 22, 272 (Ob. 6, 44). auch (jetzt weniger üblich) eine person spielen, vgl.person 2, b, theil 7, 1561 f.: ist es (das leben) ein schauplatz, so spile deine person, das du bey gott und den menschen genade erlangen mögest. Butschky Pathmos s. 437; scham und ärgernisz würden mich eine sehr einfältige person spielen lassen. Lessing 2, 107 (Philotas 7); welche göttin meynen sie? Minerva oder Pallas? ... sollte es nicht am schicklichsten seyn, ... versetzte Wilhelm, wenn man hierüber sich nicht bestimmt ausdrückte, und sie, eben weil sie in der mythologie eine doppelte person spielt, auch hier in doppelter qualität erscheinen liesze? Göthe 18, 277 (W. Meister 3, 7); manchmal muszte ich über die person, die ich nun als stiftsdame ... in der welt spielte, heimlich lächeln. 19, 308 (6); sie seh'n nun selbst, welch ein gefährlich amt es ist, das sie vom hof mir überbrachten — wie miszlich die person, die ich hier spiele. Schiller 12, 78 (Picc. 1, 3). selten bestimmter: ich möchte gern noch einmal die person eines freywerbers spielen. Gellert 3, 165. gern sagt man eine figur spielen mit einem charakterisierenden adj.: ohne mannschaft, ohne eine kleine armee werde ich immer hier eine üble figur spielen! Göthe 8, 227 (Egm. 3); dasz er seine handelsangelegenheiten versäumt, um auf reisen und in der groszen welt eine vornehmere und reichere figur zu spielen, als ihm seine geburt und sein einkommen gestatteten. 15, 119; dasz er sich, durch einige jahre arbeit in jenen gegenden, in den stand setzen könnte, auch unter seinen jetzigen mitbürgern eine grosze figur zu spielen. 204; die thierstücke, auf welchen kleine kinder oder genien mit dem kaiserlichen ornat bekleidet, ... eine gar wunderliche figur spielen. 24, 27 (dicht. u. wahrh. 1); die beschämung, der frostschauer, das bestreben mich einigermaszen zu bedecken, lieszen mich eine höchst erbärmliche figur spielen. 96 (2); was ich für eine figur gespielt habe, das weiss ich am besten, und was meine briefe für eine spielen, das kann ich mir vorstellen. br. 1, 167. vgl. figur 1, theil 3, 1630. II@4@hh) ebenso häufig werden wendungen, wo die benennung der rolle selbst als object zu spielen steht (den könig, bedienten spielen), als muster für freiere gebrauchsweisen genommen. II@4@h@aα) diese wendungen lassen sich nicht trennen von den unter 1, s behandelten, wie überhaupt diese ganze kategorie im grunde nur ein specialfall jener allgemeinen bedeutung ist. wie dort, so bietet auch hier die ältere sprache den gen.: des groszen Hansen spielen, magnifice et splendide vivere. Stieler 765, vgl.Hans 1, a, theil 4, 2, 456; des untreuen nachbars spielen, amicum fallere. 2085; stürtzt sich als dan wider ins wasser, den kopff vor an, spilt des tauchentlins, holt ein pfenning darunter. Garg. 178b; dann nachdem mein weib vernommen, dasz ihr mann ein juncker sey, spielte sie nicht allein der grossen frau, sondern verliederlichte auch alles in der hauszhaltung. Simpl. 2, 42, 2 Kurz (5, 9); du (bedienter) hast freilich des herren gespilt. causenmacher 145; wir eiln und falln den bluthund an, wer städte baut und fürsten aschen mit andacht mord verblümen kan, des henckers spielt aus freundschaffts-taschen, für dem beschirmt der gröste fürst sich nicht. Lohenstein Ibrahim sultan 87 (4, 528). doch begegnet der acc. schon im 17. jahrh. gelegentlich (Logau, Phil., s. unten) und ist seit dem 18. jahrh. alleinherrschend. so auch nl.: spelen den sot vel scheren, agere morionem. spelen den edel-man. Kilian. II@4@h@bβ) spielen 2) idem ac: sich verstellen sich zeigen. praes. ich spiele, ago. einen gelehrten spielen, agere eruditum. Steinbach 2, 627; den junkern spielen, in otio et in deliciis vivere. Frisch 2, 300c; nd. den groten herrn speelen, sich grosz und vornehm bezeigen. Dähnert 446a. so gewöhnlich, sich wie jemand benehmen, thun, als ob man etwas wäre: mein vater wird noch sitzen, und die zeitung auswendig lernen, damit er morgen in seinem kränzchen den staatsmann spielen kann. Lessing 1, 271 (d. j. gelehrte 3, 2); der herr baron spielen schon den kleinen minister. Gotter 3, 18 (Mariane 1, 5); will einer das nicht leiden, so musz er nicht den groszen herren spielen, d. h. er musz nicht thun als wenn ein theil seiner wohnung dem publicum angehöre. Göthe 27, 75; sein vater aber wollte den juristen spielen. J. Paul flegelj. 1, 23; oder gibt es etwas sündlichers, als wenn ein narr — blos weil er sieben zeitungen dazu frei hat ... — die sieben weisen spielt. Katzenb. 2, 32; ein armer Römer spielt den Goten, ein reicher Gote den Römer. Freytag bilder 1, 123 (anonymus Valesii 12); wenn die frauen den ehrgeiz der ... weiblichkeit hintansetzen, um sich in andern dingen hervor zu thun, so endet die sache oftmals damit, dasz sie sich in männerkleider werfen und so dahintrollen. die sucht, den mann zu spielen, kommt sogar schon in der frommen legendenwelt der ersten christenzeit zum vorschein. Keller 7, 337; er (Heine) spielte von früh auf den politischen märtyrer, obgleich ihm noch niemand ein haar krümmte. Treitschke d. gesch. 3, 713; das ansehn wird geboren, erzogen und gespeist, wann, wie sich jhm gebühret, ein jeder sich erweist: wann kauffleut, edelleute; und pfaffen, krieger spielen, wird ansehn keinem kummen, weil sie den zweck verzielen. Logau 2, 50, 83; kaum aus dem flügelkleid, spielt sie schon stolz die dame. Zachariä (1772) 1, 97 (verwandl. 1); dann pflag der alte Satanas den süszen herrn zu spielen, und wenn sie stand, und wenn sie sasz, nach ihrer brust zu schielen. Hölty 21 Halm; trotz bot euch der abscheuliche — der euer geschöpf war, euren könig wollt er spielen. Schiller 12, 413 (M. Stuart 1, 4); ein jeder spielt den treuen knecht und ruft den herrn mit süszen worten. Novalis 2, 95 Meiszner. dafür österr. er spielt si' auf 'n gawalir auszi (er ahmt den kavalier nach). Hügel 152b. — das bild des schauspielers deutlicher festgehalten: das dauerte wohl zwei stunden lang, in deren verlaufe herr Gosch gelegenheit hatte, alle register seiner charakterkunst zu ziehen. er spielte gleichsam ein doppeltes spiel, er spielte einen heuchelnden bösewicht. Th. Mann Buddenbrooks 2, 297. II@4@h@gγ) sehr gewöhnlich mit einem substantivierten adj., die spröde spielen, thun, als ob man spröde wäre, zum schein oder mit ostentation sich spröde zeigen, u. ähnl.: anfangs wollte ich ihnen ... rathen, sie mögten sich ganz ihren ehelichen und mütterlichen pflichten widmen, ... wenn ich aber bedachte, ... wie ein jeder behaupten würde: sie spielten die vernünftige, oder machten wohl gar die andächtige: so sahe ich wohl, dasz die ausführung dieses vorschlags ihnen nicht gelingen würde. ... es würde ihnen gewisz wie mir ergehen, da einmahl der prinz von ... dem ich meine verachtung bezeugte, mich überall in den ruf brachte, ich spielte die grausame. um ihn völlig zu überführen, dasz ich ihn in ernst verachtete, begegnete ich einem andern mit verdoppelter gefälligkeit. Möser patr. phant. 3, 7; du spielst den uneigennützigen, blosz um dich desto gemächlicher, mit desto weniger gefahr nähren zu können. Lessing 1, 161 (fabeln 3, 18); ich glaube gar, du willst den gewissenhaften spielen? 2, 132 (Em. Gal. 2, 3); da die officiere auch stark auf sie eindrangen ..., fiel es ihr ein, auch einmal die spröde zu spielen, und auf eine geschickte weise sich in einem gewissen vornehmen ansehen zu üben. Göthe 18, 279 (W. Meister 3, 7); Jarno spielte den zweifler, seine freundin gleichfalls, und sie trieben es so weit, dasz der graf endlich Jarno bei seite nahm ... und ihn, durch sein eignes beispiel, von der möglichkeit und wirklichkeit solcher geschichten zu überzeugen suchte. Jarno spielte den betroffenen, zweifelnden und endlich den überzeugten, machte sich aber gleich darauf ... desto lustiger über den schwachen weltmann. 318 (12); Fortunato, der fortwährend den geheimniszvollen spielte. Eichendorff2 3, 129; es frommt nicht, die spröde zu spielen. Gotter 3, lxxviii; dann spiel' ich einen augenblick, doch nur verstellt, den tiefbetrübten. Bürger 19b. II@4@h@dδ) von bestimmten gestalten der sage oder dichtung, die man nachahmt oder darstellt: in dieser lage befand sie sich, als ich, durch den bewussten zufall, eine art von Aktäon ... bey ihr zu spielen berufen wurde. Wieland 33, 173; Moor. kamerad! mit den narrenstreichen ists nun am ende. Spiegelberg. pfui, du wirst doch nicht gar den verlorenen sohn spielen wollen? Schiller 2, 31 (räuber 1, 2 schausp.). ein vergleich liegt zu grunde: sie hätten den klugen general gespielt, der den feind nicht am kern seiner truppen faszt, sondern spaltungen unter den gliedern stiftet. 3, 423 (kab. u. liebe 3, 1). so auch, ungewöhnlicher, in bezug auf thiere: Goeze wäre der mann gewesen, der in éinem athem gegen einen und eben denselben schriftsteller sauersüsze komplimente zwischen den zähnen murmeln, und aus vollem halse laute verleumdungen ausstoszen können? er hätte zugleich die katze und den eber gespielt? die katze, die um den heiszen brey gehet, und den eber, der blind auf den spiesz rennet? Lessing 10, 129. II@4@h@eε) im allgemeinen ist dabei die vorstellung, dasz man das, was man spielt, in wirklichkeit nicht ist; zuweilen noch stärker, etwas scheinen, wofür gehalten werden wollen, um andre zu täuschen, etwas simulieren: er spielt einen narren, stultum studio prae se fert. Steinbach 2, 627; war jener erste Brutus zwanzig jahre unnützlich, weil er zwanzig jahre den blödsinnigen spielte? Schiller 4, 309; wir müssen den vater spielen. 14, 142 (neffe als onkel 1, 7); wer der rädelsführer war, der vor kurzem in der messe eine vexier-polizei mit schein-stadtknechten spielte und eine bank aufhob. J. Paul Titan 2, 26. — wilden mann spielen, geisteskrankheiten simulieren. Höfler krankheitsnamenb. 663a. II@4@h@zζ) in andern verbindungen ist dieser gegensatz weniger stark oder gar nicht vorhanden. den anwalt spielen, dessen function ausüben, als solcher handeln, sodasz man es im einzelnen falle wirklich ist: eine regierung, die sich mit den lehren ... befaszte, mithin selbst, in höchster person, den gelehrten spielen wollte, würde sich durch diese pedanterei nur um die ihr schuldige achtung bringen. Kant 1, 214; und zwar hatte diese alternative, gegen hr. Klotzen entweder den schmeichler zu spielen, oder ihm unangenehme dinge zu sagen, einen doppelten grund. Lessing 8, 194 (antiqu. br. 54); allein daran war dem guten alten wenig gelegen, der überhaupt den sonderling und zwar in einer auffallenden weise spielte. Göthe 24, 198; bald spielte er den heuchler, bald den spaszmacher, wie's die zeit heischte; mit jedem winde wuszte er zu segeln. Schiller 14, 196 (paras. 1, 2); die ihm scheinen zu was zu taugen, schickt sein (der französische) kaiser voran. um hier fourage einzutreiben und polizei zu spielen, dazu verwendet man die sich drücken, marodeure und krümper. W. Alexis Isegrimm 243; (Börne) hielt es nicht für unanständig, als renegat noch den anwalt seiner verlassenen glaubensgenossen zu spielen. Treitschke d. gesch. 3, 707; jetzt sollst du den boten spielen, eine stund' weit nach dem doktor rennen. Anzengruber3 4, 272; ei, Lankhals is de rechte man, den gek und schalk wol spelen kan! he sal int closter gaen ut und in, unse Judas und klikstein (spion) sal he sin. Daniel v. Soest 169, 1796 Jostes; seht, wie der mann der herde den morgen fühlt, und auf der frischen erde den buhler spielt! Hagedorn 3, 109; dich garstigen pedanten! wer dich auch küssen soll! spielst du nicht den galanten wie meister Midas den Apoll? Schiller 1, 351; nun hätte völlig sie der sieg besiegelt, wo sir John Fastolfe nicht die memme spielte. Shakespeare Heinr. VI., 1 th. 1, 1; so freier: die phantasie, die in den streit sich mengt, macht schwärmer, bey welchen bald der kopf das herz, und bald das herz den kopf musz spielen. Lessing 2, 197 (Nathan 1, 1). seltner, sich als etwas, das man ist, im einzelnen falle ausweisen und bethätigen: nun spielt mit der wache hübsch die mädchen. Göthe 14, 53 (triumph der empfinds. 5). — vgl. auch: beynahe hätte ich den könig im ernste gespielt! (sagt der incognito auftretende könig.) Weisze kom. op. 3, 178 (jagd 3, 6). II@4@h@hη) besonders gewöhnlich sind einige feste verbindungen. den herren spielen 'den herren vorstellen, sich in seinem äuszern betragen wie ein herr geberden'. Adelung (2, 2, b, β, 2, 2): die spanischen gesandten standen damals im besiz, an den höfen, wohin sie geschickt wurden, die herren zu spielen. Schiller 4, 117; denn man sagt: der ist schuldig der that, der zu strafen gewalt hat, und nicht strafet; es spielet alsdann ein jeder den herren. Göthe 40, 116 (Rein. fuchs 7). besonders früher häufig er spielt den meister, principem agit. Steinbach 2, 627; den meister spielen wollen, aliis imperare velle. Frisch 2, 300c. vgl. meister 11, f, theil 6, 1965. meist in dem sinne, dasz man wirklich herr oder sieger ist: dasz zubesorgen, ... der türckische bund werde über unser haubt kommen, und ... über Teütschland den meister spielen. Philander 1, 676; die Korinthier richteten ... ein siegeszeichen auf, weil sie in dem vorgefallenen seetreffen bis gegen die nacht den meister gespielet. Heilmann Thuc. 62 (κρατήσαντες τῇ ναυμαχία 1, 54); anfänglich hatten die Athenienser in Egypten den meister gespielet. 