aushalten rund 200 Belege; nur zweimal subst A 1 ertragen a Anforderungen, unangenehme Ereignisse, negativ empfundene Situationen u Einwirkungen; in Übergängen von aktivem Bewältigen bis zu passivem Erdulden du .. unterrichtest und lehrst, gibst und genießest, arbeitest und vollbringst .. hiezu noch der Familiencirkel und fremde Gelage gerechnet, da gibt es denn schon etwas auszuhalten GWBB48,42,5 Zelter 14.12.30 Wie gern hätte unser Freund das Gespräch abgebrochen; allein er mußte nun einmal die polternden Ergießungen des wunderlichen Mannes a. GWB21,178,4 Lj II 7 uö, auch ‘Lärm, Hitze, Gerüche’ uä mit emotionalem Akzent; meist negiert, bes idWdg ‘es nicht (mehr) a. (können)’; den feinnervigen Menschen (des Sturm u Drang u der Empfindsamkeit) kennzeichnend, in seiner inneren Ausgesetztheit, geringen Belastbarkeit, Ungeduld, Leidenschaft u Reizbarkeit, häufig in der Diskrepanz zwischen Sollen u Können; auch ‘Blick, Anblick, Gegenwart a.’; häufig in Bekenntnisbriefen u in dichter Werken bes vor der ital Reise [aus Straßb] Mein Umgang mit denen frommen Leuten hier ist nicht gar starck .. Sie sind so von Herzen langweilig .. daß es meine Lebhafftigkeit nicht a. konnte GWBB1,246,1 Susanne Klettenbg 26.8.[70] K [nach dem mißglückten Besuch von Lenz in Weimar] Die ganze Sache reisst so an meinem innersten, dass ich erst dadran wieder spüre dass es tüchtig ist und was a. kann GWBB3,124,5 ChStein [etwa 1.12.76] Ich will sehn ob ich aushalte nicht zu kommen GWBB3,73,14 ChStein 4.6.76 Man brachte [zum Vorlesen] Ödipus auf Kolonos .. nicht hundert Zeilen hielt ich aus GWB33,192,6 Camp aber auch diesen Anblick [der schlafenden Ottilie] vermochte Eduard nicht auszuhalten GWB20,390,4 Wv II 16 uö(häufig) übermäßige Belastung mit Gelassenheit, stoischer Ruhe, ohne Zeichen von Erschütterung hinnehmen; den fast unmenschlich standhaften, in sich ruhenden Menschen kennzeichnend; selten Der heil. Mann [Alexis, unerkannt unter der Treppe seines Elternhauses lebend] .. habe .. die andaurende Betrübniß der Eltern und seiner Gemahlin über die [vermeintliche] Abwesenheit ihres so geliebten Alexis mit unglaublicher .. Standhaftigkeit ausgehalten GWB19,283,20 BrSchweiz II [Bild von Talleyrand in seinem Arbeitszimmer] hier sehen wir den ersten Diplomaten des Jahrhunderts, in der größten Ruhe, sitzend .. vollkommen impassibel .. unangefochten von allen Stürmen, die um ihn her sausen. Begreifen läßt sich, daß er so aussieht, aber nicht wie er es aushält GWB491,398,22 Collect des portraits hist 1826 [üb den ‘Naturdichter’ Hiller am preuß Hof] Im König nur [?] den .... Menschen nicht das ungeheure fühlt was innerhalb einer solchen Persönlichkeit begriffen ist, der ungestraft den Anblick der liebensw Königin aushält GWB422,274,20 Rez:Hiller,Ged Plp b ‘jdn a.’: den Gegner durch an sich haltende Ruhe abwehren u zugleich reizen, ablaufen lassen; singuläre Bed [Tasso, der gegen Antonio bei einem Wortwechsel den Degen gezogen hatte, sich rechtfertigend zum Fürsten:] Gelassen, kalt, hat er mich ausgehalten, | Auf’s höchste mich getrieben Tasso 1473 2 bei etw, jdm (unter erschwerenden Umständen) bleiben; auch trans u ‘sich a.’ a ausharren; meist mit Orts- u Zeitangabe; häufig mit Betonung der Durchhaltekraft als aktiver Leistung; gelegentl abgeblaßt iSv bleiben Pater Seraphim, der schon dreizehn Jahre auf diesem Posten [Gotthard] aushält, ist gegenwärtig in Mailand GWB19,300,14 BrSchweiz II [G hat kein Exemplar von RamNeffe mehr, um es zu senden] Meine eigenen Sachen sind wie emancipirte Kinder: sie wollen nicht weiter bey mir a. GWBB19,103,23 Eichstädt 19.2.06 Ich klage nicht über meine hiesige Lage, ich habe mich gut hinein gefunden und hoffe darin auszuhalten obgleich das Clima schon wieder mich angreift .. so gehört schon Kraft dazu sich aufrecht, in einer gewissen Munterkeit und Thätigkeit zu erhalten GWBB9,127,2 ChStein 8.6.89 Man könnte noch mehr, ia das unglaubliche thun .. alles muss zulezt auf einen Punckt, aber Ehrne Gedult, ein steinern A. GWBT1,120,4 v Mai/Juni 80 [G rät Herder, trotz Unzufriedenheit nicht von Weimar wegzugehen] Es kommt doch am Ende darauf an daß man aushält und die andern ausdauert. Wieviel Fälle sind nicht möglich, da sich das Gesicht unsrer Existenz in’s Beßre verändern kann GWBB8,20,22 Herder uFr 2.9.86 [Chor:] Papageno, laß die Flöte | Nicht von deinem Munde kommen! | Halte nur noch dießmal aus! Zauberfl 678 uö im vertraulichen Ton des späten G/Zelter-Briefw als euphemist Appell, am Leben zu bleiben [nach Niebuhrs Tod] Der treffliche Niebuhr hat sich, auch mir, zur höchst unrechten Zeit beurlaubt. Meine Wehklagen deshalb wirst du im nächsten Briefe vernehmen. Halte doch ja noch ein bißchen aus! Inständige Bitte! GWBB48,84,8 Zelter 12.1.31 b trans: Aufenthalt, Unternehmung, Krankheit uä bis zu Ende durchhalten Noch bleibe ich in Italien und halte meinen Schulstand aus GWBB8,243,14 Kayser 14.8.87 Heute Abend seh ich dich bey der Imhof. Ich gehe noch erst in die Commödie, halte sie aber nicht aus GWBB7,192,18 ChStein 16.3.86 Zürne nicht, daß ich die Wanderschaft abbreche, die ich nach deinem [Gottes] Willen länger a. sollte AA111,19 Werth II [Dor:] Und so brachten bei uns .. | Auch die Kinder des Morgens mit Händeküssen und Knixchen | Segenswünsche den Eltern, und hielten sittlich den Tag aus GWBHermDor VIII 47 [für: finire] GWB43,277,12 Cell II 8 GWBTgb 27.2.80 uö c ‘sich a.’: sich in seiner Position ein Leben lang, getreu dienend, behaupten [Oberbürgermeister Slevoigt in Jena] findet .. angemessene Stellen im Staate; er versieht sie mit Zufriedenheit seiner Vorgesetzten und des Fürsten und hält sich gleichmäßig aus bis an’s Ende GWB36,361,24 Trauerloge 1821 3 standhalten, ausdauern; im Hinblick auf Substanz u Qualität a unbeschädigt, unbeeinträchtigt eine Belastung od Abnutzung überdauern, überstehen; meist von konkr Dingen [Abdrucke der Tafel zum Aufsatz: Wolkengest] Ich .. hätte .. gern Exemplare nach Verlangen gespendet, da die Platte derselben noch gar viele a. möchte GWBB43,188,10 Sternbg 27.11.27 [zu einer Sendung von Samen aus Rom] Es sind alles Sträuche und Bäume, welche in hiesiger Gegend den Winter a., schwerlich werden sie unsere Winter dauern, indessen ist ein Versuch immer zu machen GWBB8,192,6 Seidel [19.2.?87] Glücklicherweise daß .. die