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Stehen

mhd. bis spez. · 16 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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17 in 16 Wb.
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Eintrag · Campe (1807–1813)

Stehen v., ntr, intrs, intrs

Bd. 4, Sp. 611a
Stehen, v. ntr. unregel. ich stehe, du stehest (stehst), er stehet (steht), unl. verg. Z. ich stand (stund), geb. F. ich stände (stünde), Mittelw. d. verg. Z. gestanden, Befehlw. stehe oder steh, mit haben, im O. D. mit sein. 1) Auf seiner kleinsten Seite oder Fläche ruhen und aufgerichtet sein. Vor Müdigkeit, vor Schwäche in den Füßen nicht stehen können. Wer stehet, der sehe zu, daß er nicht falle. Fest, sicher stehen. Gerade, krumm, schief stehen. Auf seinen Füßen nicht stehen können. Die Jungfrau stund Wie eine Rose da. Wieland. Am Fenster, vor der Thür stehen. Auf der Erde, auf der Leiter stehen. Bei jemand stehen. Bei jemand zu stehen kommen, neben ihm seine Stelle finden. Der Stock stehet im Winkel, das Glas stehet auf dem Tische. Einem im Lichte stehen, auch uneigentlich, ihm hinderlich sein, ihn verdunkeln. Einem im Wege stehen, auch uneigentlich, ihm hinderlich sein. »Er war schon lange der geschworene Feind des Umgekommenen, der allen seinen Absichten im Wege gestanden hatte.« Sulzer. Die Bäume stehen hier an keiner guten Stelle. Das Korn, die Gerste, die Erbsen  stehen vortrefflich. Stehendes Holz, welches noch auf dem Stamme stehet, noch nicht gefället ist. Etwas stehend oder im Stehen thun. Stehend oder im Stehen schreiben. Stehendes Fußes etwas thun, sogleich, auf der Stelle. Denn steh'nden Fußes reis' ich ab nach Wien. Schiller. Das Messer stehet ihm an der Kehle, er befindet sich in der größten Gefahr, auch, in der unangenehmen Nothwendigkeit etwas zu thun. Ein stehender Gang, im Bergbaue, welcher gerade nieder oder doch 80 Grad nach dem Zirkelbogen fällt; in Gegensatz eines donlegen, flachen und schwebenden Ganges. Eben daselbst ist in anderm Sinne ein stehender Gang ein solcher, welcher dem Kompasse nach die Stunde von 12 bis 3 führet. I Schiffbaue sind stehende Knie solche, deren einer Arm lothrecht also gerade stehend angeordnet ist, Stechknie. Ein stehendes Leik, welches die beiden Seitenkanten der Raasegel umfaßt. Stehende Zwillinge, an einem Feldgestänge, die beiden aufrecht stehenden Hölzer, worin das Feldgestänge befestiget ist und sich beweget. Zuweilen ist stehen auch aufgerichtet sein, steif und starr sein, in welchem Sinne es vom männlichen Gliede gebraucht wird. I den angeführten Fällen ist stehen in Gegensatz von sitzen und liegen, oder überhaupt ohne Rücksicht auf eine andere Art der Stellung gebraucht. Oft aber wird es dem Gehen, dem Vorwärts= oder Weitergehen, auch wol der Bewegung überhaupt entgegengesetzt. Stehen bleiben, nicht weiter gehen, auf derselben Stelle bleiben. »Aber wär' ich vor vier Tagen hier gestanden.« I P. Richter. Still in ihrem Lauf sind alle Sterne gestanden. Klopstock. Auch die Erd' ist still gestanden. — Ders. Still war schon gestanden die ganze Schöpfung. Ders. Bei etwas stehen bleiden, dabei verweilen, sich dabei aufhalten, wie auch, dabei oder damit abbrechen, aufhören. »Wir blieben bei den drei Morgensegen stehen.