125 (ἐκράτουν τῆς Αἰγύπτου. 1, 109, Jacobi: bemächtigten sie sich des ganzen landes); inzwischen waren die Athenienser bereits von Lesbos nach Chios hinüber gesetzt, alwo sie im felde so wol, als zur see den meister spieleten. 1071 (κρατοῦντες 8, 38, Jacobi: da sie meister zu lande und zur see waren. s. auch s. 294 und 1077); im besiz seiner amerikanischen und indischen schäze spielte er (Philipp II.) in Europa den meister, und behielt das übergewicht bei jeder groszen verhandlung. Schiller 4, 92 in anderm sinne, als meister auftreten, kritisieren, korrigieren u. ähnl.: so leichtsinnig übrigens der freund war, so schien ihm doch die gelegenheit den meister zu spielen allzu erwünscht. Göthe 24, 168; verdrieszlich fiel mir stets die steife klugheit, und dasz er immer nur den meister spielt. 9, 197 (Tasso 4, 2). auch: wir haben allbereit vernommen, dasz die vernunfft in göttlichen geheimnüssen und glaubens-sachen, wenn man sie läszt meister spielen, nichts gutes stiffte. Sperling Nicodemus quaerens (1719) 2, 11. II@4@h@thθ) den narren spielen, s.ε; im ausgeführten bilde: Asseron. hört ihr die symphonie? das lustspiel wird vor sich gehen. Zenturione. mich däucht es fing schon an, und wir spielten die narren drinn. Schiller 3, 111 (Fiesko 4, 4). — verschiedene verbindungen drücken den sinn aus 'mit einem sein spiel treiben, ihn zum besten haben', so mit einem den heinzel (kobold, als marionette) spielen, s. heinzel 2, theil 4, 2, 890; wie ich in erstgedachter bursche höhnischen angesichtern lesen kondte, bedunckte mich, sie wurden sich endlich underfangen, mir den hut zu trähen (mich zum besten zu haben, vgl. hut 1, g, theil 4, 2, 1981) und den kuntzen mit mir zuspielen. Simpl. schr. 3, 149, 21 Kurz (Springinsf. 1), vgl.kunz II, 4, c, β, theil 5, 2751; von Philipp Curtzen, der mit herren D. Joach. Clutenii carmine den cuntzen spielen wollen. quelle v. 1619 bei Frommann 6, 370. mit einem schindluder spielen, s. theil 9, 202. ähnlich: solches zeug musz er kindern vorsagen, herr kriegsknecht. meynt er etwa dasz er den popanz mit uns spielen könne? Wieland Luc. 3, 380; wie? spielt Fortuna nun mit mir das nickel? Shakespeare Heinr. V. 5, 1 (doth Fortune play the huswife with me now?). II@4@h@iι) syntaktisch bemerkenswert ist die unpersönlich reflexive construction: wie hübsch spielt sich's den vater, wenn man so allerliebste geständnisse zu hören bekommt. Schiller 14, 143 (neffe als onkel 1, 7). II@4@h@kκ) spielen mit acc. ohne artikel wird zunächst von kinderspielen gesagt, s. 1, s; so auch: eines herbstnachmittags ... sasz er in dem langen corridor des obern stockwerks und spielte einsiedler. Storm 3, 13. auszerdem in neuerer sprache, gewöhnlich geradezu in dem sinne 'etwas sein, werden': ich antwortete, dasz ... ich der stärkung bedürfe, wenn ich nachher minister spielen solle. Bismarck br. an s. braut s. 484; und deines lieblings wunsch, pfarrer spielen zu dürfen, werde ich erfüllen. Hugo Bertsch die geschwister (1903) 179. besonders: die menschen sind nie lästiger, als wenn sie soldaten spielen. Freytag 4 (soll u. haben 1), 400. dagegen als gegensatz: und sie hatten zu lange soldaten gespielt, als dasz sie noch hätten soldaten sein können (sie sind es thatsächlich). Beyerlein Jena oder Sedan? 1, 373. nd. kindermæken spêlen die geschäfte eines kindermädchens verrichten. Schambach 203b. II@4@h@lλ) sich selbst spielen (wie eine rolle, vgl. ζ zu ende): diess ist doch wohl eine von den stellen, ... wo der verkappte Sokrates seines angenommenen karakters plötzlich vergisst, und in den sich selbst spielenden Plato zurücksinkt? Wieland 36, 194 (Aristipp 4, 7); in eigentlicherem sinne: und bei mir ... ist es ... entschieden, dasz wer sich nur selbst spielen kann, kein schauspieler ist. wer sich nicht dem sinn und der gestalt nach in viele gestalten verwandeln kann, verdient nicht diesen namen. so haben sie, zum beispiel, den Hamlet und einige andere rollen recht gut gespielt, bei denen ihr charakter, ihre gestalt und die stimmung des augenblicks ihnen zu gute kamen. Göthe 20, 215 (W. Meister 8, 5). II@4@ii) in ähnlicher weise sagt man auch schmerz, tugend u. a. spielen, nachahmen wie ein schauspieler, ohne sie wirklich zu haben oder zu empfinden, in seinem äuszern ausdrücken, den anschein davon erwecken, simulieren, erheucheln: ich spielte leidenschaft; intriguirte was ich konnte; das ding ward ernst, und ich bin gefangen. Klinger 1, 405; er spielte ... alle tugenden ... mit einem solchen eifer, dasz sie gerade durch diesen eifer dem gemeinen wesen ... mehr nachtheil brachten, als wenn er sie wirklich besessen hätte. 9, 137; spielt er die tugend aus ehrgeitz, wird er nicht um desto sorgsamer sich bewachen, um desto selbstgewandter absichten durch absichten errathen, durchkreuzen? Dya Na Sore 4 (1800), 145; so wurden die annalisten des siebenten jahrhunderts durch Livius vortrefflichkeit so verdunkelt, dasz nur nach Hadrian die wortführer der alterthümlichkeit, mit gespielter vorliebe, sie wieder hervorsuchten. Niebuhr 2, 13; kurz, man spielte schmerz und wuth und unversöhnlichkeit, und — spielte gut. Wieland 17, 234 (Idris 4, 44). mit innerm object: man spielte die verstellung sehr gut. Göthe 20, 230 (W. Meister 8, 6). mit der bedeutung I, 6, k verbunden: es ist (zum künstlerischen schaffen) nötig, ... dasz man zum menschlichen in einem seltsam fernen und unbeteiligten verhältnis stehe, um imstande und überhaupt versucht zu sein, es zu spielen, damit zu spielen, es wirksam und geschmackvoll darzustellen. Th. Mann Tristan s. 203. — kühner ist die verbindung: wer will mir's übel deuten, spiel' ich den sommertag? Droste-Hülshoff 1, 137 (am weiher. ein milder wintertag). II@4@kk) ferner steht die gelegentliche verbindung in etwas spielen, in ein spiel eingreifen, darin mitwirken, s. Schiller unter d zu ende und J. Paul, I, 8, e. II@55) wie das schauspiel zur ergötzung des auges, so ist die musik für das ohr bestimmt. auf sie wird ebenfalls sehr gern das wort spielen angewandt, vgl. spiel II, 6. II@5@aa) spielen in diesem sinne begegnet schon bei Notker (s. c), ist jedoch im mhd. noch selten, dagegen nhd. von anfang an sehr gewöhnlich. auch in mundarten allgemein verbreitet, s. z. b. Hunziker 246 (2). Seiler 272b. Autenrieth 134. Dähnert 446a. absolut: da nu jr hertz guter dinge war, sprachen sie, last Simson holen, das er fur uns spiele. da holeten sie Simson aus dem gefengnis, und er spielet fur jnen. richt. 16, 25; willst du musik? so horch, Apollo spielt, und zwanzig nachtigall'n im bauer singen. Shakespeare der widersp. zähm. einl. in der volkssprache besonders von tanzmusik. Kehrein 1, 383, vgl. spiel II, 6, b. übertragen: man hat euch, sprach sie, ja wol auf eine andere zeit singen und tanzen sehen, da meister Hansz auf eurer hochzeit spielete (er hatte den staupenschlag bekommen). Happel acad. rom. 42, s. auch theil 4, 2, 459 (Hans 2). wortspielend mit der bedeutung 6 in der holst. redensart: meenst du, dat du mit muskanten speelst, 'meinst du, in diesem spiele müsse jeder gewinnen? wie musikmacher?' Schütze 4, 165. II@5@bb) spielen gilt nur von instrumentalmusik. in der bibel öfter verbunden singen und spielen: und die weiber sungen gegen einander, und spieleten, und sprachen, Saul hat tausent geschlagen, aber David zehen tausent. 1 Sam. 18, 7; singet und spielet dem herrn in ewren hertzen. Eph. 5, 19. vereinzelt vom singen der vögel (vgl. i): hör, wie der widerhall, hör, wie die nachtigall ... von deiner schönheit spihlen mit zwitzerendem schall. Weckherlin ged. 755. doch ist es auch hier nicht bei allen instrumenten in gleicher weise üblich, nämlich im allgemeinen nicht bei den blas- und lärminstrumenten, wo man dafür (die trompete, posaune, das horn) blasen oder (die trommel, pauke) schlagen sagt. dagegen sowol die flöte spielen als blasen. s. Adelung 1, 2. Campe (519a). (in der ältern sprache kommen jedoch ausnahmen vor.) ersterer sucht den grund darin, dasz spielen zunächst nicht auf die hervorbringung des tones, sondern auf die leichte, schnelle bewegung der finger oder hände geht. das instrument ist aus dem zusammenhange deutlich: der spiel- und singende clavierspieler. titel eines werkes von 1762, s. Friedländer das deutsche lied (1902) 1, s. xxxiv; sie geht ans klavier, und spielt. ... spielt fort. Schiller 2, 66 f. (räuber 2, 2 schausp.); ungewöhnlich und im widerspruch mit der angegebenen regel: nehmt eure hörner und spielt. 301 (räuber 4, 14 trauersp.). sprichwörtlich: oft muss man spielen, wie die geige (das weib) will. Eiselein 216. Simrock 3181; heut haben wir schön gespielt, sagt der balgtreter. 9735c. Wander 4, 705, 20. II@5@cc) die directe anfügung des instruments erfolgt zufrühest durch mit: Apollini mit seiton spilentemo. Notker 1, 713, 20 Piper. so noch bei Luther: sie sollen loben seinen namen im reigen, mit paucken und harffen sollen sie jm spielen. ps. 149, 3; spielet dem herrn mit paucken, und klinget jm mit cimbeln. Judith 16, 2. beide fälle widersprechen der unter b gegebenen einschränkung. sonst nur ganz vereinzelt in verbindungen, wo spielen für gewöhnlich überhaupt nicht üblich und wo es sich nicht um eigentliche musik handelt: mit den glocken spielen, giuocare di campane, cioè toccare le campane, scampanare, tintoccare à concerto, o à festa. gall. cavillonner. v. beyern. mit den schellen spielen, tintoccare di campanelle. Kramer dict. 2, 863c. II@5@dd) gewöhnlich mit auf: auf einem instrument spielen, sonar di qualche stromento, it. di spinetto, di clavicordio, cembalo etc. ved. schlagen. Kramer dict. 2, 863b; spielen auf instrumenten, fidibus canere. Dentzler 2, 269a; spielen, auf etwas, als auf einen musicalischen instrument, auf der flöte, tibiis canere; auf der orgel, organum pneumaticum pulsare, u. auf a. m. Frisch 2, 300b; aber wie war es möglich, dasz der mann, der das schwerste instrument so geschikt handhabte, so unglücklich auf einem weit leichteren spielte? Schiller 7, 135. meist von saiteninstrumenten: auff seytenspil spilen oder schlahen als lauten, harpffen, geygen oder sunst anderen instrumenten die seiten habend, canere fidibus. Maaler 380c; spielen, auff dem seytenspiel schlagen oder streichen, jouer d'instruments. Hulsius 302b; auf der geige oder andern saitenspiel spielen, sonare di violino ò altro stromento à corde. v. streichen etc. auf der harpfe, laute, orgel etc. spielen. Kramer dict. 2, 863c; so auch nl.: spelen op snaren, orghelen, pijpen, canere: fides aut organa pulsare, tibias inflare. Kilian. er kan auf den saiten spielen, fidibus scit. Stieler 2085; David aber spielet auff den seiten mit seiner hand. 1 Sam. 18, 16; dafür mit ungewöhnlichem sing.: und da der spielman auff der seiten spielet, kam die hand des herrn auff jn. 2n. 3, 15. im einzelnen. biblisch besonders auf der harfe: unser herr sage seinen knechten ..., das sie einen man suchen, der auff der harffen wol spielen künde, auff das, wenn der böse geist gottes uber dich kompt, er mit seiner hand spiele. 1 Sam. 16, 16; mit spielen auff der harffen. ps. 92, 4; die stimme, die ich höret, war als der harffenspieler, die auff jren harffen spielen. offenb. Joh. 14, 2. ein ähnliches instrument bezeichnet: (jr) spielet auff dem psalter, und ertichtet euch lieder, wie David. Amos 6, 5; gott, ich wil dir ein newes lied singen, ich wil dir spielen auff dem psalter von zehen seiten. ps. 144, 9. — auf der laute: ich höre auf einer — laute jemand spielen — war's nicht eine laute? Schiller 5, 2, 227 (don Karlos 2, 8). im bilde: wer dem todt entfliehen wil, dessen mühe ist umbsonst. er thut vergebene arbeit. ... er spielt uff einer gebrochenen lauten. Philander 1, 450 (sprichw.). jetzt besonders: unser freund Moses lernt jetzt auf dem clavier spielen. Nicolai bei Lessing 13, 34; er spielte fleiszig auf einem groszen flügel oft bis spät in die nacht hinein, und wenn es einmal ein concert in unserm hause gab, dann spielte er sehr lange stücke. E. T. A. Hoffmann (1873) 7, 323. auf der geige spielen: lieblich war es zu hören, wann sie auff den paucken und geigen daher spieleten. J. M. Meyfart das himml. Jerus. (1630) 1, 57. von andern instrumenten, besonders auf der orgel spielen, wo die bewegung des spielens wesentlich dieselbe ist wie beim klavier. sonst auf der flöte, pfeife spielen (vgl. b): auf der flöte spielen, tibia canere, modulare avena. Steinbach 2, 627; bub bisz flissig, losz di schoff nit ze wit vunananger laffen, und spill wacker uff der sackpfiffa, dasz der wolff nit kom und schada dau. Simpl. 