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Eintrag · Pfälzisches Wb.

sein1

Bd. 6, Sp. 40
sein1 unregelm. Verb: 1. absol. a. 'existieren, vorhanden sein, anwesend sein', sei(n) (saiⁿ, sḁiⁿ, sai, sḁi) [verbr. NPf VPf MPf vereinzelt westl. WPf, Henn Mda.-Int. 100 Mang 122 Schneckenburger 48, 50 PfId. 131 Lambert Penns 149 Krämer Gal 197], soi(n) (sǫiⁿ, sǫi) [mancherorts mittl. u. nördl. VPf, vereinzelt mittl. WPf, Krell 73 Otterstetter 58], säiⁿ (sęiⁿ) [vereinzelt SOPf SPf], sin (sin) [verbr. westl. WPf KL-Fockbg Mackb Reichb Stockbn Weilb, Müller Dietschw 59 Krämer Gal 197], (siⁿn) [Henn Mda.-Int. 125 Otterstetter 58], sen (sen) [Umg. v. Kus Ingb WD-Niedkch]; Part. Perf. gewescht (gəˈwēšd, gəˈwešd) [westl. NPf mancherorts NWPf], gewääscht (gəˈwEšd) [vereinzelt NWPf], gewesch (gəˈwēš) [KU-Dennw RO-Schiersf], gewes (gəˈwēs) [mancherorts östl. NPf vereinzelt mittl. WPf], gewääs (gəˈwEs) [RO-Lohnsf KB-Standbl], gewess (gəˈwes) [vereinzelt östl. NPf], gewese (gəˈwēsə) [vereinzelt nördl. VPf], gewääse (gəˈwEsə) [Kirchhbol GH-Steinw], gewesse [FR-Saush], g(e)west (gəˈwēsd, gəˈwesd, gwesd) [verbr. VPf mittl. WPf, Lambert Penns 149], gewääst (gəˈwEsd) [RO-Potzb KB-Eisbg], gewast, g'wast [PS-Bruchw Bundth GH-Neubg Wörth], geweeⁿ, gewääⁿ (gəˈwēⁿ, gəˈwEⁿ) [mancherorts westl. WPf (Linie Zweibr-Kus)], gewääe (gəˈwEə) [ZW-Rosk], geween, gewään (gəˈwēn, gəˈwEn) [verbr. SWPf westl. WPf], gewiin (gəˈwīn) [HB-Mimb], geweent [KU-Bledb Ehw Selchb WD-Bub], gewenn (gəˈwen) [PS-Lu'wink Nothw Petbch Schönau], gewann [PS-Hirschth]; vgl. K. 346; Konjug. s. F.; vgl. Bei-, Wohlsein; da-, dabei-, dadabei-, daran-, darum-, herum-, zusammensein. Do is nix [Kaislt]. RA.: 's is, wie's is [KL-Fischb, mancherorts]. 's isch net, wie's sei soll [LA-Maik]. Wann du net wärscht un die Leffel, mißt mer die Supp trinke [LA-Gommh, mancherorts]. SprW.: Was net is, kann noch werre [KL-Ottb, verbr.]. Wo nix es, do geht nix velor [KB-O'wies]. Wu nix is, kummt nix hie [Gal-Dornf, mancherorts]. a. 1553: In diesem dorf seind neunzehn feurstätt oder häuser [ABlieskst 45 (IB-Ormh)]. — b. in Verbindung mit Modalverben zum Ausdruck der Möglichkeit oder Notwendigkeit [verbr.]. Kann seiⁿ! [KL-Morlt, verbr.]. 's hot net solle seiⁿ [Kirchhbol]. 's muß seiⁿ! [Kaislt]. Das derf net seiⁿ [KB-Rams]. Do werd als die ganz Nacht durchgeschafft, wann's soiⁿ muß [NW-Gimmdg]. Wie kammer numme so sei? [PS-Erfw]. RA.: Er es net, wie er sei soll 'Er ist nicht ganz richtig im Kopf' [KB-Marnh, mancherorts]. Ich will nit so soiⁿ [LU-Opp]. Der loßt Gott e gurer Mann sei [LA-Wollmh]. — c. im Kinderspiel oder bei Abzählreimen 'ausgezählt, abgeschlagen sein' u. ä. Du bischt! [FR-Kindh]. AR.: Wer so hot wie ich, der is [FR-Heßh]. Mer wolle wette / Um drei goldne Kette / Um e Schoppe Weiⁿ / Un du muscht seiⁿ [Donnersberg Jahrbuch 1981 167]. Hinne eweg, vorne eweg, / wer newe mer steht, der is [KU-Reiffb]. De Riwel, de Rawel, de Zwiwel, de Zwawel, / die Mädle, die hupp- sen, die Buwe die springen / un du musch ganz ääfach seiⁿ [NW-Hamb]. — 2. mit Bestimmungen. a. 