« Gellert. Auch wird stehen bleiben im gemeinen Leben für, nicht weiter fortkönnen gebraucht. Mitten in seiner Rede, Predigt  blieb er stehen. Stille stehen. »Und die Träger stunden,« nämlich stille. Luc. 7, 14. Die Pferde wollen nicht stehen, sie wollen nicht verweilen, sie wollen fort. Der Feind wollte nicht stehen, oder, war nicht zum Stehen zu bringen, er lief davon; daher, einem stehen, vor ihm nicht laufen, ihm die Spitze bieten; wie auch, Rede und Antwort geben. Auch die anderen Seelen der abgeschiedenen Todten Standen mir — — Voß. — — — und zu stehen Dem Arme des Jünglings. Rothe. (R.) Die Soldaten stehen im Felde, wenn sie ihren Feind erwarten, um ihm zu widerstehen. Stehendes Wasser, welches keine Bewegung, keinen Abfluß hat; in Gegensatz des fließenden. Stehende Sümpfe. Auch sagt man, der Fluß stehet, wenn er gefroren, mit Eise bedeckt ist. Der Puls stehet. Das Blut stehet in seinen Adern, stockt, hat keinen Umlauf. Das Herz stehet, schlägt nicht mehr und zeigt Aufhören des Lebens an. Ruhe! sie kömmt nicht eher zu uns als (bis) der Erde das Herz steht. Sonnenberg. Etwas stehen lassen, es in Ruhe lassen, nicht bewegen, auch wol, nicht in die Hand nehmen, nicht berühren. Einen flüssigen Körper umrühren und stehen lassen, d. h. ihn dann in Ruhe lassen, nicht weiter bewegen. Die Uhr stehet, sie gehet nicht. Die Mühle stehet. Wie ich gehe und stehe, wie ich da bin. Dabei stehet mir der Verstand still, da vermag ich nicht weiter zu denken. »Um diese Zeit (im 28sten Jahre) sind die Frauenzimmer in ihren stehenden Jahren,« wo ihr Alter gleichsam einen Stillstand macht, wonach es mit ihnen wieder abwärts gehet. Rabener. ○ Das Leben stehet, hat keinen Fortgang, steht gleichsam still. Dein Leben steht! ein schwerer Traum! Herder. Sehr häufig gebraucht man stehen in weiterer und uneigentlicher Bedeutung, wo sich dann der Begriff des Stehens auf der kleinsten Fläche verliert und nur der Begriff der Ruhe bleibt, oder überhaupt, der des Daseins, des Bleibens, der Dauer, der Festigkeit Statt findet. Die Truppen stehen im Lager, im Felde  befinden sich daselbst eine Zeitlang in Ruhe. Der Stab stehet in der Stadt, gewöhnlicher liegt. Die Türken und Russen stehen an der Donau. »Mein Herz erweitert sich von einem frohen Stolze, indem eine Thräne in meinem Auge stehet.« Dusch. Auch sagt man, die Augen stehen voll Thränen. Das Wildbret stehet in einem Holze, bei den Jägern, wenn es sich gewöhnlich und gern in demselben aufhält. Die Pferde stehen im Stalle, sie befinden sich darin, sie mögen sich auf den Füßen befinden oder liegen. Acht Pferde im Stalle stehen haben. Er hat eine Menge Schweine auf der Mast stehen. Das Haus, die Thür stehet offen, befindet sich offen, ist offen. Mein Haus stehet Inen offen. Die Waaren stehen im Hause. Das Haus, die Stadt stehet noch, ist noch vorhanden. So lange die Welt stehet, so lange sie wirklich ist. So stehet ein Berg Gottes, Den Fuß in Ungewittern, Das Haupt in Sonnenstrahlen. Ramler. So stehet hier geschrieben. Davon stehet nichts im Briefe. I diesem Buche stehen lehrreiche Sachen. Die Sonne, der Mond, die Sterne stehen am Himmel. Es stehet ein Gewitter, ein Regenbogen am Himmel. Das Wasser stehet hoch, hat eine große Höhe erreicht und erhält sich eine Zeitlang in derselben. Es stehet alles unter Wasser, ist davon überschwemmt. Das Klavier, der Flügel  stehet hoch, hat eine hohe Stimmung. Die Waaren stehen hoch im Preise, haben einen hohen Werth. Mit stehenden Schriften drukken, mit Schriften, welche nach dem Abdruck nicht abgelegt werden, sondern gesetzt bleiben und bei Seite gesetzt werden, bis man sie wieder braucht und von neuen damit druckt. Die Stadt hat ihre stehende Bühne, welche sich immer daselbst befindet, eine bleibende. »Die deutschen Namen der Pflanzen sind noch nicht stehend,« noch nicht fest bestimmt, bleibend Ungen. (R.) »Das feine sardonische Lächeln, das bei August eben so stehend und bleibend gewesen sein muß, als man es immer auf den Lippen Bonapartes sieht.