1, 15, 27 Kurz (1, 2; Spessarter mundart); wollt ihr auf dieser pfeife spielen? Shakespeare Haml. 3, 1. — daher bildlich: anfangs war ich nichts als ein instrument, auf dem die physische nothwendigkeit spielte. Schiller briefe 3, 387; nun, seht ihr, welch ein nichtswürdiges ding ihr aus mir macht? ihr wollt auf mir spielen; ihr stellt euch, als kenntet ihr meine griffe; ihr wollt in das herz meines geheimnisses dringen, ihr wollt mich von meiner tiefsten note bis zum gipfel meiner stimme hinauf klingen lassen; und in dem kleinen instrument hier ist viel musik, eine vortreffliche stimme, dennoch könnt ihr es nicht zum sprechen bringen. wetter! denkt ihr, dasz ich leichter zu spielen bin als eine pfeife? nennt mich was für ein instrument ihr wollt! ihr könnt mich zwar verstimmen, aber nicht auf mir spielen. Shakespeare Haml. 3, 1; wie der mensch nun geschunden wird, ... das hackbrett ist, worauf kichernd, hohnlachend die bösen geister spielen. Vischer auch einer 1, 94. mit ganz ungewöhnlichem acc. nach auf: es ist so schwer, auf ein menschliches gemüth zu spielen und ihm seinen eigenthümlichen laut abzulocken, es verstimmt sich so leicht unter ungeschickten händen. H. v. Kleist 4, 287, 37 Zolling.hierzu kann das musikstück als object treten, s. unten g; so auch: wan eine wolbezogene laute und künstliches orgelwerk alhier vor augen liget, was sol darauf der jenige spielen, der niemals lautenschlagen oder orgelen gelernt? Schottel 1247; Johan van Emerik, ... ein gut spiler und organist, ... he kan so mannich dantzeleit, up der luten spilen al dink. Daniel v. Soest 198, 2695 Jostes; er (ein gott) hat ... mir selber was ich wollte, zu spielen auf ländlichem rohre, verstattet. Voss Virgils buc. 1, 10. anderes: sie sind mir niemals recht gewesen, der ewige männergesang! es ist, als ob ich jahraus, jahrein nur immer in den unteren octaven spielen wollte! Storm 4, 184. II@5@ee) das instrument als obj. so ganz vereinzelt mhd. im gen.: sô spricht der sibent: 'er hiet mîn gunst, der mir der lîren spilt'. Teichner 215. häufiger seit dem 18. jahrh., stets im acc. 'wenn das musikalische instrument in der vierten endung mit diesem zeitworte verbunden wird, die laute, die violine, die flöte, das clavier u. s. f. spielen, so bedeutet solches nicht allein, gegenwärtig harmonische laute auf diesen instrumenten hervor bringen, sondern auch überhaupt, fertigkeit besitzen, auf diesen instrumenten harmonische klänge hervor zu bringen.' Adelung (1, 2). Grimm gr. 4, 673 unterscheidet die harfe spielen, des harfenspiels kundig sein, und auf der harfe spielen, ein stück aufspielen. für beides ist jetzt der blosze acc. ohne artikel am üblichsten: er spielt klavier, er versteht die kunst des klavierspiels (seltner er spielt das klavier), und: er übt sie jetzt aus (er spielt auf dem klavier); die fügung mit auf ist nur notwendig, wenn das musikstück als object steht, s. g. belege: die geige spielen, fidibus canere. Steinbach 2, 627; ihr könnt Mathildens lehrstunden theilen, und sie wird euch gern die guitarre spielen lehren. Novalis 2, 150 Meiszner; denn eben den naturgeistern in berg und fluth sind solche wunderklänge vornehmlich eigen, wie auch unser bergkönig Elberich die harfe herrlich spielt. Uhland schr. 1, 273; auszerdem und eigentlich wohl in erster linie ist er ein künstler. ... er spielt die geige ... aber das sagt nicht viel. wie er sie spielt, herr Spinell, das ist die sache! Th. Mann Tristan 46; seine schöne, feurige mutter, die so wunderbar den flügel und die mandoline spielte. 193; vereinzelnd: silberner wird mein klavier, wenn ich dann es spiele, klingen. Göckingk 1, 57; da hab' ich dies lied gesungen, hab' die fiedel zu gespielt. W. Müller ged. (1868) 1, 41; in auffälliger übertragung, nach art der unter 1 und 7 behandelten wendungen: einen lautenisten zu schlagen? weil er dir seine tochter nicht geben will, dasz du lautchen auf ihr spielen kannst? Lenz 1, 59 (hofmeister 4, 6). II@5@ff) zuweilen wird spielen als neutrales verb von den instrumenten selbst als subj. ausgesagt. von gewöhnlichen musikinstrumenten jedoch fast nur in älterer sprache: die bewegung der sterne solle sich einer spielenden harffe gleichen. Lohenstein Armin. 1, 86a; wo in der schale springt der wein, wo kluge seiten spielen rein, wo süsse küsse fallen drein, da kan man hertzlich lustig seyn. Logau 3, 76, 5; und froh und süsz spielt auf bejahrten verfallnen warten, wo die trompete zur schlacht sonst bliesz, die schäferflöte. Göckingk 1, 204. so auch: spiele hurtig, singe munter, mein geliebtes harffen-spiel. Picander 4, 35. auch von instrumenten, die nicht gern als obj. zu spielen stehen: als drommel und trompet durch alle lüffte spielt. A. Gryphius 1, 141 (Cath. v. Georgien 3, 248). in neuerer dichtung mit einer art personification: als der schenke die flöte hielt, ... hat die flöte vor lust gespielt, eh' sie ihm war am munde. Rückert (1882) 5, 330. sonst von dingen, die nicht eigentlich musikinstrumente sind: das fest des heiligen einsiedlers Simeon Stylita ist erlebt, und schon spielen seine glocken in der schönsten harmonie. Thümmel reise 4, 3. und besonders von mechanischen musikwerkzeugen, die daher nicht eigentlich gespielt werden: 'auch von künstlichen uhr- und andern räderwerken, durch welche pfeifen etc. in bewegung gesetzt werden, so dasz sie töne hervorbringen, gebraucht man spielen, wo es dem wesen nach ntr. ist. die flötenuhr spielet. das glockenspiel spielen lassen.' Campe (519a); eine spieluhr spielen lassen. Adelung (1, 2). mit object (zu g): wissen sie diese geschichte? die drehorgeln spielen sie. Gutzkow ritter v. geiste 8, 148. — in älterer dichtung auch: der bach ..., woran ein süszes feldgeschrei der vögel pflegt zu spielen. Rist Parn. 198. sehr auffällig ist die reflexive wendung (im bilde): auf tausend saiten spielte sich mein herz. Karschin bei Sauer Anakreontiker 2, 312. II@5@gg) ferner kann das resultat oder der inhalt des spielens als object stehen; so zunächst einen ton spielen, im bilde: dasz er zur pfeife nicht Fortunen dient, den ton zu spielen, den ihr finger greift. Shakespeare Haml. 3, 1. harmonien, accorde spielen; übertragen: harmonische harmonie, getaucht in wohltuendes halbdunkel, füllte den raum; dazu spielten die vielen lichter und die farbenpracht der fenster feenhafte akkorde. Hugo Bertsch die geschwister (1903) 45 (vgl. I, 5, d, γ). — meist ein gröszeres musikalisches gebilde; eine melodie spielen: sie hat eine melodie, die sie auf dem claviere spielet. Göthe 16, 54; dazu klang die melancholische weise eines volksliedes, die ein italienischer junge in schüchterner entfernung auf seiner mandoline spielte. C. F. Meyer Jenatsch 63. bildlich: dies geht, der tanz der horen, melodisch und harmonisch nach dem zeitmaass; doch freiheit spielt die melodie und wählt die tonart. Schleiermacher monol. 18 (17, 30 Schiele); mein puls hält ordentlich wie eurer takt, spielt eben so gesunde melodien. Shakespeare Haml. 3, 3; das wasser alte melodien spielte. Tieck 1, 398. bestimmter: ein lied, eine menuet u. s. f. spielen. Adelung (1, 2); tänze: er spielte einen walzer nach dem andern auf. Schöpf 688; all ihr Prager musikanten, auf, heraus mit horn und basz, spielt den schönsten hochzeitreigen! W. Müller ged. (1868) 1, 41. mit gesang verbunden, sodasz spielen eigentlich 'singen und dazu spielen, singen mit begleitung von instrumenten' bedeutet: spiel den reigen, sänger, ... damit auch wir geschickt die weise springen. Freytag ahnen 1, 80 (nachher: er nahm sein saitenspiel zur hand, rührte die saiten und sang die weise des reigen. s. 81), s. auch s. 223; die arie, prinz Karlos, werd' ich wohl noch einmal spielen müssen. Schiller 5, 2, 228 (don Karlos 2, 8). so biblisch auch: wir wöllen einen guten spruch hören, und ein fein geticht auff der harffen spielen. ps. 49, 5. bildlich: und sihe, du must jr liedlin sein, das sie gerne singen und spielen werden. Hesek. 33, 32. anderes: ein musikus musz keine kourage haben ... wenn er sein konzertchen spielen kann und seinen marsch gut bläst. Lenz 1, 57 (hofmeister 4, 6). übertragen: jedoch hat man ihme ... ein wambs unter das hembd gegeben, und ein galliarda aus dem B dur (kräftig, nackdrücklich) auff seinem rükken spielen lassen. J. Rist neue passionsand. (1664, vorbericht) e 8a. — mit weitern bestimmungen: Karl ... setzte sich ans instrument und donnerte mit einem aufgeschlagnen prestissimo von Haydn ... in die laute gegenwart, und spielte zur verwunderung der weiber das schwerste so leicht vom blatt, dasz er mehr hinein- als herausspielte. J. Paul Titan 3, 34; dasz es eine den elfen abgehörte tanzweise gebe, bei welcher junge und alte, blinde und lahme ... zu tanzen anheben und wovon der spieler selbst nicht ablassen könne, wenn er nicht das stück rückwärts zu spielen wisse ..., ist im norden alter volksglaube. Uhland schr. 1, 273. II@5@hh) mit angabe des effects: wir sind vater und tochter, die ein holdes kind in schlummer spielen. Heinse Ardingh. 1, 174; erst klingen seine saiten ermuthigend und stark, ... dann süszer und sanfter, bis er alle die 'sorgenden' männer in den schlaf gespielt. Uhland schr. 1, 277, s. auch i zu ende. II@5@ii) zuweilen in älterer sprache auch für 'singen, dichten', vgl. g (und spiel II, 5, d): o friede, du wilkomner schatz, dir spielen wir disz lust gedicht. Rist Parn. 675; nun Parnassus guhte nacht, es ist ausz mit meinem spielen; hab ich vers' auff dir gemacht die der welt gefielen, fohrt nicht mehr', ich wil in ruh'. 689. mit angabe des effects (vgl. h): wer der filz war, den Horaz hier beiläufig in die unsterblichkeit spielte, erfahren wir nicht einmal aus unseren scholiasten. Fr. Aug. Wolf übers. der 1. Horat. sat. (Berlin 1813) s. 24 (anm. zu z. 95). II@66) manche der unter 1 behandelten spiele werden nicht nur der zeitkürzung wegen geübt, sondern auch des gewinnes wegen, den man dabei erhofft. vgl. spiel II, 7 und Adelung (2, 2, b, β, 1). insbesondere dienen die karten- und würfelspiele zu diesen zwecken. dabei wird die bedeutung von spielen selbst in andern richtungen entwickelt (s. besonders kp). neben diesen spielen, bei denen verstand und zufall zur entscheidung zusammenwirken, stehen die reinen glücks- oder hazardspiele, wo der erfolg lediglich vom zufall abhängt. vgl. darüber Groos 257—275. 183 f. unter ihnen ist besonders verbreitet das lotteriespiel (in der lotterie spielen), vgl. auch Groos 170, anm. den glücksspielen steht sehr nahe, obwol gewöhnlich nicht in die bezeichnung eingeschlossen, das wetten (Groos 257—61). (in der 'feld-sprach', gaunersprache, sagt man für spielen: jonen, rüren. Philander 2, 650.) II@6@aa) allgemeine ausdrücke für diese art des spielens: gewinns wegen, um geld spielen, giuocare per il profitto, guadagno ò per danari. Kramer dict. 2, 864a; ein wolf unde ein witzic man sazten schâchzabel an: si wurden spilnde umbe guot. minnes. frühl. 27, 22. dafür gewöhnlich um geld (obwol auch anderes als gewinn gesetzt werden kann): so gepeut ich euch, das ... jungen und alten hausgesessen noch ledigen ... am feiertag noch werchtag umb gelt oder karten noch zu spilen mit nichte gestattet werden. Salzb. taid. 347, 32. gleichbedeutend in der ältern sprache: mehr verpeut man euch, das niemand spillen noch karten soll umb pfening noch pfeningswert. 247, 22, ebenso tirol. weisth. 1, 74, 15; zum andern soll hinfür zu Tachsenn keiner mer weder umb haller noch pfennig spilenn. Grimm weisth. 1, 109 (v. j. 1532); auch: item ist alles spielen, so den heller gewinnen oder verlieren mag, verboten. 5, 571, 9. doch gilt auch bei dieser art des spielens die absicht des gewinnens nicht für anständig, vgl. das sprichwort: wer spielt zu gewinnen, der ist kein biderman. Petri Kkk 3a; denn ein fürst soll niemals spielen, als mit vorsatze zu verlieren. Lohenstein Armin. 1, 86b. man kann aber dieselben spiele auch so spielen, dasz gar kein gewinn zu stande kommt, indem entweder kein preis gesetzt wird oder einer ohne materiellen wert oder das gewonnene nachher zurückgegeben wird. man nennt das: lusts wegen spielen, giuocare per solo diporto, solazzo. Kramer dict. 2, 864a; bretspiler meine ich niht, die man durch kurzwîl spilen siht ze rehter zît und âne verderben. Konr. v. Haslau jüngl. 374. daher in gegensatz gestellt: so aber einer gute oder gesippte freund hette, mit dem er nit gewinns, sondern ehre und kurtzweil halben spielen wolt, disz soll ime zugelassen sein. weisth. 5, 646, 26 (v. j. 1543); sprichwörtlich: der spielt nicht zur kurtzweil, der auff gewinn setzt. Lehman 744, 5. vgl. dazu: wo sind jetz unser mssiggenger die do sprechen, was sollen wir thuon wenn wir gessen, wir sint nit wyber, wir spunnen sunst ..., darumb muosz man spilen für die langen weil. Keisersberg bilg. 50c; derhalben, sols ein kurtzweil heissen, so lasz ichs geschehen, wenns die jenigen sagen, so ehrliche auffrichtige hertzen seind, die ohn arglist unnd böse begierde, zeit unnd weil zu vertreiben, im brett, auff der karten, oder im schacht spielen, setzen ein heller oder pfenning auff, und lassen es kurtzweil seyn unnd bleiben, das ist, sie hören ohn zanck in der zeit auff, unnd geben das gewunnen gelt etwa zum bier. theatr. diabol. (1569) 509b B. jetzt gewöhnlich zum, im spasz und im ernst oder um geld spielen: sie (die Türken) pflegen zwar zu spielen, doch nicht um geld, sondern nur zum spasz, auch kein ander spiel, als das schach-spiel. Wesenigk spiel-sieben 20. (mhd. dafür in schimpf — enwette spiln, s. Fleck unter II, 1, g.) scherzhaft wortspielend in der luxemb. redensart: spillt fir 't plesér, a' sit gróss am verléren, jouez pour le plaisir et perdez noblement. Gangler 425. — mnd. in übertragenem sinne: so spele ick ok na myneme ghewynne. Reinke de vos 3916. II@6@bb) spielen allein sehr oft in diesem sinne (vgl. auch Hunziker 246. Seiler 272a. Autenrieth 134): da er aber andere halter (viehhirten) spillen wurde finten, ist im erlaubt dasz gelt, karten oder wierfel weck zu nemben. steir. taid. 379, 48. dazu: hin- dahin- et drauf los spielen, periclitari aleam. Stieler 2085. — oft mit verwandten ausdrücken zusammengestellt; so zunächst mit den specielleren bezeichnungen einzelner spiele: sô dû topeln oder spiln wellest, sô strît eht wider. Berthold v. Regensburg 1, 54, 37; bei den hoftafernen mag ainer tags spiln, karten oder kuglen. Salzb. taid. 19, 36; item das auch kainer in den heisern weder spiln noch karten lasse bei der straf. 