dulden bes beim jg G gelegentl -t- 1
(er)leiden; trans, absol u intr, auch ‘etw d. um’, ‘(etw) d. an’, mehrf (Part) subst a
schmerzhaft empfinden, öfter neben ‘leiden’ (auch als schwächerer Ausdruck von diesem unterschieden), mBez auf Krankheit, Bekümmernis, Übel, Eniedrigung, Schande, Vorwürfe, Schläge, Gericht ua Ich habe .. ein körperlich-zufälliges Übel geduldet, ohne eigentlich zu leiden GWBB41,158,23 Reinhard 20.9.26 Verstrickt in solche Qualen halbverschuldet | Geb’ ihm ein Gott zu sagen was er duldet GWB3,20 Trilog Leid AnWerth 50 [
vgl Tasso 3432f] deine Vorwürfe .. weiß ich zurecht zu legen und wenn du manches an mir
d. mußt; so ist es billig daß ich auch wieder von dir leide GWBB9,91,3 ChStein [Febr 89?] Tasso 1349 GWB32,130,4 ItR GWB21,178,26 Lj II 7 GWB27,193,23 DuW 8
uö mehrf iGz tun, wirken bzw genießen Da Sie es .. halten wie ich: .. dem D. sogleich eine Thätigkeit entgegenzusetzen GWBB49,233,20 Marianne 10.2.32 GWB22,343,17 Lj VI SchöneSeele GWB4,49 Viel Geduldetes, Genossnes I
uö mit personifiziertem Subj dieser Gesteinsart .. sie mußte .. erst einige Augenblicke der Erniedrigung
d., ehe sie sich zu dem Ansehen .. empor hob GWBN9,171,20 ÜbGranit b
(zugl) als innere Haltung: mit Geduld, Fassung, Ergebung ertragen, mehrf positiv bewertet, auch iZshg mit Beschränkung u Entsagung, selten als christl Leidensbereitschaft (auch iZshg mit Motiven der bildKunst) alles was mir wiederfährt freut mich, weil es mir um deinetwillen geschieht. Denn auch das entferntste duld ich weil du bist, und wenn du nicht wärst hätt ich alles lange abgeschüttelt GWBB6,216,8 ChStein [23.11.83] Vieles kann ich ertragen. Die meisten beschwerlichen Dinge | Duld’ ich mit ruhigem Muth, wie es ein Gott mir gebeut GWB1,323 Vs 308 VenEpigr 66 [
Wilh an Natalie:] darf ich nicht .. mein Schicksal beklagen, weil ich dir zugesagt habe zu schweigen und zu
d., wie du es auch übernommen hast GWB24,37,20 Wj I 3 Liebe zu der Classe .. die man die niedre nennt! .. Da sind doch alle Tugenden Beysammen, Beschräncktheit, Genügsamkeit .. D. — D. — Ausharren GWBB3,191,12 ChStein 4.12.77 GWB53,403,22 Entw Aufsatz üb neuere dtKunst GWB31,40,3 ItR GWB11,193,6 Stella
2 V
uö iGz od iZshg mit tun, wirken Der Character .. äußert sich in der Fähigkeit zu wircken, gegenzuwircken und was mehr ist, sich zu beschräncken, zu
d., zu ertragen GWB42
2,419,25 Volksb histInh Schema Beharrlich in Thun und D. GWBB40,5,7 Zelter 5.8.25 GWBPand 316 GWB42
2,218,16 MuR(856) GWB13
1,117 ProlBln 1821 Vs 53f
uö mehrf negiert: ‘etw (es) nicht d.’ iSv nicht aushalten, vertragen [
Brackenb:] Sie kann mich nicht ganz verworfen haben .. Ich duld’ es nicht länger! .. ich soll so fort leben? Ich duld’, ich duld’ es nicht GWB8,200,20 u 201,1 Egm I [
Homunc üb Faust, im Laboratorium:] Wie wollt’ er sich hierher gewöhnen! | Ich, der bequemste, duld’ es kaum GWBFaust II 6935
uö von Empfindung, Verhalten Vermag die Liebe alles zu
d., so vermag sie noch vielmehr alles zu ersetzen [
vgl 1. Kor 13,7] GWB20,367,20 Wv II 14 GWB35,263,21 TuJ 2
mit Zurücktreten des Leidensmoments: sich passiv od rezeptiv verhalten; überwiegend absol, subst od PartPräs a
abwarten, sich gedulden, auch in Körperhaltung, Physiognomie sich ausdrückend Was bringt in Schulden? | Harren und D.! GWB6,69 Div Fünf andere 6 der d-de Nacken des .. Freundes [
