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ausstehen

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DWB
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Eintrag · Grimm (DWB, 1854–1961)

ausstehen

Bd. 1, Sp. 985
ausstehen , in mehrfachem sinn 11) ausstehen, aussteigen, e navi egredi, ähnlich dem abstehen descendere equo: in die insel Sagena kam, da stund man aus in gottes nam. H. Sachs I, 171d; seither ich von dir gescheiden, an dem britannischen port ausgestanden bin. Galmy 347; sei ausgstanden vom schif ietzund. Ayrer 462b. ebenso auch ausstehen aus der beisze. weidwerk 2, 34b und vom fallit werdenden schuldner: ausstehen, austreten und in die freihung sich begeben. Frankf. ref. II. 27, 9 (vgl.aufstehen 10); ausstehn, aus dem kloster treten: wer nicht mehr bestehn mag, der mag dann ausstehn. Garg. 284. ausstehen bei gericht, austreten, bei seite gehen. s. ausstand 4. 22) ausstehen, in publicum prodire, hinaustreten, feil stehn: und wer dann nicht mehr solcher gestalt bestehn mag, der mag dann ausstehn, und darnach wider herbei gehn. Garg. 284a; selbst des nachbar gastwirts müh, der vordem in fremden landen als ein doctor ausgestanden, war vergebens bei dem vieh. Gellert 1, 67; de la Popepiere war auf den landtag gekommen, um als marktschreier auszustehn. Klopstock 12, 296; es würde uns alle empören, ein erbstück eines geliebten vaters, das wir nur unserm kostbarsten schranke anvertrauen, plötzlich in der schmutzigen judengasse öffentlich ausstehn zu sehn. Tieck 4, 268; ich wollte als student mit einer gastpredigt ausstehen. J. Paul lit. nachl. 4, 84; jene deutschen mystiker und romantiker, welche wahrlich nicht spärlich in allen sogar schlechtesten taschenbüchern und romanen ausstehen. komet 1, xx; die schildwacht steht zwei stunden aus; der kaufmann steht mit seinen waaren aus und die waaren stehen aus. bergmännisch, erzadern stehen aus, gehen zu tage. 33) ausstehen, vom gelde, s. ausstand und ausständig: es steht noch viel geld aus; der gröszte theil seines vermögens stand im land aus und war nicht sogleich einzuziehen. ausstehen, von andern sachen, im rückstand, rückständig sein: acht und zwanzig stimmen waren gesammelt. Dorias und die seinige standen noch aus. Schiller 155; das gröszte steht noch aus! 559. ausstehen, aufgeschoben, ausgesetzt bleiben, anstehen: die entscheidung möge zum morgenden tag ausstehen. Niebuhr 2, 395; doch soll die vollziehung bis zum 14 juli für Paris ausstehen und drei monate für die provinzen. Dahlmann fr. rev. 330. vgl.ausstellen 9 und aussetzen. 44) transitives ausstehen, aushalten, ertragen, sustinere, perpeti, sowol von personen als sachen, vgl. unausstehlich, ausgehend von einem sinnlichen beharren im stand, wie aushalten im halten: die predigt ausstehn, stehend aushören, sich während des gottesdienstes nicht niedersetzen. wiltu nicht gleuben, so fare imer hin und erfare es, du wirst mit uns bald ausgepocht haben, es ist aber einer, der dir deinen trotz wol kann ausstehen. Luther 6, 226b; das kein unglück so grosz ist, es sei geistlich oder leiblich, das ich nicht künde ausstehen und überwinden. 6, 345a; mein trotz sol iren trotz ausstehen, das weisz ich für war. 3, 116; dasz ich solche mühe auf mich nehmen und ausstehen müssen. Schweinichen 3, 43; gleichwol hat er stark augen, die ein puf ausstehn (einen puf aushalten). Garg. 241b; mut und stärk alles auszustehen. Weckherlin 364; nach ausgestandner zucht. 253; zweimal ist es in der weile, dasz sie (die stadt) aus hat müssen stehn Hercules geschosz und pfeile. Opitz 1, 214; gott hat nun ausgestanden was auszustehen war. Fleming 14; das gold steht feuer aus.Veit duldet alle flammen, eh er läszt gold und sich mit willen thun von sammen. Logau 3, 2. zug. 40; Choerilus hat sich verbunden auszustehen einen streich immer und von jedem verse, der der kunst nicht fiele gleich. 3, 7, 94; wobei ich ziemliche furcht seiner ungnade ausstehen musz. pers. rosenth. 1, 32; mit einander gutes und böses auszustehn. 3, 9; ungemach und unlust von jemand ausstehen. 5, 14; einen ehebrecher strichen die Egypter mit ruthen aus und gaben ihm tausend streiche, konte er dieselben ausstehen, so möchte er weiter fortlaufen. Schuppius 513; eiserne köpfe, welche etwas ausstehen, vertragen und dasjenige, was sie gefasset haben, behalten können. 597; kleine vöglein haben grosze gefährlichkeit auszustehen. 837; so eine kurze faste wird noch auszustehen sein. Weise kl. leute 15; wärst du so klug, die kleinen plagen des lebens willig auszustehn, so würdest du dich nicht so oft genöthigt sehn, die gröszern übel zu ertragen. Gellert 1, 181; er steht den schmerz nicht aus, er überwältigt ihn. Zachariä 1, 179; nein, ich kanns nicht ausstehn. Gerstenberg Ugol. 63; einige aufrührer werden verwiesen, viele andere stehen züchtigungen aus. Schiller 834; nach allen prüfungen, die ihr ausgestanden habt. Göthe 14, 196; schon bei tafel hatten wir manches auszustehen, denn einige männer hatten stark getrunken. 19, 279; wer weisz nicht, was ein lied auszustehen hat, wenn es durch den mund des volkes eine weile durchgeht! 33, 205; da kommt der winter wieder und mir ists als wollt ich ihn wol noch einmal ausstehen. an fr. v. Stein 1, 70; sie konnte ihren herrn vater nicht eher ausstehn, bis er u. s. w. Klinger 1, 168; nein gnädger herr, sie kann ihn nicht ausstehn. Tieck 3, 203; in einem solchen falle, wenn man niemand von der gesellschaft ausstehen kann. J. Paul Tit. 2, 32; das unglück der erde war bisher, dasz zwei den krieg beschlossen und millionen ihn ausführten und ausstanden. dämmerungen 55; stand ihre kopfschmerzen aus. Fibel 21. Unterbleibt der geläufige acc., so wird das verbum wieder intransitiv: der kranke steht viel (schmerzen) aus; der junge steht im künftigen jahr aus, hat seine lehrjahre ausgestanden; er schafte einen ladendiener ab, dem succedierte der fast ausgestandene junge. maulaffe 25. Doch darf man sich auch ein an sich intransitives ausstehen = persistere, perdurare denken, bei welchem kein acc. zu ergänzen ist: dasz man nit verzage, sondern man stehe unserm herrn gott aus und bete (halte ihm aus, halte ihm stand). Luthers tischr. 232b; und damit ihr an ewer sawern arbeit umb ewer unerzogner kindlein willen lenger taweren und ausstehen konnet. Mathesius 146b.
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Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Ausstehen

