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stehen

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

PfWB
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17 in 16 Wb.
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Eintrag · Pfälzisches Wb.

stehen st.

Bd. 6, Sp. 476
stehen st.: 1.a. 'aufrecht auf den Füßen (Wurzeln, einer Basis usw.) stehen', im Ggs. zu liegen oder umgefallen sein, steh [BZ-Sarnst Lambert Penns 142], stehⁿ (šdēⁿ) [KU-Brück IB-Blickw PS-Salzwg GH-Schaidt Müller Dietschw 62], (šdEⁿ) [KU-Roßb Umg. von Land GH-Kand Henn Mda.- Int. 112 Höh 51 Karch Gimmdg/Muttstdt 176], (šdEn) [ZW-Marthh KL-Bann Queidb PS-Busbg], stej (šdęj) [LU-Altr LA-Gommh] steiⁿ (sdeiⁿ, sdęiⁿ) [NW-Geinsh LA-Birkw BZ-Dernb Dierb], steiə (šdęiə) [KL-Queidb], ste'e (šdęə, šdēə) [KL-Bann Landstl PS-Bruchw/Bärb Heeger Südostpf. 7 Henn Mda.-Int. 100 Schneckenburger 22, 44, Krämer Gal 206], stieh (šdī) [KU-Kollw NW-Dürkh Christmann Kaulb 11, 77, 95 Mang 118 Thielen So rerre mer 112], stiehⁿ [KL-Siegb PS-Schmalbg BZ-Rambg Heeger Südostpf. 7]; s. K. 361; Part. Perf. gestann [verbr. WPf NPf Henn Mda.-Int. 100 Müller Dietschw 62 Krämer Gal 206], g'stann [Steinmetz], g'stanne (gšdanə) [BZ-Sarnst Karch Gimmdg/Muttstdt 170 Karch Jockgr/Nd'horb 202 Lambert Penns 142], g'stonne (gšdǫnə, gsdḁnə) [PS-Schindhd, Karch Gimmdg/Muttstdt 170]; Zs.: ab-, ane-, auf-, da-, vor-, heraus-, herumstehen; feststehend; Eckensteher 1. 's Kind kann schun st. [Krämer Gal 206]. Un dann die Leit stehn drauß un kenn nix schaffe [NW-Gimmdg]. Un sie hen g'schdanne un geguckt un geplant [PennsDeitschEck 25. 1. 1941]. Do han ich gestann mit meim dicke Kopp! [Kraus Arwed 20]. Er hat so lang draus gestann bis em die Fieß verfror ware [KL-Reichb]. RA.: stehenden Fußes 'sofort' [FR-Bockh]; sich die Bääⁿ in de Hinnere st. 'lange warten müssen' [KU-Bedb]; uf keem gudje Fuß mit em st. 'sich nicht miteinander vertragen' [KB-Kerzh]; uffem Schlauch stieh 'nicht weiterwissen' [Thielen So rerre mer 109]; uf feschte Fieß stiehⁿ 'in guten Verhältnissen leben' [KU-Schmittw/O]; mit eem Been im Grab st. 'todkrank sein' [KU-Diedk]; eem im Licht (im Helle) stehn 'jemandem Schatten machen' [ZW-Hornb, RO-Sippf]; im Stieh die Schuh oziehe kenne 'geringe Körpergröße haben' [Thielen So rerre mer 112]. Bei dem steh ich ime schlechde Licht 'Bei ihm bin ich nicht gut angesehen' [ZW-Bechhf]. Dem stehn die Ohre vum Kopp 'Er ist sehr mager' [Kaislt]. Der steht sich selwer im Weg [KB-Bischh]. Dem han ich geb, daß er nimmi steh kunnt 'geschlagen' [KL-Wörsb]. Der hot Schmier g'stanne 'hat aufgepasst, daß jemand nicht erwischt wird' [LU-Opp]; uf de Ufbaß stehe 'auf jemand oder etwas aufpassen' [KU-Kaulb]. Er steht uf seine letschte Fieß 'Er stirbt bald' [BZ-Albw]. Er steht Leiche 'Er ist gestorben' [WD-Niedkch]. Der kann im Stehe sterwe 'Der würde auch als Toter nicht umfallen, weil er so große Füße hat' [Hebel 20]. Uf eim Bäiⁿ steht mer net gut, Aufforderung, ein zweites Glas zu trinken [KU-Schmittw/O]. Ich kann uf käm Fuß meh steh 'Ich bin müde zum Umfallen' [verbr.]