« Reichardt (R.) Stehendes Tauwerk auf den Schiffen, welches angeschlagen ist und immer so bleibt; in Gegensatz des laufenden. Der stehende Part oder Stander eines Taues, das feste und unbeweglich stehende Ende eines laufenden Tauwerkes. Stehender Wind, fester Wind, welcher schon mehrere Tage einerlei Richtung gehabt hat und von welchem zu vermuthen ist, daß er diese Richtung noch einige Zeit behalten werde. Daselbst sagt man auch, das Takel stehet, wenn es unklar ist, oder wenn der Läufer desselben sich in den Blöcken bekniffen hat oder fest darin sitzt, daß er nicht laufen kann. Stehende Hebungen eines Gutes, gewisse, zu bestimmten Zeiten eingehende Einkünfte; in Gegensatz der ungewissen. Geld bei jemand stehen haben, entweder als Schuld für etwas, oder als ein Darlehn. Geld auf Zinsen, eine Summe auf Grundstücken stehen haben. Es stehet mir etwas bevor, es wird mich etwas betreffen. Wie stehen die Sachen? in welchen Umständen befinden sie sich? Die Sachen stehen gut, schlecht. Wie stehet es zu Hause? wie stehen die Sachen zu Hause, wie befindet man sich zu Hause, wie geht es zu Hause? Wie stehet es mit Irer Gesundheit, mit Irem Handel, mit Irer Wirthschaft? »Wie steht es mit deinem Herzen?« Gellert. »Sehen Sie doch, wie es um mein künftig Glück steht.« Ders. Es stehet schlecht mit ihm, in Ansehung der Gesundheit, oder in Ansehung seiner häuslichen Umstände, seines Vermögens  Sich gut stehen, in guten Umständen sein. Ih weiß am besten, wie ich mit ihm stehe, in welchem Verhältnisse ich mit ihm bin, wie ich mit ihm daran bin. Eine Sache stehet auch gut, wenn sie sich an ihrem Orte gut ausnimmt, gut in die Augen fällt. Ein Kleid, ein Hut stehet gut, wenn es, er gut sitzet, gut kleidet, zieret. »Die Ohrgehenke stehen Inen ganz vortrefflich.« Gellert. Ja, lockig Haar steht fein.« Ders. Umkränzt mit Rosen eure Scheitel, Noch stehen euch die Rosen gut. Hagedorn. Ir empfindliches Gewissen Hasset, was so weltlich steht. Ders. Freunde, treibet nur Alles mit Ernst und Liebe; die beiden Stehen dem Deutschen so schön, den ach! so vieles entstellt. Göthe. Es stehet dahin, es ist ungewiß. Viele uneigentliche Redensarten bildet stehen in dieser weitern Bedeutung besonders mit Verhältnißwörtern. Mit an; Х da stehen die Ochsen am Berge, da gehet es nun nicht weiter, da weiß man nun keinen Rath. Bei einem hoch am Brette stehen, bei ihm gut angeschrieben sein, bei ihm angesehen sein. Mit auf. Auf dem Sprunge stehen, bereit sein davon zu eilen, sobald es Zeit dazu ist. Auf dem Punkte stehen, in Begriff sein. Auf eines Seite stehen, auf seiner Seite sein, es mit ihm halten. Auf einem guten Fuße mit jemand stehen, in gutem Vernehmen mit ihm leben. Auf seinem Kopf stehet eine Belohnung, es ist eine Belohnung darauf gesetzt. Es stehet eine große Strafe, das Zuchthaus, der Galgen  darauf. Auf der Liste stehen, im Verzeichnisse verzeichnet sein. Das Haus stehet auf den Fall, im O. D. es neiget sich zum Fallen, es drohet zu fallen. Mit bei. Das stehet bei Inen, das ist in Irer Gewalt, das hängt von Inen ab; wofür man auf ähnliche Art auch sagt, das stehet Inen frei, Sie haben die Freiheit dazu, die Erlaubniß dazu. Das stehet bei Gott, das kömmt auf Gottes Willen an. »Die Zahl der Monden steht bei Gott.