59, 30. sprichwörtlich: wer nicht ausz seiner hand kart, und spielt, der gewinnt nichts. Lehman 746, 33. vgl. auch: dat ik bald krige einen echten gaden, de ... nicht spille edder wedde. Daniel v. Soest s. 181, 2161 Jostes. mit andern wörtern: die sassen dann zuosammen bisz mittnacht [zuo] spilen, schlemmen und temmen. Wickram rollwagenb. 76, 9 Kurz; daselbs sass er bei seinen offenheizern und buben, spillen und saufen. Zimm. chron.2 2, 149, 33; der mayer verbeut wält, wegh, steg, fischen undt jagen, speilen undt stelen. weisth. 2, 54; steken, spelen, danzen unde springen, seidenspil, pipen, bungen unde singen ... dit is gewest mine vroude unde al min tîtvordrîf. des dodes danz 794 Bäthcke; alsus hefstu des duvels dênst vor di genomen mit spelen, drinken unde anderen unkûschen dingen, bôtzelen, dobbelen, karden unde unhoveschem singen. 1405; von spihlen, schlemmen, stechen, schlagen, von huren, hetzen, baitzen, sagen. Weckherlin 416 (od. 1, 30, 14). s. ferner d. II@6@cc) spielen wird zunächst im allgemeinen gesagt, das spiel gewohnheitsmäszig treiben, dem spiel ergeben sein, oder auch, das spiel verstehen: mein herr, ich höre, — dasz sie spielen, dasz sie bank machen; ohne zweifel an orten, wo etwas zu gewinnen ist. Lessing 1, 568 (Minna 4, 2); wir wollen annehmen, dasz wir einem unbekannten ein kartenspiel anböten. wenn dieser uns antwortete: ich spiele nicht; so würden wir diesz entweder auslegen müssen, dasz er das spiel nicht verstände, oder eine abneigung dagegen hätte. Hamann 2, 33. — dazu: er spielt gern, er ist dem spielen ergeben. Kramer dict. 2, 863c; er spielet gern, delectatur exercitatione ludicra. Stieler 2085. ich kan nicht spielen, ignarus sum ludorum. ebenda; sprichwörtlich: wer nit spilen kann, sol zuosehen. S. Franck 2, 114b. Petri Hhh 7a, ludere qui nescit, ludum spectando quiescit. Stieler 2085. Eiselein 573; die da zusehen, konnen am besten spilen. Luther 20, 115, 2 Weim. ausg. II@6@dd) sehr häufig ist der substantivierte inf., der mit dem subst. spiel gleichwertig ist: dem spilen nachziehen und das wagen, aleam sequi. Maaler 380c; er ist zuo spilen gar verlAeckeret, alea decoquit eum. ebenda; vom spilen lassen, incidere ludum. ebenda; dem spielen feind seyn. sich aufs spielen legen, begeben. über dem spielen sitzen. einen im spielen betrügen. mit spielen gewinnen, verlieren. ... durchs spielen verderben, erarmen. Kramer dict. 2, 863c; er ist dem spielen ergeben, delectatur lusu. spielen macht selten reich, lusori fata resistunt, multis exitio fuit alea. Stieler 2088; da sein spiler verhanden, die nichts anders thuen, als tag und nacht dem spilen auszwarthen, die wurden nit underlassen an dich zusetzen unnd zum spilen zuverursachen. spec. vitae human. (1584) s. 11 neudr.; das spielen ist eine chymia, oder schmeltzkunst, da der verliert, welcher gold zu machen bemühet ist. Harsdörffer mordgesch. s. 726 (anh. 13); das, wenn ein weib ihren mann, indehm er kartelt, mit einer rutte heimlich berühret, womit eine leichtfertige dirne ausgehauen worden, hinfort derselbe, sein lebenlang, für den spilen eine abscheu tragen solle. Butschky Pathmos s. 668; es ist, wie ich glaube, le sort de nostre sang, unglücklich im spiellen zu sein; wen ich spielle, welches mir woll selten geschicht, verliehre ich allezeit. Elisab. Charlotte 2, 254; oder wollen wir uns zum pharao sezen, und die zeit mit spielen betrügen? Schiller 3, 22 (Fiesko 1, 7). — so in zahlreichen sprichwörtern und redeweisen: spilen ist kein kunst, sonder auffhören. Franck 2, 81b. Eyering 3, 316. Petri Tt 1a. Simrock 9712, spielen ist keine kunst, aber wol, das spielen bleiben lassen. Kramer dict. 2, 864a; derhalben die erfahrung disz sprichwort herfür bracht hat: wer ist mit spielen reich worden? theatr. diabol. (1569) 509a B; spielen kleidet (giebt kleider) selten wol. Petri Tt 1a (s. Wander 4, 706, 45); wer stetigs ob dem spielen leit, der gewint snd, und verleurt die zeit. Kkk 3b; spielen ist ein kübel, in dem steckt alles übel; ein pflaster, auf dem gehen alle laster; ein linden, unter der ruhen alle sünden; ein faden, an dem hangen alle schaden; eine wurst, die gefüllt mit lauter durst; ein fluss, in dem nur schwimmen ärgernuss; eine bank, an der sitzt aller zank. quelle bei Wander 4, 706, 42; mit andern lastern zusammengestellt: sauffen macht den leib voll, spielen macht den menschen toll. sauffen macht das heupt schwer, spielen macht den beutel lähr. theatr. diabol. 510a C, s. auch Schuppius 199. Wander 4, 706, 46; spielen, huren, und sauffen alles aus, machen lehre taschen und leere haus. Zincgref 4, 402; guter gesell, trinck des weins nicht zu viel, ht dich vor huren und vor spiel. dann spielen, und ein böses weib, bringen manchen umb sein ehr und leib. 418; durch spielen, bulen, bancketiren thut man leib, ehr, und gut verlieren. 366; spielen, fischen, vogelstellen schänden manchen junggesellen. Simrock sprichw. 9719. II@6@ee) spielen vom einzelnen falle, wo man diese kunst ausübt: die gantze liblange nacht spilen, noctem ducere ludo. Maaler 380c; ludum, compotationem etc. nocti aequare, die gantze nacht durch spielen oder sauffen. Corvinus fons lat. 16a; also gieng der sun hin, und auff dem weg da kam er zuo etlichen gesellen, die auff der gassen spillten, dann, zuo Florentz ist verbotten unter kainem obtach zuo spillen, man spilt nun offenlich auff der gassen, auf den bencklin vor den heussern oder in den lezen; also sach der guott gesell zuo, wie man spilti; also gewan er auch lust und spilet auch und verlor sein gelt als. d. städtechron. 25, 79, anm. (W. Rem); dann setzt' ich mich zur gesellschaft und wir spielten bis zum morgenlicht. C. F. Meyer Jenatsch s. 110; sie sprach: 'er künic, ich enwil nicht mê spilen zu diser zît, habet iu spil unde strît, habet iu vorlust und gewin. Heinr. v. Freiberg Tristan 4185. auch hierher gehören zahlreiche sprichwörter: denn wie das sprichwort lautet, so der abt würffel aufflegt, mögen die andern brüder künlich mit spielen. theatr. diabol. (1569) 512b C; wann der abt die würffel auffsetzt, ist dem convent erlaubt zu spielen. Lehman 146, 15. — wer spilen wil, setz auff. Franck sprichw. 1, 82a. Egenolff 341a. Petri Kkk 3a; wer mit spielen will, musz mit aufsetzen. Simrock 9735, vgl. Wander 4, 707, 62. 85. viele spielen, einer gewinnt. Simrock 9717; wo zween spielen, da muss einer verlieren. Petri Sss 4a; wer spielt, der verliert. Abraham a S. Clara Judas 1, 326. wer gewinnt, der spilt am besten. Eiselein 573. Simrock 9726. spielen und nicht gewinnen, macht unnütz bösz nachsinnen. Petri Tt 1a. mahnungen zum aufpassen, vgl. spiel II, 7, i: wer spielen will, musz die augen im kopff, und nicht in füssen haben. Lehman 745, 22; wer spielen wil, der musz nicht der gense hüten. Petri Kkk 3a. Henisch 1497, 21; s. auch Wander 4, 707, 71. 86. hierher auch (?): siht man's, so spil ich; siht man's nicht, so stil ich. Eiselein 573. Simrock 9709. II@6@ff) so eine partie spielen (auch vom bloszen zeitkürzungsspiele): dasz sie nicht länger als bis zu sonnenuntergang, und also höchstens drey partien würden spielen können. Wieland 24, 127; statt ihre partie zu spielen, gingen sämtliche herren in weitem bogen hinter dem polnischen grafen herum. Keller 5, 20; worauf er mit seiner mutter eine partie schach spielte, bei der niemand gewann. Th. Mann Buddenbrooks 2, 527. dafür auch ein spiel spielen, s. spiel II, 7, f, sp. 2299 f. das spiel ist nicht zu spielen, mit wahrscheinlichkeit nicht zu gewinnen. Campe (519b). II@6@gg) man sagt ferner eine karte spielen, beim spiele auswerfen: hat man zwei asse in der hand, so musz man die erste beste gelegenheit benutzen, eins davon zu spielen. Krünitz 158, 32; die erste und wichtigste anweisung ist, sich zu erinnern, wie viele zehner, asse und zweier gespielt ... worden sind. 30. allgemeiner: man gibt die karten nicht, wie man sie spielt. man kartet die karten anders, als man sie gibt, man gibt manchem ein gute karten, wer sie recht köndt spielen. Lehman 745, 21. ungewöhnlich von den stichen: es ist niemanden erlaubt mehrere stiche, als die zuletzt gespielten nachzusehen. Krünitz 158, 30. — ebenso im brettspiel einen stein spielen: wer auff dem spiel einen guten bund im bret hat, darüber ein ander sein stein spielen musz. Egenolff sprichw. 200a, vgl. spiel II, 7, h, β. II@6@hh) spielen mit einem, der also spielkamerad und in der regel gegner, gegenspieler ist; so auch: wo zwei mit einander spielen, so soll der meier den drittmann geben. weisth. 5, 460, § 10. mit seines gleichen spielen, paribus colludere. Steinbach 2, 627; sprichwörtlich: spiel mit deines gleichen. Petri Tt 1a; (im bilde:) die stätt sollen mit fürsten nicht spielen, sie haben jhnen dann zuvor in die kart gesehen. Lehman 747, 44. ähnlich auch: spiel nicht in der fremde, sonst verlierst du rock und hemde. Simrock 2685. vgl. ferner I, 7. von den zwei gemeinsam gegen einen dritten spielenden (verbündeten) spielern bei vielen kartenspielen sagt man, sie spielen zusammen. dafür (veraltet): uberdisz sind die spieler hierinnen wunder geschickt, dasz sie die karten gern falsch geben, ... schielen einander ins handspiel, so jhr zwen uberein spielen. theatr. diabol. 513b B. — einem das spiel in die hand spielen, s. Schuppius unter I, 9, f. II@6@ii) spielen wird nicht selten in noch engerem sinne gebraucht, namentlich beim kartenspiel. so von dem solospieler, wenn einer gegen mehrere spielt, z. b. beim skat: 'in engerer bedeutung ist in manchen, besonders einigen kartenspielen, spielen dem passen entgegen gesetzt. ich spiele nicht, sondern passe.' Adelung (2, 2, b, β, 1); spielen und nicht passen, giuocare, cioè restare, far resto. ihr passet, und ich spiele. Kramer dict. 2, 864a; wer einmal gepaszt hat, kann nicht wieder spielen, und wer einmal hat spielen wollen, der musz es thun. Krünitz 158, 82. s. auch Corvinus unter spiel II, 7, h, α. II@6@kk) mit adverbien, vgl. spiel II, 7, g: gut, schlecht spielen, je nachdem einer die regeln und die technik des spiels gut oder wenig versteht; vgl. unter e. — glücklich, unglücklich spielen, je nachdem man gewinnt oder verliert: (im bilde:) ach! schon zu unglüklich hab ich gespielt, dasz ich nicht auch mein leztes noch sezen sollte. Schiller 3, 125 (Fiesko 4, 12). — waghalsig, unbesonnen spielen: freilich sah der scharfe blick des Römers auch die schwächen deutscher natur, dasz der Germane ... auch bei nüchternem muth waghalsig spielte wie ein trunkener. Freytag bilder 1, 51. — recht spielen, den regeln des spiels gemäsz: solches ist aller spieler art, dasz sie sich offt selber rhümen, unnd sagen: wenn sie nicht ehe gewinnen solten, sie spieleten denn recht, würden sie gar wenig gelt behalten, wolten auch lieber kein karten unnd würffel anrüren. theatr. diabol. 513a D; ja, sagt mancher spieler, wann ich recht spielte so würde ich wenig geld behalten u. s. w. Schuppius 200. ähnlich: aufrichtig spielen, absque technis, sine dolo malo ludere. Stieler 2085; redlich, aufrichtig spielen, giuocare schietto, alla buona, dritto. Kramer dict. 2, 864a; das ist nicht redlich gespielt, questo non è un giocare, met. un agire, procedere retto e sincero. 864b. sprichwörtlich: wer nicht redlich spielt, den erschleicht die gewonheit zu liegen und triegen. Lehman 745, 16; wer erlich spilt, komt bei dem spil zu kurz um lüzel oder vil. Eiselein 574. das gegentheil unrecht spielen: der spiel teuffel ... lehret uns auch unrecht spielen, die bletter in die karten schichten, vermengen, zwicken und zeichnen, auff dasz wir sie erkennen, unnd wissen mögen was andere in der faust haben. theatr. diabol. 507b C. gewöhnlich falsch spielen unerlaubte, betrügerische listen und kniffe anwenden, decipere ludo. Stieler 2085; falsch spielen, auf spitzbubisch, raszlerisch, auf betrug spielen. Kramer dict. 2, 864a; damit sie ja das spiel gewinnen, welches jhnen offt fehlen solt, wenn sie nicht so felschlich spieleten. theatr. diabol. 513b B. häufig übertragen: sie spielen falsch. gestehen sie, sie wollen in dieser schlangenwindung mir entgehn. Schiller 5, 2, 232 (don Karlos 2, 3); so ist es wahr? Arminins spielte falsch? verrieth die freunde, die ihn schützen wollten? H. v. Kleist 3, 249 Zolling (Hermannsschl. 