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Noch

mhd. bis spez. · 18 Wörterbücher mit Anchor-Eintrag

Campe
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33 in 18 Wb.
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81

Eintrag · Campe (1807–1813)

Noch

Bd. 3, Sp. 512a
Noch, ein Wort von mannichfachem Gebrauche, der Rede theils Nachdruck, theils mehr Ründe zu geben. 1) Als Bindewort, eine Verneinung zu bezeichnen, wenn mehrere Dinge in mehreren einzelnen Gliedern oder Sätzen verneint werden. I der ungebundenen Rede setzt man in dem ersten zu verneinenden Gliede gewöhnlich Weder, und in den übrigen noch. Weder eins, noch das andere. Er wünscht weder äußere Ehre, noch Reichthum, noch Macht, noch sinnliche Genüsse, sondern nur Gesundheit und ein frohes zufriedenes Herz. Oder, wenn mehrere Sätze mit auf einander sich beziehenden Verneinungen auf einander folgen, so wiederholt man auch das weder — noch. Weder Glück noch Unglück, weder Freude noch Leid, weder Ehre und Macht, noch Reichthümer und Sinnengenuß konnten seinen festen Sinn wanken machen und ihn verführen. I der gebundenen Rede aber und ehemahls überhaupt gebrauchte und gebraucht man noch in allen einzelnen Sätzen oder deren Theilen als Verneinung, und es ist keinesweges veraltet wie Ad. behauptet, sondern wie die folgenden Stellen bei guten neuern Schriftstellern zeigen, noch völlig in Gebrauch, und zwar mit Recht aus einem Grunde, welchen Lessing in den Anmerkungen zu Logau anführt: »Da die Fälle unzählig sind, da (wo) das Silbenmaß dem gewöhnlichen weder — noch zuwider ist: warum sollten wir es (das weder) Nicht auch noch jetzt in jenes bequemere noch verändern dürfen.« Noch Hende noch die fueze. Boners Fabeln, 60. Noch frech wagen, Noch weich zagen. Logau. Noch Zeit, noch Land, noch Schwang vermag auf die Natur Haller. Keiner, noch groß, noch klein entrinnet der Urne. Klopstock. Noch Stand, noch Alter wird gespart. Wieland. Noch der kühne Räuber, noch die Blume, Die sein Frevel dir entrückt. Baggesen. Zuweilen wird das erste Mahl auch nicht, auch wol kein gesetzt. S. Nicht. I O. D. gebraucht man aber auch das zweite Mahl weder anstatt noch. S. Weder. 2) Als ein Umstandwort der Zeit, die Fortdauer einer in Rede stehenden Handlung oder eines solchen Zustandes zu bezeichnen; in Gegensatz von nicht mehr. Ih bin noch damit beschäftiget. Ih lebe noch, bin auch noch gesund. Wird es noch nicht besser? Weißt du wol noch, wie es kam? Wird ein Nachdruck auf noch gelegt, so wird es auch vornan gesetzt. Noch war es Zeit. Noch weiß ich es nicht. Umkränzt mit Rosen eure Scheitel, Noch stehen euch die Rosen gut. Hagedorn. Wenn der Ton nicht darauf liegt, so ist die Stelle meist gleichgültig, wo es stehet. Ih erwarte ihn noch heute; ich erwarte ihn heute noch; noch heute erwarte ich ihn. »Der frühe Tag hat kaum noch den Morgen gegrüßt.« Geßner. »I dem Schoße des Glükkes ist noch selten ein Mann erzogen worden.« Dusch. Kommen Sie noch nicht? bis jetzt nicht? Noch niemahls ist es mir so schlimm gegangen. Es ist noch immer beim Alten. »Osiris ist der größte König gewesen, der noch gelebt hat.