« Hiob 14, 5. Gut bei jemand stehen, bei jemand in Gunst, in Gnade stehen, bei ihm wohl gelitten sein, seine Gunst, seine Gnade besitzen. »Er steht ziemlich schlecht bei ihr, so sehr sie sich auch nach seiner Weise zu richten scheint.« Lessing. Stehe ich bei Inen noch wie ehemahls? nämlich so gut oder so schlecht. Sich gut bei einer Sache stehen, oder bloß, gut bei einer Sache stehen, sich wohl dabei befinden, dabei seinen Vortheil haben. »Bei jemand stehen,« Ps. 94, 9. für, ihm Beistand leisten, ihm beistehen, ist veraltet. Mit für. Alle stehen für Einen Mann, vertreten die Stelle desselben, bürgen für ihn. Für etwas stehen, dafür gut sein oder sagen. Nicht so gut sagt man, für etwas gut stehen und, wie Heynatz anführt, etwas stehen, z. B. ich stehe die Kosten. Für eine Schuld stehen. »Wer stünde mir denn für mein Leben?« Gellert. Dein Herz wird für dich steh'n, dein Wandel für dich sprechen. Schlegel. Ih möchte nicht dafür stehen, daß er es nicht thun sollte. Für die Folgen stehen, sie zu verantworten haben, die guten Folgen verbürgen. Ih stehe für nichts, ich mache mich für nichts verantwort. lich, ich verbürge mich für nichts. Mit in. I Gnaden stehen, Gnade bei jemand haben. Х Das stehet noch in weitem Felde, ist noch sehr ungewiß. Das stehet nicht in meiner Macht, in meiner Gewalt, in meinem Vermögen, in meinen Kräften. »Unsere Zeit steht in Gottes Hand.« Ps. 31, 16. »Unser Schicksal stehet in den Händen der Vorsicht.« Gellert. I Begriffe stehen, in Begriffe sein. Ih stand in der Meinung, daß  I Zweifel, in Furcht stehen, in Zweifel, Furcht fein, oder zweifeln, fürchten. I Verdacht stehen, verdächtig sein. I gutem Rufe stehen. I Verbindung, in gutem Vernehmen, in einem gewissen Verhältnisse mit jemand stehen. »Wenn es in seinem Gehirn so richtig stünde, als in seinem Gewissen, so wollte ich gut für ihn sein.« Schlegel. Du liebst ihn, doch dein Herz steht mit sich selbst in Streit.« Gellert. Bei jemand in der Lehre stehen, in Arbeit  stehen, bei ihm lernen, unter seiner Aufsicht arbeiten. I einem öffentlichen Amte stehen, darin angestellt sein. I einem gewissen Alter stehen, darin sein, ein gewisses Alter haben. Sie stehen beide im Einen Alter. I der Blüte stehen, blühen. »Das Reich Gottes stehet nicht in Worten,« für, bestehet. 1 Cor. 4, 20. Mit nach. Einem nach dem Leben stehen, danach trachten. Danach stehet mein Sinn, danach strebe ich. Ungewöhnlich ist es in folgenden Verbindungen, wo es nur noch in der Bibel vorkömmt. »— vor meinen Feinden, die um und um nach meiner Seele stehen.« Ps. 17, 9. »Nach einem höhern Stande stehen,« danach streben. Sir. 3, 22. »Nach der Gerechtigkeit stehen.« Röm. 9, 30. Die so nach gutem Wandel stehen. Opiz. Ehemahls sagte man dafür auch, auf etwas stehen. Dar uf so stat mins Herzen gir. Boners Fabeln, 40. Mit unter. Unter jemand stehen, ihm untergeordnet, untergeben sein. Unter eines Herrschaft, Gewalt, Bothmäßigkeit, Gerichtbarkeit  stehen. Х Unter dem Pantoffel stehen, von der Frau beherrscht werden. Mit vor. Vor dem Riß stehen, den Schaden tragen, decken. Mit zu. Einem zu Gebote stehen, bereit, verbunden sein, seine Gebote oder Befehle zu erfüllen. Alle Mittel stehen ihm zu Gebote, sind in seiner Gewalt, kann er anwenden. Was steht zu Iren Diensten? was befehlen Sie? Х Zu Kaufe stehen, feil sein. Die Haare stehen mir zu Berge, richten sich empor vor Schrecken, wofür Wieland bloß sagt »die Haare stehen ihr.