Pylades, vgl Abb] .. Festigkeit, Selbstgelassenheit, ruhige Erwartung des Schicksals GWB37,333,13 PhysiognFragm GWB9,167,5 Wette 5 b
(Eindrücke, Erfahrungen) empfangen, in sich aufnehmen, einmal mit Vorbehalt gegenüber indolenter Hinnahme ohne tiefere Reaktion [
Mannheimer Antikensaal] stand ich nun, den wundersamsten Eindrücken ausgesetzt .. Nachdem ich die erste Wirkung dieser unwiderstehlichen Masse eine Zeit lang geduldet hatte GWB28,85,16 DuW 11 Frau von Laroche .. schien an allem Theil zu nehmen, aber im Grunde wirkte nichts auf sie. Sie war mild gegen alles und konnte alles
d. ohne zu leiden .. ohne daß ihr .. durch Gutes und Böses .. Vortreffliches und Schwaches wäre beizukommen gewesen GWB28,183,15 DuW 13
im Naturbereich mit nichtpers Subj: (Einflüssen, Wirkungen) unterworfen, ausgesetzt sein selbst das Feste nicht auf den Grad erstarrt .. um nicht noch Einflüsse zu
d. | Ja um nicht .. selbst zu wirken GWBN9,273,18 BildgErde Physisches. | .. Dynamische Vorstellungsart. | Werdendes | Wirkendes | .. Chemisches. | .. Atomistische Vorstellungsart. | Gewordenes | D-des GWBN11,210,3 AtomismDynamism [
Faust:] Und duldet auch auf seiner Berge Rücken | Das Zackenhaupt der Sonne kalten Pfeil [wendet .. | Das Zackenhaupt sich nackt der Sonne zu
Var] GWBFaust II 9526 GWBB33,127,6 Nees 23.7.20
uö 3
zulassen; trans u absol, subst u PartPräs a
relativ häufig noch in stärkerer Berührung mit 1: iSv ungern, doch ohne Gegenwehr, ertragen u fortbestehen, geschehen lassen, auch mit Personenbezug iSv jdn ertragen u gewähren lassen [
Sophie üb Söller:] Er macht beym Spiele Schulden. | Er bringt noch alles durch, und ich, ich muss es
d. DjG
31,366 Mitsch
2 164 ~ GWB9,51 Mitsch
3 172 Leide nicht vor uns! — Duld uns! — Gieb uns eine Trähne GWBB2,274,8 Auguste Stolbg 3.8.[75] [
Tasso:] einmal habe nun | Den Einen Mann das Schicksal so gebildet; | Nun müsse man ihn nehmen wie er sei, | Ihn
d., tragen Tasso 2767 GWB12,20,18 JeryBätely GWB10,416 Nausikaa Plp GWB20,259,6 Wv II 5 Tasso 2299
uö b
etw Negatives (Schwäche, Verfehlung, Widerstand, Vorherrschaft, Lästiges, Unpassendes ua) nachsichtig beurteilen u behandeln, in Kauf nehmen, sich gefallen lassen, auch mit persönl Bezug; häufig in Frage gestellt od mit Negation verbunden iS einer Ablehnung, eines Verbots [
Mittler:] Ich .. mag lieber in meinem Kreise Fehler und Gebrechen so lange
d., bis ich die entgegengesetzte Tugend gebieten kann, als daß ich den Fehler los würde und nichts Rechtes an seiner Stelle sähe GWB20,403,3 Wv II 18 [
Nobel üb Reineke:] wie er mit Stehlen, | Rauben und Morden das Land .. beschädigt. | Nein! ich duld’ es nicht länger! GWBReinF IX 205 [
Regentin üb den Bildersturm:] Seht, was in eurer Provinz entsteht! Das duldet [
Strada: patieris] ihr, Graf ..? GWB8,188,17 Egm I [
Hamann zu Kaiser Ahasverus:] dir ist zwar niemand gleich; | Doch gibt’s viel große Herrn und Fürsten .. | Die dein so sanftes Joch nur wider Willen
d. [dulten AAJw1,215] GWB16,23 JahrmPlund
2 316 er [
Odoard] duldete einen Hausfreund, einen Fremden .. ob er ihm gleich keineswegs gefiel GWB25
1,200,24 Wj III 10 Nicht zu weit [
für: tolerer] GWB45,114,17 RamNeffe GWB28,140,1 DuW 12 GWB37,335,6 PhysiognFragm GWB25