'sich in einem bestimmten Zustand befinden, eine bestimmte Eigenschaft, Art haben' [verbr.]. Ich bin krank [Kaislt]. Eich sein biis merrem 'Ich bin böse mit ihm' [RO-Rehborn]. Do sein ich absenat 'In dieser Beziehung bin ich eigen' [KU-Adb]. Eich sein net stolz [Kus (Inschrift am Hutmacherbrunnen)]. Du besch e ääfaldigi Gans! [LA-Essing]. Die Blum esch schäi [GH-Nd'lustdt]. 's is dunkel [ZW-Bechhf]. Des es e windicher Kerl [KL-Siegb]. Er is verheirat [KU-Cronbg]. De Himmel ich (sic!) wolkich [PS-Münchw]. Komm, mer wolle werrer äänich sin! [KL-Reichb]. Meer bin (Wir sind) ganz nägscht verwandt [KU-Obw/T]. De Babbe hat Naachtschicht. Sin still! [Kraus Arwed 21]. Mei Hoor sen groo [RO-Duchr/O'hs]. Se sin immer noch gesund beinanner [KL-Stelzbg]. Die Wisse sein ganz derr [RO-Rehborn]. Heit morje war'sch frischlachtich (frisch) [KL-Gimsb]. Dem seiⁿ Gesicht is blitzebloo [RO-Semb]. Friher do war's halt annerscht wie heit [LU-Muttstdt]. Ich mißt lieche, wann des nit wohr wär [Bergz (Kamm 97)]. Doch wēß m'r āh, wie Schätz' als bin: / En ann're Borsch, en ann're Sinn [Schandein Ged. 80]. Gruß- und Anredeformel beim Begegnen im Feld: Seind net so fleißich! [RO-Als]. RA.: Der esch seines Kopps 'Er ist eigensinnig' [BZ-Dernb, mancherorts]. Das es vun A bes Z geloo [RO-Duchr/O'hs]. Des es g'huppst wie g'sprung [KB-Bischh]. Sie esch gebutzt wie's Kättel am Feierdaach [LA-Nd'hochstdt]. SprW.: Wann de Sack voll is, sell mer'n zubinne [LA-Impfl]. Kimmel un Korjanner, 's is eener wie de anner [HB-Kirrbg]. Wann die Mais satt sin, schmackt 's Mehl bitter [Gal-Brunndorf]. BR.: Wann de Himmel morchens sou rot esch, gebt's gewehnlich Rechewedder [LA-Mörzh]. Ich's (sic!) an Lichtmeß klor un hell, kummt de Frihling nit so schnell [GH-Vollmw]. VR.: Erbse un Linse, / Wie mer se kocht, / So sin se [Wilde 161]. a. 1305: die do sint gelegen zu Dalsheim an dyser steden [OttbgUrkb. 266]. a. 1325: alse wir es schuldig bint zuo tuone [Fürstlich Öttingen-Wallersteinisches Arch. Wallerstein, Reuerinnenkloster Zweibr]. a. 1337: daz wir ... schuldich bient [StArch. Koblenz, Gr. v. Saarbrücken Nr. 141]. a. 1437: von rechts wegen schuldich sy zu helffen [PfWeist. 391 (IB-Ensh)]. 15. Jh.: getru vnd holt zu sin [PfWeist. 450 (NW-Erph)]. a. 1565: ein altte kue ... zur Zucht nit mehr dauglich gewest [WerschwSchR]. a. 1596: gärtten so Erblichen vnd nit des Closters aigen seindt [WerschwSchR 4r]. — b. in Verbindung mit Possessivangabe 'jemandes Besitz, Eigentum darstellen; zugehören' [verbr.]