ch ,
hat mehrfache geltung, 11)
ist es die organische hochdeutsche kehlaspirata der auslaute und inlaute, an stelle der gothischsächsischen tenuis: bach dach brach flach sprach blech frech pech brich dich ich mich sich stich bottich rettich joch loch bruch spruch buch gleich reich streich bleich auch lauch rauch euch siech; mache sache rache sprache breche spreche zeche pichen sicher sichel strichen wichen gebrochen gerochen woche buche suchen reichen weichen zeichen brauchen rauchen stauchen riechen siechen.
anderemal vertritt ch
die reine spirans, wie schon mhd. geschah: doch hoch nach noch.
ebenso haftet es vor t
und s,
liege ihm goth. k
oder h
zum grunde: acht beicht brachte fechten geflecht flucht hecht licht macht nacht nicht recht schlecht spricht wicht wucht; ch
lautet uns ks: wachs wachsen lachs dachs fuchs luchs achse achsel wechsel.
nach liquiden dauert ch
in drilch milch zwilch zwerch,
ist aber sonst zu k
geworden: falke schalk bank dank werk wirken.
ähnlich ist block
für bloch
eingedrungen. 22)
unser g
steht anlautend dem k,
in- und auslautend dem ch
näher, wie sich z. b. an dem worte gegen
bewährt, dessen erstes g
anders klingt als das zweite; nur die tonlose partikel ge
empfängt auch anlautend die aussprache des inlautenden g
und gegeben
ist mehr chekeben
als kekeben,
wenn dieses auch die volkssprache vieler gegenden festhält. hieraus begreifen sich nun übergänge des ch
in g,
wir schreiben essig billig völlig unzählig
für essich billich völlich unzähllich,
in den drei letzten wurde ig
und lich
verwechselt. das 17. 18
jh. setzt häufig mädgen bübgen rädgen
für mädchen bübchen rädchen,
und welcher unterschied sollte in der aussprache beider sein? umgekehrt wurde manch
aus manig. 33)
anlautendes ch
dauert uns nur in wenigen wörtern fort, die die folgende aufzählung hervorheben wird. in der regel aber sind alle ahd. ch
anlaute schon mhd. k
gewesen, geschweige später. dies k
steht also von den anlauten f
oder pf
und z
empfindlich ab und stört den parallelismus der lautstufen. oberdeutsche dialecte, vorab der schweizerische und alemannische, wahren das rechte ch
und sprechen überall cha chappe chatz chalb chefer chilche chli chlotz chnopf chriesi
[] für unser kann kappe katze kalb käfer kirche klein klotz knopf kirsche. 44)
fremde wörter anlangend, hat uns anlautendes griech. ch
die aussprache von k,
franz. ch
von sch,
doch bei längerer einbürgerung wird auch sch
geschrieben, schalmei, schaffot,
neben charmant, charpie.