« Schlosser. Gestern war er noch so gesund und heute ist er todt. Vorhin versprachen Sie mir es noch so fest, und jetzt  I allen diesen Fällen denkt man mehr an eine vergangene Zeit, die bis an den gegenwärtigen Augenblick reicht, so daß man dafür oft setzen kann bisher, bis jetzt. So auch in folgender Stelle: Ih wähne nicht, daß Hagene euch noch vergeiselet hat. d. Nibelungen L. V. 5868. Oft druckt noch eine von jetzt an künftige Zeit aus. Es findet sich wol noch wieder. Er kann noch kommen. Er kömmt vielleicht noch. »Wie lange sollte deine Blüte und deine Schönheit diese Blumen wohl (wol) noch überleben?« Dusch. In dieser Bedeutung ist der Begriff damit verbunden, daß etwas noch nicht geschehen sei, und das Wort noch deutet auf derselben Stelle stehend bestimmt eine vergangene und eine zukünftige Zeit, je nachdem es betont wird oder nicht. Es soll noch (betont) geschehen, es ist bis jetzt nicht geschehen; es soll noch (unbetont) geschehen, es wird geschehen  Auch in andern Fällen verändert die Betonung oder Nichtbetonung des noch die Bedeutung. Gehen Sie noch nicht, (noch unbetont und nicht betont), bleiben Sie länger hier; gehen Sie noch nicht? (noch betont) Sie sind noch immer da, da Sie fortsein sollten? S. auch annoch. 3) Als Umstandwort, eine Vermehrung, eine Hinzufügung, wie auch eine Steigerung zu bezeichnen. Er gab noch etwas dazu. Ih will noch dies sagen. Hiezu kömmt noch, daß  »Noch ist hier eine Bittschrift einer Emilie Bruneschi.« Lessing. Noch ein Mahl will ich es thun. Noch auf ein Wort! noch eins! d. h. hören Sie, ich möchte Inen noch ein Wort, noch etwas sagen. Bleiben Sie nur noch eine Stunde. Bleiben Sie noch! Noch lieber würde ich es sehen, wenn  Noch länger kann ich nicht warten. Das ist noch schlimmer. Oft steigert noch den Grad der Stärke eines Begriffes, wo es den Ton immer hat. Wenn Sie mich auch noch so sehr bitten, so  d. h. Sie mögen mich bitten, so sehr Sie wollen, so  Man sei noch so vorsichtig, man fehlet doch. »Wenn es mir auch noch so sauer werden sollte!« Gellert. Auf solche Art betont bedeutet noch im gemeinen Leben zuweilen auch noch ein Mahl, z. B. er will noch so viel haben, noch ein Mahl so viel. Häufig bekömmt noch die Bedeutung von dessen ungeachtet, nach oder bei allem, was vorher geschehen oder im Vorhergehenden gesagt worden ist; in welchem Falle es den Ton nicht hat. Wie kann man da noch zweifeln. Welche derbe grobe Speise! Und ihr zankt euch noch um sie? Michaelis. Ehemahls wurde es gewöhnlich für das bestimmtere dennoch gebraucht. »Noch ließ er mit nichte darvan.« Theuerdank, K. 63. Außer den angeführten Bedeutungen und Fällen, von welchen manche mit der zweiten und dritten Hauptbedeutung zusammenhangen, wird noch auf mancherlei Art noch gebraucht, theils mit kleinen Nebenbegriffen, die sich besser fühlen als angeben lassen, theils um die Rede zu ründen. Dahin gehören Ausdrücke wie diese: Das ginge immer noch an. Hätte er es nur noch gesagt, so wäre es gut. Da sage mir noch einer. Das läßt sich noch essen. Das lasse ich noch gelten 
5874 Zeichen · 94 Sätze

