st,
interj. hem, ecce. Steinbach 2, 651, '
im gemeinen leben und der vertraulichen sprechart üblich .., wenn man damit ein bedeutendes stillschweigen gebieten will, um auf etwas zu horchen, zu lauern u. s. f.'. Adelung,
schon lat. bei Plautus, Terenz, Cicero
und anderen. Forcellini
lex. 5, 616
b,
in verschiedenen neueren sprachen, so im ndl. und franz. spontane entstehung solches gebrauchs dieser lautverbindung an verschiedenen orten darf als wahrscheinlich gelten; andrerseits musz bei seinem späten auftreten in deutschen schriftquellen (17.
jahrh.)
die möglichkeit einer entlehnung aus dem lat. oder einer neueren sprache zugegeben werden. Steinbach
verzeichnet eine aussprache mit vocalischem anlaut: pronuntiatur ist. 2, 651, Adelung
bemerkt: '
nur ein bloszer laut, welcher ohne allen selbstlaut ausgesprochen wird',
und dazu stimmt unsere gegenwärtige aussprache. vgl. bst,
pst oben theil 2, 457
und 7, 2201.
als laut, der schweigen oder leises sprechen und aufmerksamkeit fordert: st! wahrhaftig er kömmt. Lessing 1, 263;
Solbist. herr Leander —
Wumsh. hat ihn der henker geholt?
Solbist. st! hören sie doch nur. 365; aber, hum! ich höre jemand kommen — ha! sagt' ichs nicht? es ist die fee selbst. — st! Wieland 12, 39 (
Sylv. 5, 4); sie war es aber doch.wie? ist sie denn verschwunden? ach! melde doch ein wort! hier bin ich.wo bist du? st! nein.ich höre nichts. Fleming 629; st! st! ich höre stimmen: er stimmt, er spielet schon. Günther 346; 'o nähre (
nähere) dich, erwünschter tod! ...' st! st! was raschelt dort, dort hinter jenem strauche? beglückter wanderer! dein wunsch ist schon erhört. Lessing 1, 125.
auch lediglich mahnend zu schweigen, leise zu sein: Chrys. ... sehen sie, dasz nicht sowohl ich, als er auf diese heyrath dringt?
Damis. ich? ich auf die heyrath dringen?
Chrys. st! st! st!
Damis. ey was st, st? meine ehre leidet hierunter. 265; st! st! schrey sie nicht so! 371;
Franziska ... alle zwanzig, herr wachtmeister? (
indem sie beide hände mit gespreitzten fingern in die höhe hält)
Werner. st! st! frauenzimmerchen, frauenzimmerchen! 561; st! st! so halt't doch eure mäuler, dasz das mädel singen kann.
F. Müller 1, 245; st! sie wecken diese todte auf. Immermann 8, 42
Hempel; 'st!' zischelte sie ihm zu; 'der baron schläft noch. sie erwecken ihn, wenn sie im saal arbeiten.' — st!' zischelte er nach; 'mäuschenstill sollen sie mir als modell stehn.' 58.
besonders in solcher anwendung auch mit verbreiterter aussprache scht.
andrerseits auch lediglich zur erregung der aufmerksamkeit: Anton ... und dazu meine dummheit — —
Chrys. ja, die du annimmst, um ihn desto dümmer zu machen.
Anton. (
bey seite) st! der kennt mich. Lessing 1, 232; st. st. sie spitzt das ohr. was neues aufs tapet. Günther 457;
heute oft gebraucht, um die aufmerksamkeit vorübergehender zu erregen. als scheuchlaut, im anschlusz an den gebrauch als mahnung zu schweigen: das wasser war ihm (
Christus) land, die see die must ihn tragen; es ist ihm um ein st, so fleuget Eolus. Neptunus wildes feld für ihm erstummen musz. Fleming 5; st! satyr weg, Sylvan! geh weit von diesem bache. 637.
auch heute noch so zu thieren, lieber sch
oder ksch.