. Der braucht keen Vormund, der steht uf eijene Fieß 'ist selbständig' [ZW-Battw, NW-Kallstdt GH-Kand Krieger 39]. Do stehn die Baam (de Wald, die Hoor) so dick wie die Hoor uf em Hund, von einem dichten Bewuchs [KU-Schmittw/O KU-Reichsth LU-Alsh GH-Büchbg]. Die Hoor stehn der geje Berg, sagt man zu einem aufgeregten, zornigen Menschen [ZW- L'wied, Sommer Humor 31]. Een Schlag, do stehsch im Hem(d) do!, drastische Drohung [Trifels 20/1928]. Einem uf de Backe (schlae), daß er uf em Kopp steht, Androhung von Prügel [FR-Mühlh]. Do stehrer wie e Sack, von einem, der einen zu weiten Anzug trägt [ZW-Bechhf]. Er kann nimmi (grad) stiehⁿ 'Er ist betrunken' [KU-Schmittw/O, vereinzelt]. Do stehler un hat die Zung em Maul, von einem Nichtstuer, Faulenzer [KU-Erdb]. So hämmer aach en Ochs im Stall stäi, wu nix sagt, von einem maulfaulen Menschen [GH-Schwegh]. Hot so gestanne wie en Eelgetz (Ölgötze) 'hat steif und stumm herumgestanden' [Krieger 18], ... wie e Opperstock (Opferstock), dass. [mancherorts], ... wie e Kind beim Besem 'hilflos' [Hebel 16], ... wie (d)e Ochs vorm Scheiertor (Berg) 'sprachlos und hilflos' [mancherorts], ... wie e Wachsfigur im Panobdikum [Kühn Kumödi 18]. Du stehsch in de Schuh wie e Gääß im Äämer, sagt man, wenn jemand sehr dünne Beine hat und große Schuhe trägt oder sonstwie seltsam aussieht (damit die Ziegen beim Melken ruhig stehenbleiben, wurden sie mit den Hinterbeinen in einen Eimer gestellt) [Kaislt, mancherorts Gal]. Var.: ... wie 's Jud's Kuh [Gal-Josbg], ... wie e Bock im Eemer, wenn etwas nicht zusammenpaßt [Gal-Hartfeld]. Die Hose stehn alleen 'sind steif vor Dreck' [KU-Erdb]. 's steht 'Das Messer hält nach dem Schärfen die Schneide' [KU-Bedb]. Wie steht's? [NW-Ellstdt]. Wie steht's mim Viech?, Grußformel beim Eintritt in den Stall [GH-Minf]. Wie geht's un steht's? [LU-Alsh]. Es geht un steht 'Es geht ganz gut' [BZ-Dernb]. Mer muß mache, daß es gihn un stihn kann 'daß es mit Sinn und Verstand gemacht wird' [KU-Schmittw/O, Bergz (Kamm 86) PfMHk. 7/8 1925 174]. Un wie er geht un steht, kimmt er in Dreck un Speck doher [KU-Kaulb, vereinzelt]. Sie esch kumme, wie se gange un g'stanne esch [LA-Nd'hochstdt]. Er hat nix als wie er geht un steht, hat nur das, was er am Leibe trägt [KL-Weilb]. Wahrheitsbeteuerung: So wohr ich do stihn [KU-Schmittw/O]. Wortspiel (lügen - liegen): 'Du liegsch joo', hält man einem entgegen, dessen Worte man nicht glaubt. Darauf erwidert jener: 'Ich steh joo' [Der Wasgau-Bote 11/1934]. SprW.: E leerer Sack steht net 'Ohne Essen im Magen kann man nichts leisten' [BZ-Albw]. Wer steht un lauert an der Wand, / der heert sei eegen Sind un Schand [Penns]. Volksgl.: Mer planzt nie en Bḁḁm hiⁿ wu eener g'stanne hot [Fogel Beliefs Penns Nr. 1061]. KR.: Heio, Bumbeio / De Summer geht im Mai o'n / Wann die Mädcher grase gehn / Muss ich an de Heio (Heia, Heio 'Wiege') stehn / Muss singe Jickjack / Schlof mei'n kleener Dicksack [Donnersberg Jahrbuch 1981 165]. Hier steh ich uf de Kanzel / un prellich wie e Amschel / aus de dicke Bibel / vun Maria Zwiebel [KU-Bedb]. Var.: ... kimmt die Kuh un guckt mer zu / kimmt die Katz (Maus) un lacht mich aus / is die ganze Prellich aus [KU-Bedb, KU-Diedk LU-Böhl Friesh LA-Ilbh Nd'hochstdt Wollmh], ... un preddich wie e Fleddermaus / hoppsassa, die Kerch is aus [LU-Opp GH-Kand]. Stehre Engelche an de Wand, / Hot e Gacka in de Hand, / Mecht gere esse, / Hot ke Messer, / Fallt's Messer vum Himmel roab, / Schlagt 'm Engelche 's Händel oab [Wilde 259 (PS-Burgalb)]. Hälmche, Hälmche, Hälmche, / Weiß mer emol / Wu de Schitz steht [Wilde 79 (KU-Ulm)]. Spottvers: De Perer / wo stehrer? / Im Stall. / Was durer? / Er gebt de Gail (de Kuh) Furer. / Was noch? / Er butzt de Gail 's Loch [KU-Reiffb, LA-Essing Gal-Dornf Obl]. Neckvers für die Bewohner von BZ-Rechtb: Rachdebach, Schladel (ON Schleithal im Elsaß) / Brurer Budal / die Gale sin Madel / die Kuh staht im Stall (Neckerei wegen der Mundarteigentümlichkeit mhd. ei und ë als a zu sprechen) [LA-Ilbh]. Spielreim: Bummel (bumble) di bummel (bumble) di Hollerstock, wieviel Hörner hat de Bock, wieviel Finger stehen? [NW-Elmst LA-Birkw]. Ausruf beim Spiel Tenee-ui: Tennee - Stehscht? - Ja oder nä! [BZ-Queichhmb]. — b. 'hingestellt sein, plaziert sein'. Er hot die Schlappe uf em Fenschter stehⁿ [Karch Gimmdg/Muttstdt 76]. Was do for scheene Baude stehn [Münch Werke I 83]. Ach Gott! Wie hat er sich gefreet, / Wie do sei Trifels vorrem steht! [Münch Werke I 71]. Driwwe steht Dein Morjebrod un wart uff dich! [Müller Lottche 15]. Im Schank hat alles Gescherr gestonn [Kröher Lyoner 14]. Die hot im Keller g'stanne, meh als fuffzig Johr! [Ranssweiler 22]. Se Unkebach, se Unkebach, do stieht e Karussell, / Do danzen die Herr Parre met ehrer Mamesell! [Ranssweiler 69]. Un fechte wie Leewe un stehn wie die Maure [Münch Werke I 110]. Aufforderung zum Essen: 's Esse steht uffem Disch! [LA-Gommh]. Do steht's jo! Greif zu! [LU-Opp]. AR.: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, / auf der Landstraß Nummro sieben / steht ein Haus / pickt die Maus / Bappedekkel, Bappedeckel / du bist aus [LA-Roschb]. a. 1312/ 13: I morg(en) da uff steht ein kruce stein [Lam 1 100r (LU-Schauh)]. a. 1504: da stett eyn steyn thuschen vns vnd den von Ormßheim [PfWeist. I 432 (PS-Erfw)]. a. 1511: an dem Biberbergk stoht wieder ein Markstein [HanLicht. (PS-Burgalb)]. a. 1553: staht uff dem gut und grund, so Ingberts Hans von m. gnädigst. herrn zu lehn trägt [ABlieskst 67]. — 2. übertr. a. 'sein, sich (irgendwo, irgendwie) befinden, in einem bestimmten Zustand sein', zeitlich, räumlich. De Winder stiht schund vor em Dor [Ranssweiler 77]. De Mond (die Sunn, die Wolge, die Stern) steht (stehn) am Himmel [NW-Kallstdt, mancherorts]. Sie steht in de verzich un kummt schun ball in die fuchzich [BZ-Dernb]. O weh! Do vorre, do steht's schlecht [Münch Werke I 87]. Un (ich) wär dann veleicht mit fufzich Johr do g'stann un hett kää Versichrung g'hatt un nix [PS-Lu'wink]. Die Treft enuffer stih(n) die Schlehederne [Ranssweiler 61]. Denn steht de Kopp aach