. Des is moiⁿ 'Das gehört mir' [Kaislt, mancherorts]. Des esch nit dir allää [BZ-Dernb]. Dem is die ganz Gewann [NW-Weish/S]. — c.α. mit Gleichsetzungsnominativ zur Bezeichnung der Identität oder zur Klassifizierung [verbr.]. Er is Maurer [KL-Ottb]. Sie esch e Kreksern (s. Kräckserin), awer sie werd doch alt [BZ-Dernb]. Morche esch Samsdag [LA-Birkw]. Des isch e Viech 'Er ist verrückt' [PS-Lautschw]. Mer sin Bauersleit [LA-Gommh]. Mei Name isch Jakob Scherer [KL-H'spey]. Des isch de Daume [BZ-Steinf]. 's is finf Uhr [HB-Höch]. RA.: Bischt aach mei Maadche, kosende Anrede [Gal-Dornf]. SprW.: Alle gude Dinge sin drei [LU-Neuhf, mancherorts]. Kinner sein Kinner [Gal-Brig, mancherorts]. a. 1522: Eyn morgen ackers ... seint anwender [GGA 55i 40r]. — β. bei Rechenoperationen 'gleich sein, zum Ergebnis haben' [verbr.]. Ääns un ääns esch zwää [LA-Ilbh]. Sechs mal sechs is sechsedreißich [HB-Bexb]. Finf wencher vier esch ääns [GH-Leimh]. — d. 'an einer bestimmten Stelle sein, an eine bestimmte Stelle gelangt sein oder von ihr herkommen' [verbr.]. Wo seiner? 'Wo seid ihr' [RO-Als]. Sinner doo? 'Seid ihr da?' [GH-Nd'lustdt]. Wo sinnern her? [Bergz (Kamm 115)]. Wo wart ehr? [NW-Bobh]. Er is uf'm Feld [KU-Bedb]. RA.: Du bisch jo hinner 'm Mond dehääm [Kaislt]. Wann de nore wärscht, wo de Peffer wachst [KU-Kaulb, mancherorts]. Wo du nit bischt, Herr Jesus Chrischt, da schweigen alle Fleede [GH-Kand]. Bei Ausschlag am Mund sagt man: Warscht beim Parrer un hascht Griewe geß? [HB-Schwarzack, mancherorts]; vgl. schmeißen 1 a. Sie is noch net unner de Haub 'noch nicht verheiratet' [LU-Limbghf]. SprW.: Wo Dauwe seiⁿ, flie Dauwe hie 'Wo schon etwas (Besitz) ist, kommt meist weiteres hinzu' [KU-Kaulb, verbr.]. Dehääm is dehääm [NW-Kallstdt, mancherorts]. Dort is schee, wu mer net sein [Gal-Slawitz]. Wo de Has geheckt (s. hecken 1 a) is, is er gere [HB-Kirrbg]. — e. 'stattfinden, vonstatten gehen, sich ereignen' [verbr.]. 's is grad e Gewidder [Kaislt]. 's is heit Danz [KL-Ottb]. 's war uf die Weihnachde, wie meiⁿ Dande g'starwe esch [BZ-Albw]. Gischter war die Lejcht gewähn [Kraus Putscheblum 61]. Wie warsch dann? [HB-Einöd]. — 3. Hilfsverb. a. zur Bildung des Perfekts. α. bei Verben der Bewegung [verbr. (außer westl. WPf)]. Er is kumm [KL-Katzw]. Eich sein gelaaf [RO-Bistschd]. Sie isch ins Wasser gange 'hat sich ertränkt' [LA-Gommh]. Ich sin mei Schritt gang [ZW-Ernstw]. Häufig auch unter Weglassung des Verbs: Er is schaffe (gegangen) [LU-Neuhf]. Er is ins Dorf (gegangen) [KL-Siegb]. Sie is nix wie fort(gelaufen) [RO-Semb]. Mer sein ins Feld (gefahren) [Kirchhbol]. a. 1333: das wir ... uberkuomen bient guotliche