« Zur Wehre stehen, sich zur Wehre setzen oder stellen. — — Steh nicht zur Wehr! A. W Schlegel. Ehemahls sagte man auch, es stehet an dir, für, bei dir, es stehet in deiner Gewalt, in etwas stehen, auf etwas bestehen; von etwas stehen, davon abstehen. Einem zu Buße stehen, ihm Genugthuung schuldig sein. Ungewöhnlich ist es auch zu sagen, in etwas stehen, für, darin bestehen. — — der wahre Adel steht nicht im Ersparen, Doch auch im Vergeuden nicht. Herder. Oft verbindet man es mit der unbestimmten Form eines andern Aussagewortes. Das stehet zu erwarten, zu wünschen, zu hoffen, zu erwägen , das ist zu erwarten , das muß man erwarten  Es stehet nicht zu läugnen. Wem nicht zu rathen steht, dem steht auch nicht zu helfen, wem nicht zu rathen ist, dem ist auch nicht zu helfen, d. h. wer sich nicht rathen läßt  Zu stehen kommen, um einen gewissen Preis haben, bekommen haben. Das Haus und der Garten kommen mir, wenn ich alles rechne, hoch genug zu stehen, kosten mir Geld genug. Es kömmt nicht hoch, nicht theuer zu stehen. »Der Spaß könnte mir sonst theuer zu stehen kommen,« er konnte mir viel kosten, oder unangenehme Folgen für mich haben. Weiße. Die Rache kam ihm hoch zu steh'n, Lichtwer. 2) Stehend etwas thun, stehend oder auch durch Stehen bewirken, wo es als intrs. zu betrachten ist und wo es selbst etwas von der Natur eines überleitenden Wortes annimmt, auch mit dem vierten Falle der Sache gefügt wird. Schildwache stehen, als Schildwache stehen und wachen. Gevatter stehen, als Gevatter der Taufhandlung beiwohnen. Bei jemand Gevatter stehen. »Ih habe Gevatter gestanden.« Gellert. Sich müde stehen, durch vieles Stehen müde werden, oder sich müde machen. »Diese Tugend hat einen vornehmen Ton, an ihrem Platze ist sie auch nöthig; nur stehet sie einsam da, sie steht sich müde und wartet auf Ablösung.« Herder. Ungut sagt man, bei einem die Jahre stehen, die Lehrjahre bei ihm zubringen, aushalten. »Sein Vater und ich haben die Jahre mit einander gestanden.« Weiße. Einem Rede stehen, ihm Rede und Antwort geben. * * Einen Kauf stehen, die Bedingungen desselben halten. Seinen Mann stehen, als ein Mann stehen, oder gleichsam seinen Mann stellen, es in der Vertheidigung mit seinem Gegner aufnehmen, ihm gewachsen sein, und in weiterer Bedeutung, sich männlich wehren, männlich Widerstand leisten, wofür man ehemahls auch sagte, seinen Mann wehren. Steh deinen Mann Und wag dein Äußerstes daran. Kl. Schmidt (R.). Auf einer Sache stehen, darauf bestehen. »Stehe nicht auf deinem eigenen Kopfe.« Sir. 10, 29. Und stuont Fraw Lunet Auf Ien knyen an Iem gepet, Iain 8, 13. Auch mit dem vierten Falle. Auf etwas stehen, darauf bestehen, es durchaus haben, durchsetzen wollen — auf Vollziehung des Gelübdes stehen wir — Herder. Der Hund stehet ein Wild, bei den Jägern, wenn er vor demselben stillstehet. 3) Für treten, wo es ebenfalls als intrs. zu betrachten ist. »Simei stand dem David mit Fleiß an den Weg, wo er vorbeigehen mußte.« Biblische Erzählungen. — Das Stehen. D. — ung in Zusammensetzungen. S. auch der Stand.
16734 Zeichen · 307 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    stêhen