5, 13). nd. falsch spêlen, falsch sein. Schambach 203b. II@6@ll) insbesondere hoch spielen, wenn der einsatz grosz ist, giuocar' alto, giuocare gran giuoco. Kramer dict. 2, 864a; sehr hoch spielen, um vieles geld. Adelung; also ist auch ein ieder der höcher spilt, als sein vermögen erleidet, umb ainen ganzen grichtswandl verfahlen. Salzb. taid. 174, 5. im subst. inf.: das höche spillen ist auf das schärpfeste verbotten, und solle dieses auch in keinen anderen ort, als in den offenen taffernen, und zwar sowohl das kögl- als kartenspill nit höcher als um ain kr. erlaubet sein. tirol. weisth. 1, 46, 37; dasz spiellen ist hir greülich hoch undt die leütte werden wie dolle menschen, wen sie spiellen. Elisab. Charlotte 2, 33. so schon mhd.: sô hilfet iu des steines kraft, daʒ ir werdent sigehaft ... und alle wege tuont gewin, ir spilnt hôhe od nidere. Konr. Fleck Flore 4767. dafür veraltet theuer spielen: wie theur oder hoch spielet ihr? quanti ludus? Dentzler 2, 269. übertragen: 'wiltu sie laszen verbrennen, verderben in dem feur?' do sprach der Mutschelbecke: 'ich spil nun nit so teur.' Uhland volksl.2 244 (nr. 130, 48). groszes spiel spielen, s. spiel II, 7, g, α (sp. 2300): mäner undt weiber begreiffen keine lust, alsz gar ernstlich grosz spiel zu spiellen, aber umb lustig sein undt nur spiellen, umb zu lachen, dasz können sie nicht begreiffen. Elisab. Charlotte 2, 254. II@6@mm) bestimmter wird der einsatz angegeben durch die verbindung um etwas spielen: um eine collation, einen schmausz etc. spielen. um die zech spielen, giuocare lo scotto, il conto, ò à chi pagherà l'hoste tutto solo. wir wollen drum spielen, lo giuocaremo, ò à chi sarà. Kramer dict. 2, 864a; aber so das gericht versamlet ist, mögen sie ziemlich umb ein irten oder masz wein spielen. weisth. 5, 571, 9; und wann man umb dasselbig gemein fueter spülen will, so soll man niemand darumb spülen lon, dann welcher ein gemeindsmann ist. 6, 219, 2 (Sechtenhausen, 1546); jene 4. spieler, welche um das klaid Christi unter dem creutz mit würfflen gespielet. Abraham a S. Clara Judas 1, 327; noch weiʒ ich einen bösen site, der gelerten leuten volget mite, daʒ herren nu cleine schulerlein mit in lant spilen ümb wein. renner 16589; wer nun nicht also gesinnet ist, der taug zu keinem spieler, ... und gehören solche leute nirgent besser hin, denn nur zu kleinen kindern, die umb koten und nuszschalen spielen, bald auffhören, dazu keinen gewinn davon bringen. theatr. diabol. 507a E; schne pallen sicht man auch von vieln (im winter), die feyer nächt umb die nüsz spieln. H. Sachs 1, 420d. daher sprichwörtlich: man spielt nicht nur umb nüsz. Lehman 744, 3. Wander 4, 705, 27 ('es handelt sich vielmehr um sehr ernste dinge, nicht um nüsse, sondern um gut und blut'). — um pfänder spielen. Adelung (2, 2, b, β, 1), s. II, 1, o. so: sus wurden würfel dar geleit und ein bret schœn unde sleht, ûf dem der wunneclîche kneht dâ spilte mit der künigîn eintweder umbe vingerlîn od umbe senfte biuʒe. troj. krieg 15897. gewöhnlich indessen um geld spielen, s. oben a. bestimmter um einen groschen, um drei pfennig spielen u. ähnl. dazu: welch wirt oder wirtinne, in der huse gespilt wirdet ubir vumf schillinge unde daʒ nicht meldet. Freib. stadtr. 5, § 12; item auch sol niemant dem andern in sein haus und hof spilen ân als vil, und er umb und an hat. tirol. weisth. 1, 224, 19; es soll auch der richter ... denen ledigen dienstknechten das unnütze spillen yber die gebihr auf ain bis zwai und auf das hegste drei kreizer nicht zuelassen noch gestatten. 4, 242, 32. sprichwörtlich: mit dem pfennig fängt man an zu spielen. Simrock 9711. II@6@nn) besonderes. II@6@n@aα) mhd. (umbe) den wurf spiln, 'heiszt zunächst darum spielen, wer anwerfen, das spiel anfangen soll'. mhd. wb. 2, 2, 506b (2, c); dann übertragen: hiest der âventiure wurf gespilt, und ir begin ist gezilt. Parz. 112, 9; Tybaldes râche und des nît ist alrêrst um den wurf gespilt. Willeh. 26, 3. II@6@n@bβ) auf seinen rest spielen, far del suo resto. Kramer dict. 2, 864a. sonst nicht bekannt. II@6@n@gγ) auf borg spielen: ob das wär, das ainer mit dem andern spilt mit würflen und auf borg, dasselbe spil soll weder kraft noch macht nicht haben. tirol. weisth. 4, 216, 15; es sol auch niemand auf porg spilen. 436, 9; es soll keiner mit dem andern uff die borg spilen, weder sein besoldung auch nicht. Reutter v. Speir kriegsordn. s. 14, 26. — dafür in älterer sprache auch: item, wer och dings spilat, oder uf pfand ald uf zil, glüpt oder aid, oder wer uf pfand licht. weisth. 5, 214, 14 (Überlingen, 15. jahrh.). II@6@n@dδ) auf verlust spielen, sodasz man verliert: der spielt auff verlust, der die karten schlägt, wie sie jhm in die hand geben werden. Lehman 746, 43. mhd. auch v(er)lüste spiln; bildlich: solher vlüste hân ich her gespilt wol drîʒec jâr. Neidhart v. Reuental 78, 1. auf den verlust eines andern, ähnlich im bilde: lüg gît mangem schâch, lüg spilt ûf maneges tôren mat. Marner XV, 339 Strauch. II@6@oo) um etwas spielen wird häufig bildlich gesagt, da man etwas 'aufs spiel setzt' (s. spiel II, 8, i), riskiert, einer gefahr aussetzt, oder etwas durch ein wagnis zu erreichen hofft: denke, du spieltest um den himmel, Fiesko. Schiller 2, 130 (Fiesko 4, 14); wenn sie nicht wollen, so sey's denn unter uns beiden um leben und tod gespielt. Göthe 10, 77 (Clav. 2); wenn ein kluger mann der frau befiehlt, dann sey es um ein groszes gespielt. 2, 238; soll ich frisch um mein leben spielen, musz mir noch etwas gelten mehr. Schiller 12, 51 (Wallensteins lager 11); wer gab euch kalten zauberinnen das recht, im spiele zu gewinnen, im kalten spiele, unser herz, damit zu treiben kalten scherz? kein spiel ist, dem die regel fehle: gleich soll'n der spieler sätze sein; ihr spielt mit uns um unsre seele und setzet nichts dagegen ein. Immermann 13, 35 Hempel. II@6@pp) sehr selten und nicht ganz sicher sind die fälle, wo spielen in diesem sinne transitiv gebraucht wird: beisetzen, wetten, spilen, ponere, deponere, apponere in ludum. Henisch 264, 10; nicht anstand nahm er (Wallenstein), andrer ehr und würde und guten ruf zu würfeln und zu spielen. Schiller 12, 344 (Wallensteins tod 4, 8). II@6@qq) spielen mit angabe des effects: sich reich, arm spielen. Kramer dict. 2, 864a. Adelung; welche aber unter den spielern dieses nicht beobachtet, die haben sich arm gespielet. Wesenigk spiel-sieben 24. so besonders in dem sehr verbreiteten sprichwort: es spilen sich eh zehen arm, dann einer reich. (vix fovet undecimum, sed pauperat alea multos.) S. Franck sprichw. 2, 160b. Egenolff 219a. Petri Cc 8b. Henisch 795, 1. Lehman 745, 23. Eiselein 573. Simrock 9716, lusori fata resistunt Stieler 2085, anceps est ludi alea Dentzler 1, 32a; nd.: dar spAelt sick êr tein arm as ên rîk. Frommann 2, 535, 97. vgl. Wander 4, 705 f., 18. 54. so mit ungewöhnlichem part.: und karten waffnen schon den armgespielten adel. Zachariä schnupft. 2, 18. anderes: wer hat je gehört, dasz einer, der sich selber in die knechtschaft gespielt hat, von dem messer des opferers entseelt wird? Freytag ahnen 1, 367. s. auch s zu ende. II@6@rr) vom gewinnspiel geht auch wol die wendung etwas wett spielen aus, obwol die belege es nicht mehr erkennen lassen; etwas gut machen: aber gleichwie mich das unglück hauffenweisz überfiel, da es anfieng, mich hiebevor zu reiten, also bedunckte mich auch jetzt, das glück wolte es wieder wett spielen. Simpl. 1, 225, 15 Kurz (2, 29); vergelten (im üblen sinne): huy, Simplici, meynest du auch wol, es geschehe dir unrecht, wann dir einer wieder wett spielte, was du zu Parisz begangen? 410, 4 (4, 14); sich für einen verlust rächen: Moor nehmt euch in acht — ... hab ich doch ohnehin noch einen ehrlichen namen mit euch wett zu spielen. (Hermann zu Franz.) Schiller 2, 290 (räuber 4, 8 trauersp.). II@6@ss) das spiel, besonders das würfelspiel, dient nicht selten als los; auch dies drückt das wort spielen aus. mhd. zuweilen spilen und lôʒen verbunden; in folgender stelle vom gewöhnlichen gewinnspiel nicht sehr verschieden: di ritter al gemeinlich des rockes underwunden sich, ungeteilet bleib er doch, dar um spilten si her nâch unde lôʒten wem er blibe. kreuziger 9308. vgl. dazu: wir wollen spielen uff dissen stein, wem der rock blibe allein. Alsf. passionssp. 5694. vgl. weisth. 6, 219 unter m.sonst zur entscheidung, wer von mehreren etwas thun oder leiden soll: daʒ si kurzlich mit wurfeln spilen wolden, welhe den kunic tœten solden. Ottokar reimchron. 89511; mer woln spielen und loisszen umb die wachte und umb die hudt. hie sint dri wirffel gut. Alsf. passionssp. 6950; auch schickt man mit 500 man zu fuesz, die waren wol halb von den zünften, wann die muesten all spilen, iegliche zunft für sich selb und macht man in ieglicher zunft so vil tail, als sie aischet nach der anzal, und auf welchen das losz geviel, dieselben muesten des ersten dran. d. städtechron. 5, 253, 9; spieleten derowegen, und kam das losz auf die bratwurst, die muszte holtz tragen, die mausz ward koch, und der vogel solte wasser holen. Philander 2, 929. — ausreiszer musten umb den galgen spillen und einer davon wurde gehangen. quelle vom j. 1634 bei Schm. 2, 663; wann in einem kriegsheer ein regiment soldaten rebelliren oder nicht tapffer fechten wollen, so läst sie der general nicht alle auffhencken, sondern läst sie spielen, wer unter ihnen sterben soll. Schuppius 322. — so auch mundartlich, westerw. spille 'losen, das los werfen; in gestalt eines spieles etwas vertheilen, unter die leute bringen'. Schmidt 225, nass. spillen Kehrein 1, 383. so besonders von der aushebung zum militär, els. spile Seiler 272a; 'spilen braucht der landmann seit einführung der militärconscription auch von dem jährlichen loosen der pflichtigen bursche um die nummer, die zum kriegsdienst ruft, oder davon freyspricht. sich 'nei~ spiln, 'naus spiln, wégspiln'. Schm. 2, 664, tirol. Schöpf 688: es wird zur verhietung aller zänkerei das nächste seyn, sie, wer oder welche der roll kommen, darumben spillen zu lassen. quelle vom j. 1734 s. ebenda; die gemeinde Boneschwyl muszte 8 mann stellen. die jungen bursche müssen spielen; den guten Jakob Humbel trifft das loos, soldat zu werden. Hebel 2, 75; ich musz aufs amt in die stadt, denn wir werden bald spielen müssen, wer soldat wird. Hauff 2, 666 Reclam. mit angabe des effects: wenn man so einen kreuzer im sack hat, hat man glück; nimm ihn zu dir, und du spielst dich frei. Auerbach dorfgesch. 1, 12. II@77) spielen wird dann in freier übertragung von allerlei thätigkeiten und verfahrungsweisen gesagt, auf grund eines vergleichs mit einem wirklichen spiel in der bedeutung 1 (gewöhnlich) oder 6. vgl. spiel II, 11, sp. 2309 ff.der kampf als spielen, s. 2, a. II@7@aa) vom liebesgenusz, vgl. spiel II, 11, b. über den grund dieser bezeichnung s. Groos spiele der menschen s. 324. spielen, in re venerea ludere, coire. Frisch 2, 300c; venerem exercere, coire. Höfler krankheitsnamenb. 663a. vgl.: spelen, ludere, amori operam dare, venerea voluptate frui. hinc overspel, spel-kind etc. Kilian. II@7@a@aα) gewöhnlich der liebe spielen, nach analogie der unter 1 behandelten ausdrücke: der liebe spielen, giuocare all' amore, met. far l'amore. Kramer dict. 2, 864a; indulgere amori Stieler 2085; do peyde der süssen liebe mit einander spilten. Bocc. 36, 11 Keller (1, 4); darnach sich wider nyder legten, nicht mit kleiner peyder freude dise nacht vertriben mit einander der liebe spiltenn pisz gen dem lichten morgen. 70, 31 (2, 3); also geret beyde miteynander czuo pet giengen der edeln liebe spilten. 498, 16 (8, 7), s. auch 352, 20 (5, 7). 421, 15 (7, 3); und er mit seiner lieben gefatterin ... in die kammer gieng, sich darein wol versperret, unnd auff das beth zu einander setzten, da sie nach irer gewonheit der liebe mit einander spylten. Montanus 75, 16 Bolte (wegkürzer 89b cap. 31). dafür kurz vorher, scherzhaft: die fraw ... ir fürnam im zuwillen werden, und under der deck zwischen zweyen schneeweissen leinlachen sich zuo manig malen bey einander funden, der gfatterschafft mit mehr ruhe und minder sorgen dann vor spilten. 75, 6. ferner: wer ist doch so unsinnig und unfreundtlich der von deiner schöne nicht gefangen wirdt, hat es darzu für kein glück, dasz er mit dir der liebe spielen möge, dein willen und begeren veracht? buch d. liebe 209c; so gen wir in ain kemerlein und spilen der edlen minne! Uhland volksl.2 594 (nr. 297, Tanhauser, 11); bald sie sich ergab zu seinem willen, tet mit im der liebe lust zu spilen. Rebhun Sus. 4, 4, v. 248 (schausp. aus dem 16. jahrh. 1, s. 75). II@7@a@bβ) andre umschreibungen: sî giengen slâfen überal. alsô tet der keiser sân. diu juncfrowe wol getân wart geleit an sîn bette. dô spilt er ûf ir wæte (?, hs.: wete, wette) eins spiles daʒ er kunde, des sî vor nie begunde. Otte Eraclius 2270; sie hæten des spils ensamt gespilt, dâ manec schalc wirt von gezilt und manec fürste wol geborn. 3801. II@7@a@gγ) spielen allein oder mit adverbialen bestimmungen, besonders in älterer sprache: alse nu desse twey tozamende worden spelende uppe dem bedde, so wart do de vrouwe enwar in dem spele des mormans belde unde se entfengk van orem manne. quelle bei Schiller-Lübben 4, 312b; lustet dy nicht myt unser ebbedeschen to spelende na echter lude (eheleute) wise? ebenda; dat hilge echte is geschapen den leygen, ritteren unde knapen, dat se mogen lefliken spelen, de werlde meren, kindere telen. ebenda; der chunich sach in allen gahenwie Isaac und Rebecca lagen, in chonilicher gamenespileten si zesamene. genes. 