unde liepliche [München, Hausarch. K 112, L 1, Nr. 88 (Zweibr)]. — β. bei den Verben der Ruhe (sitzen, stehen, liegen) [mittl. u. südl. VPf O-PS], nordwestlich dieses Gebiets Perfektbildung mit haben. Ich bin gesesse [NW-Lach]. Er isch bis an d' Bruscht im Wasser g'stanne [LA-Gommh]. — γ. Perfekt von sein. Ich bin bei 'm gewest [BZ-Dernb]. Ich bin erscht neilich wirrer bei eich gewest [BZ-Dernb]. a. 1465-70: als das bißher ein gewonheit gewest ist [Lgb. 115 25 (NW-Hamb)]. a. 1482: die gutter ..., die gedeylt sint gewest [LandsbgZb. 4]. a. 1485 (Abschr. 1601-1629): Vnd alß in denselben sieben Huebhöfen sieben Hüeber gewest sein [DirmstAWeist.]. a. 1496: ist des apts eygenthum gewest [Lgb. Kloster Limburg]. a. 1515: 5 alb. 3 d 2 heller ist in mor nickelß seckel gewest [GgHospR]. a. 1587: Vnd diß beid Item seindt ettwan ein Item gewest [Kurpf. Fasz. 1088 Bl. 26 (LA-Gleisw)]. — b. zur Bildung des Plusquamperfekts [mancherorts]. Du warscht do gewest [Kus]. a. 1299: Alse ich was it gevangen van minem oheim Friderich van Liningen [LeinArch.]. — c. zur Bildung des Zustands- und Vorgangspassivs [mancherorts]. Die Uhr isch ufgezooche [SP-W'see]. Die Kuche sein schun ingemeert [Christmann Grummet 18]. Er es am Blenddarem operiert worr [WD-Niedkch]. Samschdags simmer all gebad worr [Damm Nawwel 64]. — F.: Konjug.: Ind. Präs. Sg. 1. Pers. bin [verbr. (außer NPf westl. WPf SOPf)], ben [mancherorts SOPf, vereinzelt westl. WPf], biⁿ (bīⁿ) [Höh 54], sein [verbr. NPf vereinzelt WPf], sin [mancherorts westl. WPf, vereinzelt mittl. WPf], sen [vereinzelt westl. WPf]; vgl. K. 347; ein Vergleich von Sprachaufnahmen aus den Jahren 1887, 1927 und 1960 zeigt, daß sich bin auf Kosten der übrigen Formen stark ausgebreitet hat; 2. Pers. bischt [verbr. WPf NPf nördl. Hälfte der VPf vereinzelt übrige Pf], bisch [verbr. Südrand der Pf mancherorts mittl. WPf NPf vereinzelt übrige WPf], bescht [mancherorts SOPf NWPf vereinzelt SWPf], besch [vereinzelt SOPf NWPf], seinscht [KB-Gauh]; die Verwendung von Formen mit und ohne auslautendem -t ist oft im gleichen System nebeneinander bezeugt und häufig vom Kontext oder dem Sprechtempo bedingt, vgl. Höh 75; 3. Pers. is [verbr. (außer SPf u. Teilen der NPf NWPf)], es [mancherorts NPf NWPf vereinzelt westl. WPf], isch [südl. WPf mittl. VPf mancherorts SOPf Bertram § 241], ich [vereinzelt SPf mittl. VPf Bertram § 241], esch [mancherorts SOPf]; vgl. K. 1 (is-isch-Linie südl. WPf); den neuesten Sprachstand unter Einbeziehung von Aufnahmen zum Mittelrheinischen Sprachatlas bietet Herrgen Koronalisierung K. 8, S. 202; Pl. 1. Pers. sin [verbr. (außer NPf)], sen [mancherorts westl. WPf NWPf vereinzelt SOPf], sein [verbr. NPf, Christmann SprBew. 