iwwerm Bauch: / Sie hunn sunscht kee Intresse [Ranssweiler 104]. Das Gras steht dick 'üppig, dicht' [KU-Dietschw]. Die Wisse stiehn gut (scheen, arem) [KU-Kaulb Kus HB-Höch ZW-Bechhf]. Vor allem was im Borem steht, / Die Grumbeer muß m'r ehre [Schandein Ged. 108]. Sie stehn in de Woll 'Die Knospen treiben aus', Winzerspr. [RO-Dielkch]. RA.: Des Unglick steht em immer vor Ääe [FR-Bockh]. Die Aue stehn mer ball vorm Kopp, bei Ermüdung [Kus]. Eich waaß net, wo ma de Kopp steht [KU-Kaulb, vereinzelt]. Ich gehn net danze, de Kopp steht mer net denoh [KU-A'glan]. Dem sein Schnurres steht mit de Gäns im Prozeß 'Man kann noch nicht erkennen, ob ihm Haare oder Federn wachsen', [KU-Diedk, Hebel 20]. 's steht schlecht meerem 'Es geht ihm nicht gut' [KL-Reichb, mancherorts]; net schlecht stehe [vereinzelt, Otterstetter 229]. Ich steh knapp (blott) 'Das Geld ist mir ausgegangen' [RO-Finkb/Gersw BZ-Queichhmb]. Se stiehn net gut merenanner 'Sie sind sich nicht gut' [KU-Schmittw/O]; mit äm gut steh 'sich mit jemandem vertragen' [PS-Rodalb (Bernhard 154)]. Ich wääß, wu eni steht! 'Ich kann dir eine Frau nennen, die für dich in Frage käme' [BZ-Dernb]. Var.: Ich waaß der äⁿ stehe, dass. [RO-Dielkch]; dort steht eens (noch een) for dich, dass. [KU-Bedb Diedk]. Mer hunn in unsre kleene Stadt, / ... / E lerrich Tande stih gehatt [Ranssweiler 71]. Der steht in Laudre 'Er ist Beamter in Kaiserslautern' [PS-Rodalb (Bernhard 154)]. Die Träne hummer en de Aue gestann [RO-Rehborn, mancherorts]. Die Troppe stehn em uf de Stern 'Schweißtropfen auf der Stirne' [PS-Erfw]. Die Stern stehn schun am Himmel, sagt man zu einem Spätheimkehrer [KB-Kriegsf]. Was niemand hindert, des steht kääm Bauer im Kraut [LU-Böhl Bergz (Kamm 84)]. Sie steht noh am Mache, von der hochträchtigen Kuh [PS-Hetths, KU-A'glan Reipkch PS-O'simt KL-Hütschhs NW-Rödh GH-Zeisk]. BR.: Die Margret schneidt un wann's Wasser in de Färcht (Furche) steht (Margaretentag 13. 7.). — b. 'geschrieben, gedruckt sein'; Zs.: darein-, darinstehen. Ja. Mer derf net alles glääwe, / Was in Sagebicher steht! [Ranssweiler 97]. RA.: Er steht schun arich in de Kreid [KL-Reichb, KU-Schmittw/O GH-Kand]. Bei einem Kauf wird nur eine Anzahlung geleistet, des anner kann steh 'Der Rest wird angeschrieben' [PS-Erfw]. Der steht im schwarze Buch 'vorbestraft sein' [ZW-Battw]. Er liegt (lügt), wie er im Buch steht, von einem notorischen Lügner [Bergz (Kamm 78), Kühn Kumödi 24]. Dem steht's Lie'e an der Stirn angeschrebb, dass. [WD-Niedkch]. Das steht alles hoor un kleen in dem Buch [Firmenich II 20 (Zweibr)]. SprW.: 's steht an jedere Deer: Wann sell net wär! 'In jedem Haus gibt es Sorgen' [Kaislt]. a. 1293: also da vor geschriben stat [SpeyUrk. 135]. a. 1295: die luothe, die hie steint gescribin [ZweibrReg. 120]. a. 1319: daz der nit me zinse danne alse do vorgeschrieben stat [OttbgUrkb. 325]. — 3. 'nicht (mehr) in Bewegung sein, nicht mehr arbeiten, stehenbleiben'; Zs.: anstehen 1. Die Uhr steht (mol wirrer) [verbr.]