spielerei,
f. ,
nhd. seit dem 16.
jahrh., s. unten 1: spielerey,
f. giuocheria, giocolaria. Kramer
dict. 2, 867
b;
vulg. ludicra Frisch 2, 300
c.
mundartlich österr. schbülarai Castelli 232,
köln. spillerei Hönig 149
a,
nd. spêlerîe Schambach 203
b, spȫlerê ten Doornkaat Koolman 3, 284
a.
das wort hat stets einen abschätzigen beigeschmack. 11)
das spielen, mit verächtlichem nebensinne. so in der ältern sprache vereinzelt vom glücksspiel (
s. spielen II, 6): spieler, das musz ich dir verneynen. dein spilerey ist gar verschmecht, verbotten in keyserlichem recht. H. Sachs 1, 227
d (
fastn. sp. 1, 58
neudr.). 22)
gewöhnlich von einer beliebigen thätigkeit, die nur als spiel, zum zeitvertreib und ohne ernst unternommen wird. Adelung (
vgl. spielen I, 4): er ist ... von S
*ck gar in gesellschaft, wegen seiner spielerey in versen, so spöttisch angelassen ... worden. (Karl) Lessing 13, 294; dasz, ... wie die technik zunimmt, man nun das ende von spielereyen und künsteleyen gar nicht finden, sich durch wiederholung und mannichfaltige anwendung eben derselben erscheinung ... niemals ersättigen kann. Göthe 53, 208; alles was er unternahm, seine spielereyen selbst, hatten einen anstrich von grösze. Schiller 6, 105; es ist schwer zu bestimmen, ob die erziehungsjahre des Moses in die blühenden zeiten des instituts ... fallen; wahrscheinlich aber näherte es sich damals schon seinem verfalle, wie uns einige spielereyen schlieszen lassen, die ihm der hebräische gesetzgeber abborgte. 9, 113; sollte ... dieser unterrichtsgang schon hier und da ... in leere spielerei und scheinauslegerei ausgeartet sein. Fichte
reden (1871) 115; in gehaltlose künstelei und spielerei ausgeartete alte beredsamkeit. Schlosser
weltgesch. 4, 566; sollte ich ein übungsstück für mich exerciren, und setzte mich mit dem besten vorsatz, recht fleiszig zu seyn, an das klavier: so verfiel ich unwillkührlich bald in jene spielerei des akkordsuchens. E. T. A. Hoffmann (1873) 7, 326; er wollte ... sich das nachthäubchen aufsetzen ... er maasz an der zerknitterung der bänder das oval des gesichtes ab. ... plötzlich aber erröthete er unter diesen spielereien bis hoch hinauf zu den schläfen. Immermann
Münchh. 1, 168 (2, 5); in einem lebensalter, in welchem sonst die kinder nur mit der puppe spielen, hatte Emerenz eine anspruchsvolle puppe zu versorgen; aber sie that es meist mit kindlicher lust und spielerei. Auerbach
dorfgesch. 1, 149. 33)
zuweilen concreter. 3@aa)
was man spielend hervorbringt. Adelung: es (
das gedicht) braucht auch gerade keine romanze zu seyn — diese kleinigkeiten — diese artigen spielereien thun oft mehr, als man glaubt. Schiller 14, 233 (
paras. 3, 5).
was leicht und ohne mühe auszuführen ist, z. b.: ds is nur a schbülarai. Castelli 232;
kleinigkeit Hönig 149
a. 3@bb)
womit man spielt: spielen ist ein sehr unbestimmtes wort, oft wird etwas eine spielerei durch den schlechten gebrauch, den man von einer sache macht. es gibt leute, die sogar mit den allerheiligsten dingen spielen. Lichtenberg 2, 185.
so geradezu für spielzeug, spielwerk. Castelli 232: ich hatte in Würzburg einige spielereien von wachs gekauft. Brentano 9, 413.