65, Abb. 17], bin (1927) [KU-Friedhs Obw/T HB-Höch Kirrbg O'bexb KL-Bann Fischb Lind Miesb Mölschb Neukch Queidb Schneckhs Semb Stelzbg U'sulzb Weilb PS-Schmalbg], ben (1927) [IB-Rohrb]; DSA 110 (1887) bietet ein geschlossenes Gebiet mit bin-Formen um Kaislt und Streubelege in der WPf, die sich bis zum lothr. bin-Gebiet erstrecken, die Befragung vom Jahre 1960 erbrachte keine Meldung von bin mehr. — 2. Pers. sin [verbr. (außer NPf)], sen [mancherorts westl. WPf NWPf LA-Nd'hochstdt], sein [verbr. NPf], bin (1927) [KU-Obw/T HB-Höch IB-Herbh RO-Münchw Duchr KL-Fischb Hauptstl Lind Reuschb Schneckhs Stelzbg PS-Schmalbg], seid [verbr. Nordostteil der VPf vereinzelt übrige Pf (1927) mancherorts (1960)]; vgl. K. 348. — 3. Pers. sin [verbr. (außer NPf)], sen [mancherorts westl. WPf NWPf], sein [verbr. NPf]. — Ind. Prät. Sg. 1. und 3. Pers. waʳ (wāʳ, wʳ) [verbr.], woʳ (wōʳ, wōÄ) [KU-Schmittw/O RO-Als PS-Schmalbg]; 2. Pers. waʳscht [verbr.]. Pl. 1.-3. Pers. ware (wārə, wrə) [verbr. NWPf SWPf Westteil der NPf vereinzelt MPf], war(e)n (wārən, wāʳn; --) [verbr. VPf O-PS MPf Ostteil der NPf mancherorts mittl. WPf], 2. Pl. auch waʳt [mancherorts (neu)]. — Konjunkt. Prät. 1. und 3. Pers. wäʳ (wEʳ, -ē-) [verbr.], 2. Pers. wäʳscht (wEʳšd, -ē-) [verbr.], wäʳsch [mancherorts]. Pl. 1.-3. Pers. wäre, wär(e)n [verbr.], 2. Pl. auch wäʳt [mancherorts (neu)]. — Imp. Sg. sei [verbr.], DSA 22 meldet einen Beleg bin für die NWPf; Pl. seid, sin, sein (Verbr. wie Ind. Präs. Pl. 1.-3. Pers.) [verbr.]. — Nachgestellte unbetonte Pronomina werden häufig (unter Lautangleichung) mit der jeweiligen Form von sein zusammengezogen: simmer < sin mer 'sind wir' [LA-Venn, verbr.], sinner < sin ehr 'seid ihr', sennersch? < sen ehr es? 'seid ihr es?' [RO-Duchr]. Vor anlautendem Vokal findet sich beim Ind. Präs. Sg. der 3. Pers. in der NWPf vereinzelt Rhotazismus: dar erre 'das ist ein' [RO-Rehborn], irres 'ist es' [KU-Nerzw], do erreʳ 'da ist er' [KU-Herchw], das errem 'das ist ihm' [NPfGV 8. 1934]. — Der Vergleich von Sprachaufnahmen zwischen 1887 und heute (1988) läßt starke Veränderungen erkennen, die in ihren wichtigsten Zügen zusammenfassend (Einzelheiten s. o.) so umrissen werden können: Die für die 1. Pers. Ind. Präs. Sg. bezeugten Formen ich sin/sen in der WPf und die in der NPf bezeugten Formen ich sein sind gegenüber von ich bin auf dem Rückzug. Das Senkungsgebiet in der VPf mit ich ben erweist sich dagegen als relativ stabil. Die in älteren Texten und Sprachaufnahmen für die Zentral-Pf und WPf gut bezeugten bin-Formen im Ind. Präs. Pl. (z. B. mer bin 'wir sind') sind in der Gegenwart nicht mehr zu hören. — Rhein. VIII 58 ff.; Lothr. 479/80; Els. II 360/61; Kluge-Seebold22 665; DSA 22, 101, 110.
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