    Mhd. Handwörterbuch (Lexer)

    stêhen , stêhin s. stân.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    stehenM.

    Köbler Mnd. Wörterbuch

    stehen , M. Vw.: s. stēn (1)

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Stehen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Stehen , verb. irregul. ich stehe, du stehest oder stehst, er stehet oder steht; Imperf. ich stand, (im gemeinen Leben s…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    stehen

    Goethe-Wörterbuch

    stehen [bisher nicht online publizierter Wortartikel]

  5. modern
    Dialekt
    stehenst.

    Pfälzisches Wb. · +3 Parallelbelege

    stehen st. : 1. a. 'aufrecht auf den Füßen (Wurzeln, einer Basis usw.) stehen', im Ggs. zu liegen oder umgefallen sein, …

  6. Sprichwörter
    Stehen

    Wander (Sprichwörter)

    Stehen 1. Dôr stét he, säd' de Jung', un kackt vör sînen Vader up'n Disch. – Hoefer, 555; Schlingmann, 627. 2. Ein gut s…

  7. Spezial
    stehen (danach steht ein Vokal)v

    Dt.-Russ. phil. Termini · +2 Parallelbelege

    stehen , v (danach steht ein Vokal) идти , гл (после идёт гласный)

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit stehen

82 Bildungen · 16 Erstglied · 60 Zweitglied · 6 Ableitungen

Zerlegung von stehen 2 Komponenten

ste+hen

stehen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

stehen‑ als Erstglied (16 von 16)

stehenbleiben

DWB

stehen·bleiben

stehenbleiben , n. , substantiv. inf., vgl. stehen II, E, 3. 1 1) von personen, eigentlich: zum theil sich ... niederlassend, zum theil ... …

stehenbleibend

DWB

stehen·bleibend

stehenbleibend , adj. , vgl. stehen II, E, 3. 1 1) von personen: die ganze reihe folgt ihnen ( den enomotarchen ), bis sie sich vor dem alle…

stehend

FWB

1. im Unterschied zu farend und liegend zur Charakterisierung von „stehenden“ (vgl. stehen 6) Gegenständen, insbesondere von Gebäuden.; 2. s…

Stehender

Wander

stehen·der

Stehender Dem Stehenden wird's sauer, mit dem Sitzenden zu reden.

Stehendes Capital

Herder

stehend·es·capital

Stehendes Capital , Güter, auf irgend einen Geschäftsbetrieb verwandt, die abgesehen von dem Ertrage desselben auch nach dem Aufhören einen …

stehendig

DWB

stehen·dig

stehendig , adj. , vereinzelte weiterbildung zu stehend: so haben die von Arnaw auch daselbst stehendig ( nicht kniend ) geschworen Hüttel c…

stehendlings

DWB

stehend·lings

stehendlings , adv. : der pfau leget seine eier nicht sitzlings, sondern stehendlings (stehendes, im stehen) Schottel 373 . — ebenso stehend…

stehengeblieben

DWB

stehengeblieben , adj. , part. zu stehen bleiben, s. stehen II, E, 3, sp. 1706 ff. zu c ( α ): ich bin erstaunt über die menge der zeitungen…

stehenlassen

DWB

stehen·lassen

stehenlassen , n. , subst. inf., s. stehen II, E, 4, sp. 1711 ff. zu a: der stolze kaufmann, der hier das stehen-lassen ( pass., dasz man ih…