. Die Fisch (Forelle) stehe, wenn sie ruhig an der selben Stelle im Wasser verharren [LU-Opp NW-Frankeck GH-Kand]; de Fusch steht [WD-Niedkch]. Die Kuh steht net 'weist den Stier ab' [Feierowend 16/1958 Gal-Obl]. Die Reiter / Stehn wie vum Blitz getroff [Münch Werke I 99]. Die eene stehn wie angeworzelt [Münch Werke I 114]. Fuhrmannsruf: Steh! [ZW-Lambsbn]. Wortspiel: Es sagt jemand: Die Uhr steht! Antwort, wenn es sich um eine Wanduhr handelt: Das kann nit stimme, se hängt jo! [RO-Odh]. SprW.: Die Zeit steht net [Gal-Dornf]. — 4. 'passen, gut an jemandem aussehen', von Kleidungsstücken; Zs.: anstehen 2. Der Anzug steht em (stehrem) gut (net) [mancherorts]. Der Anzug steht gut [KB-Kerzh]. Die Frisur steht dere (net) [LU-Alsh]. Möcht sehe, wie ihm's Ränzel steht [Sommer Hausapothek 41]. RA.: zu Gesicht stehn 'passen; wünschen' [KU-A'glan]. Der (Dir) steht das wie eme Aff e Brill 'Du siehst damit unmöglich aus' [KL-Reichb]. Das steht der wie e Fauscht uf e Au 'Das paßt dir gut', auch ironisch [KL-Stelzbg Buch-Illisch]. Berufsneckerei: Schornschtefecher, schwarzer Mann / hat ein schwarze Anzug an / und einen Zilinderhut / steht dem Schornschtefecher gut [LA-Kl'fischl]. — 5. 'Wild stellen', Jägerspr.; Zs.: vorstehen 2. De Hund steht die Feldhinkel (de Has) 'bleibt ruhig vor dem Wild stehen' [KU-Schmittw/O LA-Venn]. Zuruf an den Jagdhund: Steh! [ZW-Battw]. Er steht weit vor [ZW-Battw]. RA.: E gurer Hihnerhund steht wie e Mauer [KU-Schmittw/O]. — 6. in besonderen Wendungen und RA.: eem in seim Räächt stehⁿ 'Gegner eines Rechtssuchenden sein' [KU-Bedb]. 's is en deier se stiehn kumm, hat ihn viel gekostet [KU-Schmittw/O, vereinzelt]. Un' weche der pure' Aussicht allee', / Do käm' emm des Grable' theuer zu steh' [Kobell 231]. Er steht sich gut 'verdient gut' [Krämer Gal 206]. Die Hand steht net no em Schreiwe, von Händen, die an schwere Arbeit gewöhnt sind [KU-Schmittw/O]. Es steht em zur Hand 'Er weiß es anzupacken, er ist tüchtig', auch von besonders gut geeignetem Werkzeug [KL-Hütschhs FR-Tiefth]. ('s) steht gut uf Weiⁿ 'Die Knospen setzen gut an', Winzerspr. [NW-Meckh]. — 7. Weitere Zs.: abstehen 2 u. 3, auf-, aus-, bei-, be-, dabei-, dahinter-, trocken-, ein-, ent-, ver-, vor-, gerade-, ge-, gut-, nachstehen; Eckensteher 1, Vor-, Gutsteher. — F.: Inf.: Landmda.: allg. (štēⁿ, štēn), Stadtmda. (štēə) [Otterstetter 49]; Präs. Ind. Sg. 1. Pers. steh [LU-Alsh], stehn [Müller Dietschw 62], stihn [KU-Schmittw/O], stääi [LU-Altr]; 2. stehsch [Kaislt, Trifels 20/1928], stääischt [LU-Altr]; 3. steht [verbr.]; Pl. 3. stiehn [KU-Kaulb]; Perf. (zur Perfektbildung vgl. haben 12, sein1 3 a β) Sg. 1. Pers. ich bin g'stanne [LU-Altr], 3. er hat gestann [KL-Reichb], er isch g'stanne [LA-Gommh]. Bei enklitischen vokalisch anlautenden Pronomen oft Sandhi, z. B. do stehrer [ZW-Bechhf], do stehler [KU-Erdb]. — Mhd. stân, stên, standen 'an einer Stelle sich befinden' ( Lexer II 1134 ff.). — Rhein. VIII 567 ff.; Lothr. 495 stehn; Els. II 564/65 stehn, ALA I 180; HSwdSA K. 44, 45.
15039 Zeichen · 294 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