48, 12 Diemer; spreit ir eur käpplein nider ... und spilt mit mir im grün! Uhland volksl.2 s. 187 (106, 3); es spilt ein ritter mit einer maid, sie spilten alle beide. 168 (97 A, 1); dafür: es spielt ein ritter mit seiner magd bis an den hellen morgen, bis dasz das mädchen schwanger war. wunderh. 1, 92 Boxberger; ich hab mit einem edelherrn gespielt, ein kindlein musz ich tragen. 93. in neuerer sprache in freierem gebrauche: der schönen in den armen liegen, wenn draussen nord und regen pfeifft, macht so ein inniglich vergnügen, dergleichen niemand recht begreifft; er habe denn mit mir gefühlt, wie sanffte sichs im finstern spielt. Günther 199. wortspielend: sondern er musz sich auch besorgen, immittelst er ums geld spielet, dasz nicht ein ander unter desz mit seinem weibe spiele. Wesenigk spiel-sieben 12. — im bilde: hernach musz er (der bauer) wissen, dasz jahr aus und ein der himmel mit der erden spiele; und beide sich miteinander gleichsam verehligen, da die erde das weib und der himmel den mann agiret. kunst- u. handwerksnotarius 148. II@7@a@dδ) sonst gewöhnlich in schwächerem sinne: mit einer jungfer etc. spielen, scherzare cioè lascivamente con una donzella, cioè con bacci, toccamenti etc. illeciti. gall. badiner. mit seinem weibe spielen, scherzar colla moglie, met. farle carezze etc. it. usare con essa. Kramer dict. 2, 863a; nd. mit junfern speelen, 'liebesergötzlichkeiten mit ihnen haben'. Dähnert 446a. kosen u. ähnl., s. I, 3, b, sp. 2327, und Rückert unter spielchen. — vgl. auch: dô si iʒ langere ne mahte verhelen,do begunde si zuo ime spilen: diu selbe verwaʒʒenebat in mit ire slâffen. fundgr. 2, 56, 26 (genes.). II@7@a@eε) vereinzelt von thieren: der abt sall brengen eyne verse, die nie gespielt hait. weisth. 2, 779 (Reichswald, 14. jahrh.); vgl. Schm. 2, 664 (d) und abspillen theil 1, 123. — jetzt ostfries. 'brünstig sein', vom vieh, besonders von kühen: de kô spȫld; sê mut na de bulle. Stürenburg 254a. ten Doornkaat Koolman 3, 284a. Schiller-Lübben 4, 312. II@7@bb) nicht selten wird durch eine meist scherzhafte metapher irgend ein verfahren als ein spiel bezeichnet, und tritt dann als object zu spielen, s. spiel II, 11, k. dabei liegt im allgemeinen die bedeutung II, 1 zu grunde, s. auch trumpfspiel spielen unter II, 1, l zu ende. ferner: darnach auff den pfingstag, spielen sie aber eyn neues kuntzenspiel (gaukelspiel, s. theil 5, 2755). dan sie senden eine taube ausz jrem eulenhimmel, ... und das ist ungefärlich der h. geist. bienenk. 150b; derwyle dat ik kôchelen wel unde dryven dit leive kôchelenspel. Theoph. 401; nu hei nein bischop wsen wel, nu spêld hei gêrne dat vadderspel (nepotismus), unde makede wol synen mâch tom heren. 237, vgl. die anm. vgl. auch: spilt eʒ ûf der êren spil. Marner XV, 88 Strauch. II@7@cc) auch sonst wird spielen mit objecten verbunden nach art der unter II, 1 behandelten ausdrucksweisen. insbesondere in zahlreichen wendungen für 'betrügen, hinterlistig handeln' u. ähnl.: einen frommen betrug, jemanden eine list, einen possen, einen bösen streich spielen. Adelung (2, 2, a). II@7@c@aα) das häufigste ist einen streich spielen: hier spieleten nun die häupter des volks zu Korcyra ... folgenden streich. Heilmann Thuc. 516 (μηχανῶνται τοιόνδε τι 4, 46); dencke nur, wie wir zugleich manchen streich heimlich list- und lustig spielten. Günther 913. in neuerer zeit stets mit dativ: Dietrich hat mir sehr dumme streiche darin (in der sache des almanachs) gespielt. Boie bei Merck briefs. 1, 68; dasz ... Kanter mir ohne seinen willen dabei den übelsten streich ... gespielt hat, indem er die erste ursache dieser bekanntmachung geworden. Herder bei Kant briefw. 1, 72; gut, ich habe ihr diesen tollen streich gespielt! Göthe 11, 29; durch die unart und den übermuth einiger leichtfertigen gesellen, vermehrte sich die unruhe und das übel der nacht, indem sie sich einander neckten, aufweckten und sich wechselsweise allerlei streiche spielten. 18, 260 (W. Meister 3, 4); er spielte uns tausend streiche; mit lust vernichtete er unsre freude. 19, 272 (6); ihr habt uns neulich einen schelmischen streich gespielt. 24, 273; sagt der goldnen Lotte ich würds ihr denken dass sie uns den streich gespielt. br. 2, 60; sie sollen nur sehen, was ich dem Haudy für einen streich spielen werde. Lenz 1, 275 (soldaten 2, 2); ich spielte ihm unter der hand einen streich, der ihn schütteln wird. Klinger theater 2, 35 (schwur 1, 2); mit dem mädchen auf dem gange zu sprechen, getraute ich mir nicht, da unsere erste zusammenkunft bei meinen kameraden ruchbar geworden war, und sie vor begierde brannten, mir einen streich zu spielen. Grillparzer4 11, 277; ich spiel' 'nen streich dem Aberbrothok. Freiligrath5 2, 63; ieden losen streich, den Amor ihm gespielt. Uz s. 355, 6 Sauer. so auch: dem alten freyherrn von Chrysant wagts Amor einen streich zu spielen. Göttinger musenalm. 1771, 143. bildlich mit unpersönlichem subject: dass eine art von gutherzigkeit mir, da ich sie so schrecklich leiden sah, beynahe einen streich gespielt hätte, den ich mir in meinem leben nicht vergeben haben würde. Wieland 13, 100 (nachl. des Diog. 27); es scheint als wenn die natur unter andern schelmischen streichen, die sie uns spielt, auch hier (bei den kindern) sich ganz besonders vorgesetzt, uns zum besten zu haben. Göthe 24, 110; pfui! pfui! was will mir mein geiz für einen teufelsstreich spielen. Schiller 3, 100 (Fiesko 3, 7); da spielte ihm denn das heisze blut hier und dort schlimme streiche. Seume 1, 15 Hempel; verzeih! mir fiel's nicht ein sogleich, mir spielte mein gedächtnisz einen streich. Lenau Faust 142 (v. 2577). nd. dafür he hett mi een stükkschen speelet, 'er hat mir einen listigen streich gemacht'. Dähnert 446a. II@7@c@bβ) ebenso: er hat mir einen bossen, einen schlimmen bossen gespielt, egli mi giocato cioè fatto un gioco, una burla, uno scherzo, uno brutto scherzo. Kramer dict. 2, 864b; einem einen possen spielen, illudere alicui. Frisch 2, 300c; ich glaube, eine sehr interessante episode dazu erfunden zu haben, dasz sich alles sehr gut soll lesen lassen, und ich gewisz den theologen einen ärgern possen damit spielen will, als noch mit zehn fragmenten. Lessing 12, 510 (brief vom 11. aug. 1778); wo er ihnen, ohne dass sie wussten, woher es kam, einen possen spielen konnte. Wieland 15, 157; aber ein solcher racker (knopf) hat mir neulich folgenden possen gespielt. Vischer auch einer 1, 20. II@7@c@gγ) ferner: der betrug, den er ihnen zu spielen gedachte, ist sein geringstes verbrechen. Schiller 4, 218; ein gespielter betrug ist wenig werth, — wenn ihn nicht der betrogne erfährt. Rückert (1882) 11, 362 (18. mak.); der kaiser (Otto III.) bat die Beneventaner um dieses ihr kostbarstes heiligthum, und sie wagten die bitte ihm nicht offen abzuschlagen, spielten ihm aber einen frommen betrug, indem sie ihm statt der gebeine des apostels (Bartholomäus) die reliquien des heiligen Paulinus ... übergaben. Giesebrecht kaiserz. 15, s. 716. — aus dem geständnisse, welches die getreue Teresilla sich genöthiget gesehen hatte ihrer gebieterin von ihrem geheimen briefwechsel mit don Fernand und von allen den kleinen verräthereyen zu machen, die sie seit geraumer zeit gespielt hatte. Wieland 12, 142 (don Sylvio 5, 14); für mich selbst möchte ich um keinen preisz eine intrigue spielen. Schiller 14, 198 (paras. 1, 2); wir eilen, durch unsre zeit'ge warnung ein komplott, das wider sie gespielt wird, zu entkräften. 5, 2, 367 (don Karlos 4, 14). II@7@c@dδ) im 16.—17. jahrh. der untreu spielen, das auch name eines wirklichen (karten)spieles ist, s. 1, l und spiel II, 7, e; diese freiere verwendung hängt damit jedenfalls zusammen: als sy nun vernamen, dz man der untrew mit jhnen spilen wolt. Franck weltb. 98a; die wârhait kann niemant schedlich noch nachtailig sein dan denjenigen, so mit gefär umbgên und der untreu spilen, die fürchten, ir litz ränk tück aigner nutz kum an den tag. Aventin chron. 1, 9, 16; mit der tauben, als der geringsten aber, ... spieleten sie (gans und ente) als die sterckisten, wie man spricht, der untreuw, gaben ir iren theil in eim angster oder engen glasz zuo versuchen, ... do sie nichts kondt herausser bringen. Kirchhof wendunm. 1, 299 Österley (1, 246); als er nun verstund, dasz sein weib solcher untrew mit jm gespielt hatt. buch d. liebe 297c; ich paszte wol drey stund bisz gegen dem abend in meinem gaden beym gelt-kasten, wohinnen man die tägliche losung zu thun pflegte, umb zu sehen, ob meine gaden-diener ... der untreu nicht mit mir spielten, ob sie im verkauffen genau ... wären. Simpl. schr. 4, 33, 19 Kurz (vogeln. 2, 4); welcher ein schön weib bulen wil der musz auch von jr leyden viel das sie der untrew mit jm spiel. H. Sachs 1, 518b; so bald sich aber jr (der Römer) stoltz und pracht auffwuchs, und das sie nicht mehr hilten gottes furcht, sondern der untrew spilten. Römoldt laster der hoffart 18b. vgl. 3, b zu ende. II@7@c@eε) dasselbe gilt von der wendung des listleins spielen, vgl. 1, h: wann man des listlins spilt, so darffestu keynn an eins weibs stat stellen. S. Franck sprichw. 1, 24a; der juncker aufft bulschafft meint gangen; er wird gwisz in der schrentz behangen meiner frawen, mit einem fusz, dasz ers zu der eh haben musz. sie wird desz listles mit jhm spielen, thet jhm vergebens nicht zu jhr zielen. H. Sachs 4, 3, 3d. dafür lüstleins spielen 'eigenmächtig verfahren' (?): doch ob der stete gemuet oder mainung wer ... den zol ... zu verhindern, des heten sie kain ursach noch fuge, dann solicher zol an der kaufleut und des gemain manns beschwerd genomen werden möcht, und niemand dann grosse herrn und diejenen, die lustleins spilen, belangen wurd. d. reichstagsakten unter Karl V. s. 505, anm. II@7@c@zζ) ungewöhnlicheres: indehm schon lange von (l. vor) dem Machiavell Machiavellische tükke genug gespilet worden. Butschky Pathmos s. 422; dasz ... mich genanntes Ludwigs von Passavant büchlin aufs höhest beschweret, und möcht die stunde komen, ich würde der kunst auch mit ihm spielen, die er drinnen mit uns spielet. Luther br. 3, 503; wie reimt sich lieb und tod zusammen? es schickt und reimt sich gar zu schön, denn beyde sind von gleicher stärcke, und spielen ihre wunderwercke mit allen, die auf erden gehn. Günther 281. II@7@dd) andre verbindungen haben mehr das äuszere aussehen eines wirklichen spielnamens. II@7@d@aα) häufig, besonders in älterer sprache, das (selten den) garaus spielen, gewöhnlich mit einem: wie sie (die juden) nu daselbst unter den heiden waren, liessen sie ... den rechten gott faren, ... bis auch endlich gott hinter jnen her war und spilet das garaus mit jnen. Luther 28, 569, 21 Weim. ausg.; die strafe ward aufgezogen, bis da das stündlin kam, an wilchem die Römer das garaus mit ihnen spieleten, und sie auf einmal daheim sucheten. 52, 427 Erl. ausg.; das sie jhr fürstn und vaterland verthedigten mit rath und hand, den frieden rieten und erhielten, mit den feinden das garaus spielten. Rollenhagen ind. reisen (1603) A 2b; so blieb die schaar dabey halb furcht- halb hoffnungs-voll, und wanckte, wie der stamm, der manchen hieb gefühlet, und, eh der letzte schlag das garaus mit ihm spielet, mit sich nicht einig ist, worauf er fallen soll. Günther 512. auch mit dem dativ: also dasz nit wunder wäre, der gerechte gott liesse den Türcken mit all seiner macht uber solche fürsten, herren, und oberkeiten kommen, und dem Teutschland den garausz spielen. Philander 1, 401; damit ... gutmeinenden autoren, die sich bisher vom büchermachen beköstigten und kleideten, ein jämmerlicher garaus gespielet würde. J. Paul aus des teufels pap. 1, 58. — ähnlich auch: darümb wil dir der herr hie zu verstehen geben: wirst du wider mich mutwillen treiben, so wil ich auch unbereit und unwillig sein zu helffen, wenn der tod, teuffel ... komen und werde dich auch lassen zappeln und stecken, ja der letzte mit dir spielen. Luther 28, 645, 16 Weim. ausg. (der letzte als gen. von die letze, abschied). II@7@d@bβ) noch jetzt ist gebräuchlich bankerott spielen, machen. Adelung (2, 2, a): und müszt also wol unser muter die h. kirch umb all jr schätz, reichthumb, ehr und würde kommen, jren glauben verlieren, banckerot spielen. Fischart bienenk. 50a; der handelt aber gegen jhm selbst gantz unbillich, welcher sich in schulden so vertieffet, dasz er ... endlich gar banckerot zu spielen (zu banckerotieren) genötiget wird. Comenius sprachenth. 865; dasz es den Schweden gemeiniglich gehe, wie den kauffleuten, welche einmal banquerot spielen, oder schiffbruch leiden, die nehmen sich hernach desto besser in acht. Schuppius 375; hofe-scham. (überschr.) der, welcher bey hofe mit röthe wil handeln, der spielet banqrot, oder musz sich verwandeln. Logau 1, 176, 44. II@7@d@gγ) zur umschreibung eines verbs, vgl. 1, p: er und meine meder ... hatten die hinterthr getroffen, das reiszaus gespielt, und wolten dieser heillosen gAeste nicht erwarten. Simpl. 