Stehenschöffe

DRW

stehen·schöffe

Stehenschöffe, m. erblich eingesetzter, ohne eigene Zustimmung nicht absetzbarer Schöffe vgl. stehen (IX 1) dasz dieselbige scheffen stehens…

stehenssatt

DWB

stehen·s·satt

stehenssatt , adj. : gegen drei uhr nachts, als die gesellschaft fort war, ... senkte der stehenssatte gewissensrath seinen rumpf endlich in…

stehen als Zweitglied (30 von 60)

abbestehen

DRW

abbes·tehen

abbestehen abmieten vgl. abbeständen wöllicher ainem ain huss oder laden abbestät [und vor Ablauf der Mietszeit weg will, so ist der Hausher…

aberstehen

DRW

aber·stehen

aberstehen nd. aferstan erstehen von jemandem dy eigintschaft ... mit allem rechten als er dy den H. abeirstanden ... hatte 1441 HalleSchB. …

abgestehen

DRW

abgestehen zurücktreten do sich ergab der kunig und des gelubdes abgestund dem edlen kunige guot von Ungarlant oJ. Suchenwirt 14, 271 Lexer …

abstehen

DWB

abs·tehen

abstehen , descendere, distare, deesse, desistere, nnl. afstaan. die älteste sinnliche bedeutung des wortes, worin ab fast noch lose stelle,…

anhinstehen

DRW

anhin·stehen

anhinstehen für jemanden eine Verbindlichkeit übernehmen SchweizId. II 1331 Faksimile

anstehen

DWB

anst·ehen

anstehen , nnl. aanstaan, in verschiednen bedeutungen, die alle sich auf ein nahes stehen oder liegen zurückleiten. 1 1) adstare, prope star…

aufstehen

DWB

auf·stehen

aufstehen , surgere, stare, nnl. opstaan, sich erheben. 1 1) aufstehen von, aus dem bett, lager: so stehet ir morgens früe auf und ziehet ew…

ausbestehen

DRW

aus·bestehen

ausbestehen dauern iarmarkt ... den tag ganz usszubesteen 1451 TorgauUB. 38 Faksimile

ausstehen

DWB

aus·stehen

ausstehen , in mehrfachem sinn 1 1) ausstehen, aussteigen, e navi egredi, ähnlich dem abstehen descendere equo: in die insel Sagena kam, da …

außenstehen

DRW

außen·stehen

außenstehen unbezahlt sein, fällig sein (von Schulden) 1454 MBoica 25 S. 245 Faksimile noch hat sie an schulden aussen stehen 1659 HelgolGer…

beistehen

DWB

beist·ehen

beistehen , assistere, opem ferre, auxilio esse, nnl. bijstaan: wem stehest du bei? Hiob 26, 1 ; und der herr wird inen beistehen und sie er…

bestehen

DWB

best·ehen

bestehen , goth. bistandan, ahd. pistantan ( nicht pîstantan, wie bei Graff 6, 602 ), mhd. bestân und bestên, ags. bestandan, nnl. bestaan, …

Beystehen

Adelung

bey·stehen

Beystehen , verb. irreg. neutr. (S. Adelung Stehen ,) welches mit dem Hülfsworte haben verbunden wird. 1) Eigentlich, bey oder neben jemande…

d(a)rüberstehen

RDWB1

d(a)rüberstehen da musst du drüberstehen - ты должен быть выше этого, тебя не должно это волновать, не обращай внимания (не имеет отношения …