Pro Sprachstufe der prominenteste Beleg. Klick auf eine Form öffnet das Wörterbuch.

  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stêhen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    stêhen , stêhin s. stân.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stehenM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    stehen , M. Vw.: s. stēn (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stehen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Stehen , verb. irregul. ich stehe, du stehest oder stehst, er stehet oder steht; Imperf. ich stand, (im gemeinen Leben s…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stehen

    Goethe-Wörterbuch

    stehen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    stehenst.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    stehen st. : 1. a. 'aufrecht auf den Füßen (Wurzeln, einer Basis usw.) stehen', im Ggs. zu liegen oder umgefallen sein, …

  6. Sprichwörter
    Stehen

    Wander (Sprichwörter)

    Stehen 1. Dôr stét he, säd' de Jung', un kackt vör sînen Vader up'n Disch. – Hoefer, 555; Schlingmann, 627. 2. Ein gut s…

  7. Spezial
    stehen (danach steht ein Vokal)v

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    stehen , v (danach steht ein Vokal) идти , гл (после идёт гласный)

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stehen

82 Bildungen · 16 Erstglied · 60 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von stehen 2 Komponenten

ste+hen

stehen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stehen‑ als Erstglied (16 von 16)

stehenbleiben

DWB

stehen·bleiben

stehenbleiben , n. , substantiv. inf., vgl. stehen II, E, 3. 1 1) von personen, eigentlich: zum theil sich ... niederlassend, zum theil ... …

stehenbleibend

DWB

stehen·bleibend

stehenbleibend , adj. , vgl. stehen II, E, 3. 1 1) von personen: die ganze reihe folgt ihnen ( den enomotarchen ), bis sie sich vor dem alle…

stehend

FWB

1. im Unterschied zu farend und liegend zur Charakterisierung von „stehenden“ (vgl. stehen 6) Gegenständen, insbesondere von Gebäuden.; 2. s…

Stehender

Wander

stehen·der

Stehender Dem Stehenden wird's sauer, mit dem Sitzenden zu reden.