1,215,5 Wj III 11 GWBN11,127,17 MuR(560)
uö von Empfindung, Zustand Sein Glaube duldete keinen Zweifel GWB27,253,7 DuW 9 wie .. der gute Geschmack, in der Nähe so reiner .. Menschen kein eigentliches Ungeheuer
d. könnte GWB49
1,239,19 Bossi, Leonardo Abendmahl GWB35,198,10 TuJ
von überpersönl Mächten, auch im Bereich der Natur u ihrer Erscheinungen all die Hunde, die Gott auf Erden duldet AA98,3 Werth
1 II da .. die Natur keineswegs duldet, daß hier etwas gegen Gesetz und Ordnung geschehe GWBN8,24,24 VglAnatomie 5
uö c
(von höherer od überlegener Position aus) etw gestatten, vergönnen, meist mit Personenbezug iSv jdn in seiner Nähe leiden [
Gleims Versuch] bei Königen und Ministern .. Einfluß zu gewinnen .. Man behandelt ihn ehrenvoll, duldet und belobt seine [
humane, karitative] Thätigkeit GWB35,241,12 TuJ [
Tasso zur Prinzessin:] Du hast mich oft, o Göttliche, geduldet Tasso 1082 wenn du mich auch nicht so vorzüglich liebtest .. mich nur neben andern duldetest GWBB5,304,14 ChStein 9.4.82 GWB20,180,7 Wv I 17
uö von überpersönl Mächten, einmal im Bild [
Doktor Marianus zur Mater gloriosa:] Dulde [> Ehre
weitere Var; Billige Vs 12001] was des Mannes Brust | Ernst und zart beweget GWB15
2,166 Faust II Var GWB1,242 Vs 171 RömEleg VII GWB16,211 Maskenz 30.1.02 Vs 40
uö d
fremde Eigenart, den andern Menschen, insbes den Andersdenkenden, -gläubigen gelten lassen, anerkennen, tolerieren; meist positiv bewertet od im Rahmen einer Forderung, selten in einschränkender Beurteilung, als zu überwindende Vorstufe [
Fstin Gallitzin in Weim] damals verglich man sich .. über gewisse Puncte und schied, einiges zugebend, anderes d-d, im besten Vernehmen GWB33,230,18 Camp Hat uns .. noch nicht das Unglück also gebändigt, | Daß wir endlich verstehn, uns unter einander zu
d. | Und zu vertragen GWBHermDor V 199 Diese Zeitschriften .. werden zu einer .. Weltliteratur .. beitragen .. die Nationen .. sollen .. einander gewahr werden, sich begreifen, und wenn sie sich wechselseitig nicht lieben mögen, sich einander wenigstens
d. lernen GWB41
2,348,11 Anz:Edinburgh Reviews Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein: sie muß zur Anerkennung führen. D. heißt beleidigen GWB42
2,221,23 MuR(875) GWB33,195,2 Camp
uö iron für intolerantes Verhalten Juden und Heiden hinaus! so duldet der christliche Schwärmer. | Crist und Heide verflucht! murmelt ein jüdischer Bart GWB53,11 Vs 57 VenEpigrNachtr 13
von Empfindungen [
in der Badegesellschaft] ein wechselseitig d-des Vertrauen GWB35,99,24 TuJ e
von Gegenständen, im Hinblick auf ästhet Angemessenheit Am Schlosse .. die beyden Balkone .. zu decorieren .. Die schlanken Säulen
d. schwere Festons A(JbGG20,119) Promem 19.6.14
→ GWB
ausdulden GWB
durchdulden GWB
entgegendulden GWB
erdulden GWB
fortdulden GWB
gedulden Syn zu 1 u 3
a—c
GWB
leiden zu 1
GWB
aushalten GWB
ausstehen GWB
erdulden zu 1 a
GWB
erleiden zu 1 b
GWB
ertragen GWB
tragen GWB
übertragen GWB
vertragen zu 3
GWB
zulassen zu 3 b und c
GWB
einräumen GWB
erlauben GWB
geschehen (g. lassen) GWB
gestatten GWB
gewähren(g. lassen) vergönnen verstatten zu 3 d GWB
achten GWB
anerkennen GWB
gelten(g. lassen) GWB
respektieren GWB
tolerieren zu 3 e
GWB
vertragenChrista DillCh. D.