Dabeistehen

Wander

dabei·stehen

Dabeistehen 1. Er steht dabei wie 's Kind beim Drecke. ( Rottenburg. ) Hülf- und rathlos. Holl. : Hij staat erbij als eene kip, die eendenei…

dahinterstehen

RDWB1

dahinter·stehen

dahinterstehen übertr. поддерживать / поддержать, отстаивать / отстоять, защищать / защитить (а не "стоять за чем-л.") er steht voll dahinte…

dastehen

DWB

dast·ehen

dastehen , adstare, ich muste dastehen und warten. er stand da wie ein armer sünder. ich sehe wol, ich stehe da wie butter in der sonnen in …

durchstehen

DWB

durch·stehen

durchstehen , allgemeine geltung haben, wie durchgehen 2 b θ . die vererbung soll künftighin nicht mehr verschiedenartig nach provinzen, son…

eingestehen

DWB

einge·stehen

eingestehen , confiteri, concedere: das gestehe ich ein; freiwillig eingestehen; nach den eingestandenen regeln. Lessing 10, 58 ; mich immer…

einstehen

DWB

einst·ehen

einstehen , instare, nnl. instaan, mhd. înstân. 1 1) got ist über elliu dinc ein înstân in sich sëlber unde sîn înstân daʒ enthaltet alle cr…

entstehen

DWB

ent·stehen

entstehen , n. 1 1) abgang, mangel, ermangelung: dem recht nach fiel die erbschaft an ebenbürtige geschwister und in deren entstehen an sipp…

erstehen

DWB

erst·ehen

erstehen , surgere, resurgere, oriri, goth. usstandan, ahd. irstân, mhd. erstân, alts. âstandan, âstân. synonym das goth. urreisan, alts. ag…

fernstehen

RDWB1

fern·stehen

fernstehen избегать, стараться не общаться, держаться подальше (а не "стоять вдалеке") ich stehe solchen Leuten fern - я избегаю таких людей…

feststehen

DWB

fest·stehen

feststehen , stare: wenn das einmal feststeht, dasz nichts begehrungswürdig ist als tugend. Garve zu Cic. off. 3, 46 ; feststehende meinunge…

Freistehen

Wander

freis·tehen

Freistehen Freistehen Es steht jedem frei, sich in die Hosen zu machen. [Zusätze und Ergänzungen] 2. Was frei steht, trägt für drei. ( Eifel…

Frühaufstehen

Wander

fruehauf·stehen

Frühaufstehen 1. Das Frühaufstehen geht nicht langsam, es muss mit einem Hops geschehen. 2. Frühaufstehen altert nicht.

gestehen

DWB

gest·ehen

gestehen , n. , subst. inf. des vorigen, das stillstehen, der waffenstillstand: wir machin ein recht cristlich gestehin zwischen dem .. koni…

Ableitungen von stehen (6 von 6)

bestehen

DWB

bestehen , goth. bistandan, ahd. pistantan ( nicht pîstantan, wie bei Graff 6, 602 ), mhd. bestân und bestên, ags. bestandan, nnl. bestaan, …

entstehen

DWB

entstehen , n. 1 1) abgang, mangel, ermangelung: dem recht nach fiel die erbschaft an ebenbürtige geschwister und in deren entstehen an sipp…

erstehen

DWB

erstehen , surgere, resurgere, oriri, goth. usstandan, ahd. irstân, mhd. erstân, alts. âstandan, âstân. synonym das goth. urreisan, alts. ag…

gestehen

DWB

gestehen , n. , subst. inf. des vorigen, das stillstehen, der waffenstillstand: wir machin ein recht cristlich gestehin zwischen dem .. koni…

Mißstehen

Campe

✱ Mißstehen , v . unregelm. ( s. Stehen ), Mittelw. d. verg. Z. mißgestanden . I) ntr . mit haben . 1) Übel stehen, anstehen, sich nicht sch…

verstehen

DWB

verstehen , verb. form. 1 1) wie im stammwort ( th. 10, 2, 1396 ff. ) stehen von vornherein zwei verba neben einander: -standen (-stantan) i…