Stehendes Capital

Herder

stehend·es·capital

Stehendes Capital , Güter, auf irgend einen Geschäftsbetrieb verwandt, die abgesehen von dem Ertrage desselben auch nach dem Aufhören einen …

stehendig

DWB

stehen·dig

stehendig , adj. , vereinzelte weiterbildung zu stehend: so haben die von Arnaw auch daselbst stehendig ( nicht kniend ) geschworen Hüttel c…

stehendlings

DWB

stehend·lings

stehendlings , adv. : der pfau leget seine eier nicht sitzlings, sondern stehendlings (stehendes, im stehen) Schottel 373 . — ebenso stehend…

stehengeblieben

DWB

stehengeblieben , adj. , part. zu stehen bleiben, s. stehen II, E, 3, sp. 1706 ff. zu c ( α ): ich bin erstaunt über die menge der zeitungen…

stehenlassen

DWB

stehen·lassen

stehenlassen , n. , subst. inf., s. stehen II, E, 4, sp. 1711 ff. zu a: der stolze kaufmann, der hier das stehen-lassen ( pass., dasz man ih…

Stehenschöffe

DRW

stehen·schöffe

Stehenschöffe, m. erblich eingesetzter, ohne eigene Zustimmung nicht absetzbarer Schöffe vgl. stehen (IX 1) dasz dieselbige scheffen stehens…

stehenssatt

DWB

stehen·s·satt

stehenssatt , adj. : gegen drei uhr nachts, als die gesellschaft fort war, ... senkte der stehenssatte gewissensrath seinen rumpf endlich in…

stehen als Zweitglied (30 von 60)

abbestehen

DRW

abbes·tehen

abbestehen abmieten vgl. abbeständen wöllicher ainem ain huss oder laden abbestät [und vor Ablauf der Mietszeit weg will, so ist der Hausher…

aberstehen

DRW

aber·stehen

aberstehen nd. aferstan erstehen von jemandem dy eigintschaft ... mit allem rechten als er dy den H. abeirstanden ... hatte 1441 HalleSchB. …

abgestehen

DRW

abgestehen zurücktreten do sich ergab der kunig und des gelubdes abgestund dem edlen kunige guot von Ungarlant oJ. Suchenwirt 14, 271 Lexer …

abstehen

DWB

abs·tehen

abstehen , descendere, distare, deesse, desistere, nnl. afstaan. die älteste sinnliche bedeutung des wortes, worin ab fast noch lose stelle,…

anhinstehen

DRW

anhin·stehen

anhinstehen für jemanden eine Verbindlichkeit übernehmen SchweizId. II 1331 Faksimile

anstehen

DWB

anst·ehen

anstehen , nnl. aanstaan, in verschiednen bedeutungen, die alle sich auf ein nahes stehen oder liegen zurückleiten. 1 1) adstare, prope star…

aufstehen

DWB

auf·stehen

aufstehen , surgere, stare, nnl. opstaan, sich erheben. 1 1) aufstehen von, aus dem bett, lager: so stehet ir morgens früe auf und ziehet ew…

ausbestehen

DRW

aus·bestehen

ausbestehen dauern iarmarkt ... den tag ganz usszubesteen 1451 TorgauUB. 38 Faksimile

ausstehen

DWB

aus·stehen

ausstehen , in mehrfachem sinn 1 1) ausstehen, aussteigen, e navi egredi, ähnlich dem abstehen descendere equo: in die insel Sagena kam, da …

außenstehen

DRW

außen·stehen

außenstehen unbezahlt sein, fällig sein (von Schulden) 1454 MBoica 25 S. 245 Faksimile noch hat sie an schulden aussen stehen 1659 HelgolGer…

beistehen

DWB

beist·ehen

beistehen , assistere, opem ferre, auxilio esse, nnl. bijstaan: wem stehest du bei? Hiob 26, 1 ; und der herr wird inen beistehen und sie er…

bestehen

DWB

best·ehen

bestehen , goth. bistandan, ahd. pistantan ( nicht pîstantan, wie bei Graff 6, 602 ), mhd. bestân und bestên, ags. bestandan, nnl. bestaan, …

Beystehen

Adelung

bey·stehen

Beystehen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Stehen ,) welches mit dem Hülfsworte haben verbunden wird. 1) Eigentlich, bey oder neben jemande…

d(a)rüberstehen

RDWB1

d(a)rüberstehen da musst du drüberstehen - ты должен быть выше этого, тебя не должно это волновать, не обращай внимания (не имеет отношения …