Lautwandel-Kette

Von der indoeuropäischen Wurzel bis zur Mundart

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  1. 1050–1350
    Mittelhochdeutsch
    noch

    Mhd. Wb. (Benecke/Müller/Zarncke) · +9 Parallelbelege

    noch s. dies wort.

  2. 1200–1600
    Mittelniederdeutsch
    nochKonj.

    Köbler Mnd. Wörterbuch · +8 Parallelbelege

    noch , Konj. nhd. noch Hw.: vgl. mhd. noch (2), mnl. noch E.: as. noh (1) 40, Konj., noch, und nicht; s. germ. *ganōga-,…

  3. 15.–20. Jh.
    Neuhochdeutsch
    Nóch

    Adelung (1793–1801) · +4 Parallelbelege

    Nóch , eine Partikel, welche im Deutschen von einem großen Umfange ist, und bey einem gehörigen Gebrauche viel zu dem Na…

  4. 18./19. Jh.
    Goethe-Zeit
    noch

    Goethe-Wörterbuch

    noch A Adv bzw Partikel 1 zeitlich a das Andauern eines gegenwärtigen Geschehens od Zustandes bezeichnend b ein erst kün…

  5. modern
    Dialekt
    no(ch)

    Elsässisches Wb. · +6 Parallelbelege

    no(ch) [nô S.; no Hi. ; n M. ; noχ Su. Dü. ; nòχ U. W. ] Adv. noch, immer noch. Ër is t no ch dert Liebsd. Beim Spiel: …

  6. Spezial
    noch

    Deutsch-Ladinisch (Mischí)

    noch adv. 1 (zusätzlich) ciamó 2 (bis jetzt) cina sëgn, cina ciamó 3 (Erwartung) ciamó, zacan che. ▬ du wirst schon noch…

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Wortbildung

Komposita & Ableitungen mit noch

81 Bildungen · 58 Erstglied · 19 Zweitglied · 4 Ableitungen

noch‑ als Erstglied (30 von 58)

noch 1

KöblerAfries

noch 1 , Adv. nhd. noch ne. still (Adv.) Vw.: s. -tan Hw.: vgl. anfrk. noh, as. noh, ahd. noh, mnl. nog Q.: E E.: s. germ. *nuhta-, *nuhtaz,…

nôchaftich

MNWB

noch·aftich

nôchaftich (nog- , noech- , noich-) , -eftich , nuͤchaftich (nug-) , nö̂chhaftich (nog- , noech-) , nuͤchhaftich (nug-) , ° -echtich (Halb. …

nôch ches

Lexer

nôch , -ches stm. ib. röhre Flore. vgl. nache, næhe, nâwe.

nochdan

Lexer

noch·dan

noch-dan adv. s. dannoch (nochdan Elis. 802. 5496. 7126. 7314. 8952. 9955. Evang. 284 b . Karlm. 115,32. nochtan ib. 47,60. 52,56. 53,56. 83…

nochdann

DWB

noch·dann

nochdann , adv. , mhd. md. nochdan, nochtan, nhd. nochdann ( oder noch dann), mnd. nochtan, nochten und andere formen, nl. nochtan, nochtans…

nochdanne

FWB

1. ›seit langem, bis heute, bis jetzt, noch heute / jetzt; immer noch; nach einem Zeitpunkt noch eine Weile‹; 2. s. noch (Adv.) 3.; 3. ›trot…

noch dô

FindeB

noch dô adv. noch dû Lilie

nochemal

LothWB

noch·e·mal

nochemal [noəmàl Bo. ; naəmôl, nàmôl D. Si. ] nochmals.

Nochgeschäft

Meyers

noch·geschaeft

Nochgeschäft ( Nachgeschäft ), Geschäft »auf noch«, »mit noch«, ein Prämiengeschäft, bei dem der Prämienzahler die Wahl hat, ob er die urspr…

Noch ist Polen nicht verloren

Meyers

Noch ist Polen nicht verloren (poln. Jeszeze Polska nie zginela ), die Anfangsworte des sogen. Dombrowski-Marsches, der von der polnischen L…

Nochkleinere

GWB

Nochkleinere [ vom Rotmantel, nach seinem Gestaltwandel ] als..ein unendliches Ameisenheer über mich niederstürzte..war ich Kleiner in den H…

¹nôchlĩk

MNWB

noch·lik

1 nôchlĩk , nôge- , adj. , -lĩken , adv. , genügend , ausreichend, „sufficienter” (Dief. 38). Vgl. 1 genôchlĩk.

nochlīdensolen

KöblerMhd

nochlīdensolen , st. N. nhd. Nochleidensollen Hw.: s. noch-līden-sulen (1) Q.: EckhV (z. T. vor 1298) (FB noch-līden-suln) E.: s. noch, līde…

Nóchmahlig

Adelung

noch·mahlig

Nóchmahlig , adj. von dem vorigen Nebenworte, was nochmahls ist oder geschiehet. Auf sein nochmahliges Bitten, auf sein wiederhohltes.