Täfelung etwas aushält GWB24,21,2 Wj I 2 [zu Zweifeln an der baulichen Intaktheit des Jägerhauses] selbst das morsche Gebälk hält uns am Ende doch noch aus GWBB33,257,2 Meyer 25.9.20 [zur Gestaltung von Zelters Medaille:] Übereile die Sache nicht .. und denke dabey, daß eine Medaille länger aushält, als man denken mag GWBB48,115,8 Zelter 4.2.31 uö einmal mBez auf die Widerstandsfähigkeit u Selbstbehauptung des menschl ‘Naturells’ In allem dem Gewühle [des schles Feldlagers] hab’ ich angefangen, meine Abhandlung über die Bildung der Thiere zu schreiben, und damit ich nicht gar zu abstrakt werde, eine komische Oper zu dichten. Du siehst, daß mein Naturell aushält, ich wünsche dir desgleichen GWBB9,223,15 FStein 31.8.90 b mit dem Aspekt der Prüfung, bes iVbdg mit: Vergleich(ung), Probe, Wettstreit, Konkurrenz, Untersuchung ua; überwiegend mBez auf Kunstwerke Wie viele von unsern Gedichten würden a. auf dem Markte oder sonst unter freyem Himmel gelesen zu werden [wie die Dichtungen in der Antike] GWBB13,66,24 Schiller 14.2.98 ein ganz kostbarer Abdruck der großen nächtlichen Flucht nach Ägypten, von Goudt nach Elsheimer, welcher jede Vergrößerung durch die convexe Linse aushält GWBB33,234,1 Meyer 19.9.20 [Motive serb Liebeslieder] 26) Liebevolle Rast nach Arbeit; sehr schön! es hält Vergleichung aus mit dem hohen Liede GWB412,145,24 SerbLieder uö c zur Bezeichnung von gleichbleibender Mächtigkeit u Gehalt bergm nutzbarer Flöze Die Gänge sind schmal, steigen aber regelmäßig und halten aus GWBN10,119,11 Zinnformation 4 Ton, Gebärde anhalten u andauern lassen Da verstärkte er seine Stimme und hielt die Töne gewaltsam aus [contenait] GWB45,122,6 RamNeffe [zu Kaysers Vertonung von ScherzLR] Das Terzett macht grosen Effeckt und wird noch grösern machen, wenn die Handlung, das durcheinanderrennen, stille stehn, pausiren, a. der Gebärden dazukommt GWBB7,146,21 Kayser 22.12.85 5 jur: ‘(jdm) einen Kontrakt a.’ iSv eine Vertragsbindung weiter einhalten; vgl Aushaltung so hab ich nicht das mindeste Bedenken, daß die genannte [Schauspielerin] Unzelmann beybehalten und der Contract, auf den sie sich beruft, ihr ausgehalten werde GWBB27,231,9 TheaterIntend 8.11.16 uö B ‘sich etw a.’ iSv sich etw nachdrücklich ausbitten; von acht Belegen sechs vor der ital Reise [zur Taufe von Lottes Sohn] Habt ihr ihm [dem Neugeborenen] den andern [Namen] gegeben, so halt ich mir aus dem nächsten den Nahmen Wolfgang zu geben GWBB2,160,3 Kestner 11.5.[74] [Jarno zu Wilh üb Shakespeare:] Nur Eins halte ich mir aus [bedinge ich mir aus GWB21,290,16 Lj III 8], daß Sie sich an die Form nicht stoßen GWB52,147,10 ThS V 7 Das Einzige halte ich mir aus [behalte ich mir vor GWB26,276,22f] GWB26,375 DuW 5 Var [betr einen von G autorisierten Neudruck von Werth] auch halte mir 24 Exemplare auf gut Papier aus, einige sauber und zierlich gebunden GWBB38,147,5 Jasper 22.5.24 uö C bergm: aussondern Rother Jaspis, Kalkspath. Den letztern müssen sie a., weil man ihn auf der Hütte nicht haben will GWBN9,163,4 Harzreise 1784 vgl zu A GWBausbaden GWBausharren (sd) zu B GWBausbedingen vorbehalten zu C GWBabsondern (sd)Gertrud HerwigG. H.