Dabeistehen

Wander

dabei·stehen

Dabeistehen 1. Er steht dabei wie 's Kind beim Drecke. ( Rottenburg. ) Hülf- und rathlos. Holl. : Hij staat erbij als eene kip, die eendenei…

dahinterstehen

RDWB1

dahinter·stehen

dahinterstehen übertr. поддерживать / поддержать, отстаивать / отстоять, защищать / защитить (а не "стоять за чем-л.") er steht voll dahinte…

dastehen

DWB

dast·ehen

dastehen , adstare, ich muste dastehen und warten. er stand da wie ein armer sünder. ich sehe wol, ich stehe da wie butter in der sonnen in …

durchstehen

DWB

durch·stehen

durchstehen , allgemeine geltung haben, wie durchgehen 2 b θ . die vererbung soll künftighin nicht mehr verschiedenartig nach provinzen, son…

eingestehen

DWB

einge·stehen

eingestehen , confiteri, concedere: das gestehe ich ein; freiwillig eingestehen; nach den eingestandenen regeln. Lessing 10, 58 ; mich immer…

einstehen

DWB

einst·ehen

einstehen , instare, nnl. instaan, mhd. înstân. 1 1) got ist über elliu dinc ein înstân in sich sëlber unde sîn înstân daʒ enthaltet alle cr…

entstehen

DWB

ent·stehen

entstehen , n. 1 1) abgang, mangel, ermangelung: dem recht nach fiel die erbschaft an ebenbürtige geschwister und in deren entstehen an sipp…

erstehen

DWB

erst·ehen

erstehen , surgere, resurgere, oriri, goth. usstandan, ahd. irstân, mhd. erstân, alts. âstandan, âstân. synonym das goth. urreisan, alts. ag…

fernstehen

RDWB1

fern·stehen

fernstehen избегать, стараться не общаться, держаться подальше (а не "стоять вдалеке") ich stehe solchen Leuten fern - я избегаю таких людей…

feststehen

DWB

fest·stehen

feststehen , stare: wenn das einmal feststeht, dasz nichts begehrungswürdig ist als tugend. Garve zu Cic. off. 3, 46 ; feststehende meinunge…

Freistehen

Wander

freis·tehen

Freistehen Freistehen Es steht jedem frei, sich in die Hosen zu machen. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Was frei steht, trägt für drei. ( Eifel…

Frühaufstehen

Wander

fruehauf·stehen

Frühaufstehen 1. Das Frühaufstehen geht nicht langsam, es muss mit einem Hops geschehen. 2. Frühaufstehen altert nicht.

gestehen

DWB

gest·ehen

gestehen , n. , subst. inf. des vorigen, das stillstehen, der waffenstillstand: wir machin ein recht cristlich gestehin zwischen dem .. koni…

Ableitungen von stehen (6 von 6)

bestehen

DWB

bestehen , goth. bistandan, ahd. pistantan ( nicht pîstantan, wie bei Graff 6, 602 ), mhd. bestân und bestên, ags. bestandan, nnl. bestaan, …

entstehen

DWB

entstehen , n. 1 1) abgang, mangel, ermangelung: dem recht nach fiel die erbschaft an ebenbürtige geschwister und in deren entstehen an sipp…

erstehen

DWB

erstehen , surgere, resurgere, oriri, goth. usstandan, ahd. irstân, mhd. erstân, alts. âstandan, âstân. synonym das goth. urreisan, alts. ag…

gestehen

DWB

gestehen , n. , subst. inf. des vorigen, das stillstehen, der waffenstillstand: wir machin ein recht cristlich gestehin zwischen dem .. koni…

Mißstehen

Campe

✱ Mißstehen , v . unregelm. ( s. Stehen ), Mittelw. d. verg. Z. mißgestanden . I) ntr . mit haben . 1) Übel stehen, anstehen, sich nicht sch…

verstehen

DWB

verstehen , verb. form. 1 1) wie im stammwort ( th. 10, 2, 1396 ff. ) stehen von vornherein zwei verba neben einander: -standen (-stantan) i…