1, 19, 23 Kurz (1, 3). mit inf.: wiszt ihr, warum der (strick) leer ist? der schuft hat raffen gespielt. meines herrn Götze lederbüchsen mitgenommen. Alexis hosen12 96. des rüpfleins spielen, name eines kartenspiels, s. 1, l, dann übertragen für raufen: mein weyb thut ahn das auff euch ziln, sie mOecht mit euch des rpffleins spiln. H. Sachs 3, 3, 45a. II@7@d@dδ) beliebt sind lateinische ausdrücke. so früher desperat spielen, einen act der verzweiflung thun: (so) spielte ich das desperat, und fieng aus verzweiffelung an zu schreyen, als wann man mich hätte ermorden wollen. Simpl. 1, 111, 28 Kurz (1, 34); wann die leute desperat spielen, so fragen sie nichts darnach, dasz die religion in gefahr gesetzet werde. Schuppius 394. — in neuerer zeit das prävenire spielen, einem zuvorkommen: er hat das prevenire gespielt. stekt eure schwerder ein, hier liegt er wie eine kaze verreckt. Schiller 2, 190 (räuber 5, 1, schlusz); 'warum hat dich das schöne kind verlassen?' ich kann sie darum doch nicht hassen: sie schien zu fürchten und zu fühlen, ich werde das prävenire spielen. Göthe 2, 259. vereinzeltes: als kOendte mich gott auch werffen nider und mit mir spielen deposuit. Römoldt laster der hoffart 28b. ein quiproquo spielen, eine verwechslung: mein stier nahm frisch und froh das tempo wahr, und spielte .. ein neues qui pro quo ... und trat als cavalier ... mit dem flacon zu ihr. Bürger 23a. II@7@d@eε) weiteres vereinzelt: jedoch werden die Deutschen allwege von diesen nationen gering geschätzt, und nicht anders genannt als die vollsäufer, ... Hans Muffmaff mit dem bettelsack, die gern hasauf spielen. Freytag bilder 3, 62; sollen wir etwa gar die verkehrte welt spielen und soll ich (das mädchen) ihnen den hof machen ..., während sie sich zieren? Keller 7, 25; do rucken ie zwei und zwei zusamen und spilen ein weil des kleinen genesch und treiben mangerlei gewesch. fastn. sp. 386, 29; ich wil der siben freud mit in spilen und in all tag der kirbei kaufen, das in die zeher die packen ablaufen, das in der ruck vor freuden pleck und erplabt. 267, 19. II@7@d@zζ) spielen kann geradezu für ein anderes, allgemeines verb eintreten oder damit wechseln; so sagt man bair. einem oder einer haberfeld treiben oder spilen. Schm. 2, 853. (auch mit einem schindluder spielen oder treiben, s. theil 9, 202 und oben II, 4, h, θ.) — des geiz under dem hütlein spilen s. oben II, 3, b. II@7@d@hη) viele redeweisen dieser art in nd. mundarten: he speelt visiten 'er macht kleine kurze besuche'. in Hamburg-Altona 'ik speel nee: ich behauptete dagegen, verneinte, und ik speel so: das ist meine meinung'. Schütze 4, 164; ebenda sagt man torügge spelen 'in nahrung oder gewerbe zurückkommen, -arbeiten, so sagte jemand: ik heff hüte en halven daler torüggspeelt; denn ik heffe 1 daaler versaapen un ½ daaler verdeent'. 165; med en'n kissekebum spêlen, mit einem machen, was man will. Schambach 100b; kâz ût (kater hinaus) spêlen, dem ende mit macht entgegengehen. 98b; westf. se het te frOe melk spielt, 'sie ist zu früh nach der hochzeit niedergekommen'. Woeste 250a; oldenb. he spelt der moie (schön) wêr mit. ('den angenehmen machen, schmeichelnd hinhalten.') Frommann 6, 281, 666. Wander 4, 708, 111. II@7@ee) mit einem etwas spielen, vgl. I, 7, besonders h. manches der art schon im vorstehenden. andre ausdrucksweisen gehören ausschlieszlich der ältern sprache an; die ergänzung steht im genitiv. II@7@e@aα) so mhd.: mit den (verdammten) wirt todes da (in der hölle) gespilt. doch het der tot niht enden. Mart. 203b, 56. dafür auch einem eines dinges mite spiln: iu ist bêden strîtes mit gespilt. Parz. 759, 4. so ganz allgemein: alleʒ daʒ hûte bî mir ist, eʒn welle haben gûte site, ich spil im des selben mite. Sibote vrouwen zuht 292. II@7@e@bβ) des fuchsrecht(s) spielen, danach verfahren: das man mit jm und allen cardineln des fuchsrecht spielete, die haut uber die köpffe streiffete, und also mit der haut bezalen lerete. Luther 8, 245a; danach auch: aber ich wolt gleichwol ewers geistlichen rechts mit euch spielen, dasselbige urteilt, verbannet, verfluchet, und setzt euch abe. 5, 86a; wenn wirs andern thun, so sols recht sein, wenn aber andere mit uns eben desselbigen rechts spielen, so mus es unrecht sein. 28, 252, 20 Weim. ausg.; dafür auch: haben sie zuvor konnen schreien 'hinweg mit dem, creutzige jn', ... so spilet nu gott widerumb eben das mit jnen: sie fasten, heten oder thun was sie wöllen, so wil sie gott weder hören noch sehen. 376, 25. ferner: aber solchem geist wolt ich ... widerumb dienen, und verbieten, das er auch kein erbe ... müszt von seinen eltern behalten, ... und wolt also seines eigens glaubens mit jm spielen. schr. 4, 321a. ähnlich, in anlehnung an 1, q: weil sie denn mit mir wollen spielen des sprichworts, wer da fleucht den jagt man, und deuten meine demut eine flucht, so müsst ich widerumb mit Christo aufferstehen, und des sprichworts auff jnen spielen, wenn man eim bawern flehet, so wechst jm der bauch. 539b. II@7@e@gγ) einen scheinbaren widerspruch enthält die verbindung: wenn ich macht hette uber die jüden, ... wolt ich diesen ernst mit jrem lügenmaul spielen. Luther 8, 100a. II@7@ff) sehr häufig ist ferner, besonders bei Luther, das substantivierte neutr. eines adj. als object zu spielen, im 16. jahrh. stets im gen., später meist im acc. II@7@f@aα) des gewissen spielen, wol vom kartenspiel ausgehend, unter verschiedenen wegen den sichersten wählen: darumb rahte ich, lasst uns des gewissen spielen, und das ungewisse faren. Luther 1, 337a; in göttlichen sachen sol man nicht des ungewissen, sondern des gewissen spielen. 4, 326a; die winckelmesse aber ist mir nicht geboten, und ungewis, summa, wie s. Augustinus spricht: tene certum, dimitte incertum, spiel du des gewissen, und las das ungewisse faren. 6, 87a (von der winkelmesse s. 20 neudr.); da haben wir des gewissen wollen spielen, und zur liebe ampt (welchs allen christen gemein und geboten) uns gehalten. 7, 2a; danach auch: denn die widerteuffer vermgen nicht gewis zu sein, das jr widerteuffen recht sey, weil sie auff den glauben jr widerteuffen gründen, welchen sie doch nicht wissen können, und also des ungewissen spielen mit jrem widerteuffen. 4, 332a; aber so du wilt folgen den deutungenn und des gewissen spielen von der erlösung der kinder Israel. 16, 248, 32 Weim. ausg., dafür: wen du wilt den deuttung nach faren und gewiss spilen, non potes securus faren. z. 4, vgl. s. 649 dazu. vereinzelt im acc. (?): dasz sie in solchen sachen lernen das gewisse spielen und aufsehen, wenn sie ihre kinder und schwestern geben. br. 4, 533. so noch später: wenn wir nun aber unterdessen, bis der procesz eingeleitet ist, ... das gewisse spielten, und ihn kurz und gut bei'm kopfe nähmen? Göthe 10, 107 (Clav. 4). dafür der superlativ: ich kletterte, das gewisseste zu spielen, an einem ast oder zelgen hinauf, ... so wol den vermeinten schlangen als den wölffen zu entgehen. Simpl. schr. 3, 433, 14 Kurz (vogeln. 1, 20). synonym: aber wir müssen sich jetzunder mit einander in die sache schicken, wie es unser gegenwertiger zustand erfodert, um vorzusehen, dasz ich und die, so aus mir geboren werden mögten, das sichere spielen. 2, 229, 28 (6, 20); des sichersten spielen, giuocar' alla sicura, giuocar netto, giuocar largo, voltar largo a' canti, far da lungi ò alla lunga. Kramer dict. 2, 864b. II@7@f@bβ) das kurtze mit yhm spielen. Luther sprichw. 435, kurzen procesz, keine umstände machen, s. das. s. 383 und theil 5, 2832. die belege aus den werken durchweg mit dem gen.: als nu kein kleger, juristen, noch zeugen da waren, spielet er des kurtzen, und lies ein schleunig recht gehen. Luther 7, 429b (wider Hans Worst s. 71 neudr.); er (der teufel) ist fast kurtzweilig, wenn er disputirt, denn er spielet des kurtzen, und macht nicht lange weile. 6, 85a (von der winkelmesse s. 14 neudr.); denn solchs trieben sie (die Arianer) bald nach dem Niceno concilio (welchs mit jnen des kurtzen gespielet hatte, und den glauben gestellet, wie er noch vorhanden). 7, 243a; derhalben spielen sie des kürtzen, und verlegens mit schwert, fewr, mord, und blutvergiessen der armen christen. 8, 381a, 13; ich hab euern rath mir wohlgefallen lassen, dasz mein lieber schwager N. soll des kurzen spielen, und (damit weiter unkost verkomen) zu Stolpen lassen das urtheil sprechen. br. 5, 164. II@7@f@gγ) vereinzeltes: das were gantz des unfreundlichen gespielet. Frey gartenges. 65a (78, 1 Bolte, cap. 63). II@7@f@dδ) mhd. ohne artikel: solte ich wünschen, sî mües in dem Riuwental vrouwe sîn. so ist diu meisterinne mîn des muotes, sî spilten selten guotes. Neidhart v. Reuental 15, 4. ganz unbestimmt: wer mac der wesen der mir hat mit also richer woltat min armute gar benumen? nu wil ich wachen uf den vrumen, ob er des lichte me spilt. pass. 8, 77 Köpke. IIIIII. besondere beachtung verlangt die verbindung spielen gehen u. ähnl. III@11) sie begegnet zuerst mnd. als spelen gân spazieren gehen: laet uns to gader spelen gaen umme blomen in unsen proyele! Lübben mnd. ged. s. 3, 75. auch: unde sittet up iuwen telder wit, wi willen spelen varen! 68. übertragen: ghifft synen synnen rumen orloff unde let se spelen gaen er synlicheit, er annewerdescheit, er lust und er ghenoichte to sokene. Veghe s. 289, 23 Jostes. auch spelgân Schiller-Lübben 4, 312b. III@22) in der nhd. schriftsprache im 16. jahrh.: aber das gesinde pfleget jetzt alles ausz dem hause zu waschen. ... darumb gehen sie auch biszweilen zu andern leuthen mit den kindern spielen. deszhalben können sie, wenn sie ausz-geschickt werden, nicht wider heym kommen. P. Glaser gesind teuffel (Frankf. 1564) f 6a. doch vereinzelt noch in neuerer zeit: 104 ducaten des jahrs so im spielengehen zu verdienen, ist keine kleinigkeit. Göckingk s. briefe von und an Bürger 1, s. 344. III@33) dazu spielen tragen: es tregt mich auch jre rotte spielen, mit solchem urteil, das weil ich wider die bawren geschrieben habe, sey der geist von mir gewichen. Luther 3, 382b; darum, was geschiehet, das nicht öffentlich ist, das decke, und nicht, als etliche thun, die da wollen erzeigen wie fromm sie sind, wenn sie nur wohl stinken können über die sünder, und derselbigen sünde umher spielen tragen, von einem hause zu dem andern; wie die kinder mit den tocken umher spielen gehen. 15, 426 Erl. ausg. (dazu auch Luther 3, 371a unter spiel IV, 2, sp. 2320?) III@44) jetzt noch in zahlreichen mitteld. mundarten: nass. spielen, spillen gehn, jemanden besuchen, besonders um zu plaudern; dann auch freien gehen. Kehrein 1, 383; westerw. spille gehn, einen besuch machen, auf einen schwatz ausgehn. Schmidt 226; henneb. spillgän Spiess 237; hess. spellen gehn, spillen gêhen. Vilmar 391. Pfister 281; thür. spelle gehen, besuche abstatten. Keller 42, spill g, plaudern gehen; in ganz Thüringen spell gîe, zum besuch gehen, spell komm, spell sî, spellgst. Regel 271 f., schpelln jaen Liesenberg 201; schles. spellen gehn Weinhold 92b; ungar. spilln sich in gesprächen unterhalten, spîlen gê~ auf besuch gehen um zu plaudern. Schröer 290b; siebenb. spölle gohn, zur unterhaltung aufs nachbardorf gehen. Schuller 62. zuweilen könnte auch das subst. vorliegen, so bei henneb. spiell gehen. Reinwald 1, 154, auch zu spiell gehen. 2, 119. auch ins benachbarte nd. eingedrungen: so südhann. spêlen gân, kômen. Schambach 203b. III@55) gewöhnlich wird diese wendung auf das alte spellen zurückgeführt, s. das., sp. 2137 f. besonders geben fast alle idiotiken diese erklärung, mit gutem grunde, wenn die form des wortes von gewöhnlichem spielen verschieden ist (wie hess. spellen gegen spêlen). andrerseits musz hervorgehoben werden, dasz die ältern belege (unter 1—3) in der form und zumeist auch in der bedeutung deutlich auf spielen hinweisen (besonders die mnd. unter 1), das ja auch die möglichkeit der anknüpfung bietet, s. besonders I, 3. da nun spellen in neuerem deutsch sonst gar nicht bezeugt ist, so wird es sich doch empfehlen, von spielen auszugehen, wenn man nicht annehmen will, dasz spellen sich mundartlich erhalten und mit spielen vermischt habe. die wendung spielen tragen (Luther unter 3) erklärt Köstlin, zeitschr. f. d. phil. 24, 39 f., wol mit recht aus spielen II, 4. IVIV. spielen für andre wörter. IV@11) s. spillen. IV@22) s. spülen. IV@33) für speilen, s. das., sp. 2084, und spiele, sp. 2324 f.: spielen distendere hoc bacillo (nämlich mit der spiele). Schottel 1418. IV@44) spielt, spielten, altes prät. zu spalten, s. das., sp. 1852. so auch: das ist ein grosze thorheit, das du sein (l. dein) seel verderbest umb deiner kind willen, die umb deiner seelen willen nit ein hölzlin spielten. Keisersberg brösaml. 2, 58a. s. noch I, 10, d.
269485 Zeichen · 5521 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Spielen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Spielen , verb. regul. act. & neutr. welches im letztern Falle das Hülfswort haben bekommt. Es ist, so wie alle Zeitwört…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    spielen