    Adelung (1793–1801) · +5 Parallelbelege

    Ausstehen , verb. irreg. (S. Adelung Stehen ,) welches auf doppelte Art gebraucht wird. I. Als ein Neutrum, mit dem Hülf…

  2. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    ausstehen

    Goethe-Wörterbuch

    ausstehen 1 von Schulden, Rechnungen uä, nur PartPräs a-de Schulden, besonders Pachtreste einzucassiren 24,198,21 Wj I 1…

  3. modern
    Dialekt
    ausstehenst.

    Pfälzisches Wb. · +1 Parallelbeleg

    aus-stehen st. : 1. 'erdulden, erleiden'. Die aarm Fraa hot viel ausstehe (-šdēə) misse [allg.]. — 2. in der Verneinung …

  4. Spezial
    ausstehen

    Deutsch-Ladinisch (Mischí) · +1 Parallelbeleg

    aus|ste|hen I vb.tr. (erdulden) doré (döra), soporté (-ta), tigní fora, sté fora II vb.intr. 1 (ausgestellt sein) ester …

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Zerlegung von ausstehen 2 Komponenten

aus+stehen

ausstehen setzt sich aus 2 eigenständigen Lemmata zusammen. Die Klammerung zeigt die Hierarchie der Komposition; Klick auf einen Bestandteil öffnet seine Etymologie.

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Cotta, M. (2026). „ausstehen". In lautwandel.de — Aggregat aus 53 historischen deutschen Wörterbüchern. Abgerufen am 9. May 2026, von https://lautwandel.de/lemma/ausstehen/dwb?formid=A09109
MLA
Cotta, Marcel. „ausstehen". lautwandel.de, 2026, https://lautwandel.de/lemma/ausstehen/dwb?formid=A09109. Abgerufen 9. May 2026.
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Cotta, Marcel. „ausstehen". lautwandel.de. Zugegriffen 9. May 2026. https://lautwandel.de/lemma/ausstehen/dwb?formid=A09109.
BibTeX
@misc{lautwandel_ausstehen_2026,
  author       = {Cotta, Marcel},
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