Nóchmahls

Adelung

Nóchmahls , ein Nebenwort, für noch Ein Mahl. Er kam nochmahls zu mir. Ich sage es dir nochmahls. Von dem unentbehrlichen s am Ende, S. 6 Ma…

nochmal

DWB

noch·mal

nochmal , adverbialer accusativ, gebildet wie abermal, mehrmal, niemal, oftmal u. dergl. 1 1) jetzt noch wie vorher, nach wie vor ( vergl. n…

nochmalen

DWB

noch·malen

nochmalen , adverbialer dativ pl., zu wiederholten malen, aufs neue ( lexicalisch zuerst bei Rädlein 677 b ): Walter ... hat in diesem jahre…

nochmalig

DWB

noch·malig

nochmalig , ein erst im 18. jahrh. aus nochmal gebildetes adjectiv, abermalig, wiederholt Adelung : hiermit machte ich ein nochmahliges comp…

noch als Zweitglied (19 von 19)

annoch

DWB

ann·och

annoch , adhuc, etiamnum, betont ánnòch und annóch: indessen dasz der Mars bei zweimal sieben jahren annoch nicht grausam satt berennt und a…

benôch

MNWB

ben·och

benôch , n. , (s. benö̑ge) Genügen. nê(i)n b. hebben in, an kein Genüge finden in, unbefriedigt sein mit.

dannoch

DWB

dann·och

dannoch , adv. das ahd. danne noh, mhd. dannoch dennoch heiszt ' damals noch, noch zu der zeit ' Graff 5, 50 . Benecke 1, 301 . so noch in E…

dannoch, dennoch

MWB

dannoch, dennoch Adv. 1 ‘zu der Zeit noch’ 2 ‘auch da noch, sogar dann noch, dessen ungeachtet’ 3 ‘noch außerdem, noch dazu’ 4 ‘noch’ mit Ko…

dennoch

DWB

denn·och

dennoch s. dannoch . 1 1. adhuc praeterea, wie das ahd. noh danne Graff 5, 49 . schon im 16 ten jahrh. selten und heute auszer gebrauch. das…

dēnoch

KöblerAfries

dēnoch , Adj. Vw.: s. dēnich*

genôch

MNWB

gen·och

genôch , ennôch (genuͦch) , adv. ; subst. adj. , 1. genug, hinreichend. 2. ênem gen. dôn (mit) Genüge tun, ênes dinges gen. geschên Genüge g…

iedannoch

KöblerMhd

iedannoch , Konj. nhd. trotzdem, dennoch Q.: Kchr (um 1150) E.: s. ie, dannoch W.: nhd. (ält.) jedennoch, Konj., jedennoch (Konjunktion des …

iedennoch

KöblerMhd

iedennoch , Konj. Vw.: s. iedannoch

ienoch

Lexer

ien·och

ie-noch adv. BMZ aus ie noch, immer noch Trist. si lîdent ienoch die selben nôt Exod. D. 134,20. du hâst sô wol dîn êre ienoch unze here brâ…

jedennoch

DWB

jeden·noch

jedennoch , conjunction des gegensatzes, aus dennoch ( theil 2, 952 f. ) mit dem allgemeinen je, das eine bedingte behauptung, gegenbehauptu…

no(ch)dennnoch

Idiotikon

no(ch)-denn-noch Band 4, Spalte 643 no(ch)-denn-noch 4,643

Ableitungen von noch (4 von 4)

benôch

MNWB

benôch , n. , (s. benö̑ge) Genügen. nê(i)n b. hebben in, an kein Genüge finden in, unbefriedigt sein mit.

genôch

MNWB

genôch , ennôch (genuͦch) , adv. ; subst. adj. , 1. genug, hinreichend. 2. ênem gen. dôn (mit) Genüge tun, ênes dinges gen. geschên Genüge g…

Noche

RhWB

Noche nǫxə, Pl. -xən uWupp 1870 f.: Anhöhe. S. Nocken.