    Goethe-Wörterbuch

    spielen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  3. 19./20. Jh.
    Konversationslex.
    Spielen

    Meyers Konv.-Lex. (1905–09)

    Spielen mit der Angel, s. Angelfischerei .

  4. modern
    Dialekt
    spielentr. u. intr.

    Lothringisches Wb. · +4 Parallelbelege

    spiele n [špîlə fast allg.; šbilə Ri. Ha. ; špilən D. Si. ] tr. u. intr. 1. spielen: de Kinner spiele uf der Gass Fo. E …

  5. Sprichwörter
    Spielen

    Wander (Sprichwörter)

    Spielen 1. Am besten spielt, wer gar nicht spielt. In Russland sagt man: Wenn der Spieler den Trumpf hat, so hat der Nic…

  6. Spezial
    spielen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +3 Parallelbelege

    spie|len I vb.tr. 1 (von Kindern) fá jüc, fá belëita, fá damat, se tripé 2 ‹sport› soghé (soga) 3 ‹mus› (Instrument, z.B…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit spielen

28 Bildungen · 0 Erstglied · 24 Zweitglied · 4 Ableitungen

Zerlegung von spielen 2 Komponenten

spie+len

spielen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

spielen als Zweitglied (24 von 24)

abspielen

DWB

abspielen , ludo pacisci, lucrari, im spiel abthun, verabreden, gleich dem heutigen abkarten: es wäre denn also zuvor abgespielet. Luthers b…

anspielen

DWB

anspielen , incipere ludere, alludere. wer spielt an? rothe farbe anspielen, beim kartenspiel; wehre mit spielender hand dem schwach anspiel…

aufspielen

DWB

auf·spielen

aufspielen , fidibus canere, nnl. opspelen, ein stück, ein lied aufspielen; höre zu, ich will dir eins aufspielen; alwo ich in dem hof eines…

ausspielen

DWB

aus·spielen

ausspielen , nnl. uitspelen, in verschiednem sinn, 1 1) das spiel anheben: wer spielt aus? 2 2) im spiel, eine bestimmte karte oder farbe au…

bespielen

DWB

bespielen , nnl. bespelen. 1 1) bespielen, bespotten, belachen, alludere. vocab. theut. 1482. d 5 a , ist aber ganz ungebräuchlich. vgl. ans…

durchspielen

DWB

durch·spielen

durchspielen , 1 1. untrennbar, eine zeit mit spielen zubringen. die ganz nacht durchspilen oder kurzweilen Maaler 95 a . uneigentlich, wo n…

einspielen

DWB

ein·spielen

einspielen , dän. indspille. 1 1) gleichsam alludere: das tolle tibi dictum in Horaz ist nimm es auf oder zu herzen, was in einen ganz ander…

erspielen

DWB

erspielen , ludendo obtinere. Stieler 2085 : und wir erspielen manchen kranz besteckt mit grünen maien. Spee trutzn. 175 (191).

herunterspielen

RDWB1

herunter·spielen

herunterspielen (kein Bezug zu "играть") принижать / принизить (значение); занижать / занизить (значение); преуменьшать / преуменьшить; пред…

hochspielen

RDWB1

hoch·spielen

hochspielen раздувать (не имеет отношения к "игре") von der Presse wurde der Kasus hochgespielt - пресса раздула эту нелепую историю

mitspielen

DWB

mit·spielen

mitspielen , verb. colludere; tractare. 1 1) ein spiel mitmachen: mitspielen, mit einem oder mehr spielen, colludere. Frisch 2, 300 c ; ein …

Nachtspielen

DRW

nacht·spielen

Nachtspielen, n. wie Nachtspiel von nachtspillen ... welcher burger des nachts spillen lätt datz im, der ist dem richter 72 ₰ zu wandl 1391 …

Riemenspielen

DRW

riemen·spielen

Riemenspielen, n. wie Riemenstechen [wegen] gebrauchten unzulaͤssigen riemenspielens und veruͤbter schlaͤgerey auf oͤffentlichem jahrmarkt v…

Schützenspielen

DRW

schützen·spielen

Schützenspielen, n. wie Schützenspiel allermaßen das ärgerliche sontägliche schützenspielen ... überhandt nimpt ... soll solches ... von der…

Topfspielen

DRW

topf·spielen

Topfspielen, n. wie Topfspiel vom topf-spielen oder glücks-hafen: weilen es auch mit den glücks-töpfen ein betriegliches fehlbares werck ist…

überspielen

DWB

ueber·spielen

überspielen , v. 1 1) die untrennbare verbindung. 1@a a) von den beiden mhd. bedeutungen des verbums nämlich ' überdenken ' und ' im spiele …

umspielen

DWB

umspielen , vb. , untrennbar, spielend sich um etwas herumbewegen: zunicken wie der vater den kindern, die ihn umspielen Schleiermacher lebe…

verspielen

DWB

ver·spielen

verspielen , verb. , zu spielen gehörig. form. die bei Graff sprachschatz 6, 333 angeführte glosse vorspilt ' alludit caro spiritui ' ist al…

vorspielen

DWB

vor·spielen

vorspielen , verb. , vgl. fürspielen teil 4, 1, 1, sp. 830 ( ohne beleg ); mhd. vorspiln mhd. wb. 2, 2, 505 b ; mnld. vorespelen Verwijs-Ver…

Wohlspielen

Wander

wohl·spielen

Wohlspielen Es liegt nicht immer am Wohlspielen, sondern auch am Gernhören. – Steiger, 267; Eiselein, 227.

zitherspielen

DWB

zither·spielen

-spielen , vb. : die tochter seines zitherspielenden gönners D. Fr. Strausz ges. schr. (1876) 1, 172 ; Rückert ges. poet. w. (1867) 3, 30 ; …

zurückspielen

DWB

zurueck·spielen

-spielen , v. : der traum und das alter spielen den menschen in die kindheit zurück Jean Paul 6, 130 H. wie spiegeln, vgl. mhd. spiln: was a…

zuspielen

DWB

zuspielen , v. : volantenspiel, ist ein dem frauenzimmer gewöhnliches divertissement, worinnen eine der andern den volanten mit dem raquet z…

Ableitungen von spielen (4 von 4)

bespielen

DWB

bespielen , nnl. bespelen. 1 1) bespielen, bespotten, belachen, alludere. vocab. theut. 1482. d 5 a , ist aber ganz ungebräuchlich. vgl. ans…

erspielen

DWB

erspielen , ludendo obtinere. Stieler 2085 : und wir erspielen manchen kranz besteckt mit grünen maien. Spee trutzn. 175 (191).

verspielen

DWB

verspielen , verb. , zu spielen gehörig. form. die bei Graff sprachschatz 6, 333 angeführte glosse vorspilt ' alludit caro spiritui ' ist al…

zerspielen

DWB

zerspielen , verb. , durch spielen entstellen, junger fachausdruck nach analogie von zersagen, zersingen für die form- und textauflösung von…

Zitieren als…
APA
Cotta, M. (2026). „spielen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 15. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/spielen/dwb?formid=S34579
MLA
Cotta, Marcel. „spielen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/spielen/dwb?formid=S34579. Abgerufen 15. May 2026.
Chicago
Cotta, Marcel. „spielen". lautwandel.de. Zugegriffen 15. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/spielen/dwb?formid=S34579.
BibTeX
@misc{lautwandel_spielen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
  title        = {„spielen"},
  year         = {2026},
  howpublished = {lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern},
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